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DIE
NORDISCHE UND DIE ENGLISCHE
VERSION
DER
TRISTAN-SAGE.
HERAUSGEGEBEN
VON
EUGEN KOLBING.
ZWEITER THEIL.
SIR TRISTREM.
HEILBRONN.
VERLAG VON GEBR. HENNINGER.
1882.
MIT
EINLEITUNG, ANMERKUNGEN UND GLOSSAR
HERAUSGEGEBEN
VON
EUGEN KOLBING.
HEILBRONN.
VERLAG VON GEBR. HENNINGER.
1882.
1
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5 p 5
I Q i *
j *
JUIM 9 1976
DEM ANDENKEN
WALTER SCOTTS
GEWIDMET
VORWORT.
Viel später, als ich es selbst gehofft und versprochen,
bin ich endlich in der läge, den zweiten band dieses buches
den fachgenossen zu übergeben. Umstände, welche ich im
vorwort zu meiner ausgäbe der Elis saga berührt habe, ver-
anlassten mich, die arbeit am Sir Tristrem für längere zeit
abzubrechen und zuerst jene ausgäbe fertig zu stellen. Zudem
beanspruchte die ausarbeitung der anmerkungen und des glos-
sars bedeutend mehr zeit, als ich vorausgesetzt hatte.
Ueber die gestaltung des textes gibt die einleitung auf-
schluss. Die zuthaten sollen in erster linie dem zwecke all-
seitigster erklärung des denkmals dienen. Was die anmer-
kungen betrifft, so ist es kaum nöthig, zu bemerken, dass ich
dabei die abhandlung: »Zur Überlieferung der Tristan-sage «
als bekannt voraussetze; die von einer seite bemängelte dis-
position derselben bietet wenigstens doch den unläugbaren vor-
theil, dass der leser alle bemerkungen über die einzelnen epi-
soden der erzählung in den verschiedenen Versionen auf das
bequemste an einem orte zusammengestellt findet. Ich habe
desshalb auch sehr selten ausdrücklich auf dieselbe verwiesen.
Im übrigen ging ich bei der ausarbeitung von der ansieht
aus, dass die wichtigeren und schwierigeren alt- und mittel-
englischen texte eines ausführlichen commentars dringend
bedürftig sind. Das erste werk eines deutschen gelehrten,
— VIII —
welches diesem wünsche rechnung trug, waren Mätzner's Alt-
englische sprachproben. Freilich dürfen und müssen heut zu
tage die anmerkungen, dank den fortschritten der ae. lexico-
graphie, einen wesentlich anderen character an sich tragen;
die erklärung der worte und formen kann vielfach gespart wer-
den, während in den sachlichen erläuterungen zuweilen grössere
ausführlichkeit wünschenswerth erscheint. Wenn ich von frü-
heren, englischen editionen beigegebenen, zu der länge der
betreffenden werke aber in keinem verhältniss stehenden erklä-
rungen absehe, so ist es unstreitig Zupitza's verdienst, diesem
verlangen in seiner ausgäbe des Guy of Warwick (London
1875 — 6) entgegen gekommen zu sein. Den Scharfsinn und
die grosse belesenheit des Verfassers, von der die Notes zeug-
niss ablegen , habe ich bereits vor jähren an anderer stelle
rühmend hervorgehoben. Die brauchbarkeit derselben wird
noch bestätigt durch die vielen Verweisungen darauf, denen
wir in textausgaben jüngerer forscher begegnen. Höchstens ist
es zu bedauern , dass diese grosse Sorgfalt und mühe nicht
einem älteren und bedeutenderen werke zu gute gekommen ist.
An zweiter stelle sind zu nennen die äusserst lehrreichen und
einen stattlichen band füllenden anmerkungen Skeafs zu Piers
the Plowman. Nach derselben methode ist mein commentar
zu Sir Tristrem abgefasst.
Das glossar macht vor allem anspruch auf absolute Voll-
ständigkeit, eine forderung, die nach meiner Überzeugung an
jedes Specialglossar zu stellen ist. Mit ausnähme weniger, sehr
gewöhnlicher worte, wo dies ausdrücklich angegeben ist, habe
ich mit absieht kein wort, keine der vorkommenden formen
und keine belegsteile weggelassen. Man findet also z. b. bei
jedem verbum zuerst nicht nur sämmtliche formen desselben
mit allen belegen, sondern, da es sich um einen, durch einen
abschreiber mehrfach alterirten dialekt handelt, alle diejenigen
stellen besonders bezeichnet, wo die formen im reime stehen
und durch ihn bestätigt oder berichtigt werden; ich gewann
IX
dadurch u. a. auch den vortheil, mich in der einleitung über
die grammatischen Verhältnisse bedeutend kürzer fassen zu
können. Bei den bedeutungsansätzen lag mir vor allem am
herzen eine genaue rücksichtnahme auf die specielleren Wen-
dungen der begriffe an den vorliegenden stellen des gedichtes.
In diesen Worten ist gesagt , was ich erstrebt habe : in
wieweit die ausfuhrung dem programme entspricht, darüber
haben andere zu urtheilen. Wenigstens die spuren jahrelanger
liebevoller beschäftigung mit dem Stoffe und den verschiedenen
Versionen desselben wird man sicher in dem buche finden.
Was mein verhältniss zu der ausgäbe Walter Scott's an-
langt, so erschien es nicht zweckmässig, alle fälle zu be-
sprechen , wo er geirrt hat und bei dem mangelhaften stände
der englischen philologie vor 80 jähren nothwendig irren musste;
um so lieber habe ich es dankend hervorgehoben, so oft mir
durch seine noten eine sachliche belehrung gewährt wurde.
Möchte meine ausgäbe des Sir Tristrem dem andenken
des unvergesslichen mannes, dessen namen ich gewagt habe,
diesen blättern vorzusetzen, keine unehre bereiten !
Breslau, juli 1882.
E. Kölbing.
EINLEITUNG.
Die Handschrift und die ausgaben.
Die englische Version der Tristan- sage ist, soviel bis jetzt be-
kannt, nur in tiner Handschrift erhalten, dem berühmten Auchin-
leck-ms. in der Advocates Library in Edinburg, welche aas dem
ersten viertel des 1 4 . Jahrhunderts stammt l) ; das gedieht nimmt hier
fol. 281 — 299 ein; leider fehlt der schluss, da nach fol. 299 ein
oder mehrere blätter der hs. verloren sind. Der barbarischen lieb-
haberei des späten mittelalters, schön verzierte initialen aus den ma-
nuscripten heraus zu schneiden, sind ferner v. 124 — 135 des ge-
dichtes zum opfer gefallen, welche auf der rückseite eines solchen
bilde s gestanden haben. Wir haben in dieser niederschrift keinesfalls
diejenige des Verfassers vor uns; das ergiebt sich daraus, dass der
im ganzen nicht unsorgfältige Schreiber den reim durch einführung
tlnursprünglicher dialektformen stört (vgl. den sprachlichen theil mei-
ner einleitung) , einmal ein seltneres wort durch ein gebräuchlicheres
ersetzt, obwol auch dadurch der reim geschädigt wird (vgl. v. 352,),
aus versehen sinnwidrige worte statt der richtigen einsetzt, was sich
dadurch erklärt, dass sein äuge auf eine andre zeile der strophe ab-
geirrt ist (vgl. v. 189 und 1045^) endlich sogar zweimal ein zeilen-
paar übersprungen hat (v. So f. und 87 4 f.). Manche schwierige
oder direkt unerklärbare stelle mag dadurch verdorben worden sein,
dass der Schreiber seine vorläge nicht verstand oder in folge von
schlechten stellen im pergamente oder rasuren das dort überlieferte nicht
mehr lesen konnte.
1) Eine eingehende beschreibung dieser hs. findet sich in W. Scott' s ausgäbe
des Sir Tristrem ; eine revidirte tviedergabe derselben verspare ich mir auf meine
ausgäbe des Sir Bevis of Hamtotm, falls nicht unterdessen Zupitzds ausgäbe
der älteren version des Guy of Warwick eine solche liefert.
— XIV —
Die erste ausgäbe dieses gedicktes erschien unter folgendem titel:
Sir Tristrem ; a Metrical Romance of The Thirteenth Century ; by
Thomas of Ercildoune, called The Rhymer. Edited from the Auchin-
leck MS. by Walter Scott, Esq. Advocate. Edinburgh: Printed by
James Ballantyne, for Archibald Constable and Co. Edinburgh, and
Longman and Rees, London. 1804. Die zweite ausgäbe erschien
1806 unter demselben titel, die dritte 181 1, die vierte 18 19. Sie
enthalten einleitung, text, anmerkungen und glossar. Was die erste
aufläge betrifft , so ist es bekannt genug, dass dieselbe von fehlem
und ungenauigkeiten in der wiedergäbe des handschriftlich überlieferten
geradezu wimmelt. Nun hat W. Scott sich freilich an keiner stelle
seiner einleitung darüber ausgesproche?i, ob er selbst die copie besorgt
hat oder nicht. Aber wir werden schwerlich fehl gehen, wenn wir
annehmen, dass er diese arbeit durch irgend welchen lohnschreiber,
der tvenig oder nichts von Mittelenglisch verstand, habe ausführen
lassen. Ganz abgesehen davon, dass er selbst doch wol sorgfältiger
zu werke gegangen sein würde, so entspricht das letztere genau dem
damaligen usus. Für die thatsache, dass auch schon zur fertigung
einer genauen abschrift paläographische und sprachliche kenntnisse
unbedingt erforderlich sind, da sonst häufige Verwechselungen ähnlich
gestalteter buchstaben unvermeidlich werden, und dass nur eine mit
peinlicher gewissenhaftigkeit gefertigte copie eine sichere grundlage für
eine ausgäbe bieten kann, hatte man um jene zeit noch absolut kein
Verständnis s. Ich will hier gleich noch hinzufügen, dass die ein-
theilung des gedicktes in drei fyttes von IV. Scott herrührt. Er
sagt darüber p. 89 : The action of the poem seemed naturally to
point out the division into three Fyttes, or Cantos, wkick has now
been adopted. Da sich jedoch in der handschrift keinerlei anhalts-
punkte für eine solche eintheilung finden, ja nicht einmal die anfange
der betreffenden abschnitte durch eine initiale gekennzeichnet sind, so
musste bei einer neuen ausgäbe diese eintheilung wieder beseitigt wer-
den. Die anmerkungen enthalten viel wichtiges in bezug auf die er-
klärung von realien und sind auch heute noch unentbehrlich. In
hohem grade mangelhaft in jeder beziehung erscheint das glossar.
Es würde eine pure raumv er schwendung sein, wollte ich alle
die besserungen, welche eine collation der ausgäbe von 1804 mit der
hs. liefert, einzeln aufzählen. Nur was das verhältniss der vier
oben genannten ausgaben zu einander betrifft, mag hier noch ein
wort gesagt sein. Dieselben weichen in kleinigkeiten vielfach von
— XV —
ei n an da- ab. Der druck von 1806 stellt sie// heraus als ein sehr
sorgloser und liederlicher neu druck von dem von 1804. Er enthält
eine ganze anzahl fehler, welche die erste aufl. nicht hat; z. b.
v. 70. aufl. 1 walles = ms. ; aufl. 2 walls. v. 700, aufl. 1 J>e = ms.;
aufl. 2 }?is. v. 106, aufl. 1 he )?at = #zs.; aufl. 2 J?at he. v. 266,
aufl. 1 douke = ms.; aufl. 2 douk. v. 282, aufl. 1 bi = ms . ; aufl. 2
be. Nach v. 2305 sind sogar zwei zeilen im druck ausgefallen;
wie das bei einem derartigen strophischen gedichte möglich ist, scheint
uns freilich schwer begreiflich. Dass ferner für die folgende auf-
läge die zweite zu gründe gelegt luorden ist, geht daraus mit Sicher-
heit hervor, dass sowol in die aufläge von 181.1 v) wie in die von
181 9 fehler der zweiten verschleppt worden sind, welche die erste
noch nicht aufweist; so bieten auch aufl. 2. 3 walls, ]?is und douk
gegen die erste. Andrerseits muss aber auch aufl. 1 oder die dem
herausgeber vorliegende copie bei der correctur mit herbeigezogen wor-
den sein. Nach v. 2305 sind bereits in aufl. 3 die zwei übersprun-
genen zeilen wieder eingefügt, auch liest sie v. 106 richtig he J?at
und v. 282 bi. Was zumal aufl. 4 angeht, so muss hier der text
gegenüber den beiden ersten auflagen so wesentlich verbessert genannt
werden, dass man fast glauben möchte, es sei zu ihrer herstellung
auf die hs. zurückgegangen worden. Es findet sich hier richtig v . 23
Morgan, aufl. 1. 2 Morgen; v. 44 Rise, aufl. 1. 2 Riis ; v. 49
Douke, aufl. 1. 2 Douk; v. 65 ches, aufl. 1. 2 chess ; v. 137
hir, aufl. 1. 2 her; v. 145 leng, aufl. 1. 2 long; v. 156 ben, aufl.
1. 2 bene u. s. iv. Die einleitung erhielt in den späteren auflagen
kleine Zusätze, anmerkungen und glossar blieben unverändert.
Nach der besprechung dieser späteren auflagen von W. Scotts
ausgäbe ist folgendes werk zu nennen: Gottfrieds von Strassburg
werke aus den bessten handschriften mit einleitung und Wörterbuch
herausgegeben durch Friedr. Heinr. von der Hagen. Erster band.
Tristan und Isolde mit Ulrichs von Turheim fortsetzung. Mit 1 kupfer.
Zweiter band, Heinrichs von Friberg fortsetzung von Gottfrieds
Tristan. Gottfrieds minnelieder. Die alten französischen, englischen,
wallisischen und spanischen gedichte von Tristan und Isolde. Breslau,
im verlage von Josef Max und komp. 1823. Dieses werk, welches
kein Vorwort hat und dessen plan und anläge auch in der einleitu?ig
\\ Die ausgäbe von 181 1 scheint ziemlich selten zu sein. In Deutschland
habe ich sie wenigstens nirgends auftreiben können, Einige notizen über die-
selbe verdanke ich dr. A. Brandt, z. z. in London.
— XVI —
mit keiner sylbe angedeutet ist, enthält Bd. II p. 123 — 239 unser
gedieht. Der leser erfährt nicht das allermindeste darüber, wo die
hs. aufbewahrt ist oder wo der herausgeber den text herge?iommen
hat. Durch vergleichung desselben mit den verschiedenen auflagen
der Scotf sehen ausgäbe ergibt sich jedoch mit vollster evidenz, dass
v. d. Hagen die von 1806 zu gründe gelegt hat. Vor allem fehlen
auch bei ihm v. 2306/.; v. 30 lesen nur aufl. 2 und v. d. Hagen
tili, die anderen ausg. richtig til ; v. 106 bieten nur die aufl. von
1806 und v. d. Hagen J?at he für he J?at , u. s. w. Wie der
herausgeber somit den schlechtesten text zu gründe gelegt hat, so ist
auch von seiner eignen philologischen arbeit an dem texte wenig gutes
zu berichten', fytte II str. 85 und 86 hat er auf eine unsichere ver-
muthung Scotf s hin umgestellt, ohne darüber ein wort zu verlieren, ein
auch für die zwanziger jähre unseres Jahrhunderts ganz unentschuldbares
umspringen mit der Überlieferung, das einen arglosen benützer dieses
textes in neuerer zeit zu falschen folgerungen verleitet hat (vgl. I
p. XCIIf). Auch an anderen stellen hat er geändert, ohne davon
etwas zu sagen. So hat er v. 6 forsterd richtig in fosterd und
v. 23 Morgen in Rouland corrigirt. Warum er v. 79 für she, sehe
schreibt, sieht man um so weniger ein, als er dieselbe form v. 99
ruhig passiren lässt. V. 164 adopti?'t er die thörichte conjeetur
Scotf s amour für anour, während er viele andere für jeden kun-
digen auf der hand liegende fehler seiner vorläge unangetastet ge-
lassen hat. Somit bedeutet seine ausgäbe keineswegs einen f ortschritt
in der kritik des liedes. Das glossar ist wesentlich ausführlicher
als bei W. Scott, doch finden sich die meisten irrthümer des eng-
lischen gelehrten hier redlich wiederholt; neu ist ein daran gefügter
» Inhalt der eigennamena.
Die fünfte aufläge von W. Scotf s ausgäbe des Sir Tristrem
erschien 1833 u. d. t. : The Poetical Works of Sir Walter Scott,
Bart. Vol. V. Sir Tristrem. Edinburgh. Die ehre, unter die poeti-
schen werke Walter Scotf s aufgenommen zu werden, wurde der aus-
gäbe nur darum zu theil, weil derselbe den verlorenen schluss der
romanze neu zugedichtet hatte. A??i Schlüsse des Vorwortes (p. XIV)
heisst es: It is only further necessary to State, that in the present
edition the text of Sir Tristrem has been carefully collated with the
Auchinlcck MS ; and an exaet faesimile of the first two stanzas of
the poem, as they appear in that very curious volume, is herewith
annexed. Ich zähle im folgenden die fehler auf, welche trotz dieser
— XVII —
sorgfältigen collation theils aus den älteren ausgaben in diese über-
tragen, theils neu dazu gekommen sind. v. 22 is] /. it. v. 45 weren]
/. wer*, v. 117 send] /. sent. v. 148 Till] /. Til. v. 171 Come] /. Com.
^.176 all] /. al. v. 188 came] /. cam. ^.191 blood] /. blöd. v. 205
But] /. Bot. v. 210 horse] /. hors. v. 223 Rouhand] /. Rohand.
v. 238 maye] /. may. v. 257 all] /. al. v. 305 Rouhand] /. Rohand.
v. 365 flode] /. flod. v. 380 all] /. al. v. 392 nie] /. mi. v. 396 let]
/. lete. v. 401 proud] /. proude. v. 422 clomb] /. clombe. v. 453
wroght] /. wrousjt. v. 529 weren] /. wer*, v. 570 Füll] /. Ful. v. 591
knight] /. ni;t, v. 606 will] /. wil. v. 609 palmer] /. palmers. ^.613
schillinges] /. schilinges. v. 660 füll] /. ful. v. 662 welcome] /. welcom.
v. 675 bare] /. bere. v. 688 füll] /. ful. v. 697 gat] /. gate. v. 703
none] /. non. #.715 set] /. sett. ^.734 kew] /. knewe. v. 776-grete]
/. gret. v. 785 hond] /. hand. v. 819 füll] /. ful. v. 835 Till] /. Til.
v. 843 bliss] /. blis. v. 846 teile] /. tel. v. 854 Therefore] /. t>erfore.
v. 863 How] /. Hou. v. 895 Till] /. Til. ^.912 mak] /. make. z>. 919
the] /. te. v. 921 mine em] /. mi nem. v. 930 füll] /. ful. v. 946
Three] /. J>re. v. 963 How] /. Hou. v. 967 teil] /. teile, v. 971 her]
/. hir. v. 990 will] /. wil. v. 1006 seyd] /. sede. v. 1007 lext] /.
lexst. v. 1028 was] /. nas. v. 1073 stroke] /. strok. v. 1083 mayn] /.
main. v. 1127 dwl] /. diol. v. 1134 Till] /. Til. v. 1135 Till] /. Til.
v. 1136 Shortliche] /. Schortliche. v. 1150 yon] /. 3011. v. 1157 He]
/. And. v. 12 12 leuedi] /. leuedy. v. 1240 they] /. J?ai. v. 1245 ar]
/. er. v. 1249 gammes] /. gamnes. v. 1308 urake] /. wrake. v. 1334
haue] /. han. v. 1367 I] /. ich. v. 1388 All] /. AI. v. 1407 al] /. alle.
v. 1424 Alle] /. AI. v. 1514 as] /. als. v. 1522 His] /. J>is. v. 1530
They] /. t>ai. v. 1537 l^ereof] /. ]>er of. v. 1539 So] /. To. v. 1556 weren]
/. wer<?. v. 1577 slayn] /. slain. v. 1580 wende sehe weren] /. whendesche
wer*, v. 1586 he] /. be. v. 1590 oghain] /. ogain. v. 1591 tha] /. }>ai. v.
i63oThough] /. J>o. v. 1650 Marke] /. Mark. v. 1721 her] /.hir. v. 1765
cried] /. crid. v. 1787 saye] /. say. v. 1792 kene] /. ken. v. 1873 Ych] /.
Ich. v. 1887 Miri] /. Mirie. v. 1913 woune] /. wonne. v. 1914TI10] /.
J>ou. v. 1933 tok] /. toke. v. 1940 dwl] /. diol. v. 1963 shalt] /.
schalt, v. 1969 will] /. wil. v. 2095 Y-saine] /. Ysame. v. 2097 bi]
/. by. v. 2108 heren] /. her*, v. 2149 errand] /. erand. v. 2162 Till]
/. Til. v. 2205 lep] /. lepe. v. 2216 sene] /. sen. v. 2235 West-
minster] /. Westeminster. v. 2291 Quene] /. quen. v. 2302 doughter]
/. douhter. v. 2380 blöde] /. blöd. v. 2426 slayn] /. slain. v. 2472
tak] /. take. v. 2531 hunters] /. huntes. v. 2534 Both] /. Bo)?e. v.
Kölbing, Sir Tristrem. b
— XVIII —
2 53 5 1<new hem wel] /. knewe htm wele. v. 2538 Quene] /. quen.
v. 2547 Then] /. J>an. v. 2607 Quen] /. quene. v. 2742 There] /.
J>er. v. 2819 Theren] /. J^en?. z>. 2868 heighe] /. heye. v. 3033 heighe]
/. heye. v. 3 131 seighe] /. sey^e. z/. 3 174 Till] /. Til. v. 3220 not] /. nousjt.
7-. 3278 All] /. After. 77.3329 young] /. ^ong. v. 3341 dwlful] /. diolful.
Während somit der text des gedicktes wesentlich gereinigt wurde,
ohne dadurch fehlerlos zu werden, behielt das glossar auffallender
weise seine alte, unwissenschaftliche form bei. Eine grosse anzahl
Besserungen dazu lieferten F[rederik] M[adden] und A. B. in The
Gentleman' s Magazine. Vol. CHI. Part. II. p. 306^. und Vol. I.
New Series. p. 167 ff.
Ausser dieser neueren aufläge ist mir nur noch bekannt die von
1868, welche ein ganz genauer ab druck der zuletzt besprochenen ist.
Ob dazwischen noch andere abdrücke liegen, habe ich nicht in er-
fahr ung bringen können. Soviel ist aber sicher, dass trotz der mah-
nungen Madden's und A. B's. am glossar auch in der neuesten aus-
gäbe nicht das mindeste geändert worden ist.
Strophe IXX — CII sind mit einleitung und anmerkungen abge-
druckt in Mätzner 's Altenglischen sprachprobe?i, I, 1 p. 231- — 242.
V. 1809 — 1914 finden sich in deutsche prosa übersetzt in ten Brink's
Geschichte der englischen litter atur, 1 p. 2 ggf
IL
Litter atur geschichtliches.
A) Zur Überlieferung der sage.
Die resultate meiner im ersten bände dieses Werkes veröffent-
lichten abhandlung -»Zur Überlieferung der Tristan-sage « haben bei
fast allen beurtheilern ?neines buches beifall gefunden. Zugestimmt
hat z. b. Vetter, Romania VIII p. 2%\ff.; Paul, Litter. central-
blatt 1879 SP- 738 ,* Löschhorn, Jen. litteraturz. 1879 p. 351;
Lambel , Magazin f. d. lit. des in- und ausländes, Jahrg. 50
p. A55ff-i Stengel, Zeitschrift für rom. phil. IV p. 170 ff. u. a.;
auch Behaghel, Litteraturbl . 1880 p. 97, schliesst sich im wesent-
lichen meinen ansichten an und will nur Gottfried etwas mehr Ori-
ginalität vindiciren , als ich gethan. Der einzige gelehrte, welcher
— XIX —
Widerspruch dagegen erhoben hat, ist prof. Heinzel , welcher in
neuester zeit, und zwar an einem orte, wo man dgl. an sich nicht
suchen 'wurde, nämlich gelegentlich einer ausführliche?! anzeige meiner
ausgäbe der Elis saga i oh Rosamundu , Anz. f. d. a. VIII p. 2\2jf.,
diese fragen wieder aufgenommen hat. Erfreulicher weise erschie?i
diese besprecht/ ng gerade noch rechtzeitig, um von mir für diesen ab-
schnitt der einleitung sorgfältig enuogen zu werden. Ehe ich auf
einzelheiten eingehe, will ich nicht versäumen , den massvollen und
freundlichen ton hervorzuheben, der in Heinzers replik herrscht; ich
werde mich bemuhen, auch meinerseits möglichst sachlich zu bleiben.
Freilich habe ich mich mehrfach darüber zu beklage?i, dass Heinzel
auf meine au seinander Setzungen und einwände mit keinem worte ein-
gegangen ist : wenn er dieselben auch nicht für stichhaltig anzusehen
vermochte, so wären sie doch wol wenigstens einer envähnung und Zu-
rückweisungwerth gewesen. Wie die sache jetzt liegt, werde ich wieder-
holt nur auf meine eignen früheren ausführ ungen zu verweisen haben.
Heinzel beginnt p. 212 mit der bemei'kung, er habe in seinem auf-
satze zu zeigen versucht, dass Thomas nur einen grösseren abschnitt
der Tristangeschichte behandelt habe und dass der verlorene frz.
Tristanroman , der Gottfried vorlag, aus einer Vereinigung des Tho-
mas mit anderen selbständigen bearbeitunge?i einzelner theile des Tristan-
stoffes entstanden sein müsse. Gegen diese auffassung des Sachver-
haltes sei meine einleitung gerichtet. Aus dem factum, dass für den
schluss der saga [und, fügen wir hinzu, des Sir Tristrem] dem
nonuegischen [und e?iglischen] bcarbeiter das frz. gedieht des Thomas
als quelle vorgelegen hat , und dass alle früheren partien von der
Vorgeschichte ab in der saga, bei Gottfried [und im engl, gedickte]
nicht nur die umrisse der begegebenheiten, sondern oft die unbedeu-
tendsten einzelheiten gemein haben, folge nur, dass derselbe frz. ro-
man, welcher G. vorlag, auch nach Norwegen [und England] ge-
drungen sei. Es sei dadurch aber noch nicht bewiesen, dass Thomas
Verfasser eines grossen romans sei, der die ga?ize lebensgeschichte
Tristan' s umfasse, und dass dieses werk jener frz. roman sei, den
G . benutzt habe. Ich constatire dem gegenüber, dass ich diesen trug-
schluss auch nirgends gezogen, sondern nur (p. CXLIII) die an sich
gewiss richtige bemerkung gemacht habe, dass unter solchen umstän-
den die behauptung , die vorläge aller drei dichter sei eine aus ver-
schiedenen bruchstücken zusammengeschweisste, eher eines beweises be-
dürfe, als die annähme der einheitlichkeit. Heinzel versucht nun
b*
— XX
nachzuweisen, dass die quelle der saga keine einheitliche gewesen sei.
Es wird zuerst angeführt, dass nach saga cap. XXX Tristram von
Isoldens mutter geheilt werde, wie in G., cap. XLIII dagegen sage
Tr., Isolde selbst habe es gethan; zu vergleichen sei auch cap. XCVI,
wo er Isoldens ärztliche kunst preise. Ich hatte auf diesen punkt
p. CXI VI i) bereits aufmerksam gemacht. Doch aber erscheint mir
dieser Widerspruch als ein wenig bedeutsamer. Der sagaschreiber
komite mit vollem rechte sagen p. 47, 22^.: 0ngan hafeti hann
laekni annan enn dröttninguna, ok 0ngan skialdsvein ütan Isond
fjung]frü, er Jrjönadi hänum litillätliga ; en hann optliga J?akk-
acti J?eim )?eirra margfalt starf ok gö&leika, er hänum
gäfu hvild ok lif frä J?vi ei tr i , sem var 1 hans likama,
nämlich die königin durch ihre heilkunst, die prinzessin durch ihre
aufmerksame pflege. In diesen Worten sagt uns Robert klar ge?iug,
wie er die worte Tristram'' s p. 53, 29/.: £11 hefir tvisvar gefit mer
lif ok komit mer ur tvifoldum daueta, aufgefasst wissen will. In
genau de?nselben sinne kamt Thomas Tristran von Is. sagen lassen :
Quant ele jadis guarrai ma plaie. Wenn im letzten theile der er-
zähhmg angenommen wird, die medicinischen kenntnisse der mutter
seien auf die tochter übergegangen, so liegt auch darin nichts be-
fremdendes. — Ferner ist es ja richtig, dass Tristram s kämpf mit
einem riesen in Spanien in Frz. und S. auffallend spät erzählt wer-
den', dass aber dieser eine umstand nicht genügen würde, um die
erste grössere hälfte des frz. gedicktes Thomas abzusprechen, gibt
Heinzel selbst p. 213 zu. — S. p. 14, 36 /. = G. v. 1674 f. =
E. v. 205 ff. zuird nur erzählt, Kanel. sei im kämpfe gefallen (in
E. etwas ausführlicher, durch verrath) ; S. p. 28, 2 ff. = G. v. 5429
= E. v. 859 wird Morgan als sein mörder genannt. Diese beiden
berichte involviren aber doch keinen Widerspruch, sondern deuten nur
hin auf eine ungenauigkeit im ausdruck an der ersteren stelle der
frz. Vorlage, oder die behauptung Tristram ^ s ist so zu erklären, wie
ich I p. XLII fragweise vermuthet habe. — » Mariados wird zwei-
mal eingeführt, cap. LI und IXXII.a Heber diese scheinbare incon-
gruenz habe ich p. CXXIII gehandelt. — Betreffs des von Heinzel
p. 213 0. erwähnten bechers könnte ich Mos das p. CXLVI 1) ge-
sagte wiederholen.
Auf Heinzers bemerkungen über das Strassburger fragment
komme ich später zurück. Er bespricht dann p. 213 ff. das Cam-
bridger bruchstück, auf welches nach dem herausgeber, Vetter zuerst
— XXI —
wieder aufmerksam gemacht hat: es enthalt die letzte entdeckung der
liebenden durch den könig und ihren abschied. Heinzel bestreitet,
dass Thomas diese stelle gedichtet haben könne ; er führt dafür zuerst
die schon in seinem früheren aufsatze herbeigezogene stelle aus Tho-
mas. Mich. II i v. 1473 ff- an- Ich schreibe derselben noch heute
sehr wenig beweiskraft zu (vgl. I p. CXLVI 1). Wichtiger erscheint,
dass Brangäne a. a. o. v. 262 sagt, der könig sei von dem liebes-
rcrhältniss Isoldcns mit Tristan nie ganz überzeugt gewesen: II le
vus ad pur co suffert, Que il ne fud uneques ben cert. Dieser äusse-
rn ng scheint freilich die entdeckung im garten direkt zu widersprechen.
L rnd doch lehrt eine genauere betrachtung, dass dies nicht der fall
ist; der könig kehrt nach der entfernung Tristans mit seinen rittern
zurück und sie finden Is. allein; da heisst es in S. p. 82, 32 f.:
ok fyrir J?vi mättu J?eir 0nga sok gefa henni, ok ekki misg0rdi hun
j?ä, ok fyrirgaf ]?ä konungrinn henni reicti sma; E. v. 2610/.: For
J?i J?e kni^tes gan say, J>at wrong Markes had sen. In G. stellen
die räthe Mark vor, er bringe sein weib unnöthiger weise in üblen
ruf, v. 18396^".: Und habet an ir noch niht erkant, Daz wider ir
eren müge gesin? Waz wizet ir der künigin? War umbe velschet
ir die, Diu nie valsch wider iu begie? . . . v. 18405^*. : Sus nämen
si'n mit rede dervan, Daz, er in volgen began, Und aber sinen zorn
lie Und ungerochen dannen gie. Nach dem berichte aller Versionen
suchen die räthe also den könig davon zu überreden, dass er sich
getäuscht haben müsse, und der könig lässt sich in der that über-
zeugen oder stellt sich wenigstens so. Fassen wir diesen umstand
ins äuge, so erscheint Brangänens äusserung — zumal von ihrem
standpimkte aus — ganz gerechtfertigt. Es liegt also kein genügen-
der grund zu der annähme vor, dass das Ca7nbridger bruchstück
?iicht von Thomas verfasst sei.
Am wenigsten glücklich scheint mir aber Heinzel bei heranziehung
folgeiider verse des Thomas zu sein, Michel II, 1 v. 1 2 2 1 ff. : Del
beivre qu'ensemble beuimes En la mer quen suppris en fusmes,
El beivre fud la nostre mort, bei der ich ihn zunächst auf einen
sehr befremdlichen widersprach zwischen seinen eigenen angaben auf-
merksam machen muss; er sagt p. 215; »Das en la mer passt nicht
zu saga cap. XL VI, Gottfried 293, 23, wo die scene mit dem lieb es-
trank in einem hafen spielt.«. Dagegen p. 216, wo die sachlichen
differenzefi zwischen G. und S. besprochen werden : » Saga cap. XL VI
liebestrank auf dem meere, bei G. 293, 23 in einem hafen.« Welche
— XXII —
dieser zwei angaben über die darstellung der saga ist denn nun die
richtige? Es heisst S. p. 56, 27 ff.: Nu siglir Tristram, ok var
fagrt vectr, ok af J?vi at ylrinn var heitr, J?yrsti hann mjok, ok
krafdi hann )?ä vfns at drekka, ok hljöp )?egar upp einn Jrjönustu-
sveinn Tristrams ok fyldi kerit af legli J?eim , er dröttning fekk
Bringvet at vardveita etc. Es kann also nicht der mindeste ziueifel
darüber aufkommen, dass nach S. der trank en la mer genossen
wird, und genau dasselbe kann nach meiner ansieht von Gottfrieds
darstellung gesagt werden. Es heisst G. v. 11 661 ff. : Nu man
gelante in eine habe, Nu gie daz volc almeistec abe Durch banekie
uz an daz lant; Nu gienc ouch Tristan zehant Begrüezen unde be-
schouwen Die Hellten sine frouwen ; Und alse er zuo ir nider gesaz
. . . v. 11690/. : Ie mitten gieng ouch Brangsen' in Unde erkande
daz glas etc. Nun hat G. früher erzählt, v. 11540^".: Nu was
den frouwen zuo ir vart Mit Tristandes rate Ein kielkemenäte Nach
heinlicher sache Gegeben ze ir gemache. Da was diu küniginne
Mit ir junefrouwen inne Und mit in lützel dehein man Wan under-
wilen Tristan : Der gie wilen dar in Und tröste die künigin, Da si
weinende saz. Die Situation kann also doch nur folgende sein: Da
die damen von der Seekrankheit schwer zu leiden haben, so beschliesst
Tr., das schiff in einen hafen einlaufen zu lassen und ihnen hier
er holung zu gönnen. Dort verlasse?! die meisten leute das schiff, um
sich auf dem lande zu amüsiren, Tristan aber besucht die in ihrer
kajüte gebliebene Isolde, und hier wird der liebestrank genossen ; also
doch en la mer, auf dem w asser, denn es wird nichts davon be-
richtet, dass das schiff ans land gezogen worden sei, und andrerseits
braucht en la mer durchaus nicht blos zu heissen : auf hoher
see. Da auch E. zufolge der liebestrank auf dem schiffe getrunken
wird (vgl. v. 1653 ff.), so stimmt, gerade was diesen punkt anlangt,
die reminiscenz des Thomas ganz vortrefflich zu den berichten in S.,
G. und E. Dass ein paar wenige andre bedenken HeinzeVs schwie-
riger zu beseitigen sind, gebe ich gern zu.
Ich komme jetzt auf die hauptfrage zu sprechen : Was sind die
wesentlichen unterschiede zwischen der auffassung HeinzeVs und der
meinigen betreffs der entstehung der quelle oder, wenn man lieber
will, der quellen von S., E. und G. ? Heinzel behauptet, der in
den frz. frag?nenten genannte Thomas habe die geschickte Tristan 's
erst von seiner flucht nach der Bretagne an dichterisch behandelt;
sein werk wurde später mit anderen selbständigen bearbeitungen ein-
— XXITI —
zel/ier theile des Tristan-Stoffes zu einem ganzen vereinigt; dieser
grosse roman ist ausser naeh Deutsehland auch nach Norwegen [und
England gedrungen. Letzteres scheint ihm jedoch nach p. 216 0.
auch noch zweifelhaft zu sein. Er stützt sich dabei auf Widersprüche
theils zwischen den angaben des Thomas und der früheren erzählung,
theils zwischen einzelnen theilen dieser selbst, welche die annähme
einer einheitlichheit des Werkes ausschlössen. Dem gegenüber habe
ich wahrscheinlich zu machen gesucht, dass die ganzen vorlagen von
S. , G. und E. im wesentlichen das werk des Thomas repräsentiren.
Das ist zunächst die einfachere, weniger complicirte, also wahrschein-
lichere annähme; die HeinzeV sehe bedürfte eines gewichtigen nach-
w eis es, tu elcher durch die wenigen, anderweitig schwer erklärbaren
stellen keineszvegs geliefert wird. Dafür spricht erstens, dass soivol
G. wie E. gleich am anfange ihrer gedickte sich auf einen Thomas
berufen, der höchst wahrscheinlich auch an der spitze ihrer vorlagen
genannt war, und dann sicher mit dem in den frz. fragmenten ge-
nannten identisch ist. Wer, wie Heinzel, dies merkwürdige zusam-
mentreffen der drei Thomase für einen zufall erklären will, hat sich
zum mindesten mit einem höchst sonderbaren zufall abzufinden. Zwei-
tens habe ich in meiner abhandlung I p. CXLIV einer dem ausdrucke
nach ähnlichen art der polemik bei G. und Thomas gedacht; es ist
mir in hohem grade wahrscheinlich, dass dieselbe nicht Gottfried' 's
eigen thum , sondern direkt aus seiner vorläge herübergenommen ist.
Also auch dieser umstand, auf zvelchen Heinzel in seiner neuesten
replik nicht eingegangen ist, spricht dafür, dass auch der erste theil
der geschickte aus Thomas hand hervorging. So würden dem
Thomas also alle diejenigen abschnitte des verlornen frz. gedicktes
zuzuschreiben sein, in denen die drei bearbeitungen inhaltlich oder gar
wörtlich übereinstimmen. Wie steht es aber mit denjenigen partien
der erzählung, wo E. und S. anders berichten als G. , oder gar G.
den bericht der beiden anderen fassungen als unglaublich oder un-
wahrscheinlich abweist? Dass dergleichen tvidersprüche vorhanden
sind , habe ich natürlich auch keineswegs abstreiten wollen, ja ich
habe sie selbst namhaft gemacht und Heinzel hätte eigentlich nicht
nöthig gehabt, sie p. 216 nochmals aufzuführen. Freilich wird er
wol gemeint haben, hierin eine Bestätigung seiner ansieht über die
entstehung des ganzen frz. Werkes zu erblicken ; in diesen fällen tvird
ihm zufolge in der vorläge von E. und S. der betreffenden scene ein
anderer episodischer lais zu gründe gelegen haben, als in G. ; so
— XXIV —
wenn E. und S. die fahrt nach wäne berichten, während G. gegen
diese auffassung ankämpft. Heinzel wird annehmen, hier sei bei der
Zusammensetzung des grossen romans in der vorläge von S. und E.
ein sich an die Eilhart' 'sehe sagenges talt anschliessender lais, der
Tristans erste fahrt nach Irland erzählte, verwendet worden, in der
vorläge von G. ein der anderen sagenschicht angehöriger, der gegen
die ältere auffassung front machte. Man wird ihm einhalten, dass
es dann unerklärlich sei, dass doch gerade auch in dieser episode
sich so viele wörtliche berührungen zwischen allen drei texten fin-
den, wie ich sie p. L ff. aufgezählt habe. Jedoch gegen diesen
einwand hat er sich im voraus gedeckt, wenn er in seiner früheren
abhandlung , p. 289 sagt: »Nicht Mos die verschiedenen natürlich
sich ergebenden abschnitte der sage stammten von verschiedenen Ver-
fassern, auch in den einzelnen episoden scheinen theile einander ab-
schliessender bearbeitungen äusserlich verbunden worden zu sein. «
Wenn er a. a. 0. fragt: Aber darf man eigentlich von einer »quelle
Gottfrieds und der saga « sprechen ? nur wenn man zugibt, dass dieses
werk von so loser composition war, dass ganze partien ausgehoben
und durch andere ersetzt werden könnten « , so will er damit doch
offenbar sagen , dass solche entfernung und einschiebung einzelner
stellen nur denkbar sei bei einem aus verschiedenen theilen zusammen-
geflickten werke , wo es leicht sei, die näthe aufzutrennen und zu
erneuern. Das möchte ich aber doch sehr entschieden bestreiten. Es
fehlt keinesweges an analogieen dazu, dass in bestimmt ausgeprägter
tendenz gedickte interpolirt und einzelne passus durch andere ersetzt
werden. Dahin gehört z. b. das von mir zuerst bekannt gemachte
altfrz. gedieht Amys et Amillyoun, von welchem zwei hauptredactionen
existiren, die eine vertreten durch die Londoner (L.) und Cambridger
(Cb.) hss., die andere durch das Carlsruher fragment (C). Vgl.
Engl. st. II p. 295^. und V p. 465/. Beide weichen stellenweise
recht bedeutend von einander ab. Die liebeserklärung der prinzessin
findet nach LCb in einem abgelegenen zimmer, nach C im garten
statt. In LCb fehlt die ganze erwägung des Amys, ob er die liebe
der prinzessin aeeeptiren soll oder nicht, ariderer auslassungen nicht
zu- gedenken. In diesen stellen entscheidet die englische Übertragung
des frz. gedicktes sich für C. Wichtiger ist noch, dass in C mehrere
lange episoden aus einer wesentlich anderen phase der sage, wie sie
die chanson de geste Amis et Amiles repräsentirt, hinein interpolirt
ivorden sind. Also ganz ähnliche Verhältnisse wie im vorliegenden
— XXV —
fall. Und doch wird kaum jemand die ansieht aufstellen, das in
kurzen reimpaaren abgefasste frz. gedieht sei aus episodischen lais
BUS ammenge schweis st. Zu solch episodischer behandlung würde auch
dieser stoff sclir -wenig geeignet sein. Daraus ergibt sich aber, dass
aus dergleichen abweichungen auf den ursprünglichen litter arischen
character eines den hm als keine Schlüsse gezogen werden können. Ich
glaube also, dass es sich an den betreffenden stellen um tendenziöse
Interpolationen und änderungen in dem gedichte des Thomas handelte.
Dass solche in den erhaltenen fragmenten desselben vorkommen, hat
Heinzel, abhandlung p. 374/., selbst zugegeben. Manche dieser Inter-
polationen verfolgen den zweck, Eilhart' 'sehe momente in die Thomasi-
sche fassung einzuschmuggeln. Hieher rechnete ich z. b. fr gm. Strassb.
v. 21 ff., von dene?i Heinzel sehr treffend bemerkt hatte, dass sie in
diese version nicht passten. In S. und E. sind f actisch nur die
ersten 20 verse übersetzt. Heinzel meint freilich, Anz. p. 213, der
Widerspruch in dem uns erhaltenen Thomas sei das echte, die vorläge
bruder Roberts [und des engl, gedichtes ! ] verrathe eine ausgleichende
redaction . Meine ansieht dagegen ist, dass das Strassburger frag-
ment einer redaction des Thomasischen Werkes angehört, in welche
der Eilharf sehe zug hineininterpolirt war; die vorlagen von E. und
S. hatten diesen zusatz nicht erhalten, hatten darum auch nicht
nöthig , ihn wieder auszuscheiden. Auf eine andre tendenz ist es
zurückzuführen, ivenn der redactor der vorläge von S. den hinweis
Morolds auf die ärztlichen kenntnisse seiner Schwester eingefügt hat,
offenbar in der absieht, Tr. dann direkt nach Irland reisen zu lassen ;
statt dessen hat er aus versehen die fahrt nach wäne später ruhig
stehen gelassen. Der redactor der vorläge von G. hatte eine be-
sondere Vorliebe für Brangäne , und hat ihretwegen mehrere stelle?!
modificirt u. s. w. Ob sich ohne neue funde die eine oder die
andere auffassung jemals mit absoluter Sicherheit wird als richtig
erweisen lassen, ist mir sehr zweifelhaft. Jedenfalls ist es jetzt die
sache unparteiischer fachgenossen, ihrerseits der Streitfrage näher zu
treten, als es bisher geschehen. Am nächsten dürfte diese aufgäbe
denefi liegen , welche neue ausgaben von Gottfrieds werk und den
französische?! fragme?ite?i vorbereite?! : Paul und Vetter.
Am Schlüsse sei?ier recensio?i (a. a. 0. p. 217J bemerkt Heinzel,
er müsse die hauptresultate meiner Untersuchungen über die Tristra??is
saga ablehnen. Ich möchte dem gegenüber nur constatiren, dass er
in dieser recensio?i wenigstens nur einen sehr geringen bruchtheil der-
— XXVI —
selben wirklich zu widerlegen versucht hat. Das was ich p. CXLVIIf.
über das verhältniss des sagaschreibers, des englischen dichters und
Gottfried' 's von Strassburg zu seiner quelle gesagt habe — wichtige
punkte, die gerade Heinzel als germanisten in erster linie interessiren
müssen — wird durch seine einwände nicht im allergeringsten
tangirt.
Zur vollständigung der I p. XII ff. aufgezählten Versionen der
Tristansage weise ich zum Schlüsse darauf hin, dass sich seitdem ein
höchst interessantes fragment von leider nur 184 versen einer nieder-
deutschen fassung gefunden hat, welches das abenteuer Tristants mit
Tristant dem zwerge behandelt. Es ist fast zu gleicher zeit zweimal
edirt worde?i, von Lambel, Germ. XXVI p. 356 ff. vnd von Titz,
Ztschr. f. d. a. XXV p. 248 ff. Manche stellen bedürfen einer
nachprüf ung, da die lesungen differiren ; besonders hat Lambel, dessen
wiedergäbe des textes mir im ganzen mehr vertrauen einflösst, man-
ches in der hs. gelesen, was Titz erst durch conjeetur erschliesst;
vgl. T. v. 16 vedder, L. redder. T. v. 19 uns, L. wif. T. v. 67
fuole, L. suote. T. v. 68 ionhiele, L. tonhiele. T. v. 95 senede, L.
seuede. T. v. 119 ier erere, L. te were. T. v. 125 armonye, L. AR-
menye. T. v. 132 clage, L. slage. T.v. 161 sine, L. Gine. T.v. 175
arredie, L. arzedie. Die ausgäbe von Titz ist mit Interpunktion ver-
sehen, ivährend Lambel dankenswerthe erörterungen über das ver-
hältniss dieser version zu den übrigen beigefügt hat, deren resultat
ist, dass dem dichter » eine mit dem frz . texte zwar verwandte, aber
auch wieder mehrfach und in nicht unwesentlichen dingen abwei-
chende darslellung als quelle diente.« Ich wüsste seinen bemerkungen
nichts nennenswerthes beizufügen.
Zu I p. CXXVI 1) steht in beziehungl F. Wiegandt, Heinrich
von Freiberg in seinem verhältniss zu Eilhart und Ulrich. Rostock
1879. Doch wird durch diese z. th. recht oberflächliche arbeit die
betr. frage keinesweges endgültig beantwortet.
B) Zum englischen gedickte.
Was den Verfasser des englischen gedicktes anlangt, so kann ich
mich ziemlich kurz fassen. Der autor unseres Werkes gibt vor, in
Erceldoune gewesen zu sein und mit Thomas sich unterhalten zu
haben. Dort hörte er in vertrautem gespräche alle details über die
geschickte von Sir Tristrem. Thomas hat ferner nach der klaren
XXVII —
angabt des dicht er s auch als Jongleur die abenteuer Tristrems öffent-
lich vorgetragen. Der name eines Thomas Rymor de Ercildnne ist
aus einer undatirten, bei Murray : T/ie Romane e and Prophccics of
Thomas of Erceldoune. London 1875, /• IX /• abgedruckten Urkunde
nachgewiesen, in der er a/s zeuge fungirt. Die persönlichkeiten der
ubrige?i zeugen weisen nach den ausfuhrungen von Brandt: Thomas
of Erceldoune, Berlin 1880,/. 15, auf die zeit von 1250 — 80 hin.
Dazu stimmt recht gut eine zweite Urkunde vom jähre 1294, w eiche
meldet, dass ein Thomas de Ercildoun, filius et heres Thome Rymour
de Ercildoun, dem klostcr Soltra seinen ganzen grundbesitz schenkt.
Wenn A. B ran dl a. a. 0. p. 15 dazu bemerkt: ^Wahrscheinlich war
also dieser Thomas Rymour 1294 bereits todt«, so scheint sich mir
dieses factum aus den Worten : totam terram meam , cum omnibus
pertinentis suis, quam in tenemento de Ercildoun hereditarie tenui
— sogar mit vollster gewissheit zu ergeben. Zu diesen Zeugnissen
kommt nun noch ein drittes, welches den namen des Thomas of Ercil-
doun e in Zusammenhang mit dem Sir Tristrem bringt, die bekannte
und vielbesprochene stelle aus Robert Mannyng of Brunne 's prolog
zu seiner chronik , in The works of Thomas Hearne. Vol. III
p. XCIXf. Es heisst da v. Tiff.1):
Als pai haf wryten and sayd,
Haf I alle in myn Inglis layd,
In symple speche, as I coulhe,
tat is lightest iu mannes mouthe.
75 I mad noght for no disours.
Ne for no seggers ne harpours,
Bot for pe luf of symple men,
tat stränge Inglis can not ken.
For many it ere, bat stränge Inglis
80 In ryme wat neuer what it is.
And bot pai wist what it mente,
Ellis me thoght, it were al schente.
I made it not forlo be praysed,
Bot at pe lewed men were aysed.
85 If it were made in ryme couwee
Or in strangere or enterlace —
Pat rede Inglis, it ere inowe,
Fat couthe not haf coppled a kowe —
Fat outhere in couwee or in baston
90 Som suld haf ben fordon,
So that feie men, bat it herde,
Suld noi witte howe bat it ferde.
I see in song, in sedgeyng tale
Of Erceldoun and of Kendale,
95 Non pam says as pai pam wroght,
1) Leider steht mir keine neue collation dieses abschnittes zur Verfügung,
doch war Mr. Furnivalt so freundlich, eine correctur zu lesen.
-*■ XXVIII —
And in per sayng it semes noght :
rat may pou here in sir Tristrem,
Ouer gestes it has pe steem,
üuer all pat is or was,
ioo If men it sayd, as made Thomas.
But I here it no man so say,
tat of som copple som is away.
So pare fayre sayng her beforne
Is pare trauayle nere forlorne ;
105 Pai sayd it for pride and nobleye,
rat non were suylk as bei ;
And alle pat pai wild ouerwhere,
Alle pat ilk wille now forfare.
rai sayd in so quante Inglis,
110 Pat many one wate not what it is.
Perfore [I] henied wele pe more,
In stränge ryme to trauayle sore ;
And my witte was oure thynne,
So stränge speche to trauayle in,
115 And forsoth I couth noght
So stränge Inglis as pai wroght.
And men besoght me many a tyme,
To turne it bot in light ryme.
Pai sayd, if I in stränge it turne,
120 To here it many on suld skurne;
For it ere names fülle selcouthe,
Pat ere not vsed now in mouthe.
And perfore for pe comonalte,
tat blythely wild listen to me,
125 On light lange I it began,
For luf of pe lewed man,
To teile pam pe chaunces bolde,
Pat here before was don and tolde.
Ich sehe im folgenden ganz ab von den an diese stelle ge-
knüpften argumentationen W. Scott' s, p. 63 ff., welcher Thomas of
Erceldoune als den ältesten dichter der Tristansage angesehen wissen
wollte, ebenso von dem gegen seine auffassung gerichteten anonymen
auf satz in Wartorfs History of english poetry I. Lo?idon 1823
p. 181 ff., welcher W. Scott nie zu gesicht gekommen zu sein scheint,
während derselbe in Hazlitfs ausgäbe des Warto?i [vgl. bd. II
(London 187 1) p. 85, note x)] mit recht als veraltet weggelassen
worden ist.
Robert Mannyng stellt sich in gegensatz zu den dichtem, welche
ihre gedickte dazu bestimmen, von Jongleurs in vornehmen kreisen
vorgetragen zu werden. Einfache leute , meint er, können diese
gezierte und sonderbare redeweise in solchen strophischen gedickten
nicht verstehen. Ja nicht einmal die minstrels selbst sind im stände,
sich diese schwierigen und complicirten Strophen zu merken. Das
sieht man an den liedem von Erceldoun und Kendale, die niemand
genau wörtlich vorträgt', das sieht man namentlich an Sir Tristrem,
— XXIX —
welches die kröne aller »gestesu sein würde, we?m man es so vor-
trüge, wie Thomas es gedichtet lictt. Aber ich höre dies gedieht
keinen vortragen , ohne dass in jedem zcile?ipaar etwas fehlte. Die
folge ist, dass das gedieht unverständlich wird und sowol Verfasser
wie disour sieh umsonst gemüht haben. Darum will ich ein möglichst
einfaches nietrum wählen, besonders da auch in meinem Stoffe höchst
sonderbare, jetzt gar nicht mehr gebräuchliche namen vorkommen, die
das verständniss noch erschweren könnten.
Ich hoffe im vorigen den gedankengang der vorrede einiger-
massen getroffen zu haben. Für die geschichte des gedichtes ist die-
selbe lehrreich genug. Wir erfahren daraus i) dass Sir Tristrem
zu jener zeit sehr hoch geschätzt wurde. 2) dass die vermeintliche
Verfasserschaft des Thomas von Ercildoun nicht angezweifelt wurde
und sicherlich zur berühmtheit des gedichtes nicht wenig beitrug.
3) dass das werk schon um jene zeit für schwer verständlich galt:
Robert Mannyng will diese dunkelheit freilich nur auf die entstel-
lung desselben durch die Jongleurs schiebe?! , aber sicherlich trug der
von uns vielfach erörterte eigenartige character des denkmals selbst
wesentlich dazu bei: um so eher dürfen wir uns trösten, wenn wir
öfters mit unserer interpretationskunst am ende sind.
Einige kritische bedenken bezüglich der erklärung der vorrede
bleiben freilich zurück. V. 87 /. sehe ich als eingeschobenen satz an
und halte v. 89/. für den nachsatz zu v. 85: If it were etc. Dann
muss aber in v. 89 das J?at gestricJmi werden, welches leicht aus
den anfangen der vorigen zeilen hier eingedrungen sein kann. — Zu
v. 93 ff. bemerkt Murray a. a. 0. p. XX f. : »It is not certain whether the
1 Thomas1 here is Thomas of Erceldoun or Thomas of Kendale, nor
indeed that the first four lines refer to the same subjeet as those that
folloiv : Sir Tristrem may, for anything that appears, be a third
example,- in addition to the works of Erceldoun and Kendale, of the
liability of cquante Inglis to be marred by reciters, and its author
' Thomas may not be the Erceldoun of the second line, especially as
the earlier German versions of Sir Tristrem quote as their author ity
one Thomas von Brittanien, or Thomas of Brittany, who must have
lived, whoever he tuas, long before Thomas of Erceldoun.« Der hinweis
aiif Thomas von Britanje ist erstens nicht %enau, denn unter den earlier
German versions trifft die bemerkung doch nur Gottfried] zweitens
aber ist er nicht passend, da Robert Afannyng sicherlich von den
anderen Thomas"1 garnichts wusste und ja auch nur nöthig hatte,
— XXX —
sich auf die ersten versc unseres gedicktes zu beziehen. Aus dem-
selben gründe scheinen mir aber auch die vorhergehenden skepti-
schen bemerkimgen Murrafs nicht ganz gerechtfertigt zu sein. Zu-
nächst 7üill ich ?iodi erwähnen, dass ein Thomas vo7i Kendale, von
dem man früher nicht das mindeste wusste , in Mamiyngs eigenem
werke noch ein zweites mal erwähnt wird', das citat findet sich bei
Warton, ed. Hazlitt II p. 86; es heisst p. 514:
When Engle hadde be lond al borow,
He gaf to Scardyng Scardeburghe ;
Toward be northe, by be see side,
An hauene hit is, schipes in to ryde.
Flayn highte his brober, als seyb be tale,
]?at Thomas made of Kendale ;
Of Scarthe and Flayn, Thomas seys.
What bey were, how bey dide, what weys.
Daraus möchte man schliessen, Thomas of Kendale sei Verfasser
eines chronikenartigen gedicktes in schwierigem versmasse gewesen.
Sein werk scheint verloren zu seht. Da wir nun wissen, dass Man-
nyng unseren Sir Tristrem gekannt hat, welcher gerade mit der er-
w ähnung des Thomas von Erceldoune anhebt, so kann doch trotz
der recht unklaren ausdrucksweise des dichters kein zweifei darüber
aufkommen, dass v. 100 zu v. 94 in beziehung steht und dass auch
dort von Thomas von Ercildoune die rede ist. Sonderbar bleibt es
freilich, dass hier die heimath der Verfasser statt dieser selbst ge-
nannt wird. — V. 101 f. sagen, so wie sie überliefert sind, gerade
das gegentheil von dem, was erwartet wird: Ich höre es niemanden
so vortragen, dass von einem reimpaar etwas fehlt, statt: ohne dass
etc. Für J>at in v. 102 ist wol But einzusetzen. — V. 103/". sind
der construction nach nicht ganz klar; ich beziehe bare fayre saying
auf die vortragenden Jongleurs, bare trauayle auf die Verfasser; die
beiden ausdrücke stehen einander parallel und das verbum is forlorne
gehört zu beiden; v. 104 muss also vielleicht lauten: J^are trauayle
is nere forlorne. — Wie ist v. 107 ouerwhere aufzufassen? Soviel
über diesen merkwürdigen pi'olog.
Was die meinung W. Scotfs bet?ifft, dass Thomas von Ercel-
doune der Verfasser des engl, gedicktes sei, so schliesse ich mich ein-
fach der in neuerer zeit von verschiedenen gelehrten geäusserten an-
sieht1) an, dass, da der uns unbekamite Verfasser des gedicktes, in
1) Vgl. War ton ed. Hazlitt II p. 85 *), wo Wright und Hallhvell diese
ansieht aussprechen ; G. Paris, Revue critique 1866 p. 57; Murray a. a. o.
p. XXII f.
— XXXI —
seiner frz. vorläge den natnen eines sonst nicht näher bezeichneten
Thomas wiederholt vorgefunden hatte, er, um dem werke ein leb-
hafteres Interesse seitens seiner Jandsleute zu sichern, als autorität
für seinen bericht den berühmten Thomas von Erceldoune anführte.
Da eine solche Manipulation doch kaum während Thomas1 lebzeiten
angegangen wäre, so haben wir wol anzunehmen, dass derselbe kurz
vorher gestorben war. Wenn auch R. Mannyng den Sir Tristrem
auf Th. of Erc. zurückführt , so dürfen wir dari?i ja nicht etwa
ein unabhängiges zeugniss für dessen Verfasserschaft erblicken', der
ehranist kannte, wie oben bemerkt, ohne ziveifel den anfang der ro-
manze und entnahm seine notiz einfach dorther.
Für die zeit der abfassung des gedicktes bieten sich nach alle-
dem folgende grenzpunkte. Robert Mannyng, der es kannte, schrieb
etwa um 1330; also ka?in die romanze nicht später fallen, als in
das erste viertel des 14. Jahrhunderts. Gerade aus dieser zeit stammt
aber auch nach dem urtheile competenter kenner die Auchinleck-hs . ,
welche ihrerseits von uns (0. p. XIII) als abschrift eines älteren ms.
erkannt worde?i ist. Da endlich der tod des Thomas kurz vor 1294
erfolgt zu sein scheint, so können wir mit einiger Wahrscheinlichkeit
die abfassung des Sir Tristrem in das letzte Jahrzehnt des 1 3 . Jahr-
hunderts setzen, eine annähme, welcher wenigstens die spräche des
denkmals nicht widersprechen würde, und welche vortrefflich stimmt
zu der ansieht ten Brinkys, dass die Tristansage unter der regierung
Edzuard's I, wenn nicht früher, in die englische litter atur einge-
treten sei (vgl. Geschichte der englischen litter atur I p. 298,).
Es ist schliesslich noch die frage aufzuwerfen, ob eine beein-
flussung späterer englischer dichtungen durch Sir Tristrem nachweis-
bar ist. Es braucht kaum gesagt zu werden, dass auf vereinzelte
anklänge, ja selbst auf wörtliche Übereinstimmung einzelner verse in
zwei werken, wie ich in meinen noten deren behufs c har acter isirung
des epischen Stiles in fast zu reichlicher zahl namhaft gemacht habe,
keinerlei sichere Schlüsse gebaut werden können. So ist es z. b. mög-
lich, dass der Verfasser des Libeaus Disconus in einer kampfschil-
derung sich Sir Tr. v. 1035 ff. zum vorbild genommen hat', vgl.
die anm. zu d. st. Mit grösserer Wahrscheinlichkeit lässt sich be-
haupten, dass der dichter von Amis and A?niloun unser gedieht ge-
kannt hat; vgl. ?nei?te amnerkungen zu v. 12. 60 f. 71 — 75. 91/.
121. 139. 283/. \Zdoff. Direkt beiueisbar jedoch ist die benutzung
des Sir Tristrem durch einen anderen dichter blos in ein ein falle.
XXXII —
In meinen noten zu v. 66. 146. 177 — 187. 241. 261. 292. 443.
510. 544. 547. 1258. 1332^. habe ich eine anzahl frappanter Über-
einstimmungen in Sir Tristrem und Hörn Childe nachgewiesen, bei
denen der zufall imbedingt ausgeschlossen ist. Und hier kommt noch
ein anderer grund hinzu, welcher diese beobachtung in trefflicher
weise nnterstützt. Schon f. Grimm hat in seinem aufsatze : Horn-
kind und Maid Rimenild, Kleinere Schriften, bd. VI, p. 56, darauf
aufmerksam ge?nacht , dass ein zug dieser dichtung, welcher sich in
King Hörn nicht findet, lebhaft an eine episode der Tristan-sage er-
innert. Einen weiteren, hieher gehörigen zug, die Selbsttäuschung
der königstochter Acuta bezüglich der vermeintliche?! liebe Horns zu
ihr, welcher an das verhältniss Tristans zu Isolde Weisshand ge-
mahnt, hat Wissmann, Anglia IV p. 346, richtig geltend gemacht.
Zum überfluss erfahren wir aus dem gedichte noch direkt, dass der
Verfasser den Tristanroman kannte; vgl. str. XXVI:
Loved never childer mare
Bot Tristrem or Ysaud it wäre,
Who so rede ari^t.
(Vgl. Wissmann a. a. 0.). Da liegt denn doch die vermuthung
mehr als nahe, dass er denselben nicht in frz. spräche gelesen, son-
dern in der uns überlieferten englischen gestaltung kennen gelernt
hat. So ergänzen sich beide beweise.
III.
Die dichterische form des Sir Tristrem.
A) Die Strophe und der reim.
J. Schipper: Alt englische metrik. Bonn 1881, p. 386 citirt fol-
gende strophe eines He des von Minot:
King Edward, frely fode,
In Fraunce he will noght blin,
To make his famen wode,
That er wonand tharein.
God, that rest on rode
For sake of Adams syn,
Strenkith him maine and mode,
His reght in France to win,
And have.
God grante him graces gode
And fro all sins us save !
— XXXIII —
und bemerkt dazu p. 387: »Die grösste ähnlichkeit mit jener Minot-
schen Strophe Jiat diejenige Strophe, in welcher die Tristrem-romanze
geschrieben ist, nur dass die cauda mit der hauptstrophe gemeinsame
reime hat nach dem Schema ABABABABbAB.« Diese angäbe
stimmt jedoch nur für str. I und XIV des Sir Tristrem. Von den
übrigen strophen stimme// bezüglich der reimfolge ganz genau zu der
obigen Mino f sehen Strophe, zeigen also das reimschemaABABABABcAc
nur folgende: IV. VII. VIII. XXIII CVIII Fast in allen
übrigen strophen reimt die 10. zeile nicht mit der 1. 3. 5. 7., son-
dern mit der 2. 4. 6. 8.; es ergiebt sich also das Schema :
ABABABABcBC. Von so?istige?i vereinzelten ab ander ungen ist noch
zu bemei'kcn 1) nach dem schema ABABABABaBA: CCII; nach
dem schema ABABABABcBC: XXVII. CCXCIX.
Die genauigkeit der reime kann hier blos in soweit behandelt
werden als dieselben unabhängig sind von den etwaigen Veränderungen,
welche der abschreiber sich in bezug auf den dialekt des gedichtes
erlaubt hat, da die letzteren in einem späteren capitel zu besprechen
sind.
Es finden sich im Sir Tristrem folgende fälle von reichem
reime x) .
a) Beide Wörter sind bei verschiedener bedeutung vollständig
gleich :
v. 453 wrou^t 3 plpr. : v. 459 ywrou^t part.pr. v. 629 lete
3 spr. : v. 637 lete inj. v. 960 sij? e plur. : v. 964 sij?e sing. v. 1016
go inf. : v. 1022 go ^seprs. v. 1093 se inf. : v. 1097 se subst.
v. 1191 lay subst. : v. 1195 lay $spr. v. 1245 lij?e adj. : v. 1253
li]?e inf. v. 1289 say inf. : v. 1293 say isprs. v. 1346 mou^t
$plpr. : v. 1352 mou^t 3 spr. v. 1377 wise adj. : v. 1385 wise
subst. v. 1392 bare 3 spr. : v. 1396 bare 3plpr. v. 2041 abide
imp. : v. 2045 abide inf. v. 2246 se : 2252 yse. v. 2564 to
num. : 2570 to inf = take. v. 2690 to inf. = take : 2694 to
num. v. 2813 wald subst. : v. 2815 wald $spr. v. 2934 hende
adj. : v. 2936 hende subst. cas. obl. v. 2943 lede subst. : v. 2947
lede inf. v. 3075 lede subst. : v. 3077 lede splpr. v. 3163 ay
adv. : v. 3167 ay subst. v. 3191 to adv. : v. 3193 to num.
v. 3262 wrong 3 spr. : v. 3266 wrong subst.
1) Die eintheilung ist entnommen aus Schipper a. a. 0. p. 299^".
Kölbing, Sir Tristrem. c
— XXXIV —
b) Das eine der reimenden Wörter ist ein zusammengesetztes
oder überhaupt längeres1), das andere ein einfaches:
v. 145 abade subst. : v. 154 bade 3/^r. v. 311 bonair :
v. 313 air. v. 991 hald subst. : v. 993 wi)?hald inf. v. 1058
ali^t imp. : v. 1062 li^t adj. v. 1222 like adj. : #. 1224 sellike
adj. v. 1356 reles subst. : z/. 1358 les subst. v. 1937 yfalle
part.pr. : v. 1943 bifalle part.pr. v. 2216 sen part.pr. : v. 2222
ei^esene 5?/^/. z/. 2247 schip-side : v. 2251 side. v. 2270 woman :
v. 2276 man. z>. 2753 ride 1 sprs. : v. 2757 vnride adj. v. 2777
side : v. 2779 biside. v. 2621 sain : 7;. 2628 Jnirchsayn würde
ebenfalls hieher gehören, zuenn nicht für sain, say zu lesen wäre,
vgl. u. a. Assonanz, v. 1036 raundoun subst. : v. 1038 doun adv.
v. 1200 Deuelin eigenn. : line subst.
c) Beide Wörter haben verschiedene sylben vor der reimen-
den'1) :
v. 1884 riuere : v. 1888 yuere.
Verhältnissmässig häufig erscheint im Sir Tristrem gleicher
reim :
v. 8 : 11 wäre. v. 36 : 43 Morgan, v. 67 ■ : 73 : 76 he.
v. 101 : 109 so. v. 201 : 205 J?ere. v. 243 : 252 so. v. 277 .
283 blij?e. v. 334 : 340 day. v. 402 : 406 dere. v. 437 : 439
>ing. 444 lad : 446 ledde. v. 523 : 527 >an. v. 556 : 558 >e
v. 651 : 657 lede. v. 684 : 692 J?are. z/. 697 gate : 701 gat
v. 705 : 709 swij?e. v. 734 sket : 736 skete (doch vgl. d. anm
z. d. st.), v. 760 hei^e : 766 hy. v. 763 : 767 me. v. 806
810 say. v. 840 : 846 me. v. 873 : 879 stode. v. 992 tan
1000 ytan. v. 1104 : 1108 )?are. v. 1248 : 1250 oft. v. 1489
1495 TP3*, v. 1641 : 1647 bri^t. v. 1821 : 1825 nou^t. v. 2005
2007 hi^t. v. 2104 : 2106 se. v. 2179 : 2 181 ay (doch vgl. d
anm. zu v. 2 1S1). v. 2212 : 2220 bitvene. v. 2283 : 2287 J?ai
v. 2360 : 2364 his (doch vgl. d. anm. zu v. 2364,). v. 2378
2384 bitvene. v. 241 1 : 2415 hende. v. 2545 : 2551 ay. v. 2697
2703 care. v. 2807 : 2809 hald. v. 2884 : 2890 say. v. 2960
2964 J?are. v. 2963 : 2969 se. v. 3084 : 3090 he. v. 3092
3096 ay. v. 3247 : 3255 kene. v. 3302 : 3310 he. v. 3315
3319 tide.
1) Dieser zusatz wird riöthig, da sich die von mir zuletzt angeführten zwei
belege in den Schippet sehen rubriken nicht unterbringen lassen.
2) Diese rubrik weicht von der bei Schipper unter %} aufgeführten ab
— XXXV —
Abgesehen von eigennamen und compositis tvird der reim durch
schwebende betonung ermöglicht nur bei Worten, welche auf ing oder
y ausgehen; z. b. v. 433 Schilling r. m. king — bring — fcing.
v. 1007 lesing r. m. bring — noJ?ing — king — ring. v. 1355
snoweing r. m. bring — lesing — askeing — )?ing. v. 1774 leuedy
r. m. dernly — y — ly. v. 2510 erly r. m. sty — hei^e — bi —
titly. v. 3237 sikerly r. m. crie — hastilye — titly.
Zuweilen wird durch scheinbare Verschiedenheit des vokals fin-
ge nauigkeit des reinies verursacht; vgl. v. 1668 bitau^t, r. m. wrou^t
— nou^t — bi)?ou^t ebenso v. 2848 fau^t, r. m. sou^t — ybrousjt —
wrou;t, nou^t. Wirkliche Verschiedenheit liegt vor v. 3288 halle,
r. m. stille — wille — schule — ille. v. 1789 ly r. m. slw — - to
— so. v. 2218 Brengwain, r. m. bitvene — vene — sen.
Endlich sind folgende fälle von assonanz zu verzeichnen :
v. 348 gray r. m. layd — seyd — pleyd. v. 479 risjt r. m.
pride — biside — hide — tide. v. 502 ^iftes, r. m. ri^tes —
li;tes — diätes, v. 711 rise r. m. swij?e — HJ?e. v. 852 sayd
r. m. slain — o^ain — swayn. v. 1068 smot r. m. hond — vnder-
stond — brond. v. 1246 bou^t, r. m. soft — oft — oft. Ebenso
v. 2399 brousjt, v. 2401 wrou^t, r. m. soft — oft. Aehnlich v. 31 10
ynou^ r. m. now — trowe — Peticru (7. Peticrowe? Doch vgl.
u. p. LXV). v. 1723 J?ing r. m. swink — drink — sink. v. 1874
soun r. m. sounde — stounde — pounde — founde. v. 2014 glad
r. m. tald — ^ald — bihald. v. 2810 beide r. m. lede — ^ede —
nede. v. 2997 gete r. m. breke — speke — ysteke. Nicht als
assonanz rechne ich v. 56 went r. m. J?ende — frende — hende,
da für went auch wende eingesetzt werden kann, und v. 17 10 drink
r. m. ring — lesing — king, da für drink auch sonst die form dryng
vorkommt, so Bödd. P. L. I v. 11-, r. m. kyng — swyuyng —
ferlyng , sowie v. 2597 dej? r. m. lede — bede — drede, da für
de)? auch ded vorkommt, z. b. Havel, v. 1687. lieber v. 350
flete r. m. wepe vgl. d. anm. z. v. 352. Für sain 2621 ist say
zu lesen, lieber bihalt v. 2496 vgl. p. LXVII.
Bei dem complicirten character der strophe ist es von vorn herein
sehr wahrscheinlich, dass dieselben reime in verschiedenen stropJmi
wiederkehren werden, und zwar die bequemsten und verwendbarsten
am häufigsten. Es ist aber für die beurtheilung der orginalität eines
dichters unzweifelhaft von interesse, zu wissen, welchen procentsatz
von neuen reimen im verhältniss zur strophenzahl er zu schaffen im
— XXXVI —
Stande gewesen ist; von diesem gesichtspunkte aus theile ich die fol-
genden Zusammenstellungen mit, und fasse dabei zuerst die verse i.
3. 5. 7 und 2. 4. 6. 8. 10 unter eine rubrik zusamme?i. Von
606 reimen sind 66 verschiedene; am häufigsten erscheint ai = ay,
nämlich 54 mal; e 52 mal, are 40 mal, 13t 36 »/«/, ene 34 mal, an
26 #w7, ide 24 mal, ede 22 mal, a 21 mal1), ain 20 ;;z#/? ing 18
»ja/, ous;t 17 ;;z#/, oune 16 ;##/, and 15 mal, ie 15 ;//#/, ewe 13
;//#/, ise 13 mal, ode 11 m/, ald 10 mal, ij>e 9 mal, ade 8 ;/w/,
ere 8 ^/, es 8 /##/, inne 8 mal, ete 7 mal, ille 7 »w/, alle 6 ;«#/,
0112; 6 /##/, ei^e 5 mal, eld 5 mal, in 5 ;//#/, ong 5 mal, ende 4
02^/, o 4 w/ß/, ate 3 mal, inke 3 w#/, ite 3 ;##/, iue 3 ;««/, on
3 ;;z#/, orn 3 mal, our 3 ;//<?/, ake 2 wo/, ayd 2 w^:/, ayr 2 /«#/,
edde 2 mal, est 2 /««/, inde 2 ;«<?/, ine 2 »/ß/, old 2 ;/2#/; ounde
2 mal, aite 1 ;/*#/, as 1 mal, au^t 1 w#/; awe 1 mal, aj? 1 mal,
eke 1 «ß/, ele 1 mal, eile 1 //z#/, ike 1 mal, i^tes 1 mal, ing 1,
«ß/, is 1 mal, ist 1 #/#/, oft 1 mal, ond 1 mal, ow 1 0*0/.
^4/f ztveite 7'ubrik führe ich an die Zeilen 9. 12 ^/<?r strophe.
Unter 303 reimen finden sich 59 verschiedene; i^t erscheint 28 ;;z<2/,
ede 20 wß/, ay 14 7;^/, ain 14 0/0/, are 14 ««/, e 13 ;«ß/, ide
1 3 mal, ille 1 2 //?#/, ou^t 1 2 ;/z<7/, and 1 1 mal, ing 1 1 ;««/, a 1 o
mal, ene 9 #?#/, ij?e 8 m/, ounde 9 mal, ete 8 wß/, ise 7 ;//#/,
one 7 »?ß/, an 6 02^/, ende 6 mal, old 6 /;/#/, ade 4 ;;/#/, ei^e
(i^e) 4 mal, eld 4 ;##/, oke 4 ;##/, ayl 3 ^ß/, ewe 3 ;;z#/, ink 3
mal, inde 3 wß/, ine 3 ;#«/, awe 2 w^/, eile 2 /##/, ore 2 mal,
ote 2 Wß/, 0115 2 wß/, our 2 ;«ß/, ake 1 ^/, af 1 mal, as 1 w#/,
ast 1 mal, au^t 1 wß/, eld 1 mal, ele 1 mal, erd 1 ;«#/, ere 1
mal, es 1 »/ß/, est 1 mal, i 1 mal, ilde 1 /«#/, ile 1 mal, inne 1
wa/, int 1 mal, ist 1 mal, od 1 /«ß/, orn 1 mal, oue 1 wß/, oJ>
1 »/ß/, us 1 mal.
Es ergiebt sich aus dieser statistischen Zusammenstellung, dass
dem dichter nicht allzu viel reimcombinationen zur Verfügung gestan-
den haben. Genauere betrachtung lehrt sogar, dass er häufig nicht
bedenken getragen hat, denselben reim in zwei immittelbar aufein-
ander folgenden versen anzubringen; so findet sich der reim ise in
str. 4 und 5, ende in 5 und 6, e in 7 und 8, e in 21 und 22,
ay in 28 und 29, ode in 33 und 34, are in 34 und 35, ou^t in
49 und 50, are zVz 62 und 63, ay w& 73 und 74, e «z 76 und 77,
1) /c^ rechne hieher auch alle die fälle, wo o zwar geschrieben ist, aber
ohne Schwierigkeit in a verwandelt werden kann.
— XXXVII —
and in 82 und $■$* e ni $3 una* 84, l7A i>1 9° un(l 9l> i?t in 94
und 95, ede in 96 und 97, ir/,t /// 98 z///^/ 99, are in 99, 100,
101, 102 und 103, ay in 103 z///<7 104, are in 105 «//*/ 106, and
in 106, 107 //zz</ 108, ay in 109, 110 z/z/z/ in, ij?e /« 113 ?m^/
114, ay in 117 ////</ 118, ing in 123, 124 und 125, 0113t zV/ 136
und 137, ay ?Vf 138 und 139, ide m 140 und 141, ain in 144
z/tzzt7 145, 15t in 146 und 147, 15t 1« 149 und 150, ink in 150
und 151, ing in 155 und 156, a /// 157 und 158, ille ?>/ 158 und
159, en /// 162 und 163, ay 1« 163 und 164, e /^ 166 und 167,
ing <w 169 und 170, ay z>z 170 und 171, ounde z>z 172 zm^/ 173,
ay wi 175 und 176, 15t /;z 178 und 179, e z'zz 188, 189 und 190,
o /;/ 192 und 193, ene z'zz 202 und 203, and z/z 213 und 214,
ene //z 222, 223 und 224, ay in 229 zzzz^/ 230, 15t z/z 230 und
231, ene in 237 /^//^ 238, ai in 238 zz/zzz7 239, e in 239 zz/zzz7
240, e in 248 zz^// 249, ou^t in 258 zz/zzz7 259, ij?e in 269 //«^/
270, ei^e in 275 zz/zzz7 276, e in 282, 283 zz//z/ 284, ide in 286
zz/zzz7 287, ay i?i 288, 289 zz^^z7 290, i^t in 293, 294 und 295,
ide z/z 302 und 303 , are z/z 303 und 304. Z?zV durch diese
häufigen Wiederholungen hervorgebrachte einförmigkeit ist von unserem
Standpunkte aus allerdings nicht als rühmenswerth zu bezeichnen',
indessen muss dabei die Schwierigkeit und neuheit dieser complicirten
strophe, welche vor dem Sir Tristrem tvenigstens nicht nachweisbar
ist, billiger massen in betracht gezogen werden, ja es ist sogar nicht
unmöglich , dass er darin ein willkommenes mittel zur Verknüpfung
der Strophen erblickt hat] vgl. Brandt a. a. 0. p. 47. Andrer-
seits hat u?iser dichter, gleichsam zum ersatze, in einem ander e?i
theile der form desto grössere kunstfertigkeit entfaltet, zu dem ich
jetzt übergehe.
B) Alliteration.
lieber die alliteration in La^amon s Brut besitzen wir eine vor-
treffliche ab handln ng von Karl Regel, Germanistische Studien I p.
^i ff. An sie schliesst sich, was die eintheilung des Stoffes anlangt,
ziemlich eng an F. Lindner in seinem gleichfalls da?ikenswerthen auf-
sah: The Alliteration in Chaucer' s Canterbury Tales, publicationen
der Chaucer Society, Essays on Chaucer, Part III p. 197 ff. Da
es der Übersichtlichkeit und später nöthig werdenden Zusammenfassung
solcher arbeiten wege?i sehr wünschenswertJi ist, dass dieselben gleich-
massig angeordnet seien, so gebe auch ich die nun folgenden zu-
XXXVIII
sammenstellungen, unter denselben gesichtspunkten wie die oben ge-
nannten gelehrten [) .
Wenn Regel zunächst spricht von der ?ieigung Lai,amorfs zur
iviederholung mehrerer Wörter am anfange auf einander folgender
verse, so möchte ich unter diese rubrik alle die fälle einbegreifen,
wo durch Wiederholung auch nur eines bedeutenderen Wortes in der-
selben oder in einer anderen form innerhalb zweier verse die vom
dichter beabsichtigte parallelisirung der zeilen gewonnen wird] man
beachte also:
v. ii 90 f.:
AI man er of gle
And al maner of lay,
v. 2248/. :
t>is man schal b e r e me !
Tristrem hir bar bat tide,
v. 646/. :
He hete, he wold him bring,
And brou^t.
v. 296 f. :
More he coube of veneri,
Pan coube Manerious.
v. 1522 /. :
fis tale he bi g a n
And redily gan to say,
v. 1858/.:
Tristrem big an to sing
And Ysonde bigan to libe.
v. 93i /• =
He herd a newe tiding,
tat he herd neuer are;
v. 3281 f. :
Mani bai han yslain
And mani ouercomen wib wille.
v. 744/-:
Sir, hou may bis falle,
Hou may y proue it ri^t,
v. 2584/. :
Wende fast as pou may,
Oftake hem, ^if pou mi^t!
zt. 179/:
Po Rouland to hem rade,
O^ain him gun bai ride;
v. 1655 /• :
So rewe pe knijjtes trewe,
Tristrem, so rewe he.
v. 711 /. :
Whasche, when bai wald rise,
Pe king r o s him o^ain,
v. 826 /. :
Rohand bigan to sayn,
To his kni^tes pan s e y d he :
v. 1786 /. :
What seyd hye £ou bitven?
Hye bad ous say ^ou so:
v. 2146 /. :
Pou seyst, y gan pe wrie;
Men seis, pou bi me lay.
v. 1326/.:
He t o 1 d hem al bidene ;
And sebben Tristrem hab teld
v. 1981 /. :
AI bat Mark hir t o 1 d ,
A morwe hye told Bringwain.
»■ 1433 /• :
His armes weren al newe,
Pat ri eheliche were wrou^t.
v. 265 /. :
Who ^af broche and bei^e?
Who bot douke Morgan?
v, 606 f. :
So michel w i 1 1 y ^iue be,
Quap Rohand, will ^e ta,
1) Zu vergleichen sind ferner noch die Sammlungen von Horstmann, Herrig' 's
Archiv bd. LV p. 11 ff., sowie Zielke, Sir Orfeo. Breslau 1880, p. 6ff. Brandt
a. a. 0. p. 46 f. Wissmann, King Hörn. Strassburg 1876, p. S^ff. Lüdtke,
The Erl of Tolous. Berlin 1881, /. S^ff- Meinen zwecken ferner liegt die
monographie von Seitz: Die alliteration im Englischen vor und bei Shakespeare,
Marne i875> sozvie die sorgfältige arbeit von Zeuner : Die alliteration bei neu-
englischen dichtem. Halle 1880. Der von ihm gegen seine Vorgänger erhobene
Vorwurf, sie seien lautphysiologisch ungenau und nicht streng genug historisch,
trifft in erster linie Seitz und Lindner, dagegen sehr selten Regel. Die seinen
aufstcllungen zufolge auszuscheidenden belege zvürde ich übrigens auch ohne
kenntniss seiner schrift für fehlerhaft angesehen haben.
— XXXIX
Manchmal soll durch diese parallelisirung nur dem betreffenden
worte mehr n achdruck verliehen werden (so v. 1196 f., v. 3281 u.
sonst) ; in anderen fällen soll die gleichzeitigkeit der Handlung in
beiden versen betont zu erden (so v. 1655 /•> J79 /• u* s-)i an noc^
anderen stellen ist diese Wiederholung nichts weiter, als das einfachste
mittel zur Herstellung von alliteration.
Sehr benierkcnstuerth ist es und zeugt für bewusste neuschöpf ung
dieses versschmuckes seitens unseres dichters, dass, in ähnlicher weise
wie bei Lai}amon (vgl. Regel p. 176 f.) gerade die eigennamen mit
unverkennbarer Vorliebe in alliterirende Bindungen gebracht werden.
Ich gebe hier die belege in möglichster Vollständigkeit und in alpha-
betischer anordnung. Beginnt eines der in frage kommenden worte
mit mehreren co?isonanten, so erkenne ich das Vorhandensein von alli-
teration für diese zeit meist nur dann an, wenn auch das andere
mit denselben beiden consonanten anlautet, während, wenn es nur
den ersten oder einen arideren an zweiter stelle aufweist, ich diesen
?iicht vollständig gleichen anlaut nur beiläufig und gelegentlich berück-
sichtigen werde. Gleichfalls im gegensatz zu den altgermanischen
alliterationsgesetzen wird von mir nur gleicher vokalischer anlaut als
volle alliteration gerechnet (vgl. Zeuner a. a. 0. p. Sf.), und end-
lich können nur in einer hebung des verses stehende sylben als einen
reimstab tragende angesehen werden.
1) Personennamen, v. 2784 i?eliagog J?e bo\d. v. 2976 Belia.-
gog al b\o. v. 2942 f. Bope ^usked J?at ni^t To i?eliagog in lede.
v. 2960/. i?eliagog go J?are And loke, it bo\m be. — v. 162 f. maiden
i?/auncheflour AI blipe. — v. 2854 A Carolin, )?at hi^t itonifas. —
v. 1647 = 1691 i?rengwain, pe br\%\.. v. 1713 i?rengwain to bed was
broxxi?X.. v. 2218/. He told J?o i^rengwain, Tristrem hadde <£roken his
pes. v. 2804/. An halle to maken him #ri^t To Ysonde and Breng-
wain. v. 2842 Pe drink hou i?rengwain bro\i7,t. v. 3000 Breng-
wain ^ri^t and fre. v. 3162 i?rengwain br'u^t so bei^e. v. 3208
So couJ>e 2?rengwain bring, v. 3214 Leue i?rengwain, J?e ^ri^t.
— v. 3015 /. Sir Canados was )?an Constable, pe quen ful nei^e.
v- 3*3% ff- Caüados hadde a spie, Her pauilouns he tobest; Per
come to Canades crie pe ointre est and west. v. 3 191/. Sir k'mg,
take hede J?er to : Sir Canados wil haue p'\ quen. — v. 1765/.
Sehe <:rid merci anou^ And seyd : For Oistes rode! — v. 1178
Gouernnil ^an hem frain. v. 1297 /. He bitaus;t hem god and
^ode day ; WiJ? him went Gbuernail. — v. 2071 f. To Tristrem
— XL —
he com wij? z'lle Fram Ksonde, ]>e fre. v. 2909 /. fcou hast bi
Ksonde lin, While J?i wille is. — v. 296 /. More he couJ?e of
veneri, fcan cou)?e J/anerious. — v. 54 /. yJ/arkes king ]?ai fond
WiJ? kni^tes wani and hende. z;. 666 f. To wite it, wo is ;;/e. To
/]/ark ]?e word he brou^t. v. 1135 Til Mark he gan him ;/zene.
v. 1778/. Bi J/ark ]?o hye schuld ly ; Y lent hir mm al clen.
v. 1981 /. AI J?at J/ark hir told, A morwe hye told Bringwain.
z/. 2087 /. To Marke hye bilei^e ^ze, fcat /«ay. z>. 2102 /. Sir
y¥ark sat in J?e tre ; Per netten J?ai to. v. 2150 /. y¥arke, j?i nem,
his hei^e, Anou^ he \e ^iue may. v. 2441/. So long of loue J>ai
;;zene, fcat Mark sei:$e, it was so. v. 2689 f. Mark, her lord, \e
king, WiJ> tresoun may hir to. — v. 1926 Yl/eriadok was a ;;zan.
z/. 1948 J/eriadok wi|> his mvfi. v. 2017/. He ne cou]?e him bot
ftzaugre. J/eriadok him answere ?ald. z>. 2290 J/eriadok, mangre
his. — ■ z>. 978 il/oraunt, J?at wichel can. z>. 1035 J/oraunt wij?
his wi^t. z>. 1079 f. JS/öraunt was vnfayn And fausjt wi}> al his
mvi,t. — v. 178 J>er Morgan, men gan bide. z>. 728 Douke Morgan
gan #gete. v. 766 /. To fiajt wi)? il/organ in hy, To sie him o)?ur
he me. v. 883/. For douke Aforgan sake Man\ on dyd doun ri^t.
v. 2326 /. fcou slou^ mi bro)?er Morgan At ]>e mete ful ri^t. —
v. 155 Holland, H^t he radde. v. 575 Tfohand rewed sare. v. 652
fcat i?ohand robes were torn. z>. 683/. A ba)? )?ai brou^t i?ohand
inne, A barbour was redi )>are. v. 689/. 7?ohand of noble kinne,
\>aX rohe ful fair he bare. v. 797 /. i?ohand, J?e riche kni^t, i?edy
was he ay. 0. 908/. Boun and al redy. i?ohand he ;af \>e wand.
z>. 2630/. Out of Spaine he rade, i?ohande sones to se. — v. 44
u. ö. i?ouland Hse. v. 179 f. fco i?ouland to hem rade, O^ain
him gun J>ai ride. v. 194 Of i?ouland was to rewe. v. 199 /.
i?ew)?e mow ?e here Of i?ouland His, \e kni^t. — z>. 10 = 412
Tomas /elles in foun. — z>. 110 THstrem, J?e /rewe fere. lieber
ähnliche verse vgl. die anm. z. d. st. v. 650 f. pe\ men THstrem
had sworn, He no trowed it neuer in lede. v. 864 /. Out, trax-
tour, of mi land! 7>istrem spak J?at tide. v. 992 /. Pe truage
was tan. THstrem gan it wi}?hald. v. 1358/. Qua)? 7>istrem : It
is les, And ^rowe]? it for lesing. v. 1459 /. THstrem, wij? outen
wene, Stirt vnder a tre. v. 1655 /. So rewe J?e kni^tes /rewe,
THstrem, so rewe he. v. 2359 THstrem ^rad in \e blöd. v. 2940/.
To ben a /rewe kni^t In al THstremes nede. v. 3004/. THstrem
and Ganhardin, T>*euJ>e pli;ten J>ay.
— XLI
2) Ortsnamen, v. 905 /. AI com to his hand ^4/main and
Ermonie. — v. 849 Mine //irritage Zfermonie. — v. 2123 Into
ffales wide. ?». 2293 /. Tristrem, wij> outen w/ene, Into ^ales
he is. z>. 2317/. Wales he wald him ;eld, ^if he it 7#inne may.
2321 WiJ? 7cere Thaies zesan.
3) Thi ernamen. v. 1673/. An //ounde J?er was biside, ]>at
was ycleped TTodain.
Besonders ist au eh auf den fall zu achten, wo in zwei auf ein-
ander folgenden, zeilcn zwei cigennamen durch alliteration gebunden
sind, in derselben weise wie Lai,amon v. 14652 /. : He sende
Zfengest word And Zforse his broder (Regel p. 177,). Man ver-
gleiche hier v. 3293 /. Into T?retaine oway. i?rengwain ha]? her
bone. v. 1264/. In Frlond nas no kni^t, WiJ? Fsonde durst play.
v. 1353 Fsonde of Frlond bring. v. 171 1 /. J>at in Frlond was
bou>jt. For Fsonde to J?e king. v. 17 18 Fsonde to bed ^ede ; Of
Frlond hye asked drink. v. 3147 /• <9ouernayl, his man was he,
And C7anhardine his kni^t. v. 2843 /• -^ark yclad in palle And
J/eriadok ful of J?ou^t. v. 2727 f. Vrgan and JTorgan vnfre And
J/oraunt, ]>e noble kni^t. v. 2315 THamour to Tristrem teld.
v. 2410 /. pe king THamour ^af him THstrem, ]?e hende.
Zu demselben zwecke wird auch öfters derselbe eigenname in
zwei aufeinanderfolgenden Zeilen angebracht', vgl. 2985/. And Breng-
wain fair and gode. T?rengwain J?e coupe bore. v. 3240 f. Ofsent
£anhardin )?e fre ; Ganhardin com titly. v. 2654 f. Of Fsonde he
made a song, J>at song Fsonde bidene. v. 2314/. Of THamour
tok he pray. THamour to Tristrem teld. v. 1357/. Tristrem may
to }?e bring. Qua]? Tristrem: It is les. v. 2930/. Bot he wij?
Tristrem wende. Qua]? Tristrem : ^if it so bes.
Vergleichen wir mit dieser Zusammenstellung die listen der eigen-
namen am Schlüsse meines buches, so ergibt sich, dass besonders un-
ter den Personennamen mir sehr wenige nirgends mit anderen worte?i
gebunden sind ; dass es sich hier aber nicht um zufällig gleichen an-
laut handelt, beweist der umstand, dass mit manchen eigennamen
wiederholt dasselbe wort alliterirt; so Brengwain mit dem adj. bri^t
oder dem verbum bring ; Mark mit dem verbum mene oder mit may
in verschiedenem sinne; Meriadok mit maugre, Moraunt mit mi^t;
Morgan mit mete als verbum und subst. ; Rohand mit redy ; Rou-
land mit rewe und rew]?e ; Tristrem mit dem adj. trewe und dem
verbum trowe ; Wales mit winne. Bei Chaucer scheint der sinn für
— XLII —
derartiges ganz erloschen zu sein ; wenigstens bietet Lindner für diese
kategor ie kerne belege, während solche bindungen in neuerer zeit wie-
der recht in aufnähme gekommen sind; vgl. die belege bei Zeuner
a. a. o. p, 49 — 54.
Ich gehe nun zu dem fall über, dass Wörter desselben Stammes
durch alliteration mit einander verbunden sind. Ich habe mir dafür
folgende belege angemerkt:
v. 1360 f. :
To aski, bat neuer no wes,
It is a fole a s k e i n g ,
v. 2208 f. :
His blöd bende brast oway
And bled.
v. 1 508 :
De de pe Steward bis dede?
v. 1465 /. :
A fot he tok pe fi^t ;
He fau^t wib his fauchoun
v. 502 :
Pe rauen he ^aue his sjiftes.
v, 1 8 1 o /. :
An harpour com bitven;
An harp he gan forp bring.
v. 1358/. :
It is les,
And troweb it for 1 e s i n g ,
v. 2001 f. :
Pou louedest him neuer a day,
Bot for his emes loue.
v. 2020 f. :
Her loue laike pou bihald
For pe loue of nie.
v. 1405 /. :
Fat pai euer hadde sene
Wip siijt —
v. 2534/-:
Bope Mark hap sene;
He knewe hem wele bi si'^t.
v. 3215 /.:
Fat art fair to sene!
Pou wost our wille bi si^t.
v. 2944 :
Ganhardin seiije pat si^t.
V. 708 /. :
And seriaunce, bal were bayn,
To serue Tristrem swihe
v. 1860:
Swiche song he gan sing,
v. 2654/.:
Of Ysonde he made a song,
Pat song Ysonde bidene.
v. 3088:
A tale told Ysonde fre.
v. 3252 :
For be tales, he teld,
v. 2075 f. :
And praieb pe wip wille,
Pat pou wost hir se
»• 2494/.:
Pai hadden al bat bai wold
Wib wille.
v. 2997/:
Mi wille ^if y mij;t gete,
Pat leuedi wold y se :
v. 2 1 3 1 f. :
It semes, astow were wo de,
To wede.
v. 3070 /. :
Pe quem was wratped sore,
Wrop to chaumber sehe ^ede
Manche dieser ausdrücke kommen mehrmals im gedickte vor, so
^iue a ^ift (v. 2921), do a dede (v. 1555. 1760. 2698. 3073.
3168), se wib si^t [v. 1812 /. 1988/. 2065/.). Für die meisten
dürften sich auch sonst belege finden; zu do a dede vgl. Lindner a.
a. 0. p. 207; zu fixten, fi^t vgl. Regel a. a. 0. p. 179; zu ^iue
a jift vgl. Lindner a. a. 0. ; zu se a si^t vgl. iseon siht bei La-t,.
(Regel p. 183) und Chaucer (Lindner p. 208); zu singen a song
vgl. Li?idner a. a. 0. ; zu seriaunt to serue vgl. Lindner a. a. 0.;
— XLIII —
teilen a tale ist scJir gewöhnlich , vgl. Regel p. 184 und Lindner
a. a. 0.
Regel behandelt als zweiten haupttheil die Bindung unverwandter
zoörter, welche wegen ihres begriff liehen Verhältnisses oder ihrer gram-
matischen Beziehung zusammengestellt worden sind.
1) Bindung concreter begriffe, welche innerhalb derselben lebens-
gebiete neben einander vorzukommen pflegen.
v. 366 Til anker hem brast and are. v. 274 £lod and bzx\
(vgl. Lindner p. 2ögJ. v. 265 kröche and bei'^e ; vgl. v. 381, 3020
und die aum. zu v. 265/ v. 5 u. ö. /£ing wij? Prolin. v. 2717
Were he £ing or £ni;t; vgl. die bei Regel p. 190 aufgeführten bin-
dungen mit king. v. 3128 derk and kmi,\,. v. 2434 Cites, Yastels
alle. v. 3173 <roppe and daper. v. 177 Of /olk J?e /eld was
brade ; vgl. die bindung von /olk und /olde bei LaT,. (Regel p. 187^.
v. 1380 A schip wij? ^rene and gr&y. v. 2458 Bi Voltes and bi
//ille . v. i486 In his hose next J?e h\o\e. v. 498 /hier and Zimtes;
dieselbe bindung hat Regel (p. 191,) einmal bei Lai, nachgewiesen,
v. 1640 No asked he /ond no /ij?e ; 7^/. Regel a. a. 0. v. 942
Of ;;/one of a wold. v. 890 Bitvene J?e ;/one and )?e nvifL. v. 687
A 5<:arlet wij? riche 5^inne. z/. 261 four and /oun.
2) Bindung abstracter begriffe, welche in gemeinsamen lebens-
sphären zu einander in beziehung zu stehen pflegen.
v. 1281/. J>e quen to fot and hand He serued ^/ern and dfere.
v. 51 To hei^e and holden priis; vgl. habben and halden bei La%.
(Regel p. 199,). v. 1429 Zisten now, who wil l\\>e. v. 392 Zord,
mi /iif, me bihold! v. 157/. Rouland riis to wedde, At a/eld in
castel tour. v. 176 To zv'm al ]?at he ze/old; vgl. v. 1294 What
he wo\d, he Z£/an.
3J Bindung gleichlaufender worte, welche die innere begriffliche
ähnlichkeit mit einander verknüpft.
v: 1044 bold and boun. v. 142 \>\ fair folk and >i /re.
z'. 2406 Of him hadde ^amen and ^lewe. v. 1940 WiJ? diol, ^orwe
and rite; vgl. die ähnlichen ausdrücke bei Regel p. 205/. v. 1377
ze/ar and zx/ise ; vgl. Regel p. 210, Lindner p. 213. z;. 90 zmse and
7£/i>jt.
4) Bindung von Worten, zaelche begriffliche gegensätze aus-
drücken .
v. 843 Whe>er J?ou £lis or Bau. v. 2933 Ne ^ay nou^t what
— XLIV —
)?ou ses. v. 1207 = 1953 = 2224 To wite and nou^t at zvenc ;
vgl. v. 2100 Y 7<vot, wij? outen z^ene.
$) Substantiv und adjectiv in attributiver oder prädicativer Ver-
bindung.
v. 7 /;old ^aroun; ^/. £alde ^eornes bei La%. (Regel p. 217^.
v. 26 ^old ^orwes. v. 1354 A ^Hd ^ri^t J?ai ches. ^.349 Firnes
Z>rade. v. 2379 ^rinies ^ri^t. z/. 2698 }>e dem dede. v. 3341
^/iolful d'mtes. v. 2852 a /air /est. #. 441 J?e /orest was /air and
wide ; diese Verbindung ist beliebt, vgl. v. 2733 Pe /orest was wel
/aire ; einen beleg aus Chauc er führt Lindner p. 219 an. v. 1798
Sehe bede hem ^iftes ^ode ; vgl. jiuen gode bei La%. (Regel p. 218,).
?7. 14 /. J?is ^reues wexen al £"ray, J>at in her tirae were ^rene.
v. 3274 J>ai token J?e //ei^e //eld. z/. 377 Wi]? /zilles, J?at were
/zei^e; vgl. v. 421 f>e /zilles were on hilft (Regel p. 220, Lindner
p. 219^. 2;. 378 Voltes, J?at weren /zare ; z>§7. v. 422, z/. 681 &tz*/
Zielke a. a. 0. p. 9. v. 3130 Under /eues /i^t. v. 2050 Zi^t /inden
spon. v. 1039 WiJ? a /aunce vn/i^t. z/. 419 He toke his /od vn/i^t.
z>. 3154 And lete \>e Zöge vn/i^t. v. 1444 As a /o]?ely /ioun.
v. 2377 Strokes of wichel m\j}\.\ z^z7. z/. 2791 J>at man of Eichel
//zau^t. v. 1755 Bringwain, |?at ;;ziri ;;zay. v. 401 a /rince proude
in play ; z/g7. v. 994 As /Hnce /roude in pan. v. 1891 J>urch
J?at semly sand. v. 12 ]?is semly Homers day. z*. 1244 .Salues
haj? he soft, v. 2403 .Silke nas non so soft. v. 1238 His sorwe
was vnj-ete. v. 3032 s/ormes strong. v. 2347 A stem stroke he
fand. z>. 371 }>e wawes were so wode ; vgl. wilde waves Regel
p. 221. 27. 1730 Her z^ening was al z£'ou^. f. 1235 To wite his
wo vnz£/inne. v. 1029 WiJ? wox\>\\ ziepen wyi}\.. v. 1687 )?at z#orJ?li
ze/iajt. v. 732 Hou his z£/onges were Z£'ete.
6) Zeitwort oder adjectiv binden sich mit dem adverbium oder
substantivum, welche ihre adverbiale nebenbestimmung enthalten.
v. 1008 Mi z>ody to <£atayl y z)ede. v. 1323 Of z)ot sehe was
him be\d. v. 191 Kirch zVinies zVast }>e blöd. v. 269 To ^on-
seil he ^alle)? nei^e Rohand. v. 819 To ornrt £>ai com ful ri^t;
vgl. v. 2564 To *rourt were dornen J?o to. v. 567 Was dornen of
riche /Hnne. v. 208 To z/ej? he him d'vft. v. 940 Of siluer /air
y/old. z>. 898 J>e /olk /el to his /et; z^/. z>. 3301 He /el to
Tristremes /et (Regel p. 223, Lindner p. 222^. z>. 2790 Adoun
he /el y/öld ; vgl. fallen folden, 7?^/ /. 223. v. 635 And J?ou
/eld under /et. z;. 204 Mi^t non him /eile in/i^t; z^/. v. 3150
— XLV —
To /eile hem dotm in /i?t. v. 2354 Zast gan to /i^t. v. 184
Fu\ /ast he /eld her pride. 0. 1060 A /ot )?ou schalt /i^t. z>. 365
f>e mariners flet on /od ; »£■/. z'. 360/. /are On /lod ; z>. 1304
And yärej? ouer J?e /lod. z>. 2862 To J?at /est gan /are. z>. 1491
J>at he no may /erj^er /ar ; z^/. /aren /orct bei La%. (Regel p. 223J.
v. 643 formest }?o in /old. z>. 3054 /^alsly canestow /ayt. Hieher
gehören folgende bindungen mit ful: z\ 470 /ul /ain ; diese bindung
ist hier ebenso ivie bei Chaucer sehr beliebt', vgl. noch v. 660. 710.
1497. 1579. 1592. 1606. 1801. 1901. 1984. v. 690/ul/air. v. 184
/ul /ast. v. 97 /ul /eile. v. 3078 /ul /ine. z>. 2644 /ul of/i^t.
z>. 1236 So £7'imli he gan ^rete ; vgl. v. 2376 And ^rimli J?ere
J?ai ^ret. v. 190 On //elmes gun )?ai /^ewe ; z^r/. v. 103.1 And
//ewe on //elmes bri^t. v. 2897 Z/eheliche holde]? he. z/. 166 In
hiid nas nou^t to /*ele (vgl. d. anm. z. d. st.), v. 2821 In J?e
hold, he gan him /äde. v. 29 J>e wer /asted so /ong ; #£■/. z>. 3260
I'at it /ast so /ong; j. Regel p. 224. z>. 472 In /ede is nou;t to
/ain; z^/. ». 714. 3285. v. 1253 Ich man was /ef to /ij>e.
z'. 258 And to his /ores /ij?e. v. 1677 f>ai /oued al in /ide. z/.
1202 = 2816 Zouesum under /ine. v. 3305 Of /oue )?at can
wele /et. z^. 3340 Wel /ouwe he dede hem /i^t. z/. 168 JZekeliche
he gan wele. z>. 57 WiJ? kni^tes proude in /res. z>. 1090 A word
J>at pended to pride. v. 3 I>er herd y rede in roune ; vgl. Regel
p. 204 reed and rune. v. 28 And reped him mani a res. v.
1036 Rode wij? gret raundoun. v. 2095 Ysame we nou^t no sdX.
v. 1474 .SV/^amliche he haj> hem ^/?ent; vgl. v. 3289 £V//amly
were J?ai sehende, und v. 2895 t>at sr/zamely s^ent ar we; s. Re-
gel p. 206 u. scome and j^onde. v. 772 He s'n,t soxe at J?at tide ;
vgl. sike sore bei Lindner p. 223. ^.715 He .fett him bi his jide ;
z>£7. z/. 2710 Markes were seit binde, v. 414 Bot semly seit him
doun. v. 2006 On me J?ou nnnes sore. v. 1447 He smot him
in J?e s\de. v. 1777 = 1788 And hir was ^olwy to seil, v. 1129
= 2621 for solpe to say ; z/g-/. sothly sain fo/ Lindner p. 223. z>.
3079 j'/ef on s/ede. v. 66 WiJ> kni^tes 5/iJ?e on stede« v. 897 cites
stipe of s/an. z/. 242 J>at leuedi swelted S7v\]>e.
l) Substantiv vnd zeitwort sind im verhältniss von subject und
prädicat mit einander verbunden.
v. 2785 As a /ende he /ausjt. v. 402 ZistneJ?, /ordinges dere !
vgl. /ust, /auerd ! fo/ Lai,. (Regel p. 233/ 7'. 281 He s/odie)?
— XL VI —
euer, J>at sti)>e. v. 367 = 676 5/ormes hem bb/ode. v. 2866
Pe water her wat ay whare. v. 1049 So wolf, J?at wald wede.
8,) Zeitwort und Substantiv treten als prädicat und object in
alliterirende bindung.
v. 3307 Mi £ale J>ou fond to bet. v. 1445 J>at ^ataile wald
a/>ide (vgl. d. anm. z. d. st.), v. 1008 My />ody to />atayl y bede.
v. 452 bestes )?ai brac and bare. v. 285 His Graftes gan he ki}>e.
v. 887 Oounes J?ai gun crake. v. 2069 His /alsnesse for to /ille.
v. 3268 Her /on fast J?ai /eld ; #£•/. #.3245 Til her /on were /eld
doun riz,t (Regel p. 237^. z/. 860 /fales J?ou wendest to /and.
z>. 2921 = 3059 A ^ift y ^eue J?e. z/. 641 f>e huscher he gaf J?e
£old; vgl. v. 2265 .geuej? him go\&. v. 2267 <9old J?ai £ouen him
J?are. v. 975 I>er to ich /^eld min >#ond. v. 272 And >#eld his
^ert in an. v. 3052 Who wil /esinges /ayt. v. 2599 In wo mi
/iif to /ede ; z>£/. Regel p. 239, Lindner p. 224. z>. 2929 He seyd7
his /iif he /es; z>^7. Regel und Lindner a. a. 0. v. 2760 J/endi
J?ou wost J?at /#is. v. 2742 J>er J?e werkes were ///ade. v. 181 =
1028 Swiche //zeting nas neuer ///ade. v. 563 And ///erkes gun J?ai
///inne (z/g-/. */. anm. z. d. st.), v. 1546 /roiien ichil his /ride.
v. 1258 And romaunce to rede anz,t (vgl. d. anm. z. d. st.), v. 489
He ri^t al ]?e rede. v. 510 And radde J?e riz,t roun. v. 885
.SV//aftes )?ai gun s^/zake ; z>£-/. ^cacen jperen bei La%. (Regel p. 240 /).
v. 1262 To se J?e sof>e in svz,t. v. 2884 J>e ^oJ?e y wil J?e say ;
z>g7. Regel p. 242, Lindner p. 225. z>. 2335 His ^ok may no man
stand (vgl. d. anm. z. d. st.). v. 653 £at he z^ered swiche a
ze/ede; vgl. v. 2238 In pouer wede, to were. v. 17 15 Mark his
wille wrou^t ; hier euphemismus für die begattung ; über den aus-
d?-uck an sich vgl. Regel p. 245, Lind?ier p. 225/. v. 39 J>e pouer
to wirche wo ; z^/. z>. 3271 J>ai wrou^t hem wo ynou^. v. 2666
Wrong he ha)? ous wrou^t. z\ 1506 Who J?at wonder wrou^t.
z>. 3216 J^ou z^ost our wille bi siz,t. v. 1235 To z#ite his wo un-
winne. z\ 399 To wite J?e ri?t way. z>. 3266 On him he wrake
his w/-ong.
Damit ist meine Sammlung, soweit sie denjenigen von Regel und
Lindner parallel geht, abgeschlossen. Es ergibt sich, dass im Sir
Tristrem der sinn für alliteration noch viel lebhafter rege ist als in
den werken Chaucer's. Viele der von Regel als altgermanisch nach-
geiviesenen bindungen finden sich in unserem ge dichte wieder und viele
neue sind dazugekommen. Eine über das ganze gebiet der engl, ro-
— XLVII —
manzenpoesie sich erstreckende Untersuchung würde zu erörte?'n haben,
in wie weit die alUteration in diesen fällen als englisches gemeingut
des 13. und 14. Jahrhunderts anzusehen oder auf einen mehr zu-
fälligen gleichklang im anlaute zurückzuführen ist. Wir wenden uns
ietzt der frage zu, ob im Sir Tristrem die in der strophe metrisch
zusammengehörigen verse zuweilen ausser durch den reim auch be-
wusster massen durch alUteration gebunden worden sind. Hier kommt
es natürlich nicht mehr auf etymologische venvandtschaft oder gram-
matische Zusammengehörigkeit der betreffenden worte, sondern nur auf
die gleichheit des anlautes an.
Zu der bemerku?ig Schipper' s , a. a. 0. p. 385 /., dass die
neunte zeile der strophe, der sogenannte bob-vers, logisch mimer zum
aufgesange gehöre, stimmt sehr gut das factum, dass im Sir Tristrem
nur in 23 von 303 Strophen dieser vers in meiner ausgäbe dem sinne
nach zum abgesang gezogen worden ist, und auch da noch zuweilen
zweifei über die nothwendigkeit dieser entscheidung rege werden könn-
ten. Da gerade in diesem falle der reim nichts entscheidet, so lag
es einem für die bindende macht der alUteration empfänglichen dichter
nirgends näher als hier, durch anwendung derselben das logische
verhältniss auch sprachlich anzudeuten. Diesen gesichtspunkt im äuge
behaltend, mustere ??ian nun folgende, in streng alphabetischer anord-
nung aufgefüh?'te achte und neunte zeile?i von Strophen unseres ge-
dicktes.
v. 1229 f. :
Swiche sei^e pai neuer axe,
Ex pan.
v. 2681 /. :
To 3oure wenten pai
On Wedele.
v. 2901 f. :
Ybroken no schal it be,
To bete.
v> 19/ ••
Pat our elders haue bene,
To abide.
v. 2054 /• :
Ysonde wist his bone,
To a^ide.
v. 2736 /. :
Hou so it euer be,
To ^ide.
v. 3143 /.:
Per out, as it was fest,
To a^ide.
v. 2208 f. :
His blöd bende brast oway
And Med.
. v. 162 /. :p
Pan maiden 2?/auncheflour,
AI Wipe.
v. 690 f. :
Pat robe ful fair he £are,
Pat bo\d.
v. 844/.:
Pine owhen mot it be,
Pou 3old!
v. 1482 /. :
As pan bat ^atail was don,
To böte
v. 1933 /• :
A bord he toke oway
Of her bour.
v. 1636 /. :
Pai golden Ysonde, pe br'nft ;
To bring
v. 646 f. :
He hete, he wolde him bring,
And brou^t.
v. 2758 /. :
Vn^inde were ous to £is
As £enne.
XLVIII
v. 1922 f. :
And se()ben to «Hirt com bai :
»Sir £ing«,
V. 1845 /.:
At wode was, dexe to slo,
tat </ay.
v. 2285 /. :
Ac Mark for^aue bat </ay
And //ede.
v. 2032 /. :
And Tristrem ni^t and day
For //ede.
z/. 1295 /. :
Of Ysonde /or his play,
Saun /ail.
z>. 448 /. :
Of /at hertes y/edde
In /eld.
w 470 /. :
And we wil se ful /ain
In /eld !
v. 96 / :
Was wounded in bat /13t
Ful /eile.
z/. 140 / :
tat /are y wille wib be
And /inde
z/. 2813 /. :
Fond him riche wald,
To /ine.
v. 3220 /. :
tat sain, he dar nou^t f'vp.
Wib his/o!
7/. 2428 /. :
Tristrem for to /rain,
tat fre.
v. 2626 /. :
Fi^tes for to fraxn,
tat fre.
v. 2692 / :
For no hing hir /ro,
tat fre.
v. 3000 /. :
Brengwain bri^t and fre,
tat frende.
v. 877/. =
Rohand wib help ful £"ode
And ^"ayn.
v. 1559/.:
To a bab ^an him lede,
Ful £"ayn,
v. 1273 /. :
tat al games of ^rewe
On ^rounde.
v. 11 63/. :
To a stede ber /am was boun,
Nei^e //and,
z/. 932 /. :
tat he Äerd neuer are;
On hand
v. 103 1 /. :
And hewe on Helmes brizjt
Wib //and.
v. 943 /• :
tre Äundred pounde of latoun,
Schuld he.
v. 2934 /. :
Bot /zold, astow art //ende,
And Aele !
v. 404 /. :
His owhen he may hexe
As //ende.
v. 2593 /• :
Tristrem, ban was ^e?
tat //ende.
v. 3033 /•:
So criestow on heye
In hexd.
7/. 3022 /. :
His hext was euer he\7te,
To Aold.
v. 657 /. :
Monestow neuer in /ede?
Nou^t /ain,
v. 3121 /. :
In /onging haue we be,
Nou^t /ain :
Hou bai faren in /ede :
»Nou^t /ain
z/. 3308/. :
For /oue of Ysonde fre !
Nou^t /ain :
v. 591 /. :
He bi/eft al ni^t
In /and.
v. 63 /. :
And dede wib outen /es
In /ede.
?. 52 /• :
And foren til Ing/ond,
To /ende ;
v. 3176/.:
Vnder walles he /ay,
To /ibe ;
v. 2087 /. :
To Marke hye bilei^e we,
tat may.
v. 2373 /. :
Biheld per wani a man :
tai wett.
v. 382/. :
A lof of brede ^ete wäre,
tat wilde.
— XLIX —
v. 2835 /.:
Swiche a werk nas «ou^t
At wede,
v. 30 /. :
TU Morgan asked /es
Puren /ine ;
v. 77«/.:
Lat mo men wip pe ride
Ün rowe !
v. 1262 f. :
To je pe jope in ji^t,
To jay.
V. 569 /. :
And pane of riche j/rinne
Ful j/tet ;
w. 1944/.:
As we finde in jmte :
Ful sktt
v. 1438 /. :
Er he pe dragoun jou^t
And jei^e.
v. 1251 /. :
To boure cleped, feie jipe,
To jete ;
v. 668 /. :
Wil ^e mi fader je
Wip s\'i}V}.
v. 1405 /.:
tat pai euer hadde jene
Wip ri^t —
V. 181 2 f. :
Swiche 110 hadde pai neuer jen
Wip ri?t;
z/. 1988 /. :
5^our dedes han ben jain
Wip ri^t.
z/. 2065 f. :
He hi^t, to don him je
Wip ji^t,
v. 2076 /. :
Pat pou wost hir je
Wip ji^t.
v. 2098 /. :
As he hir neuer had jene
Win ji^t.
v. 2197 /. :
Bot ijif it vvere jene
Wip s\%t.
v. 2560 f. :
Pat he hem hadde yjene
Wip ji'^t;
v. 3242 /. :
Pat turnament to je
Wip ji^t.
v. 492 /. :
Pat jei7,en, pat per wäre
AI so ;
Kölbing, Sir Tristrem.
v. 1504/.:
Hye and hir moder jou^t
AI jo,
v. 2186 /. :
And tokening pou schalt je
Ful jone.
v. 822 f. :
Ten kinges Jones pai wäre;
Unjou/,t
v- 3341 /'■
Wip diolful dintes jare,
Unjounde.
v. 811 /. :
Wip Morgan j/eke wil y
And spede.
7/. 1460 f. :
S/irt vnder a tre
AI jrille,
v. 2989 /. :
In her hond fast it j/ode,
AI j/ille.
v. 2571 /. :
Swiftly for to j/ere
A j/ounde.
v. 1889 /. :
As pai were on pe j/rand
Pat jfounde.
v. 833 /. :
And jwiftly ride ^e
And jwipe !
v. 305 /. :
Sir Rohand him /old
And /au^t ;
z/, 3253 /. :
On him he wrake his tene
tat /ide;
7/. 2384/. :
His scheid he clef bi/z>ene
A tvo.
v. 2439 /. :
Pai playden ai bi/z/ene,
to ^O.
7/. 2131 f. :
It semes astow were ?<yode,
To wede.
v. 393 /• =
In world pou wisse me
At 7£/ille.
v. 459 /. :
So wilde best ywrou^t
At wille.
V. 316 /. :
Bere hem bope oway.«
Wip 7£/ille
». 1735 /•:
When Tristrem was in wo,
Wip 7£nlle.
v. 2153/-:
So bat bou be oway
Wib wille.
V. 2395 /. :
Fat alle be cuntre wist,
Wib wille;
v. 2494 /.:
Pai hadden al bat bai wold
Wib wille.
v. 371 /. :
Pe wawes were so wode
Wib winde.
7/. 2769 /. :
For bi him was ful wa
Vnwise.
z>. 2615 f. :
Pat ni^t, wib outen wene,
And wdk.
v. 1977 /. :
Tristrem ! sehe seyd jüare ;
»P'or ^an
v. 855 /. :
So schal y ^5e, for ^>i
Riijt /ian
z>. 1130/.:
Forsoke J>o bat kni^t
As j5are ;
v. 1 306 /. :
It />ou'/;t hem ful gode.
As ^5are
v. 2296 f.'.
And fast he fraines p\S,
Ri^t j5are.
i>. 2747 /. :
Fast he folwed j5an,
Ri^t />are ;
v. 2637/.:
Pat he wan hem fre.
He jöou^t;
Es ergibt sich aus dieser liste, dass unter 304 Strophen sich
nicht weniger als 105 befinden, in denen die achte und neunte zeile
durch alliteration gebunden sind, und zwar ist in 78 fällen das
alliterirende zvort der achten zeile zugleich das schlusswort derselben.
Es wird demnach als sicher angenommen werden können, dass der
dichter diesen versscJimuck gerade an dieser stelle mit voller absicht-
lichkeit angebracht hat, um die Zugehörigkeit der neunten zeile zum
aufgesang dadurch zu markiren. Diese beobachtung findet lediglich
ihre bestätigung durch die aufzähhmg der verhältnissmässig wenigen
fälle, wo der bob-vers ?nit dem zehnten verse der strophe gebunden
erscheint. Es sind folgende :
v. 1395 /•:
Pe £est;
Pe king present bai <£are
v. 1472 /.:
And 3rend;
His armes, bat were br'vif.,
v. 1703 /.:
Gan dring.
Ysonde brvj^t of hewe
v. 724 /. :
Sir £ing!
Knowe it, ^iue ^e <ran,
v. 1450 /. :
His üfent :
Pe ^euel dragouns hide
v- 3°78 /. •
Ful _/ine.
Bi/ore was stef on stede
v. 680 /. :
In Aand ;
Y clambe be Voltes Aare,
v. 1285 f. :
In /ay.
His /eue he asked at here,
v. 1582/.:
And /ou£ :
Nay, moder, nou^t to /ayn,
v. I758/-:
In /ede :
No /ete ifi for no pay,
v. 1769/.:
Nou^t /ain :
Ysonde, be /euedi gode,
v. 2231 f. :
Of jake.
Ysonde .yaid bidene,
LI —
v. 1208 /. : v. 1659 /. :
To jay : Gret swink.
Sehe jent him a plaster kene, Swete Ysonde, pe fre,
v. 416 /. : v. 2451 /. :
Ful jone Away.
£e forest forp he so\v/}t, Bliper, wip outen wene,
v. 438 /. : v. 526 f. :
Ful jone. Swiche /ring :
Ful wel buet his ping, Alle blipe weren pai />an,
v. 538/.:
For /»ou^t.
Pe lasse ^af Rohand for pi,
Es kommt also nur i?i 19 Strophen vor, dass die neunte zeile
mit der zehnten gebunden ist.
Ist somit die absieht seitens des dichters bezüglich dieses f alles
unverkennbar, so liegt die vermuthung nahe, dass der Verfasser des
Sir Tristrem auch die übrige?i zusammengehörigen verse der strophe
in derselben weise als solche gekennzeichnet habe. Wenn wir nun
der ansieht ten Brinßs (a. a. 0. p. 300 f.) beipflichten, dass als der
kern der Strophenbildung vier alexandriner von je sechs hebungen zu
erkennen sei, welche durch den mittelreim in acht kurzzeilen gespalten
werden, und denen sich ein fünfter — ebenfalls getheilter — alexan-
driner durch Vermittlung eines versgliedes von einer hebung anschliesst,
so müssen wir erwarten, dass die verse 1 und 2, 3 und 4, 5 und
6, 7 u?id 8, 10 und 11 besonders oft durch alliteration gebimden
erscheinen. Bei einer statistische?! prüfung dieses punktes stellt sich
jedoch heraus, dass dies nicht der fall ist, da die nichtzusammen-
gehörigen zeilen der strophe c. eben so oft gebunden worden sind, als
jene. Nach meiner Zählung ist v. 1 und 2 in 54 strophe?i gebunden,
3 und 4 in 44 Strophen, 5 und 6 in 51 Strophen, 7 tmd 8 in 50
Strophen, 10 und 11 in 38 Strophen \ dagegen 2 and 3 in 61 Stro-
phen, 4 u?id 5 in 40 Strophen, 6 und 7 in 50 Strophen. Die alli-
teration kommt also nicht nur in je zwei auf einander folgenden
la?igzeilen ziemlich gleich häufig vor, sondern auch durchschnittlich
nur halb so oft als in zeile 8 und 9. Wir werden also zu dem
Schlüsse gelangen, dass nur in diesem letzteren falle der gebrauch
der alliteration durch das Interesse für die strophenform beeinflusst
worden ist. Es erscheint mir aus diesem gründe auch überflüssig,
alle diese bindungen hier auszuheben ; überdies sind auch viele der-
selben bereits in der ersten hälfte des vorliegenden abschnittes ange-
führt worden.
(1*
— LH —
Ich möchte nur noch eine bemerkung zum Schlüsse dieses ab-
schnittes beifügen. Wissmann sagt in seinen Unters, p. 58/". bezüg-
lich des King Harn: ))Dass das gedieht in diese entwickelung aus
alliterirender poesie in reimpoesie gehört , und dass ih m höchst
wahrscheinlich alliterir ende lieder gleichen inhalts
vor au sge gange ?i , geht aus zahlreichen resten der alliteration, die
sich hier erhalten haben, und die sich zum theil aus Lai,amon noch
als lebendig nachweisen lassen, hervor] alliterire?ule formein, die
nicht mit absieht als äusserer schmuck neben dem reime, wie etwa
in Ywain and Gawaine und anderen romanen, verwandt sindt, son-
dern die sich 7virklich als trümmer einer zerbrochenen und aufgelösten
form darstellen«. So naheliegend eine solche folgerung an sich ist,
so muss ich doch, bei betrachtung unseres gedichtes , mit Schipper
a. a. a. p. 190 die nothwendigkeit derselben bestreiten. Auch hier
fanden sich eine anzahl alliterirender formein aus Lai,. wieder, auch
hier ist gerade die alliteration bei den eigennamen sehr beliebt, auch
finden sich oft in zwei aufeinanderfolgenden zeilen spuren von allitera-
tion. Und doch seh Hess t der ganze char acter des auf ei?i französi-
sches original zurückgehenden gedichtes das vorausgehen alliterirender
lieder gleiche?!, inhaltes mit aller wimschenswerthen Sicherheit aus.
Es ist auch in der that nicht einzusehen, weshalb die dichter, wenn
sie als versschmuck alliteration neben dem reime anwenden ivollten,
durchaus lauter neue for?neln zu schaffen gezwungen gewesen wären,
ja es wäre geradezu auffällig, ivenn sie nicht in erster linie zu den
im volksgeiste noch lebendigen bindungen aus uralter zeit gegriffen
hätten.
C) Der vers.
Bevor ich auf einzelheiten eingehe, muss ich ausdrücklich be-
tonen , dass ich keinesweges die bedenklichkeit verkenne , mit der bei
dem Vorhandensein blos tiner handschrift eines poetischen Werkes die
feststellung von metrischen gesetzen verbunden ist, und der von einem
beurtheiler des Schipper 'sehen Werkes (Deutsche litteraturzeitung 1882,
p. 141 9,) gegen denselben erhobene Vorwurf, dass er bei texten, von
denen bisher nur eine hs. gedruckt sei, mit seinem urtheil hätte zurück-
haltender sein sollen, scheint mir in der that nicht ganz unbegründet
zu sein, trifft aber auch nicht minder jeden, der aus dem zustande der
zufällig einzigen hs. ei?ies denkmals gewichtige Schlüsse ziehe?i will.
Trotzdem aber muss wenigstens der versuch dazu gewagt werden,
— L1II —
und die grössere oder geringere zahl von versen , welche sich nicht
unterbringen lassen, wird ein urtheil so7uol über die treue der Über-
lieferung ivie über die Sicherheit der von uns nortnirten gesetze er-
möglichen.
Die verse i — 8 und 10. n der Strophe enthalten je 3 hebungen
mit stumpfem oder hängendem ausgang. Zwischen je zwei hebungen
steht in der regel eine Senkung. Der ersten hebung geht meist ein-
sylbiger auftakt vorher.
Im einzelnen ist folgendes zu bemerken.
I) Die Senkung.
1) Die Senkung kann fehlen,
A) nach der ersten hebung l)
a) bei vorhergehendem auftakt l z. b. v. 321 : And pläy
J>äi bigmne. v. 338 : J>at päns wöld he läy. v. 354:
A bot and an äre. v. 498: WiJ? hert, liuer and
li^tes. v. 535 : Pe best blöwer of hörn.
b) ohne vorhergehe?iden auftakt', z. b. v. 336 : Päns
för to pläy.
B) nach der zweiten hebung; z. b. v. 24: J>ei Morgan
lörd wes. v. 209: Alias £>at ich while. v. 227: King
Markes mäy rewe. v. 256 : He sent his sönd swi'J?e.
v. 387 : A lönd biläft he.
Erleichtert wird dieser aus fall in beiden fällen durch das Vor-
handensein einer pause, z.b. v. 457: And se'yd, wönder him J^öu^t.
v. 2004: Crid : Mark, pi nöre ! v. 609: Pe pälmers seyd : $ä !
Die ein schränkung, dass die Senkung nur dann fehlen könne,
wenn die vorhergehende hebung mit vokal, 1, m, n, nt, r oder s schliesst,
die Lüdtke a. a. 0. p. 59 für den Erl of Tolous gelte?id macht,
ist hier, wie die obigen beispiele lehren, nicht vorhanden.
1 ) Ich bemerke hierbei , dass ich im folgenden blos auf die Überlieferung
mich stütze. Die frage, ob zuweilen unbetontes e einzusetzen ist, um die Sen-
kung zu füllen, oder ob und in welchen fällen auslautendes e als stumm anzu-
sehen ist, lasse ich aus mehreren gründen ganz intact ; erstens ist zu einer zeit,
wo die ansichten der verschiedenen forscher sich auf das schroffste gegenüber-
stehen (Man vgl. z. b. die behauptungen Brandts a. a. 0. p. 44 ff. mit dem
urtheil ten BrinKs, Deutsche litteraturz. 1882, p. 1382J, ein nur in einer hs.
überliefertes gedieht am allerwenigsten zum untersuchungsobjeet geeignet, und
zweitens ist einer meiner zuhbrer mit einer den nordenglischen dialekt im ganzen
umfassenden abhandlung über das tonlose e beschäftigt , dem ich hier in keiner
weise vorgreifen möchte.
— UV —
2) Die Senkung kann mehrsylbig sein.
A) V er Schleifung tritt ein
a) wenn die Senkung durch zwei, durch einen conso-
nanten getrennte, tonlose e gebildet wird '; z. b.v. 172 :
WiJ? hörs and wepenes feie. v. 824: Heuedes öf
wild bare.
b) *) bei auslautendem e mit darauf folgendem vokal oder h
a) beim verbum v. 51: To hei^e and holden prfis. v. 541: Bot
wesche and ^ede to mete; v. 543: Ynöu^ J?ai hädde at ete.
v. 546: Aske and haue it ^äre. v. 551: An härpour mäde a
läy. v. 553*. Pe härpour ^ede owäy. v. 556: Wröng J?an wite
y j>e\ ß) beim subst. v. 22: His näme it spröng wel wide.
v. 49: Pe döuke and Röuland rfis. v. 182: WiJ? sörwe on ich
a sfde. v. 568: He ^äf him röbe of pälle. v. 574: WiJ? Märke
he fs ful dere. v. 589: For mete and röbes rf?t. y) bei adj.
v. 57: Wi]p kni^tes pröude in pres. v. 66: WiJ? kni^tes stf]?e on
stede. v. 89: Hd was göd e and hdnde. v. 401: Of a prfnee
pröude in pläy. ö) bei adv. v. 198: And dere his de}> he söld.
e) bei conj., v. 82: Bot 31'ue it bd J?urch ginne.
c) Bei unbetontem e und schliessendem consonanten mit folgen-
dem vokal oder h -J- vokal. a) beim verbum v. 14: ]% greues
wexen al gräy. v. 121: Or lesen al J?ät j?er wäre. #. 144:
J>ai büsked and mäked hem böun. v. 567: Was cömen of
riche kinne. v. 584: Nöu^t no semed it so. v. 738: pö J>ai
kfsten him alle, ß) beim subst. #.13: In Winter it is nou^t sen.
v. 26: His böld börwes he ches. v. 78: J^e mäiden of hei^e
kinne. v. 547: In cöupes or hörnes grete. v. 753: His möder
hou hye was tän. v. 803: His sönes kni^tes he mäde. y) bei
adv. (resp. präp.) v. 268: O^äines him stöde no man. v. 544:
WheJ?er hem leuer wäre. v. 767: To sie him 6}>ur he me.
d) Bei auslautendem e mit folgendem, conso?iantisch anlauten-
dem, in der rede unbetontem wort', ij mit unbetontem e in der zweiten
sylbe. a) beim verbum v.396: }>ou lete me neuer spüle. ^.474:
Tn'strem schäre j?e brest. ß) beim subst. v. 56: To Märke, J?e
kmg, J?ai wdnt. v. 224: His söne sehe bäd it be. y) bei adj.
1) Von hier ab schliesse ich mich, der Übersichtlichkeit wegen, an die von
Wissmann, Litteraturbl. für germ. und rom. Philologie, 1882, p. 181 ff., auf-
gestellten rubriken an.
- LV —
v. iS: Pe göde ben äl owäy. ö) bei präp. v. 36: Bitvene J?e
döuk Morgan. 2) mit volltönendem vokal in der zweite7i sylbe
a) beim v erb um v. 23: Wald Röuland j?öle no wröng. v. 61:
To due'lle wij> him in pes. v. 63: And dede wi]? öuten les.
v. 425: Pe pdj> he töke ful rf;t. v. 541 : Bot wesche and ^ede
to mete. v. 1423: J>at täke )?is bätaile swij?e. ß) beim subst.
v. 87: Of bäle bot he me blinne. v. 99: Pe täle J?an he'rd
sehe teile, v. 276: 2^if höpe no wäre to rise. y) beim adj. v. 115 :
Röhand trewe so stän.
Unter den Bedingungen von b) und d) zuird auch auslautendes,
unbetontes y (i) verschleift; b) v. 40: J>ai spflden mäni a man. v. 55:
WiJ? kni^tes mäni and he'nde. d) v. 259: Redi to his somöun.
v. 1788: ^our smöck was sölwy to sen.
Indessen , selbst wenn wir alle vorgenannten fälle abziehen , so
bleiben doch noch eine grosse anzahl von zweisylbigen Senkungen im
inneren des verses bestehen, ivelche nicht auf schlechte Überlieferung
des textes zurückgeführt werden können. Doch herrscht hier keines-
weges absolute regellosigkeit, eine behauptung, die im folgenden näher
begründet werden soll. Die Beschränkungen , denen der gebrauch
doppelter senkimgen unterworfen ist, sind nämlich im wesentlichen
dieselben, welche Amelung in seinen Beiträgen zur deutschen metrik
(Zeitschrift für deutsche philo logie III, p. z^jf.) für die mittel-
deutschen gedichte aus der mitte des zwölften Jahrhunderts , speciell
für den König Rother überzeugend nachgewiesen hat. Ich schliesse
mich desshalb im folgenden eng an die von ihm aufgestellten rubri-
ken an.
1) Auf eine von natur hochtonige hebung kÖ7inen zwei Senkungen
folgen; doch muss jede der beiden Senkungen minder betont sein, als
die vorangegangene hebung', z. b. v. 59: His äuentours, äs it wes.
v. 102: To hir mäistresse sehe gan säy. v. 107: A knäue
child gät ]?ai tvö. v. 236: t>at leuedi, nöu^t to läin. v. 311:
J>e mariner späc bonäir. v. 462: Or fölily ^e hem spüle.
v. 476: Pe heminges swi'J?e on est. v. 506: pe tökening
schuld r/,e blöwe. v. 578 : WiJ? sörwe and rdweful che"re. v. 1004:
And schörtliche seyd in lede. v. 1536: So nöblelich he hem
hiijt. v. 117: And se'nt to Röuland onän. v. 248: His öwhen
wiif also tite. v. 552: J>at Tristrem, aresound he.
2) Bei doppelter Senkung ist der gebrauch selbständiger worte
als füllung derselben auf bestimmte Wortklassen eingeschränkt. Näm-
— LVJ —
lieh neben den flexi ons- und ableitungssylben , den präfixen und den
zweiten gliedern der composita können nur folgende redetheile zu
diesem zwecke verwendet werden.
A) Ohne jede 7v eitere einschränkung können folgende redetheile
ihren hochton verlieren:
a) der bestimmte artikel; z. b. v. 70: And öuer J?e wälles to
lye. v. 602: Biför him schdres pe mes. v. 782: To armes ]>e
king lete crie. v. 800: He säiled J?e se'uen däy. v. 2255 : Näked
J?e kni^tes knevve. v. 2564: To cöurt were cömen J? o tö. Ebenso
zuweilen der verstärkte artikel ]?at; z. b. v. 164: After J?at michel
anöur. v. 186: Morgan scäped )>at tide. v. 281: He stödiej?
euer, J?at stij?e. v. 2942: BöJ?e büsked J?at nfyt. v. 3046:
Ysönde men cällej? }?at fre.
b) Das pron. pers.; z. b. v. 2762: Y slöu^ Vrgän, y |?e
teile, v. 533: Mi fäder me häj? forlörn. v. 678: J^ai golden
me J?ät y läyd. v. 467: OJ?er J?ou hast ous töld. v. 843:
WheJ?er J?ou bh's or bän. v. 2915: Whatwites j?ou hir of ddde.
v. 1612 : J>at äfter J?e he gan long. v. 1832: A miri läy he
bigän. v. 1874: Of Tristrem he häj? a söun. v. 2749: He
bldwe priis as he cän. v. 3261 : His stirops he mäde him tine.
v. 597: pt pälmer seyd , he him kndwe. v. 3071: WröJ? to
chäumber sehe ^ede. v. 2481: Had wröu^t it, wij? öuten wöu$.
v. 2513: He di^t it wij? outen näy. v. 2670: £>e böke seyt, it
is nöu^t. ^.813: So long idel we ly. v. 2067: And sdyd :
Sir, siker ^e be. v. 428: He äsked hem, whennes ]?ai wäre.
v. 452: Bestes ]?ai bräc and bare. Hieher gehört auch men
(= frz. on) ; z. b. v. 109: And se"J>)?en men cleped him so.
c) Das pron. demonstr., hier so selten wie im König Rother',
z. b. v. 1508: Dede J?e Steward ]?is dede. v. 2082: For )?öu
me J? i s böde bröu^t. v. 2445: Ce'rtes J?is J?öu^t was his.
d) Die präpositionen ; ich habe belege notirt für bi, for, in, of,
on, ouer, to, wij?; z. b. v. 309: A cheker he fönd bi a cheire.
v. 2621: And sikej? for sö)?e to säy. v. 1910: To ]?erl he seyd:
In J?at nede. v. 2498: Tristre'm on an hüle stöde. v. 151:
And kni^t, ouer börd )?ai sträde. v. 840: And j?öu hast serued
to nie. v. 876: WiJ? J?ät was cömen to töun. Dahin gehört auch
to vor dem inf. , welches häufig in zweisylbiger Senkung vorkommt]
z. b. v. 70: And öuer )?e wälles to lye. v. 586: He nö wist,
whider to gö. v. 860: Föles J>ou wendest to fand. v. 2229:
— LVD —
WiJ> höt iren, to säy. v. 2446: Ful wele awreken to ben.
v. 2724: Of hfm ]>o\\ öwest to drede. v. 1581 : Sehe com \v'\p a
drink of mäin. v. 2452 : Bilder wij> öuten wene. v. 2481 : Had
wröusjt it wij? öuten wöu;.
e) Die conjunetionen; v. 2777: Bitvene )?e hauber k and si'de.
v. 386: Winde J>ai häd, as J?aiwölde. v. 2749: He blewe priis,
as he can. v. 2937: To steuen ?if ]?äi it stele. v. 3042:
Piseluen i/\{ pöu hir se. v. 1429: Listen now, whö wil \\pe.
f) Die adverbien per und J?o; z. b. 139: Mi rede is täken
per tflle. z>. 853: Amendes ]?er öu^t to ly. #. 1376: Knf^tes
po chösen J?äi. #. 2398: And Wales )?o ^eld him tflle.
g) Die negationen, selten; v. 2883: Broker! No wrä)?e pe
nou^t. z>. 2901: Ybröken no schäl it be, v. 2108: J^ou no
äugtest nou^t here to be. v. 2526: Sei?e J?äi neuer swiche
man ("?).
h) Die auxiliaren verben be, can, don, ginne, haue, may, wil.
v. 3062: No schäl it neuer be jn'ne. v. 355: Hye se'yden : ^önd
is pe länd. v. 76: For pi chösen was he. v. 686: His heued
was white of häre. v. 2057: Her äij?er was öj>er bisi'de.
v. 2744: pe wäter was bläc and bräde. v. 181: Swiche meting
nas neuer mäde. v. 403: Whö so better can säy. v. 68: Pe
türnament de de cn'e. v. 861: J>i fäder p\ möder gan hide.
v. 2104: pe schädowe Tristrem gan se. v. 2160: For pi pe
knf^tes gan säy. v. 1138: In sörwe ich haue ben äy. v. 2081:
Mäister , j?änk haue z,e. v. 3310: Seuen brevem ha)? he.
v. in : Pe tre'wes, J?at J?äi hadde tän. v. 2497: Her nön mi^t
of öj?er fflle (?) . v. 1094: Mö pdX hider wil ride. v. 2139:
Of lönd ichil dies färe.
B) Nur unter besonderen bedin gütigen können folgende ihren
hochton verlieren :
a) Die pron. possessiva und indefinita nur, wenn sie adjeeti-
visch gebraucht sind und unmittelbar vor dem zugehörigen notnen
stehen, a) possessiva, v. 234: Röuland, mi lörd, is släin. v. 848:
Amendes! Mi fäder is släin. Andere fälle sind zweifelhaft, ß) der
unbestimmte artikel; v. 309 : A dicker he fönd bi a che'ire. v. 1255 :
Pe king had a döuhter dere. v. 1581 : Sehe com wij> a drink
of mäin. v. 2498: Tristrem on an hille stöde.
b) Das pron. re/at., wenn es unmittelbar hinter dem wort stellt,
LVIII —
auf welches es sich bezieht; v. in: Pe treVes J?at J?ai haddc tan.
v. 2360: And fönd pe hönd, ]?at was hfs. v. 3288: Pe wräiers,
J?at weren in halle.
c) Die adverbien so und ful, wenn sie unmittelbar vor dem
adjectiv oder adverb stehen; ^.29: pe wä lästed so long.
v. 1481 : No was he neuer so fäin. v. 2569: No were j?ai ne'uer
so dere. v. 2592: Nas neuer so söri man. v. 283: Of him
weren ful bli'J?e. v. n 13: He is wöunded ful säre.
d) Als ein vereinzelter, aber wol zweifelloser fall ist noch an-
zusehen eine zahl, v. 2508: TwelmöneJ? J?re wöukes las.
D) Bei folgender doppelter Senkung gelte?? für die hebung die
gewöhnlichen regehi über elision; z. b. v. 564: Töken leu e in pe
halle, v. 634: Or bröken £>ine heued schal be. v. 671: And
sd]?J?en schewe him as knfcjt. v. 805: No bläm e hem no man
for pi. v. 815: Trfstrem dede as he hi'^t. v. 890: Bitwene pe
nöne and pe niz,t. v. 943: Pre hündred pöund e of latöun.
v. 1139: SeJ?)?en ich a liue haue be'ne. v. 1283: Ysönde he
dede vnd erstand. v. 1668: And swete Ysönde it bitäu^t.
v. 1839: And äsked rede of J?o tö. v. 187 1: Wi}>in a stöunde
of J?e däy. v. 2 118: More menske were it to pe. v. 2647:
He bede him, \\\p öuten les. v. 2815: Ysönde haue J?er he
wäld. — v. 168: Mekeliche he gan mele. v. 212: Gret wönder
hadde he po\.\7,t )?äre. v. 2897: HeJ?eliche höldej? he.
Verhältniss??iässig selte?i tritt der fall ei??, dass ei??e der beide??
metrisch einsylbigen se??k?inge?i graphisch zweisylbig ist, i??dem ver-
schleif ?t??g ei??tritt. Hieher gehöre?? verse wie v. 739: BöJ?e lduedi
and kni^t. v. 12 12: pe leuedy of hei^e priis. v. 1233: pe le-
uedi of hei^e kdnne. v. 1883: pe leuedi was sett on länd.
v. 2073: Mi leuedy me se'nt pe tille. v. 2114: J>ou sinnest,
leuedi, on me. v. 382: A löf of brede ^ete märe.
I?i ei?i paar anderen fällen wird durch änderung von wele in
wel, oder hadde in had, ver?nei??tlich dreisylbige se??k?ing beseitigt.
Es ergibt sich a?is alledem, dass i?n Sir Tristre??? doppelte Sen-
kung ei??e kei??esweges selte??e erschei?i?ing ist, i?i scharfem gegensatz
zu Ki??g Hör??, wo ??ach Wissmann (Untersuchungen p. 49,) diese
licenz sehr selten oder nie als Vorhände?? zuz?igebe?i ist. A?idrerseits
7vird die richtigkeit der vo?i u??s namhaft gemachte?? beschränkungen
bestätigt durch die fälle vo?? zweisylbiger se??ku??g, welche Wissma??n,
Litter aturbl. a. a, o. ?i??ter IV u??d V aus de??i Erl of Tolous auf-
— LIX —
zählt , da mit ausnähme des von ihm selbst mit f ragezeichen ver-
sehenen v. 217, wo syr in der Senkung stehen soll, sämmtliche stellen
sich in Amclungs rubriken einordnen lassen. Aus den von mir ge-
gebenen belege?i erhellt zugleich, dass zweisylbigheit der Senkung sowol
nach der ersten, wie nach der zweiten hebiing zulässig ist.
II) Der auftakt.
1) Der auftakt kann fehlen, z. b. v. 5: Whö was king wi}>
cröun. v. 54: Markes king J?ai fönd. v. 67: Gläd a man was
he. v. 90 : StälworJ?, wise and wi'^t.
2) Der auftakt kann zweisylbig sein, und zwar wird man hier
in den meisten fällen dieselben beschränkungen beobachtet finden, wie
bei der zweisylbigen Senkung. Doch ist eine erweiterung der ge-
statteten freiheiten unverkennbar. Ich begnüge mich mit wenigen
belegen; v. 389: t>o he | nö mi^t he'm nou^t se\ v. 408: In o | röbe
Tristrem was böun. v. 593 : Of J>e | pälmers he hädde a si^t.
v. 651 : He no | trewed it neuer in lede. v. 653: J>at he | wered
swiche a wede. v. 701 : J>at J?ai | bete främ J?e gäte. v. 732 :
Hou his | wönges we're wete. v. 827 : To his | kni^tes J?än seyd he.
v. 847: J>ine | erand, whät J?ou wöld. v. 869: WiJ? a | löf Tris-
trem smöt. v. 871: Of his | nöse rän J?e blöd. v. 956: Of J?e
schippe J>ai hädde a si^t. v. 2404: He was | rede, grene and
blewe. v. 2412: For he | bröu^t öut of dolöur. v. 2448: And
bi|töke hem )?e quene. v. 2493 : No no | göde mete J?ai ät.
v. 2795 : Ouercömen hästow md. v. 2885 : Mine | hörs J?e wäter
vp bröu^t. v. 2928: He bi|cöm Tristremes fre'nde. v. 3244:
Fro J?e | türnament nöld J>ai fle.
Schwer erscheint z. b. v. 3030: He seyd: | Dame, J?öu hast
wröng. Doch ist He seyd vielleicht überhaupt zu streiche?i ; vgl.
das in Wissmann' s Unters, p. 53 über diese phrase gesagte. Be-
sondere schiuierigkeiten haben im anfange der zeile dem dichter die
drei- und mehrsylbigen eigennamen bereitet; während sich z. b. v.
1926 nnd sonst betonen lässt: Meriadök, so ist wol v. 2179 Meria-
dok zu lesen. Ebenso wol v. 2844: And Me|riadok fül of ^öu^t.
Indessen, selbst abgesehen von solchen fällen, wo zu lange eigen-
namen den vers holprig machen, bleiben eine anzahl übrig, wo man
gezwungen sein dürfte, an stelle von versen mit drei hebungen und
zweisylbigem auftakt, verse von vier hebungen anzusetzen; ich hebe
namentlich die folgenden he 1 vor: v. 47 : t>at ich a man schul iöien
— LX —
his. v. 220: Ac hye no bade nöu^t ]>at mörn. v. 287 : Fiftene
^ere he gän hirn fede. v. 313: O^äin an häuke of noble dir.
v. 315 : Whej?er so mätes öj?er fair. v. 322 : Ysett he häj? J?e long
asise. v. 342: Tristrem wän )?at J^r was läyd. v. 344: No ldnger
J?än )?e mäister seyd. z>. 415: And ete ay til him göde J>6u^t.
v. 445: Tristrem hünters sei^e n'de. v. 550: And risen, when
hem göde J?öu^t. v. 683 : A bäj> j?ai bröu^t Röhand tone. v. 851 :
Certes, ]?i fäder )?an slöu^ y. v. 945: J>e fe'rj? ^ere, a ferly röun.
z/. 971: To long ichäue bdn her bönd. v. 1168: Schipmen him
sei^e nei^e händ. v. 1251 : To böure cleped feie sij?e. v. 1297:
He bitäu^t hem göd and göde däy. v. 1367 : ^e sigge, ich wdrn
mi nem to wiue. v. 1468 : His ndj?er chäuel he smöt döun.
v. 1496: And seyd; dere he hädde hir böu^t. v. 1541 : Pe quen
äsked, whät he fs. v. 1631: Pe kmg swöre, so göd him spdde.
v. 2133/.: Y löued neuer man wij? möde, Bot him, ]?at hädde
mi mäidenhede. v. 2206 : J>rftti fete, söj? to säy. v. 2549 : J>ai
no | hede nöuz;t of swfche pläy. v. 271 1 : Bitvene J?e döuke J?ai
häd ben äy. v. 3257 : Bitvene Canados and Ganhardin. Wie ist
dieser vers zu lesen ? Gewiss würden manche dieser fälle , wenn
nicht alle , sich beseitigen lassen , wenn wir mehrere gute hand-
schriften unseres gedieh tes besässen. Mit unsicheren conjeeturen da-
gegen dürfte der sache tvenig geholfen sein .
lieber vers 9 der strophe ist wenig zu sagen. Er enthält tine
hebung, mit männlichem oder weiblichem ausgang. Der auf takt fehlt
nie; er ist in der regel einsylbig, selten zweisylbig; z. b. v. 1043 :
In )?e | scheid, v. 1934: Of her | böur. v. 2539: At a | bore.
v. 2583: And J?i | kni^t. v. 2979: As he | flei^e. Schwerere
fälle sind, v. 1164: Nei^e | händ. v. 2275: SoJ?e | Jn'ng. Nur
einmal begegnet dreisilbiger auf takt, v. 2880: WiJ? outen | öp.
IV.
Die sprachliche form des Sir Tristrem.
A) Der dialekt.
Ich werde mich bei den folgenden erörterungen im wesentlichen
beschränken auf die durch den reim sicher gestellten lautiverthe und
ßexionsen düngen , da einmal das gedieht umfangreich ge?iug ist , um
— LX1 —
eine Bestimmung der dialektverhältnisse blos aus den reimen zu- er-
möglichen, und andrerseits durch herbeiziehung im versinneren stehen-
der formen die Übersicht über das thatsächlich beiviesene höchstens
geschadigt werden kann.
Es kommt ein anderer umstand hinzu, des uns erlaubt, in die-
sem abschnitte summarischer zu werke zu gehen, als dies in früheren,
ähnlichen Untersuchungen möglich erschien , wo für die Bestimmung
des dialektcs keinerlei äusserer anhält gegeben war . Schon die fiction
des dichters, dass er seine kenntniss von der geschichte Tristreni's
von Tomas of Erceldoune , der an der grenze von E?igland und
Schottla?id gelebt haben muss , überkommen habe , weist mit voller
Sicherheit auf den norden von England oder den süden von Schott-
land als heimath des dichters hin. Hätte er im süden von England
gelebt und demgemäss sein gedieht in südlicher mundart abgefasst, so
wäre er wol überhaupt nicht auf die idee gskommen, diese autorität
geltend zu machen, und vor allem würde er bei seinen landsleuten
keinerlei glauben an die richtigkeit seiner behauptung zu erwarten
gehabt haben. Wir werden uns also die mühe sparen können, jede
geläufige lautformation blos desshalb namhaft zu machen, weil sie
nicht speeifisch südenglisch ist.
Lautlehre.
I. Die vokale der 2,-reihe.
ä. i) Für die geltung dieses lautes als a vor n haben wir
sichere Zeugnisse', vgl. v. 34 bigan, #.38 lan, v. 40 man, reimend
mit Morgan; v. 117 onan, reimend mit tan — Morgan — stan, ^.901
ban, reimend mit Morgan — tan — stan — nan; v. 2324 \> an, v. 2328
man, reimend 7/2// Vrgan — Morgan. In all diesen fällen gibt der eigen-
name einen festen anhält. Für ä vor n als o fehle?i belege. 2) ä
vor nd ist einmal als o gesichert, v. 969 Yrlond, v. 973 ystond,
v. 975 hond, reimt mit bond (== ae. bönda) . a ist nicht nach-
weisbar, da reime mit dem part. präs. auf and , wie deren Brandt
a. a. 0. p. 52 aus Thomas of Erceld. beibringt, hier nicht vor-
kommen. Für das verhalten von ä vor m und ng fehlen sichere
reime ganz. 3) ae. ä erscheint a) als a, vgl. v. 183 glade, reime?id
mit brade — rade — made, v. 154 bade, reimend mit cladde, z>. 210
bare, reimend mit )?are — care — sare; v. 490 bare, reimend mit ^are
— schare — wäre — mare ; v. 2852 was, reimend mit cas — Bonifas —
— LXII —
solas. ß) als e, v. 24 wes, reimend mit ches — res — pes — les.
Ucbcr die hie her gehörigen formen von have s. das glossar.
lieber e als \-umlaut von a ist nichts zu bemerken; vgl. v. 91
ende, reime?id mit hende — frende — wende, v. 157 wedde, v.
159 bedde, reimend mit radde (/. redde) — fedde. Wenn 3 hinzu-
tritt, so wird ai daraus : v. 1795 slain, reimend mit drain — ogain
— fain — Brengwain.
Für das verhalte?i von ae. ea vor w giebt es folgende durch
den reim gesicherte belege; es erscheint \) als a: v. 2016 tald, v.
2018 ^ald, v. 2020 bihald, rei?nend mit glad. Weniger gesichert
ist v. 991 bald, v. 993 wij?hald, v. 997 bald, r. m. wald, da
dafür auch wold eintreten könnte. 2) als o : v. 645 hold (= ae.
heald) , r ebnend mit mold — gold — fold. v. 940 yfold (= fealden) ,
reimend mit vnhold — gold — mold. 3) als e: v. 1073 ^e^ (sss
ae. geald), v. 1075 queld, reimend mit scheid — feld — biheld
(= biheold). v. 231 1 held, v. 2315 teld, reimend mit vnselde —
^eld (= geldanj . v. 3248 ^eld, v. 3250 biheld, v. 3252 teld,
reimend mit feld. v. 3268 feld, v. 3272 teld, v, 3274 held, rei-
mend mit meld.
Vor 11 schrieb der dichter gewiss a, wenn auch entscheidende
reime fehlen, vor r ist a gesichert: v. 214 care, reimend mit bare
— )?are — sare; v. 380 ^are, reimend mit wäre — hare — mare —
fare.
Vor 2,t entwickelte sich ?iach aus ea gewordenem a ein u : v.
2785 fau^t, v. 2791 mau^t, reimeiid mit tau^t — drau^t — sau^t ;
statt au ist ou eingetreten: v. 120 mou^t reimend mit ^ou^t — nou^t
— wrou^t — sollet. So ist auch v. 2848 fou^t zu schreiben statt
fau^t, im reime auf wrou^t — brou^t — J^ou^t — nou^t.
Uebcr e ist we?iig zu bemerken; es reimt mit e aus ea, z. b.
v. 1069 scheid, v. 107 1 feld reimend mit 2;eld — queld — biheld.
Aus dem ae. pari. prät. segen von seön ist entweder durch aus fall
des g sen geworden, vgl. v. 13 sen, reimend mit grene — wene —
bene — mene, oder sain ; v. 466 sain, reimend mit o^ain — sain
— vnflain — fain — lain ; v. 1988 sain, reimend mit Bringwain
— fain — o^ain — frain. eo ist zu e geworden, z. b. v. 1077
biheld, reimend mit scheid — feld — ^eld — queld ; zu i gesunken
ist e in fi^t (= ae. gefeoht) : v. 204 fi^t, reimend mit kni^t —
bri^t — pi^t — di^t.
Ebenso ist nichts besonderes zu sagen über die Schwächung von
— LXIII —
a zu u durch die mittelstuf e o ; um so bemerkenswerther ist das
verhalten von y, dem i- umlaute dieses u. Dieser erscheint hier meist
in der form i; sichere belege dafür sind folgende ; v. 1547 kisse,
reimend mit is — ywis — )?is ; v. 1942 lite, reimend mit white —
site — scrite — tite ; v. 2069 fille, reimend mit ille — tille — wille.
/;/ anderen fällen lässt sich i aus dem reime ivenigstens erschliessen;
v. 1450 dent, rei?nend auf flint mit altem i, beweist, dass auch
dint zu lesen ist, zumal gerade dieser reim auch sonst in norde, dich-
tungen häufig ist. v. 11 12 J?enke, reimend auf drink — swink —
stink, also J?inke zu lesen', v. 2262 J?enk, reimend mit sink — swink
— drink; also J?ink zu lesen; v. 2759 kenne, reimend mit inne,
also kinne zu lesen. Mehr Schwierigkeiten bereitet die Überlieferung
in str. CCXVIII '; dort reimt v. 2393 deste mit miste — J?reste —
wist — kist ; die bindung mit miste und wist deutet darauf hin, dass
auch in den übrigen fällen der lautwerth i gefordert zuird; ander-
seits scheint }?reste. wenn wir es mit Stratm.3 p. 590 b auf ae.
J?rsestan zurückführen, die lautung e auch für die übrigen reimworte
zu beanspruchen. Nun findet sich aber daneben (vgl. Stratm.3 p.
594b) ein aus isl. J?rysta abzuleitendes pruste, friste (z. b. Hav. v.
2019^ in demselbeti sinne; mit diesem ist J?reste v. 2391 zu identi-
ficire?i und demgemäss friste dafür einzusetzen. Dass endlich deste
hier und bei Shoreham p. 52 dasselbe wort ist, wie dusten, was
Stratm.3 p. 153 une?itschieden lässt, beweist der ganz gleiche sinn
beider verba; man vgl. die von Stratm. Suppl. p. 35 angeführte
stelle Fer. v. 854: He dust him doun, mit Shoreh: ne non härm
hine doun deste. Mätzner, Wtb. I p. 694 verbindet sie mit recht.
Wenn beide (Stratm.3 p. i68b freilich nur fragend) es von isl. dusta
ableiten, so ist das mindestens als unsicher zu bezeichnen, da Vig-
fusson nicht eine einzige belegstelle dafür a?iführt. Angeno??tmen aber,
diese etymologie sei richtig (eine überzeugendere iveiss ich auch nicht
beizubringen), so ist offenbar dieses isl. u der analogie von ae. y,
me. u gefolgt, indem es in Kent zu e wurde. Mit demselben rechte
kann dann aber auch geschlossen werden, dass es im norden zu i
wurde, wenn der vorliegende beleg auch zufällig der einzige ist.
Wir gewimien somit die zu erwartende rei?nfolge: miste — friste —
diste — wist — kist. Endlich v. 2172 feile, reimend mit wille —
stille — ille — spüle, wofür ?iatürlich fille (=== ae. fyllan, caedere)
einzusetzen ist. Trotz alledem bleiben aber doch noch mehrere sichere
belege für die geltung des ae. y als e übrig; ß. 2413 kende (= ae.
— LXIV —
gecynde), ?-ei??iend mit hende — ende — sende. Ferner v. 2722
vnrede, reimend mit forbede — nede — drede. Freilich habe ich
über die Herkunft des ae. geryd nichts befriedigendes finden können.
Wichtig ist ferner die gestaltung von ae. ä. Ich fasse hier das
goth. e und das goth. ai e?üsprechende ä zusammen. Die entschei-
denden reime sind 1) für seine geltung als ä: v. 115 stan, v. 117
onan, reimend mit tan — Morgan, v. 145 abade, v. 147 rade,
v. 151 strade, reimend mit made — fade. v. 216 sare, reimend
mit bare — J?are — care. v. 270 stan, v. 272 an, v. 274 ban,
reime7id mit Morgan — man. v. 345 bade, v. 347 rade, v. 349
brade, reimend mit made, glade. v. 354 are, v. 362 sare, reimend
mit bare — wäre — fare. v. 364 mare, v. 366 are, reimend mit
care — fare. v. 378 hare, v. 382 mare, reimend mit wäre, ^are,
fare. v. 1024 brade, v. 1030 rade, reimend mit glade — made.
v. 1089 sare, reimend mit care. v. 1915 rade, v. 19 19 brade,
v. 1921 abad, reimend mit made. v. 1979 mare, reimend mitwäre
— fare — care — J?are. v. 2093 wate, reimend mit gate — sat —
lat. v. 2135 are, v. 2 141 sare, reimend mit wäre — fare. v. 2630
rade, v. 2634 abade, v. 2636 brade, reimend mit made. v. 2740
rade, v. 2744 brade, reimend mit made — fade. Vgl. v. 3081 ^.
Darnach lassen sich in folgenden fällen die ursprünglichen reime her-
stellen, v. 540 more, reimend mit schare — wäre — ^are, ist
in mare zu ändern. v. 1739 wroJ>, v. 17 41 clo)?, reime?id mit
ba]?e — raj?e, sind in wraj? &72d? claj? 2& verwandeln. Für v. 2004
ore, z>. 2006 sore, reimend mit fare — wäre — whare, ist ore ##^
sare zu lese?i.
2) für die geltung als 6: v. 1476 ston, v. 1478 ichon, v. 1480
nekbon, reimend mit don. 7;. 21 13 fo, ^. 21 15 so, v. 2 117 slo,
reimend mit do. #. 2880 6\>, reimend mit so)?. #. 3049 fo, v. 3053
go, v. 3055 wo, #. 3057 also, reimend mit do. ^. 3193 to, v.
3195 so, reimend mit to (präp.) — do. Für v. 229 moun, rei-
mend mit sone, /y/ mone einzusetze?i. Unentsc heidbar ist die fä?'bung
des a in der reimfolge v. 331 ff. : ga — ta — ma — so ; v. 77 1 ff.:
wo — ta — slo — j?ro ; v. 3070 ff. : sore — more — J?ere — £are.
3) für die geltung als e: v. 2134 maidenhede, reimend mit
wede. v. 2904 swete (sudor), reimend mit bete.
Ae. ae ste/// «V^ im Sir Tristrem dar 1) als ä: v. 11 48 J?are,
v. 1152 bare, reimend mit mare — ^are — fare. v. 1977 J?are, r«"-
w£;/<^ mit fare — care — mare. v. 2701 wäre, reimend mit care —
— LXV —
dare — mare. v. 2820 wäre, v. 2822 j?are, reimend mit z,are —
fare — mare. Für v. 673 were, v. 675 bere, reimend mit are —
z,are — hare, ist wäre und bare einzusetzen.
2) als e: v. 21 mene, reimend mit sen — grene — wene —
bene. v. 201 )?ere, #. 203 were, z/. 205 J?ere, reimend mit here
(= audire). z'. 400 lere, reimend mit fere — dere — here. v.
2234 J?ere, reimend mit bere — were — here. Interessant ist, dass
sich in einer strophe )?are und J?ere neben einander finden, und zwar
beide durch den reim geschützt, v. 573 J?are, reimend mit sare —
fare — mare; v. 580 j?ere, v. 582 were, reimend mit dere — here
— chere. Für v. 3074 J?ere, reimend mit sore — more — z,are,
ist J>are 2^ /^.sr//, rtfa die dreimal geschriebene form )?ore nicht in
beweiskräftigen reimen vorkommt. Für v. 442 ysprad, v. 444 lad,
reimend mit ledde ■ — yfedde — cledde ist wegen yfedde, yspred, led
einzusetzen.
Ae. 6 reimt theils unter sich, theils mit aus ä entstandenem ö,
s. 0. Die Schreibung uo oder u findet sich nirgends dafür. Nur
Hn wort ist hervorzuheben, v. 2269 sware (== ae. swör), reimend
mit )?are — bare — wäre. v. 1106 sware (= ae. swöron) reimend
mit bare — J?are — wäre, also 6 zu a verwandelt. Nun sind zwar
diese reime jiicht absolut zwingend, da auch j?ore — swore — bore
— wore dafür ei/igesetzt werden könnte ; insofern jedoch J?ore, bore
und wore sonst im gedickte nicht nachweisbar sind und sware sich
auch in anderen norde, dichtungen findet, kamt diese Vokalformation
als gesichert gelten.
Vor 5 ivird als dunklerer Vorschlag ein u eingesetzt; vgl. v.
2477 ff. : slouz, — ynouz, — wouz. — drouz. — bouz,.
e, der \-umlaut von 6, ist durchweg erhalten. Für v. 155
radde, reimend mit vvedde — bedde — fedde, ist redde einzusetzen.
II. Die vokale der i-reike.
Sie geben kaum anlass zu bemerkungen. Für 1 findet sich öfters
ii geschrieben, priis. riis etc. lieber ae. ä = goth. ai vgl. 0. p. LXIV
III. Die vokale der u-reike.
ü vor nd wird ou geschrieben, z. b. founde, grounde etc. Das
ae. z,eong erscheint in der form v. 2302 zjng, reimend mit king,
wering, J?ing.
Ae. ü erscheint im Sir Tristrem durchweg als ou oder ow und
reimt mit frz. ou, so gleich in str. I ow kann mit frz. u reimen,
:. b. v. 3108 Peticru. r. m. now — trowe — hou.
Kölbing, Sil Tristrem. e
— LXVI —
Ae. eö ist stets zu e geworden] z. b. v. 402 dere, reimend mit
fere — lere — here.
Ae. eä ist zu e geworden] z. b. v. 63 les, v. 65 ches rei-
mend mit pres — wes — pes. Mit nachfolgendem 3 hat sich der
diphthong bekanntlich nach zwei Seiten hin entwickelt ', zu eyz, und zu
y; vgl. Ellis, On Early English Pronunciation p. 284, Zupitza,
Guy 0/ Warw. p. XI. In der regel wird sich aus dem reime ent-
scheiden lassen, wie der dichter geschrieben hat; wenn v. 760 hei^e,
v. 766 hy, reimend mit Ermonie — y, so entscheiden diese reimworte
für hy ; wenn v. 786 heye reimt mit crie — J?i — by, so ist eben-
falls hy zu schreiben; aus demselbe?i gründe ist v. 2150 undv. 2514
hei^e in hye zu ändern; ferner ist wegen v. 3164 crie auch v.
3158 hye und v. 3162 bye zu lesen; ebenso endlich wegen v. 3212
li^e auch v. 3210 hy^e. Demnach wird wol auch in str. XXV
(bei^e — hei^e — nei^e — slei^e) und CXCVIII (hei^e — bei^e —
slei^e — nei^e) der dichter die formen auf y% gebraucht haben, ob-
wol die reime hier nichts entscheiden.
Ae. y, als i-umlaut von ü wird zu 1: v. 260 ki]?e, reimend
mit blij?e — swij?e — lij?e ; v. 475 pride, v. 481 hide, reimend mit
biside — tide.
In betreff des y als \-umlaut von eö ist zu bemerke?!, dass v.
2906 yses, reimend mit ywis — is — J?is — amis, in ysis zu än-
dern ist.
Ae. y oder e, als i-umlaut von eä, erscheint als e: v. 199
here (= ae. heran), reimend mit J?ere — were.
Auf eine Untersuchung über die geltung oder das verstummen
des tonlosen e gehe ich hier, aus dem oben p. IUI angegebenen gründe
nicht ein. Der Schreiber wenigstens wird sie schwerlich mehr als
hörbar empfunden haben, da er sonst am Schlüsse der Zeilen kaum
in bezug auf die setzung und Unterdrückung desselben so sorglos und
inconsequent verfahren wäre.
Bemerkungen zur flexion.
Der plural der Substantiv a lautet aus 1) auf s: v. 496 ri^tes,
v. 498 li^tes, v. 502 ^iftes, reimend mit diätes (^sprs.). 2) auf
n: v. 2480 dayn, reimend mit Hodain — layn — sain ; v. 3296
schon, reimend mit don — sone — bone. 3,) Er wird du?-ch um-
— LXVII —
laut gebildet: v. 1242 fet, reimend mit lete — grete — vnsete — sket.
4) Das pluralzeichen fehlt ganz, aber nur bei solchen Worten , die
allenfalls als collectiv begriffe aufgefasst werden können. #.341 potinde,
reime uil mit stounde ; v. 1878 und 1897 dasselbe wort. v. 433
Schilling, reimend mit king — bring — J?ing ; z. 605 dasselbe wort,
v. 437 Jnng s. 0. v. 1925 dasselbe wort. v. 960 sij?e, reimend mit
bli)?e — lij?e — sij?e (sing.); v. 1251 und 3256 dasselbe wort. v. 817
kni^t, reimend mit hi^t — ri^t — si^t. v. 60 frende, reimend mit
went, J?ende — hende. v. 824 bare, reimend mit ^are — mare —
schare — wäre. Fraglich erscheint es, ob si?ig. oder plural anzu-
nehme?! ist bei v. 265 bei^e ; ebenso 381; v. 2458 hille.
Die flexion der adjeetiva ist ganz verloren. Was die flexion
des verbums betrifft, so erscheint zunächst der inf. präs. fast stets
ohne das schluss-n, mit oder ohne tonloses e. Als ausnahmen sind
zu verzeichne?! v. 826 sayn, rei?nend mit forlain — sleyn — swayn \
v. 1141 ysene, rei??iend mit mene — bitvene — ben — wene, v. 14 18
tan, reimend ??iit ran — J?an — wan — man. Dagege?i ist v. 2621
sain, reimend mit oway — ay — day, in say zu ändern. Die inf.
go und do, bei denen sich sonst das n am längsten zu halten pflegt,
erschei?ien hier nie mit demselben. Ga?iz vereinzelt steht eine süd-
e?iglische infinitiv-form, v. 3323 armi, reimend mit sty — crie — J>i.
Die 2. pers. si?ig. präs. lautet auf s aus: v. 2933 ses, rei-
mend ??iit fies — les — bes; ebe?iso die 3. pers.: v. 320 lys, rei-
mend mit asise — arise — wise. v. 500 diätes, reimend mit ri^tes
— li^tes — ^iftes. v. 2906 yses (/. ysys), reimend ??iit ywis — is
— J?is — amis. v. 2927 fles — les — bes — ses. Die flexions-
endung fehlt nur in v. 2262 J?enk, rei??ie?id mit sink — swink —
drink ; v. 2948 j?ink, reimend mit brink. Für v. 2496 bihalt (=
ae. behalde)?), rei??iend mit cold — told — old — wold, ist doch
wohl die präteritalfor?n bihold einzusetzen. Freilich kann ich die-
selbe sonst nicht nachweisen. Der plural erschei?it überall oh?ie
flexion 1. pers. : v. 813 ly, reimend ??iit J?i — Ermonie — by — y.
v. 2932 lende, reimend mit frende — wende — hende — hende.
2. pers.: v. 462 spüle,, rei?nend mit wille. v. 2606 ride, reimend
mit abide — side — tide — hide. v. 3089 duelle, reimend mit
spelle. 3. pers.: v. 321 biginne, rei?nend mit inne — atvinne —
winne — blinne. v. 966 grete, reime?id mit unswete ; vgl. ferner
v. 1527 loke, v. 1856 bring, v. 2441 mene, v. 2587 yse, v. 3136
lye, v. 3149 se, v. 3312 fare.
— LXVIII —
lieber den conj. p?'äs. ist nichts zu bemerken, da derselbe ?iatür-,
lieh durchweg flexionslos ist. Dasselbe ist bezuglich des imper. sing,
und plur. zu sagen .
Das pari. präs. begegnet nirgends im reime.
Die starken verba haben im prät. den Stammvokal des sing,
und des plur. zu gunsten des sing. ausgegliche?i ; vgl. folgende plural-
stämme: v. 353 fand, reimend mit land — hand — stand, v. 521
ran, reimend mit man — J?an — can. v. 1105 bigan, reimend mit
J?an — kinsman — wan. v. 147 rade, v. 151 strade, reimend mit
abade — made — fade — bade. v. 1921 abad, reimend mit rade
• — made — brade. v. 1354 ches , reimend mit reles — les —
wes.
Ob die 2. pers. sing. ind. prät. belegt ist, bleibt zweifelhaft,
da v. 2128 lay, reimend mit say — day — way, und v. 2147 lay,
reimend mit say — may — oway — ay, ivol eher als conjunetiv-form
zu betrachten ist.
Der plur. prät. hat die flexionse?idung durchweg verloren ; die
einzige ausnähme bildet v. 2478 layn (= jacebant), reimend mit
Hodain — dayn — sain ; hier scheint so gut wie bei dayn und sain
der durch den eigennamen Hodain verursachte reimzwang die Ursache
der erhaltung des n zu sein.
Das pari. prät. der starken verba weist die endung n auf : v.
13 sen, reimend mit grene — wene — bene — mene. v. 88 done,
reimend mit sone. v. in tan, reime?id mit Morgan — stan — onan.
^.234 slain, reimend mit vnfain — lain — ogain. v. 529 born, v.
533 forlorn, reimend mit biforn — hörn. Ausgenommen sind solche,
deren stamm mit muta cum liquida schliesst: v. 301 yfold, reimend
mit hold — wold — told — ^old. v. 973 ystond, reimend mit Yr-
lond — bond — hond. Selten fehlt das n bei einfacher consonanz:
v. 1956 oftore, reimend mit }?erfore, v. 2999 ysteke, reimend mit
breke — speke — gete.
lieber die flexion des verbi subst. vgl. das glossar. Ich hebe
hier nur hervor, dass die 3. pers. sing. ind. präs. nur is, nie, wie
sonst häufig in norde, denkmälem, es lautet; daneben v. 2931 bes.
Der pl. are; der inf. gewbhilich be, selten ben. Die 2. pers. sing,
prät. lautet v. 759 wes.
Bei den prät. präs. ist die 2. pers. sing. ind. präs = der 3.,
ohne flexion: v. 1828 can, reimend mit )?an — bigan — wan —
— LXIX —
man. v. 2584 may, reimend mit day — play — say — oway.
Ebenso im prät. : v. 469 wold, reimend mit bold — old — told.
v. 2585 mi^t, reimend mit kni^t. Der Stammvokal des sing. präs.
herrseht auch im plur.l v. 525 can, reimend mit man — ran —
J?an ; v. 699 wate, reimend mit lat — gate — gat — hate.
Mustern lüir jetzt die auf den vorigen Seiten dargelegten und
durch die reime als ursprünglich bewiesenen sprachlichen eigenthüm-
lichkeitcn. welche den dialekt des Sir Tristrem characterisiren, unter
berücksichtigung und vergleichung anderer, bes. nordenglischer denk-
mäler. im einzelnen durch. In besonders naher beziehung stehen die
hier folgenden erörterungen zu BrandPs Untersuchung über dialekt
und Orthographie des Thomas of Erceldoune, die ten Brink kürzlich
mit recht als » dankenswerth « bezeichnet hat, » wenn auch manches
darin sich genauer fassen Hessen (Deutsche litter aturz. 1882, p. 1383).
Seine darstellung ist anregend, wenn auch nicht erschöpfend, seine
^tatsächlichen angaben über sprachliche einzelheiten in verschiedenen
nie. dichtungen durchaus zuverlässig. Aber auffallend ist, dass er
de?i Sir Tristrem , an den ihn schon der name seines autors ge-
mahnen musste, ganz unberücksichtigt gelassen hat; für die klarstel-
lung der reime wäre W. Scotfs ausgäbe doch sicherlich zuverlässig
genug gewesen. Im ei?izelnen wird sich z. th.. gerade in folge davon
mehrmals veranlassung zu kleine?i berichtigungen seiner resultate er-
geben.
Dass das verhalten von ae. ä vor m und n für den dialekt
eines denkmals nichts beiveist , ist bekannt; vgl. u. a. Wissmann,
Untersuchungen p. 9. Wichtiger ist ea, welches, wie tuir oben p.
LXII sahen, im Sir Tristrem als a, o oder e erscheint. Wenn Wiss-
mann bei besprechung dieses ea, a. a. 0. p. 12, meint: »In gewissen
dialekten mögen beide formen (sc. a und o) neben einander bestanden
haben«, so lässt sich das sogar aus den älteren nordhumbrischen denk-
mälern sicher nachweisen, und wenn Brandt a. a. 0. p. 52 sagt, das
a sei schon bei R. Hampole nicht mehr intact, so übersieht er, dass
bi der nordhumbrischen Psalmenübersetzung (Anglo-Saxon and Early
English Psalter ed. Stevenson, london and Edinburgh 1843,), d*e
ten Brink, litter -aturgesch. p.^Sl *n d*e zwe^e hälfte des 13. jähr h.
setzt, neben dem gewöhnlichen a sich auch schon vereinzeltes o findet;
freilich kenne ich nur zwei stellen, Ps. XVIII v. 11 holde (= ae.
— LXX —
healden), reimend mit gokle; derselbe reim Ps. CXVIIIv. 72. Bei
R. Rolle habe ich merkwürdiger weise auch blas den einen beleg für
o auffinden können, den Brandl a. a. 0. ciiirt. Yw. and Gaw.
zeigt nur a, z. b. v. 1009/. halde : balde, ein reim, der sich frei-
lich nicht controlliren lässt. Dagegen finden sich dieselben drei for-
mationen wie in unserem gedichte auch in dem sicher dem norden an-
gehörenden Sir Perc. 1) ein beleg für a: v. 792 balde, v. 804 calde,
reimend mit spalde (= ne. spall) . 2) belege für o: v. 15 16 colde,
v. 1520 tolde, v. 1524 bolde, reimend mit scholde (== ne. should).
v. 1322 byholde, reimend mit golde — molde. 3) ein beleg für e:
v. 1224 beholde, reimend mit scheide1) — felde — ^elde. Es er-
gibt sich daraus wenigstens soviel , dass alle drei färbungen dieses
vokals dem Nordenglischen in der mitte des 14. jähr h. 's — in diese
zeit wird ja Sir Perc. etwa zu setzen sein — nicht fremd sind.
Dass ae. y, dem \-umlaute von u, in mittel- und nordenglischen
dialekten i zu entsprechen pflegt, ist bekannt. Wenn nun hier daneben
vereinzelt auch e dafür vorkommt, so ist das zwar ei7i hauptcha-
racteristicum des kentischen dialektes , findet sich aber auch in an-
deren südöstlichen landschaften ; siehe die Zusammenstellungen von
Wissmann, Unters, p. 22 ff., zu vergleichen mit meinen bemerkungen,
Engl. Studien I p. 93 ff., sowie Danker: Die laut- und flexions-
lehre der mittelkentischen denkmäler. Strassburg 187 9, p. n f. Dass
diese form des vokals auch dem norden nicht ganz fremd ist, ist bis-
her wol weniger beachtet worden. Brandl bemerkt nur, a. a. o. p.
60: »e statt umlaut -y hat T in evyll 320, gerade wie R. Hampole
und Barbotir.« In der that halte er auch keinen grund, auf diesen
punkt näher einzugehen, da dies e bei Thomas nie im reime begegnet.
Im nordhumbrischen Psalter habe ich nur für y e gefunden : Ps.
XXXII v. 11 strende (= ae. strynd), reimend mit ende. Ps. LX
v. 7 dasselbe, reimend mit wende. Aus Sir Perc. kann ich keinen
derartigen reim nachweisen, aus Ywaine and Gaw. wenigstens einen)
v. 853 unshet (= schloss auf, von ae. scyttan), reimend mit weket.
evyll ist bei R. Rolle flicht im reime zu belegen, wol aber v. 6735
J?rest (= ae. J?yrst), reimend mit rest, v. 6773 dasselbe, reimend
mit fest. Wiederholt findet sich dies e neben i in Amis and Amiloun,
in seinen lautverhältnissen mehrfache ähnlichkeit mit Sir Tristrem
1) Des reimes wegen muss ci. 1228 statt And many scheide brode, gelesen
werden : And many brode scheide.
— LXXI —
aufweist. Freilich — und das ist getviss kein zufall — kommt dies
e dort blos in dem worte kende vor, welches auch im Sir Tristrem
den einzigen sicheren beleg dafür bot; z. b. v. 8 kende (= ae.
gecynd), reimend mit hende ; v. 14 dasselbe, reimend mit wende.
V. 303 mankende, reimend mit ende — wende — sehende, v. 15 12
kende (= ae. cynde, neue, kind), reimend mit wende — hende —
ende. v. 1236 unkende, reimend mit wende — hende — bende.
Aber auch v. 2175 kinde, reimend mit bihinde — minde — finde.
Sehr häufig ist dies e endlich im King Alis., der nach ten Brink,
Litteraturg. I p. 301 »wol unter Eduard I im norden des alten
Merciens entstanden ist.«
Für den fall, dass das i in unride nicht als ein umlauts-i an-
zusehen wäre , will ich noch auf die Verwandlung von altem \ in e
mit ein paar Worten eiiigehen. Brandt sagt p. 60, dies e fände sich
gelegentlich wol in jedem grösseren spätnie. denkmal. Einen will-
konunenen beleg für frühere zeit bietet R. Rolle v. 4210 ]?redde
(= ae. J?ridda), reimend mit bredde (von ae. bredan). Man be-
achte ferner v. 7133 shenshepe, reimend mit kepe ; v. 955 u. ö.
worshepe, reimend mit kepe. Aus dem vorstehenden ergibt sich, dass
die beiden sicheren stellen von e für i in unserem gedickte der an-
nähme nordejiglischen Ursprunges keinesweges widersprechen.
Ae. ä hat im Sir Tristre7ii meiste?ts die geltung von a, in meh-
reren fällen jedoch auch die von o. Es liegt also das timgekehrte ver-
hältniss vor wie in de?i denkmälern aus dem osten des mittellandes ,
wo o übenviegt und a nur selten erscheint; vgl. Mall: Harrow. of
hell, p. 14; Engl. stud. I p. 93. Es liegt uns mm ob, zu unter-
suchen, wie sich betreffs dieses wichtigen punktes andere nordenglischo
dichtimgen stellen. Brandt, der im Thomas of Erceldoune 6 a-reime
und 3 o-reime gefunden hat, handelt darüber a. a. 0. p. 50 ff. In-
dessen habe ich gerade bezüglich dieser frage gegen seine darstellung
manches zu erinnern. Er beginnt mit der bemerkimg, dass ein ge-
dieht mit verhältnissmässig so vielen o-reimen im vergleich mit R. Ham-
pole allerdings nicht nördlich zu nen7ien sei, da dieser ausnahmslos
a bewahrt habe. Er hat damit , wie mir scheint, den fehler be-
gangen, den dialekt des eremiten von Hampole , dh. den von York-
shire, gewissermassen als ideal der ??ordeng tischen spräche hinzustellen,
ohne zu bede?iken , dass es , wie mehrere mittelläfidische, auch ver-
schiedene nordenglische dialekte gegeben haben wird. Der dialekt von
Yorkshire zeichnet sich aus durch absolute conservirung des alten ä,
— LXXII —
in anderen findet sich, wenn auch selten, o bereits im i$ten jahrh.
Das beste zeugniss dafür liefert die mehrfach schon von mir herbei-
gezogene nordhumbrische Psalmen-Übersetzung ; sie weist folgende durch
den reim sicher gestellte o auf: Ps. IX v. 10 so, reimend mit to
(präp.). Derselbe reim begegnet Ps. XVII v. 48; Ps. CIV v. 26.
Danach ist Ps. XXI v. 24 swa, reimend auf to, in so zu ändern.
Ps. XXVII v. 5 so, reimend mit fordo. Ps. LXXVII v. 60 so,
reimend mit Sylo; Is. IX v. 15 euerilk-one, reimend mit Syon.
Derselbe reim Ps. XCVIv. 8; Ps. CXXIVv. 1. Ps. CXVIIIv. 127
ilk-on, reimend mit topazion. Da letzteres wort sonst auch topa-
sium geschrieben wird (so The land of Cokayne #.92 mit Mätzner s
note), so kann die beweisbarkeit auch dieses reimes nicht angefochten
werden. Ps. XIX v. 3 onori, reimend mit Syon. Derselbe reim
Ps. XLVII v. 3 und v. 12; Ps. LXXXIII v. 8. Ps. CI v. 14.
Ps. CXXV v. 1. Ps. IXXVI v. 21: one reimend mit Aarane.
Ps. CII v. 9 euermore, reimend mit J?arfore. Und trotz dieser o-
reime wird niemand der Übersetzung die nordische herkunft abzu-
sprechen wagen. Brandt fährt fort, bei anderen nördlichen Schrift-
stellern werde diese y>reinheit des dialekies<f~ immer mehr getrübt: schon
L. Minot biete o-reime. Warum Br. L. Minot mit »schon« vor
Ywaine and Gaw. rangiren lässt , vermag ich nicht einzusehen', ich
würde die abfassungszeit des letzteren gedieh tes etwa 50 jähre früher
ansetzen als Minofs lieder. Auffallender findet er einen derartigen
reim in Barbour's Bruce; Litteraturbl. 1881 p. 399/. kommt er
auf diesen punkt zurück und zuill daraus, dass in der mehrere de-
cennien später verfassten legendensammlung sich in 19000 versen 6
o-reime finden , in Bruce in 13000 blos 2, den schluss ziehen, dass
in dieser Zwischenzeit die Invasion des südl. o in Schottland » merk-
liche« f ortschritte gemacht habe. Abgesehen von anderen bedenken
(vgl. Schröder, Anz. f. d. a. VIII p. 334/.,) scheint es mir höchst
gewagt, auf eine so geringe ver7nehrung einer sprachlichen er schei-
nung bei so umfangreichen texten einen so weitgehenden schluss zu
bauen. Und es kommt noch ein anderer punkt hinzu. Noch in einem
zweiten schottischen gedickte aus der mitte des 14. jahrh , in Huch-
oivn's Pystyl of swete Swsane , findet sich dies o wieder. Horst-
mann bemerkt Z7car, Anglia I p. 87, reime wie lemmon i. r. zu
one, wone, gone 136, Suson [sonst Susan), al on 50, mit südl. o
vor n, Hessen sich leicht in die nördliche Schreibung umsetzen, über-
sieht aber dabei7 dass v. 54 wone, v. 58 one, v. 60 none (=nullus),
— lxxiii —
reimend mit trone und ebenso v. 339 grei-hored , v. 341 rored,
reimend mit lord — acorde unanfechtbare o-reime liefern, also
z7C>ei beweisende reime auf 366 versc. Man wird sieh also auch
über die o-reime bei Barbour nicht mehr wundern dürfen. Dass
Sir Perc. sich bezüglich der reinheil des a an R. Rolle anschliesst,
hat Brandt richtig festgestellt. Dagegen muss noch hervorgehoben
werden, dass sich in Amis and Amiloun neben dem gewöhnlicheren a
(vgl. v. 543 ff. : care — mare — J?are — fare; v. 507 ff.: hare —
Iware — J?are — fare) ebenfalls eine anzahl gesicherter o-reime finden ;
7'. 603 vndergo, v. 609 so, #.612 wo, reimend mit )?erto. v. 647
forgon , reimend mit don. v. 1168 so, reimend mit do. v. 1683
cloj? , v. 1686 \6\> , v. 1692 go]? , reimend mit forsoj?. v. 2276
slon, reimend mit Jon. Nach alledem können die o-reime nicht als
gegen den nordenglischen Ursprung des Sir Tristrem sprechend an-
gesehen werden', am merkwürdigsten ist jedenfalls das o in v. 1484
ton = taken , reimend mit don ; es ist der erste und einzige bewei-
sende reim, den ich für diese form im Me. beibringen kann, doch
reicht derselbe aus, um Brandt'' s zweifei (a. a. 0. p. $0), ob tone je
wirklich im gebrauch gewesen sei, zu beseitigen.
Die färbung von ä zu e ist auch anderen norde, werken geläufig.
Ae. se in Jner, wsere, wseron, erscheint im Sir Tristrem in der
doppelform ä und e. Doch ist nur whare nachweisbar. In der
Psalmen-Übersetzung findet sich meist a, doch ist als ausnähme zu
verzeichnen Ps. XLI v. 4 wore, reimend mit J?arfore. Im übrigen
verweise ich auf die Zusammenstellungen Brandts p. $$f. Amis and
Amiloun bietet v. 18 were (=w8eron), reimend mit chere — fere —
here ; v. 403 were (= waeron) , reimend mit chere; v. 624 were
(= wiere), reimend mit dere — here — frere, neben v. 126 wäre
(= weeron), reimend mit ^are — care — fare; v. 342 wäre (= wa?-
ron), reimend mit fare — bare — care. v. 510 wäre (= waere),
reimend mit hare — J?are — fare. Aber where und J?ere findet sich
hier ebenso wenig im reime als nach Brandts beobachtungen bei
Ywaine and Gaw. und Sir Perc. Thomas of Erceldoune verhält
sich dagegen genau ebenso wie Sir Tristrem, auch insofern sie beide,
wenigstens in beweisenden reimen, nirgends o aufweisen. Wenn Brandt
am Schlüsse seiner erörterungen das resultat dahin zusammenfasst, im
allgemeinen scheine seit der mitte des 14. Jahrhunderts im Nordeng-
lischen erst were, dann J?ere vorzudringen , so hat er, wenn es mit
der nördlichen Herkunft des Sir Tristrem seine richtigkeit hat, wenig-
— LXXIV —
stcns ein halbes Jahrhundert zu niedrig gegriffen. In anderen Worten
mit ae. sd, wie mene, del u. s. w. findet sich im norden schon früh
durchweg e.
Endlich constatire ich noch , dass die form ^ing für ae. 5;eong
(vgl. über die gestaltungen dieses Wortes ten Brink, Afiglia I p. 520,)
im Nordengl. beliebt ist; vgl. Sir Perc. v. 809 ^ynge, reimend mit
brynge — kynge. Amis and Amiloun v. 481 s;ying, reimend mit
morning. v. 652 ying, reimend mit king. Ywaine and Gaw. v. 722
ying, reimend mit king.
Bezüglich der flexi '011 , ist zunächst zu be?nerken, dass der plural
auf s wol nur darum so selten im reime begegnet, weil es dem dichter
an entsprechenden, auf s auslauteiiden reimw orten fehlte ; das fehlen
der flexion ist, wie gesagt , überall durch den collectiven sinn der
betr. worte zu erklären; eine neigung dazu hat Brandt a. a. 0. p. 72
auch bei Thomas of Erc. nachgewiesen. Von den beiden plural-
formen auf -n kommt die eine, nämlich schon, auch sonst im Nord-
humbrischen vor; vgl. Brandt a. a. 0. und Morris in Dan Michels
Ayenbite of Inwyt, Preface p. XI1); die andere, dayn, ist offenbar
blos aus reimnoth, wegen Hodain, angewendet worden.
Dass die adjeetiva flexionslos erscheinen, stimmt mit dem cha-
racter des ne. dialektes durchaus überein, ebenso, dass in dem infinit,
das n zu fehlen pflegt. Wenn trotzdem einige n sich finden, so weist
Brandl. a. a. 0. p. 69 mit recht darauf hin, dass der gl. in Ywaine
and Gaw., sowie in Sir Perc. auch vorkommt. Sieht man übrigens
genauer zu, so zeigt sich, dass nur eine bestimmte, kleine anzahl von
einsylbigen v erben das n bewahren dürfen. Ywaine and Gaw. v. 994,
v. 1501, v. 2849, v- 3959 liefern belege für sayn, v. 1084, v. 1173
und Sir Perc. v. 1061 für tane, v. 3771 und Sir Perc. v. 831 für
bene ; es handelt sich also um genau dieselben verba wie im Sir Tris-
trem , nur kommt hier noch sene hinzu. Der einzige infin. auf \,
v. 3323 armi, ist freilich in einem nordenglischen denk7nal sehr auf-
fällig. Morris bemerkt über diese bildung a. a. 0. p. IXIV : y>No
trace whatever of this inflection is to be found in any northern work,
1) Wenn Morris a. a. 0. sagt: »In the longest and best spechnens of the
Northumbrian dialect I kave not sueeeeded in finding more than three or four
plural nouns in en, as eghen, oxen, and schon«, so übergeht er eines der ge-
wöhnlichsten, nämlich fane (= foes), z. b. Nordh. Psalter, Ps. XXXVII v. 17
fane, reimend mit ilkane; Ps. XLI v. 11 fan, reimend mit an. Daneben findet
sich freilich auch die form auf s, z. b. Ps. XLIV v. 6 faas, reimend mit bou
gas.
— LXXV —
and ikough met with in the West Midland are of rare occurrence
in the East Midland dialcct of the XIVth Century, « und mir selbst
ist es trotz alles sitchens nicht gelungen , in nordhumbrischen werken
eine parallele zu dieser bildung zu ßndc?i.
-es als endung der 2. und 3. pers. sing. ind. präs. fuhrt Horst-
mann, Anglia I p. 86, an als beweisend für den nördlichen dialekt
der Susanna. Diese endung findet sich jedoch auch in ostmittellän-
dischen ge dichten; vgl. u. a. TVissmann, Unters, p. 7. Natürlich
spricht sie aber auch nicht gegen nördlichen Ursprung. Dass J?ynk
auch sonst im norden ohne flexionsendung erscheint, hat Brandt a.
a. 0. p. 71 enuähnt und zu erklären versucht.
Dass der ind. plural des präsens flexionslos ist, wo man. eben-
falls s erwarten würde, hat gar nichts auffälliges. Murray : The
dialect of the southern counties of Scotland, p. 212 sagt: »Before
the ' date of the earliest Northern writings of the 13M Century, the
form without the -s had been extended to all cases in which the verb
was accompanied by its proper pronoun, whether before or after it,
leaving the füll form in -s to be used with other nominativcs only.« In
allen von mir o.p. LXVII f. fangeführten fällen ist mit der verbalform
ein Personalpronomen ve?'bunde?i. In der Susanna ist, wie aus Horst-
mann's Zusammenstellungen a. a. 0. p. 86 hervorgeht , dieser unter-
schied nicht mehr gewahrt, da auch nach dem perso?ialpronomen beide
formen neben einander vorkommen.
Dass die starken verba im plur. prät. denselben ablautsvokal
aufweisen wie im si?igular, ist characteristisch für den nord englischen
dialekt] vgl. Morris a. a. 0. p. LXI; Brandt a. a. 0. p. 68; Böd-
deker, Engl. stud. II p. 370.
Das fehlen des n in vier pari. prät. erscheint befremdend, be-
sonders wenn man der behauptung von Morris (a. a. 0. p. LXV)
glaube?! schenkt, dass »Northern writers never omit the n.« Doch
aber finden sich derartige fälle bereits in dem nordh. Psalter; denn
ich ka?in in der schon früher erwähnte?! stelle, Ps. XVIII v. n."
Yornandlike over J?e golde And stane derworthi mikel holde , in
holde mit Mätzner (Sprachproben I 1 p. 272, ?iote zu v. 72) nur
das pari. prät. i?i der bedeutung von esteemed sehe?i; ebe?iso Ps.
CXVIII v. 72. Dadurch würde?i die zuerst von mir a?rgeführten
fälle gedeckt sein. Für v. 1956 oftore, reime?id auf ]?erfore lässt
sich leicht bessern oftorn , rei??ie?id ??iit ]?erforn. Diese form führt
LXXVI —
freilich Stratmanu:i p. 582 nicht an, sie ist aber durch Ywaine and
Gaw. v. 1842 )?arforn, reimend mit lorn, hinreichend gesichert. Da-
gegen lässt die form ysteke sich freilich 7iicht ändern, und muss die-
selbe als recht auffallend bezeichnet werden.
Die von mir hervorgehobenen formen des verbi subst. sowie der
prät. präs. bieten nichts auffälliges; die form is für das gewöhn-
lichere es kommt schon im nordh. Psalter vor.
Aus unseren erörterungen über die wichtigeren dialektischen eigen-
thümlichkeiten des Sir Tristrem ergibt sich, dass unserer am anfange
ausgesprochenen vermuthung , das gedieht möge wol im norden Eng-
land's verfasst sein, keineidei wirklich schwer wiegende bedenken ent-
gegenstehen , wenn auch dabei gern zugegeben werden soll, dass ein-
zelne punkte nicht völlig aufgeklärt sind', hoffentlich wird durch
weitere forschungen in den nordenglischen mundarten auch auf sie
das richtige licht fallen.
Dies resultat wird weiter gestützt durch die thatsache, dass wir
einer reihe, wenn nicht allein, so doch vorwiegend nordenglischer wort-
formen und ausdrücke im Sir Tristrem begegnen. Hieher gehört das
pron. der 3 . person im pl. )?ai , welches wiederholt in reime vor-
kommt; ferner sind die gekürzten formen ma für make und ta füt
take , nie im Süden zu finden ; das zu letzterem gehörige part. prät.
tan ist sogar speeifisch nördlich; vgl. Brandt a. a. 0. p. 68. Ferner
spricht auch der sehr häufige gebrauch von ay als flickwort für den
schluss des verses für den norden; in nordh. Psalter finden wir es
in ermüdender weise gehäuft; die anwendung von biforn oder )?ar-
forn als adverb ist in nordhumbrischen dichtungen ebenfalls sehr be-
liebt; es mochte als reinmw7't zu part. prät., wie lorn oder born
bequem sein; z. b. Ps. XXX v. 14 biforne, reimend mit forlorne;
Ps. XXXI v. 4 ]?arforn , reimend mit J?orn. Ywaine and Gaw.
v. 186 biforn, reimend mit born; ebenso v. 450; v. 1012 biforne,
reimend mit scorne. Sir Perc. v. 107 byforne, reimend mit morne,
und andere mehr. Endlich weist auch die atiwendung der alliteration l)
sowie der, wie wir früher sahen, viel mehr nach germanischen wie
nach romanischen prinzipiell eingerichtete vers mit seiner menge von
zweisylbigen auf takten und Senkungen entschieden nach dem norden hin.
1) Vgl. Horstm. Anglia I p. 86 u. : »Der norden bewahrte auch die alten
formen der heimischen dichtung (wie alliteration) treu in der zeit, wo sächsische
und normannische eultur in heissem kämpfe lagen, und überlieferte sie später
dem süden zvieder,«
— LXXVII —
Ausserdem wird sich nur soviel noch mit Sicherheit sagen lassen,
dass als heimath des dichters nicht Yorkshirc angesehen werden
kann, da der dialekt dieser graf schaff in mehreren, nicht unwesent-
lichen punkten von dem seinigen abweicht. Sehr verführerisch ist es
natürlich, den Verfasser aus der nähe von Erceldoun stammen zu
lassen, wo auch Brandt die prophezeihungen des Thomas localisiren
möchte (a. a. o. p. 42,). Da die spräche beider dichtungen, beson-
ders wenn man berücksichtigt, dass c. ein Jahrhundert zwischen ihnen
liegt, von auffallender ähnlichkeit ist, so könnten diese annahmen sich
gegenseitig unterstütze?!. Doch kommen wir hier vorläufig wol über
vermuthungen nicht hinaus.
Wenn ich mich schliesslich vom dialekte des dichters dazu we?ide,
zu characterisiren, wie der abschreibe?' i?i sprachlicher hinsieht mit
seinem texte u??igega?igen ist, so gedenke ich ?nich dabei sehr kurz zu
fassen; die a?isicht Zupitzd's, Am. f. d. a. VI p. 46, er sehe kei-
nen zweck darin, die lautlehr e der einzelne?! ha?idschriften ausführ-
lich zu beha?idel?i und dabei für längst bekannte sacken neue belege
vorzub?'i?igen ; er glaube, es kom??ie hauptsächlich nur darauf an, den
dialekt des denk??ials selbst zu besti?n?ne?i, wofür natürlich die reime
von der grössten Wichtigkeit seien — scheint mir durchaus das richtige
zu treffen. Zude?n gibt ja das glossar über alle vo?'ko??i??ienden for-
men aufschluss. Ich hebe also nur folgende hauptpunkte he?'vor.
Der abschreibe?' gehörte de?n Süden an u?id hat eine g?'osse an-
zahl dialektischer besonderheite?i seiner heimath i?i die Orthographie
des gedicktes eingeführt , beso?iders in bezug auf die verbalflexion.
Der inf. präs. lautet aus auf i: 27. 555 mendi ; v. 1360 aski7
oder auf n v. 121 lesen. Die 2. pers. sing. ind. präs. hat die
endung est: v. 1998 dredest. Endung der 3. pers. -\> : v. 216
rewe}?. v. 235 speke)?. v. 269 calle]? ; des plur. -\> : v. 1600 wite)?.
v. 323 bej? ; ebenso des imp. pl.i v. 35 wite)?. v. 402 listnej?.
Endu?ig der 2. pers. sing. prät. schwacher verba ist est: v. 860
wendest. Der plur. prät. geht aus auf en: v. 14 wexen, v. 52
foren ; v. 283 weren, während im ?wrde?i die endung abfiel; vgl.
Morris a. a. 0. p. LXI, ?iote 1). Das part. prät. der starken
verba hat das schliessende n eingebüsst, dafür aber das präfix
y adoptirt: v. 893 yslawe ; v. 973 ystond ; v. 983 ytaken;
v. 998 ymade ; v. 1000 ytan. Der sta??i?nvokal des plur als prät.
der starke?i verba ist erhalten: v. 563 gun. Die 2 sing. ind. der
prät. präs. fügen die endung t an: v. 136 wilt: v. 859 schalt.
— LXXVIII —
Der plur. von schal lautet v. 1095 schul. Verhältnissmässig selten
ist der im süden sonst sehr beliebte plur. der subst auf n eingeführt,
doch beachte man v. 3310 brej?ern. Südlich ist auch die Bildung
der adverbia auf -liehe, statt auf ly: v. 168 mekeliche ; v. 480 bold-
liche; v. 264 richeliche; v. 1004 schortliche ; vgl. Horstm. Anglia
I p. 90. Das adv. o]?er tveist die südliche comparativ-bildung auf
-loker auf: v. 1991 o)?erloker ; vgl. Morris a. a. 0. p. XLV.
Unter den pron. pers. findet sich v. 1138 ich, auch mit de?n un-
unmittelbar darauf folgenden wil verschmolzen: v. 1546 ichil.
3. pers. si?ig. fem. nom. lautet v. 101 hye. 3. pers. plur. nom.
v- 3 55 hye- Acc. v. 60 hem. Pron. poss. 3. pers. plur v. 15
her. Das. dem. pron. )?is bietet im plur. v. 14 J?is, für )?ir? Zu
erwähnen ist ferner v. 47 ich a man, v. 209 J?at ich while, v. 825
ichon, für das nördl. ilk a, )?at ilke, ilkan ; v. 181 swiche für
swylke. Das nord. at wechselt vor dem inf. mit to ; zuweilen stehen
beide präp. neben einander, so v. 157/.
Indessen zeigt sich der Schreiber in dieser twisetzung des dialektes
keinesweges consequent, er lässt u. a. folgende nördliche characteristica
ruhig bestehen. Der inf. ist häufig flexionslos geblieben: v. 114
held. Die 2. pers. sing. präs. lautet noch auf s aus: v. 2006
sinnes. Die 3. pers. ebenfalls: v. 10 telles; v. 16 dos; v. 315
mates; v. 602 scheres; v. 923 boskes; v. 2 131 semes. Sogar
pluralformen auf s begegnen und köitnen unbedenklich mit als Zeug-
nisse für die nördliche abkunft des dichter s figuriren: v. 1422 las
se; v. 2147 men seis. Das pari. prät. hat häufig das n ge-
wahrt; v. 243 geten and born. Die plur. der subst. lauten ge-
wöhnlich auf -es aus; erhalten ist auch die nördliche form v. 2725
bre)?er. Das pron. pers. der 3. person fem. lautet ausser hye auch
oft sehe. Sehr häufig ist die nördliche pronominalform )?ai inner-
halb des verses, auch findet sich v. 8 J?air für das häufigere her.
Das zahlwort v. 364 ni^en hat das im süden gewöhnlich wegfallende
(vgl. Morris a. a. o. p. XL VI) n gewahrt. Ueber den gebrauch
von tili für to s. das glossar und vgl. Brandt a. a. 0. p. 74. Dass
at vor dem inf. vielfach unverändert geblieben ist, wurde oben schon
gesagt.
— LXXIX —
B) Stilistische eigenthümlichkeiten.
Ich stelle an die spitze dieses abschnittes die kurze, aber vor-
treffliche Charakteristik der strophischen dichtung, welche ten Brink
a. a. o. p. 312 von derselben entworfen hat:
»Nicht blos aus musikalischem bedürfniss bedient die volksmässige
poesie sich gerne der strophe. Die Strophe ist wie ein rahmen , in
deni ein abgeschlossenes bild zur vollen Wirkung gelangt , und der
volkspoesie ist es um eine reihe wirkungsvoller bilder zu thun. Die
hauptmomente der handhing — dahin gehört alles, was phantasie
oder gefühl lebhaft zu erregen vermag — diese wesentlichen momente,
mögen sie an sich noch so unwesentlieh sein, zur vollen ansc hauung
zu bringen, sie liebevoll auszumalen j die vermittelnden Übergänge
dagegen, deren der verstand bedarf, über die eine schwunghafte
phantasie sich leicht hinwegsetzt, kurz anzudeuten oder zu verschwei-
gen — das ist volksthümliche dichtung.«.
Zu dieser skizze haben zwar hauptsächlich die englischen romane
in ryme couee modeil gesessen , sie passt aber zug für zug auch auf
unser gedieht, nur dass die dort aufgeführten characteristica manch-
mal bis ins übertriebene gesteigert erscheinen, und das ist der grund,
weshalb Robert Mannyng (vgl. 0. p. XXVIII f.) mit recht über die
dunkelheit und unverständlichkeit des Sir Tristrem klagt.
Meine absieht ist es nur, unter dieser rubrik einige einzel-
beobachtimgen zusammenzufassen, zu deren besprechung die anmer-
kungen we?iiger gelegenheit geboten hatten.
Es mag hier zunächst das factum berücksichtigung finden, dass
einzelne verse in derselben form oder wenigstefis fast wörtlich mehr-
mals im gedickte vorkommen. Ich habe mir von derartigen Wieder-
holungen die folgenden fälle notirt.
v. 11 : t>is auentours, as £>ai wäre; vgl. ^.59: His auentours,
as it wes ; v. 673: His auentours, as it were. v. 17: Ywis and
nou^t at wene ; vgl. v. 1207: To wite and nou^t at wene =
v. 1401 = v. 1953; v. 2224: To wite and nou^t to wene.
#.46: A forward fast J?ai bond; vgl. v. 1627 : J>e forward fast ]?ai
band; v. 2676: Pe forward fast he band. v. 66: Wi)> kni^tes
sti)?e on stede; vgl. v. 3014: J>o kni^tes stij?e on stede. v. 67:
Glad a man was he = v. 1896 ; ^.78: J>e maiden of hei^e kinne;
vgl. v. 1233: J?e leuedi of heiije kenne, v. 109: And sej?)?en
— LXXX —
men cleped him so; vgl. v. 252 : In court men cleped him so.
v. 115: Rohand, trewe so stan = v. 270. v. 147: And out of
hauen J?ai rade ; vgl. v. 347: Out of hauen )?ai rade. v. 181:
Swiche meting nas neuer made; vgl. v. 1028: Swiche meting nas
neuer non made. v. 183: J>er of was Rouland glade ; vgl. v. 1026:
J>er of was Moraunt glade. v. 241: Sorwe it was to se ; vgl. v.
1196: Pat sorwe it was to se. v. 245: Nas neuer Rohand so wo ;
vgl. v. 2027: Nas neuer Ysonde so wo; v. 2159: Nas neuer Mark
so wo; v. 2387: Nas neuer are so wo. v. 268: O^aines him
stode no man; vgl. v. 899: A^aines him stode J?er nan. v. 290:
Of ich maner of glewe ; vgl. v. 1190: AI maner of gle. v. 358:
Whe)?er J?e leuer wäre; vgl. v. 544: WheJ?er hem leuer wäre.
v. 366: Til anker hem brast and are = v. 677. v. 380: WiJ?
als his wining ^are; vgl. v. 679: WiJ? al mi wining ^are. v. 381:
Wi]? broche and riche bei^e = v. 3020. v. 396: Vom lete me
neuer spüle; vgl. v. 1463: No lat j>ou me nou^t spüle, v. 415:
And ete ay til him gode ^ou^t ; vgl. v. 550: And risen , when
hem gode J^ou^t. v. 422: He clombe ]>o holtes hare ; vgl. v. 681 :
Y clambe J?e holtes hare. v. 451 : J>e hunters him biheld = v. 473.
v. 566: Mark gan Tristrem calle = v. 2432. v. 569: And pane
of riche skinne ; vgl. v. 687: A scarlet wij? riche skinne. v. 655 :
Child, so god J>e rede; vgl. v. 1061: Qua)? Tristrem: So god me
rede. v. 661 : Fader! No wretj?e J?e nou^t; vgl. v. 2883 : Broker!
No wraj?e ]>e nou^t. v. 712 : J>e King ros him o^ain = v. 131 5.
v. 719: Miche gode ^e wold him an; vgl. v. 1928 : Miche gode he
him an. v. 765 : Mi leue y take of ]?e ; vgl. v. 919: Mi leue y take
at te. v. 913 : To held J?is lond of me ; vgl. v. 915: Schul held
)?is lond of me. v. 917: J^ine owhen schal it be = v. 1335.
v. 948: Moraunt, J?e noble kni^t; vgl. v. 1601 : Of Moraunt, J?e
noble kni^t; v. 2728: And Moraunt, )?e noble kni^t. v. 961:
Welcom to him was he; vgl. v. 2633: Welcom to hem was he.
v. 963: Hou he vvan londes fre ; vgl. v. 2637: j^at he wan hem
fre. v. 964: Tristrem seyd J>at si)?e ; vgl. v. 1427: Seyd Tristrem
J?at sij?e. v. 980: Marke to conseyl ^ede = v. 1838. v. 1031:
And hewe on helmes bri^t = v. 1064. v. 1046 : Vp he stirt
bidene; vgl. v. 2350: Bot vp he stirt bidene. v. 1052: He ^af
him a wounde ysene; vgl. v. 3255: He ^af him a wounde kene.
v. 1083: Tristrem smot wij? main ; vgl. v. 2388: Eft Vrgan smot
wi)> main. v. n 19: Com ]?er Tristrem wäre; vgl. v. 12 13: Com
— LXXXI —
)?er Tristrem lay. v. 1146: Of lond kepe y na mare; vgl. v.
2920: Of hir kepe y na mare. v. 11 62: A winde to wil him
bare; vgl. v. 1392: A winde to wille hem bare; v. 1301 : A winde
to wil hem blewe = v. 1698. v. 1198: A miri man were he;
■vgl. v. 1232: He were a miri man. v. 1202: Louesom vnder
line = v. 2816. v. 1214: And asked, what he is = v. 2753;
vgl. v. 1541 : J^e quen asked, what he is. v. 1261 : What alle
pointes were; vgl. v. 1284: What alle playes were. v. 133 1 :
Of loue was non so trevve ; vgl. v. 1342: Of loue was non so wise.
v. 1523: And redyli gan to say = v. 3186. v. 1563: Ysonde
bri^t of hewe = v. 1651 = v. 1704. v. 1597 : On swete Ysonde,
J?e bri^t; vgl. v. 2243: To swete Ysonde bri^t. v. 1603: In ba-
tayl and in fi^t = v. 2796. v. 1671: Her loue mi^t no man
tvin; vgl. v. 2172: Her loue mi^t no man feile, v. 1778/.:
Bi Mark ]?o hye schuld ly ; Y lent hir min al clen; vgl. v. 1789/.:
Bi Mark J?o ^e schuld ly; Y lent hir min al clene. v. 1796: Sehe
swore bi godes rode; vgl. v. 2127: Y swere bi godes rode.
v. 1909: In wode he gan hir hide ; vgl. v. 2604: In wode him
for to hide. v. 191 1: t>ou hast ytent J?i pride ; vgl. v. 3321:
J>ai han ytint her pride. v. 1919: Her blis was ful brade =
v. 3087. v. 1968: Tristrem, J?e noble kni^t = v. 2800. v. 2021:
For ]?e loue of me = v. 2719. v. 2063: t>er he sat in j?e tre ===
v. 2142. v. 2081: Maister, J?ank haue ^e ; vgl. v. 2639: He
seyd : f>ank haue ^e. z/. 2128: Men said, J?ou bi me lay; vgl. v.
2147 : Men seis, J?ou bi me lay. v. 2130 : Wende for)? in ]>'\ way ;
vgl* v- 3°94: ^ou wende for]? in J?i way. v. 2171: Wi)? Ysonde
bri^t so bei^e; vgl. v. 3162: Brengwain bri^t so bei^e. v. 2241:
No knewe him non bi si^t; vgl. v. 2535: He knewe hem wele bi
si^t. v. 2269: Swete Ysonde sware; vgl. v. 2278: Swete Ysonde
haj> sworn. v. 2274: Ferli nei^e he wan = v. 2776. v. 2309:
Tristrem wij? gret honour = v. 2414. v. 2316: Opon a somers
day = v. 2576. v. 2332: So kepe y Ipe to slo; vgl. v. 2763:
So hope y J?e to sla. v. 2344: Vrgan al in tene ; vgl. v. 2382:
And Vrgan al in tene. v. 2354: Fast gan to fi^t ; vgl. v. 2783:
Fast he gan to fi^t. v. 2439: J>ai playden aibitvene; vgl. v.2617:
And plaiden ay bitvene. v. 2446: Ful wele awreken to ben; vgl.
v . 3295 : Ful wele wreken er ]?ay. v. 2469 : In on er)?e hous J?ai
lay; vgl. v. 2478: In on er]?e house J?ai layn. v. 2591: Forhole
no may it be ; vgl. v. 2917 : Forhole it mi^t haue be. v. 2600:
Kölbing. Sir Tristrem. f
— LXXXII —
Bi J?is forestes side ; vgl. v. 3326 : Bi o forestes side. v. 2608 :
Tristrem is went oway = #.2619. v. 2651: Wi)? J?e white hand
= v. 2678 = v. 3047. v. 2654/. : Of Ysonde he made a song,
}>at song Ysonde bidene; vgl. v. 3026/.: Tristrem made a song,
J>at song Ysonde, )?e slei^e. v. 2881 : ]>'\ frendschip schal y fle; vgl.
v. 2903 : His frendeschip wil y fle. v. 2921 : A jift y ^eue )?e =a
7/. 3059. v. 2938: Ganhardin his treuj?e pligt; vgl. v. 3134: Gan-
hardine treu]?e pli?t. v. 3267 : J>at he no ros na mare = v. 3333.
Diese Übereinstimmungen beziehen sieh auf alle Zeilen der Strophe,
mit ausnähme von zeile 9, bei welcher, da sie ihrer kürze wegen
schwieriger zu gestalten war als die übrigen, häufigere Wiederholungen
von vornherein zu erwarten sind. Es finden sich folgende, v. 20:
To abide = v. 2055 = v. 2847 = v. 3144. v. 64: In lede
= 2341. v. 86: So sone = v. 262. v. 174: J>at bold =
v. 196 = v. 284 = v. 691; vgl. v. 845: J>ou bold. v. 405:
As hende; vgl. v. 2594: I>at hende. v. 416: Ful sone = v. 438
= v. 2187 = v. 3199. v. 47 1 : In feld = v. 3133. v. 482:
Bidene = v. 1615 = v. 1835 = v. 2242 = v. 2418 = t>. 2605.
v. 493: AI so = v. 1505. 7;. 504: An rowe = v. 779. 27. 559:
Ful sket = v. 570 == v. 1945. #. 702 : Wi]? care = v. 1087
= 7/. 3265; vgl. v. 119: In kare. v. 713: J>at tide = v. 1538
= 7/. 1714 = v. 3155 = 7/. 3254; vgl. v. 2 121: }>is tide.
v. 801: On rade; vgl. v. 955: Of rade. v. 856: Ri^t )?an =
v. 1428 = 7/. 2319. v. 889: Saunfayl = 7/. 1065 = v. 1296.
7/. 922: )?at stounde = t>. 1318 = v. 1890; vgl. v. 339: An
stounde. v. 1021: Ywis = v. 2407 = v. 2550. v. 1098: And
care = v. 1197. v. 1131 ; As J>are = v. 1307 = v. 1780 =
v. 2462. v. 1175: Vnsounde = v. 3342. v. 1329: AI newe =
v. 2165. v. 1692: As j?o = v. 1725. v. 2297: Ri^t J?are =
7^. 2748. v. 2968: To lij?e = v. 3177.
Dieser mehrfachen Wiederholung einzelner Zeilen nahe verwandt
ist die erscheinung, dass sehr häufig das in der vorigen Strophe er-
zählte in der folgenden mit denselben oder ähnlichen Worten wieder
aufgenommen wird; z. b. str. V v. 54/. .* Markes king J?ai fond Wi)?
kni^tes mani and hende, wird im beginn von str. VI repetirt in den
Worten: To Marke, J?e king, }?ai went Wi)? kni^tes proiide in pres.
Str. XXXV v. 384/.: Weder J?ai hadde to fare, A lond )?ai left
J?at childe, erfahren wir in etwas variirter form am anfang von str.
XXXVI nochmals: Winde )?ai had as )?ai wolde, A lond bilaft he.
— LXXXIII —
Str. CXLIv. 1583/.: Nay, moder, nou?t to layn, t>is )?ef )?i bro)?er
slou? = str. CXLV v. 1585/.: Tristrena, )?is J?ef is he, J>at
may be nou^t forlain. Str. CLV v. 1704/.: Ysonde bri^t of hewe
)>er spoused Mark, )?e king = str. CLVI v. 1706: He spoused
hir wij? his ring. Str. CLXXII v. 1891/.: }>urch )?at semly sand
Ysonde was hole and sounde = str. CLXXIII v. 1893 /.: Hole
sehe was and sounde Purch vertu of his gle. Str. CCII v. 2221/.:
Anon of lond he ches Out of Markes ei^e sene = str. CCIII
v. 2223/.: Tristrem was fled oway, To wite and nou^t to wene.
Str. CCXXII v. 244.1 f.: So long of loue )?ai mene, t>at Mark
sei^e, it was so = str. CCXXIII v. 2443 f.: Mark sei^e, hou it
is, What loue was hem bitvene. Str. CCXXXVI v. 2595/.: For
dout of de)? y fle, In sorwe and wo y wende = str. CCXXXVII
v. 2597: Y fle for dout of de)?. Str. CCLXX v. 2969/.: Ysonde
for to se, In halle, bri^t and bli)?e = str. CCLXX/ v. 2971/.:
To Ysonde bri^t so day To halle gun )?ai go. Str. CCLXXI
v. 2980/.: Ganhardin was ful wo, J>at he com Ysonde so nei^e
= str. CCXXII v. 2982: Ganhardin schamed sore.
In der reget freilich wird die Wiederholung eines gedankens durch
ein neu hinzutretendes moment verstärkt, so z. b. str. LXXXIII
v. 912 f.: Rohand lord make y, To held )?is lond of me. Die
folgende strophe fährt fort, v. 914 ff.: J>ou and }?ine sones fiue
Schul held j?is lond of me ; Per while )?ou art o liue, J>ine owhen
schal it be. Str. C XX VII v. 1396/.: J>e king present')?ai bare
And asked leue to rest. Str. C XXVIII v. 1398 ff. fährt fort:
Pe king present )?ai brou^t, Ano)?er to )?e quene; Ysonde for^at J?ai
nou^t.
Uebrigens ist diese zweimalige erwähnung desselben gedankens
keinesweges auf schluss der ersten und beginn der folgenden strophe
eingeschränkt ; ich will hier noch einige andere fälle namhaft machen.
1) Ein gedanke in der mitte der vorhergehenden strophe wird am
anfang der folgenden repetirt, str. CXLVII v. 16 13 : So swore he
day and ni;t = str. CXLVIII v. 16 18: Tristrem swore )?at )?ing;
str. CLXXIV v. 1909: In wode he gan hir hide = str. CLXXV
v. 19 15/.: Tristrem wi)? Ysonde rade Into )?e wode oway. 2) Die-
selbe thatsache wird am Schlüsse einer strophe und in der mitte der
folgenden fast mit denselben Worten erzählt', str. CC v. 2199/.:
Pritti fet bidene Tristrem lepe )?at ni^t = str. CCI v. 2205 /.:
Tristrem lepe ywis J^ritti fete, so)? to say. Man könnte auf den
f*
— LXXXIV —
ersten blick geneigt sein, str. CCII v. 2212 f. als nochmalige Wie-
derholung zu bezeichnen ' hier wird jedoch ein neues monient, näm-
lich der rücksprung Tristrem' s zu seinem bette, berichtet. $) Zwei
auf einander folgende Strophen werden durch erwähnung desselben
factums eröffnet, str. CCXXXVIII v. 2608 : Tristrem is went oway
= str. CCXXX/X v. 2619. 4) Dieselbe Schlussfolgerung findet
sich am ende von zwei benachbarten Strophen, str. CCXXIII v.
2452 f.: BliJ?er, wij? outen wene, Neuer ere nar j?ay = str.
CCXXIV v. 2463 /. : So blij?e al bidene Nar J?ai neuer are.
5J Dieselbe thatsache wird in der mitte von ziuei auf einander fol-
genden Strophen betont, str. CCLXXI v. 2973/.: Ysonde J?o sei^e
J?ai And Bringwain, boJ?e to = str. CCLXXII v. 2984/. : Ysonde
he sei^e ]?ore And Brengwain fair and gode. 6) Endlich gehört
sogar die tmederholung eines thatbestandes innerhalb derselben strophe
nicht zu den unmöglichkeite?i ; vgl. str. IV v. 36 f. : Bitvene J?e
douk Morgan And Rouland, J?at was J?ro = v. 43/..* £at on was
douk Morgan, t>at o)?er Rouland rise.
Hiermit in engstem zusani7ne?ihange steht die beobachtung, dass
in unserem gedichte keinesweges immer ein stetiger f ortschritt in der
er Zählung vorhanden ist, wie ihn die in reimpaaren abgefassten ro-
manzen bieten', oft wird der fiuss derselben unterbrochen durch ein
zurückgreifen des dichters auf ein früheres bild, gleichsam als hätte
er das bewusstsein, hastiger vorwärts geeilt zu sein, als es der auf-
fassungskraft seiner zuhörer angemessen war. So werden in str. III
die kriegerischen Unternehmungen Rouland' 's gegen Morgan besprochen
und erwähnt, dass letzterer um frieden bittet, während in str. IV
uns nochmals die schrecken der schlackt vorgeführt u?id dan?i erst in
str. V die friedensbe dingungen genauer genannt werden.
Wenn wir auf solche stileigenthümlichkeiten hin die verwandten
erzeugnisse der ro?nanzenpoesie mustern, so ergibt sich sofort, dass die
in ryme couee abgefassten dichtungen in Strophen zu 12 zeilen sie
nicht theilen ,' selten wird der schluss einer strophe am anfange der
folgenden inhaltlich oder gar wörtlich ivieder aufgenommen. Auch
der in einer i6zeiligen strophe abgefasste Sir Degrevant weist nichts
dergleichen auf. Um so auffälliger und bemerkenswert]! er erscheint
es dem gegenüber, dass in dem in derselben strophe gedichteten Sir
Perceval of Galles, der c. 70 jähre später anzusetzen ist als Sir
Tristrem, diese besonderheit wieder auftritt, und zwar in viel ausge-
Prägterer weise als dort, angewendet, wie wir unzweifelhaft scheint,
— LXXXV —
zu dem zwecke, dem gedächtuiss des segger zu hülfe zu kommen, ihm
aus der einen Strophe in die nächste herüber zu helfen; vgl. auch o.
p. XXXVII. Ich mag es mir nicht versagen, kurz die art und
weise zu characterisiren, in welcher dieser dichter eine solche Ver-
knüpfung auf einander folgender Strophen l? e7U er ks teiligt. i) Das
einfachste mittel ist jedenfalls, dass die den schlusssatz der strophe
beendende zeile zugleich zur einleitung des eröffnungssatzes der fol-
genden veno endet wird, und zwar a) ohne Veränderung der Wort-
stellung; str. III schliesst, v. 47 /. : Off alle the kempes that he
mett, Wolde he none forsake; str. IV beginnt, v. 49/.:
Wolde he none forsake, The rede knyghte ne the blake ; b) mit
veränderteng der Wortstellung; str. I schliesst, v. 13 ff.: In kyng
Arthures haulle Beste byluffede of alle, Percyvelle thay gane hym
calle, Who so redis ryghte; str. II beginnt, v. 17/..' Who
that righte cane-rede, He was doughty of dede. 2) Die strophe
schliesst mitten in ei?ier rede ; die folgende fährt in derselben fort
und zviederholt die letzte zeile mit He sayde ; z. b. str. XXXIV, v.
543/.: Thou arte so semely to see, And thou were wele
dighte; str. XXXV, v. 545/..' He saide : And thou were
wele dighte, Thou were lyke to a knyghte. — Str. XXXV
schliesst v. 560 mit: His craftes are so ryfe. Str. XXXVI
beginnt v. 561 mit: He sayse : His craftes are so ryfe. 3,) Die
erste strophe schliesst mit einer rede, die zweite beginnt mit der aus-
führung des gesprochenen; str. LXXIX schliesst v. 1266 ff '. mit dem
befehl: 7j£ yone mane on lyfe be, Bid hym com and speke with
me, And pray hym als thou kane! Str. LXXX beginnt v.
1269 mit: Now to pray hym als he kane, Undir the wallis
he wane. — Str. CXII schliesst v. 1790 ff. mit: Blythe salle I
never be, Or I may my modir see, And wete how scho fare.
Str. CXIII beginnt so, v. 1793/..' Now to wete how scho
fare, The knyght busked hym ^are. \) Der schluss einer strophe
theilt eine rede in indirekter form mit, der anfang der folgenden in
direkter; str. CXXI schliesst v. 1933^..' And Percevelle made the
same othe, That he come never undir clothe, To do that lady
no lothe, That pendid to velany. Str. CXXI I beginnt v.
1937 mit: »I did hir never no velany. 5) Der schluss einer
strophe bietet eine indirekte frage, der anfang der nächsten die ant-
wort ebenfalls in indirekter rede; str. CXXXII schliesst v. 2 1 1 1 /.
mit: [He] Bade hym take what hym liste Of that he hafe
F, XXX VI
wolde. Str. CXXXI II beginnt v. 2 113: Percevelle sayde, häfe
he it wolde. Damit sind wenigstens die hauptsächlichsten an-
knüpfungsmittel genannt. Man sieht daraus, dass das, was im Sir
Tristrem blos in bescheidenen anfangen sichtbar wird, hier sich zu
einem, dem dichter vollauf bewussteii 7nittel poetischer technik umge-
staltet hat. Aehnliches findet sich in dem VI. VII. und VIII. ge-
dichte des Laurence Minot, sowie in der Antours of Arther. Mit
recht betont Brandt a. a. 0. p. 47 f., dass das eine besondere eigen-
thümlichkeit nordenglischer gedichte sei.
Fast gänzlich verschmäht unser dichter die anwendung von bil-
dern und vergleichen, die der spräche einen höheren schwung ver-
leihen könnten ; einige male erreicht er dies durch rhetorische fragen,
wie v. 265 f., v. 1154; selten genug las st er seine Individualität
neben der ganz objectiv gehaltenen erzählung zur geltung kommen,
indem er ein urtheil ausspricht oder einen wünsch für seinen helden
äussert. Von sich spricht er freilich gleich in der ersten Strophe,
wo er Tomas of Erceldoun als seinen gewährsmann anführt; was
es mit dieser autorität auf sich hat, habe ich p. XXVI ff. erörtert;
auf denselben punkt kommt er v. 397 ff. zurück und fordert die Zu-
hörer auf, acht zu geben, indem er sich bereit erklärt, am Schlüsse
jedem seinen platz einzuräumen, der die geschickte von Tristrem besser
erzählen kann als er, sonst aber um aufmunterndes lob bittet. Auch
v. 1429 f. wendet er sich an die zuhörer.
Mehrmals fügt er ein Sprichwort ein, v. 439/.,' v. 626 f. Mehr-
mals bekundet er den persönlichen antheil, den er an seinen helden
nimmt, durch ausrufe, wie v. 209: Alias J?at ich while! oder durch
Segenswünsche, wie v. 1033 f., oder er meint, es würde schade um
einen helden sein, wenn er fiele, v. 194/. Dagegen sind Zeilen wie
v. 805: No blame hem no man for \'\ ! nur nothbehelfe für die
füllung der strophe , denn niemand wird es einfallen, Tristrem1 s
freunden ihre freude über seine rückkehr zu verübeln, und dass der
Verfasser des Sir Tristrem , trotz der sonstigen kürze und knapp-
heit seines Stiles, auch sonst sich nicht scheut, flickwörter zur aus-
füllung des verses anzuwende?i, hat ten Brink a. a. 0. p. 299 schon
richtig he7'vor gehoben. Dieselben hier einzeln aufzuzählen, würde
zwecklos sein; vielfach ist auf sie auch im glossar aufmerksam
gemacht worden. Eine geschichtliche darstellung des Stiles dieser ro-
manzen wird jedoch einmal zu zeigen haben, wie diese nothbehelfe
für den reim, die hier noch verhältnissmässig nicht zu häufig be-
— LXXXVII —
merkbar sind, mögen sie nun aus einzelnen Worten oder phrasen oder
gar aus ganzen Zeilen bestehen, sieh mit der zeit immer mehr häufen ,
und diese dichtungsgattung zu dem bänkelsängerischen wortgeklingel
her abdrucken ) welches Ch aueer so vo7'trefflich parodh't hat.
Ich füge endlich hier noch eine erschöpfende zusanmienstellung
bei über den gebrauch der anredepronomina im Sir Tristrem. Man
vgl. Skeat, The Roman cc of William of Palerne, London 1867, p.
41 der vorrede, ferner Pfeffer 1 Die anredepronomina bei Shakespeare.
Halle 1875; endlich Bahrs : Ueber den gebrauch der anredeprono-
mina im Altenglischen, und Lüdtke, The Erl of Tolous p. 279 /.
Bahrs hat in seiner abhandlung p. 6 ff. auch speciell auf unser ge-
dieht rücksicht geno7?imen, ohne erschöpfendes zu bieten.
I. Leute gleichen ranges oder alters duzen sich.
1) a. Rouland duzt Blauncheflour, v. 136.
b. Blauncheflour duzt Rouland, v. i^Sff.
2) a. Tristrem duzt Moraunt, v. 1005 u. s.
b. Moraunt duzt Tristrem, v. 1007 u. s.
3) a. Tristrem duzt Ysonde, nachdem sie ihn erkannt hat,
v. 1608 ff., und später v. 2 113 ff.
b. Ysonde duzt Tristre?n als seine geliebte, z. b. v.
2125.
4) Ysonde duzt ihre mutier, v. 1584.
5) Der irische ritter duzt Ysonde, v. 1867, die er für
seine geliebte hält.
6) Tristrem duzt den irischen ritter, v. 191 1 ff.
7) a. Mark duzt seine gemahlin Ysond, v. 1975 u. s.
b. Ysonde duzt Mark, v. 1980 u. s.
8) Ysonde Weisshand duzt Tristrem, v. 2703 ff.
9) a. Vrgan duzt Tristrem, v. 2326 ff.
b. Tristrem duzt Vrgan, v. 2332.
10) a. Beliagog duzt Tristrem, v. 2755 ff.
b. Tristrem duzt Beliagog, v. 2762 ff.
11) Der herzog Flor entin duzt Tristrem, v. 2718^".
12) a. Ganhardin duzt seine schwester, v. 2875^.
b. Ysonde duzt Ganhardin, v. 2883^.
13) a. Ganhardin duzt Tristrem, v. 2909 u. s.
b. Tristrem duzt Ga?ihardin, a. 2921 und sonst stets
mit einer ausnähme, s. u.
LXXXVH1 —
14) a. Die königin Ysonde duzt Ganhardin, ».,3113.
b. Ganhardin duzt Ysonde, v. 31 15. Ueber eine aus-
nähme vgl. u.
15) Der zwerg Tristrem duzt Tristrem, v. 3206.
Es sind nur drei ausnahmen zu notiren, und zwar ist keine
derselben durch den reim gesichert. Auffällig erscheint zunächst das
schiuanken zwischen u'ng. und plur., wo Rohand die pilger anspricht,
v. hob ff.: So michel will y 5;iue )?e, Qua]? Rohand, will ije ta,
Pe court %e lat me se. Aber dies schwanken steht ganz parallel zu
der abwechselung zwischen J?e palmer [v. 597) und )?e palmers
[v. 593 und 609), so dass auch Rohand 's worte halb an dem pil-
ger, der ihm rede gestanden hat, halb an beide gerichtet sein können.
— V. 2918 redet Tristrem Ganhardin mit 3011 an; Bahrs bemerkt
dazu (a. a. o. p. 8) : » Man wird die annah?ne, dass auch hier aus
höflichkeit das 3011 als anredewort gewählt sei, schwerlich mit dem
sinn dieser worte vereinigen können ; die stelle mag vielmehr als be-
weis dafür dienen, dass besondere achtting und höflichkeit nicht
gerade eine unerlässliche bedingung für den gebrauch des plur. ist. «
Da Tr. Ganh. sonst stets duzt, so scheint es mir bedenklich, aus
diesem einen 3011 überhaupt eine folgerung ziehen zu wolle?i ; viel-
leicht meint Tr. mit 3011 Ganhardin und dessen vater, da er ja
nicht wissen kann, auf welche weise jener zit dieser nachricht ge-
kommen ist; natürlich ist auch die annähme eines copistenfehlers
nicht ausgeschlossen. — Ganh. redet Ysonde einmal im plur. an,
v. 3 119: He sent it 3011 bi me. Ich lasse es mit Bahrs unent-
schieden , ob hier der wohllaut massgebend gewesen ist, da pe bi
me schlecht klingen würde, oder ob nicht vielmehr das ]?e, v. 31 15,
durch reimzwang verursacht ist.
II. Vorfiehme gegenüber geringeren, ältere gegenüber jüngeren,
oder mächtigere gegenüber solchen, die in ihrer gewalt sind, bedienen
sich ebenfalls des »du« in der anrede.
1) Der kapitän des schiff es duzt den i$j ; ährigen Tristrem
v. 312.
2) Die schiffer duzen den hofmeister Tristrem s, v. 2>$(> ff.
3) Die jäger Markts duzen Tristrem, v. 467 ff.
4) Mark duzt Tristrem, v. 529 /.
5) a. Tristrem duzt den harfner, v. 555/-, weil er sich ihm
im ränge überlegen fühlt.
— LXXXIX —
i
b. Der Harfner duzt Tristrem, v. 558, wegen seiner Ju-
gend.
6) Der Pförtner duzt Rohand, v. 620 /., weil er ihn für
einen bettler hält.
- 7) Ebenso der hussier, v. 633 fjt., aus demselben gründe.
8) Rohand duzt Tristrem, v. 655/., als seinen pßegesohn.
9) Der könig Morgan duzt Tristrem, v. 843 ff.
10) Ysonde duzt Tristrem, ehe sie seine geliebte wird, v.
i55i-
11) Die knechte duzen die ihnen zur ' tödtung üb ergebene
Bringwain , v. 1 7 7 1 .
12) Mark duzt den irischen ritter, v. 1822 f.
13) Ysonde duzt Canados, v. 3048 ff.
14) Mark duzt Canados, v. 3206 f.
15) Ysonde 'duzt Brengwain, v. 3214^.
Soweit stimmt also der gebrauch der anredepronomina im Sir
Tristrem mit den regeln überein, welche uns aus spätere?i, nie. dich-
tungen, z. b. dem Erl of Tolous, geläufig sind. Wenn aber nun
für diese die weitere regel- aufzustellen ist, dass die untergebenen den
herrn oder die herrin, den fürsten oder die ßirstin und überhaupt
niedriger stehende höhergestellte zu ihrzen haben, so fügt sich der-
selben unser gedieht nicht. Man erwäge folgende fälle.
I. 1) Tristrem duzt den könig Morgan, v. 838 ff.
2) Die barone duzen den könig Mark, v. 1356 /.
3) Der irische ritter duzt den könig Mark, v. 1836 /.
4) Meriadok duzt den könig Mark, v. 1963^., v. 2019^.
u. sonst.
5) Brengwain duzt Ysonde, v. 1990 ff.
6) Der zwerg duzt Tristrem, v. 2073 ff.
7) Brengwain duzt Mark, v. 3189 f.
8) Brengwain duzt Tristrem, v. 3228.
//. Ein schwanken zeigt sich in folgenden fällen, welche einzeln
zu betrachten sind.
1) Tristrem duzt seinen Pflegevater Rohand, sowol als er ihn
an Mark's hofe wiedererkennt v. 661 ff., als wo er ihm die herr-
schaft über sein stammland überträgt, v. qi^ff. Nur einmal redet
er ihn mit ?e an, v. 662: Ful welcom er ^e! wo das reimbedürf-
niss gewirkt haben kann.
— xc —
2) Tristrem schwankt in der anrede Marks, ehe er als sein
neffe erkannt ist, zwischen sing, und plur. ; vgl. v. 682 : Til y
J>ine hunters fand, mit v. 668: Wil ^e mi fader se. Im reime
steht also keines der beiden pronomina. In der folge nennt er seine?i
oheim nur ?nehr »du«; vgl. 0. 765, v. 1147/.; auch v. 11 50
wird für das auffällige 30U wol )?ou zu lesen sein; endlich v.
1851/.
3) Der zwerg duzt Marke in der reget, vgl. v. 2068; 2582^".
Nur bei der ersten anrede, v. 2067: Sir, siker sje be, gebraucht er
den plural.
4) Tristrem duzt den zwerg, v. 2082 ff., nur einmal, und
zwar auch hier bei der ersten anrede, v. 2081 : Maister, J?ank haue
5je ! ihrzt er ihn.
5) C anados duzt die königin, v. 3030 ff., nur einmal, v. 3044,
redet er sie mie i} e an, wo das wort im reime steht.
Wir werden also sagen müssen, dass mit ausnähme der ersten
begrüssungs- oder anredeformel , bei der der plural üblicher war,
oder der fälle, wo der reim gebieterisch eine pluralform forderte,
alle diese personen solche, die viel höher stehen, als sie, mit »du«
anreden. Von ausnahmen findet sich sehr wenig. So redet Rohand
den könig Mark mit ?e an, ebenso die arbeiter, zvelche Brengwain
tödten sollen, die königin Ysonde, v. 17&7 ff.
Aus den oben gegebenen Zusammenstellungen erhellt, dass bezüg-
lich der anredepronomina Sir Tristrem noch fast ganz auf dem
älteren Standpunkte steht, wo rangunterschiede dabei keinerlei einfluss
ausübten, nnd dass gerade hier — was besonders im gegensatz zu
Bahrs auf Stellung (p. 6 f.) hervorgehoben sein mag — der einfluss
des frz. Originals am allerivenigsten zu spüren ist.
C. Die einrichtung der ausgäbe.
Ich hebe zunächst hervor, dass ich von einer uniformirung der
sprache des gedicktes nach langem schwanken absehen zu müssen ge-
glaubt habe, obwol ich genau weiss, dass mir vielleicht von mehr
als einer seile daraus ein Vorwurf gemacht werden wird.
Obgleich nämlich auch ich (vgl. ten Brink, Deutsche litteratur-
zeitung 1882 p. 1383) die ansieht BrandPs (a. a. 0. p. 6$), dass
wahrscheinlich zu jener zeit nicht Mos jeder dialekt, sondern fast
— XCI —
jeder autor seine eigene Orthographie hatte, etwas übertrieben finde ■ *),
so ist doch zuzugeben, dass eine betrachtung des dialektes unseres
denkmals diese behauptung nicht widerlegt. Haben wir doch trotz
vieler züge, welche es mit andern vorhergehenden, gleichzeitigen oder
späteren dichtungen gemeinsam hat, nicht ein einziges gefunden wel-
ches bis auf alle einzelheiten dieselbe spräche repräsentirte, soweit sie
sich aus den reimen erschliessen lässt. Dazu kommt, dass wir blos
über iine hs. des Werkes zu verfügen haben.
Aber vielleicht reichten die aus den reimen zu ziehenden Schlüsse
allein aus, um danach alle fremden demente aus dem inneren des
verses zu entfernen? Zum theil gewiss, aber viele punkte würden
unentschieden bleiben müssen. So finden sich viel mehr o für ae. ä,
als nach den wenigen o-reimen sich als dem dichter angehörig an-
nehmen lassen ; aber dass derselbe ausserhalb des reimes überall a
geschrieben habe, lässt sich ebenso wenig beweisen. Ferner ist die
flexionsendung n im plur. prät. einmal durch den reim belegt ; dass
dieselbe nur aus reimnoth eingeführt wurde, ist höchst ivahr scheinlich,
aber nicht mit mathematischer Sicherheit beiveisbar ; sollen die häu-
figen plurale auf -en im inneren des verses nun auf diese Wahrschein-
lichkeit hin beseitigt oder auf die autorität des einen sicheren beleges
hin eonservirt werden? Sollen wegen v. 3323 armi die südlichen
infinitivformen aski und mendi (s. 0. p. LXXVII) beibehalten werden?
Und so sind mir noch eine ganze anzahl ähnlicher bedenken aufge-
sessen.
Endlich aber gibt in vielen fällen der reim überhaupt keine ent-
scheidung an die hand. So findet sich die negation ne in unserem
texte sehr häufig mit dem folgenden hülfsverbum zusam?n engezogen,
vgl. das glossar; während Morris (a. a. 0. p. LXV) ganz richtig
bemerkt: » The Northern dialect makes but little use of negative
forms, which are very common in Southern writers. « Soll man
darauf hin alle betr. stellen corrigiren oder sie trotzdem in einer
kritischen ausgäbe stehen lassen? Das nördliche aussehen des textes
wird durch diese formen nicht unwesentlich alterirt. Nach dem p.
LXXV angeführten, von Murray aufgestellten gesetze betreffs der endung
1) Ziemlich ebenso weit geht Schipper, wenn er a. a. 0. p. 18 sagt: »Die
grammatik jedes einzelnen denkmals lässt sich zunächst nur aus diesem selber
construiren. Eine allgemeine alt- oder mittelenglische grammatik giebt es be-
kanntlich ebenso wenig, wie eine alt- oder ?nittelenglische Schriftsprache. « Ich
möchte hinzufügen : auch keine nord- oder mittelländische.
— XCII —
des plur. in die. präs. müssten wir das südliehe \>, wenn ein Personal-
pronomen vorhergeht oder folgt, streichen, 7venn ein subst. vorher-
geht, es in s vei'wandeln (z. b. v. 1115 comej?,). Aber belege für
den letzteren fall bieten die reime nicht, und wissen wir wirklich
genau, ob unser autor sich an dies gesetz strenger gehalten hat als
R. Rolle (vgl. Brandt a. a. 0. p. 72) oder der dichter der Su-
sanna ?
Trotz alledem wäre es natürlich eine verhältnissmässig geringe
mühe gewesen, ausgeprägt südliche worte und formen durch nördliche
zu ersetzen ; ich meinte aber, dass damit herzlich wenig gewonnen
wäre, wenn wir doch nicht im stände sind, auch nur annähernd das
gedieht so herzustellen, wie es bezüglich der spräche aus der hand
des dichters hervorgegangen ist; wir erhielten dann nur ein mach-
werk, welches weder original noch Überlieferung richtig repräsentirte.
Aus demselben gründe habe ich auch an den vokalen der reimworte
nichts verändert, doch sind alle fraglichen fälle in diesem abschnitte
der einleitung zur besprechimg gekommen. Ganz anders würde die
sacke liegen , wenn es sich etwa darum handelte , ein in südliche
mundart umgeschriebenes werk R. Rolle s kritisch herauszugeben] in
einem solche?i falle würde es ein schiv er er fehler sein, wenn man die
uniformirung unterliesse, da nördliche hss. von anderen seiner dich-
hingen uns mit allen nur irgend wünschenswerten kriterien für eine
solche arbeit versehen würden. Unter Verhältnissen jedoch, wie sie
hier vorliegen , ist wenigstens für jetzt noch völlige enthaltsamkeit
geboten. Uebrigens haben die in neuester zeit gemachten uniformi-
rungsversuche nicht einmal in Deutschland, geschweige denn in Eng-
land allgemeine billigung gefunden.
Meine ausgäbe schliesst sich also möglichst genau an die hs. an.
In der hs. durch abkürzungen ausgedrückte buchstaben oder sylben
sind durch cursivdruck als solche bezeichnet. In der trennung und
zusammenschreibung der worte habe ich mir einige kleine abweichungen
vom ms. gestattet. So findet sich z. b. der unbestimmte artikel mehr-
fach mit dem folgenden worte verbunden, während ich ihn stets se-
parat wiedergebe. Fälle wie v. 3167 anay, wo es fraglich ist, ob
an ay oder a nay zu schreiben ist (vgl. das häufige a no)?er), sind
besonders angemerkt. Das präfix y des pari, prät., das bekannt-
lich in den hss. häufig allein steht, habe ich mit der betr. verbal-
form verbunden; ebenso sind unzweifelhaft zusammengehörige wort-
theile vereinigt worde?i, wie bi gan, bi forn, bi tvene, bi stode,
— XCIII —
/
for ^eue, a winne, for lorn, vn troweand, vnder stode, während
wirkliche composita in ihrer trennung belassen wurden.
Die Interpunktion ist nach deutschen prineipien geregelt.
Conjecturen habe ich nur da i?i den text aufgenommen, wo ich
dieselben für völlig gesichert hielt; sonst wurden sie, auch wenn
unläugbar irgend welche verderbniss vorlag, nur in den amtier kungen
vorgebracht und begründet.
Endlich habe ich es für zweckmässig erachtet, von str. CHI
ab die Scott' 'sehe Zählung der Strophen in klammern beizufügen, um
dadurch das auffindet! älterer citaie zu erleichtern.
SIR TRISTREM.
Kölbing, Sir Tristrem.
1 was a[t Erceldoun,] 281 a.
WiJ? Tomas spak y J?are ;
J>er herd y rede in roune,
Who Tristrem gat and bare;
5 Who was king wiJ? croun,
And who him fosterd ^are,
A?id who was bold baroun,
As ]?air eiders wäre.
Bi ^ere
10 Tomas telles in toun
J>is auentours, as j?ai wäre.
II.
Pis semly somers day,
In winter it is nou^t sen ;
Vis greues wexen al gray,
1 5 }>at in her time were grene ;
So dos J?is world, y say,
Ywis and nou^t at wene :
Pe gode ben al oway,
f>at our eiders haue bene,
20 To abide.
Of a kni^t is, ]?at y mene ;
His name, it sprong wel wide.
III.
Wald Rouland J?ole no wrong,
Pei Morgan lord wes ;
1) Das eingeklammerte ist mit dem darüber stehenden bilde bis auf die
unteren spitzen weggeschnitten. Am fttssc der vorhergehenden seile [fol. 280 cl)
findet sich der custos: y was at erceldoun; auch am ivirklichen anfange des
gedichtes scheint erceldoun, tzichl erceldoun geschrieben gewesen zu sein. Nach
Murray s sehr plausibler vermuthung stand in der vorläge des Schreibers Erchel-
doun, was er für Ertheldoun las und th seiner sonstigen Schreibweise geniäss
durch J) ersetzte (vgl. The Romance and Prophecies of Thomas of Erceldoune,
ed. Murray. London 1875, p. XXI). 6) fosterd] ms. fovsterd. »3) Rouland I
Morgan ms.
— 4 —
He brak his castels strong, 25
His bold borwes he ches ;
His men he SI0112; among
And reped him mani a res.
Pe wer lasted so long,
Til Morgan asked pes 30
Purch pine ;
For so)>e wij? outen les,
His liif he wende to tine.
IV.
281 • aus pe batayl, it bigan
— Wite)? wele, it was so! — 35
Bitvene pe douk Morgan
And Rouland, J?at was ]>xo,
PaX neuer J?ai no lan,
Pe pouer to wirche wo;
t>ai spilden mani a man 40
Bitven hem seluen to
In prise :
l>at on was douk Morgan,
J>at oJ?er Rouland rise.
V.
Pe kni^tes, }?at were wise, 45
A forward fast J?ai bond,
J>at ich a man schul ioien his
And seuen 5er to stond,
Pe douke and Rouland riis.
Per to J?ai bed her hond, 50
To hei^e and holden priis,
And foren tili Inglond,
To lende ;
Markes king J?ai fond
WiJ? kni^tes mani and hende. 55
VI.
To Marke, pe king, J?ai went
WiJ? kni^tes proude in pres,
And teld him to ]?ende
His auentours, as it wes.
He preyd hem as his frende, 6o
To duelle wij? him in pes.
Pe kni^tes, }?ai were hende
And dede wij? outen les
In lede :
A turnament J?ai ches 65
WiJ? kni^tes stij?e on stede.
— 5 —
VII.
Glad a man was he,
Pe turnament dede crie,
PaX maidens mi^t hiw se
70 And 011er pe walles to lye.
Pai asked, who was fre,
To win pe maistrie :
J>ai seyd, J>at best was he,
Pe child of Ermonie,
75 In tour;
For pi chosen was he
To maiden Blauwcheflour.
80
VIII.
Pe maiden of hei^e kinne 28lC-
Sehe cald hir maisters pxe :
Bot ^iue it be J?urch ginne,
A selly man is he ;
Purch min hert wi)? inne
85 Ywounded ha)? he me
So sone :
Of bale bot he me blinne,
Mine liif days ben al done ! «
IX.
He was gode and hende,
9° StalworJ?, wise and wi^t;
Into Jns londes ende
Y not non better kni^t,
Trewer non to frende,
And Rouland riis he hi^t.
95 To batayl gan he wende,
Was wounded in J?at fi^t
Ful feile.
Blau#cheflour, pe bri^t,
Pe tale )>an herd sehe teile.
X.
100 Sehe seyd: »Wayleway!«
When hye herd, it was so;
To hir maistresse sehe gan say,
J>at hye was boun to go
To pe kni^t, J?er he lay.
10 5 Sehe swouned and hir was wo ;
So comfort he pdX may,
79) Nach dieser zeile hat der Schreiber zwei verse übersprungen.
6
A knaue child gat J?ai two,
So dere;
And se)?J?en men cleped him so :
Tristrem, J?e trewe fere. no
XL
Pe trewes, J?at J?ai hadde tan
And stabled in her Jwu^t,
J>an brak \>e douk Morgan,
He no wald held it nou^t.
Rohand trewe so stan, "5
A letter he J?er wrou^t
And sent to Rouland onan,
As man of socour sou^t
In kare,
To help, what he mou^t, 1^o
Or. lesen al )?at ]?er wäre.
XII.
Rouland riis in tene
Tc
281 d.
Tok leue at Markes king
125
130
XIII.
lle, x35
Or J?ou wilt wende wi)? nie.«
» Mi duelling is hir ille :
Bihold and tow may se;
Mi rede is taken J?er tille,
t>at fare y wille wij> )?e J40
And finde
J>i fair folk and J?i fre
O lond, ]?er is )>i kinde ! «
123) Die folgenden zwölf zeilen standen auf der rücksei te des auf diesem
blatte ausgeschnittenen bildes und sind mit diese?n verloren. Am Schlüsse von
v' r3S glaube ich noch lle zu lesen.
XIV.
J>ai busked and maked hem boun,
145 Nas per no leng abade ;
J>ai lefted goinfainoun
And out of hauen )?ai rade.
Til J?ai com til a toun,
A castel, Rohant had made ;
15° Her sailes J?ai leten doun
And kni^t, ouer bord J?ai strade
AI cladde.
Pe kni$tes, J?at wer fade,
J>ai dede as Rohand bade.
XV.
155 Rohand, ri^t he radde:
»J>is maiden schal ben oure,
Rouland riis to wedde,
At weld in castel tour,
To bring hir to his bedde,
160 J>at brietest is in bour:
Nas neuer non fairer fedde,
J>an maiden Blau^cheflour,
AI bli>e ! «
After J?at michel anour
165 Parting com per swi)?e.
XVI.
In hird nas nou^t to hele,
I>at Morgan telles in toun :
Mekeliche he gan mele z%z*.
Among his men to roun :
i/o He bad his kni^tes lele,
Com to his somoun
WiJ> hors and wepenes feie
And rered goinfaynoun.
]>at bold.
*75 He rode so king wij? croun,
To win al j>at he wold.
XVII.
Of folk pe feld was brade,
J>er Morgan men gan bide;
Po Rouland to hem rade,
O^ain him gun J?ai ride;
Swiche meting nas neuer made
180
163, Für al könnte in der hs. auch as gelesen werden.
— 8 —
WiJ? sorwe on ich a side.
Per of was Rouland glade,
Ful fast he feld her pride.
WiJ> paine 185
Morgan scaped J?at tide,
Pat he nas nou£t slain.
XVIII.
Morganes folk cam newe
On Rouland riis, pe gode ; •
On helmes gun J?ai hewe, 19°
J>urch brinies brast pe blöd ;
Sone to dej? J?er drewe
Mani a frely fode.
Of Rouland was to rewe,
To grounde when he 2;ode, *95
]>at bold:
His sone him after stode,
And dere his dej? he sold.
XIX.
RewJ?e mow ^e here
Of Rouland riis, pe kni^t : 200
J>re hundred he slou^ J?ere
WiJ? his swerd bri5t;
Of al ]>o7 paX J?er were,
Mi^t non him feile in fi^t,
Bot on wij? tresoun )?ere 205
J>urch J?e bodi him pi^t.
WiJ> gile
To de)> he him di^t —
Alias J?at ich while !
XX.
His hors o feld him bare 2I°
Alle ded hom in his way :
282 b« Gret wonder hadde he ^ou^t J?are
J>at folk of ferly play.
Pt tiding com wij> care
To Blau/zcheflour, J?at may ; 215
For hir me rewej? sare:
On child bed, J?er sehe lay,
Was born
Of hir Tristrem )?at day,
Ac hye no bade nou^t )?at morn. 22°
187) Ms. uas? 189) On] Ms, Of.
— 9 —
XXL
A ring of riche hewe
}>an hadde )?at leuedi fre;
Sehe toke it Rohand trewe,
Hir sone sehe bad it be :
225 »Mi bro]?er wele it knewe,
Mi fader ^af it me ;
King Markes may rewe,
Pe ring, pan he it se,
And moun:
2 30 As Rouland loued J?e,
}>ou kepe it to his sone ! «
XXII.
Pe folk stode vnfain
Bifor J?at leuedi fre:
»Rouland, mi lord, is slain,
2 35 He spekej? no more wij> me!
Pat leuedi, nou^t to lain,
For so)?e ded is sehe !
Who may be ogain?
As god wil, it schal be,
24o Vnbli>e.«
Sorwe it was to se :
f>at leuedi swelted swij?e.
XXIII.
Geten and born was so
Pq child, was fair and white.
245 Nas neuer Rohand so wo :
He nist it whom to wite.
To child bed ded he go
His owhen wiif al so tite
And seyd, he hadde children to,
2 5° On hem was his delite,
Bi Crist!
In court men cleped him so :
£0 'tram' bi for )>e 'trist'.
XXIV.
Douk Morgan was blij?e,
255 J?o Rouland riis was doun;
He sent his sond swij?e
And bad, al schuld be boun
282«.
223 Ms. Rouhand. 235) Ms. spekel5. Das wort steht z. th. auf rasur.
237) Vor sehe sind etwa zwei buchstaben radirt. 246 uist hs.?
— 10 —
And to his lores lij?e,
Redi to his somoun.
Durst non o^ain h\m kij?e, 260
Bot ^alt him tour and toun
So sone :
No was no king wij> croun,
So richeliche hadde ydone.
XXV.
Who ^af broche and beider 265
Who, bot douke Morgan?
Cruwel was and hei^e,
O^aines \i\m stode no man.
To conseil he callej? nei^e
Rohand trewe so stan, 270
A?id euer he dede as J?e slei^e
And held his hert in an,
J>at wise :
It brast J>urch blöd and ban,
^if hope no wäre to rise. 275
XXVI.
JNow haj? Rohand in ore
Tristrem, and is ful blij?e.
Pe child he set to lore,
And lernd him al so swi}?e;
In bok, while he was J?ore, 280
He stodiej? euer, £>at stij?e.
Po )>at bi him wore,
Of him weren ful blij?e ;
)>at bold,
His craftes gan he kij?e 285
O^aines hem,when he wold.
XXVII.
Fiftene ^ere he gan him fede,
Sir Rohand, )?e trewe;
He tau^t him ich a lede
Of ich maner of glewe 29°
And euerich playing )?ede,
Old lawes and newe;
On hunting oft he ^ede,
To swiche a lawe he drewe
258) e in lores auf rasur geschrieben. 266) a in Morgan aus s einem an-
deren Buchstaben corrigirt. 268) a in O^aines auf rasur. 294) Diese zeile
ist vom abschreibet' offenbar anfangs übersprungen und später von ihm in
kleinerer schrift zwischen v. 293 und v. 295 nachgetragen.
— 11 —
295 AI )nis;
More he couJ?e of veneri,
J>an cou)?e Manerious.
XXVIII.
Per com a schip of Norvvay
To sir Rohandes hold
300 Wi}> haukes white and gray
And panes fair yfold. 282 d.
Tristrem herd it say ;
On his playing he wold
Tventi Schilling to lay.
30s Sir Rohand him told
And tau$t ;
For hauke siluer he ^old,
Pe fairest, men him rau^t.
XXIX.
A cheker he fond bi a cheire,
310 He asked, who wold play.
Pe mariner spac bonair :
»Child, what wiltow lay?«
»O^ain an hauke of noble air
Tventi schillinges, to say :
Whe]?er so mates o]?er fair,
Bere hem bo)?e oway.«
WiJ? wille
Pe mariner swore his faye :
»For so]?e, ich held J?er tille!«
XXX.
32° Now bo]?e her wedde lys
And play ]?ai biginne ;
Ysett he haj? pe long asise
And endred be)> per inne.
Pe play biginne]? to arise,
325 Tristrem dele)? atvinne;
He dede als so pe wise :
He 2;af has he gan winne
In raf;
Of playe ar he wald blinne,
33° Sex haukes he £at and %a.L
304) 1 in lay ist an der spitze durch rasur etwas beschädigt. 305) Ms.
Rouhand. 307) Vor he ist ein buchstabe ausradirt. 312) 1 in lay ist mit
dunklerer tinte nachgetragen. 325) tristem ms.
— 12 —
XXXI.
Rohand toke leue to ga,
His sones he cleped oway ;
Pe fairest hauke he gan ta,
J>at Tristrem wan J?at day.
WiJ? him he left ma 335
Pans for to play ;
Pe mariner swore al so,
Pat pans wold he lay
An stounde :
Tristrem wan J?at day 340
Of him an hundred pounde.
XXXII.
Tristrem wan ]?at J>er was layd.
A tresoun )?er was made.
No lenger J?an )?e maister seyd,
283 a. Of gate nas per no bade. 345
As }>ai best sat and playd,
Out of hauen j?ai rade ;
Opon )?e se so gray
Fram J?e brimes brade
Gun flete: 35©
Of lod ]?ai were wel glade,
And Tristrem sore wepe.
XXXIII.
His maister J?an )?ai fand
A bot and an are:
Hye seyden: »^ond is J?e land, 355
And here schaltow to bare :
Chese on ai]?er hand,
WheJ?er pe leuer wäre
Sink or stille stand ;
Pe child schal wij? ous fare 36°
On flod ! «
Tristrem wepe ful sare,
J>ai I0U5 and J?ou£t it gode.
XXXIV.
Ni^en woukes and mare
Pe mariners flet on flod, 365
Til anker hem brast and are
And stormes hem bistode;
Her sorwen and her care
J>ai witt )?at frely fode;
}>ai nisten, hou to fare, 37°
— 13 —
Pe wawes were so wode
WiJ? winde :
O lond J?ai wold, he ^ede,
^if J?ai wist ani to finde.
XXXV.
375 A lond J?ai nei^ed nei^e,
A forest as it wäre,
Wi}> hilles, ]?at wer^ hei^e
And holtes, J?at weren hare.
O lond )?ai sett J?at slei^e
38° Wif> al his wining ^are,
WiJ? broche and riche bei^e,
A lof of brede ^ete mare,
Pat milde.
Weder J?ai hadde to fare,
385 A Lond J?ai left J>at childe.
XXXVI.
Winde )?ai had as J?ai wolde,
A lond bilaft he;
His hert bigan te cold,
J>o he no rrn^t hem nou^t se ; 283 *>.
39o To Crist his bodi he ^ald,
J>at don was on fce tre :
»Lord, mi liif, me bihold,
In world £011 wisse me
At wille:
395 Astow art lord so fre,
£011 lete me neuer spüle I «
XXXVII.
\>o Tomas asked ay
Of Tristrem, trewe fere,
To wite J?e ri^t way,
4°o Pe styes for to lere.
Of a prince proude in play
ListneJ?, lordinges dere !
Who so better can say,
His owhen he may here
405 As hende:
Of Jnng, J?at is him dere,
Ich man preise at ende !
XXXIII.
In o robe Tristrem was boun.
t>at he fram schip hadde brou^t.
— 14 —
Was of a blihand broun, 410
Pe richest, J?at was wrou^t,
As Tomas teile p in toun.
He no wist, what he mou^t,
Bot semly sett him doun
And ete ay til him gode Jxni^t; 41 5
Ful sone
Pe forest for)> he sou^t,
When he so hadde done.
XXXIX.
He toke his lod vnli^t,
His penis wij? him he bare ; 42°
Pe hilles were 011 hi$t,
He clombe J?o holtes hare ;
Of o gate he hadde si^t,
}>at he fond ful ^are ;
Pe paj? he toke ful ri^t. 4*5
To palmers mett he J?are
On hand ;
He asked hem, whennes J?ai wäre :
J>ai seyd : »Of Yngland.«
XL.
For drede, }>ai wald him slo, 43°
He temed him to pe king ;
He bede hem pens mo,
2g3c- AiJ>er ten Schilling,
^if ]?ai wald wi]> him go
And to pe court him bring. 435
» 2yis ! « psii sworen )>o
Bi pe lord ouer al J?ing,
Ful sone.
Ful wel biset his J?ing,
J?at ra)?e ha]? his bone. 44°
XLI.
Pe forest was fair and wide,
Wij? wilde bestes ysprad,
Pe court was ner biside,
Pe palmers ]?ider \i\m lad.
Tristrem hunters sei^e ride, 445
Les of houndes £>ai ledde;
J>ai token in J?at tide
Of fat hertes yfedde
442) Hinter wij) steht nochmals wif), durchgestrichen.
— 15 —
In feld;
45° In blehand was he cledde,
Pe hunters him biheld.
XLII.
Jjestes J?ai brac and bare,
In quarters J?ai hem wrou^t,
Martirs as it wäre,
455 P2X husbond men had bou^t.
Tristrem J?o spac j?are
And seyd, wonder him j?ou£t :
»Ne sei^e y neuer are
So wilde best ywrou^t
460 At wille!
OJ?er«, he seyd, »y can nou^t,
Or folily ^e hem spüle.«
XLIII.
Vp stode a seriau^t bold
And spac Tristrem o^ain :
465 »We and our eiders old,
J>us J?an haue we sain ;
Oj?er J?ou hast ous told :
^ond li|? a best vnflain ;
Atire it, as )?ou wold,
470 And we wil se ful fain
In feld!«
In lede is nou^t to lain :
Pe hunters him biheld.
XLIV.
Tristrem schare pe brest,
475 Pe tong sat next pe pride;
Pe heminges swij?e on est
He schar and layd biside ;
Pe breche adoun he )?rest, 28 3 d.
He ritt and gan to ri^t;
480 Boldliche per nest
Carf he of J?at hide,
Bidene :
Pe bestes he graij?ed J?at tide,
As mani se]?)?en has ben.
XLV.
485 Pe spande was pe first brede,
Pe erber di^t he ^are,
460) Mit venveisungszeichen später nachgetragen. 464 ) tristem ms.
— 16 —
To pe stifles he ^ede
And euen ato hem schare ;
He ri^t al pe rede,
Pe wombe oway he bare, 490
Pe nouwbles he ^af to mede :
J>at seilen, j?at per wäre
AI so;
J>e rigge he croised mare,
Pe chine he smot a tvo. 495
XL VI.
Pe forster for his ri^tes
Pe left schulder ^af he,
Wib hert, liuer and li^tes
And blöd tille his quirre ;
Houndes on hyde he diätes, 5°o
Alle he lete hem se ;
Pe rauen he ^aue his ^iftes,
Sat on pe fourched tre,
On rowe :
» Hunters, whare be 7,e ? 5°5
Pe tokening schuld ^e blowe ! «
XL VII.
He ti^t pe mawe on tinde
And eke pe gargiloun ;
J>ai blewen pe ri^t kinde
And radde pe ri^t roun. 510
J>ai wist pe king to finde
And senten for]? to toun,
And teld him, vnder linde
Pe best, hou it was boun
And brou^t. 5*5
Marke, pe king wij> croun,
Seyd, J?at feir him J?ou£t.
XLVIII.
Pe tokening when bai blewe,
J>er wondred mani a man;
Pe costom bai nou^t knewe, *>zo
For bi fro bord J?ai ran ;
2g4a. No wist J?ai nou^t, hou newe
t>ai hadde hunters ban.
It is a man er of glewe,
To teche hem, bat no can 525
491) Ms. noubles. Die vorläge bot getviss noübles.
— 17 —
Swiche ]?ing :
Alle bli)?e weren J?ai }?an,
J>at ^ede bifor pe king.
XLIX.
Pe king seyd : »Where werd f>ou born ?
53° What hattou, belamye?«
Tristrem spac biforn :
» Sir, in Hermonie ;
Mi fader me ha)? forlom,
Sir Rohand, sikerly,
535 Pe best blower of hörn
And king of venery
For J^ou^t.«
Pe lasse ^af Mark for p'\,
For Rohand he no knewe nou^t.
L.
540 pe king no seyd no more,
Bot wesche and ^ede to mete ;
Bred J?ai pard and schare,
Ynou^ J?ai hadde at ete;
WheJ?er hem leuer wäre,
545 Win or ale to gete,
Aske a?id haue it ^are,
In coupes or hornes grete
Was brou^t;
t>er while J>ai wold, pdi\ sete,
55o And risen, when hem gode J?ou^t.
LI.
An harpour made a lay,
PdX Tristrem, aresound he.
Pe harpour ^ede oway :
»Who better can, lat se!«
555 »Bot y pe mendi may,
Wrong J?an wite y pe ! «
Pe harpour gan to say :
»}>e maistri ^iue y pe
Ful sket ! «
56° Bifor pe kinges kne
Tristrem is cald to set.
LH.
BYipe weren J?ai alle
And merkes gun J?ai minne,
Token leue in pe halle:
Kölbing, Sir Tristrem. 2
— 18 —
»Who mi$t )?e child winne?« 565
284 b. Mark gan Tristrem calle,
Was comen of riche kinne;
He ^af him robe of palle
And pane of riche skinne
Ful sket; 570
His chau/?zber he li)> inne
And harpej? notes swete.
Uli.
INI ow Tristrem lat we J?are,
WiJ? Marke he is ful dere.
Rohand rewej? sare, 575
J>at he no mi^t of him here ;
Ouer londes he gan fare
WiJ? sorvve and reweful chere,
Seuen kingriche and mare,
Tristrem to finde J?ere, 580
And sollet;
His robes riiien were,
Perfore no leued he nou^t.
LIV.
Nou^t no semed it so
Rohand, J?at noble kni^t ; 585
He no wist whider to go,
So was he brou^t o mi^t ;
To swinke men wold hi;/z to
For mete and robes ri^t.
WiJ? o)?er werkmen mo 59°
He bileft al ni^t
In land ;
Of J?e palmers he hadde a si^t,
J>at Tristrem first fand.
LV.
His asking is euer newe 595
In trauail and in pes.
J>e palmer seyd, he him knewe
And wiste wele, what he wes :
»His robe is of an hewe,
Blihand wi)? outen les ; 6o°
His name is Tristrem trewe,
Bifor him scheres pe mes,
582/.) Auf rasur geschrieben. 590) mo von jüngerer hand auf rasur
geschrieben. S9zf) Auf rasur geschrieben.
— 19 —
J>e king.
Y bremst him, J?er he ches,
605 He ^aue nie ten Schilling.«
LVI.
»So michel wil y ^iue J?e«
Qua)? Rohand, »will ?,e ta,
Pe court ^e lat nie se ! «
Pe palmers seyd : » ^a ! «
610 Bli)?e )?er of was he 284«
And redily ^af him sa
Of wel gode mone
Ten schilinges and ma
Of gayn :
615 Rohand was ml J?ra,
Of Tristrem for to frain.
LVII.
In Tristrem is his delit
And of him spekej? he ay.
Pe porter gan him wite
620 And seyd: »Cherl! go oway,
Opex y schal pe smite !
What dostow here al day?«
A ring he rau^t him tite
— Pe porter seyd nou^t nay —
62 5 In hand.
He was ful wise, y say,
Pat first ^aue ^ift in land.
LVIII.
Rohand J?o tok he
And at J?e gate in lete ;
63° Pe ring was fair to se,
Pe ^ift was wel swete.
Pe huscher bad him fle :
«Cherl, oway wel sket,
Or broken J?ine heued schal be
635 And )>ou feld vnder fet
To grounde ! «
Rohand bad him lete
And help him at )>at stounde.
LIX.
Pe pouer man of mold
64° Tok for)? ano)?er ring,
603) Auf rasur geschrieben. 615) Rohand] Ms. tristrem.
2*
— 20 —
Pe huscher he ^af j?e gold,
It semed to a king ;
Formest ]>o in fold
He lete him in J?ring ;
To Tristrem trewe \n hold 645
He hete, he wold h\m bring,
And brou^t;
Tristrem knewe him no f>ing,
And ferly Rohand J^ou^t.
LX.
I>ei men Tristrem had sworn, 650
He no trowed it neuer in lede,
J^at Rohand robes were torn,
J>at he wered swiche a wede.
284 d. He frained him biforn :
»Child, so god )?e rede, 655
How wer^ J?ou fram Rohand lornV
Monestow neuer in lede?«
Nou^t lain.
He kneled better spede
And kist Rohand ful fain. 660
LXI.
»Fader, no wretj?e J>e nou^t,
Ful welcom er t,q !
Bi god, J?at man ha)? bou^t,
No J?ing no knewe y J?e ;
WiJ? sorwe J?ou hast me sou^t, 665
To wite it, wo is me ! «
To Mark J?e word he brou^t:
»Wil 7,q mi fader se
WiJ> si?t?
Graij?ed, y wil, he be, 670
And sej?]?en schewe him as kni^t.«
LXII.
Tristrem to Mark it seyd,
His auentours, as it were:
Hou he wij? schipmen pleyd,
Of lond hou J?ai h\m bere, 675
Hou stormes hew bistayd,
Til anker hem brast and are :
» J>ai golden me J?at y layd,
WiJ? al mi wining ^are
In hand; 68°
— 21 —
Y clambe )?e holtes hare,
Til y J?ine hunters fand. '
LXIII.
A baj? J?ai brou^t Rohand inne,
A barbour was redi J?are ;
685 AI rovve it was, his chinne,
His heued was white of hare ;
A scarlet wij? riche skinne
Ybrou^t him was ful ?are.
Rohand of noble kinne,
69° J>at robe ful fair he bare,
)>at bold:
Who J?at had seyn him J?are,
A prince him misjt han told.
LXIV.
Fair his tale bigan
695 Rohand, )?ei he com lat ;
Tristrem, J?at honour can,
To halle led him J?e gate.
Ich man seyd )?an, 285
Nas non swiche, as J?ai wate,
700 As was J>e pouer man,
Pat J?ai bete fram J?e gat
WiJ> care;
Nas non, ]?at wald him hate,
Bot welcom was he J?are.
LXV.
70s Water ]?ai asked swij?e,
CloJ? and bord was drain,
Wit mete and drink li)?e
And seriaunce, )?at were bayn,
To serue Tristrem swij?e
7io And sir Rohand ful fayn;
Whasche, when ]?ai wald rise,
Pe king ros him os;ain
J>at tide;
In lede is nou^t to layn:
7J5 He sett him bi his side.
LXVI.
Rohand, J?at was J?are,
To Mark his tale bigan:
»Wist ^e, what Tristrem wäre,
— 22 —
Miche gode 7,e wold him an :
^our owhen soster him bare,« 720
— Pe king lij?ed him J?an —
»Y nam sibbe him na mare,
Ich au^t to ben his man.
Sir king !
Knowe it, ^iue i}e can, 725
Sehe tau^t me )?is ring!
LXVII.
When Rouland riis, pe bold,
Douke Morgan gan mete — «
Pe tale when Rohand told,
For sorwe he gan grete. 73°
Pe king biheld J?at old,
Hou his wonges were wete ;
To Marke pe ring he ^old,
He knewe it al so sket,
Gan loke: 735
He kist Tristrem ful skete
And for his nevou toke.
LXVIIL
£0 J?ai kisten him alle,
BoJ?e leuedi and kni^t,
And seriauwee in pe halle, 740
And maidens, J?at were bri^t.
285b' Tristrem gan Rohand calle
And freined hi;/z wij? si^t :
»Sir, hou may Jns falle,
Hou may y proue it ri^t, 745
Nou^t lain?
Tel me for godes mi^t:
Hou was mi fader slayn ? «
LXIX.
Rohand told anon
His auentours al bidene, 75°
Hou pe batayle bigan,
Pq werres hadden yben,
His moder hou hye was tan
And geten hem bitvene :
»Slawe was Rouland J?an 755
And ded Blau?zche, pe schene.
719; Vor an ist etwas radirt; vgl. auch die anm. z. d. st. 738) him] i
aus e corrigirt. 756'; ded Blauwche auf rasur geschrieben.
— 23 —
Nau^t les,
For dout of Morgan kene
Mi sone y seyd }>ou wes.«
LXX.
760 Tristrem al in hei^e
Bifor pe king cam he :
»Into Ermonie,
Sir, now longej? me ;
J>ider fare wil y,
765 Mi leue y take of )?e,
To fi^t wij? Morgan \n hy,
To sie him of>ur he me
Wi}> hand :
Erst schal no man me se
770 O^ain in Ingland ! «
LXXI.
Po was Mark ful wo,
He si^t sore at J?at tide :
»Tristrem, \>\ rede J?ou ta,
In Inglond forto abide !
775 Morgan is wikk to slo,
Of kni^tes he ha}> gret pride ;
Tristrem, )?ei ]?ou be J?ro,
Lat mo men wi]> J?e ride
On rowe !
780 Take Rohand bi ]>i side,
He wil p'me frendes knawe ! «
LXXII.
To armes pe king lete crie
Pe folk of al his land";
To help Tristrem, for ]>\
785 He made kni^t wij? his hand;
He dede him han on heye 285
Pe fairest, J?at he fand,
In place to riden him by,
To don him to understand,
79° So swi]?e :
Sorwe so Tristrem band,
Mi^t no man make h'wi blij?e.
LXXIII.
No wold he duellen a ni^t,
Per of nas nou^t to say.
795 Ten hundred, )?at wer^ wi^t,
— 24 —
Wenten wi]? him oway.
Rohand, Ipe riche kni^t,
Redy was he ay ;
To his castel ful ri^t
He sailed J?e seuen day 800
On rade.
His maister he gan pay,
His sones kni^tes he made.
LXXIV.
His frendes, glad were J?ai
— No blame hem no man for jn ! — 805
Of his coming, to say,
AI into Ermonie,
Til it was on a day,
Morgan was fast by,
Tristrem bigan to say: 810
»Wij? Morgan speke wil y
And spede :
So long idel we ly,
Miself mai do mi nede ! «
LXXV.
Tristrem dede as he hi^t, 815
He busked and made him ^are;
His fiftend som of kni^t,
Wi)? h\m ^ede na mare.
To court J?ai com ful ri^t,
As Morgan his brede schare; 82a
J>ai teld J?o bi si^t,
Ten kinges sones J?ai wäre;
Vnsou^t
Heuedes of wild bare
Ichon to presant brou^t. 825
LXXVI.
Rohand bigan to sayn,
To his kniz;tes J?an seyd he :
»As woman is, tviis forlain,
Y may say bi me :
7ji Tristrem be now sleyn, 830
285 d. Yuel ^emers er we.
To armes, kni^t and swayn,
801) Von derselben hand wie mo, v. 590, auf rasur nachgetragen. 814) mi
nede auf rasur geschrieben. 817) His] s ist ausradirt. Das über i stehende
zeichen halte ich für einen fetten accent; doch könnte es auch allenfalls als s
aufgefasst werden^
— 25 —
And swiftly ride 7,e
And swi)?e !
835 Til y Tristrem se,
No worj? y neuer bli)?e. «
LXXVII.
Tristrem speke bigan :
»Sir king, god loke J?e,
As y J?e loue and an,
840 And J?ou hast serued to me ! «
Pe douke answerd J?an :
»Y pray mi lord so fre:
WheJ?er J?ou blis or ban,
J>ine owhen mot it be,
845 J>ou bold!
P'\ nedes tel J?ou me,
J>ine erand, what J?ou wold ! «
LXXVIII.
» Amendes ! Mi fader is slain,
Mine hirritage Hermonie ! «
850 f>e douke answerd o^ain:
»Certes, ]>i fader )?an slou^ y!
Se)?J?en )?ou so hast sayd,
Amendes J?er ou^t to ly:
ferfore, prout svvayn !
855 So schal y j?e, for J?i
Ri^t )?an
Artow comen titly
Fram Marke, J?i kinsman?
LXXIX.
^ongling, )?ou schalt abide !
860 Foles )?ou wendest to fand!
f>i fader }>i moder gan hide,
In horedom he hir band :
Hou comestow wij? pride ?
Out, traitour, of mi land ! «
86 5 Tristrem spak J?at tide :
»J>ow lext, ich vnderstand
And wot ! «
Morgan wij? his hand
Wi)> a lof Tristrem smot.
833) Vor ^e ist eine rasur von 1 — 2 buchstaben. 855) So] S auf ras ur
geschrieben. 856/.; Anf einer zeile geschrieben; jedoch scheint v. 857 nicht
erst später nachgetragen zu sein.
— 26 —
LXXX.
On his brest adoun 870
Of his nose ran ]?e blöd.
Tristrem swerd was boun,
And ner J?e douke he stode.
875
WiJ? ]>dX was comen to toun
Rohand wij> help ful gode
286 ». And gayn.
AI J?at o^ain hem stode,
Wi^tly were )?ai slayn. 880
LXXXI.
To prisoun J?ai gun take
Erl, baroun and kni^t;
For douke Morgan sake
Mani on dyd doun ri^t.
Schaftes )?ai gun schake 885
And riuen scheldes bri^t;
Crounes J?ai gun crake
Mani, ich wenex apli^t.
Saunfayl :
Bitvene J?e none and J?e ni^t 890
Last )>e batayle.
LXXXII.
J>us haj? Tristrem )>e swete
Yslawe ]>e douke Morgan:
No wold he neuer lete,
Til mo castels wer tan ; 895
Tounes J?ai ^old him skete
And cites sti)?e of stan.
Pe folk fei to his fet,
A^aines him stode J?er nan
In land. 900
He slousj his fader ban,
AI bowed to his hand.
LXXXIII.
Tvo ^ere he sett J?at land,
His lawes made he cri.
AI com to his hand 9° 5
Almain and Ermonie,
873) & ner J)e auf rasur geschrieben. Nach dieser zeile hat der Schreiber,
wie sich aus dem metrum ergibt, zwei verse übersprungen.
— 27 —
At his wil to stand
Boun and al redy.
Rohand he >jaf )?e wand
9l° And bad him sitt \\\m bi,
J>at fre:
»Rohand lord make y,
To held Jns lond of me !
LXXXIV.
J>ou and J?ine sones fiue
915 Schill held f>is lond of me;
f>er while J?ou art o liue,
)>ine owhen schal it be !
What halt it long to striue?
Mi leue y take at te:
9*o Til Inglond wil y riue,
Mark, mi nem, to se,
J>at stounde! « 286 ^.
Now boskes Tristrem, J?e fre,
To Inglond for to founde.
LXXXV.
BliJ?e was his bosking
And fair was his schip fare.
Rohand he left king
Ouer al his wining ]?are.
Schipmen him gun bring
930 To Inglond ful ^are.
He herd a newe tiding,
J>at he herd neuer are;
On hand
Mani man wepen sare
935 For ransoun to Yrland.
LXXXVI.
Marke schuld ?eld vnhold,
Pei he were king wij? croun,
t>re hundred pounde of gold
Ich 3er out of toun,
94ö Of siluer fair yfold
)>re hundred pounde al boun,
Of mone of a mold,
J>re hundred pounde of latoun
Schuld he ;
945 Pe ferj? ^ere, a ferly roun!
J>re hundred barnes fre.
923) Ms. tristre. 628) f)are] {) aus einem anderen buchstaben corrigirt.
— 28 —
LXXXVII.
pe truage was com to to
Moraunt, J?e noble kni^t :
Yhold he was so
A neten in ich a fi^t. 95°
Pe barnes asked he po,
Als it war londes ri^t.
Tristrem gan stoutely go
To lond J?at ich ni^t
Of rade: 955
Of pe schippe }?ai hadde a si?t,
Pe day )?ai pexe obade.
LXXXVIII.
Mark was glad and blij?e,
Po he mi^t Tristrem se ;
He kist him feie si}?e, 96°
Welcom to him was he.
Marke gan tidinges li]?e,
Hou he wan londes fre.
Tristrem seyd J?at si)?e :
»Wat may J>is gadering be? 965
286 c. J>ai grete! «
»Tristrem, y teile it pe :
A J?ing, J?a is me vnswete.
LXXXIX.
Pe king of Yrlond,
Tristrem, ich am his man : 97©
To long ichaue ben hir bond,
WiJ? wrong pe king it wan.
To long it ha]? ystond,
On him pe wrong bigan ! «
»J>er to ich held min hond«, 975
Tristrem seyd J?an
AI stille,
»Moraunt, J?at michel can,
Schal nou^t han his wille ! «
XC.
Marke to conseyl ^ede 98°
And asked rede of )?is;
He seyd: »WiJ? wrong dede
Pe raunsoun ytaken is ! «
952] Vor rii;t sind mehrere buchstaben radirt. 955 /.) Auf rasur ge-
schrieben. 957) j)ere] Ms. dede. 969) Nach dieser zeile eine lange rasur.
980) Marke] r über der zeile nachgetragen.
— 29 —
Tristrem seyd: »Y rede,
985 J>at he J?e barnes mis ! «
t>o seyd J?e king in lede :
«No was it neuer his
WiJ> ri^t ! «"
Tristrem seyd: »Ywis,
990 Y wil defende it as kni^t ! «
XCI.
Bi al Markes bald
J>e truwage was tan.
Tristrem gan it wij?hald
As prince proude in pan.
995 J>ai graunted )?at Tristrem wald,
OJ?er no durst per nan;
Nis ]>er non so bald
Ymade of flesche no ban,
No kni^t.
1000 Now haj? Tristrem ytan
O^ain Moraimt to fi^t.
XCIL
Tristrem him seif ^ede,
Moraunt word to bring,
And schortliche seyd in lede :
1005 »We no owe J?e nojnng ! «
Moraunt o^ain sede:
» J>ou lexst a foule lesing !
Mi body to batayl y bede,
To proue bifor J?e king,
1010 To loke.« 286d-
He waged him a ring,
Tristrem J?e batayl toke.
XCIII.
J>ai seylden into J?e wide
WiJ? her schippes tvo ;
101 5 Moraunt bond his biside
And Tristrem lete his go;
Moraunt seyd )?at tide :
»Tristrem! Whi dos tow so?«
»Our on schal here abide,
1020 No be J?ou neuer so )?ro,
Ywis !
Whe)?er our to liue go,
He ha)? anou^ of Jns ! «
1000/.) Auf rasur geschrieben.
— 30 —
XCIV.
Pe yland was ful brade,
f>at J?ai gun in fi^t; 1025
J>er of was Moraunt glade,
Of Tristrem he lete li^t.
Swiche meting nas neuer non made
Wip worj?li wepen wi^t ;
AiJ?er to o)?er rade 1030
And hewe on helmes bri'^t
WiJ? hand.
God help Tristrem, J?e kni^t!
He fau^t for Ingland.
xcv.
Moraunt wij? his mi^t 1035
Rode wi}? gret raundoun
O^ain Tristrem, )?e kni^t,
And )?ou^t to bere him doun;
WiJ? a launce vnli^t
He smot him in J?e lyoun, 1040
And Tristrem, J?at was wi^t,
Bar him ]?urch Ipe dragoun
In ]>e scheid,
J>at Moraunt bold and boun
Smot he in J?e feld. I045
XCVI.
Vp he stirt bidene
And lepe opon his stede ;
He fau^t wij? outen wene,
So wolf, ]?at wald wede.
Tristrem in J?at tene I05°
No spard him for no drede ;
He ?af him a wounde ysene,
t>at his bodi gan blede.
287 a- Ri?t >o
In Morauntes most nede I055
His stede bak brak on to.
XCVII.
Vp he stirt in drede
And seyd: »Tristrem, ali^t !
For J?ou hast slayn mi stede,
A fot >ou schalt fi?t!« Io6°
Qua)? Tristrem: »So god me rede,
1045) he] Ms. him. Das. feld] Ms. scheid. 1058/.) Auf rasur ge-
schrieben.
— 31 —
J>er to icham al li^t !
Togider ]>o J?ai ^ede
And hewen on helmes bri^t.
1065 Saunfayl,
Tristrem as a kniijt
Fau^t in ]?at batayle.
XCVIII.
Moraunt of Yrland smot
Tristrem in )?e scheid,
1070 f>at half fei fram his hond
f>er adoun in ]>e feld.
Tristrem, ich vnderstond,
Anon J?e strok him ^eld;
Wi)? his. gode brond
!075 Moraunt nei^e he queld,
J>at kni^t.
Marke J?e batayl biheld
And wonderd of j?at fi;t.
XCIX.
Moraunt was vnfayn
1080 And fau^t wi|> al his mi^t;
J>at Tristrem were yslayn,
He stird him as a kni^t.
Tristrem smot wij? main,
His swerd brak in J?e fi^t,
108 5 And in Morau;/tes brain
Bileued a pece bri^t
WiJ? care;
And in J?e haunche ri^t
Tristrem was wounded sare.
C.
I09° A word, J?at pended to pride,
Tristrem, J?o spac he :
»Folk of Yrland side,
^our mirour %e may se !
Mo )>at hider wil ride,
I095 )>us grayj>ed schul yt be ! «
WiJ> sorwe J>ai drou^ ]?at tide
Moraunt to )>e se
And care. 2g?
\ViJ> ioie Tristrem, J?e fre,
1100 To Mark, his em, gan fare.
— 32 -
CI.
His swerd he offred f?an
And to )?e auter it bare.
For Markes kinsman
Tristrem was loued J?are.
A forward J>ai bigan, 1105
J>er to J?ai alle sware,
For ]?at lond fre he wan,
J>at king he schuld be J?are,
To say,
^if he o liue wäre mo
After sir Markes day.
CIL
J>ei Tristrem li^t J?enke?
He is wounded ful sare ;
Leches wi)? salue and drink
Hirn comej) wide whare ; ms
t>ai lorn al her swink,
His pain was ay ]?e mare ;
No man no mi^t for stink
Com )?er Tristrem wäre
Als >an; "20
Ich man forsoke him )?are,
Bot Gouernayl, his man.
CHI (II 1).
t>re 3er in carebed lay
Tristrem, J?e trewe he hi^t,
J>at neuer no dou^t \\\m day II25
For sorwe, he hadde o ni;t :
For diol no man no may
Sen on him wi)? si^t ;
Ich man, for soJ?e to say,
Forsoke ]>o )?at kni^t JI3°
As ]?are;
t>ai hadde don, what he mi;t,
f>ai no rou^t of his fare.
CIV (II II
Til it was on a day,
Til Mark he gan him mene ; l x 3 5
Schortliche, so]?e to say,
J% tale was hem bitvene :
»In sorwe ich haue ben ay,
m 7) His] is auf rasur geschrieben.
— 33 —
Se)?J?en ich a liue haue ben ! «
1140 Marke seyd: » Waylevvay !
J>at ich it schuld ysene,
Swiche Jring ! « 287'
Tristrem, wij? outen wene,
A schip asked J?e king.
CV (II IIl).
11 45 »Em!« he seyd, »y spüle!
Of lond kepe y na mare:
A schip J?ou bring me tille,
Mine harp to play me }>are,
Stouer ynou^ to wille,
115° To kepe me, send ^ou ;are!«
J>ei Marke liked ille,
Tristrem to schip J>ai bare
And brou^t.
Who wold wij? him fare?
11 55 Gouernayle no lete him nou^t.
CVI (II Vi).
Tristremes schip was ^are,
And asked his benisoun;
Pe hauen he gan out fare,
It hi^t Carlioun.
"60 Ni^en woukes and mare
He hobled vp and doun.
A winde to wil him bare
To a stede, per him was boun,
Nei^e hand :
Il65 Deuelin hi^t pe toun,
An hauen in Irland.
CVII (II v).
A winde J?ider him gan driue,
Schipmen him sei^e nei^e hand ;
In botes J?ai gun him stiue
"70 And drou^ him to pe land.
A wounded man a liue
In )>e schip ]?ai fand ;
He seyd, bisiden a riue
Men wounded him and band
"75 Vnsounde.
No man mi^t bi him stand
For stinking of his wounde.
1150; send] Ms. son. n 65) Ms. Deluelin. 1173) a riue] Ms. aride.
Kölbing, Sir Tristrem. «
— 34 —
CVIII (II vi).
Gouernail gan hem frain,
What hi^t ]>e se Strand.
»Deuelin!« J?ai seyd ogayn, n8o
Pe schipmen, f>at him fand.
£o was Tristrem vnfain
And wele gan vnderstand,
Hir bro]?er hadde he slain,
f>at quen was of J?e land, "85
287 d. In fi?t:
Tristrem he gan doun lain
And seyd, Tramtris he hi^t.
1 CIX (II VII).
In his schip was J>at day
AI maner of gle "90
And al maner of lay,
In lond J?at mi^t be.
To J?e quen )?o seyd ]?ay,
Morauntes soster, J?e fre,
Ywounded s wiche a man lay. "95
J>at sorwe it was to se
And care :
»A miri man were he,
2Jif he o liue wäre ! «
/TT \
CX (II VIII) .
Sehe was in Deuelin, i*°°
: ]>e fair leuedi, J?e quene,
Louesom vnder line
And siegest had ybene,
And mest couJ?e of medicine;
J>at was on Tristrem sene: I20S
Sehe brou^t him of his pine,
To wite and nou^t at wene,
To say :
Sehe sent him a plaster kene,
To cast J?e stink oway. I2I°
CXI (II IX).
-A. morwe, when it was day,
J>e leuedy of hei^e priis
Com )?er Tristrem lay,
And asked, what he is.
» Marchaund ich haue ben ay ; I2I5
11 78) hem] e aus i corrigirt. 1204) Ms. medicie.
— 35 —
Mi nam is Tramtris.
Robbers, for so)?e to say,
SI0113 mine felawes, ywis,
In J?e se;
1220 t>ai raft me fowe and griis,
And Jms wounded J?ai me 1 «
- CXII (II X).
An heye man he was like,
J>ei he wer wounded sare ;
His gles weren so sellike,
1225 £at wonder J?ou^t hem )>are.
His harp, his croude was rike ;
His tables, his ches he bare.
J>ai swore bi seyn Patrike,
Swiche sei^e J?ai neuer are,
1230 Er >an: 288*.
»2)if he in hele wäre,
He were a miri man ! «
CXIII (II XI).
J>e leuedi of hei^e kenne,
His woundes schewe sehe lete,
1235 To wite his wo vnwinne;
So grimli he gan grete,
His bon brast vnder skinne,
His sorwe was vnsete.
J>ai brou^t him to an inne ;
I24o A baj? J?ai made him sket,
So li)?e,
J?at Tristrem, on his fet
Gon he mi^t swij?e.
CXIV (II Xll).
Salues ha)? he soft
1245 And drinkes, )?at er lij>e ;
J>ai no rou^t, hou dere it bou^t,
Bot held him al so swij?e.
He made his play al oft,
His gamnes he gan ki)?e ;
125° For J?i was Tristrem oft
To boure cleped, feie sij?e,
To sete ;
Ich man was lef to li)?e,
His mir)?es were so swete.
1234/ sehe] sc sehr verloschen. 1245) er aus u corrigirl?
3*
— 36 —
CXV (II Xlll).
Pe king had a douhter dere, 1255
J>at maiden Ysonde hi^t,
J>at gle was lef to here
And romance to rede ari^t.
Sir Tramtris hir gan lere
Po wij? al his mi^t, 1260
What alle pointes were,
To se J?e so)?e in si?t,
To say.
In Yrlond nas no kni^t,
WiJ> Ysonde durst play. 1265
CXVI (II xiv).
Ysonde of hei^e priis,
Pe maiden bri^t of hewe,
Pa.t wered fow and griis
And scarlet, J?at was newe :
In warld was non so wiis 1270
Of craft, J?at men knewe,
WiJ? outen sir Tramtris,
PzX al games of grewe
288 t». On grounde.
Hom longej? Tramtris, J?e trewe, 1275
For heled was his wounde.
CXVII (II XV).
Sir Tramtris in Irlond
Duelled al a ?ere.
So gode likeing he fand,
J>at hole he was and fere. 1280
Pe quen to fot and hand
He serued dem and dere;
Ysonde he dede vnderstand,
What alle playes were
In lay. 1285
His leue he asked at here,
In schip to founde oway.
CXVIII (II XVI) .
Pe quen, J?at michel can,
To Tramtris sehe gan say :
»Who so fet vncou)?e man, l29°
He founde)? euer oway ! «
His hire J?ai golden hi;;z J?an,
Gold and siluer, y say,
What he wold, he wan
— 37 —
i29S Of Ysonde for his play,
Saun fail.
He bitau^t hem god and gode day ;
WiJ? him went Gouernail.
CXIX (II XVII).
Riche sail J?ai drewe,
i3°° White and red so blöd;
A winde to wil hem blewe,
To Carlioun J?ai ^ode.
Now hat he Tristrem trewe
And farej? ouer J?e flod.
130s Pe schip J?e cuntre knewe,
It J^ou^t hem ful gode.
As )?are
Of wrake J>ai vnderstode,
For on )?ai leten him fare.
CXX (II XVIII).
1310 J>ai tolden to J?e king,
I>at J?e schip had sain;
Neuer of no tiding
Nas Mark, \>e king, so fain.
To toun ]?ai gun him bring,
I3,S J>e king ros him ogayn ;
Bli}?e was her meteing
And fair he gan him frain
J>at stounde: 2**c-
»Tristrem, nou^t to lain,
J32o Heled is J?i wounde?«
CXXI (II XIX).
His em answer he ?eld,
J>at litel he wald wene :
Of bot sehe was him beld,
J>at Moraunt soster had bene.
*325 Hou fair sehe haj? him held,
He told hem al bidene;
And se)?J?en Tristrem ha]? teld
Of Ysonde, j?at was kene,
AI newe,
x33° Hou sehe was bri^t and schene,
Of loue was non so trewe.
CXXII (II XX).
Mark to Tristrem gan say:
»Mi lond bitake y )?e,
— 38 —
To han after mi day,
J>ine owhen schal it be :' 1 335
Bring J?ou me J?at may,
)>at ich hir may yse ! «
Pis was his maner ay,
Of Ysonde J?an speke)> he,
Her prise, 1340
Hou sehe was gent and fre,
Of loue was non so wise.
cxxm (II xxi).
In Inglond ful wide
Pe barouns hem btyou^t,
To fei Tristremes pride, J345
Hou )?ai fairest mou^t;
Pe king )>ai rad to ride,
A quen to him J>ai sou^t,
Pat Tristrem mi^t abide,
Pat he no were it nou^t, l15°
No king:
Pai seyd, )>at Tristrem mou^t
Ysonde of Yrlond bring.
CXXIV (II XXII).
A brid bri^t J?ai ches
As blöd opon snoweing: J 355
»A maiden of swiche reles
Tristrem may to J?e bring!«
Qua)? Tristrem: »It is les,
And trowej? it for lesing;
To aski J?at neuer no wes, • !36°
It is a fole askeing
288 d. Bi kinde:
It is a selli )>ing,
For no man may it finde!
cxxv (II xxm) .
Y rede, ?e nou^t no striue, x365
A swalu ich herd sing :
^e sigge, ich wem mi nem to wiue,
For y schuld be ^our king !
Now bringe)? me atte riue
Schip and oJ?er J?ing : J37o
2,e se me neuer o liue,
Bot ^if ich Ysonde bring,
Pat bri^t.
— 39 —
Finde me min askeing,
x375 Mine fiftend som of kni^t!«
CXXVI (II XXIV) . ,
Kni^tes "po chosen j?ai,
Pa.t were war and wise,
AI J?at mest may
And heilest weren of priis ;
!38° A schip wij? grene and gray,
Wi}? vair and eke wi}> griis,
WiJ? alle ping, y say,
P2X pende to marchandis,
In lede :
J385 J>ai ferden on J?is wise
Intil Yrlond )?ede.
CXXVII (II xxv).
In his schip was boun
AI J?at mister wäre;
Out of Carlioun
I39° Riche was his schipfare.
J>ai rered goinfaynoun,
A winde to wille hem bare.
Deuelin hat pe toun :
To lond )?ai comen )?are,
*395 pe best;
Pe king present )?ai bare
And asked leue to rest.
CXXVIII (II xx vi).
Pe king present )?ai brou^t,
AnoJ?er to pe quene ;
I4°° Ysonde for?at J?ai nou^t,
To wite and nou^t at wene.
To schip when j?ai hem j^ou^t,
}>at at pe court hadde bene,
— Swiche mayde nas neu^r wrou^t,
x405 }>at ]?ai euer hadde sene
WiJ? si^t — 289
Pe cuntre alle bidene
fori sei^e fle ful ri?t.
cxxix (II xxvn).
Out of Deuelin toun
x4io pe f0ik Wel fast ran,
1385) on] Ms. of. 13 91— 3) Auf rasur geschrieben.
40
In a water to droun,
So ferd were J?ai J?an :
For doute of o dragoun,
J>ai seyd, to schip J?ai wan,
To hauen )?at were boun; 1415
No rou^t J?ai of, what man
In lede,
J>at may him sie or tan,
Ysonde schal haue to mede.
CXXX (II xxvill).
Tristrem, bli)?e was he, 142°
He clepe]? his kni^tes sti)?e :
»What man he is, las se,
J>at take Jns bataile swij?e ! «
AI )?ai beden lat be,
Durst non him seluen ki)?e. 14*S
» For nede now wo is me ! «
Seyd Tristrem J?at sif>e,
Ri?t J?an.
Listen now, who wil lij?e,
AI of an hardi man ! H3°
CXXXI (II xxix).
A stede of schip )?ai drewe,
J>e best, )?at he hadde brou?t;
His armes weren al newe,
PaX ri eheliche were wrou^t.
His hert was gode and trewe, *435
No failed it him nou^t.
J>e euntre wele he knewe.
Er he |?e dragoun sou?t
And sei^e:
Helle fere, him J>ou^t, x44°
Fram J?at dragoun flei^e.
CXXXII (II xxx) .
Asaut to J>at dragoun
Tristrem toke )?at tide ;
As a lo)?ely lioun,
J>at bataile wald abide ; *445
WiJ? a spere feloun
He smot him in J?e side;
It no vailed o botoun,
141 7/.) sind auf einer zeile geschrieben. 141 8) Ich lese eher can wie tan
in der hs.
— 41 —
Oway it gan to glide,
1450 His dent:
Pe deuel dragouns hide 289 b.
Was hard so ani flint !
CXXXIII (II xxxi).
Tristrem al in tene
Eft J?at spere tok he,
*455 O^ain J>at dragoun kene
It brast on peces )?re.
Pe dragoun smot bidene,
Pe stede he gan sie;
Tristrem, wij? outen wene,
x46o Stirt vnder a tre
AI stille,
And seyd : » God in trinite,
No lat J?ou me nou^t spüle ! «
CXXXIV (II XXXIl).
0?ain )?at fende dragoun
1465 A fot he tok >e fi$t,;
He fau^t wij> his fauchoun
As a douhti kni^t ;
His ne)?er chauel he smot doun
WiJ? a stroke of mi^t ;
x47o J>o was J>e dragon boun
And cast fere ful ri^t
And brend:
His armes, J?at were bri^t,
Schamliche he ha)? hem schent.
CXXXV (II XXXIIl) .
*475 Swiche fer he cast o^ain,
J>at brend scheid and ston.
Now li)? his stede yslain,
His armes brent ichon.
Tristrem rau^t his brain
J48o And brak his nek bon ;
No was he neuer so fain
As )?an )?at batail was do« ;
To böte
His tong haj? he ton
H85 And schorn of bi J?e rote.
145 1) Nach deuel steht noch ein ganz verklexter buchstabe. dragouns] o
aus u corrigirt? 1465) Auf he tok folgt im ms. nochmals he tok, ausge-
strichen. 148 1) so steht auf rasur und auch davor sind zwei buchstaben radirt.
1482) Später mit dunklerer tinte zwischen v. 148 1 und 1483 nachgetragen.
— 42 —
CXXXVI (II XXXIV).
In his hose next pe hide
pe tong oway he bar.
No ^ede he bot ten stride,
His speche les he j?ar ;
Nedes he most abide, 149°
J>at he no may ferner far.
J>e Steward com J?at tide,
Pe heued oway he schar
And brousjt
And toke it Ysonde J?ar 149 5
289°. And seyd, dere he hadde hir bou^t.
cxxxvn (II xxxv).
J>e steward wald ful fain
Han Ysonde, ^if he mou^t.
Pe king answerd o^ain,
Fair pe bataile him )>ou$t. l500
Ysonde, nou^t to lain,
Of him no wil sehe nou^t;
J>ere pe dragoim was slain,
Hye and hir moder sou^t
AI so, 150s
Who J?at wonder wrou^t,
PdX durst pvX dragoun slo.
CXXXVIII (II XXXVl).
»Dede pe steward J?is dede?«
»Certes,« qua)? Ysonde, »nay!
J>is ich brende stede 151^
No au^t he neuer a day,
No ]?is riche wede
Nas neuer his, so]?e to say ! «
Former als J>ai ^ede,
A man J?ai founde, whare lay 1515
And drou^ :
»Certes,« J?an seyd J>ai,
» J>is man pe dragoun slou? !«
CXXXIX (II XXXVIl).
His mouJ?e opened J?ai
And pelt treacle in }?at man. i52©
When Tristrem speke may,
J>is tale he bigan
And redyli gan to say,
1495) {>ar] {) aus 7, corrigirt.
— 43 —
Hou he \>e dragoun wan :
*525 »Pe tong y bar oway,
)>us venimed he me J?an ! «
J>ai loke :
Pe quen, )?at michel can,
Out of his hose it toke.
CXL (II xxxvm).
!53o Pai seilen, he hadde J?e ri^t,
Pe Steward hadde J?e wou^,
And ?if he durst fi^t
WiJ? him, ]>e dragoun slou^.
Tristrem spak as a kni^t,
x535 He wold proue it anou^;
So noblelich he hem hi^t,
Per of Ysonde lou^
Pat tide;
To his warau^t he drou^
xS4o His schippe and al his pride. 2^9(
CXLI (II XXXIX).
Pe quen asked, what he is,
J>at durst J?e dragon abide?
» Marchau/zt icham, ywis,
Mi schip li)? here biside !
JS45 He seyt, he ha)? don J?is :
Prouen ichil his pride,
Er he Ysonde kisse ! «
O^aines him wald he ride
WiJ? mi^t.
x55o Ysonde seyd )?at tide :
»Alias, j?at J>ou ner kni^t!«
CXLH (II XL).
Her chauwpioun J?at day
Richeliche gun J?ai fede,
Til hem £>ink, J?at he may
1555 Don a douhti dede.
His armes, long wer*? )?ai,
His scholders large on brede.
Pe quen, for soJ?e to say,
To a ba)? gan him lede
1560 Ful gayn,
And se)?)>en hir seif sehe ?ede
After a drink of main.
— 44 —
CXLIII (II XLl) .
Ysonde bri^t of hewe
J>ou^t, it Tramtris wäre.
His swerd, sehe gan it schewe, i565
And broken hye fond it }?are;
Out of a cofer newe
Pe pece sehe drou^ ful 2;are,
And sett it to J?at trewe :
It nas lasse no mare, J57o
Bot ri^t :
J>o J?ou^t Ysonde, wij? care,
To sie Tristrem, J?e kni^t.
CXLIV (II XLIl).
Ysonde to Tristrem ^ode
WiJ? his swerd al drain: *575
»Morau^t mi nem, j?e gode,
Traitour, )>ou hast slain;
For J?i J?ine hert blöde
Sen ich wold ful fain ! «
Pe quen whende, sehe wer^ wode, I58°
Sehe com wi)? a drink of main
And lou?:
»Nay, moder, nou^t to layn,
29° a- J>is J?ef Jn broJ>er slou? !
CXLV (II XLIIl).
Tristrem, J?is f>ef is he, 15%S
J>at may be nou^t forlain:
Pe pece J?ou mi^t her se,
J>at fro mi nem was drain.
Loke, J?at it so be,
Sett it euen ogain ! « i59°
As quik J?ai wald him sie
J>er, Tristrem, ful fain;
So)? J?ing:
In baf> J?ai hadden him slain,
No were it for J?e king. J595
CXLVI (II XLIv) .
And euer Tristrem lous;
On swete Ysonde, J?e bri^t :
»^ou mi^t haue slain me ynou?
J>o J?at y Tramtris hi^t;
2,e wite)> me wi}? wou^ l6o°
1584) \>i] Ms. mi.
— 45 —
Of Moralist, pe noble kni^t:
Y graunt wele, ichim slouz,
In batayl and in fi^t,
Nou^t lain;
l6°5 7y\i he hadde had pe mi^t,
So vvold he nie ful fain !
CXLVII (II XLV).
Po y Tramtris hi^t,
Y lerd pe play and song,
And euer wi)? al mi mi^t
1610 Of pe y spac among
To Marke, pe riche kni^t,
J>at after pe he gan long ! «
So swore he day and ni^t,
And borwes fond he strong
1615 Bidene,
Amendes of al wrong,
J>at Ysonde schuld be quen.
CXLVIII (II XLVl).
Tristrem swore }>at )?ing ;
f>ai seyd, it schuld stand,
1620 pzX he schuld Ysonde bring,
— )>ai token it vnder hand —
To Mark, pe riche king,
O liue s;if J?ai him fand,
And make hir wij? his ring
162 5 Quen of Ingeland,
To say ;
Pe forward fast J?ai band,
Er )?ai parted oway. 29°'
CXLIX (II XLVIl).
Pe Steward forsoke his dede,
163° J>o he herd, he Tristrem hi^t;
J>e king swore, so god him spede,
t>at bo)>en schuld haue ri^t;
Pe Steward seyd, wrong per ?ede,
For p'\ nold he nou^t fi^t.
l635 Tristrem to his mede
J>ai golden Ysonde, pe bri^t;
To bring
To prisoun J?at oper kni^t,
Pe maiden biseke)? pe king.
1608 ) lerd] Ms. lerld.
— 46 —
CL (II XLVIIl).
No asked he lond no li)?e, 1640
Bot )?at maiden bri^t ;
He busked him al so swi)?e,
BoJ?e squier and kni^t.
Her moder about was blij>e
And tok a drink of mi^t, l645
J>at loue wald ki)?e,
And tok it Brengwain, J?e bri^t,
To >ink:
Ȁt er spouseing a ni^t
£if Mark and hir to drink!« l65°
CLI (II XLIX).
Ysonde bri^t of hewe
Is fer out in )?e se.
A winde o^ain hem blewe,
)>at sail no mi^t J?er be.
So rewe J?e kni^tes trewe, l655
Tristrem, so rewe he,
,Euer as J?ai com newe,
He on o^ain hem J?re,
Gret swink.
Swete Ysonde, J?e fre, l66°
Asked Bringwain a drink.
CLII (II L).
Pe coupe was richeli wrou?t,
Of gold it was, the pin;
In al J?e warld nas nou^t
Swiche drink, as ]>ei was in. l665
Brengwain was wrong biJ?ou^t,
To J?at drink sehe gan win
And swete Ysonde it bitau^t;
Sehe bad Tristrem bigin,
To say. l67°
Her loue mi^t no man tvin
29°c. Til her endingday.
CLIII (II Li) .
An hounde )?er was biside,
J>at was ycleped Hodain;
Pe coupe he licked J?at tide, l67S
l>o doun it sett Bringwain;
1657) Nach Euer ist eine rasur von 4 — 5 Buchstaben.
— 47 —
J>ai loued al in lide
And J>er of were J?ai fain :
Togider )>ai gun abide
1680 In ioie and ek in pain
For j?ou^t :
In iuel time, to sain,
J>e drink was ywrou^t !
CLIV (II LIl).
Tristrem in schip lay
1685 Wi)> Ysonde ich ni^t,
Play miri he may
Wi}> J>at wor.j>li wi^t
In boure ni^t and day.
AI blij?e was ]>e kni^t,
l69° He misjt wij? hir play;
J?at wist Brengwain, J?e bri^t,
As J?o :
J^ai loued wi{> al her mi2;t,
And Hodain dede al so.
CLV (II LIIl).
1695 Tvai wikes in }>e Strand
No seyl J?ai no drewe;
Into Inglond
A winde to wille hem blewe.
Pe king on hunting J>ai fand ;
J7oo A knaue, J?at he knewe,
He made him kni^t wij? hand
For his tidinges newe,
Gan bring.
Ysonde bri^t of hewe
J7°5 J>er spoused Mark, )?e king.
CLVI (II Liv).
He spoused hir wij? his ring ;
Of fest no speke y nou^t.
Brengwain, wi)? outen lesing,
Dede as hye had )?ou^t;
J7io Sehe tok )?at loue drink,
}>at in Yrlond was bousjt.
For Ysonde to J?e king
Brengwain to bed was brou?t
J>at tide:
1677; lide] li verklext.
— 48 —
Mark his wille wrou^t 1715
*9°d- On bed Brengwain biside.
CLVII (II lv) .
When Mark had tint his swink,
Ysonde to bed ?ede;
Of Yrlond hye asked drink,
Pe coupe sehe gan hir bede, 1720
Biside hir sehe lete it sink,
J>er of hadde sehe no nede,
Of non maner }>ing,
O^ain Tristrem, in lede,
As J?o: 1725
No mi^t no clerk it rede,
)>e loue bitven hem to.
CLVIII (II LVl) .
J>ai wende haue ioie anou^ :
Certes, it nas nou^t so !
Her wening was al wou?, J73o
Vntroweand til hem to;
AiJ>er in langour drou?,
And token rede to go ;
And sej?]?en Ysonde lou?,
When Tristrem was in wo, J735
WiJ? wille.
Now J?enkeJ? Ysonde to slo
Brengwain and hir to spüle.
CLIX (II LVIl).
Sehe )?ou^t: »Y may be wro]?:
Sehe lay first bi j?e king, 1740
For y billigt hir clo]?,
Gold and riche wedding ;
Tristrem and y baj?e
BeJ? schent for our playing;
Better is, J?at we ra}>e '745
Hir o liue bring
AI stille;
J>an doute we for no ]?ing,
J>at we ne may han our wille.«
CLX (II LVIIl).
J>e quen bad her biside 17S°
To werkemen on a day;
1719) Vor drink ist ein buchstabe radirt. 1743) baf>e] Ms. b°abe.
— 49 —
Sehe told hem at J?at tide,
What was her wille to say:
» Z,t moten slen and hide
i75S Bringwain, )?at miri may!«
Sehe seyd: »^e schal abide,
Riche to ben ay
In lede:
No lete ?e for no pay,
1760 J>at ^e no do J?at dede!« 291a.
CLXI (II Lix).
Into a grisly clou^
J>ai and )?at maiden ^ode ;
)>at on his swerd out drou^,
}>at o)?er bihinde hir stode.
^65 Sehe crid merci anou^
And seyd : » For Cristes rode !
What haue y don \v0u3,
Whi wille ^e spüle mi blöde?«
»Nou^t lain :
J77o Ysonde, )?e leuedi gode,
Ha)? hot, J>ou schalt be slain ! «
CLXII (II LX).
Brengwain dernly
Bad hem say J?e quen :
»Grete)? wele mi leuedy,
J775 J>at ai trewe haj? ben!
Smockes hadde sehe and y,
And hir was solwy to sen,
Bi Mark J?o hye schuld ly ;
Y lent hir min al clen
!78o As >are:
O^ain hir, wele y wen,
No dede y neuer mare ! «
CLXIII (II LXl).
J>ai nold hir nou^t slo,
Bot went o^ain to )?e quen ;
x785 Ysonde asked hem to:
»What seyd hye ^ou bitven?«
» Hye bad ous say ^ou so :
^our smock was solwy to sen,
Bi Mark )>o yt schuld ly ;
1778) hye] Ursprünglich war nur y geschrieben; h und e sind mit
schwärzerer tinte nachgetragen. 1787) ous] o auf rasur geschrieben. 1789) ^e|
Ursprünglich y, mit dunklerer tinte im 7}e geändert.
Kölbing, Sir Tristrem. 4
— 50 —
Y lent hir min al clene 179°
J>at day.«
J>o asked Ysonde, pe ken :
»Whare is J>at trewe may?«
CLXIV (II LXIlV
Po seyd Ysonde wi)? mode :
»Mi maiden ?e han slain ! « 1795
Sehe swore bi godes rode,
Pai schuld ben hong and drain :
Sehe bede hem ^iftes gode,
To fechen hir ogain.
t>ai fetten hir, J?er sehe stode; lgoo
Po was Ysonde ful fain,
To say ;
So trewe sehe fond Brengwain,
29lb- I>at sehe loued hir wele ay.
CLXV (II LXlll) .
IVlade was pe sau^tening 1805
And alle for^eue bidene.
Tristrem wi}> outen lesing
Played wij? pe quen.
Fram Irlond to pe king
An harpour com bitven; 18 10
An harp he gan for)? bring,
Swiche no hadde ]?ai neuer sen
Wip si^t ;
Him seif, wij? outen wen,
Bar it day and ni^t. J8is
CLXVI (II LXIV).
Ysonde he loued in are,
He J?at pe harp brou?t ;
About his hals he it bare,
Richelich it was wrou^t;
He hidde it euer mare, l8zo
Out no com it nou^t.
»J>ine harp whi wiltow spare,
2Jif J?ou per of can ou^t,
Of gle?«
»Out no comej? it nou^t lg25
Wip outen sjiftes fre ! «
1816) iw] Als 1 über der zeile nachgetragen. 1825) Vor out steht No,
durchgestrichen .
— 51 —
CLXVII (II LXV).
Mark seyd : » Lat me se,
Harpi hou )?ou can,
And what J?ou askest me,
1830 ^iue y schal )?e )?an ! «
» BleJ?ely ! « seyd he ;
A miri lay he bigan.
»Sir king of ^iftes fre,
Her wij? Ysonde y vvan
183s Bidene:
Y proue J?e for fals man,
Or y schal haue )?i quen!«
CLXVIII (II LXVl) .
Mark to conseyl ?ede
And asked rede of ]>o to:
1840 »Lesen y mot mi manhed
Or ?eld Ysonde me fro ! «
Mark was ful of drede,
Ysonde lete he go.
Tristrem in )?at nede
1845 At wode was, dere to slo,
J>at day;
Tristrem com ri^t J?o,
As Ysonde was oway. 291°.
CLXIX (II LXVIl) .
J>o was Tristrem in ten
1850 And chidde wij> J?e king:
»^ifstow glewemen J?i quen?
Hastow no no)?er J?ing?«
His rote, wij? outen wen,
He rau^t bi ]?e ring;
1855 f>o folwed Tristrem, j?e ken,
To schip J?er J?ai hir bring
So bli)?e : %
Tristrem bigan to sing
And Ysonde bigan to li£>e.
CLXX (II LXVIIl).
1860 Swiche song he gan sing,
I>at hir was swij?e wo ;
Her com swiche loue longing,
Hir hert brast nei^e a to.
J^erl to hir gan spring
lg65 WiJ? kni^tes mani mo
— 52 —
And seyd : » Mi swete J?ing,
Whi farestow so,
Y pray?«
Ysonde to lond most go,
Er sehe went oway. 1870
CLXXI (II LXIX).
»Wi)?in a stounde of J?e day
Y schal ben hole and sounde :
Ich here a menstrel, to say,
Of Tristrem he ha)? a soun ! «
J>erl seyd: »Da)?et him ay, 1875
Of Tristrem ^if ]?is stounde !
J>at minstrel for his lay
Schal haue an hundred pounde
Of me,
>£if he wil wi]? ous founde,
Lef, for J?ou louest his gle ! «
1880
CLXXII (II LXX) .
His gle al for to here
J>e leuedi was sett on land,
To play bi J?e riuere ;
t>erl ladde hir bi hand; 1885
Tristrem, trewe fere,
Mirie notes he fand
Opon his rote of yuere,
As J?ai were on J?e Strand j
f>at stounde 1890
J>urch )?at semly sand
-9ld- Ysonde was hole and sounde.
CLXXIII (II LXXIJ.
Hole sehe was and sounde
t>urch vertu of his gle;
For J?i J?erl, )?at stounde J895
Glad a man was he ;
Of penis to hundred pounde
He ^af Tristrem, Ipe fre ;
To schip ]?an gun j?ai founde,
In Yrlond wald J?ai be 19°°
Ful fain;
£erl and kni^tes )?re
WiJ? Ysonde and Bringwain.
— 53 —
CLXXIV (II LXXIl) .
Tristrem tok his stede
i9°5 And lepe £>er on to ride ;
J>e quen bad him her lede
To schip him biside ;
Tristrem dede, as hye bede,
In wode he gan hir hide.
i^o To )>erl he seyd: »In )?at nede
Pou hast ytent J?i pride,
J?ou dote !
WiJ> Jnne harp J?ou wonne hir J>at tide,
J>ou tint hir wij? mi rote ! «
CLXXV (II LXXIIl).
I9IS Tristrem wi)? Ysonde rade
Into J?e wode oway.
A loghe )?ai founden made,
Was ful of gamen and play ;
Her blis was ful brade,
i92° And ioieful was )>at may.
Seuen ni^t J?ai j?are abad
And se)?)?en to court com J?ai :
»Sir king,«
Tristrem gan to say,
*925 »^if minstrels oJ?er Jnng ! «
CLXXVI (II LXXIV).
JVleriadok was a man..
J>at Tristrem trowed ay;
Miche gode he him an,
In o chaumber J?ai lay.
J93° Tristrem to Ysonde wan
A ni^t, wij? hir to play;
As man, )?at miche kan,
A bord he toke oway
Of her bour.
J935 Er he went, to say,
Of snowe was fallen a schour. 292 a.
CLXXVII (II LXXV).
A schour ]?er was y falle,
J>at al )?e way was white;
Tristrem was wo wij? alle,
J94o WiJ? diol, sorwe and site.
1930) Ms. Tristren. 1940) diol] i, wie es scheint, aus e conigirt. Ms.
& sorwe site.
— 54 —
Bitven pe bour and pe halle
Pe way was naru and lite.
Swiche cas him was bi falle,
As we finde in scrite :
Ful sket 1945
A siue he fond tite
And bond vnder his fete.
CLXXVIII (II LXXVI).
Meriadok wi)> his mi^t
Aros vp al bidene;
Pe way he went ri^t, 19 5°
Til he com to pe quen ;
Pe bord he fond oftvi^t,
To wite and nou^t at wene.
Of Tristrem kertel pe kni^t,
He fond a pece grene J955
Oftore :
Meriadok, pe kene,
Wondred J?erfore.
CLXXIX (II LXXVIl).
A morwe he tolde pe king
AI )?at he sei^e wij? si^t : 19^°
» Lord ! WiJ? outen lesing,
WiJ? Ysonde lay Tristrem to ni^t.
J>ou schalt do swiche a Jnng :
Aske, who her ^eme mi^t !
Pe croice to Jerusalem bring J965
Say, J?ou hast yhi^t,
£if J?ou may !
, Tristrem,. pe noble kni^t!'
Pe quen hir seif wil say ! «
CLXXX (II LXXVIII).
Pe king told pe quen, x97o
A bed J?o J?ai wäre :
»Dame, wij? outen wene,
To Jerusalem y mot fare ;
Loke now ous bitvene:
Who may pe kepe fram care?« J97S
»For al o)?er bidene
Tristrem ! « sehe seyd )>are ;
»For J?an
1957) kene] auf rasur geschrieben.
— 55 —
Y loue him wele ]>e mare,
1980 He is ]>\ kinsseman ! «
CLXXXI (II LXXIX).
AI >at Mark hir told, 292
A morwe hye told Bringwain :
» Of lond wil J?is bold :
Now we may be ful fain !
i985 Tristrem )?e court schal hold,
Til he com o^ain ! «
Brengwain answere ^olde :
ȣour dedes han ben sain
Wi> si?t:
1990 Mark )?i seif schal frain
AI o)?erloker to ni^t!
CLXXXII (II LXXX).
Wite J?ou wele his wille:
To wende wij? him, J>ou say,
And ?if he loue]? J?e stille,
J995 J>ou do Tristrem oway!
Biseche him, he se per tille :
J>i fo is Tristrem ay.
J>ou dredest, he wil J?e spüle,
^if he J?e maistrie may
2°oo Aboue ;
J>ou louedest him neuer a day,
Bot for his emes loue.«
CLXXXIII (II LXXXl).
Ysonde J?e nexst ni^t
Crid : » Mark, pi nore !
2005 Mi fo ]?ou hast me hi^t,
On me )?ou sinnes sore !
Gode ^if J?ou hadde me hi^t,
Of lond wij? j?e to fare,
And sie Tristrem, J?e kni^t,
2010 2^if loue of J?e no wäre,
J>is day ;
For mani man seyt ay whare,
I>at Tristrem bi me lay ! «
CLXXXIV (II LXXXIl).
IVIark is blij?e and glad,
201 5 For al )?at trowed he;
1991; Ms. o|)er loker. 2002) Ms. J)i nemes. 2008) £>e] Jd aus m corrigirt.
— 56 —
Z9*c.
He J?at him oJ?er tald,
He ne cou)?e him bot maugre.
Meriadok him answere 2;ald:
»In toun J?ou do him be:
Her loue laike )?ou bihald
For J?e loue of me I
Nou^t wene,
Bi resoun ]?ou schalt se,
t>at loue is hem bitvene ! «
CLXXXV (II LXXXIII).
Mark departed hem to
And dede Tristrem oway :
Nas neuer Ysonde so wo
No Tristrem, soJ?e to say.
Ysonde her seif wald slo,
For sorwe Tristrem lay.
Ysonde morned so
And Tristrem ni^t and day
For dede.
Ich man it se may,
What liif for loue )?ai lede.
CLXXXVI (II LXXXV) .
vjua)? Meriadok : » Y rede,
J>ine hunters J?ou bid ride
Fourtenni^t at )?is nede,
To se J?ine forestes wide.
Tristrem J?ou hem bede,
Vi seif )?ou here abide,
And risjt at her dede
J>ou schalt hem take J?at tide
In )?e tre:
Here )?ou schalt abide,
Her semblaunt J?ou schalt se ! «
CLXXXVn (II LXXXIV) .
Tristrem was in toun,
In boure Ysonde was don.
Bi water he sent adoun
Li^t linden spon :
He wrot hem al wi}? roun;
Ysonde hem knewe wel sone;
Bi J?at Tristrem was boun,
2020
2025
2030
2035
2040
2045
2050
2033) Nach dieser zeile ist eine lange rasur, und v. 2034 ist ganz auf ra-
sur geschrieben.
— 57 —
Ysonde wist his bone,
2055 To abide.
Er a morwe none
Her aij?er was of>er biside.
CLXXXVIII (II LXXXVI) .
In orchard mett ]?ai inne,
Tristrem and Ysonde fre ;
2060 Ay when )?ai mi^t awinne,
Per playd Ysonde and he.
Pe duerwe ysei^e her ginne,
Per he sat in j?e tre.
Mark of riche kinne
2o65 He hisjt, to don him se
WiJ? si?t,
And seyd : »Sir, siker t,q be,
J>i seif schal se J?at ri^t ! «
CLXXXIX (II LXXXVII) .
His falsnesse for to fille 292
2°7° For)? ]>o went he;
To Tristrem he com wilp ille
Fram Ysonde, )?e fre :
»Mi leuedy me sent )>e tille,
For ich am priue,
2°75 And praiej? J?e wij? wille,
J>at J?ou wost hir se
WiJ> si^t:
Mark is in o]?er cuntre,
Priue it schal be di^t ! «
CXC (II LXXXVIII) .
2080 Tristrem him bij^ou^t :
» Maister , ]?ank haue ;e !
For ]>o\i me J?is bode brou^t,
Mi robe ?iue y J?e;
J>at )?ou no lete it nou^t,
2o8S Say J?at leuedy fre !
Hir wordes dere y bou^t,
To Marke hye bilei^e me,
J>at may:
To morwe y schal hir se
209° At chirche, for so)?e to say ! «
2087) Marke] Ms. marke.
— 58 —
CXCI (II LXXXIX).
pe duerwe toke J?e gate
And Mark he told bidene:
»Bi J>is robe y wate,
t>at michel he loue)? )?e quene.
Ysame we nou^t no sat, 2095
He doute)? me bitvene;
It semej? by his lat,
As he hir neuer had sene
WiJ? si^t :
Y wot, wi)> outen wene, 2I°o
He comej? to hir to ni^t!
CXCII (II XC).
Sir Mark sat in J?e tre;
J>er metten J?ai to.
t>e schadowe Tristrem gan se
And loude spac he }>o, 2I°5
f>at Ysonde schuld Mark se
And calle Tristrem hir fo :
»J>ou no äugtest nou^t her<? to be,
J>ou no hast nou^t here to go,
No J?ing : 2II°
WiJ? ri^t men schuld J?e slo,
Durst y for J?e king ! «
CXCIII (II XCI).
293a- »Ysonde, J?ou art mi fo,
J>ou sinnest, leuedi, on me !
J>ou gabbest on me so, 2IIS
Mi nem nil me nou^t se;
He )>retene)>, me to slo.
More menske were it to }>e}
Better for to do,
Bi god in trinke, 2I20
t>is tide ;
Or y J?is lond schal fle
Into Wales wide ! «
CXCIV (II XCII).
»Tristrem, for so)?e to say,
Y wold J?e litel gode, 2I2S
Ac y J?e wraied neuer day,
Y swere bi godes rode !
2092) Mark] Ms. mark. 2107) Vor fo steht fro, aber als ungültig unter-
punktet.
— 59 —
Men said, J?ou bi me lay,
t>ine em so vnderstode.
213° Wende for)? in \>\ way,
It semes astow were wode,
To wede:
Y loued neuer man wij? mode
Bot him, )?at hadde mi maidenhede ! «
CXCV (II XCIII).
213s »Swete Ysonde, J?i nare !
J>ou preye }>e king for me,
^if it Jn wille wäre,
Öf sake he make me fre !
Of lond ichil elles fare,
2i4° Schal he me neuer se ! «
Markes hert was sare,
J>er he sat in ]?e tre,
And J?ou^t :
»Vngilti er ^e
2i4S In swiche a sclau^der brou^t ! «
CXCVI (II xciv).
» t>ou seyst, y gan Ipe wrie ;
Men seis, J?ou bi me lay;
Ac )?ei ich wende to dye,
J>ine erand y schal say !
215° Marke J?i nem his hei^e,
Anou? he J?e ^iue may;
No reche y what y li^e,
So )?at ]?ou be oway
WiJ? wille ! «
2155 Marke ]>o ]>om,t ay :
» £ete he schal duelle stille ! «
CXCVII (II xcv).
Tristrem oway went so, 293
Ysonde to boure ywis ;
Nas neuer Mark so wo,
2160 Hirn seif he herd al J?is.
AI sori Mark gan go,
Til he mi^t Tristrem kisse,
And dedely hated he J?o
Hirn, )>at seyd amis.
2165 AI newe
2138) make steht zweimal in der hs. 2144) Ms. Vngiltles. Vgl. die
anm. Nach ^e ist eine rasur von 3 — 4 bachstaben.
— 60 —
Per was ioie and blis,
And welcom Tristrem trewe.
CXCVIII (II XCVI).
Now ha)? Ysonde her wille,
Tristrem constable is hei^e.
Pyq ^ere he playd stille 2I7°
WiJ? Ysonde bri^t so bei^e ;
Her loue mi^t no man feile,
So were )?ai bo)?e slei^e.
Meriadok wi]? ille
Waited hem ful nei^e 2I?5
Of her dede :
£if he mi^t hem spüle,
Fain he wald spede.
CXCIX (II xcvn) .
Meriadok wrayej? ay,
To J?e king J?us seyd he: 2l8°
»Her folies vsen j?ai ay,
Wel ^ore y seyd it )>e:
Loke now on a day
And blöd lat 3011 ]?re;
Do as y J>e say, 2l85
And tokening j?ou schalt se
Ful sone:
Her bed schal blodi bene,
Ar he his wille haue done ! «
CC (II XCVIII) .
Blöd leten was )?e king, 2I9°
Tristrem and J?e quene ;
At her blöd leteing
pe flore was swopen clene;
Meriadok dede floure bring
And strewed it bitvene, 2I95
t>at go no mi^t no Jnng,
Bot ^if it were sene
WiJ? si^t.
J>ritti fet bidene
Tristrem lepe )>at ni^t. 220°
CCI (II xcix) .
293 c- Now Tristrem willes is,
WiJ? Ysonde for to play;
2168) Auf rasur geschrieben.
61
He no may hir com to kisse,
So ml of floure it lay.
2205 Tristrem lepe ywis
J>ritti fete, so)? to say.
As Tristrem dede Jns,
His blöd bende brast oway
And bled;
2210 And sej?)?en o^ain J?e day
He lepe fram hir bedde.
CCII (II c).
pritti fete bitvene
He lepe, wij? outen les;
Sore him greued his vene,
2215 As it no wonder nes.
Mark her bed hadde sen
And al blodi it wes.
He told j?o Brengwain,
Tristrem hadde broken his pes
2220 Bitvene.
Anon of lond he ches
Out of Markes ei^e sene.
CCIII (II CI) .
Tristrem was fled oway,
To wite and nou^t to wene.
2225 At Londen on a day
Mark wald spourge ]?e quen.
Men seyd, sehe brak J?e lay;
A bischop ^ede bitvene ;
WiJ? hot yren, to say,
2230 Sehe )?ou^t to make hir clene
Of sake.
Ysonde said bidene,
J>at dorne sehe wald take.
CCIV (II CIl).
Men sett J?e merkes J?ere
2235 At Westeminster ful ri?t,
Hot yren to bere
For sir Tristrem, )>e kni^t.
In pouer wede, to were,
Tristrem com )?at ni^t
2240 — Of alle )>e kni^tes here
No knewe him non bi si^t
Bidene —
— 62 —
To swete Ysonde bri^t,
As forward was hem bitvene.
CCV (II ein) .
293 d- Ouer Temes sehe schuld ride, 2245
)>at is an arm of J?e se :
»To pe schip side
J>is man schal bere me ! «
Tristrem hir bar |?at tide
And on pe quen fei he, 225°
Next her naked side,
J>at mani man mi^t yse
San schewe ;
Hir queynt abouen hir kne
Naked pe kni^tes knewe. 2255
CCVI (II CIV).
In water J?ai wald him sink
And wers, %\i pdx may.
» Z,e quite him iuel his swink ! «
Pe quene seyd to hem ay.
»It seme)?, mete no drink 2260
Hadde he nou^t mani a day;
For pouerte, me J?enk,
He fei, for soJ?e to say,
And nede:
T^enep him gold, y pray, 2265
He may bidde god me spede ! «
CCVII (II cv) .
vjrold )?ai ^ouen \sm pzxe,
Pe constori J?ai bigan.
Swete Ysonde sware,
Sehe was giltles woman: 227<>
«Bot on to schip me bare,
Pe kni^tes sei^e wele J?an;
What so his wille wäre,
Ferli nei^e he wan,
So|?e ping; 22?5
So nei^e com neuer man,
Bot mi lord, pe king ! «
CCVIII (II cvi).
Swete Ysonde ha}? sworn
Hir clene, J>at miri may;
To hir J?ai had ycorn 228°
— 63 —
Hot yren, y say.
Pe kni^tes were biforn,
For hir J?o praiden J?ai.
Pe yren sehe hadde yborn,
2285 Ac Mark for^aue J?at day
And dede :
Meriadok held )>ai
For fole in his falshede
CCIX (II CVlri .
Ysonde is grau/zted clene 294a
229° Meriadok, maugre his,
Neuer er nas )?e quen
So wele wi)? Mark, ywis.
Tristrem, wij? outen wene,
Into Wales he is;
2295 In bataile he haj> ben
And fast he fraines )?is,
Ri^t J?are:
For he ne may Ysonde kisse,
Fi^t he sou^t ay whare.
CCX (III 1).
23°° In Wales \>o was a king,
P2X hi^t Triamour ;
He hadde a douhter 3mg,
Was hoten Blau/zcheflour.
Vrgan wij> gret wering
23°5 Biseged him in his tour,
To winne J?at swete J?ing
And bring hir to his bour
Wi> fi;t.
Tristrem wi}> gret honour
23Jo Bicom \>e kinges kni^t.
CCXI (III II) .
Vrgan gan Wales held
Wi)? wrong, for so)?e to say ;
Oft and vnselde
Of Triamour tok he pray.
23T5 Triamour to Tristrem teld
Opon a somersday,
Wales he wald him ^eld,
7j{ he it winne may,
Ri^t J?an.
2320 Tristrem, wij? outen nay,
WiJ? were Wales wan.
— 64 —
CCXII (III m).
Tristrem mett Vrgan
In J?at feld to fijjt;
To him seyd he )?an
As a douhti kni^t : 2325
»pon slou^ mi broper Morgan
At J?e mete ful ri^t.
As y am douhti man,
His de]> J?ou bist to ni^t,
Mi fo !« 2330
Tristrem seyd : » A pli^t !
So kepe y pe to slo 1 «
CCXIII (III IV).
294b- Tvelue fete was pe wand,
J>at Vrgan wald wij? play;
His strok may no man stand: 2335
Ferly, ^if Tristrem may !
Tristrem van tage fand,
His clobbe fei oway,
And of J?e geau^tes hand
Tristrem smot J?at day 2340
In lede;
Tristrem, for soJ?e to say,
Pe geaunt gert he blede.
CCXIV (III V).
Vrgan al in tene
Fau^t wi)> his left hand 2345
O^ain Tristrem kene;
A stern stroke he fand
Opon his helme so schene,
t>at to pe grounde he wand ;
Bot vp he stirt bidene *35°
And heried godes sand
Almi^t ;
Tristrem wij? his brand
Fast gan to fi^t.
CCXV (III Vi).
Pe geaunt a roume he stode, 2355
His hond he tint ywis;
He flei^e, as he were wode,
J>er J?at pe castel is.
Tristrem trad in pe blöd
And fond pe hond, J?at was his; 2360
— 65 —
Oway sir Tristrem ^ode:
Pe geaunt com wi}? ]?is
And sou^t :
To hele his honde, )?at was his,
2365 Salues hadde he brou^t.
CCXVI (III VII) .
Vrgan, J?e geaunt vnride,
After sir Tristrem wan ;
J>e cuntre fer and wide
Ygadred was bi j?an ;
2370 Tristrem J?ou^t )?at tide:
» Y take J?at me gode an ! «
On a brigge he gan abide,
Biheld )?er mani a man ;
t>ai mett :
237S Vrgan to Tristrem ran
And grimli )?ere J?ai gret.
CCXVII (III VIII).
Strokes of michel mi^t 294°.
Pai delten hem bitvene,
f>at J?urch her brinies bri^t
23go Her bo]?er blöd was sene;
Tristrem fau^t as a kni^t,
And Vrgan al in tene
^af him a stroke vnli^t,
His scheid he clef bitvene
2385 A tvo:
Tristrem, wij? outen wene,
Nas neuer are so wo.
CCXVIII (III IX) .
Eft Vrgan smot wij? main
And of J>at stroke he miste ;
2 3 9° Tristrem smot ogayn
And J?urch his body he J?reste ;
Vrgan lepe vnfain,
Ouer J?e bregge he deste.
Tristrem ha]? Vrgan slain,
2 39 5 J>at alle pe cuntre wist,
WiJ? wille ;
Pe king po Tristrem kist
A?id Wales )?o ^eld him tille.
2379) briniesj Für ni kann auch m gelesen werden. 2396] wille] lle auf
rasur geschrieben.
Kölbing, Sir Tristrem. r
— 66 —
CCXIX (III x).
t>e king, a welp he brou^t
Bifor Tristrem, ]?e trewe ; 2400
What colour he was wrou^t,
Now ichil ^ou schewe.
Silke nas non so soft,
He was rede, grene and blewe.
t>ai j?at him seilen oft, 24°s
Of him hadde gamen and glewe
Ywis.
His name was Peticrewe,
Of him was michel priis.
CCXX (III XI) .
Pq king Triamour 24io
^af him Tristrem, J?e hende,
For he brou^t out of dolour
Him and al his kende.
Tristrem wi)? gret honour
Kidde, J?at he was hende : 24*5
He ^af to Blauncheflour
Wales wi]? outen ende,
Bidene,
And Peticrowe he gan sende
To dame Ysonde, J>e quene. 2420
CCXXI (III XII).
294 d- Ysonde, wij? outen les,
J>o hye J?e welp had sain,
J>at sehe had made his pes,
Sehe sent word ogayn.
Mark herd, hou it wes, 2425
t>at Vrgan had he slain;
Messangers he ches,
Tristrem for to frain,
t>at fre.
Mark was ferly fain 243°
And Tristrem kist he.
CCXXII (III XIII).
Mark gan Tristrem calie
And toke him al bidene
Cites, castels alle,
Steward as he hadde bene. 2435
Who was bli)?e in halle,
Bot Ysonde, ]>e quene?
— 67 —
Hou so it schuld bifalle,
J>ai playden ai bitvene,
244' Po tvo;
So long of loue £>ai mene,
J>at Mark sei^e, it was so.
CCXXIII (III XIV).
Mark sei^e, hou it is,
What loue was hem bitvene ;
2445 Certes, )?is )?ou^t was his,
Ful wele awreken to ben ;
He cleped Tristrem wij? )>is
And bitoke him J?e quene,
And flemed hem bo)?e ywis
245° Out of his ei^e sene
Away.
BliJ?er, wij? outen wene,
Neuer ere nar )?ay.
CCXXIV (III XV).
A forest fled }>ai tille,
2455 Tristrem and Ysonde, J?e schene.
No hadde J?ai no won to wille,
Bot ]?e wode so grene.
Bi holtes and bi hille
Fore Tristrem and )?e quene ;
246o Ysonde of ioie haj? her fille
And Tristrem, wij? outen wene,
As )?are :
So bli}?e al bidene
Nar J?ai neuer are.
CCXXV (III XVI).
2465 Tristrem and )?at may 295
Wer flemed for her dede ;
Hodain, so)? to say,
And Peticrowe wij? hem ^ede.
In on er]?e hous J?ai lay,
247o po raches wi]? hem J?ai lede.
Tristrem hem tau^t o day,
Bestes to take at nede
An hast.
In J?at forest fede
2475 Tristrem Hodain gan chast.
CCXXVI (III xvil).
Tristrem, wij? Hodain
A wilde best he slou^ ;
5
«
— 68 —
In on erj?e house J?ai layn,
J>er hadde J?ai ioie ynou^.
Etenes bi old dayn 2480
Had wrou^t it, wij? oute« \v0u5.
Ich ni^t, so}? to sain,
J>er til )?ai bo)?e drou?
WiJ? mi^t.
Vnder wode bou^ 2485
}>ai knewen day and ni^t.
CCXXVII (III XVUI) .
In winter it was hate,
In somer it was cold ;
J>ai hadden a dem gat,
J>at J?ai no man told. 2490
No hadde J?ai no wines wat
No ale, }?at was old,
No no gode mete J?ai at :
J?ai hadden al )?at )?ai wold
Wi> wille. 2495
For loue ich oJ?er bihart,
Her non mi^t of o\er fille.
CCXXVIII (III XIX).
Tristrem on an hille stode,
As he biforn hadde mett;
He fond a wele ful gode, 2500
AI white it was, pe grete ;
Per to Tristrem 30 de
And hende Ysonde, )?e swete.
]>at was al her fode,
And wilde flesche J?ai ete 25°5
And gras:
Swiche ioie hadde J?ai neu^r ^ete,
Tvelmoneth )?re woukes las.
CCXXIX (III XX).
295 b- Tristrem on a day
Tok Hodain wel erly; 25io
A best he tok to pray
, Bi a dem sty ;
He di^t it, wi)? oute« nay,
And hom it brou^t an hei^e.
A slepe Ysonde lay; 25I5
2491) |>ai in späterer hand und anderer tinte über der zeile nachgetragen.
?499 As he] s und h auf rasur geschrieben.
- 69 —
Tristrem him layd hir bi,
Pe quen.
His svverd he drou? titly
And laid it hem bitvene.
2520
252s
2530
CCXXX (III XXI) .
An hert Mark at ran
Opon J?at ilke day ;
His hunters after wan,
A pa)> )>o founden J?ai.
Tristrem seilen hye j?an
And Ysonde, soJ?e to say.
Sei^e J?ai neuer swiche man
No non so fair a may
Wi}? si^t;
Bitven hem J?er lay
A drawen swerd wel bri^t.
2535
2540
2545
2550
CCXXXI (III XXII).
Pe huntes wenten ri^t
And teld Mark bidene.
Pe leuedi and pe kni^t,
Bo)?e Mark haj? sene ;
He knewe hem wele bi si^t,
Pe swerd lay hem bitvene ;
A sonne bem ful bri^t
Schon opon pe quen
At a bore
On her face so schene,
And Mark rewed J?erfore.
CCXXXII (III XXIII).
His gloue he put per inne,
Pe sonne to were oway,
Wre]?e Mark gan winne,
Pan seyd he : » Wel ay !
2^if J?ai weren in sinne,
Nou;t so )?ai no lay !
Lo, hou )?ai liue atvinne,
J>ai no hede nou^t of swiche play
Ywis ! «
Pe kni^tes seyden ay :
» For trewe loue it is ! «
2545) wel] über der zeile wol von späterer hand nachgetragen.
— 70 —
CCXXXIII (III XXI v).
295 c- £0 waked Tristrem, pe trewe,
And swete Ysonde, pe schene ;
Pe gloue oway )?ai drewe 255s
And seyden hem bitvene,
For Markes J?ai it knewe,
Pai wist, he had per bene.
J>o was her ioie al newe,
J>at he hem hadde ysene 2560
Wi|? si^t ;
WiJ? )?at com kni^tes kene,
To feche Ipo to ful ri^t.
CCXXXIV (III XXV).
To court were comen )?o to,
Pat in pe forest were; 2565
Mark kist Ysonde J?o
And Tristrem, trewe fere.
Forderten hem was her wo,
No were )?ai neuer so dere.
Tristrem pe bailie gan to 2570
Swiftly for to stere
A stounde.
Of knie who wil lere,
Listen now pe grounde !
CCXXXV (III XXVI).
So bifel bidene 2575
Opon a somers day :
Tristrem and pe quen
Stalked to her play.
Pe duerwe hem ha)? sene,
To Mark gan he say : 2580
»Sir king, wij? outen wene,
P'\ wiif is now oway
And p'\ kni^t:
Wende fast as J?ou may,
Oftake hem, ^if J?ou mi^t ! « 2585
CCXXXVI (III XXVII).
Mark king after ran,
t>at )?ai bo)?e yse.
Tristrem seyd J?an :
» Ysonde, schent er we !
2557) Dieser vers ist mit verweisungszeichen unten- auf der seite nachge-
tragen. 2570) Ms. bailif.
— 71 —
259° For )>ou;tes, )?at \ve can,
Forhole no may it be ! «
Nas neuer so sory man,
Tristrem, }?an was he,
J>at hende :
259s »For dout of de)? y fle,
In sorwe and wo y wende !
CCXXXVII (III xxvni).
Y fle for dout of de)?, 295 ■
— Y dar no leng abide —
In wo mi liif to lede,
26oo Bi )?is forestes side 1 «
A ring Ysonde him bede
To tokening at )?at tide.
He flei^e for)? in gret drede,
In wode hi;;z for to hide
2605 Bidene ;
To seken him, fast )?ai ride,
}>ai founden bot )?e quene.
CCXXXVIII (III XXIX).
Tristrem is went oway,
As it nou^t hadde ybene ;
2610 For }?i J?e kni^tes gan say,
J>at wrong Markes had sen.
For her J?an prayd )?ai,
}>at Mark forjjaf )?e quene.
Tristrem wij? Ysonde lay
2615 J?at ni^t, wij? outen wene,
And wok, ,
And plaiden ay bitvene,
His leue of hir he tok.
CCXXXIX (III XXX).
Tristrem is went oway
2620 WiJ? outen Coming o^ain,
And sike)?, for so)?e to sain,
Wij> sorwe and michel pain.
Tristrem farej? ay
As man, )?at wald be slain,
2625 Bo)?e ni^t and day,
Fi^tes for to frain,
J>at fre;
Spaine he ha)? )?urchsayn,
Geauntes he slou; )?re.
— 72 —
CCXL (III XXXI).
Out of Spaine he rade, 2630
Rohande sones to se,
Garnen and ioie )?ai made,
Welcom to hem was he ;
As lord he )?er abade,
As gode skil wald be. • 2635
}>ai boden him landes brade,
J>at he wan hem fre.
He }?ou?t;
He seyd: »J>ank haue %e\
^our londes kepe y nou^t ! « 2640
CCXLI (III XXXII).
296a- Into Bretein he ches,
Bicome J?e doukes kni^t ;
He set his lond in pes,
J>at arst was ful of fi^t.
AI )?at )?e doukes wes, 2645
He wan o^ain wij? ri^t.
He bede him, wij? outen les.
His douhter, J?at was bri^t
In land ;
J>at maiden Ysonde hi^t 265°
WiJ> J?e white hand.
CCXLII (III XXXIII).
Tristremes loue was strong
On swete Ysonde, J?e quene ;
Of Ysonde he made a song,
J>at song Ysonde bidene. 265S
J>e maiden wende al wrong,
Of hir it hadde ybene.
Hir wening was so long,
To hir fader hye gan mene
For nede. 266°
Ysonde wij? hand schene
Tristrem to wiue J?ai bede.
CCXLIII (III XXXIV).
Tristrem a wil is inne,
Has founden in his )?ou^t :
»Mark,, mi nem, ha)? sinne, 2665
Wrong he ha)? ous wrou;t;
Icham in sorwe and pine,
Pqv to hye ha)? me brousjt.
— 73 —
Hir loue, y say, is mine,
2670 pQ boke seyt, it is nou^t
WiJ? ri^t ! «
Pe maiden more he sou^t,
For sehe Ysonde hi^t.
CCXLIV (III xxxv).
J>at in his hert he fand
2675 And trewely J>ou^t he ay ;
Pe forward fast he band
\Yij> Ysonde, J?at may
WiJ? )>e white hand,
He spoused ]?at day.
2680 O ni2;t, ich vnderstand,
To boure wenten £>ai
On bedde.
Tristrem ring fei oway,
As men to chau?/zber him ledde.
CCXLV (III XXXVI).
2685 Tristrem biheld J?at ring, 296
J>o was his hert ful wo :
»O^ain me swiche a ping
Dede neuer Ysonde so ;
Mark, her lord, pe king,
26 9° Wij? tresoun may hir to.
Mine hert may no man bring
For no )?ing hir fro,
J>at fre.
Ich haue tvinned ous to,
2695 I>e wrong is al in me ! «
CCXLVI (III XXXVII) .
Tristrem to bedde ?;ede
Wi)? hert ful of care ;
He seyd : » Pe dem dede,
Do it y no dare ! «
27oo pQ maiden he forbede,
7j£ it hir wille wäre.
P e maide answerd in lede :
»J*er of haue J?ou no care!
AI stille
27os Y nil desiri na mare,
Bot at ]?ine owen wille ! «
CCXLVII (III XXXVIII).
Her fader on a day
^af hem londes wide,
— 74 —
Fer in J?at cuntray
Markes were set biside. 2710
Bitvene pe douke J?ai had ben ay
And a geaunt vnride ;
No most per no man play,
Pat he no dede him abide
And fi^t; 271s
Lesen he schuld his pride,
Were he king or kni^t.
CCXLVIII (III XXXIX).
»Tristrem, y pe forbede
For pe loue of me :
No hunte J?ou for no nede 272o
Bi^ond pe arm of pe se !
Beliagog is vnrede,
A stern geaunt is he ;
Of him poxi owest to drede,
J>ou slou^ his bre]?er )?re 2725
In fi^t:
Vrgan and Morgan vnfre
And Moraunt, pe noble kni^t!
CCXLIX (III XL).
296 c- ^if ]?ine houndes an hare wele hayre
And comen o^ain to pe fre, 273o
AI so be }?ou bonaire,
When his houndes comen to pe ! «
Pe forest was wel faire
WiJ? mani a selly tre.
Tristrem J?ou^t repaire, 2735
Hou so it euer be,
To bide :
»J>at cuntre wil y se,
What auentour so bitide ! «
CCL (III XLI) .
Tristrem on huntinge rade, 274°
An hert chaci bigan ;
Per pe merkes were made,
His houndes, ouer psd ran ;
Pe water was blac and brade,
Tristrem com as a man, 2745
]>er pe douke was fade,
Fast he folwed J?an,
2725) Nach sloitij ist eine rasur von einem Buchstaben. 2744) Ms. blalc.
— 75 —
Ri^t )?are ;
He blewe priis as he can,
2750 }>re mot o)?er mare.
CCLI (III XLII).
.Deliagog com J?at tide
And asked, wat He is.
»An hunting per y ride,
Tristrem ich hat ywis ! «
2755 »O ]>oi\ slou^ Morau//t wij? pride
Tristrem. artow ]?is?
And se]?J?en Vrgan vnride —
Vnkinde were ous to kis
As kenne:
2760 Mendi pou most ]?at mis,
Now )?ou mi lond art inne ! «
CCLII (III XLIIl).
»Y slou? Vrgan, y pe teile:
So hope y pe to sla!
J% forest wil y feile
2765 And castel wil y ma ;
Her is miri to duelle,
For p\ p\s lond y ta ! «
Pe geaunt herd }>at spelle,
For p\ him was ful wa
2770 Vnwise.
So bitven hem tva
Pe cuntek gan arise.
CCLIII (III XLIV) .
Dartes wel vnride 296'
Beliagog set gan.
2775 Tristremes liif )?at tide
Ferly nei?e he wan.
Bitvene pe hauberk and side
Pe dart Jmrch out ran.
Tristrem bleynt biside,
2780 God he j?onked J?an
Almi^t.
Tristrem, as a man
Fast he gan to fi^t.
2763) to slaj o und sl auf rasur geschrieben.
— 76 —
CCLIV (III XLV) .
Beliagog, pe bold,
As a fende he fau^t; 2785
Tristrem liif nei^e he sold,
As Tomas haj? ous tau^t ;
Tristrem smot, as god wold,
His fot of at a drau^t ;
Adoun he fei yfold, 2790
J>at man of michel mau^t,
And cride :
»Tristrem, be we sausjt..
And haue min londes wide !
CCLV (III XLVI) .
Ouercomen hastow me 2795
In bataile and in fi^t.
Helden o^aines pe
No wil y neuer wij? ri^t ! «
His tresour lete he se
Tristrem, pe noble kni^t. 28o°
Tristrem knewe him fre ;
Beliagog him hi^t,
Nou^t lain,
An halle to maken him bri^t
To Ysonde and Bringwain. 28o5
CCLVI (III XLVII).
Pe geaunt him gan lede,
Til he fond an hald ;
Pe water about 2;ede,
It was his eldren hald.
Pe geaunt bad Tristrem beide 28l°
WiJ? masouns, )?at were bald.
Beliagog in )?at nede
Fond him riche wald,
To fine:
Ysonde haue J?ere he wald 28l5
Luffsum vnder line.
CCLVII (III XLVIII).
297a- pe geaunt him tau^t J?at tide,
A ford ]?er it was ?are;
I>er^ he mi^t wele ride,
When his wille wäre. 2g2°
In pe hold he gan him hide,
2784) Beliagog] a über der zeile geschrieben. 2802) him] Ms. in.
— / / —
Seyd he nou^t, he was J?are ;
Nold he nou^t long abide,
O^ain ]>o gan he fare,
2825 J?at fre.
At pe castel forper mare
His werkmen wald he se.
CCLVIII (III XLIX).
O^ain went Tristrem ]?an,
Beliagog had masouns sou^t.
28 3° Tristrem, J>at michel can,
A werk hem ha]? ybrou^t;
Nas )?er neuer ^ete man,
J>at wist, what oper wrou^t;
Arere when J?ai bigan,
28 35 Swiche a werk nas nou^t
At nede ;
pei al men hadde it J?ou?t,
It nas to large no gnede.
CCLIX (III L) .
At his des in ]?e halle
2g4o Swete Ysonde was wrou^t;
Hodain and Peticru, to calle,
J>e drink hou Brengwain brou^t ;
Mark yclad in palle
And Meriadok ful of J^ou^t;
2845 — So liifliche weren j?ai alle,
Ymages semed it nou^t,
To abide —
And Tristrem, hou he fau^t
Wip Beliagog vnride.
CCLX (III Li).
z85° So it bifel, a cas,
In seyn Matheus toun,
£at a fair fest was
Of lordes of renoun ;
A baroun, )?at hi^t Bonifas,
28 55 Spoused a leuedi of Lyoun;
£er was miche solas
Of alle maner soun
And gle,
Of minestrals vp and doun
2860 Bifor J?e folk so fre.
2.829J Beliagog] iagog auf rasztr geschrieben. J£,84i) Ms. Pencru. 2859) mi~
nestrals] stral auf rasur geschrieben.
— 78 —
CCLXI (III LIl).
297 b. pe riche douke Florentin
To J?at fest gan fare,
And his sone Ganhardin,
Wi)? hem rode Ysonde J?are.
Her hors a polk stap in, 2865
Pe water her wat ay whare ;
It was a ferly gin,
So heye vnder hir gare
It fleisje.
Pe leuedi I0113 ful smare, 2870
And Ganhardin it sei^e.
CCLXII (III LIll).
Ganhardin, vnbli]?e
His soster )?o cald he :
»Abide now, dame, and lij?e,
What is pex tidde to >e? 2875
Do now teile me swi]?e,
Astow louest me :
Whi I0113 ]?ou J?at si]?e?
For what J?ing may it be?
Wi)? outen op : 2880
P'\ frendschip schal y fle,
Til y wite J?at so)? ! «
CCLXIII (III LIV) .
» Broker ! No wra)?e pe nou^t !
Pe so)?e y wil pe say.
Mine hors pe water vp brou^t 2885
Of o polk in pe way.
So hei^e it flei^e, me J?ou?t,
J>at in mi sadel it lay.
J>er neuer man no sou^t
So nei^e, for so)?e to say, 2890
In lede :
Broker, wite J?ou ay,
J>at y lou^ for J?at dede ! «
CCLXIV (III LV) .
Qua]? Ganhardin: »Y finde,
J>at schamely schent ar we ; 2895
To wiue on our kinde
He)?eliche holde]? he !
J>er he gan treu)?e binde,
2865) stap] auf rasw geschrieben.
— 79 —
Fain y wald it se ;
2900 For alle }?e gold of Ynde
Ybroken no schal it be,
To bete.
His frendeschip wil y fle ;
Our on schal tine swete ! «
CCLXV (III LVI) .
2905 WroJ? is Ganhardin 297'
And ]?at Tristrem yses;
What J?ou^t he is in,
Fast he aske]? ywis :
»)>ou hast bi Ysonde lin,
29 IO While J>i wille is :
Whi nas hye neuer }?ine?
Tristrem, tel me ]?is
In lede :
What ha}? hye don amis,
29 1 5 What wites )?ou hir of dede?«
CCLXVI (III LVIl).
»^if it hir wille wäre,
Forhole it mi^t haue be ;
Sehe ha]? ytold it 3011 ^are,
Quite sehe is of me !
2920 Of hir kepe y na mare,
A ^ift y ^eue )>£ •
To a leuedi wil y fare,
Is fairer J?an swiche )?re,
To frain ! «
2925 Ganhardin longe]?, to se
J>at leuedi, nau^t to lain.
CCLXVII (III LVHI) .
Ganhardin ]?e fest fles,
He bicom Tristremes frende ;
He seyd, his liif he les,
293° Bot he wi)? Tristrem wende;
Qua]? Tristrem : a ^if it so bes,
In Inglond ]?at we lende,
No say nousjt, what ]?ou ses,
Bot hold, astow art hende,
293s And hele:
Lay it al vnder hende,
To steuen ?if }?ai it stele ! «
291 1 Vor hye ist ein y ausradirt.
— 80 —
CCLXVIII (III LIX).
Ganhardin his treu]?e plis;t,
To ben his bro)?er, he bede,
To ben a trewe kni^t 2940
In al Tristremes nede.
BoJ?e busked j?at ni^t
To Beliagog in lede.
Ganhardin sei^e )?at si^t
And sore him gan adrede: *945
»To brink
To sie ]?ou wilt me lede,
To Beliagog, me ]?ink ! «
CCLXIX (III LX).
297d- »Ganhardin, wrong haue )?ou alle:
Wel, whi seistow so? 2950
Maugre on me falle,
^if y }>e wold slo!
Pe geaunt is mi pralle,
His liif pei y wil to ! «
Tristrem J?o gan him calle ; 2955
On a stilt he com ]>o
Ful swi]?e :
»Lord, \>\ wille to do,
J>ar to ar we blij>e ! «
CCLXX (III LXI).
»Beliagog, go )?are 296°
And loke, it boun be!
Ganhardin and y wil fare,
J>e leuedi for to se ! «
Swiche castel fond he J?are,
Was maked of ston and tre. 2965
Ganhardin wist nou are,
J>er duelled Tristrem and he,
To li>e,
Ysonde for to se
In halle, bri^t and bli]?e. 297©
CCLXXI (III LXIl).
To Ysonde bri^t so day
So halle gun J?ai go ;
Ysonde J?o sei^e J?ai
And Bringwain, bo)?e to,
Tristrem, for so)?e to say, 2975
And Beliagog al blo.
— 81 —
As Ganhardin stert oway,
His heued he brac )>o,
As he flei^e.
298° Ganhardin was ful wo,
Pat he com Ysonde so nei^e.
CCLXXII (III LXIll).
Ganhardin schamed sore,
His heued ran on blöd.
Ysonde he sei^e J?ore
2985 And Brengwain fair and gode.
Brengwain J?e coupe bore ;
Hirn rewe Jmt frely fode,
He swore bi godes ore.
In her hond fast it stode,
299o AI stille.
»Tristrem, we ar wode,
To speken o^ain J?i wille!
CCLXXIII (III LXIV).
Nis it bot hert breke, 298
J>at swi)?e wele finde we,
2995 And foly ous, to speke
Ani worde o^aines pe.
Mi wille ?if y mis;t gete,
J>at leuedi wold y se :
Mine hert hye haj? ysteke,
3°00 Brengwain bri^t and fre,
I>at frende;
BliJ?e no may ich be,
Til y se )?at hende ! «
CCLXXIV (III LXV).
Tristrem and Ganhardin,
3°°5 Treu]?e pli^ten J?ay,
In wining and in tin
Trewe to ben ay,
In ioie and in pin,
In al J?ing, to say,
3OI° Til he wi)? Brengwain haue lin,
^if |?at Tristrem may,
In lede.
To Inglond ]?ai toke ]>e way,
t>o kni^tes stij?e on stede.
2978; Ms. brac.
Kölbing, Sir Tristrem. ß
— 82 —
CCLXXV (III LXVl).
Sir Canados was J?an 30IS
Constable, J?e quen ful nei^e;
For Tristrem Ysonde wan,
So wenej? he be ful slei^e,
To make hir his leman
Wi}> broche and riche bei^e. 3020
For nou^t, J?at he do can,
Hir hert was euer hei?e,
To hold,
J>at man hye neuer sei^e,
J>at bifor Tristrem wold. 3°25
CCLXXVI (III LXVII).
Tristrem made a song,
J>at song Ysonde, J?e slei^e,
And harped euer among ;
Sir Canados was nei^e ;
He seyd: »Dame, ]?ou hast wrong, 3°3°
For so]?e, who it sei^e!
As oule and stormes strong,
So criestow on heye
In herd.
J>ou louest Tristrem drei^e, 3°35
To wrong J?ou art ylerd !
CCLXXVII (III LXVIII).
Tristrem, for \>\ sake
For so]?e wiued ha)? he.
J>is wil J?e torn to wrake :
Of Breteyne douke schal he be. 3°4o
OJ?er semblau;zt J?ou make,
J^iseluen ^if J?ou hir se :
V\ loue hir dede him take,
For hye hi^t, as do ^e,
In land: 3<H5
Ysonde men callej? J?at fre,
WiJ? J?e white hand ! «
CCXXVIII (III LXIX).
»Sir Canados, J?e waite !
Euer ]?ou art mi fo.
Febli ]?on canst hayte, 3°5°
J>ere man schuld menske do.
Who wil lesinges layt,
3050) hayte] t aus e corrigirt.
— 83 —
J>arf him no ferner go.
Falsly canestow fayt,
3055 J>at euer worj? J?e wo !
For )?i
Malisoun haue J?ou also
Of god and our leuedy !
CCLXXIX (III LXX).
A ?ift ich ?iue ]?e:
3o6° V\ J>rift mot J?ou tine!
)>at ]?ou asked me,
No schal it neuer be J>ine!
Yhated al so j?ou be
Of alle J?at drink wine!
3°65 Hennes ^ern )?ou fle
Out of si^t mine
In lede.
Y pray to seyn Katerine,
J>at iuel mot \>ow spede ! «
CCLXXX (III LXXlV
3070 pe quen was wratj?ed sore,
WroJ? to chau;^ber sehe ^ede:
»Who may trowe man more,
J>an he haj? don J?is dede?«
A palfray asked sehe ]?ere,
3°75 J>at wele was loued w lede ;
Di^t sehe was ful ^are,
Hir pauilouns wij? hir J?ai lede
Ful fine.
Bifore was stef on stede
3°8° Tristrem and Ganhardine.
CCLXXXI (III LXXII).
Ful ner )?e gat ]?ai abade 29B1
Vnder a figer tre;
J>ai sei^e, where Ysonde rade
And Bringwain, bo]?e sei^e he
3°85 WiJ? tvo houndes mirie made ;
Fairer mi^t non be.
Her blis was ful brade,
A tale told Ysonde fre,
J>ai duelle.
3°9° Tristrem J?at herd he
And seyd )?us in his spelle :
6*
— 84 —
CCLXXXII (III LXXIII).
»Ganhardin, ride J?ou ay,
Mi ring of finger J?ou drawe,
t>ou wende forj? in J?i way
And gret hem al on rawe, 3°95
Her houndes praise po\i ay,
P'\ finger for)? ]?ou schawe !
Pt quen, for so)?e to say,
Pe ring wil sone knawe,
Pat fre : 3*0°
Aski sehe wil in plawe,
And say, J?ou comest fro me ! «
CCLXXXIII (III LXXIV) .
Po rode Ganhardin kene
And ouertakej? hem now ;
First he gretej? pe quen 3105
And after Brengwain, y trowe.
Pq kni^t him seif bidene
Stroked pe hounde Peticru;
Pe quen pe ring haj? sene
And knewe it wele ynou^, 3110
P?X fre.
Hye seyd: »Say me, hou
Com J?is ring to )?e?«
CCLXXXIV (III LXXV).
» He J?at au^t )?is ring,
To token sent it to j>e ! « 3XI5
Po seyd j?at swete ping :
»Tristrem, |?at is he!«
»Dame, wi]? outen lesing,
He sent it ^ou bi me ! «
Sehe sayd : »Bi heuen king, 3120
In longing haue we be,
Nau^t lain :
AI ni^t duelle we ! «
Seyd Ysonde to Bringwain.
CCLXXXV (III LXXVl) .
298 (l. f>ai wende, pe quen wald dye, 3I25
So sike sehe was bi si^t.
Pai sett pauilouns an heye
And duelled, clerk and kni^t.
Ysonde biheld J?at lye
3108) Ms. pencru.
— 85 —
3*3° Vnder leues li^t;
Tristrem hye J?er sey^e,
So dede Brengwain J?at ni^t
In feld.
Ganhardine treuj?e pli^t,
3X35 Brengwain to vviue weld.
CCLXXXVI (III LXXVIl) .
Tvo ni^t J?er J?ai lye
In J?at fair forest;
Canados hadde a spie.
Her pauilouns he tokest;
3140 Per come to Canados crie
Pe cuntre est and west.
Gouernayl was for J>i
Per out, as it was best,
To abide.
3J45 He seyd Tristrem prest,
Now it were time, to ride.
CCLXXXVII (III LXXVIIl) .
Gouernayl, his man was he,
And Ganhardine his kni^t.
Armed kni^tes j?ai se,
3^0 To feile hem doun in fi^t.
Gouernaile gan to fle,
He ran oway ful ri^t;
f>o folwed bond and fre
And lete J?e löge vnli^t
3155 J>at tide.
Oway rode Tristrem J?at ni^t
And Ganhardine biside.
CCLXXXVIII (III LXXIX).
Sir Canados, pe hei^e,
He ladde J?e quen oway ;
3l6° Tristrem of loue so slei?e
No abade him nou^t )?at day.
Brengwain bri^t so bei^e,
Wo was hir po ay ;
On Canados sehe gan crie
3l65 And made gret deray
And sede:
»fcis lond nis wor)? an ay,
When po\i darst do swiche a dede ! «
3167, Ms. anay.
— 86 —
CCLXXXIX (III LXXX).
299 a- Ganhardine gan fare
Into Bretaine oway, 3J7<>
And Tristrem duelled )?are,
To wite, what men wald say ;
Coppe and claper he bare
Til )?e fiftenday,
As he a mesel wäre; 3*75
Vnder walles he lay,
To li>e;
So wo was Ysonde, \at may,
)>at alle sehe wald towriJ?e.
CCXC (III LXXXI).
Tristrem in sorwe lay, 3l8°
For Jn wald Ysonde awede,
And Brengwain J?retned ay,
To take hem in her dede.
Brengwain went oway,
To Marke, J?e king, sehe ^ede 3l85
And redily gan to say,
Hou J?ai faren in lede :
»Nou^t lain,
Swiche kni^t hastow to fede,
V\ schäme he wald ful fain! 3J9°
CCXCI (III LXXXII).
Sir king, take hede J?er to:
Sir Canados wil haue \\ quen !
Bot J?ou depart hem to,
A schäme J?er worj? ysene.
Hye drede)? of him so, 3J95
J>at wonder is to wene ;
His wille for to do
Hye wernej? him bitvene,
Ful sone.
^ete J?ai ben al clene; 320°
Haue )?ai no dede ydone 1 «
CCXCII (III LXXXIIl).
Marke, in al }>ing
Brengwain J?anked he.
After him he sent an hei^eing,
Fram court he dede him be. 3205
»t>ou deseruest for to hing,
Miseluen wele ich it se I «
— 87 —
So cou)?e Brengwain bring
Canados for to fle,
3210 J>at hei?e.
Glad was Ysonde, J?e fre,
Pat Brengwain couJ?e so li^e.
CCXCIII (III LXXXIV).
t>an to hir seyd pQ quen : 299 ]
»Leue Brengwain, pe bri^t,
32I5 J>at art fair to sene !
Povl wost our wille bi si^t:
Whare ha)? Tristrem bene?
Nis he no douhti kni^t?
J>ai leiten al bidene,
322° £at sain, he dar nou^t fi^t
WiJ? his fo ! «
Brengwain biheld )?at ri^t,
Tristrem to bour lete go.
CCXCIV (III LXXXV).
Tristrem in bour is blij?e,
3225 Wi)> Ysonde playd he J?are;
Brengwain badde he li)?e :
»Who j?er armes bare,
Ganhardin and J?ou J?at si)?e
Wi^tly oway gun fare ! «
323° Qua)? Tristrem: »Crie)> swi]?e
A turnament ful ^are
WiJ? mi^t :
NoiJ?er of ous nil spare,
Erl, baroun no kni^t ! «
CCXCV (III LXXXVl).
3235 -A. turnament J>ai lete crie,
Pe parti Canados tok, he,
And Meriadok, sikerly,
In his help gan he be.
Tristrem ful hastilye
324© Ofsent Ganhardin, pe fre;
Ganhardin com titly,
P2X turnament to se
WiJ? si?t.
Fro pe turnament nold J?ai fle,
324S Til her fon were feld doun ri?t.
CCXCVI (III LXXXVIl).
J>ai com into pe feld
And founde per knij;tes kene ;
— 88 —
Her old dedes J?ai ^eld
WiJ? batayle al bidene.
Tristrem gan biheld 325°
To Meriadok bitvene;
For j?e tales, he teld,
On him he wrake his tene
J>at tide ;
He ^af him a wounde kene 3255
J^urch out bo]?e side.
CCXCVII (III Lxxxvm) .
299c- Bitvene Canados and Ganhardin
J>e fi^t was ferly strong ;
Tristrem J^ou^t it pin,
J>at it last so long ; 3260
His stirops he made him tine,
To grounde he him wrong.
Sir Canados J?er gan lyn,
Pe blöd J?urch brini )?rong
Wi)> care. 3265
On him he wrake his wrong,
f>at he no ros na mare.
CCXCVIII (III LXXXIX).
Her fon fast J?ai feld
And mani of hem J?ai slou^ ;
Pe cuntre wiJ? hem meld, 327o
J>ai wrou^t hem wo ynom;.
Tristrem ha)? hem teld
J?at him to schäme drou?.
t>ai token )?e hei^e held
And passed wele anou^ 3275
And bade.
Vnder wode bou^
After her fomen J?ai rade.
CCXCIX (III XC).
Per Tristrem tumed o^ain
And Ganhardin, stij?e and stille. 32go
Mani J?ai han yslain
And mani ouercomen wij? wille.
Pe folk flei^e vnfain
And socour criden schule ;
3261 1 Ms. stiropo. 3278) ai rade auf rasur geschrieben. 3279) ed
o^ain auf rasur geschrieben; überhaupt ist die ganze seite sehr rauh und abge-
schabt, namentlich 299 d, weshalb ich dies im folgenden einzeln nicht mehr
erwähne.
— 89 —
32g5 In lede nou^t to layn,
t>ai hadde woundes ille
At J?e nende.
Pq wraiers, J?at weren in halle,
Schamly were J?ai sehende.
CCC (III XCI).
3*9° Pan J?at tumament was don,
Mani on slain £>er lay.
Ganhardin went sone
Into Bretaine oway.
Brengwain haj? her bone ;
3295 Ful wele wreken er J?ay.
A kni^t, J?at werd no schon,
Hete Tristrem, so}?e to say ;
Ful wide
Tristrem sou^t he ay,
33°° And he fond him J?at tide.
CCCI (III xcn).
He fei to Tristremes fet *99d-
And merci crid he :
»Mi leman fair and swete
A kni^t ha|? reued me;
33°S Of loue )?at can wele let,
So Crist hir sende )?e !
Mi bale £>ou fond to bet
For loue of Ysonde fre !
Nou^t lain :
33io Seuen brevem haj? he,
J>at fi^tej? me ogain !
CCCII (III XCIII) .
Vv=> ich day J?ai fare
And passe]? fast biside.
Y gete hir neuer mare,
33I5 ^if y tine hir Jns tide.
Fiftene kni^tes J?ai are
And we bot to, to abide ! «
» DaJ?et, who hem spare ! «
Seyd Tristrem J?at tide,
332° »frs ni^t
t>ai han ytint her pride
t'urch grace of god alm^t ! «
3299 sou^t] Zuerst war fond geschrieben ; dies ist unterpunktet und sou^t
darüber geschrieben.
— 90 —
i
CCCIII (III xciv).
J>ai gun hem boJ?e armi
In iren and stiel )?at tide;
t>ai metten hem in a sty 3325
Bi o forestes side.
Per wex a kene crie,
Togider \o )?ai gun ride.
Pe s;ong Tristrem, for J?i
Sone was feld his pride, 333°
Ri^t J?ore.
He hadde woundes wide,
pat he no ros no more.
CCCIV (III XCV) .
J?us }>e song kni^t
For soJ?e yslawe was J?are. 33 35
Tristrem, J?at trewe hi^t,
Awrake him al wij? care.
t>er he slou^ in fi^t
Fiftene kni^tes and mare;
Wel louwe he dede hem li?t 334°
WiJ? diolful dintes sare,
Vnsounde ;
Ac an aruwe oway he bare
In his eld wounde.
3344) Hier schliesst foL 299; das folgende blatt ist herausgeschnitten und
mit ihm ist der schluss des gedicktes verloren.
Anmerkungen.
Der titel des gedichtes. W. Scott hat dasselbe Sir Tristrem genannt
und alle späteren forscher haben diese fassung des namens beibehalten. Jedoch
lässt sich über die berechtigung desselben streiten. Dem p. 3 zu v. i be-
meikten zufolge ist die Überschrift in der hs. weggeschnitten, falls eine solche
überhaupt vorhanden gewesen ist. Letzteres ist mir darum unwahrscheinlich,
weil in diesem falle doch wol diese, und nicht die erste zeile der dichtung
am unteren rande der vorigen seite als custos angeführt sein würde. Aus dem
werke selbst aber lässt sich nicht beweisen, dass der Verfasser der dichtung
sich dieser form des namens bedient habe da derselbe nie im reime steht.
Dagegen fällt für die annähme, dass nach seinem willen der held der erzäh-
lung Tristrdm gehiessen habe, schwer ins gewicht v. 252 f . :
In court men cleped him so :
po 'tram' bifor pe 'trist'.
In der that lässt er sich dann am irischen hofe Tramtris, nicht Tremtris,
nennen. Ausserdem kann noch auf die altnordische form Tristram (Trantris)
sowie auf das altfrz. Tristran verwiesen werden. Wenn ich trotz alledem,
obwol sehr ungern, den titel Sir Tristrem beibehalten habe, so waren mir da-
bei die thatsachen entscheidend, dass erstens der abschreiber ausnahmslos
Tristrem schreibt, was unerklärlich sein würde, wenn der name in dieser fassung
nicht ihm und seinen landsleuten geläufig gewesen wäre ; dass ferner Robert
Mannyng of Brunne (vgl. das citat in der Einleitung) Sir Tristrem schreibt
und mit steem reimen lässt. Auch Juliana Berners (vgl. die in der anmerkung
zu v. 297 ausgehobne stelle) führt den namen so auf. Der so sich ergebende
Widerspruch zwischen Tristrem und Tramtris ist freilich sehr störend.
Who bezieht sich natürlich auf Rouland und Blauncheflour. 4
Diese zwei verba gete and bere finden sich sehr häufig verbunden; vgl.
v. 243 f.
Geten and born was so
pe child, was fair and white.
Merlin v. 5 f . :
And I shall you informe,
How Merlyn was gotten and borne.
Der Zusammenhang lehrt, dass unter who könig Marke gemeint ist, ja- 5
nicht Morgan, obwol sich dafür etwa v. 175 als beweisgrund anführen Hesse.
Der ausdruck king wip croun ist in der romanzenpoesie sehr häufig;
vgl. u. a. v. 516:
Marke, pe king wip croun.
sowie die Zusammenstellungen bei Zielke, Sir Orfeo, p. 10. Mätzner führt
diesen typischen ausdruck weder unter king noch unter corone auf.
Während v. 6 unzweifelhaft auf Rohand zu beziehen ist, könnte man dar- 7 f.
über schwanken , wer unter bold baroun zu verstehen sei. Ich beziehe den
— 92 —
ausdruck auf Tristrem , und demgemäss pair eiders, v. 8, auf die vorfahren
Rouland's, Marke's und Tristrem's.
9 Mätzner, Wtb. I p. 21 7a zieht diese worte zur vorigen zeile und setzt
fragweise dafür die bedeutung ehemals an. Aber bi v/re scheint in diesem
sinne sonst nirgends vorzukommen, auch vermag ich denselben sprachlich nicht
zu rechtfertigen, denn 7/re kann doch nicht ohne weiteres dasselbe sein wie are
dawes (vgl. bi me dawes, Havel, v. 27). Ich nehme desshalb bi ^ere zum fol-
genden und übersetze es mit jähr für jähr. In diesem sinne kommt derselbe
ausdruck nämlich auch sonst noch vor, vgl. Amad. v. 124 f. :
And had greyt rentes be yere,
Ylke a yere a honderte pounde
Erl of Toi. (A) v. 28 f. :
He had rafte out of hys honde
Thre hundred poundys worth be yere of londe.
10 Vgl. Sir Perc. v. 1173 f.:
Tide in towne who wille teile,
Folkes undir his fete feile.
Hier wie dort ist vom vortrage des minstrels die rede. In anderem sinne wird
teilen in toun v. 167 gebraucht.
11 Alle drei zusätze zu auentours : as pai zvare sowie as it wes (v. 59) und
as it were (v. 673) lassen sich rechtfertigen; as pai wäre heisst : wie sie waren,
d. h. sich begeben hatten; as it wes oder were heisst: wie es sich damit ver-
hielt. Vgl. auch Amis and Amil v. 2221 f. :
AI so thai sete togider thare
And speke of auentours, as it were.
In dieser ersten strophe werden uns in kurzen andeutungen einige haupt-
personen des gedichtes vorgeführt: Tristrem, Rouland, Blauncheflour, Marke
und Rohand. Auffällig ist, dass sich nicht die mindeste hinweisung auf Ysonde
findet, die doch später eine der hauptrollen in der erzählung zu spielen hat.
Ein solcher »Speisezettel« zu anfang des gedichtes, der sich einigermassen mit
dem eingange des Nibelungenliedes vergleichen lässt, findet sich in me.
romanzen sehr selten; vergleichen lassen sich die beiden ersten Strophen von
Amis und Amiloun sowie Guy of Warw. v. 19 ff. :
Of an Erle y wyll yow teile
(Of a better may no man spelle)
And of hys stewarde bryght of hewe,
That was bothe gode and trewe,
And of hys sone, that good squyere,
Whyll he was hole and fere,
And howe he louyd a may ^ynge,
The Erlys doghtur, a swete thynge.
ia Derselbe vers kehrt Amis and Amiloun v. 525 wieder. Vgl. auch das.
v. 411.
13 f. Wenn hier durch it das in der vorigen zeile genannte subject wieder auf-
genommen wird, so hat das nichts auffälliges ; merkwürdiger ist es, wenn, wie
v. 22, sofort nach dem Substantiv it folgt; aber auch hier ist nicht etwa it zu
streichen; vgl. u. a. Mätzner, Sprachpr. I p. 50 v. 25 ff.:
Cumen itt mote, cti kingdom,
3in hali wil, it be al don
In hevene and in eräe all so,
Eger and Grine v. 930:
The sun, it shone both fresh and cleere.
Bei Koch II2 § 302 ff. finde ich darüber nichts bemerkt. Zu vergleichen ist
die analoge hinzufügung von he zu eigennamen, über die a. a. o. § 301 ge-
handelt wird. Beiläufig sei erwähnt, dass auch der vorangestellte accus, des
Personalpronomens, für den Koch nur eine stelle anführt, öfter zu belegen ist;
vgl. Chaucer, Legenda Ypsiphile et Medee v. 176 f.:
— 93 —
And al this was compassed on the nyghte
Betwix him, Jason, and this Ercules.
Guy of Wanv. v. 3379 f. :
He defendyd hym, as a lyowne,
And all, bat was wyth hym, Gyowne.
Der herausgeber hat also wol unrecht daran gethan, hym zu streichen, vgl.
die anm. z. d. st. Da in diesen fällen, je nachdem das pronomen oder das
Substantiv voransteht , das eine als apposition des andern anzusehen ist, so
habe ich es für richtig erachtet, die beiden worte durch ein comma zu
trennen.
Die bezeichnung des waldes als gray oder hare ist sehr gewöhnlich, vgl. 14 f.
Zielke a. a. o. p. 9. Hier könnte man in zweifei darüber sein, ob der dichter
von der herbstlichen färbung der bäume redet oder von dem alter derselben.
Für die erstere auffassung spricht der in v. 12 f. berührte gegensatz zwischen
somersday uod winter; für die andere Sir Perc. v. 170 ff. :
Salle he nothyng see
Bot the leves of the tree,
And the greves graye.
wo doch sicher nicht von der Jahreszeit die rede sein kann, in her time kann
sowol auf den sommer, wie auf die Jugend der bäume gedeutet werden.
Diese worte rinden sich im gedichte noch mehrmals an derselben stelle 20
der Strophe, z. b. v. 3144, wo es den sinn hat: warten, auf der lauer stehen;
ähnlich v. 2737 to bide, verweilen; vgl. Bödd. Ae. dicht. Pol. 1. VI v. 20 f. :
Pe heued to Londone brugge wes send
To abyde.
d. h. um dort zu bleiben. Ebenso. Lonelich, Chapter XXXV v. 293 f. :
Evene faste by the se syde
They leften tho bodyes forto abyde.
Anders hier und v. 2847, wo ich in diesem verbum nur ein flickwort erkennen
kann, welches sich nicht übersetzen lässt. Auch im Nordischen sinkt bicta zu-
weilen zum reinen hülfsverbum herunter, vgl. Hävamäl v. 41 :
ef bat bictr at vercta vel.
Mätzner s. v. abiden führt diese stellen nicht an.
Von einem ritter ist es, dass ich rede. 21
Analoge ausdrücke mit dem verbum springen sind in der me. poesie 22
häufig; vgl. Bödd. Pol. 1. VIII v. 12 :
^ent al bis world is nome con springe ;
Marina v. 103 :
Pe word sprong to al pe couent.
Havel, v. 959 mit Skeat's anm. u. s. w.
Zu der in dieser Strophe ausgesprochenen pessimistischen ansieht von der
Verschlechterung der weit; vgl. Ywaine and Gawin v. 33 ff. :
Thai tald of more trewth tham bitwene,
Than now omang men here es sene ;
For trowth and luf es al bylaft,
Men uses now another craft ;
With worde men makes it trew and stabil,
Bot in thair faith es noght bot fabil ;
With the mowth men makes it hale,
Bot trew trowth es nane in the tale.
Tharfore her of now wil i blyn,
Of the kyng Arthur i wil bygin etc.
Man beachte auch, dass der gedankenübergang von der allgemeinen ein-
leitung zum helden der erzählung an beiden stellen genau derselbe ist; denn
auch im Sir Tristrem haben wir zwischen v. 20 und 21 den gedanken zu er-
gänzen : Ich will nun nicht weiter über die unerfreuliche gegenwart sprechen,
sondern —
— 94 —
27 Nach Mätzner. Wtb. I p. 7ob, soll among hier bisweilen heissen, was mir
schlecht zu passen scheint ; ich übersetze es durch zugleich , vgl. Zup. zu
Guy v. 2301.
Vgl. als dem Wortlaute dieses verses sehr nahe stehend Guy of Warw.
v. 8738:
And slewe hys men euyr amonge.
Zu v. 25 — 27 vgl. Ypom. v. 161 1 ff. :
For I shall distroye hyr landis alle,
Hyr men sie, bothe grete and smalle,
Hyr castelle breke and hyr toure.
The Emp. Oct. v. 763 ff. :
They broke castels stronge and bolde,
Ther myz,t no hye wallys them holde,
Ryche townys they brente.
Zu der chiastischen Stellung der Satzglieder vgl. Kudr. 81 6, 2:
Din bürge sint zebrochen, verbrennet ist dm lant.
28 Scott erklärt das wort reped im glossar so: »Reped. Did excite, from
repean , Sax. agitare. Reped him mani a res = Excited many an attack against
him.« Aber das ae. hrepjan, hreppan (nicht repean) entsprechende me. wort
heisst berühren, bewegen, jedoch kaum etwas gegen jemanden erregen. Aber
auch auf andre weise vermag ich das wort reped nicht zu erklären, und möchte
deshalb vorschlagen, raped dafür zu lesen ; hrapen heisst ergreifen, rauben ; a
fasse ich nicht als unbestimmten artikel, sondern als abkürzung von on ; also :
und raubte ihm manchen beim angriff, d. h. nahm manchen seiner leute beim
angriff gefangen.
32 Ueber wip outen les vgl. Zup. zu Guy v. 550.
35 Vgl. Sir Fer. v. 2356:
Pes frensemen him habbeb aslawe : now wot y wel it ys so.
37 Stratm.3 p. 590 b gibt an: »prä, O. Icel. prär (pertinax)? thro minax,
ferox?« Diese letztere bedeutung passt für die vorliegende stellt recht gut,
aber z. b. durchaus nicht für v. 615 f. :
Rohand was ful pra,
Of Tristrem for to frain.
ebenso wenig bold , confident, wie Mätzner Sprachpr. I p. 235 zu v. 777 an-
nimmt; vgl. Le bone Flor. v. 11 11 ff. :
And also swythe Syr Egravayne
Went to the pope, the sothe to sayne,
To teile he was füll thra,
How that Emere was ovyr the see,
Chasyng Garcy to hys cuntre etc.
An beiden stellen muss es begierig heissen. An den isl. Ursprung des Wortes
glaube ich allerdings auch, vermuthe aber, dass in demselben zwei ursprüng-
lich getrennte nordische stamme zusammengefallen sind. prär heisst zwar
nur pertinax, aber es giebt zwei substantiva: 1) prä, n. animi pertinacia;
2) prä f. desiderium. Auf diesen stamm führe ich engl, pro überall da zurück,
wo es begierig heisst.
3 8 f. Ich verstehe unter diesem ausdruck, dass durch den krieg die häuser und
felder des armen landmanns ruinirt wurden.
42 im ruhmvollen kämpfe. In demselben sinne wird in prise mhd. gebraucht,
z. b. Kudr. 617, 4.
44 Welchen sinn hier der beiname Roulands, rise, oder riis, wie er z. b.
v« 49 geschrieben wird, vermag ich nicht anzugeben. Es läge natürlich am
nächsten, an unser riese (gigas) zu denken, um so mehr, als uns deutschen
dabei unwillkürlich das Rückert'sche : «Roland der ries« etc. einfallen muss.
Eine solche hinzufügung zum namen wäre für einen helden ja auch keines-
weges unpassend. Doch aber ist diese schöne erklärung schon aus dem einen
gründe unmöglich, weil das wort riese zu keiner zeit in der englischen spräche
vorhanden gewesen ist. Im Ae. wird dafür ent oder pyrs, im Ne. giant gebraucht.
W. Scott gibt für riis im glossar die bedeutung rise an, was doch höchstens
— 95 —
in dem sinne von zweig, reis in betracht kommen könnte. Doch ist diese er-
klärung des beinamens eine sehr unbefriedigende. Ich muss also diese frage
vorläufig als eine offne bezeichnen. — Man beachte übrigens die schleppende
Wiederholung des eben erst in v. 36 f. gesagten. Eine derartige auffällige
breite findet sich z. b. auch in Amis and Amil. ; vgl. v. 1625 :
Child Ovvaines his name, it hight,
und gleich darauf v. 1633 f . :
That child, that was so fair and bold,
Owaines was his name ytold,
Wel fair he was of blöde.
Die an und für sich etwas auffällige construction erklärt sich so, dass in 47 f.
dem mit pat anhebenden satze der inhalt des Vertrages mitgetheilt wird, näm-
lich, dass jeder in ruhe sich seines besitzes freuen dürfe ; seuen z>er to stond
ist dann noch eine specialisirende hinzufügung zu A forward\ vgl. Ipom.
v. 614 f. :
Do make crye vndir this castell walle
Justes there, thre dayes to laste.
Beide sätze sind dann durch and verbunden.
Ueber seuen i^er habe ich I p. XXV gehandelt. Vgl. auch Skeat zu P. PI.
C. V v. 82 und VII v. 214; Martin zu Kudr. 1021, 3. Dass die siebenzahl für
dergl. allgemeine Zeitbestimmungen gerade in England besonders beliebt war,
beweisen u. a. stellen, wie Laz,. v. 430. 6903. 19287. 20229. 31798, wo bei
Wace entweder gar keine, oder andere zahlen angegeben sind; ferner auch
Sir Fer. v. 268 f. :
To pe kyng said he among pe pres : Y haue pe serued ^ore
In werre and eke in lond of pes wel seuen 3er and more,
wo die frz. vorläge v. 272 bietet :
II a plus de II ans.
Mein, I p. XVIII dargelegter Vorschlag, diesen vers nicht, wie bisher ge- 49
schehen, zum folgenden, sondern zum vorhergehenden zu ziehen, da sonst ein
grossartiger unsinn herauskomme, erscheint Brenner, Anz. f. d. a. V p. 407,
misslich: »Gerade zu K.'s auffassung des englischen Werkes passt die incon-
sequenz ganz wol, während gegen die neue theilung der zeilen der Wortlaut
vielleicht (darf die analogie eines pcir Rouland wirklich für das Englische her-
beigezogen werden?), die sonstige abtheilung aber ziemlich entscheidend
spricht; ich finde keine Strophe, in der die fünfte zeile eher mit der vierten
als mit der sechsten zu verbinden wäre, auch in III, 27 oder III, 22 nicht;
kaum in II, 8.« — Ich kann dieser beweisführung nicht zustimmen. Incon-
sequenzen kommen ja sonst allerdings auch vor, aber die vorliegende wäre
doch die grellste von allen, so dass es uns sehr erwünscht sein muss, den
dichter von derselben zu entlasten. Ferner habe ich nicht die analogie von
peir Rouland herbeigezogen, sondern nur gesagt, pai, v. 50, habe etwa den-
selben sinn, wie peir in dem erwähnten nordischen ausdruck, was, da gerade
Rouland zuletzt genannt war, mir nichts anstössiges zu haben scheint. Was
endlich die letzte behauptung Brenners betrifft, es finde sich keine Strophe, in
der die fünfte zeile eher mit der vierten als mit der sechsten zu verbinden
wäre, so vgl. v. 102 ff.:
To hir maistresse sehe gan say,
Pat hye was boun to go
To pe kni^t, per he lay.
Sehe swouned and hir was wo.
v. 1609 ff.
v. 1620 ff.
And euer wip al mi mi^t
Of pe y spac among
To Marke, pe riche kniijt,
Pat after pe he gan long.
Pat he schuld Ysonde bring
— Pai token it vnder hand —
v. 2 347 ff.
v. 2676 ff.
v. 3083 ff.
— 96 —
To Mark, pe riche king,
O liue ^if pai him fand.
A stern stroke he fand
Opon his helme so schene,
Pat to pe grounde he wand ;
J*e forward fast he band
Wip Ysonde, pat may
Wip pe white hand,
He spoused pat day.
Pai sei^e, where Ysonde rade
And Bringwain, bope sei^e he
Wip tvo houndes mirie made,
Fairer mi^t non be.
An all diesen stellen, auch trotz Brenner's wiederspruch in v. 1200 ff.
(= II, 8), ist die fünfte zeile eher mit der vierten als mit der sechsten zu ver-
binden, wodurch die richtigkeit meiner auffassung einigermassen gesichert er-
scheinen dürfte.
51 Wenn man meine erklärung der vorigen zeilen billigt, dann ist natürlich
auch Scott's Übersetzung dieses verses, s. v. heighe: To go to wage Single com-
bat, zu verwerfen, heilte ist hier nicht eilen, sondern erhöhen : ihren rühm zu
erhöhen und zu bewahren; vgl. La^. v. 5408 : And pine monscipe heien = and
exalt thy honour. haven and holden wird in ähnlichem sinne oft verbunden ;
vgl. Celestin v. 185: pe erchebisshopriche to hauen and to holde.
55 Man könnte schwanken, ob mit den hier genannten rittern die begleiter
Rouland's oder die ritter an Marke's hofe gemeint sind. Ich entscheide mich
für die erstere annähme, da v. 56 f., wo die letzten zeilen der vorigen strophe
recapitulirt werden, über diese beziehung kein zweifei entstehen kann.
56 fr. pai, v. 56, könnte auffallend erscheinen im verhältniss zu his auentours,
v. 59. Trotzdem liegt keine veranlassung vor, zu ändern; Rouland und seine
begleiter unterrichten den könig über seine (R.'s) Verhältnisse.
57 Vgl. Kyng of Tars v. 88 :
Tofore the prince proud in pres
Hörn Childe XIII, 8 f . :
Melkan king was on of po,
Proude in ich a pres.
Melayne v. 1220 f. :
Pat he salle mete hym here to-morne
With füll prowde men in prese :
und Herrtage's note z. d. st. Obwol proud im sinne von gewaltig an diesen
stellen wie Sir Tristr. v. 401 möglich ist, so könnte man doch bei vergleichung
von Sir Triam, v. 969 :
Prynces proved in pres
und Melayne v. 1302:
Oure prynces prouede in presse
auf die vermuthung kommen, proud sei nur aus proved, was einen sehr guten
sinn geben würde, zusammengezogen. Dagegen sprechen freilich stellen wie
The Song of Roland v. 140 f. :
Olyuer and Roger and ober for pi prow,
Pat be proud in pres and well preuyd knyghtis,
60 f. Er bat sie, als seine freunde in frieden bei ihm zu verweilen. Eine dem
Zusammenhang und z. th. dem Wortlaute nach sehr ähnliche stelle, die fast wie
eine nachahmung aussieht, findet sich Amis and Amil. v. 109 ff. :
Than the lordinges schuld forth wende,
That riche douke, comly of kende,
Cleped to him that tide
Tho tvay barouns, that were so hende,
— 97 —
And preyd kern al so his frende,
In court thai schuld abide,
Die erklärung der folgenden verse bietet mehrfache Schwierigkeiten dar. 62 ff.
Zuerst entsteht die frage, ob pe knipesy v. 62, Rouland's oder Marke's ritter
sind. Im ersteren falle würden die gaste im fremden lande, das sie eben erst
betreten haben, ein turnier arrangirt haben, eine idee, die selbst diesem zu-
weilen sehr konfusen dichter schwerlich zuzutrauen ist. Wir werden also an-
zunehmen haben, dass es sich um Marke's ritter handelt. Damit fällt freilich
auch die auf den ersten blick nahe liegende erklärung von v. 63 : nnd thaten
[so] ohne zweifei, d. h. sie nahmen Marke's einladung an. Ueberdies wäre diese
ausdrucksweise sehr matt und don dürfte ohne objeet in diesem sinne schwer-
lich nachzuweisen sein. Aber auch bei unserer auffassung erregen diese worte
bedenken. Das einfachste wäre ohne zweifei, dede in gode zu verwandeln;
vgl. v. 89 :
He was gode and hende,
Sir Isumbr. v. 177 :
The knyghte that was bothe hend and gude,
Agayne swythe over the water he wode.
Indessen scheint sich doch eine erklärung des überlieferten zu bieten.
Mätzner hat Wtb. I p. 657 a mehrere stellen angeführt, wo do als verstärkend
einem zweiten unverkennbaren imperativ vorangeht, z. b. Curs. Mundi v. 23159 :
Dos, fies hepen, yee maledightl Er erwähnt sogar drei stellen, wo nach einer
form von don dieselbe personalform eines anderen verbums folgt, wo wir den
infinitiv erwartet hätten; z. b. Townl. M. p. 15 :
Whi brend thi tend so shyre,
Ther myne did bot, smoked?
Dem analog fasse ich die vorliegende stelle: und thaten [es] sicherlich im volke:
ein turnier nahmen sie in aussieht etc. Vgl. auch die anm. zu v. 2286.
Hier ist kniijtes allgemein zu fassen und bezieht sich nicht speciell auf 66
die begleiter Roulands. Derselbe ausdruck kehrt wieder v. 3014:
t*o kni^tes stibe on stede.
Hörn Childe XXII, 3 ; LVIH, 9 ; XCV, 9.
Dass die obigen beziehungen richtig aufgefasst sind, bestätigen diese verse 67 f.
doch wohl ; denn unter he kann nur Marke gemeint sein (vgl. I p. XVIII) ; da-
gegen geht hini v. 69 auf Rouland. Diese auslegungen stützen sich überdies
gegenseitig. Weder kann der dichter sagen, Rouland habe ein turnier ver-
anstaltet, damit ihn selbst die mädchen sehen möchten, noch kann der ältliche
Marke selbst noch darauf speculiren, von den damen bewundert zu werden. —
Die Unsicherheit in der grammatischen beziehung, wie sie hier allerdings be-
sonders grell zu tage tritt, hat schon Heinzel a. a. o. p. 387 mit recht tadelnd
hervorgehoben.
Vgl. v. 3235 : 68
A turnament pai lete crie.
Diese ausdrucksweise ist sehr gewöhnlich; vgl. Guy of Warw. v. 515 und
Hörn Childe XXXVI, 7. Ihr entspricht auf das genaueste der mhd. kunstaus-
druck : den turnei schrien, für den Niedner : Das deutsche turnier im XII. und
XIII. jahrh. Berlin 1881, p. 73 einige belege beibringt.
Zur sache vgl. Ypom. v. 825 f.: 69 f.
The lady lay ouer the castell walle
And byheld the justis alle.
Sir Bev. v. 3283 f. :
His moder ouer pe castel lai,
Hire lord sehen in pe pich ^he sai.
Sir Perc. v. 1399 ff. :
And ay lay the lady brighte
One the walle and byhelde,
How many mene that he had slane.
Vgl. auch Le bone Flor. v. 169 fr.; Torrent v. 1033 f •- i v- J1^S f«i v- 2568.
Auch in den mhd. höfischen epen wird oft erwähnt, dass die frauen dem tur-
Kölbing, Sir Tristrem. 7
— 98 —
nier von den fenstern oder der burgmauer aus zusahen; vgl. u. a. Gudr. 42, 4;
Schultz, Das höfische leben zur zeit der minnesinger II p. 117 und Kinzel,
Zeitschr. f. d. phil. XIII p. 122. Martin zu Kudr. 373, 4, und meine bemer-
kung zu 75.
Zur construction von v. 69 f. vgl. Zup. zum Guy v. 1925 — 6. Zu den
dort aufgeführten hülfsverben, welche nur ausnahmsweise to nach sich haben,
besonders im zweiten satzgliede, gehört auch may.
71 Vor fre ist so zu suppliren, falls es nicht wirklich einzusetzen ist. Vgl.
Sir Perc. v. 161 7 f. :
Now to wynne the maystry
To the castelle gane he ary,
If any were so hardy,
The maystry to wynne.
75 In tour gehört zu pai. v. 71 und 73 : die im thurme ; auch von da aus
sehen die frauen schlachten und turnieren zu; vgl. Ypom. v. 1101:
The ledy lay on toure on hye,
The rede knyght füll sone she see.
71 — 75 Man vgl. die ganz ähnliche scene in Amis and Amiloun v. 445 — 468. Da
dort die frz. quelle viel kürzer ist und namentlich dieses gespräch zwischen
den hofdamen und der prinzessin nicht bietet (vgl. P. Br. Beitr. IV p. 287),
so könnte eine nachahmung des Sir Tristrem vorliegen ; denn dass dort einige
der hofdamen die frage aufwerfen {pai v. 71), hier v. 449 Belisaunt selbst, ist
von geringem belang. Wie dem auch sei, so ist jedenfalls die ähnlichkeit er-
wähnenswerth ; hat doch auch in beiden fällen das lob des ritters seitens der
mädchen dieselbe folge, nämlich dass von da die liebe der prinzessin zu ihm
datirt.
76 f. Passive construction statt der vorauszusetzenden activen. Er wurde ge-
wählt für Jungfrau Blauncheflour — was doch thatsächlich nicht der fall war
— ist gesagt für : Jungfrau Bl. wählte ihn für sich ; vgl. Gregorius (ms.
Cleop.) v. 1302 :
Icham py sone and to pe ycoren.
79 Für maisters pre conjicirte Heinzel a. a. o. p. 418 unter 2b maistresse, was
sachlich nicht unannehmbar wäre, da diese maistresse v. 102 wirklich auftritt,
obwol in den anderen texten hier nichts davon steht, dass Bl. ihr herzensge-
heimniss ihrer amme oder governess (vgl. Skeat zu The Squiers tale v. 374)
anvertraut (vgl. I p. XXV) . Entschieden verwerflich erscheint diese conjectur
aber vom sprachlichen Standpunkte aus, da die betonung maistresse unmöglich
ist. Das überlieferte wird also stehen bleiben müssen. Woher der dichter
diese drei hofmeister hat, wird freilich schwer zu ermitteln sein. Von hof-
meistern einer prinzessin ist auch in anderen romanzen die rede; vgl. Guy of
Warw. v. 65 f. :
Sehe had maysturs at hur honde,
The wysest men of that londe,
Aber woher gerade die dreizahl? Vergleichen mag man Sevyn Sages v. 725 ff.,
wo von einem kinde die rede ist, welches drei Wärterinnen hat :
The knight hadde a fair leuedi;
A wel fair child sehe hadde him bi;
Hit hadde of thre norices keping ;
The ferste gaf hit soukying;
That other norice him scholde bathe,
Whan hit was time, late an rathe ;
The thridde norice him scholde wassche.
Wenn ich hier und später derartige sachliche parallelen zu zügen, die sich
nur in E finden, notire, so fällt es mir natürlich nicht ein, behaupten zu wollen,
der Verfasser habe gerade diese stelle im gedächtniss gehabt, sondern ich be-
absichtige nur, an beispielen die Wahrscheinlichkeit zu illustriren, dass solchen
unpassend eingeführten momenten lesefrüchte des dichters zu gründe liegen.
Nach v. 79 fehlen, wie schon unter dem text bemerkt ist, zwei verse, ohne
dass im ms. eine lücke angedeutet oder etwas herausgeschnitten wäre. Wahr-
— 99 —
scheinlich machte in diesen Bl. ihre hofmeister auf den tapferen Rouland auf-
merksam , denn aus dem rest der rede konnten sie nicht ersehen, wen das
mädchen meinte.
Diese von Mätzner, Wtb. I p. 654 b übergangene phrase kehrt in den ro- 88
manzen öfters wieder; vgl. Sir Egl. v. 401:
He thoght, his lyfe dayes were ydone.
Gregorius (ms. Vernon) v. 614:
His frendes weore for him sori, po his lyf dawes weren idon.
Aehnl. das. v. 721.
Sir Fer. v. 994 :
He fei doun ded oppon pe ground, is lifdawes wem ido.
Noch genauer stimmt zu der vorliegenden stelle Seynt Mergr. v. 160:
Y warn pe wele, for al his help pine liif-days ben al done.
Vgl. auch Torrent v. 2404. Zur construction von v. 87 f. vgl. man noch Sir
Egl. v. 59 f- :
The love of hur but y have,
My lyfe dayes be at the laste.
Vgl. Amis and Amil v. 2152: 91 f.
For better knight in world is non.
Ueber god kni^t siehe Wissmann zu King Hörn v. 520.
Es ist für den stil dieses gedichtes sehr bezeichnend, dass wir hier den 94
namen des helden in diesem abschnitte nochmals zu hören bekommen, wäh-
rend der dichter sich sonst so oft durch in ihrer beziehung unklare pronomina
hilft. Vgl. o. zu v. 67 f. Zum Stile vgl. Hörn Childe XXVI, 5 f. :
Sehe was a feir may and a schene,
And maiden Rimneld she hight.
Ueber den gebrauch des einfachen verbums ginnen für beginnen im Deut- 95
sehen und Englischen vgl. Haupt zu Erec v. 14.
Ueber den ausdruck per he lay vgl. v. 1800 per sehe stode , Horstm. 104
Herrig's Archiv, bd. 55 p. 414 f. und Zup. zu Guy v. 1477.
Die worte So dere gehören nach des dichters absieht wahrscheinlich zu 108
knaue child, obwol sie auch zu pai tvo gezogen werden könnten.
So wird Tristrem in der that ja noch oft im gedichte genannt; vgl. 110
v. 601 :
His name is Tristrem trewe.
v. 645 :
v. 11 24:
v. 1275:
v. 1303 :
v. 1886:
v. 2400 :
v. 2553 :
v. 2567 :
And Tristrem, trewe fere.
Endlich v. 1435, w0 über Tristrem gesagt wird:
His hert was gode and trewe,
Unter pai sind natürlich Rouland und Morgan zu verstehen. 111
Diese zeile (= v. 270) ist eine Übersetzung des frz.: Rual li foitenant 115
(G. v. 467; vgl. v. 466: an dem er triuwe erkande). Zu der eng. fassung vgl.
noch How a merchant did his wife betray :
7^
To Tristrem trewe in hold.
Tristrem, pe trewe he hi^t.
Hom longep Tramtris, pe trewe.
Now hat he Tristrem trewe.
Tristrem, trewe fere.
Bifor Tristrem, pe trewe.
£0 waked Tristrem, pe trewe.
— 100 —
His wife, that was so trewe as ston,
eine stelle, die schon W. Scott in den noten vergleicht, ferner The Babees
Boke etc. p. 40 v. 97 f. :
For with 5;iftis men may woramen ouergoon,
£ouz; bei were as trewe as steel eiher stoon.
Le bone Flor. v. 201 :
And therto trewe as any stele.
Rohand kommt hier zum ersten male vor; wer das ist, erfahren wir nicht;
der englische dichter hat die G. v. 463 ff. entsprechende stelle seiner frz. vor-
läge übersprungen.
118 man steht hier nicht in der bedeutung: mann, als repräsentant männlicher
tüchtigkeit, wie v. 2745 :
Tristrem com as a man,
vgl. v. 2782, also = douhti man (v. 2328), sondern im sinne von diensimann,
vasall; vgl. v. 723 :
Ich auz,t to ben his man.
Auffallend ist die construction von sechen mit of bei dem gegenstände des an-
suchens ; es scheint hier für beseelten zu stehen, bei dem diese Verbindung die
gewöhnliche ist; vgl. Koch II2 § 142. be wäre hier ebenso weggefallen, wie
in stadde für bestadde. Vgl. Zup. zu Guy v. 8028.
121 Vgl. Amis and Amil v. 509 f.:
He bileft at hom in present,
To kepe al that ther wäre.
124 ff. Ueber den muthmasslichen inhalt der verloren gegangenen verse sowie über
die beziehung von v. 137 habe ich I p. XX und XXIII gehandelt.
138 Vgl. Le bone Flor. v. 486:
Beholde and ye may see.
Torrent v. 11 60:
Behold and ye shalle se.
An allen drei stellen dient der betr. vers blos zur ausfüllung einer zeile.
Ferner liegt Wülcker Ae. leseb. II p. 55 v. 167:
Beholde and see, what avantage is his.
Vgl. auch Guy of Warw. v. 1642.
139 f. Vgl. Hörn Childe LXIII, 12:
Mi rede is tan to fle.
144 Vgl. Sir Egl. v. 583 :
The yeant buskyd and made hym bowne.
Aehnlich Sir Ottuell v. 1209. Für boun findet sich häufiger ^are^ wobei das
reimbedürfniss massgebend sein dürfte, vgl. v. 816:
He busked and made him jjare.
Sir Egl. v. 196 :
The erle buskyd and made hym yare,
Ebenso das. v. 645 und 954.
*45 Vgl. Le bone Flor. v. 1018:
Than was there no lenger bode,
146 Vgl. v. 173:
And rered goinfaynoun
= Hom Childe VI, 6; Sir Tristr. v. 1391 :
£ai rered goinfaynon.
x47 riden wird auch in der älteren spräche für fahren gebraucht; vgl. Le
bone Flor. v. 373 :
They set up seylys and forthe they rode,
In demselben sinne wird gon verwendet; vgl. Guy of Warw. v. 490:
Thay yede into the salte flode.
148 f. Ich übersetze : Bis sie zu einer Stadt kamen, einem kästelt, welches Rohand
erbaut hatte, fasse also castel als apposition zu toun und nehme nach diesem
worte den ausfall eines rel. praj»*Jlfis*
r / \\ A-n\/
— 101 —
Vgl. Kudr. 290, 2: 150
Ir segele nider läzen wurden sä ze stunt.
und Martin z. d. st.
Ich kann mich schwer entschliessen, knfyt mit Scott hier für den collectiv 151
gebrauchten sing, von knfyt = ritter, zu halten, besonders da knii/es gleich
zwei zeilen später wider erscheint ; ich vermuthe, es ist das prät. von knitten,
anbinden : die segel nahmen sie herab und banden sie an.
Man könnte in zweifei gerathen, ob fade hier matt bedeutet, oder tüchtig, 153
tapfer. Im ersteren falle würde auf die ermüdung durch die seereise hinge-
deutet, wie es La^. v. 6205 f. heisst :
We beoct sse-werie men
Mid wedere bi-driuene.
Ebenso v. 4619. In diesen beiden fällen sind jedoch heftige stürme vorher-
gegangen, wovon hier nichts berichtet wird, fade wird also nur als allge-
meines epitheton der ritter aufzufassen sein.
Dies mädchen soll die unsere werden, d. h. unsere herrin. 156
Obwol das wort castel tour durch diesen vers sicher belegt ist — eine 158
hinzufügung von and macht schon das metrum unmöglich — ist es doch weder
bei Mätzner und Stratm. noch bei Hall, zu finden. Weitere belege bieten die
von mir, Engl. st. I p. 98 ff. edirte Patriks-legende, str. 108 :
Pis ben our foules in our ca^e,
And pis is our courtelage
And our castel tour.
sowie Torrent v. 2696 ff. :
The riche quene of that lond
In her castelle toure gan stond,
And beheld into the see.
Ferner findet sich das wort in Phaer's Virgil-übersetzung, buch II (bei
Warton, Hist. of english poetry, ed. Hazlitt, IV p. 284) :
Lo there agayne where Pallas sittes, on fortes and Castle towres,
With Gorgons eies in ligthing cloudes inclosyd grim she loures.
Endlich gehört hierher noch eine stelle aus dem von Morris, Miscell.
p. 197 ff. und danach bei Wülcker, Leseb. I p. 44 ff. abgedruckten Osterliede,
v. 53 ff- =
Ne miitte us
Saui castel tur
Ne halle.
Die herausgeber haben fälschlich zwischen castel und tur ein comma ge-
setzt. Die gegenüberstellung von casteltur und halle ist sehr passend ; dass die
frauengemächer im schlossthurme zu sein pflegten, beweist Sir Fer. v. 2024 ff. :
Wyp hure pan way forp pay nome por^-out halle & bour,
Til pay into hure chambre come, bat ybuld was on a tour.
Zweifel darüber, ob ein oder zwei worte anzunehmen sind, kann entstehen
an stellen wie Guy of Warw. v. 2735 ff.
Ther ys not lefte in that euntre
Castell towre nor cyte,
But hyt ys brente and stroyed all.
Natürlich soll aber überhaupt nicht gesagt sein , dass nicht auch zuweilen
castel und tour einander gegenübergestellt sein könnten; vgl. The Cokwold's
Daunce v. 220 ff. :
I wer worthy hym to honour,
Both in castell and in towre,
With rede scerlyt and grene.
Vgl. Guy ot Warw. v. 1417 f.; v. 1690; v. 2461; v. 5755 u. ö.
Wegen des gleichen Zusammenhanges wie in v. 157 f. vgl. Le bone Flor,
v. 972 ff. :
And askyd yf he wolde
Wedde the beste of hur elde
And all hur londys for to weide.
— 102 —
Ueber die Zusammenstellung von wedde und weide vgl. Engl. st. III
p. 102 f.
159 f. Ich übersetze: Damit er (sc. Rouland) sie in sein bett bringen kann, sie
die die schönste im gemache ist. Der ausdruck : to bedde bringen scheint eine
typische redeweise für die Vollziehung der ehe zu sein ; auch kehrt der reim :
wedde — bedde häufig wieder; vgl. King Hörn v. 973 ff.:
A king hire wile wedde
And bringe to his bedde,
mit Wissmann's note.
Guy of Warw. v. 7056 ff. :
In all the worlde ys no maye,
But oon, that euer y wyll wedde,
And brynge hur vnto my bedde.
Weitere stellen bei Mätzner, Sprachpr. I p. 39, zu v. 14391.
Sir Degr. v. 969 ff. :
Y warne the of o thing,
Ther shall be emperoure ne kyng,
That shal the to bede bryng,
I owttake none,
That hee wol make a lettyng.
Hörn Childe LXXIV, 10 ff. :
Mani sides schuld be bibled,
Er he bring hir to his bed,
^if Hörn in lond were.
Wie hier auf mädchen , so wird derselbe ausdruck auch auf männer ange-
wendet; vgl. Robs. p. 85:
And fyndus him in bed bro^te
By thi laydy?
Dieselbe redensart findet sich jedoch auch ohne beziehung auf das ehe-
bett; vgl. die ganz ähnliche stelle, Sir Fer. v. 2410 f. :
and in he wente po
And fyndep pe barons in bedde ibro^t,
d. h. zu bette gegangen. Vgl. The Seven Sages (Hall.) v. 564 u. ö.
160 Ueber briif in bour vgl. Zup. zu Guy v. 2674. Zu den dort citirten stellen
füge ich noch Sir Thopas v. 31 :
Ful many mayde bright in bour
161 — 3 Man kann in zweifei sein, ob diese verse noch zur rede Rohand's ge-
hören oder als bemerkung des dichters anzusehen sind ; ich glaube das erstere.
Rohand begründet seinen Vorschlag durch die erwähnung ihrer ausserordentlichen
schönheit.
164 W. Scott fragt im glossar s. v. anour: »Ought we not rather to read
amourl « Sicherlich nicht; erstens findet sich anour für honour auch sonst,
und zweitens passt ehre hier sehr gut : Blauncheflour ist die ehre zu theil ge-
worden, Rouland's rechtmässige gemahlin zu werden, während sie vorher nur
seine geliebte war. Diese thatsache müssen wir freilich zwischen den zeilen
lesen, denn ausdrücklich erwähnt wird nicht, dass Rouland Rohand's rath-
schlage folge leistet.
166 Dieselbe zeile kehrt mit geringen Variationen in den romanzen öfters wie-
der; vgl. Patr. v. 70, 6:
In herd is nouz,t to hide.
Derselbe vers in Hörn Childe XXXIII, 12 und Sir Degr. v. 180.
Offenbar damit verwandt ist der ausdruck, v. 472 :
In lede is nou^t to lain.
= 714 = v. 3285 (wo is fehlt) = Anturs of Arth. VII, 5.
Ebenso wenig ist davon zu trennen Sir Perc. v. 143 •
In herte is no^te for to layne.
was sich auch sonst nachweisen lässt. Auch mit weglassung der ersten worte,
Hörn Childe LXIII, 10 f.:
— 103 —
King Finlak seyd : Is nouijt to hide,
tis batayl dar y nought abide,
Vgl. Sir Tristr. v. 1501 :
nou^t to lain.
Hall., anm. zu Sir Degr. v. 180, führt zwei parallelstellen an, ohne zur erklä-
rung dieser redensart etwas beizubringen. Die von mir, Engl. st. I p. 112
und 540 versuchten deutungen sind nicht haltbar; Zup. kündigt an, Anz. f. d.
a. IV p. 249, er werde über die bedeutung in einer anmerkung zu Guy aus
dem Auchinleck ms. (ed. Turnbull v. 7135) ins reine zu kommen suchen.
Jedenfalls sind die oben aufgezählten ähnlichen ausdrücke bei der erklärung
des uns vorliegenden zu berücksichtigen. Wenn Hall. Dict. p. 450 anführt:
,hird. heart. Sir Tristrem', so kann sich das wol nur auf diese stelle beziehen,
ist aber abzulehnen, weil die media am Schlüsse des wortes dieser deutung
widerstrebt. Ich fasse hird jetzt mit Stratm.3 p. 3i2a auf als identisch mit
hired, gefolg e ; also : im gefolge las st es sich nicht verbergen, d. h. die künde
davon verbreitet sich überall; herd ist aber = hird; schon bei La^. v. 4342
findet sich herdes für das ältere hiredes; vgl. auch Sir Tr. v. 3034, wo In
herd = im gefolge. hird, herd und lede sind also im Zusammenhang dieser
phrase gleichbedeutend. Was hert anlangt, so kann dies wort natürlich sprach-
lich nicht so ohne weiteres mit herd identificirt werden; ich vermuthe, dass
es durch änderung des nicht mehr verstandenen herd eingedrungen ist. Der
ganze ausdruck soll aber gewiss nichts anderes bedeuten als Melayne v. 141 :
£e sothe es noghte to hyde !
also eine Versicherung, dass es sich offenbar so verhält, wie in der erzählung
berichtet wird, was ja in der form eines flickverses überall hin passt.
Als einigermassen verwandten ausdruck mag man noch vergleichen Hörn
Childe LH, 1 ff. :
turch a forest as he schuld fare,
An armed kni^t mett he bare,
And bad, Hörn schuld abide,
To ^eld his harneise lesse and mare,
Ober juste, wheper him lever wäre,
Pe lawe is nou^t to hide.
Ich verstehe die letzte zeile so : Die sitte, dass ein ritter dem andern die
alternative stellt , ob er seine rüstung hergeben oder mit ihm kämpfen will,
lässt sich nicht verbergen oder umgehen.
Fat hold gehört zu He v. 175. 174
Ueber folc in dem sinne von folk in waffen, heer vgl. Martin zu Kudr. 177
v. 462, 2. In gleichem zusammenhange findet sich armed men Guy of Warw.
v. 3769 :
Of armed men were füll be feldes.
brad in dem sinne von voll, überbreitet mit, kennt Mätzner Wtb. I p. 327a
nur aus dieser stelle; vgl. auch GE. v. 3 711 f.:
And tolden hem, Se lond is god,
Ful of erf and of netes brod.
Morgan halte ich für den genetiv : Wo Morgan s leute warteten. 1 78
Es muss unentschieden bleiben, ob ro als pronom. adv. oder als con- 179
junction aufzufassen ist.
In v. 177 — 187 wird der erste angriff der truppen gegen einander ge- 177 — 187
schildert, in der folgenden Strophe der zweite. Das erste mal behält Rouland
die überhand. Man erkennt hier recht deutlich die Ungeschicklichkeit des
dichters in zusammenhängenden Schilderungen; er braucht ganz ähnliche aus-
drücke wie bei der beschreibung des Zweikampfes zwischen Tristrem und
Moraunt. Man vgl. :
v. 179 : v. 1030 :
to Rouland to hem rade, Aiuer to ober rade
v. 181 : v. 1028 :
Swiche meting nas neuer made Swiche meting nas neuer non made
— 104 —
v. 183: v. io26 :
Per of was Rouland glade, Per of was Moraunt glade.
Es ist recht interessant, dass in Hörn Childe XVI, 5 f., v. 181 f. wörtlich
wiederkehren, nur dass was statt nas steht. Ganz ähnlich auch in The Emp.
Oct. v. 1604 f. :
Soche metyng was never none
Wyth sorow on ylke syde.
188 newe steht hier für o newe. Parallelen kann ich dafür allerdings nicht
beibringen.
189 Of ist mir unverständlich; es ist on dafür zu lesen. Der abschreiber
wird auf die zweite zeile der folgenden strophe mit dem äuge abgeirrt sein.
Genau dieselhe verschreibung hat Zup. für Guy v. 5334 nachgewiesen. Ueber
die umgekehrte Verwechselung vgl. Wülcker's Ae. lesebuch II, note zu 6 v. 10.
191 Vgl. v. 3264:
Pe blöd purch brini prong
192 Anz. f. d. a. VI p. 23 f. bekämpft Zupitza die ansieht Böddeker's, dass
die verben drawen und dre?}en nicht streng geschieden würden. »Ich möchte
das nicht zu behaupten wagen, wenn auch drawen in der bedeutung aushalten,
erdulden vorkommt (Mätzner 663 a). Vgl. damit unser tragen. Dafür dass
umgekehrt dreien im sinne von drawen vorkäme , weiss ich keinen beleg.
156, 24 ist sicherlich kein solcher: for duel to dep y drey^e heisst : denn t'ödt-
liches leid trage ich. Vgl. 206, 17 my peyne pynep me to dede.« Beide ge-
lehrte sind hier wol im irrthum. Ich bestreite zunächst, dass duel to dep tödtliches
leid heissen kann. Die verglichene stelle : meine pein peinigt mich zu tode,
kann höchstens gegen diese anffassung sprechen. Und wie will Zup. sich
mit der ganz analogen stelle, Hend. v. 283 f . :
When he shal wende of pis lyf
Ant drawe to pe depe ;
abfinden, die mit dem vorliegenden verse in Sir Tristrem im ausdrucke genau
zusammenstimmt? Also Bödd. Ae. dicht, p. 156, 24 ist zu übersetzen: Vor
schmerz treibe ich dem tode zu. Aber ich begreife auch nicht, warum man die
form drey^e nicht zu drawen ziehen will, da doch von diesem verbum die prä-
sensform dreyep (Miscell. p. 149) nachgewiesen ist.
193 Diese zeile kehrt wörtlich wieder in The kyng of Tars v. 177.
195 Der ausdruck gon to grounde begegnet weniger häufig, als zu erwarten
wäre; vgl. The Seven Sages (Hall.) v. 2728 f.:
And withinne a lytyl stounde
The Sarsyns ^eden al to grounde.
Häufiger mit hinzufügung des artikels, vgl. Sir Ottuell v. 926 f. :
Füll swythe pat Sarazene gan he sloo,
Pat to pe grounde he ^ede.
198 Vgl. Sir Bev. v. 4290:
We schölle his dep wel dere seile.
Libius Disc. (P) v. 1226 f.:
And soe did his sonnes 4,
To seil their liues deere.
Ebenso wie seilen kann auch biggen in diesem Zusammenhang gebraucht
werden, vgl. Sir Egl. v. 549 :
Dere boght thy dethe schalle bee.
208 Vgl. Robs. p. 59 :
Ne him to depe di^te.
Mätzner, Wtb. I p. 636 a kennt nur die passive construetion, Gower II, 5 :
Now wote I well, my deth is dight.
209 Man kann in zweifei sein, ob pat ich white zu Alias gehört oder zur
vorigen zeile zu ziehen ist. Die vergleichung von Sir Triam. (Hall.) v. 357:
Alias that ylke day !
und Guy of Warw. v. 1 121 9 f. :
— 105 —
At hys fete he feile to grounde
And seyde : Harrowde, alias pys stounde !
entscheidet für die erstere auffassung.
Ich übersetze: Als ein grosses wunder war er da dem volke erschienen de- 212 f.
züglich des schrecklichen kämpf es. Eine grammatisch ganz genau entsprechende
stelle habe ich allerdings nicht finden können. Sonst vgl. für den ausdruck
King Hörn v. 282 mit Wissmann's note. Unsere stelle dürfte dort für die bei-
behaltung von gret sprechen.
play als subst. und verbum wird oft in kriegerischem sinne gebraucht ;
vgl. Sir Perc. v. 1159 f. :
Then salle we togedir playe
With wapyns unryde.
Es ist bemerkenswerth, dass may hier von einer vermählten dame gesagt 215
wird.
Vgl. Gregorius (ms. Cleop.) v. 274: 217
In childbedde as ^eo lai.
riche hat offenbar hier die bedeutung prächtig, nicht kostbar; in derselben 221
weise von der färbe gebraucht findet es sich Guy of Warw. v. 5707:
He toke a mantell of ryche colowre,
Ebenso Libius Disc. (P) v. 923.
Ihrem söhne, befahl sie, sollte er gehören. 224
König Markes mag schmerz empfinden, wenn er den ring sieht, und 227 — 9
klagen.
Sind diese verse für eine zusammenhängende rede zu halten oder nicht, 234 — 240
und wem ist diese nach der meinung des dichters in den mund zu legen? Die
frage ist bei dem unklaren Stile des Verfassers schwer zu entscheiden. Mir
scheint, er will in dieser rede die äusserungen der dienerschaar {pefolk, v. 232)
über diese traurigen ereignisse und ihre beugung unter den rathschluss gottes
schildern ; dass er dabei einen sprechen lässt, ist nicht auffällig. Dass wir uns
Rohand als Sprecher zu denken hätten oder dass v. 238 — 40 eine persönliche
bemerkung des dichters sei, bezweifle ich.
Vgl. Emare v. 480 : 239
As god wolde, hit sholde be.
Guy of Warw. v. 10575 f. :
And Gye seyde then wyth herte fre :
As god wold, so mote hyt bee.
Gregorius (ed. Schulz) v. 164:
As god wil, so schal it be.
Vgl. das. v. 249.
Vnblipe nehme ich zum vorigen : Wie gott will, wird es geschehen, wenn 240
auch in unerfreulicher weise.
Vgl. Hörn Childe XIX, 1 f. : 241
Gret diol it was to se
Of hende Hapeolf, bat was so fre.
Zup. zu Guy v. 1251 bemerkt, die construction / am wo für me is wo, 245
sei entstanden aus fällen wie der vorliegende, wo aus der form des eigen-
namens nicht zu erkennen sei, ob derselbe im nom. oder dat. stehe. Ich be-
streite nicht, dass diese auffassung das richtige treffen mag und will hier nur
auf den ganz analogen gebrauch bei lef, wel, lop, warse, better, best hin-
weisen; vgl. z. b. Seven Sages (Hall.) v. 1240 ff. :
That on was bothe curteis and hende,
Lef to give and lef to spende;
And that other lef to pinche,
Bothe he was scars and chinche.
Egl. v. 291 :
He were wel bettur to be at the see !
Triam. (Hall.) v. 398 f.:
For sehe wyste not whedur-warde
That sehe was beste to goone.
— 106 —
Le bone Flor. v. 1728 f.:
Then ther councell toke thay,
They were lothe to seye hur nay.
Das. v. 2088 f. :
Yyt y am warse for that feyre maye,
That was so unfrendely flemed away,
Interessant ist das schwanken zwischen unpersönlicher und persönlicher
construction Assump. v. 396 ff. :
And seide : Wel pee be, ladi,
And so be alle, pat ben pee bi.
Beiläufig bemerkt, lässt sich bei berücksichtigung dieser stellen gar nicht
entscheiden, ob Guy v. 5461 f. :
Ye haue trowed dewke Oton,
That euer was lefe to doo treson.
that als nom. oder als dativ anzusehen ist, wie in der note zu dieser stelle
bestimmt behauptet wird.
246 Er wusste nicht, wem er die schuld beimessen sollte, d. h. er konnte nie-
manden zur Verantwortung darüber ziehen, denn — as god wil, it schal be
(v. 239).
249 f. Ueber die erklärung dieser zeilen vgl. I p. XXIX f. Ich gestehe, dass
mich dieselbe nicht recht befriedigt. Sonst bleibt freilich nur der ausweg,
anzunehmen, der dichter habe sich hier ebenso in der zahl geirrt, wie v. 914,
wo er Rohand gar fünf söhne andichtet; oder soll man der vermuthung räum
geben, dass beide male nur das reimbedürfniss die zahl bestimmt habe?
255 was doun = war todt, dürfte nicht häufig sein. Mätzner Wtb. I p. 689 a
führt es nicht an; vgl. The kyng of Tars v. 418 :
Almost he hedde hire adoun,
Es wird brought zu ergänzen sein; vgl. Guy of Warw. v. 3335 f. :
Kyng, he seyde, seyst pou noght,
How owre men be downe broght?
Vgl. The Song of Roland v. 946.
In demselben sinne wird under gebraucht; Sevyn Sages v. 3471 f.:
My hert sold sone haue broken asonder,
Than had my maysters bene al under.
258 Vgl. La^. v. 14081 f. :
Tji pu mine lare
Wel wult lusten
und Mätzner's note zu d. st.
259 Wegen des gleichen reimes vgl. Sir Ottuell v. 226 f. :
Hafe done be-lyfe pat pou be bowne
For to come to oure somoun.
261 Aus non in der vorigen zeile ist jeder für diesen vers zu ergänzen ; zum
ausdruck vgl. Hörn Childe LXIX, 7 ff. :
He tok Malkan kinges lond
And sesed it into Hornnes hond,
Bope tour and toun.
Vgl. das. XCVI, 6.
263 f. Vor so fehlt das pron. rel., und zwar nach einem satze, der eine negation
enthält; vgl. meine Untersuchungen über den ausfall des rel. pron. p. 19.
Diese zeilen werden übrigens erst durch die folgende Strophe verständlich, wo
von Morgan's freigebigkeit die rede ist.
265 Ueber befye vgl. Mätzner, Sprachpr. I p. 82, note zu v. 2140. Die worte
broche und beiqe finden sich öfters zusammengestellt; vgl. v. 381:
Wip broche and riche bei^e.
= v. 3020; Sir Degr. v. 555 f. :
I wolde nothing off their
Broche ne bye.
Aehnlich ring und hege GE. v. 2139 f. :
— 107 —
He bitagte Josep his ring
And his bege of gold for wurcting.
Man beachte die rhetorische frage; vgl. v. 1154, 2436 und Zup. zu Guy
v. 10135.
Unter he ist natürlich Rohand zu verstehen. 271
Der sinn dieses verses ist: und hielt sein herz in gleicher Stimmung, d. h. 272
unterdrückte seinen kummer. Die von Mätzner Wtb. I p. 77 a und von Zup.
zu Guy v. 5308 und 10738 für in an angeführten stellen sind dem sinne nach
abweichend.
Es [sc. das herz] wäre durch blut und gebein gebrochen, wenn nicht hoff- 2 74 f.
nung vorhanden gewesen wäre, wieder emporzukommen. Ein sonderbarer aus-
druck, welcher sinnlich garnicht zu erklären ist. Wenn nicht ein versehen des
abschreibers vorliegt, muss er gebildet sein nach analogie von redensarten wie
Celestin v. 391 f. :
Pe pope knelede doun on pe ston,
Pe blöde barste poruhe flehse and bon.
Sir Tristr. v. 1237 :
His bon brast under skinne,
Wegen der gleichen ideenverbindung vgl. noch Hamp. v. 7266 (M) :
Warn hope wäre, it [sc. pe hert] suld brest.
Man wäre auf den ersten blick geneigt, zu übersetzen : und belehrte ihn 279
sehr rasch. Wirklich wird ja auch engl, lerne zuweilen in dem sinne von
lehren gebraucht; vgl. Mätzner, Sprachpr. I p. 59, zu v. 101 ; Skeat zu Piers
Plowman Passus II v. 135; Zup. zu Guy v. 6352. Aber diese bedeutung des
wortes ist doch die seltnere, und auch in rücksicht auf die folgenden verse
liegt es viel näher, lernd mit lernte wiederzugeben. Wegen des fehlenden he
vgl. Zup. zum Guy v. 10; him ist als dat comm. aufzufassen, der gerade bei
diesem verbum öfters begegnet; vgl. Le bone Flor. v. 419 f.:
They wente to a medowe to playe,
To lerne them for to ryde.
Sir Perc. v. 221 :
So wele he lernede hym to schote,
Fraglich ist die bedeutung des wortes Le bone Flor. v. 1566 ff. :
To Florence they can hur kenne,
To lerne hur to behave hur among men.
Vgl. Amis and Amil. v. 341 f. : 283 f.
When he com hom to court oye,
Ful blithe of him thai wäre.
Ipom. v. 343 f. :
All louyd hym, that were hym by,
For he bare hym so cortesly.
Vgl. Mätzner, Sprachpr. I p. 86 zu GE. v. 2357. 285
Mit dem fünfzehnten jähre hielt man die erste ausbildung für abgeschlossen; 287
vgl. Le bone Flor. v. 61 ff. :
Be that sehe was fyftene yere olde,
Wel sehe cowde, as men me tolde,
Of harpe and sawtrye.
Der ähnlichkeit des ausdrucks wegen vgl. noch Sir Egl. v. 484 ff. :
Thys wylde bore that thou haste slayne here,
He hath fedd hym XV yere,
Crystyn men for to sloo.
Vgl. auch die anmerkung zu v. 817.
Wie diese zeile überliefert ist, vermag ich keinen sinn hinein zu bringen, 291
denn dass pede » apparently a contraction for they gede « sei , wie Scott im
glossar s. v. Thede angibt, wird jetzt niemand mehr glauben, pede kann viel-
mehr nur = ae. peöd sein, und ich schlage desshalb vor, zu lesen :
and euerich play in pede,
was dann denselben sinn haben würde wie in lede, v. 64 u. ö., in londe, Guy
v. 5841 ; vgl. Zupitza's anm. z. d. st.
— 108 —
292 Es braucht kaum gesagt zu werden, dass es sich hier um juristische Stu-
dien handelt, nicht etwa um Bibelstudien, vgl. Ancren Riwle p. 154: iden
olde lawe and ec ide neowe ; dagegen spricht vor allem der plur. lawes.
Vgl. auch Hörn Childe XXIII, 8 ff. :
He bad Harlaund schuld him lere,
Pe right for to se,
Pe lawes bope eld and newe,
All maner gamen and glewe,
In bok pus rede we.
297 W. Scott p. 378: »I am ignorant who is meant by Manerious. Du Cange
gives us Manerius Jas synonymous to Mandaterius , i. e. Villicus. Mr. Ellis
suggests, that a work upon the chase may have been compiled by a person
designing himself, Kegis vel Comitis Manerius, the bailiff of such a hing, or
noble, and that the office may have been confounded with the name. « Ich
habe trotz alles suchens und fragens über diesen namen nichts weiteres in er-
fahrung bringen können.
In ähnlicher weise zeichnet Ipomedon sich als tüchtiger Jäger aus ; er
wird gelehrt, v. 64 ff. :
In wodde to chase the wild dere,
And in the feld to ryde a stede,
That all men had joy of his dede.
Hauptsächlich auf diese stelle und den späteren ausführlichen bericht von
der Zerlegung des hirsches durch Tristrem (vgl. namentl. auch v. 483 f.) ist
der umstand zurückzuführen, dass noch in viel späterer zeit unser held als
autorität für jagdgebräuche widerholt citirt wird. Ich führe hier an, was W.
Scott p. 377 f. darüber beigebracht hat.
»Tristrem is uniformly represented as the patron of the chase, and the
first who reduced hunting to a science. Thus the report of a hunter, upon
sight of 'a hart in pride of greece' begins :
Before the king I come report to make,
Then hushed and peace for noble Tristrame's sake.
The Noble Art of Venerie, London 161 1.
The Morte Arthur teils us, that Tristrem laboured ever in hunting and
hawking, so that we never read of no gentleman more that so used himself
therein. And as the book saith, he began good measures of blowing of blasts
of venery, and of chace, and of all manner of vermeins ; and all these terms
have we yet of hawking and hunting. And therefore the booke of venery, of
hawking and hunting, is called the booke of Sir Tristrem: wherefore, as we
seemeth, all gentlemen that bear old armes, of right they ought to honour Sir
Tristrem, for the goodly termes that gentlemen have and use, and shall to the
worldes end, that thereby in a manner all men of worship may dessever a gentle-
man from a yeoman, and a yeoman front a villaine. For he that is of gentle
blood will draw him into gentle latches, and to follow the custome of noble
gentlemen. It is not impossible, that there may have been some foundation
for this belief. The ancient British were as punctilious as the English con-
cerning the rules of hunting, the Welch laws of which are printed at the end
of Davies and Richard's Dictionary. Every huntsman, who was ignorant of
the terms suitable to the nine chases, forfeited his hörn. Most of our modern
hunting terms are, however, of French derivation.
»Sir Tristrem«, or »An old Tristrem«, seems to have passed into a common
proverbial appellation for an expert huntsman. The title of a chapter in The
Art of Venerie bears, How you shall rewarde your houndes when they have
killed a hare; which the Frenchman calleth the rewarde, and sometime the querry,
but our old Tristrem calleth it the hallow. — P. 174. In another passage it is
said, Our Tristram reckoneth the bore for one of the four beastes of venerie. —
Marginal Note, p. 148.
Soweit W. Scott. Im Sir Tristrem ist freilich weder das wort hallow ge-
braucht noch ist da von dem baren als jagbares thier die rede. Ich füge dazu
— 109 —
eine Strophe aus Juliana Berners Treatise on Hunting, zuletzt des Strophen-
baues wegen citirt von Schipper, Englische metrik. Erster theil, p. 385:
Me dere sones, where ye fare, by frith or by feil,
Take good hede, in his tyme how Tristrem woll teil,
How many maner bestes of venery there were ;
Listenes now to our dame, and ye shulen here :
Fowre maner bestes of venery there are,
The first of hem is a hart, the second is an hare,
The boar is one of tho,
The wolf, and no mo.
Es wird hier dieselbe bestimmung auf Tristrem zurückgeführt, wie in der
oben erwähnten prosaschrift.
Rohande holt ist das v. 149 erwähnte, von ihm erbaute castell. 299
Und schön gefaltete gewänder. Ein verwandter ausdruck ist Sir Perc. 301
v. 32 f. :
With robes in folde.
He gaffe hym robes in folde,
was von Hall. Dict. p. 367a unrichtig durch in number, von Mätzner Wtb. II
p. 148b richtig durch: in faltenwurf, erklärt wird.
Der sinn dieser verse ist entweder : Bei seinem spiel wollte er zwanzig 303 f.
Schillinge setzen, oder: Für seinen spass , sein amusement wollte er zwanzig
Schillinge anlegen. Dem zusammenhange nach wäre die letztere auffassung
natürlich die einzig richtige, denn vom spielen kann ja noch garnicht die rede
sein, ehe Tristrem das Schachbrett gesehen hat, und dass es sich wirklich vor-
erst um kauf handelt, geht aus v. 307 f. klar hervor. Andrerseits aber scheint
das setzen von zwanzig geldstücken beim spiele typisch gewesen zu sein; auch
Floriz soll beim spiele mit dem thurmwart zwanzig mark setzen (Floris and Bl.
v. 348), und dafür, dass der dichter schon hier das spiel im äuge gehabt hat,
spricht namentlich auch die Wiederkehr fast derselben wo rte v. 314. Ich glaube
also, dass der verf. sich hier einer Unklarheit in der erzählung, einer art pro-
lepsis schuldig gemacht hat, wie sie ihm nach meinem nachweise in I öfters
passirt ist.
In diesen versen ist angedeutet, dass Rohand seinem pflegesohn in betreff 305 f.
des kaufens praktische winke gibt.
recchen hat hier wol denselben sinn, wie La^. v. 14079 : 308
And ich pe wulle raecchen
Deorne runen
= and I will teil thee secret discourses. Im übrigen kann man entweder über-
setzen: Die schönsten bezeichneten ihm die leute oder: die schönsten, welche die
leute ihm bezeichneten, so dass nach fair est ein rel. pron. ausgefallen wäre.
Für diese auffassung habe ich mich durch die interpunktion entschieden.
bi a cheire = bei oder auf einem stuhle, ist merkwürdig ; der dichter 309
scheint auf das wort cheire nur verfallen zu sein, um ein reimwort und zu-
gleich eine alliteration zu cheker zu gewinnen. Ueber den gebrauch von stuh-
len vgl. Schultz a. a. o. p. 66 ff. und Wissmann, Anglia IV p. 372. Our Eng-
lish Home. Third ed. London and Oxford 1876 p. 113 f.
Für Pe mariner erwartete man A mariner, da vorher noch kein bestimmter 311
schiffer genannt war. Der bestimmte artikel deutet wol darauf hin, dass der
kapitän des schiffes gemeint ist.
V. 317 nehme ich dem sinne nach zum folgenden: Bereitwillig etc. fay 317 — 9
ist hier gleichbedeutend mit op, sonst müsste es bi his fay heissen. V. 319
kann heissen : Wahrhaftig, ich thue dabei mit, ich bin mit von der partie (also
ich held = ich halte) , oder ; Fürwahr, jeder hielt daran fest (also ich = each
und held = ae. heold, ; grammatisch lässt sich beides rechtfertigen, aber ich
ziehe die erstere erklärung vor, da doch wol der inhalt von dem schwüre des
Schiffers angegeben werden soll.
Nun liegt das bereit, was beide gesetzt haben, sc. bereit für den gewinnen- 320
den. In demselben sinne wird stonden gebraucht, vgl. Sir Thopas, bei Skeat
Group B v. 1930 f. :
— 110 —
Of wrastling was ther noon his peer,
Ther any ram shal stonde.
wo die erklärung Skeat's : »Stonde, i. e. be placed in the sight of the competi-
tors ; be seen.« wol nicht ganz das richtige trifft.
322 asise erklärt Scott im glossar für a term of chess, now disused, während
Hall. Dict. p. 97 darüber bemerkt: »Tristrem is playing at chess, and he played
so long a time the long asise, that he won six hawks and 100 /. This, I
apprehend, is the correct meaning.« Mätzner s. v. assise beschäftigt sich mit
dieser stelle nicht, und Stratm. gibt assise durch assize, size wieder. Scott's
ansieht lässt sich weder beweisen noch widerlegen ; Hall, passt die seine zu
wenig dem Wortlaute an, man würde da wenigstens a für the erwarten. Der
ausdruck : sette asise kommt auch sonst vor und zwar in dem sinne : eine ge-
richtssitzung constituiren, vgl. Langt, p. 64 (M) :
He was chefe justise,
Ageyn pe erle Godwyn he gert sette assise.
Hier ist der ausdruck in übertragenem sinne gebraucht : Tristrem consti-
tuirt durch aufstellung der Schachfiguren die — wie sich dann herausgestellt
— für ihn selbst verhängnissvoll lange sitzung.
323 endred ist offenbar = entred : vgl. St. Lucy 65 (M) :
Woldestou enter perinne in per, pu were riche ynou^.
Guy of Warw. v. 4810:
They enturde in sone in haste,
Auch ist hier nicht etwa d für t verschrieben, sondern wirklich d für rom.
t eingetreten ; vgl. v. 542 :
Bred pai pard and schare.
Sir Fer. v. 3517:
he wyle hay entendiap to ^owward Y schal take out to anoper pard
GE. v. 2737 :
cturg de des er d a wei he nam.
The Babees Book p. 142, v. 415:
And yf youre souerayne ete sauerly and haue perto appetide,
Dasselbe wort wird das. p. 151, v. 530 apetide geschrieben.
Vgl. auch Koch I § 166.
325 fr. Der sinn der folgenden zeilen kann nur sein, dass Tristrem den schiffer
gerade soviel geld gewinnen lässt, als er vögel gewinnt, und zwar wird dieses
vorgehen noch als etwas besonders kluges aufgefasst, vgl. v. 326. Nach dem
Schlüsse der folgenden Strophe scheint es , Tristrem habe — nach des engl,
dichters idee — den schiffer dadurch sicher machen wollen, um ihm dann
desto mehr geld abgewinnen zu können. Diese vermeintliche probe von erfin-
dungsgabe seitens unseres autors wird man nicht als eine sehr glückliche be-
zeichnen können, und vielleicht hat er diesen zug nicht einmal erfunden. In
Floriz and Bl. nämlich wird ein sehr ähnliches motiv durchaus passend ver-
werthet : Floriz lässt den thurmwächter wiederholt gewinnen, um ihn seinen
wünschen geneigt zu machen. Da auch, wie wir zu v. 304 sahen, die zahl
zwanzig in beiden erzählungen beim einsatze vorkommt, so ist es nicht unmöglich
dass wir es hier mit einer direkten reminiscenz aus jenem Stoffe zu thun haben.
328 raf soll nach Madden, The Gentleman's Magazine, 1833, II p. 311, iden-
tisch sein mit dem ae hrape, subito. Das ist aber doch wol sprachlich unmög-
lich. Könnte raf = ae. reäf raub, beute, sein, also : wie er als beute gewonnen
hatte? Eine bessere erklärung würde mir willkommen sein.
330 Sechs habichte erhielt er und gab sc. geld dafür hin, aber nicht direkt,
sondern im spiel. Näher läge an sich die auffassung: Sechs habichte gewann
und verlor er; damit würde aber v. 333 f. im Widerspruch stehen.
335 fr. Von hier ab wird nur noch um geld gespielt.
341 Vgl. v. 1677 ff. :
tat menstrel for his lay
Schal haue an hundred pounde
Of me.
Ueber ähnliche Übertreibungen vgl. die note z. d. st.
— 111 —
Nicht mehr sagte da der ho/meister, das fortgehen dürfe nicht aufgeschoben 344 f.
werden, sc. weil auch er so sehr in das spiel vertieft war; vgl. G. 2308:
So lise, daz es Tristan
Noch Kurvenal nie wart gewar.
Zu gate in dem sinne von weggehen vgl. Piers PI. B. Passus III v. 155 :
And lith az,ein pe lawe and letteth hym the gate
Vgl. Le bone Flor. v. 1778 : 348
At the see so graye.
Torrent v. 1942 :
Vppon the see so grene.
Für wepe ist höchst wahrscheinlich grete einzusetzen; vgl. Zup. zu Guy 352
v. 2534.
Zur construetion des satzes vgl. Ypom. v. 2036 : 357 — 9
Chese, whether thou wilt go or ellys fight !
Dieselbe zeile kehrt v. 11 60 wieder; dass diese in den andern texten nicht 364
wiederkehrende neunzahl ein typischer ausdruck für eine lange zeit ist, wurde
schon I p. XXXIII vermuthet; vgl. La^. v. 2516 f. :
Fiftene 3er and ni^en dawses,
SeoctSen Locrin wes dead.
Das. v. 9342 f. :
Ni^en pusende
Heo lseiden to pon gründe.
Das. v. 20278 f. :
Per weoren aqualde
Ni^en hundred alle italde.
Das. v. 30552 f. :
Pa ni^en dse^es weoren a^eong,
Pe king wes swicte unstrong.
An keiner von diesen vier stellen hat, nach Madden's angäbe, La^amon
die neunzahl aus seiner vorläge herübergenommen. Vgl. ferner Hörn Childe
XIII, 1 ff. :
Hende Hapeolf, pat was so fre,
Bot .IX. monep sojournd he;
No lenge no hadde he pes.
Eger and Grine v. 445 ff. :
9 dayes were comen and gone,
Or any leeche wold Egar vndertane ;
It was 9 dayes and some deale more,
Or his ladye wold come there.
Ich bezweifle nicht, dass sich die belege dafür ohne mühe vermehren
Hessen.
Vgl. Sir Egl. v. 202 : 375
Or hyt nyghed the ny^t fülle nere,
Eger and Grine v. 416:
There might noe man nighe him nere.
Sir Degr. 524:
Y ney^ed hure so nere.
Vgl. Sir Perc. v. 258 : 376
He sawe a gate as it wäre.
Vgl. v. 421 f. : 377 f.
Pe hilles were on hi^t,
He clombe po holtes hare.
Man könnte auf den gedanken kommen, Fat milde auf die kaufleute zu 383
beziehen, die so vom dichter genannt würden, weil sie dem knaben seinen ge-
winnst lassen und ihm ausserdem noch ein brod mitgeben ; aber die worte
stehen doch wol parallel mit pat sleijfe, v. 379.
Dieser zusatz, wenn auch verschieden ausgedrückt, kehrt oft in den ro- 391
manzen wieder und gewährt in willkommner weise ausfüllung einer zeile; vgl.
z. b. Ipom. v. 858 :
— 112 —
For god that dyed vppon a tree,
Sir Degr. v. 718 :
By hym, that dyed on tre,
395 Für den eigenthümlichen gebrauch von so gerade vor diesem adj. vgl.
v. 842- 2860; ferner folgende ähnliche stellen, The Babees Boke p. 315,
v. 495 f«
No mete for mon schalle sayed be,
Bot for kynge or prynce or duke so fre.
Guy of Warw. v. 4781 f. :
Gye comawndyd hys meyne
To resseyue the knyght so free.
Das. v. 7241; endl. v. 7340 f. :
Syr, quod he, what may y say,
When y haue lorne my lorde so free?
397 Jro = they = die leute, man.
399 f. Um den richtigen weg zu erfahren, um die steige kennen zu lernen, eine
Umschreibung für: um die einzelheiten der geschichte zu erkunden.
401 f. Vgl. eine ähnliche aufforderung v. 1429 f. und 2573 f.
404 Zu may haben wir natürlich say aus der vorigen zeile zu ergänzen. Vgl.
v. 413:
He ne wist what he mou^t,
wo don zu suppliren ist. Die auslassung eines inf. nach hülfsverben erstreckt
sich also nicht nur auf allgemeine verben der bewegung (vgl. Zup. zu Guy v.
855 — 6), sondern hat weiteren umfang, here = ae. heran, audire, anzusetzen,
ist natürlich durch den Zusammenhang ausgeschlossen.
406 f. Ist schwer zu erklären, at ende kann nur heissen: am Schlüsse; das ver-
bum preise kann unmöglich ein subst. mit of bei sich haben. Ich glaube also
so construiren zu müssen : Ich man preise at ende of ping, pat is him
dere ; d. h. Jeder möge beifall spenden am Schlüsse einer leistung , die
ihm lieb, angenehm gewesen ist. Ob v. 405 zum vorigen oder zum folgenden
gehört, wird unentschieden bleiben müssen; ich würde das erstere vorziehen:
.... mag sein eignes wissen hier sagen als gewandter mann, d. h. in höfi-
scher aitständiger weise. Offenbar will der dichter einen gegensatz betonen.
, Höret mir weiter zu ! Am Schlüsse mag, wer die geschichte von Tr. besser
weiss, seine Weisheit vorbringen. Hat es euch dagegen gefallen : plaudite ! ' Ein
gewisser grund zur markirung eines ruhepunktes in der erzählung lag ja hier,
wo des helden leben in eine ganz neue phase eintritt, allerdings vor.
410 Zur färbe vgl. Sir Gawayne v. 878 f. :
And penne a mere mantyle watz on bat mon cast,
Of a broun bleeaunt, enbrauded ful ryche,
Ist blihand wirklich identisch mit mhd. pliät, frz. bliaud (vgl. A. Schultz,
a. a. o. I p. 261 f.)? Freilich war dieser in der regel zweifarbig, während,
was dies zeug angeht , in v. 599 die einfärbigkeit desselben noch besonders
hervorgehoben wird ; denn dass dort der sinn wäre : rein, fleckenlos, wie Skeat
of o colour, P. PI. C. Pass. IV, 309 übersetzt, glaube ich nicht.
412 Ob diese zeile dem sinne nach zum vorigen gehört oder zum folgenden,
ist fraglich. Dass die fünfte zeile der Strophe auch zum vorhergehenden ge-
nommen werden kann, habe ich zu v. 49 gezeigt, und da in gedichten dieser
art gerade äusserliche notizen, wie angäbe der kleidung u. ähnl. durch be-
rufung auf die quelle bekräftigt werden, und auch sonst noch der dichter auf
diese gewandung zurückkommt (vgl. v. 450) so entscheide ich mich für die
erstere möglichkeit.
415 til in der bedeutung : so lange als, ist nicht häufig. Ich kenne, abge-
sehen vom schottischen dialekte (vgl. Barbour's Legendensammlung, Prolog
v. 20, 82 und Ilorstmann's note z. d. st.) vorläufig nur eine parallelstelle,
Sevyn Sages v. 1664:
Schal I the neuere ise, til I liue.
— 113 —
Vgl. mit diesem verse noch The Türke and Gowin v. 105 f.
Sir Gawaine eate as him good thought,
And well he liked his meate.
climben wird nur sehr selten transitiv gebraucht; Mätzner, Wtb. I p. 432a 422
führt nur ein beispiel an, Allit. poems 2 v. 405 f. :
For hit [sc. pe flexi] clam vche a clyffe, cubites fyftene
Ouer pe hy^est hylle, bat hurkled on erbe1).
Hier haben wir also einen zweiten beleg dafür; freilich läge es nahe, po in to
zu verwandeln, aber der artikel ist nicht gut zu entbehren und überdies kehrt
diese zeile fast wörtlich so wieder v. 681 :
Y clambe pe holtes hare,
Die construetion ist dann ebenso aufzufassen, wie bei ae. cebl gesügan ;
vgl. Grimm zu Andr. v. 222.
Zum gebrauche von on hand im sinne von in günstiger weise vgl. Mätzner 427
zu v- 933 und Lewin zu Poem. Mor. 194. Anders in dem gleichlautenden
verse 933.
Vgl. Torrent v. 2123 ff. : 430
This carfulle lady cried faste ....
For drede, she shold be .slone.
him fernen to heisst sich auf jem. berufen; vgl. Bosw. p. 80 b: Gif hwa 431
to deedan tyme = Si quis ad mortuum appellet. Vgl. Ettm. p. 533.
Vgl. Mätzner, Sprachpr. I, 1 zu Dame Siriz v. 274. Der dichter spricht 439 f.
hier eine allgemeine lebensregel aus.
Vgl. Hörn Childe L1X, 1 ff. : 443
Hern com an haven wele to hand,
Pat ^olkil is cleped in Irland,
The court was per biside.
Pai token .... Of = Pai of token = assequebantur? 447 f.
Statt brac and bare erwartete man vielmehr bare and brac : Thiere brachten 452
sie getragen und zerlegten sie. Denn das ist die bedeutung von breken beim
erlegten wilde, die auffallender weise bei Mätzner ganz übergangen ist, vgl.
Sir Triam. (P) v. im ff. :
The found him by a water side,
Where he brake the beast that tyde,
That hart that was soe wylde.
Es ist wol dasselbe, was sonst undo genannt wird; vgl. Ipom. v. 397 ff.:
There squyers vndyd hyr dere,
Iche man on his owne manere.
Ipomydon a dere yede vnto,
Füll konnyngly gan he it vndo.
Sir Gawayn v. 1326 f.:
Gedered pe grattest of gres, bat per were,
And didden hem derely vndo, as pe dede askez.
Martirs erklärt Scott in glossar s. v. durch: »Cattle killed at Martlemas 454
for winter provision, still called Marts in Scotland. « Freilich ist in der neuen
aufläge von Iamieson's grossem schottischen wörterbuche dies wort nicht zu
finden. Es liegt aber trotzdem kein grund vor, Scotts angäbe anzuzweifeln,
und so haben wir jedenfalls hier einen speeifisch englischen zug vor uns, der
vom dichter eingeführt ist, in ähnlicher weise, wie nach Brenner' s gelungenem
nachweise (Anz. f. d. a. V p. 408 ff.) der Verfasser der Tristrams saga einige
ausgeprägt nordische züge in den ausländischen stoff hineingetragen hat. Ein
anlass dazu war freilich in der vorläge gegeben. Vgl. G. v. 2786 ff. :
Nu daz der hirz gevellet wart,
Der da Jägermeister was,
Der stracte in nider üf daz gras
Lf alle viere alsam ein swin.
1) Nebenbei bemerkt, ist so zu interpungiren, nicht ein comma nach fyftene
zu setzen, wie Morris thut ; vgl. Genesis 7, 20.
Kölbing, Sir Tristrem. g
— 114 —
womit man wieder vergleichen mag Bödd. P. L. V, 41 f. :
Sixtene hundred of horsmen hede her here fyn,
Hue ley^en y he stretes ystyked ase swyn.
45S Vgl. Will, of Pal. v. 226 :
So fair a si^t of seg ne sawe he neuer are.
460 At wille bedeutet hier absichtlich und gehört natürlich zum vorherge-
henden.
461 Es ist bemerkenswerth, dass hier mitten in der rede he seyd wiederholt
wird, obwol dieselbe schon anfangs genügend eingeleitet war. Ebenso v. 1756.
Es folgt daraus, dass Brandl's note zu Thomas of Erceld. v. 161: »he said als
die ankündigung einer rede 165 hat keinen sinn, wenn Thomas bereits zwei
verse gesprochen hat« der berichtigung bedarf.
470 ff. Dass Ipom. v. 397 fr. als eine nachahmung der vorliegenden stelle unseres
gedichtes anzusehen ist, haben W. Scott und neuerdings ten Brink (Gesch. der
engl. litt. I. p. 298 f.) mit recht geltend gemacht. Vgl. bes. Ipom. v. 401 f.:
So feyre that veneson he gan to dight,
That bothe hym byheld squyer and knyght.
474 ff. Hier folgt nun die detailschilderung der Zerlegung des hirsches. Ich
schreibe zunächst drei wichtige parallelen zu derselben aus, um dann im fol-
genden einfach auf die betr. stellen verweisen zu können.
Sir Gawayn v. 13 19 ff. :
And ay pe lorde of pe londe is lent on his gannez,
1320 To hunt in holtez and hebe, at hyndes barayne,
Such a sowme he per slowe bi hat he sunne heldet,
Of dos and of oper dere, to deme were wonder.
Penne fersly pay flokked in folk at pe laste,
And quykly of pe quelled dere a querre pay maked ;
1325 Pe best bo^ed perto, with burnez in-noghe,
Gedered pe grattest of gres hat per were,
And didden hem derely vndo, as pe dede askez;
Serched hem at he asay, summe pat per were,
Two fyngeres pay fonde of pe fowlest of alle;
1330 Sypen pay slyt pe slot, sesed pe erber,
Schaued wyth a scharp knyf, and pe schyre knitten ;
Sypen rytte pay pe foure lymmes and rent of pe hyde,
Pen brek pay pe bale, pe bale^ out token,
Lystily forlancyng, and bere of pe knot ;
1335 Pay gryped to pe gargulun and graypely departed
Pe wesaunt fro pe wynt-hole, and walt out pe guttez;
Pen scher pay out pe schulderez with her scharp knyuez,
Haled hem by a lyttel hole, to haue hole sydes ;
Sypen britned pay pe brest and brayden hit in twynne,
1340 And eft at pe gargulun bigynez on penne,
Ryuez hit vp radly, ry^t to pe by^t,
Voydez out pe avanters, and verayly per after
Alle pe rymez by pe rybbez radly pay lance ;
So ryde pay of by resoun bi pe rygge bonez,
1345 Euenden to pe haunche, hat henged alle samen,
And heuen hit vp al hole and hwen hit of pere,
And pat pay neme for pe noumbles, bi nome as I trowe,
Bi kynde;
Bi pe by^t al of pe pyz,es,
1350 Pe lappez pay lance bi-hynde,
To hewe hit in two pay hy^es,
Bi pe bak-bon to vnbynde.
Bope pe hede and pe hals pay hwen of penne,
And sypen sunder pay pe sydez swyft fro pe chyne,
1355 And pe corbeles fee pay kest in a greue ;
Penn purled pay ayper pik side pur^ bi pe rybbe.
— 115 —
And henged f)enne ayber bi ho^es of he fourchez,
Vche freke for his fee, as falle^ for to haue.
Vpon a feile of be fayre best fede bay bayr houndes
1360 Wyth be lyuer and be lyjjtez, be lef)er of be paunchez,
And bred baped in blöd, blende her amongez ;
Baldely bay blw prys, bayed bayr rachchez,
Syben fonge bay her flesche folden to home,
Strakande ful stoutly mony stif motez.
Buch von St. Albans (A) *) :
How ye shall breke an harte.
And for to speke of the harte whyle we thynke on :
My childe fyrste ye shall hym serue whan he shall be vndoli :
And that is for to saye or euer ye hym dyght :
Wythin his hornes to laye hym vpryght.
5 At thessay kytte hym that lordes maye se :
Anone fatte or lene whether that he be.
Then cytte of the coddes the bely euen fro :
Or ye begyn hym to flee and thenne shall ye go.
At chaulys to begyn as sone as ye maye :
10 And slytte hym downe euyn to thassaye.
And fro the assaye euyn downe to the bele shall ye slytte :
To the pyssyll there the codde was awaye kytte.
Then slytte the lyfte legge euen fyrst before :
And then the lyfte legge behynde or ye do more.
1 5 And thyse other legges vpon the ryght syde :
Upon the same mauere slytte ye that tyde.
To goo to the chekes looke that ye be prest:
And soo flee hym downe euyn to the breste.
And soo flee hym forth ryght vnto thessay :
20 Euen to the place where the codde was kytte away.
Thenne flee the same wyse all that other syde :
But lete the taylle of the beest styll theron byde.
Then shall ye hym vndo my chylde I you rede :
Ryght vpon his owne skynne & laye it on brede.
25 Take hede of the kyttynge of the same dere :
And begyn fyrste to make the Erbere.
Then take out the sholders : and slyttyth anone :
The bely to the syde from the corbyn bone.
That is corbyns fee : at the deth he woll be :
30 Then take out the sewett that it be not lafte :
For that my chylde is good for leche crafte.
Then put thyn honde softly vnder the breste bone :
And there shall ye take out therber anone.
Then put out the paunche and Irom the paunche tas :
35 Awaye lyghtly the Race suche as he haas.
Hoole it wyth a fingre doo as I you ken :
And wyth the blood and the grece fyll it then.
1) Diese stelle ist mitgetheilt nach folgender ausgäbe des Werkes. Titel:
This present boke shewyth the manere of hawkynge & hun | tynge : and also
of diuysynge of Cote armours. It shewyth also | a good matere belongynge
to horses : wyth other cömendable | treatyses. And ferdermore of the blasynge
of armys : as here af | ter it maye appere. — Schluss : Here in this boke afore
ben shewed the treatyses pertey- | nynge to hawkynge & huntynge with other
dyuers playsaunt | materes belongynge vnto noblesse : and also a ryght noble
trea | tise of Cotarmours. as in this present boke it may appere. And | here
we ende this laste treatyse whyche specyfyeth of blasynge | of armys Enprynted
at Westmestre M) by Wynkyn the Worde the | yere of thyncarnacön of our
lorde. MCCCCLXXXXVI.
116
Loke threde that ye haue and nedyll therto :
P'or to sewe it wyth all or ye more do.
40 The smalle guttes then ye shall out pyt:
From theim take the mawe foryete not it.
Then lake out the lyuer and laye it on the skynne :
And after that the bledder wythout more dynne.
Then dresse the nombles : fyrst that ye recke :
45 Downe the anauncers (!) kerue that cleuyth to the necke.
And downe wyth the bolthrote put theym anone :
And kerw vp the flesshe there vp to the hach bone.
And soo forth the fyllittes that ye vp arere :
That fallyth to the nombles : and shall be there.
50 Wyth the nerys also and sewit that there is :
Euen to the mydryf that vpon hym is.
Then take downe the mydryf from the sydes hote :
And haue vp the nombles hole by the bolle throte.
In thyn honde thenne theym holde, and loke and se :
55 That all that longyth theym to : togyder that they be.
Then take theym to thy broder to holde for tryst :
Whyles thou theym dowblest & dresse as the tyste.
Then a waye the lyghtis and on the skynne theym laye :
To abyde the querre my chylde I you praye.
60 Then shall ye slytte the slough there as the herte lyeth,
And take awaye the heres from it and by slyeth.
For suche heeres hath his herte : ay it vpon :
As men maye se in the beest whan he is vndon.
And in the myddes of the herte a bone shall ye fynde :
65 Loke ye yeue it to a lorde. and chylde be kynde.
For it is kynde for many maladies:
And in the myddes of the herte euer more it lyes.
Then shall ye kytte the skyrtes the teeth euyn fro :
And after the ragge boon kyttyth euyn also.
70 The forchis : and the sydes euyn bytwene :
And loke that your knyues ay whettyd bene :
Then turne vp the forchis and frote theym wyth blood :
For to saue the grece. so doo men of good.
Then shall ye kytte the necke the sydes euyn fro :
75 And the heed fro the necke kyttyth also.
The tonge the brayne the paunche and the necke :
Whan they wasshe ben well wyth water of the becke.
The smalle guttes to the lyghtis in the derys :
Aboue the herte of the beest whan thou theym rerys.
80 Wyth all the blood that ye maye gete and wynne :
All togyder shall be take. and layed on the skynne.
To gyue your houndes. that eallyd is ywys :
The quyrre. aboue the skynne for it eten is.
And who dressyth hym so by my counsayle :
85 Shall haue the lefte sholder for his trauayle.
And the ryght sholder where so euer he bee :
Yeuyth to the foster for that is his fee.
And the lyuer also of the same beest :
To the fosters knaue yeuyth at the leest.
90 The nombles trusse in the skynne & hardyll theym faste :
The sydes & the forches togyder that they laste.
Wyth the hynder legges. be doon so it shall :
Then brynge it home and the skynne wyth all.
The nombles. & the hornes. at the lordes yate :
95 Then boldly blowe the pryce. ther ate.
Your playe for to mynne : or that ye come inne.
— 117 —
Cod. Cott. Vespas. B. XII (V) p. 6 :
And whaii the hert is take, ye schal blowe IUI motys, and shal
be defeted as of other bestes, and if yow houndes be bold and haue
slayn the hert with streynth of huntyng, ye schul haue the skyfi, and
he \>at vndoth hym, shal haue be shuldre be lawe of venery ; and the
houndes shal be rewardid xvith the nekke and with \te bewellis, with
the fee, and thei shal be etyn vndir the skyfi, and therfore it is clepid
the quarrt', and the hed shal be brout hom to the lord, and the skynw
the nex, the gargilou« aboue the tayle forched on the ryght honde.
Than blow at the dore of halle p<? pryse.
Man vgl. endlich noch das frz. gedieht : La chace dou Cerf, herausge-
geben von Jubinal im ersten bände seines Nouveau recueil de Contes etc.
p. 154 ff.
W. Scott übersetzt p. 385 : and placed the tongue next the pride, or spieen. 475
Aber sat kann doch unmöglich für sett gesetzt werden; es müsste also wenig-
stens dies dafür eingesetzt werden ; sat könnte höchstens heissen : lag, blieb
liegen, obwol ich freilich auch für diese bedeutung von sitten nicht eine pa-
rallelstelle beibringen kann. Dass zunge und milz zusammen gelegt werden
sollen, wird übrigens, soviel ich sehe, in keinem der obigen berichte erwähnt.
Durch anführung der heminges hat der englische dichter wieder ein speci- 476
fisch englisches moment in die erzählung hineingebracht. Ich wiederhole hier
einfach, was W. Scott p. 386 darüber bemerkt: »The hemynges: was a piece
of the hide cut out to make brogues for the huntsmen. When the versatile
David de Strathbogie , Earl of Athole, was hard pressed, and driven to the
Highlands by the earl of Murray, in 1335, Winton mentions, as a mark of his
distress,
That at sa gret myschef he wes,
That his knychtis weryd rewelynys
Of hydis or of hart hemmynys.
The mode of making those rullions or rough shoes, is thus described :
We go a hunting, and after that we have slain red deer, we flay
off the skin bye and bye, and setting off our bare foot on the inside
thereof, for want of eunning shoemakers, by your grace's pardon, we
play the cobblers, compassing and measuring so much thereof as shall
reach up to our ancles, pricking the upper part thereof with holes, that
the water may repass where it enters, and stretching it up with a strong
thong of the same above our said ancles. So, and please your noble
grace, we make our shoes. Therefore, we, using such manner of shoes,
the rough hairy side outwards, in your grace's dominions of England,
we be called Rough-footed Scots.
Elder's Address to Henry VIII, apud Pinkerton's History, Vol. II p. 397.
szvipe on est = sehr mit lust. Vgl. GE. v. 2758 :
And Jetro geld it him in estdede.
breche kennt Mätzner Wtb. I p. 334a nur als hose; hier ist natürlich das 478
hintertheil des thieres gemeint.
Vgl. Sir Gaw. v. 1332. 479 — 81
Hier ist angedeutet, dass diese kunst Tristrem's für spätere zeiten mass- 483 f.
gebend geworden ist.
Scott erklärt p. 385 diese zeile so : » The spand (i. e. Shoulder, from 485
spalla) , was the first breadth, or division.«. Diese Übertragung ist natürlich
verfehlt ; weder kann spande = spalla sein noch brede = division , und die Über-
setzung : die spanne war die erste breite, ist doch sinnlos. Noch bliebe der
ausweg, brede auf ae. breede assatura, zurückzuführen : Die spanne war der
erste braten, d. h. Das erste zum braten bestimmte stück fleisch, welches er
ausschnitt, war eine spanne lang. Aber auch das wäre eine höchst merk-
würdige ausdrucksweise. Oder sollte etwa A v. 24 : and laye it on brede, einen
Schlüssel zum verständniss bieten können? Auch diese worte stehen direkt vor
der erwähnung des erber.
— 118 —
486 erb er ist zunächst, wie Schultz a. a. o. I p. 360 richtig bemerkt, der pansen,
d. h. der vordere theil des magens, in den die Speiseröhre direkt mündet.
Diesen sinn hat das wort A v. 33, wo vom herausnehmen des erber die rede
ist; ebenso Sir Gaw. v. 1330. In anderem sinne ist das wort aber gebraucht
in den phrasen : make the erbere, A v. 26 und diäten pe erbere in unserem ge-
dichte ; darunter ist mit Scott p. 387 das ausweiden der thieres zu verstehen.
487 stifle hat noch jetzt die bedeutung: kniescheibe am Sprunggelenke des
Pferdes.
489 rede ist nach Scott small-guts ; sonst habe ich nirgends etwas über den
sinn dieses wortes finden können.
490 Mit wombe kann nur das gemeint sein, was Sir Gaw. v. 1333 balei} ge-
nannt wird, also die eingeweide.
491 Für noubles, wie die hs. allerdings bietet, ist unzweifelhaft noumbles zu
lesen; vgl. frz. nomble. Ueber den sinn des wortes schwanken die erklärer.
Scott p. 387 sagt: The numbles seem to have been the inwards of the deer,
und ebenso Skeat, Glossar zum Gaw. s. v. : parts of the inwards of the deer>
was freilich sehr allgemein ausgedrückt ist. Jubinal a. a. o. erklärt es für
identisch mit nombril, nabel. Mit recht bemerkt aber dazu Schultz a. a. O. :
»Da aber der Jägermeister anspruch hat auf einen antheil am erlegten wilde,
so wird er schwerlich mit dem nabel des hirsches zufrieden gewesen sein.« In
der that kommt nach der darstellung des frz. gedieht es dem Jägermeister dieses
stück vom wilde zu. Er versteht mit Charpentier darunter den lendenbraten.
Aber auch sie haben den begriff zu eng gefasst. Aus A v. 44 f. erfahren wir
nämlich ganz genau, was dieser kunstausdruck zu bedeuten hat ; etwas weniger
ausführlich auch aus Sir Gaw. v. 1341 ff. Es gehören dazu erstens die avauncers,
d.h. die obersten, zunächst am halse liegenden eingeweide; ferner die kehle,
das fleisch vom rücken bis zur hüfte, also der lendenbraten, die nieren und
das Zwerchfell. Alles das soll zusammenhängen und bei der kehle in die höhe
gehoben werden, damit man sehen kann, ob kein wichtiger theil davon fehlt.
Dass man diese noumbles für sehr kostbar hielt und als leckerbissen ansah,
ergibt sich aus A v. 56 ff. und aus den von Scott p. 387 angeführten stellen
aus der Litell Geste of Robin Hood:
Brede and wyne they had ynough,
And nombles of the dere
Then she fetched to Lytell Johun
The nombles of a doo.
An unserer stelle erfahren wir komischer weise nicht, wer die noumbles
,zum lohne' erhält.
494 croisen kann schwerlich so ohne weiteres cleave heissen, wie Scott p. 385
will ; es muss wenigstens ein kreuzweise zerhauen gemeint sein. Weder bei
Mätzner, noch bei Stratm. und Hall, finde ich s. v. die vorliegende stelle be-
rücksichtigt, wie denn überhaupt unsere lexicographen uns betreffs dieser jagd-
ausdrücke vollständig im stich lassen.
Es soll hier doch wol nicht mehr gesagt sein , als was in Sir Gaw.
v. 1354 steht.
Hier erhält der Jäger die linke schulter. Darin muss aber der usus ge-
schwankt haben, denn nach A v. 84 ff. erhält der Jäger die rechte schulter,
der welcher das thier zerlegt, die linke; nach La chace dou cerf bekommt
der jäger gar die haut, die nombles und beide schultern, nach V dagegen
erhält dieser blos die haut, der andre d i e schulter.
Diese verse sind nicht so aufzufassen, als ob die da genannten theile dem
jäger für sich (til his quirre) übergeben würden, sondern nur insofern es seine
sache ist, den hunden ihr fressen zuzubereiten, die quirre. Die bestandtheile
desselben sind in allen darstellungen fast dieselben ; liuer und li^tes werden
in E, A v. 42 und 78 und Sir Gaw. v. 1360 genannt; blöd in E und A v. 80 ;
in Gaw. v. 1361 wird dafür in blut getauchtes brod erwähnt; das herz in E und
A v. 79; die bauchhaut in A v. 43 und Sir Gaw. v. 1360. V drückt sich all-
gemeiner aus.
— 119 —
Man vgl. auch Ben Jonson, The sad shepherd, Act I, sc. II :
Mar. How hath this morning paid me for my rising!
First, with my sports; but most with meeting you.
I did not half so well reward my hounds,
As she hath me to-day ; although I gave them
All the sweet morseis call'd tongue, ears and dowcets !
Rob. What, and the inch-pin?
Mar. Yes.
Wenn es Sir Triam. (Hall.) v. 1 124 ff. heisst :
Thei founde hym be a waldes syde,
He säte and fedd his houndes at that tide,
With thee beest so wylde.
so kann damit auch nur die quirre gemeint sein. Ebendahin gehört eine spä-
tere stelle aus Sir Gaw. v. 191 8 f.:
Hör houndez pay per rewarde,
Her hedez {)ay fawne and frote,
Weitere belege für diesen jagdgebrauch bringt Stejskal bei aus Hadamar's
von Laber Jagd (Wien. 1880), in der note zu str. 112. Vgl. u. a. str. 415, 7:
Der hunt hat üf der hiute vil genozzen.
Ferner wird dort folgende stelle angeführt aus : Jägerkunst und wäydgeschrey,
Nürnberg 161 6, 13 b:
Wenn man sie (sc. die hunde) auff die jagt führet, so muss man
jnen nichts zu essen geben, so sind sie desto leichter zu lauffen, vnd
desto begieriger zu fangen, denn sie hoffen davon auch etwas zu ge-
messen, wie man jhnen den auch gemeiniglich etwas pfleget davon zu
geben, wann sie gefangen haben, als nemlich, die eingeweid, oder man
duncket brot in die färbe, (vgl. Gaw. v. 1361) vnd gibts jnen zu essen,
dass sie folgends desto williger seyn.
Vgl. auch die note zu str. 415.
Er Hess sie alle zusehen. 501
Diese verse sind ein sehr erwünschter commentar zu La chace dou cerf 502 f.
p. 168 2 f. : L'escorbin mie n'obliez,
Haut sur I aubre le metez.
Schultz bemerkt zu escorbin a. a. o. : «Ich denke, dass mit diesem, in
keinem mir zugänglichen Wörterbuch erklärten worte die abfalle bezeichnet
sind, die man den raben und anderen raubvögeln preis gibt.« Er hat mit
dieser erklärung natürlich recht ; escorbin ist dasselbe wie J>e corbeles fee, Sir
Gaw. v. 1355; ja aus A v. 28 f. geht hervor, dass ein bestimmter knochen
zum abnagen das deputat des raben war, welcher the corbin bone genannt
wurde. Die vermuthung Lichtenstein's (Anz. f. d. alt. VII p. 117), dass für
escorbin, escorcin oder escorcee zu lesen sei, ist demzufolge abzuweisen. Später
scheint sich an diesen auf seinen antheil von dem getödteten thiere wartenden
raben ein bestimmter aberglaube geknüpft zu haben , als ob geister verstor-
bener diese gestalt anzunehmen pflegten. Darauf deutet die folgende, von W.
Scott ausgehobene stelle aus Ben Jonson's oben erwähntem werke, a. a. o. :
Mar. You do know as soon
As the assay is taken — [kisses her again.
Rob. On, my Marian:
I did but take the assay.
Mar. You stop one's mouth,
And yet you bid one speak — when the arbor's made —
Rob. Pull'd down, and paunch turn'd out.
Mar. He that undoes him,
Doth cleave the brisket bone, upon the spoon
Of which a little gristle grows ; you call it —
Rob. The raven's bone.
Mar. Now o'er head sat a raven,
On a sere bough, a grown great bird, and hoarse!
Who, all the while the deer was breaking up,
— 120 —
So croak'd and cried for it, as all the huntsmen,
Especially old Scathlock, thought it ominous ;
Swore it was mother Maudlin, whom he met
At the day-dawn, just as he roused the deer
Out of his lair: but we made shift to run him
Off hir four legs, and sunk him ere we left.
Alken. Saw you the raven, friend?
And what do you think of her?
Scath. As of a witch.
They call her a wise woman, but I think her
An arrant witch.
Clav, And wherefore think you so?
Scath. Because I saw her since broiling the bone
Was cast her at the quarry.
Alken. Where saw you her?
Scath. In the chimley-nuik, within : she's there now.
Gifford verweist in einer anmerkung auf folgende interessante stelle bei
Turberville p. 135, aus welcher Ben Jonson muthmasslich hier geschöpft habe:
There is a little gristle, which is upon the spoone of the brisket,
which we call the raven's bone; because it is cast up to the crows or
ravens which attend hunters. And I have seen in some places, a raven
so wont and accustomed to it, that she would never fayle to croake
and cry for it, all the while you were in breaking up of the deare,
and would not depart until she had it.
Eine weitere anspielung auf das recht des raben bei der ausweidung eines
wildes findet sich in Hadamar's von Laber Jagd, str. 529 :
Natürlich Lust, dem raben
Gelich, vlog ob den hunden,
Er wolt ouch von in haben
Sin geniez, ob sie erjagen künden.
Er schrei gra grä ; ja grä trag ich mit leide.
Kopp, weidgeselle, ich fiirhte,
Diu varbe swarze werde mir ze kleide.
504 on rowe gehört zu der ganzen strophe : er vertheilte alles der reihe nach.
5°6 pe tokening blowe ist dasselbe wie prys blowe (Sir Gaw. v. 1362), A v. 95 l)
und das frz. prise corner (Chace dou Cerf p. 169 13J ; vgl. Schultz a. a. o.
5°7 finde ist, was mhd. zwisele oder furke genannt wird. Dass der artikel
fehlt, ist in diesem gedichte nicht auffällig. Dieser zug findet sich in allen
Versionen der sage. Ob auch dieses abbrechen eines astes ursprünglich ein
symbol der besitzname war? Vgl. Grimm DWb. II, 407 f. und Stejskal's note
zu Hadamar's von Laber Jagd, str. 69.
508 Was man unter gargiloun zu verstehen hat, hat noch niemand genau an-
geben können. Es wird auch Sir Gaw. v. 1335 und 1340 und in V erwähnt.
Wenn Skeat im glossar s. v. sagt: »part of the inwards of a deer, apparently
included in the numbles«, so ist damit nichts erklärt. Auch in den nach-
stehenden, bei Scott p. 387 abgedruckten versen, deren quelle mir unbekannt
ist, wird die sache nicht aufgehellt :
The man to his master speaketh blythe,
Of the numbles of the heart that he wolde them kythe,
How many ends there shall be them within.
Quod the master : » But one thicke nor thinne,
And that is but the gargylyon to speke of all bydene.
And alle these others, crokes and roundelles bene. «
»Yet wold I wyt, and thou woldest me lere,
1) Man beachte die gleichheit im ausdruck, Gaw. v. 1362 : Baldely J>ay
blw prys, und A v. 95 : Then boldly blowe pryce ther ate.
— 121 —
The crookes and the roundels of the numbels of the dere.
»One crooke of the numbles lyeth ever more
Vnder the throte-bole of the beast before,
That is called avauncers whoso can them ken,
And the bravest part of the numbles then ;
That is to say, the forcers, that lyn even betWeen
The two thighs of the beast, that other crookes wen.
Inf the midret, that is called the roundill also,
For the sides round about corven it is fro.«
pe rii^t kinde dochwol die richtige weise, d. h. den richtigen ton, obwol 509
mir diese speciellere bedeutung des wortes anderswoher nicht bekannt ist ;
vgl. G. v. 3215 ff. :
Und hürneten vil schone
Mit ime in sinem dbne.
Er fuor in vor ze prise,
Si nach in smer wlsc
Bescheidenlichen unde wol :
Diu burc diu wart gedcenes vol.
Dass Tristrem den Jägern diese weise gelehrt hat, wird freilich nicht vorher
erzählt (Heinzel a. a. o. p. 386), ist aber leichter zu ergänzen, als manches an-
dere, was der englische dichter uns verschweigt.
Ein auffälliger ausdruck. Am nächsten läge die Übersetzung : und sprachen 510
den richtigen segenssfruch. Dagegen zeugt aber Hörn Childe XCI, 4fr.:
Wip trump and tabourun out of toun
£us pai redde ne ri^t roun,
Ich man as he wold.
Es handelt sich demnach offenbar um das treffen des richtigen tones, die
zeile sagt also nur dasselbe, wie die vorhergehende.
vnder linde, wofür man allerdings under a linde erwarten würde, gehört 5 1 3 f.
zum folgenden : wie das thier unter einer linde, d. h. im walde, zerlegt "Morden
sei; vgl. St. Eustas, ms. Ashm. 61 v. 17 f.:
A hert he found, per he ley
Welle feyre vnder pe lynde.
Mätzner, Sprachpr. I p. 94, note zu v. 106 hat mit recht hervorgehoben,
dass die linde im norden, wie in Deutschland und England, im ma. weit ver-
breitet und in der poesie ein lieblingsbaum war, der z. th. als repräsentant der
laubholzes überhaupt auftritt. Vgl. noch Lib. Disc. (R) v. 1039 ff. :
They hovede unther a lynde,
To se the cours of the hynde,
Lybeaus and hys fere.
und Percy's note zu v. 1099.
Es ist hier also nicht etwa zum vorigen zu ziehen und zu denken an
stellen wie La Chanson de Roland v. 168 f.:
Li empereres s'en vait desuz un pin,
Ses baruns mandet pur sun cunseill fenir.
Hier ist under tokening ein zweites blasen zu verstehen, welches at the 518
dore of halle (V) erfolgen soll; vgl. Schultz a. a. o. p. 358.
Sie wussten nicht , was für neue Jäger sie hatten. Die Wortstellung ist 522 f.
allerdings auffallend.
Heinzel a. a. o. p. 386 schlägt fragweise vor, master für maner zu schrei- 524 — 6
ben, was wol heissen soll: Es ist ein lehrer des Vergnügens ; aber erstens würde
das wort in diesem texte doch wol maister heissen (vgl. maislers pre v. 79),
und ferner würde für it, he erwartet werden ; auch ist die änderung durchaus
überflüssig; der sinn dieser verse ist: Es ist eine art vergnügen, die zu be-
lehren, welche so etwas nicht können; vgl. Sir Fer. v. 2226 :
Summe pay vsep a maner of play, to caste wel a spere.
Wir haben darin eine persönliche bemerkung des dichters zu erblicken.
Bemerkenswerth ist What hattou, wo wir Hou hattou, erwarten würden. 530
Aber what wird durchgängig so gebraucht; vgl. Degr. v. 530:
— 122 —
Lat me wyte, what she is.
Emare v. 703 :
He sayde: What hette ye, fayr ladye?
Sir Fer. v. 639 :
Tel me per-for py ri^te name: Wat callen me pe at hom?
Diesen gebrauch von what im sinne des deutschen wie finde ich weder
bei Koch II2 § 339 noch bei Mätzner I3 p. 326 f. besonders hervorgehoben.
Zu der anredeform: bei ami, einem unbekannten, jüngeren manne gegen-
über vgl. Kudr. 123 :
Do sprach der riche gräve wider den jungen man:
Vriunt und geselle, ir sult mich hceren län.
Sit daz mir die vrouwen gesaget hänt ir msere,
Nu weste ich harte gerne, wa iuwer lant oder künne waere.
Vgl. Martin z. d. st., der das frz. amis als quelle für diese ausdrucks-
weise nennt , welches oft diesen vornehm herablassenden sinn habe. Hier ist
die entlehnung von frz. sitte ja schon durch den Wortlaut erwiesen. Aehnliche
ausdrücke erwähnt Skeat zu Chaucer, Group C v. 318, sowie Mätzner, Sprachpr.
I p. 180, note zu v. 1903.
531 biforn ohne weitere hinzufügung ist auffällig. Ich vermuthe, dass htm
davor ausgefallen ist; vgl. v. 654:
He frained him biforn.
532 Tristrem beantwortet nur die erste frage; seinen namen nennt er nicht.
535 f. I p. XXXV hatte ich es im anschluss an Heinzel a. a. o. p. 386 für unum-
gänglich nöthig gehalten, diese zwei verse auf Rohand zu beziehen. Dahin
gehört es , wenn ich meine , dem autor sei die dummheit passirt »als reminis-
cenz an seines helden eigene leistungen in der Jägerei, Rohand dasselbe zuzu-
schreiben.« Nach erneuter erwägung dieser Strophe scheint es mir aber in an-
betracht des überhaupt so abrupten Stiles in unserm gedichte nicht mehr un-
wahrscheinlich, dass v. 535 f. apposition sind zu me, v. 533, Tristrem also
sich selbst meint : mich, den besten hornbläser und jagdkönig, wodurch dieser
anstoss beseitigt würde.
537 Jedenfalls nicht forpou^t zu schreiben, was hier sinnlos sein würde. Ich
ziehe die worte zum vorigen und verstehe sie so : der beste .... für das den-
ken , d. h. seit fnenschengedenken. Aehnlich ist wol derselbe ausdruck zu er-
klären v. 1681. Ich fasse die stelle so auf: Zusammen blieben sie in freude
und auch in schmerz, für das denken, d. h. soweit man denken kann, bis in
die entferntesten zeiten. Für völlig gesichert halte ich beide erklärungen aller-
dings nicht.
538 f. Ein wenig geistreicher zusatz des engl, dichters.
541 Ueber das handwaschen vor und nach tische vgl. Ritson III p. 257; Hall.'s
note zu Sir Degr. v. 662; Furnivall's note zu Sir Degree v. 691 (Percy fol. III
p. 42); Zielke a. a. o. p. 17; Schultz a. a. o. I p. 325 ff. ; Our english Home,
p. 53 ff. In The Babees Book und ähnlichen gedichten wird das waschen vor
und nach tische so oft erwähnt, dass einzelne nachweise überflüssig sind. Fast
gleichlautend mit dem vorliegenden verse ist Lyb. Disc. (R.) v. 98 f. :
Duk, erl and baroun
Whesh and yede to niete.
Ipom. v. 2255 :
Tho they wasshe and yede to mete.
Bemerkenswerth ist dabei, dass ^wasche in all diesen ausdrücken nie ein
refiexivpronomen beigefügt wird ; das verbum allein hat also reflexive bedeutung.
543 Dass das essen reichlich vorhanden ist, wird in den romanzen häufig be-
tont. Schon in der Schilderung von dem reiche Arthur's heisst es bei La^.
v. 25303 :
Mete per is vnimete
Vgl. ferner King Alis v. 822 f.:
Wot ye wel, ther was gret plente
Of mete and drynk, gret deynte.
— 123 —
Havel, v. 1242 ff.:
Mete he deden plente make,
Ne wantede pere no god mete,
Wyn and ale deden he fete etc.
Sir Degr. v. 1409 ff.:
To teil here metus was tere,
That was served at here sopere,
Ther was no dentethus to dere,
Ne spyces to spare.
Fast wörtlich zu der vorliegenden stelle stimmt Lyb. Disc. (P.) v. 112 ff.:
Of wild foule and venison,
As lords of great renowne
Inoughe they had to eate.
Diese zeile kehrt wörtlich wieder Hörn Childe XXII, 6. Vgl. auch Ben- 544
newitz : Chaucer's Sir Thopas. Halis Sax. 1879 P« 43 f-
Dass beim mahle auswahl gelassen ist zwischen wein und bier, erfahren 545
wir mehrmals bei derartigen Schilderungen; vgl. Sir Degr. v. 1867 f.:
To revele ho best my^th,
With wyne and with ale.
Hierher gehört auch die bekannte stelle, King Hörn 11 27 ff.:
Rimnhild ros of benche,
Pe kni^tes for to schenche.
After mete in sale,
Bope win and ale.
The Türke and Gowin v. 107:
He d ranke ale and after, wine.
Sehr interessant ist folgende stelle, The Babees Book p. 312, v. 409 ff.,
wo es von den pflichten des botelar heisst:
(He) Commaunde to sett bothe brede and ale
To alle men pat seruet ben in sale ;
To gentilmen with wyne ibake,
Ellis fayles po seruice, y vndertake.
Es ist das der einzige beleg dafür, dass den vornehmeren gasten wein und
bier, den geringeren nur bier vorgesetzt wird, und es sind all diese stellen um
so bemerkenswerther, als Schultz in frz. und deutschen quellen nichts entspre-
chendes gefunden zu haben scheint.
Oefters wird noch zwischen ale und beare unterschieden, vgl. das. p. 78,
v. 257 f.:
Wype thy mouth when thou shalt drink
Ale, beare, or any wyne.
Das. p. 343, v. 392:
Wyne to them fyll, eis ale or beare.
Ein bierlied mit dem refrain:
But bryng us in good ale
findet sich das. p. 363 f. Vgl. auch Our English Home p. 87 ff.
In diesem verse vgl. zunächst Wülcker, Leseb. II, 1, Ps. 142 v. 73 ff.: 546
Teche me, lord, the ry^t weye,
That I may my soule saue !
5^yf the gospell trewly seye,
Me thar no more but aske and haue.
W. bemerkt zu v. 76 : »Entweder hat haue hier den sinn, wie auch Neng.,
begehren: man braucht nur die gnade zu verlangen und ernstlich zu begehren,
so genügt dies, sie zu erlangen, oder : man braucht sie nur zu verlangen und zu
haben (d. h. so hat man sie)«. Bei der ersten erklärung hätte W. wenigstens
die worte so — erlangen in klammern einschliessen sollen, da er sie erst hinzu
ergänzt hat. Dass aber diese auffassung , die sich schon an sich wenig em-
pfiehlt, wirklich zu verwerfen ist, lehren stellen wie G.E. v. 1667 f. :
Quat-so (tu wilt for hire crauen,
Aske it wict skil and (tu salt hauen.
— 124 —
Lonelich, Chapter XXXVI v. 67 f.:
What manere of gwerdon that nou will crave,
Ful sekerly, sere, ^e scholen it have.
Die zweite erklärung Wülcker's ist also dort wie hier die einzig zulässige,
nur dass es sich hier um einen eigenthümlich gebrauchten imperativ handelt :
Möge es verlangen und bereit haben, für : und er wird es sofort erhalten. Aber
auch dafür finden sich parallelen; vgl. Dame Siriz v. 327 ff.:
Have her fies and eke bred,
And make the glad, hit is mi red;
And have her the coppe with the drinke.
Ueber coupe im verhältniss zu cuppe vgl. Skeat's anm. zu P. PL C. Pass. IV
v. 23.
547 Höchst interessant ist hier die erwähnung der hörner. Schultz bemerkt
a. a. o. p. 324: »Nur ein einziges mal finde ich des trinkhornes gedacht. Es ist
aus gold gebildet, mit edelsteinen reich besetzt. In der note 1) wird citirt
Hörn und Riemenhild v. 4152 ff.:
En la butelrie est Rimel apres coe entree ;
Un com prist grant dunt la liste est gemmee,
K'entur la buche est bien demi-pie lee,
Si ert d'or affrican a merveille bien ovree ;
De piment l'ad empli, beivre ki bien agree.
Der gelehrte Verfasser hätte diesem citate aber doch wol noch den folgen-
den vers beifügen sollen:
A sun dru le porta, cum ert la custumee.
Der frz. dichter spricht also von einer sitte, die wol nicht nur das bringen
des weines überhaupt betrifft, sondern sich speciell auf die Verwendung von
hörnern bezieht ; ganz unleugbar ist diese beziehung im engl. King Hörn
v. 11 31 f. :
On hörn heo bar an honde,
So la^e was in londe.
Da das verhältniss der ältesten engl, version dieser sage zum frz. gedichte
mindestens noch zweifelhaft, das höhere alter des ersteren aber bedeutend
wahrscheinlicher ist (vgl. Stimming, Engl. st. I p. 351 ff.), so kann die erwäh-
nung dieser sitte sich sehr wol von einem engl, dichter herschreiben, und erst
durch Übertragung dieser stelle in das Frz. hinein gekommen sein. Freilich ist
selbst unter dieser Voraussetzung der umstand schwer begreiflich, dass auch in
der me. litteratur trinkhörner ausserordentlich selten genannt werden; ich kenne
wenigstens ausser der vorliegenden nur noch zwei stellen; Eger and Grine
v. 287 :
And then shee gaue me drinke in a hörne.
An der zweiten stelle sind wieder coupe und hörn zusammengestellt, Hörn
Childe XXVIII, 10 ff. :
Frout and spices sehe hem bede,
Wine to drink, wite and rede,
Bope of coppe and hörn.
55° Vgl. Robs. p. 81 :
Butte come home, qwen him gode tho^te.
Vgl. auch v. 415.
552 Fat bezieht sich auf an harpour, he auf Tristrem. Die setzung von he
ausser dem namen hat an sich nichts auffälliges ; die Stellung desselben erklärt
sich durch das reimbedürfniss.
553 T,ede oway kann hier blos den sinn haben: ging von der erhöhten stelle
der halle herunter, von der aus er seinen lay vorgetragen hatte.
555 Zu dem umstände, dass Tristrem's antwort weder durch ein he seyä, noch
durch nennung der angeredeten person markirt wird, vgl. Lüdtke, The Eii of
Toi., note zu v. 947.
557 Vor diesem verse ist das in G v. 3545 — 3645 und in S p. 23, 38 — 24, 11
erzählte factum, dass Tristrem nun selbst spielt und den harfner weit über-
trifft, inhaltlich zu ergänzen. Der dichter berichtet nur, dass der harfner von
— 125 —
ihm übertrofifen zu sein gesteht. Für die methode des dichters ist diese aus-
lassung sehr bezeichnend.
Ein schwieriger vers. W. Scott «klärt in glossar s. v. Minne die stelle 563
so: » Apparently from mint, to offer. Markes gan they minne = They began
to offer marks or money« Aber minten heisst blos : denken, beabsichtigen, und
die idee, dass Tristrem für sein harfenspiel von den mannen Marke's ein trink -
geld erhielte, würde hier sich mehr als geschmacklos ausnehmen. Ich fasse
nierkes als die eigenthümlichkeiten, die Vorzüge, welche in Tristrem's erscheinung
in die äugen springen; m innen = sich erinnern, achten auf etwas; vgl. G.
v. 3604 ff. :
Dane wart ouch ougen niht gespart,
Der kaphete vil manegez dar
Und nämen siner hende war.
Sehr klar ist dieser sinn, wenn ich ihn überhaupt richtig getroffen habe,
im englischen gedichte allerdings nicht ausgedrückt.
Noch dunkler ist der sinn dieser verse. Für taken leue kenne ich nur die 564^
bedeutung : abschied nehmen; vgl. v. 123 u. s. w. Soll das hier heissen, dass
die hofleute den könig mit Tristrem allein Hessen? Ihnen würde dann die
nächste zeile in den mund gelegt: Wer vermöchte das kind für sich, d. h. für
seinen dienst, zu gewinnend Sie verlassen also die halle, weil sie die hoffnung
aufgeben, den durch so viele geistesgaben ausgezeichneten knaben für sich zu
gewinnen. Ich habe demgemäss interpungirt, weiss aber freilich selbst am besten,
dass, wenn der dichter uns solche räthsel aufgibt, man nur zu sehr der gefahr
ausgesetzt ist, statt der richtigen auslegung seiner worte ihnen einen sinn unter-
zulegen.
Ein blosser flickvers, auf Tristrem zu beziehen. 567
Aus den I p. XXXIV angeführten parallelstellen in den anderen Versionen 571 f.
ergibt sich , dass Tr. durch sein spiel Marke in der nacht , wenn er nicht
schlafen kann, die zeit vertreiben soll. Denselben gegensatz zwischen den be-
schäftigungen eines knappen am tage und in der nacht finden wir Guy of
Warw. v. 119 f. :
Of hys cowpe he seruyd hym on a day,
In pe knyghtys chaumbur he laye.
Zup. vermuthet in der anmerkung z. d. st., für on a day sei every day zu
lesen ; ich würde vorziehen, einfach a zu streichen ; on day heisst bei tage ;
vgl. Kyng Alis. v. 7730 f.:
In halle a day he sat hire by,
And a nyght in bedde, sikirly.
Vgl. Sir Degr. v. 1417 f. : 57*
And evere Myldore sehe sete
Harpyng notus ful swet,
Derartige Übergänge finden sich bereits bei La^., vgl. v. 25407, v. 25995 f. 573
n. sonst; auch in den romanzen sind sie häufig; vgl. Sir Degr. v. 933 f.:
But leve we now that gentyl kny^t
And spek we of that byrd bry^t.
Torrent v. 2180 ff. :
Leve we now that lady gent
And speke we of ser Torrent,
That was gentille and fre.
Guy of Warw. v. 4587 f. :
Now wyll we leue of syr Gye
And of the maydyn speke in hye,
Vgl. das. v. 4617 ff. und Martin zur Kudr. 63, 1.
An dieser stelle scheint derselbe allerdings schon aus der vorläge herüber-
genommen zu sein; vgl. I p. XXXV.
126 —
579 Seuen kingriche ist apposition zu londes, v. 577. Ich glaube jetzt noch
(vgl. I p. XXXVI), dass sieben hier blos im allgemeinen eine grosse zahl be-
zeichnen soll, vgl. Sir Isumbr. v. 546 f. :
Sevene kynges landes hase he gone thurgh,
Untille he corae tille a riche burgh,
Vgl. Martin Zu Gudr. 2, 2, wo richtig ausgeführt ist, dass siben fürsten
lant überhaupt ein grosses reich bezeichnen soll. Auch weitere parallelstellen
sind dort angeführt.
588 f. Der zug, dass man Rohand zwingen will, um sein tägliches brod zu ar-
beiten, ist, wie ich schon I p. XL bemerkte, nur in dieser version der sage
zu finden. Doch lag diese ausschmückung des Stoffes für den dichter nicht
fern, denn derselbe zug kehrt mehrfach in anderen romanzen wieder. Vgl.
Sir Isumbr. v. 392 ff.:
Bot as the knyghte went thorow a lawe,
Smethymene thore herde he blawe,
And fyres thore bryne and glewe ;
He askede tham mete for charyte,
And thay bade hym swynke : And swa do we,
Hafe we none other ploghe.
For mete, he sayde, I wol wyrke fayne !
The knyghte ansuerde fülle sone agayne,
Bathe bere and drawe ynoghe !
Thane mete thay gafe hym fülle god wone,
And thay garte hym bere iryne and stone
Owte of a sory sloghe.
Merline v. 191 6 ff. :
An old churle, hee came in
With a white beard vpon his chine,
And a staffe in his hand he had
And shoone on feete füll well made,
And begunn to craue more,
And said, he was anhungred sore,
And praid them on the bench aboue,
To giue him something for gods loue.
And the then sayd, with out leasinge,
That he shold haue of them nothinge,
And sayd, if that the churle be old,
He is a stronge man and a bolde
And might goe worke for his meate,
If he itt wold with truth gett.
al ni^t — offenbar die nacht, bevor er die bekanntschaft der pilger
machte.
Es ist auffallend, dass hier nur von dem pilger die rede ist, während
v- 593 pe palmers genannt wurden; vgl. I p. XXXVI; dagegen ist der plur.
v. 609 geradezu unerträglich, da vorher v. 606 und nachher v. 611 wieder
nur von einem die rede ist; so ist gewiss auch v. 609 palmer zu schreiben.
Davon konnten die pilger natürlich ebenso wenig etwas wissen, als von
seiner Sprachfertigkeit, welche G sie an der entsprechenden stelle rühmen
lässt (vgl. I p. XXXVI).
Das vorschneiden bei tische war sache der edelknaben (Schultz a. a. o.
P- 332); vgl. Chaucer, Prologue of the Canterbury Tales v. 99 f., wo es von
dem yong squyer heisst :
Curteys he was, lowely and servysable,
And carf byforn his fader at the table,
nebst Hertzbergs und Morris' anmerkungen. King Hörn v. 237 f. soll Hörn
unterrichtet werden
Bifore me to kerue
And of pe coupe serve.
59i
597
602
— 127 —
Ipom. v. 56 ff.:
And after he taught hym other dede :
Aftirward to serve in halle,
Bothe to grete and to smalle :
Before the kyng mete to kerve,
Hye and low feyre to serve.
Guy of Warw. v. 209 f.:
For he was wonte there to serue,
Before the erle hys mete to carve.
In den von Furnivall in The Babees Boke etc. herausgegebenen Early
English Poems and Treatises on Manners and Meals in Olden Time werden
über dieses vorschneiden die allerdetaillirtesten regeln mitgetheilt.
Ist es vielleicht ein zeichen von Percevals mangelhafter höfischer erziehung.
dass er zu glauben scheint, der könig schneide sich das fleisch selbst? Vgl.
Sir Perc. v. 509 ff.:
^isterday saw I knyghtis three,
Siehe one salle thou make mee
On this mere byfor the,
Thi mete or thou schere !
Zu der bemerkung von Schultz a. a. o. : »Ein ganz besondrer Vorzug war
es für den gast, wenn eine der damen vom hause ihm die bissen vorschnitt«,
vgl. Sir Degr. v. 797 ff. :
The kny^t sat at his avenaunt
In a gentil j esseraunt;
The mayd mad hym semblaunt
And hys met schare,
und Hall.'s anmerkung z. d. st.
Das ihnen vorgelegte fleisch müssen die edelknaben natürlich selbst schnei-
den, vgl. The Babees Book v. 136 ff.:
Whenne yee be sette, your knyf withe alle your wytte
Vnto youre sylf bothe clene and sharpe conserve,
That honestly yee mowe your owne mete kerve.
Vgl. Sir Cleges v. 256 ff.: 619 ff.
The porter seyd ful hastyly :
Thou chorle, withdrawe the smertly,
I rede the, without delaye !
Ellys, be god and seint Mari,
I schal breke thyne hede on high !
In der that hat der pförtner zunächst darüber zu bestimmen, wer in das
haus hineinzulassen ist, wer nicht. Vgl. The Babees Boke etc. p. 299, v. 5 ff.:
When thou comes to a lordis ^ate,
Pe porter pou shalle fynde ther-ate;
Take hym thow shalt py wepyn tho,
And aske hym leue in to go
To speke with lorde, lady, squyer, or grome.
Vgl. auch das. p. 310 den abschnitt: De Ianitore.
to say nay bedeutet abschlagen. Vgl. The Babees Boke etc. p. 118, v. 15 f.; 624
Y met with be forster, y prayed hym to say me not nay,
Pat y myght walke in to his lawnde, where pe deere lay.
In hand , v. 625, gehört nach meiner auffassung zu rainj: er gab ihm 623 — 5
einen ring in die hand, während v. 624 als eingeschobner satz zu betrachten
ist. Vgl. die von W. Scott p. 390 und von Hall, in der note zu Sir Perc. v. 495
citirte stelle aus Percy's Reliques ed. 1840, p. 18.
Zu dieser stelle vgl. Havel, v. 1632 — 41 und Skeats anmerkung dazu, wo 626 f.
mehrere interessante parallelstellen beigebracht werden.
Die pflichten eines vscher sind in The Babees Boke etc. p. 185 ff. ausführlich 632 ff.
auseinandergesetzt. Vgl. auch das. p. 208, note zu v. 237, sowie p. 314,
v. 473 ff. Dass die in diesen versen berichtete zweite bestechung sich nur in
der englischen version findet, habe ich I p. XL bereits angemerkt. Es ist er-
— 128 —
wähnenswerth , dass in der vorhin schon erwähnten romanze Sir Cleges eine
ganz ähnliche scene vorkommt. Cleges kommt zu hofe , um dem könige kir-
schen zum geschenk zu bringen, die zur Winterszeit in seinem garten gewach-
sen sind. Aber zunächst verlangt v. 271 ff. the porter den dritten theil der gegen-
gabe, welche er vom könig erhalten würde, dafür, dass er ihn in das schloss
lasse, was Cleges auch bewilligt. Dasselbe fordert dann v. 287 the vsscher at
the hall dore, und ebenso schliesslich, v. 324, the stewatd, so dass für Cleges
selbst nichts übrig bleibt (v. 343 ff.). Cleges bittet sich als lohn vom könig
die erlaubniss aus, zwölf hiebe an seine gegner im saale austheilen zu dürfen,
so dass die drei, welche ihn aufgehalten haben, auf diese weise ihren gerech-
ten lohn bekommen. — Die Situation ist unbestreitbar eine ähnliche wie hier,
besonders ist die gleichheit in der Unterscheidung zwischen porter und huscher
in beiden gedienten zu beachten. Während jedoch in Sir Cleges diese Wieder-
holung eng mit der tendenz der geschichte verflochten ist, erscheint sie hier
als durchaus überflüssig. Der englische dichter wird sich bei erzählung dieses
passus an jene oder eine ähnliche geschichte erinnert und die pluszüge aus
derselben entlehnt haben.
639 man of mold ist weiter nichts als eine Umschreibung für mensch, mann.
Wie dieser ausdruck entstanden ist, lehren stellen wie Emare v. 245 f.:
She semed non erthely wommon,
That marked was of molde.
Hörn Childe LXXXII, 5 f.:
The bischopes had the grace iseyd
As muri men of mold.
Es giebt eine betheuerungsformel, Sir Cleges v. 279 :
As I am man of mold!
Sozuahr ich ein mensch bin! In demselben sinne wird auch man of this
worlde gesagt, vgl. Merline v. 1935 f. :
Fellow, hee sayd, I am noe churle,
I am an old man of this worlde,
And many wonders seene and hearde.
Dass für die dichter der zweiten allitterationsperiode jener ausdruck sehr
verwendbar war, liegt auf der hand , doch sagen sie wol stets man on oder
upon mold, vgl. William of Pal. v. 528 f.:
For ^if eny man on mold more worpi were,
Min hert is so hauteyn, bat herre he wold.
642 Vgl. Sir Degr. v. 977 f.:
The lady loked on that ryng,
Hyt was a gyfte fore a kyng.
643 Ich bezweifle sehr, dass in f old, in number heissen kann, wie Hall. Dict.
p. 367 behauptet; an der von ihm dort citirten stelle passt diese bedeutung
wenigstens nicht, vgl. o. zu v. 301. Freilich würden wir hier eigentlich den
sinn erwarten : als ersten in der zahl, der schar, Hess er ihn eindringen. Aber
Mätzner Wtb. II p. 148 b wird recht haben, wenn er in f old hier für »formel-
haft und überflüssig« erklärt.
660 Vgl. Zup. zu Guy v. 1876.
663 Eine sehr gewöhnliche betheuerungsformel; vgl. Sir Cleges v. 277:
Be hym, he seyd, that me bought.
678 f. Sie zahlten mir nicht nur meinen eins atz zurück , sondern Hessen mir auch
meinen gewinn.
684 Der barbier wird in me. gedienten nicht gerade oft erwähnt; vgl. Mätzner
s. v. Dass er auch zu jener zeit schon das aderlassen zu besorgen hatte, er-
hellt aus Qu. Essence p. 11 (M):
Fro mannys blood reserued of barbouris whanne pei lete blood.
Trotzdem ist Sir Tristr. v. 2190 ff. von einem barbier nicht die rede.
687 Gemeint ist ein mit pelz verbrämter scharlachmantel.
702 Zu seinem kunwier.
706 Mätzner Wtb. I p. 663 a führt neben Rieh. C. de L. v. 4623 :
Aftyr mete the cloth was drawe
— 129 —
die vorliegende stelle an unter der bedeutung zurückziehen, wegziehen. Aller-
dings hat drawen in diesem zusammenhange in der regel die von M. angege-
bene bedeutung; vgl. Sevyn Sages v. 3285 f.:
Whan thai had eten and dronken inoughe,
Thai toke vp methe and clathes drogh.
Sir Triam. (P) v. 1567 ff.:
The king spake noe more words,
Till the clothes were drawen from the bords
And men rose in the hall.
Launfal v. 61 f.:
And whan the lordes hadde ete yn the halle,
And the clothes wer drawnen alle . . .
Dieser sinn passt aber hier augenscheinlich nicht , denn es ist nicht vom
ende, sondern vom beginn der mahlzeit die rede; das aufhören ist erst durch
v. 711 markirt. Falls also drawen hier überhaupt richtig ist, so muss es den-
selben sinn haben, wie sonst leggen oder setten ; vgl. Amad. v. 218 f.:
The bord was seyt, the cloth was layd,
The soper was all redy greythyd.
Gregorius (ms. Vernon) v. 576:
Po hit was tyme forte soupe, pe clop was leid, pe bord was set.
Sevyn Sages v. 3873 ff.:
The kinges dener wele was grayd ;
Thai set trestes and bordes on layd,
Thai spred clathes and salt on set,
And made redy vnto the mete.
Sir Degree v. 659 ff.:
But he to him wold not speake a word,
But made him ready to lay the bord.
Launf. v. 341 f . :
The cloth was spred, the bord was sette,
They wente to hare sopere.
Was die beziehung des verbums drawen auf den esstisch anlangt, so vgl.
Skeat zu P. PL C. Pass. IX, v. 289: »tyl the bord be drawe , tili the table be
removed. The board or table was laid upon trestles, and removed afier meals ;
see Our English Home p. 30. « Für dies wegrücken des tisches kenne ich,
beiläufig bemerkt, noch zwei andere ausdrücke; vgl. Ipom. v. 313 f.:
Whan they had ete and grace sayd,
And the tabyll away was leyd,
Guy of Warw. v. 10521 f.:
When bat pey had eton all
And pe bordys let downe falle,
Da nun an eine änderung von drain in laid schon des metrums wegen
nicht zu denken ist, so bleibt nichts übrig, als die annähme, dass drawen, was
ja an sich wol denkbar, hier von dem herbeiziehen der tische und dem auf-
decken des tischtuches zu verstehen ist. Parallelstellen kann ich dafür allerdings
vorläufig nicht beibringen.
Dass es beim essen nicht an bedienung fehlt, wird uns oft berichtet ; vgl. 708
Sir Perc. v. 949 f. :
Mete and drynke was ther dighte
And mene to serve thame fülle ryghte.
Guy of Warw. v. 11295:
Of seruyse they had grete plente.
Vgl. ausser der zu v. 541 erwähnten stelle bei Zielke zur ausdrucksweise 711
Octov. v. 1299 f.:
Lauor and basyn they gon calle,
To wassche and aryse,
Ferner The Babees Boke ete p. 28 v. 22 f. :
Pare clene ihy nailes. thyn handes wasshe also
To-fore mete, and whan thow dooest arise.
Kölbing, Sir Tristrem. q
— 130 —
712 Unter him ist natürlich Rohand zu verstehen, rysc hat reflexive bedeu-
tung: sich erheben, aufstehen ; vgl. The Babees Boke etc. p. 176, v. 875:
In pe morow tyde, agaynst youre souerayne doth ryse,
719 Bei der ersten collation der Scott'schen ausgäbe mit der hs. glaubte ich
vor an ein ziemlich verlöschtes j5 zu erkennen; bei einer nochmaligen ver-
gleichung vor zwei jähren überzeugte ich mich, dass das auf einem irrthum
beruhte; die hs. bietet blos an. Der sinn des verses ist: Viel gutes würdet
ihr über ihn (sc. bringen). Ueber die auslassung eines inf. nach einem hülfs-
verbum vgl. zu v. 404. Was die construction betrifft, so vgl. Hali Meid. p.
37 (M) :
Hwen hit forwurcte and bringe on his moder sorhe upo sorhe.
Anders erklärt die stelle Mätzner zu v. 839.
722 Ich bin ihm nicht mehr verwandt, d. h. ich kann mich jetzt nicht mehr
rühmen, mit ihm verwandt zu sein, sondern —
727 f. Dass diese zeilen nicht, wie Heinzel p. 388 f. annahm, zum vorigen satze
gehören, habe ich I p. XXXIX erörtert. Diese annähme wird auch noch durch
die thatsache bestätigt, dass dies der einzige fall im ganzen gedichte wäre, wo
der satz nicht mit der strophe abgeschlossen würde.
732 Vgl. Lasj. v. 30268 :
Wete weoren his wongen.
Sir Degr. v. 824 :
With wongus ful wete.
734 f. He knewe und Gan loke sehe ich als parallel stehende verba an : er er-
kannte ihn alsbald, begann [ihn] zu betrachten. Die andere erklärung : Er er-
kannte ihn alsbald, als er ihn zu betrachten begann, empfiehlt sich schon darum
nicht, weil al so sket auch sonst nicht zur Verknüpfung von zwei sätzen ver-
wendet wird; vgl. Octov. v. 465 f.
The lyoun sone hym hadde totore,
AI so sket.
Sir Bev. v. 2807 f. :
Themperur askede him what ahet?
Gerard! asede alse sket.
736 Diese Wiederholung von skete , noch dazu als reimwort, erscheint ver-
dächtig. Wahrscheinlich ist swete dafür zu setzen; vgl. Bödd. G. L. VIII, 55:
Pin heued doun bowep to suete cussinge,
Dieses allgemeine abküssen wird blos in E erwähnt. Jedenfalls wird durch
die vorliegenden sowie durch die u. angeführten parallelstellen der von Schultz
a. a. o. I p. 402 f. aufgestellte satz : »Mit dem küsse empfing man nur gleich-
stehende oder einem höheren stände angehörige personen« als richtig bestätigt.
Vgl. u. a. Octov. v. 1943 ff. :
The emperour hys sones gan kesse
Oft and lome.
Thanne hem keste kynges and knyght,
Erlys, barons and ladyys bryght;
And ofte thankede godes myght
In trinite.
Torrent v. 394 ff. :
And (sc. TorrentJ kyssyd the kyng with joy and blyse,
And aftyr other lordes of hys,
And aftyr other ladyes jent.
743 Ein sonderbarer ausdruck, der mir nirgends sonst noch begegnet ist, auch
bei Mätz. Wtb. II p. 204 f. s. v. /reinen nicht aufgeführt wird ; doch vgl.
v. 821 :
Pai teld po bi si^t,
Der sinn ist offenbar : und fragte ihn, inde?n er ihn anblickte. Vgl. Sir
Degr. v. 1229 f. :
Of all that loked one the kny^t,
Was non that knew hym with syght.
750 His bezieht sich natürlich auf Rouland.
— 131 —
Vor geten ist natürlich he zu ergänzen. — Für diesen gebrauch von bi- 754
twene vgl. Mätz. Wtb. I p. 278 f.
/';/ hy erscheint verdächtig im blick auf in hei^e, v. 760 ; doch weiss ich 766
keinen besserungsvorschlag zu machen.
Vgl. Sir Triam. (Hall.) v. 1466 : 767
To slee him or he mee.
Mätzner setzt er in den text und bemerkt dazu : »Erst bietet der von uns 769
zu gründe gelegte text, die ausgäbe von 1804 hat dagegen Ers, welches im
glossar durch erst erklärt wird. Dem Superlativ ist der comparativ entschieden
vorzuziehen nnd das in Ers erscheinende s könnte dem verdoppelten anlauten-
den s in schal zuzuschreiben sein.« Nun bietet aber die hs. wirklich Erst, und
dieser gebrauch des Superlativs, wo wir den comparativ (eher, früher), erwar-
ten, ist von Mätzner selbst, Wtb. I p. 30 f. genügend belegt. Ueber diese an-
wendung des Superlativs vgl. auch Zup. zu Guy v. 8212 — 13. Vgl. v. 2643 f.:
He set his lond in pes,
tat arst was ful of fight.
Vgl. auch Sir Fer. v. 675, 711, 1521 u. s. w.
Ausser Minot p. 48 : 775
We wote wele, that woning
Was wicked for to win.
das Mätzner schon anführt, vgl. The Seven Sages (Hall.) v. 2809 und Prov.
Hend. v. 234 f . :
Strong ys ahte forte gete
Ant wicke, when me hit shal lete.
Dass wick auch für quick stehen kann, ist ausser durch die von Mätzner
aus den Towneley Myst. citirte stelle namentlich noch durch Prompt. 524 er-
wiesen; was den sinn anlangt, so hat Mätz. wol an stellen gedacht, wie R. of
Gl. p. 455 :
Slou to fy^te and quic to fle.
Aber ich halte es für unmöglich, dass im dialekte unseres gedichtes diese
form vorkommen könnte.
Er wird diejenigen kennen, welche dir freundlich gesinnt sind. 781
Mätzner bemerkt zu diesen versen nichts, obwol sie etwas auffällig sind. 784 f.
Ich übersetze : Um Tristretn zu helfen, deshalb schlug er [ihn] mit eigner hand
zum ritter. Dass v. 785 das object aus dem dat. Tristrem in der vorigen zeile
ergänzt werden muss , ist allerdings eine härte. Was den ausdruck anlangt,
vgl. v. 1701 ; ferner Sir Perc v. 579 f. :
Make me knyghte with thi hande,
If it salle be donne!
Sir Egl. v. 1025 f. :
The kyng of Ysraelle hath made hym kny^t
And prynce wyth hys honde.
Vgl. auch Havel, v. 2924 und Guy of Warw. v. 5721.
place ist wol dasselbe, wie sonst battell place, vgl. Eger and Grine v. 89: 788
But in battell place ne may be distayned.
Nachträglich sehe ich, dass Wissmann, Anglia IV p. 364, note 2), dieses wort
für King Hörn v. 588 und v. 738 ebenso aufgefasst hat. In diesem sinne
findet sich place ferner gebraucht Guy of Warw. v. 580. 1896. 1908. 2046.
4980.
Mätz. bemerkt: »Das subject des inf. to don ist wol allerdings dasselbe, ygn
welches zu to ride gehört, das absolut gebrauchte verb to understand, welches
an him (Tristrem) seinen träger hat, kann füglich nichts anderes bedeuten, als
was es sonst, mit einer näheren bestimmung verbunden, bezeichnet, v. 1283 f.:
Ysonde he dede vnderstand,
What alle playes were
Danach wären die ritter bestimmt, einmal, ihm im kämpfe hülfreich zu
sein, dann, ihn zu berathen.« Ueber dieses absolut gebrauchte to understand,
dessen sinn Mätzner richtig angegeben hat, vgl. die folgenden stellen : Erle of
Toi. v. 11 56 ff. :
9*
— 132 —
He dwellys wyth the pope of Rome,
He wyll be glad of hys come,
Y do you to undurstonde.
Hier liegt die nähere bestimmung in den beiden vorhergehenden, syn-
tactisch davon unabhängigen versen. Ferner wird das verbum auch mit of
verbunden; vgl. Sevyn Sages v. 2051 f.:
We come to do the understonde
Of hid tresor in thi londe.
Auch mit to; Merl. v. 1823:
To my tale doe vnderstand !
In anderem sinne wird das verbum mit of verbunden, Sir Trist, v. 1308.
Ganz genau zu der vorliegenden stelle stimmt aber Ipom. v. 44 ff. :
I haue a sonne, that me ys dere,
That shall be eyre of all my lande :
I wille ye haue hym to vndyrstand
And to teche hym in all manere,
Lyke as he thyne owne were.
790 Mätz. bemerkt mit recht, dass So stülpe sich nicht auf das unmittelbar vor-
hergehende, sondern auf das ganze dargestellte ereigniss bezieht; es hat keinen
anderen sinn, als on heye, v. 786.
791 binden heisst hier das gemütk einnehmen] vgl. GE. v. 2692:
Luue bond hire, ghe it dede for-3i.
und meine bemerkung über diesen vers, Engl. st. III p. 311. Kyng Alis,
v. 611 :
Thy child schal beo in sorowe ybounde.
Mätzner hat im Wörterb. s. v. binden diesen übertragenen gebrauch des wortes
nicht angeführt, doch handelt er darüber Sprachpr. I p. 109, note zu v. 204.
Mhd. wird das verbum selten in diesem sinne gebraucht, vgl. Kudr. 619, 3 :
Des was sin stolzez herze gebunden mit swaere.
794 Vgl. Sir Perc. v. 1741 ff. :
Ther was no more for to say,
Bot sythene appone that other day
He weddys Lufamour, the may,
This Percevelle, the wighte.
Sir Triam, v. 151 3 ff. :
There is noe more to say,
But they haue taken a certaine day,
That they both shalbe wed.
Der sinn ist an allen diesen stellen : Dagegen durfte kein einwand mehr
erhoben werden.
800 Zum gebrauche der cardinalzahl statt der Ordinalzahl vgl. v. 3174: pe
fiften day\ ferner Le bone Flor. v. 1897 :
Of seynt Hyllary the churche ys,
The twenty day of yowle ywys,
As ye may undurstande.
Sehr häufig scheint das übrigens nicht vorzukommen ; wenigstens kann ich
von den bei Koch II2 § 282 angeführten vier me. stellen nur die erste als be-
weiskräftig gelten lassen, nämlich RG. v. 5641 :
In pe syxe and twenty e 3er of his kynedom.
V. 8291 :
In pe ^ere a pousend and four score and prettene
vermag ich nicht anders aufzufassen als unser: Im jähre eintausend und dreiund-
siebzig, wo man also gar keine Ordinalzahl erwartet. Den werth der beiden
übrigen stellen hat schon Zupitza in den noten ** und *** mit recht ange-
zweifelt. Mätzner, Engl, grammatik I3 p. 309 bringt noch einige andere be-
lege bei.
802 f. Ueber die beziehung dieser verse vgl. I p. XLIV.
805 Vgl. Sir Triam. (Hall.) v. 1562:
Wyte hym not, yf he were wode.
— 133 —
Parallelstellen für das expletive to say hat Mätzner zu dieser stelle ge- 806
sammelt.
al wird häufig zu into gefügt; vgl. Mätz. Wtb. I p. 56 a. 807
Vgl. Sir Fer. v. 1591 : 814
Or pow passye out of pys cost, me seif schal do py nede.
Ich kenne ausser v. 1375 aus der nie. litteratur nur zwei ähnliche stellen, 817
Sir Bev. v. 203 f. :
Hirn seif was boute pe ferpe some
Toward pat ferd.
Jul. v. 79:
and te sea sencte him on his prituSe sum.
Die von Mätzner z. d. st. verglichenen ae. ausdrücke : fiftena sum, seofona
sum, unterscheiden sich von den vorliegenden vor allem dadurch, dass statt
des gen. plur. der cardinalzahl hier die Ordinalzahl im nom. sing, steht. Am
leichtesten ist Sir Bev. v. 203 zu erklären und das griechische zirccQToe avxog
zu vergleichen. Erläutert wird dieselbe noch durch zwei andere ; Sir Perc.
v. 1 1 1 7 f. :
The kyng tase with hym knyghtis thre,
The ferthe wolde hym-selfe be.
Fast gleichlautend damit ist Robs. p. 59 :
The king callut on kny^tis thre,
Him seluun wole the fuyrthe be.
Die stelle aus der Jul. gibt Stratm.3 p. 543 a richtig wieder durch : htm
with thirty others, wörtlich : ihn auf seinen dreissigsten. Ich glaube aus dieser
stelle schliessen zu dürfen, dass die unsrige nicht mit Mätz. zu übersetzen ist
durchj: seine selbfunfzehnt von rittern, sondern auch: sein fünfzehnter von den
rittern ; also einer als der fünfzehnte ritter = fünfzehn ritter. Dafür spricht
namentlich auch der folgende vers :
Wip him ^ede na mare.
Ebenso ist also wol auch v. 1374 f. zu fassen:
Finde me min askeing,
Mine fiftend som of kni^t !
d. h. Gebt mir meine fünfzehn ritter mit! Auffallend ist alldings der plur.
mine vor f. s. Der ursprüngliche sing, scheint dem sinne gemäss als plur.
aufgefasst worden zu sein. —
Es ist zu bedauern, dass für diese Zahlenbestimmung die anderen texte
nicht den ausschlag geben, vgl. I p. XLII und LVIII. Doch mag bei dieser
gelegenheit bemerkt werden, dass die zahl fünfzehn als runde summe sehr be-
liebt ist; vgl. v. 3339, wo Tr. fiftene knipes and mare erschlägt. An die
letztere stelle schliessen sich an Beow. v. 1582 ff. :
Sloh on sweofote, slsepende frät
Folces Denigea fyf-tyne men
And oder swylc üt of-ferede,
Lädlicu läc.
Sir Degr. v. 1662 ff. :
He slowe the marchal of the hal,
And other gode sqwyers with-al,
Mo then fyftene.
Eger and Grine v. 432 :
Then 15 theeves with Egar mett.
Guy of Warw. v. 4451 f.:
Then came theuys fyftene,
Bolde men and eke kene.
Mit Sir Tristr. v. 817 ist zu vergleichen Guy of Warw. v. 3647 ff.:
He fonde the sowdan at hys mete,
And wyth hym XV kyngys grete
And odur men of grete valowre,
And all pey seruyd the sowdan pore.
— 134 —
Das. v. 2729 ff. :
The ryche sowdan of Sysane
(To honowre god wyll he not payne),
XV kyngys of hethynesse
And syxty amerals more and lesse,
That haue beseged the emperowre
Wyth mony knyghtys and grete socowre.
Ebenso haben damen fünfzehn mädchen als begleiterinnen bei sich ; vgL
Sir Degree v. 666 ff. :
There came a lady forth of her bower,
And with her shee had mayds 15,
That were some in red and some in greene.
Sir Fer. v. 1332 ff. :
Pe chambre stod oppon be se amidward a roch of stone ;
Perinne duelte bat maide fre, as chef of al bat wone,
And with hure maide Joyaunce, be kynges do^tre of Floyre,
Clarymounde and mayde Floraunce, and bat fayre may Baudoyre,
And obre maydens elleuene, burdes briete on boure;
XV. bar were of hem ful euene duellyng in bat toure.
Das. v. 3437:
And yz han her bob day and ny^t
Fiftene damesels fayr and bri^t,
And comen of kynges blöd.
Endlich erscheint auch eine fürstin in begleitung von fünfzehn rittern,
Amis and Amil. v. 2353 ff. :
Amorwe as tite as it was day,
The leuedi com hom al with play,
With knightes ten and fiue.
Ebenso Libius Disc. (P) v. 1279 ff-
Namentlich die zuletzt angeführten fünf stellen, wo fürsten und prinzessinnen
mit fünfzehn begleitern oder hofdamen auftreten, dürften meine obige behaup-
tung, dass nach der meinung des dichters Tristrem nicht vierzehn, sondern
ebenfalls fünfzehn mann als gefolgsleute hat, wesentlich unterstützen. Es
kommt dazu, dass in His v. 817, und Mine v. 1375 zu liegen scheint, dass
es sich um eine stetige, Tristrem beigegebene leibwache handelt. — Von ähn-
lichen stellen mit der zahl fünfzehn vgl. noch Sir Degr. v. 181 3 ff. :
Ther com tyl hir weddyng
An emperoure and a kyng,
Erchebyschopbs with ryng
Mo then fyftene.
In bezug auf die öfters wiederkehrende zahl von fünfzehn kindern in einer
familie vgl. The Erl of Toi. v. 1216 und Lüdtke's anm. z. d. st. Hierher ge-
hört auch Guy of Warw. v. 7433 f. :
I had sonnes fyftene,
Bolde men and therto kene.
Eger and Grine v. 1454 ff. :
Winglaine bare to Sir Egar
15 children, that were fayre;
10 of them were sonnes wight,
And 5 daughters fayre in sight.
Wenn in der ausgäbe v. 1454 für 15, 10 steht, so kann das nur ein druck-
fehler sein.
Ebenso von dingen; vgl. Guy of Warw. v. 41 17 ff. :
Thys bynge schall be hys medys :
XV hawkys and XV stedys
And an hundurd besawntys of golde.
Das. v. 4481 ff. :
For hym men bydde me at a tyme
Fyftene cast'els of stone and lyme
— 135 —
And XV cytees, be beste on molde,
And also many horsys chargyd wyth golde.
Vgl. auch v. 7650.
Ferner in der bestimmvtng von jahres- und tagesfristen ; vgl. Sir Tristr.
v. 3174; Sir Egl. v. 623 f. :
He seyde : God jjylde yow, lady clere !
Syr, y schalle abyde ydw thys XV yere,
Yf that ye wylle me wedd.
The Rom. of Partenay v. 1070 ■
Thys feste endured dais ful fiftene.
Vgl. Melayne v. 214; The Song of Roland v. 44.
Noch habe ich mir aus La^. bd. III folgende stellen angemerkt. Von einem
heere von 15000 mann ist die rede: v. 27759. 27814. 29295. 30430; 15000
krieger fallen in einer schlacht : v. 26694. 27759. 29896; 1500 fallen: 27054
(bei Wace plus de cent, vgl. Madden's anm.l . 27509; 15 heere: 27433;
15 meilen : 25904. 26596. Arthur blutet aus 15 wunden: 28578.
Es ist ein häufig wiederkehrender zug in diesen romanzen und in den 819 f.
ritterepen des me. überhaupt, dass gesandte immer gerade ankommen, wenn
die fürsten beim essen sitzen; vgl. King Alis. v. 1778 ff. :
Darie sat at mete, the riche kyng,
And holdith riche gestnyng
Of dukes, eorles, amiraylis,
And of soudans with murie talis,
Theo messangers alyghten alle
And hond by hond comen into halle.
Kyng of Tars v. 82 ff. :
Whon the messagers this herde seyn,
Soone thei tornede hem ayeyn
And to the soudan went.
The soudan sat at his des,
Iserved of his furste mes,
Thei comen in to the halle.
Sir Cleges v. 247 ff. :
Sir Cleges and his son gent
The right waye to Cardiffe went
Opon Cristemas daye.
To the castell he cam füll right,
As they were to mete dyght,
Anon the sothe to say.
Robs. p. 80 :
Be none of the thryd day
He funde thaym atte the mete.
Melayne v. 145 ff. :
To mete pan wente bat riche kynge,
Bot sone come there newe tydynge,
Als he in sete was sette.
The lorde of Melayne he sawe come in etc.
Es kam in solchen fällen offenbar nicht die anstandsregel in anwendung,
welche in Hugh Rhode's Boke of Nurture, The Babees Boke etc. p. 83 v. 33 ff.
so ausgedrückt ist :
If you come to another mans house
To sporte and to playe,
If the goodman be set at meate,
Returne and go your way.
Dieser vers kann dem Wortlaute nach, wie Mätzner richtig bemerkt, ver- 822
schieden erklärt werden, entweder : Sie waren die söhne von zehn königen oder
Zehn königssöhne waren sie. Für die letztere deutung spricht Torrent. v. 307 f.:
In a dongon, that is dym,
Fowyre good erylles sonnys be with hyme,
— 136 —
wo es wol niemandem einfallen wird, fowyre zu erylles zu ziehen. Aber auch
abgesehen davon ist dieselbe unstreitig vorzuziehen , obwohl ihrer ja mehr als
zehn waren; denn es »mochten ihrer zehn nur hereintreten oder die zahl un-
genau genannt werden«. Die übrigen Versionen geben keinen anhält.
823 Mätzner bemerkt : »Das wort ungesucht, soll sie wol als unerwartete, fremde
gaste bezeichnen«. Indessen können sie sich doch nicht wol selbst als solche
bezeichnen, wie Mätzner annehmen muss, wenn er das wort zum vorigen zieht.
Mätzner's eigne spätere erörterung dieses wortes, Sprachpr. I p. 362, note zu
v. 97, fördert die erklärung unserer stelle nicht. Ich vergleiche Ancren Riwle
p. 324«:
and god forloren uor sunne schal liggen unsouht fülle seoue dawes.
und gott, verloren durch sünde, soll ungesucht liegen volle sieben tage, ziehe das
wort zum folgenden satze und übersetze : Ungesucht, d. h. unaufgefordert, aus
eignem antriebe brachte jeder von ihnen bärenköpfe zum geschenk.
824 f. Wenn ich I p. XLIV den eigenthümlichen zug, dass Tristrem und
seine begleiter dem herzog köpfe von wilden baren zum geschenke bringen,
nicht zu erklären wusste, so ist es mir jetzt ganz unzweifelhaft, dass wir hierin
wieder eine specifisch englische sitte zu sehen haben, welche unser dichter in
den stoff eingefügt hat. W. Scott bemerkt z. d. st.: »The head of the wild
boar, as a rarity bought with some danger, was a splendid dish in the middle
ages, and therefore a fit present to a prince. At christmas festivities, it was
a standing dish at the tables of the great«. In einer version der romanze :
The Boy and the Mantle , welche die episode beim weihnachtsfeste sich ab-
spielen lässt und welche u. a. abgedruckt ist in Karajan's Frühlingsgabe für
freunde älterer literatur (Wien 1839) p. 36 ff., heisst es v. 141 ff.:
Then towards King Arthur's table
The boy he turn'd his eye,
Where stood a boar 's head garnished
With bayes and rosemarye.
In einer ausführlichen note zu dieser stelle, p. 50 ff., sind nach Ritson
eine anzahl hieher gehöriger Strophen aus weihnachtsliedern ausgehoben , die
ich hier wiederhole, da manchen meiner leser wahrscheinlich weder Ritson's
Ancient Songs noch Karajan's büchlein zur hand sind :
The borys hede that we bryng here,
Betokeneth a prince with owte pere,
Ys borne this day to bye vs dere,
Nowell.
A bore ys a souerayn beste,
And acceptable in euery feste,
So mote thys lord be to moste and leste,
Nowell.
This borys hede we bryng with song,
In worchyp of hym that thus sprang
Of a virgyne to redresse all wrong,
Nowell.
In Queen's College, Oxford, soll noch 18 10 zu Weihnachten ein ähnliches
lied gesungen worden sein, dessen eine zeile :
Bedeck'd with bays and rosemary
genau zu der oben angeführten stelle aus der ballade stimmt. Dass aber ein
bärenkopf nicht blos ein weihnachtsgericht war, sondern auch sonst bei festi-
vitäten eine grosse rolle spielte, ja in der regel als erstes gericht aufgetragen
wurde, erhellt aus zwei liedchen, betitelt: 'The Boris hede für sf und , The
Boar's Head1 , welche in The Babees Boke p. 397 f. abgedruckt sind. Dass
er bei hochzeitsschmäusen üblich war, zeigt eine anweisung : For to make a
feste for a bryde , a. a. o. p. 375. Hierher gehört endlich noch der anfang
eines liedes zu ehren des heiligen Stephanus, welchen ebenfalls Karajan nach
Ritson a. a. o. mittheilt:
Seynt Steuene was a clerk in Kyng Herowds halle,
And seruyd him of bred and cloth as euer kyng befalle.
— 137 —
Steuyn out of kechon cam with boris hed on honde,
He saw a sterre was fayr and bry^t ouer Bedlem stonde.
He kyst adoun the bores hed and went in to the halle :
»I forsak the, Kyng Herowds, and thi werks alle.
I forsake the, Kyng Herowds, and thi werks alle,
Ther is a chyld in Bedlem born is better than we alle.
Aus diesen Strophen mit Karajan zu schliessen , dass dieselbe sitte am St.
Stephanstage galt, sehe ich keinen grund. Sie liefern blos einen weiteren be-
leg dafür, dass bärenköpfe an der tafel der könige ein beliebtes gericht waren.
Auch der Zusammenhang mit Weihnachten ist hier ein mehr zufälliger ; nicht
so in den früher citirten Strophen: Da der bär ein könig der thiere ist, so
kann er symbolisch einen mächtigen herrscher bezeichnen , in erster linie also
den am weihnachtstage gebornen Christus. — Jetzt verstehen wir auch, weshalb
es für den herzog Morgan hier sehr schmeichelhaft sein muss, wenn ihm bä-
renköpfe zum geschenk gemacht werden. Freilich zeigt sich gerade in der ein-
fügung dieses zuges die Ungeschicklichkeit des englischen dichters, denn nichts
kann Tristrem ferner liegen, als dem mörder seines vaters ein solches, compli-
ment darzubringen.
Für forlig gen im sinne von adulterare hat Mätzner Wtb. II p. J76 f. beleg- 828
stellen angegeben , andere finden sich bei Stratm. s. v. Es mag hinzugefügt
werden, dass das wort auffallender weise auch von der ehelichen begattung ge-
braucht wird ; vgl. Schorh. p. 67 :
And ^yf py wyf hebbep a child,
Wane pou he (1. hy) hest forleye.
Mätzner bemerkt mit recht, in tviis liege eine anspielung auf die zwei-
malige gefahr, welcher Rohand durch seine nachlässigkeit den Tristrem preis-
gegeben zu haben meint; einmal als er ihm zu schiffe entführt ward, zum
zweiten male in der gegenwärtigen läge.
Gewöhnlicher als to armes ist die romanische form as armes ; vgl. Mätz- 832
ner, Sprachpr. I p. 245, note zu v. 2103.
Ueber die anrede Sir vgl. Skeat zu P. PI. B. Pass. XV v. 120. Dass in 838
ähnlicher weise God look you in den Towneley Mysteries vorkommt, führt Mätz.
z. d. st. an. Aber auch in älterer zeit findet sich dieser ausdruck öfters> vgl,
Sir Perc. v. 883 ff.:
He put up his umbrere one hight,
And said : Syr, god luke thee !
The childe sayde : God luke the !
The knyght said : Now wele the be !
Torrent v. 2150 f.:
God loke the, lady free !
What makist thou in this contre?
Piers PI. Pass. I v. 207 :
I may no lenger lenge pe with : now loke the owre lorde !
An der letzteren stelle allerdings nicht bei der begrüssung, sondern beim ab-
schied. In gleicher weise wird sen gebraucht; vgl. Skeat zu Chaucer, Group
C. v. 715; Zup. zu Guy v. 163. Andere begrüssungsformeln sind folgende:
The Babees Boke etc. p. 3 v. 58 f.:
Whenne yee entre into your lordis place,
Say first : God spede !
Das. p. 401. v. 70 ff.:
Iff pou eny gode man or woman mete,
Avale thy hode to hym or to here
And bydde god spede dame or sere.
Das. p. 306, v. 251 f.:
Vf pou mete kny^t, ^oraon or knaue.
Haylys hym anon : Syre, god ^ou saue!
Ausführlicher ist Guy of Warw. v. 1223 f.:
God, pat dyed on a tree,
Sur, he seyde, saue the !
— 138 —
839 H Auf die Zweideutigkeit im ausdruck hat Mätzner mit recht aufmerksam
gemacht; vgl. I p. XLIV. an ist synonym mit love. Wenn es Mätzner auffällig
ist, dass unnen hier den acc. bei sich habe, während es in der regel den dativ
regiert, so ist doch zu bemerken, dass ße ebenso gut als dat. wie als acc. ge-
fasst werden kann.
843 Vgl. Hall. p. I37b--
And summe banne pe and somme blesse.
Beide verba stehen hier ohne object intransitiv.
851 Dass der vers überladen ist, bemerkt Mätz. mit recht. Auch ich glaube,
dass pan, nicht Certes zu streichen ist, da keine der im gedichte sonst üblichen
bedeutungen von pan hier passt.
52 — 8 V. 852 — 8 interpungire ich ebenso wie Mätzner, nur mit dem unterschiede,
dass ich den satz für eine frage halte. Mätzner erklärt : Da du so gesagt hast,
es müsse er satz gewährt werden, so schliesse ich daraus ', dass du so eben hurtig
von deinem verwandten, Mark, gekommen bist, d. h. dass dein oheim Mark da-
bei im spiel ist. Ich finde diesen aussprach für die vorliegende scene sehr matt
und übersetze vielmehr : Da du dich dahin geäussert hast, es solle ersatz gewährt
werden — bist du etwa des s kalb, stolzer Jüngling, meiner treu, so eilig von dei-
nem oheim Marke gekommen? Daran schliesst sich dann sehr gut der inhalt der
folgenden Strophe.
859 pou schalt abide ! heisst hier sicherlich: darauf kannst du lange warten!
d. h. du wirst nie bussgeld erlangen! In demselben sinne wird das verbum
v- T349 gebraucht. Die bedeutung abuy, die Scott angesetzt und M. in der
note wenigstens nicht direkt verworfen hat, scheint das wort um diese zeit noch
nicht zu haben , obwol bye sich allerdings in ganz ähnlichem zusammenhange
findet; vgl. Sir Degr. v. 737 ff.:
Sehe said : Tratur, thou shalt bye !
Why were thou so hardye,
To do me this vylanye
By day ar by ny^th?
Guy of Warw. v. 609 f.:
Traytur, he seyde, pou schalt abye !
Why smote pou Oton of Payuye?
Das v. 3709 f.:
Sowdan, he seyde, pou schalt abye
Furste of all thys Company e!
Vgl. auch das. v. 5081 ; The Sowdon of Bab. v. 1094 mit Hausknechts note.
860 to fand braucht hier nicht »geradezu für to find zu stehen«, wie M. in
der note meint. Der sinn ist : Narren wähntest du auf die probe zu stellen.
861 hide bezieht sich hier wol auf die heimliche entführung.
862 In hurerei verstrickte er sie, oder: In hurerei verband er sich mit ihr.
866 Vgl. Skeat zu P. PI. C. Pass. VII v. 138.
874 f. V. 874 f. sind in der hs. übersprungen. Mätzner bemerkt mit recht, dass
in denselben die tödtung Morgan's durch Tristrem berichtet worden sei ; ausser
G. v. 5454 ff. vgl. S. p. 28, 27 ff.
876 f. Hier hat die phrase come to toun offenbar nicht den gewöhnlichen sinn :
zurückkehren, vgl. Skeat zu Group B. v. 2028; Engl. st. IV p. 497; Madden:
Glossarial Remark zu La^. v. 24198, sondern der dichter meint: Gerade da
war Rohand mit sehr guten hülfstruppen in der Stadt [d. h. der hauptstadt des
herzogs] eingetroffen.
885 Vgl. Sir Amad. v. 592:
And ylke day Schaftes schake.
887 Vgl. Wissmann zu King Hörn v. 151 5 f.
889 Saunfayl ist ein häufiges flickwort, besonders auch gebraucht zur ausfül-
lung kurzer zeilen ; vgl. Bödd. Pol. 1. VI v. 60 f.:
^ef hee mowen him hente, ichot he bip forlore
Sauntz fayle.
890 Ueber none vgl. Skeat zu P. PI. C. Pass. IX v. 146. Zur sache vgl. Amis
and Amil. v. 131 8 f.
— 139 —
From morwe to none, withouten faile,
Bitvixen hem last the bataile,
Dieselben worte zur ausfüllung einer kurzzeile Sir Gaw. v. 486. 900
In ban wird jetzt niemand mehr mit Scott einen eigennamen erblicken. 901
Vgl. Hörn Childe LXVIII, 7 ff.:
King Malkan was mi faders ban,
And now for sobe ich have him slan,
Fe sobe for to sain.
Vgl. Sevyn Lages v. 3001 f.: 902
He made him Steward of al his land,
And bad the men bow til hys hand.
Sir Perc. v. 1765 ff.:
Wele weldede he that lande,
Alle bewes to his honde,
The folke, that he byfore fonde,
Knewe hym for kyng.
Aehnlich Sir Isumbr. v. 297 f. :
And scho salle be lady of alle my lande,
And alle salle bowe hir to fote and hande,
Vgl. La^. v. 2808 ff.: 903
He sette bis lond,
He sahtnesse wrohte,
He sette stronge lawen.
Vgl. zur sache Sir Bev. v. 3330 ff.: 909
Fet me, aseide, me ^erde of golde !
Gii is fader was me marchal,
Also Beues, is sone, schal.
His ^erd he gan him her take.
Vgl. ferner Hauel v. 2516 und Skeat's note z. d. st.
I p. XLV habe ich es als auffällig bezeichnet, dass Rohand hier auf ein- 914
mal fünf söhne hat; ein fehler in der hs. kann nicht vorliegen, da das wort
im reime steht; »ist diese zahl etwa überhaupt nur des reimes wegen gewählt?«
Für die richtigkeit dieser auffassung spricht ein ganz analoger fall im Torrent,
wo es v. 325 f. heisst :
Owt he toke thys chyldyryn fyve,
The feyrest that were on lyve
Ihold in anny sted.
obwol vorher (vgl. o. zu v. 822) nur von fowyre good erlys sonnys die rede
war. Vgl. o. zu v. 249.
Vgl. Mätzner Sprachpr. I p. 159, note zu v. 164. Ausser den dort citir- 918
ten parallelstellen vgl. Sevyn Sages v. 151 1 :
What helpeth hit lenger tale?
Das. v. 1617:
What helpeth hit ani more seid?
Sir Fer. v. 1602 :
What halt hit muche her of to teile, to drecchen ous of our lay?
Die phrase ist identisch mit dem häufig begegnenden wipouten strif.
Vgl. Mätz. zu The Owl and the Night, v. 719. 924
Vgl. v. 1390 : 926
Riche was his schip fare
V. 932 ist sachlich überflüssig, da der inhalt desselben schon in newe hin- 931 f.
reichend ausgedrückt ist.
Hier kann der sinn von on hand nur sein: in seiner nähe. Anders v. 427. 935
Ueber latoun vgl. Skeat zu Chaucer, Group C. v. 350. 04,
londes sc. Irlands. q<-2
pai dede obade bietetet die hs. Aber Mätz. bemerkt mit recht, dass obade qrj
nicht wol für abide stehen kann und dass auch die Umschreibung mit don hier
auffällig ist. Sein Vorschlag, pere für dede zu schreiben, erscheint mir sehr
annehmbar; vgl. v. 1921 und 2634. Der sinn von v. 956 f. ist also: Sie (sc.
— 140 —
Tristrem und seine gefährten) erblickten Moraunt's schiff und warteten dort den
tagesanbruch ab, ehe sie sich nach dessen bestimmung erkundigten.
968 Für das überlieferte pa ist wol ebenso wie in Dame Siriz v. 140 (vgl.
Mätzner z. d. st.) ~pat zu lesen. Doch kommt auch sonst pa für pat vor ; vgl.
Skeat zu Havel, v. 175,
969 f. Um den namen hervorzuheben, ist pe king of Yrlond als absoluter nominativ
vorangestellt und dann v. 970 durch his darauf bezug genommen ; eine keines-
wegs seltene construction, vgl. v. 3329 f. und Sir Triam. (Hall.) v. 793 ff.:
Then that lady of grete honowre,
Whyte as lylly flowre,
Hur love was on him lente.
974 Zu diesem verse bemerkt Mätz. nichts und führt auch im Wtb. s. v. bi-
ginnen diese stelle nicht an. Ich übersetze : Bei ihm begann das unrecht, d. h.
er hat uns zuerst unrecht gethan. Eine genaue parallelstelle vermag ich frei-
lich nicht anzuführen.
975 Mätz. bemerkt: »Scott nimmt held für das präsens, indem er erklärt : pledge
my hand , gloss. s. v. held. Doch ist hier wol nur an die von dem könige
ehemals eingegangene Verpflichtung zu denken, und held daher für das prät.
anzusehen.« Wenn dieser vers wirklich zu der rede Marke's gehört, so bezieht
er sich aber doch gewiss zunächst auf den inhalt des unmittelbar vorhergehen-
den : ich kann einen eid darauf leisten , sc. dass der könig von Irland mich
vergewaltigt hat. Dann wäre also held mit Sc. als präsens anzusehen. Die
betr. zeile kann aber ebenso gut zu Tristrem's antwort gehören , der die Ver-
sicherung gibt, Moraunt solle trotz seiner macht seinen willen nicht durchsetzen.
Dieser auffassung gebe ich entschieden den vorzug, und habe demgemäss im
texte interpungirt. Natürlich ist auch so held eine präsensform.
978 Vgl. v. 1288 und 1528:
£e quen, bat michel can.
V. 1932:
V. 2830:
980 f. Vgl. v. 1838 f.
As man that miche kan,
Tristrem, bat michel can.
Mark to conseyl ^ede
And asked rede of po to.
Es scheint dies ein stehender ausdruck für die berathschlagung eines kö-
nigs mit seinen räthen zu sein.
982 f. Der könig sagt hier nur wieder genau dasselbe, was er v. 972 zu Tristrem
geäussert hatte. Dasselbe wiederholt er zum überfluss v. 987 f. nochmals in
negativer ausdrucks weise.
998 Vgl. die Zusammenstellung ähnlicher ausdrücke bei Zielke a. a. o. p. 12 f.
1009 f. Vor dem könig zu beweisen, sc. dass ihr mir zins schuldet, mit beziehung
auf v. 1005, und zwar so, dass man es klar sieht.
1012 Nach diesem verse vergisst der dichter uns zu sagen, was in G. v. 6757 fr.
erzählt wird. Bei Schilderung einer ganz ähnlichen Situation heisst es Guy of
Warw. v. 7963 ff.:
Forthe pey wente to that batayle
Hastelye, wythowte fayle,
To an yle besyde the see,
There the batayle schulde bee.
Aehnlich das v. 10131 ff.
1022 Vgl. King Hörn v. 99 ff.:
^ef pu to liue mote go
And pine feren also,
^ef hit so bifalle,
2^e scholde slen us alle.
G.E. v. 627 ff.
Ilc seuende der of clene kin,
£>e was holden in arche wict-hin,
— 141 —
And leten de octre to liue gon,
Of hem ben tudered manigon.
Der entgegengesetzte ausdruck to dcpe go begegnet Erle of Toi. v. 1016 f.
Therfore sehe schall to dethe goo
All agayne the ryght.
Guy of Warw. v. 1925 f.:
We muste nede oon of the two :
Othur to defende vs or to dethe go.
Seynt Mergr. v. 26 :
For hir fader hadde beden, to dep bat sehe schuld go.
Aehnlich Sir Egl. v. 154 ff.:
And y myght turne to my lyfe,
Y wolde wedde yow to my wyfe,
Yf that yowre wylle were.
G. berichtet das gegentheil; vgl. v. 6727: 1024
Ein kleiniu insel in dem mer,
Vgl. Ipom. v. 1798: 1030
But eyther of theym to othyr gan ryde.
Vgl. Sir Gavv. v. 1202 f.: 1032
And sayned hym, as bi his sa^e be sauer to worthe,
With hande.
Persönliche bemerkung des dichters. io33 f-
Ueber raundon vgl. Herrtage zu Sir Ferr. v. 101, Hausknecht zu The Sow- 1035 ff.
don of Bab. v. 201.
Vgl. Libius Disc. (P) v. 355 ff.:
Then noe longer they wold abyde,
But the one to the other gan ryde
With greatt randaun.
Es ist bemerkenswert]! , dass nicht nur die unmittelbar folgenden verse
ebenfalls einer stelle des Sir Tristrem sehr nahe stehen, sondern der ganze ver-
lauf des kampfes in beiden texten sehr ähnlich ist; man vgl. v. 1044 f. mit
Libius Disc. v. 365 f.; v. 1046 mit v. 368 f.; v. 1059 ff. mit v. 374 ff.; v. 1068 ff.
mit v. 387 f.
Das händschriftliche scheid hat bereits Scott in der zweiten auf!., freilich 1045
ohne etwas darüber zu bemerken, in feld geändert, und, wie mir scheint, mit
vollem rechte. Mätzner ist zwar das gleiche reimwort in v. 1043 und hier nicht
anstössig gewesen, aber ich halte es für direkt unerträglich, während die lesart
feld durch den anfang der nächsten strophe :
Up he stirt bidene
And lepe opon his stede,
direkt bestätigt wird. Denn diese worte haben doch nur dann einen sinn,
wenn der ritter vorher vom rosse geworfen ist. Man vgl. ausserdem Sir Degr.
v. 1293 f.:
And strykus the duk thorw the scheid
Wyd opon in the feld.
Kyng of Tars v. 1104 ff.:
And smot him so on the scheid,
That he fei in to the feld,
Among that houndes fei.
Vgl. auch das. v. 1063 f. und 1 1 34 f.
In dieser zeile steckt jedoch noch ein fehler, he v. 1046 muss nämlich
Moraunt sein, wie sich aus dem reste der strophe, bes. v. 1050 f. sicher ergibt.
Ferner kann unmöglich der lanzenstoss Tristrem's zu folge haben, dass er,
Tristrem, aus dem sattel geworfen wird , sondern dies kann nur Moraunt tref-
fen. Ich bin daher dessen sicher, dass v. 1045 für him, he zu schreiben und
auf Tristrem zu beziehen ist, während Moraunt v. 1044 als acc. anzusehen ist.
— 142 —
So gut wie der abschreiber mit dem äuge von pe feld auf in /je scheid, v. 1043,
abgeirrt ist, ebenso kann er auch das him aus v. 1042 hier eingesetzt haben.
1048 f. Das bild vom wolfe , nur weiter ausgeführt, findet sich auch King Alis,
v. 2183 ff.:
Alisaundre ferde on eche half,
So hit wore an hungry wolf,
Whan he comuth amonges schep,
With toth and clawes bygynnyth to frete.
Aehnlich das. v. 2417 ff.; v. 3271.
105 1 Vgl. Sir Degr. v. 900:
I lete for no dred.
Skelton, The bowge of Courte v. 90:
I auyse you to speke, for ony drede
und Dyce's note dazu, II p. 106 f.
Noch genauer zu unserer stelle stimmt Sir Fer. v. 1787 :
For drede of him ne his maygny nel ich spare no^t.
Vgl. auch das. v. 2396:
Stel me pe gurdel, gode Manbyn, ne spare bov for no fere !
1052 Eine leicht sichtbare wunde.
1056 Vgl. Sir Degree v. 777 f.:
The smote together hard in soothe,
That Sir Degrees horsse backe brake in 2.
Das v. 849 f.: 1
They smote together soe hard in soothe,
That their horsses bacckes brake bothe.
1065 Saunfayl ziehe ich hier zum folgenden.
1070 f. Vgl. Eger and Grine v. 1042 f.:
A quarter of his sheeled away his gone ;
The other he claue in tow,
That it feil into the feyld soe far him froe.
1090 Man beachte die von Mätzner zu diesem ausdruck gegebenen parallelstellen.
Vgl. Sir Perc. v. 1935 f.:
To do that lady no lothe,
That pendid to vilany.
Sir Degr. v. 1301 :
7,et she spekys a word of pride.
Kyng Alis. v. 2093 :
There was mony word of pruyde,
1092 Zum gebrauch von side hier und v. 2247 vgl. Zielke a. a. o. p. 18.
1093 Zum ausdrucke vgl. Bödd. Pol. 1. VI v. 25 ff.:
Sire Edward, oure kyng, bat ful ys of piete,
Pe Waleis quarters sende to his oune contre,
On four half to honge, huere myrour to be,
Per opon to penche, bat monie myhten se
Ant drede.
1094 f. Eine ungenaue construction, statt : Wenn noch mehr von euch hieher reiten
wollen, so sollen sie so zugerichtet zu erden, ist gesagt : Mehrere welche h. r. w.,
so sollt ihr so z. w.
Eine ganz ähnliche Situation findet sich bei La^. v. 27879 ff., wo es sich
um den tod des Königs Luces handelt. Dort heisst es von Arthur :
And grette Rom-weren alle
Mit grseten ane huxe,
And seide bat he heom sende
Pat gauel of his londe,
And efte wolde heom alswa
Senden heom gretinge ma;
7,if heo ^irnen wolden
Of Arctures golden etc.
— 143 —
Man beachte den poetisch wirkungsvollen gegensatz: wip sorwe — wip ioie. 1096 ff.
Dieses gebrauches wird in den englischen ritterromanzen nicht oft gedacht; 1101
ich habe mir wenigstens nur zwei stellen angemerkt: Squyr of 1. d. v. 239 ff.:
There [sc. in Ierus.] must you drawe your s werde of were,
To the sepulchre ye must it bere
And laye it on the stone
Amonge the lordes euerychone,
And offre there florences fyve,
Whyles that ye are man on lyve ;
And offre there florences thre
In tokenyng of the trynyte.
Sir Ottuell v. 334 f. :
Rowlande offrede Droundale, his brande,
Boghte it agayne with golde at hande.
In frz. texten begegnen wir dieser sitte häufig.
Vgl. Engl. st. IV p. 502, meine bemerkung zu Wülcker's Leseb. II, 19, 1111
40; namentl. auch Martin zu Kudr. 543, 4.
Die Verbindung von comep mit dem blossen dativ him statt to him ist auf- 1115
fällig und ich weiss keine parallelstelle dafür beizubringen. Ueber wide whare
vgl. Zup. zu Guy v. 8222.
Vgl. Sir Perc. v. 1062 ff. : n 23
The kyng to carebedd es gane,
For mournynge es his mäste mane,
He syghes fülle sore.
Das wort carebed fehlt bei Mätz. und Stratm.
Sie hatten gethan, was sie vermochten, nicht was er wünschte. Für he ist 1 1 3 2
also wol pai einzusetzen.
Das kann dem Wortlaute nach zweierlei heissen, entweder: Bringe ein 1147
schiff zu mir, oder Zu einem schiffe bringe mich. Die letztere Übertragung ist
natürlich inhaltlich die allein richtige.
Vgl. Sevyn Sages v. 1233: 1149
Gold and silver to wille he wan.
Scott übersetzt glossar s. v. son, dies wort mit to send. Aber weder 0 11 50
statt e noch das fehlen des d ist zu erklären. Es ist einfach send dafür ein-
zusetzen.
Zu dieser rhetorischen frage vgl. o. zu v. 265. iJ54
Ueber die auslassung vo he vgl. Zup. zu Guy v. 10. Nach einem ge- 1157
nitiv dürfte dieselbe indessen doch selten sein.
Vgl. v. 1301 : 1162
A winde to wil hem blewe.
= v. 1698. Vgl. Mätzner, Sprachpr. I p. 165, note zu v. 115.
Während v. 1698 to wil einen guten sinn gibt, scheint es hier nur formel-
haft gesetzt zu sein, denn Tristrem wollte ja eben garnicht nach Irland. Vgl.
auch die note zu v. 1163.
Der sinn von per him was boun ist nicht klar: wo für ihn bereit war sc. 1163
die heilung, oder wohin er gestrebt hatte? Gegen die letztere deutung spricht
namentlich v. 1182
Vgl. v. 1393: 1165
Deuelin hat be toun.
Vgl. über diesen namen W. Hertz, note zu Tristan und Isolde, p. 581.
Für stive gibt Stratm.3 p. 534^ unter anführung dieser stelle und Will, of n 69
Pal. v. 3033 nur die bedeutung stiffen an; dieselbe ist auf die zweite stelle
Pe hote sunne hadde so hard be hides stiued
= Die heisse sonne hatte die häute so hart gesteift etc. wol anwendbar ; hier
kann ich derselben keinen sinn abgewinnen. Die von Scott im glossar s. v.
gegebene bedeutung : to stave or push with poles ist wol nur für diese stelle
— 144 —
gerathen. Nun heisst ne. stive, stopfen, einpfropfen, was wenigstens einiger-
massen passt. Auffallend ist freilich der plur. botes.
1 1 75 Heisst vnsounde hier: als einen kranken, oder ist es adverbiell als: elend,
schmerzlich zu fassen, wie Maxim, ed. Varnh. (Anglia III p. 280) v. 144? Das
fehlen des artikels in diesem gedichte zwingt uns zu der letzteren auffassung
noch nicht, wol aber die parallelstelle v. 3342, wo keine andre zulässig ist.
1196 f. Vgl. Sir Gaw. v. 2383 f.:
Of trecherye and vn-trawpe bope bityde sor^e
And care.
11 98 f. Vgl. Lonelich's Hist. of the h. grail Ch. LH. Die Situation ist ähnlich.
Auch dort handelt es sich um die vergiftete wunde eines ritters, namens Piers,
der in einem fahrzeuge allein an ein fremdes ufer angetrieben wird. Auch
dort nimmt eine prinzessin sich seiner an und äussert sich zu ihren hofdamen
über ihn so (v. 131 ff.) :
For a worthy knyht hath he be,
As me semeth be his degre,
And ^if in helthe that he were,
A semeliere persone nowher nere.
1202 Zupitza bemerkt Anz. f. d. a. VI p. 27: »Der erste theil von lossum,
lossom, lussum ist nicht loue, sondern lust. Vgl. mhd. lussam , ahd. lustsam,
got. lustusams, alts. lustsam. Ettmüller 182 belegt ae. lustsumlic.« Er hätte
noch das altnorw. lystisamligr (Stjörn) beifügen können. Da aber auch ae.
lufsum, me. louesom, luffsum genügend belegt sind, so kann der erste theil
von lussum, lossum ebenso gut auf love als auf lust zurückgeführt werden. —
Was under line betrifft, so vgl. Mätzner's anm. zu V gaudia v. 49 ; Furnivall
zu Eger and Grine v. 251 ; Varnhagen zu Max. v. 149, Anglia III p. 284,
Martin zu Kudr. 480, 1 ; bezüglich dieses ausdrucks, bei männern angewendet,
füge ich einige weitere nicht uninteressante belege bei ; schon in ae. zeit findet
sich degl., Beöw. v. 340 fr.:
Him pä ellen-rof andswarode,
Wlanc Wedera leöd, word äfter spräc,
Heard under helme :
Vgl. ferner Sir Egl. v. 158 ff. :
Syr, ye are a nobylle knyght
And comyn of gentylle blöde,
And ever trewly undur the schylde.
Le bone Flor. v. 26 f. :
Syr Otes the grawnt hyght that gome,
That wyght was undur schylde.
Robson p. 57 :
bold vndur banere.
Wenn Chaucer, Sir Thopas v. 76fr. sagt:
Me dremed al this night, parde,
An elf-queen schal my lemman be,
And slepe under my göre,
so spielt er mit diesem wol einzig dastehenden ausdrucke vielleicht an auf ty-
pisch gewordene redensarten wie godlich under göre. Auf engliche leser musste
die so ins grob sinnliche herabgezogene wendung ausserordentlich komisch
wirken.
1204 Vgl. The Seven Sages (Hall.) v. 1150 f. :
Tho hadde he slane hys cosyne,
That couthe wel of medecyne.
diese stelle spricht dafür, dass auch im vorliegenden verse of med. nicht
von mest abhängig ist, sondern von coupe. Diese construction ist auch sonst
nachweisbar, vgl. The Seven Sages (Hall.) v. 93 f. :
Sire, I have servyd the z,are,
Sythen I couthe first of lare.
— 145 —
Guy of Warw. v. 1260.
Of all wowndys, for sope, he knewe.
Das. v. 9161 f. :
And Gye hym grett hendelye,
As a man, that cowde of curtesye.
Koch II2 § 118 ff. werden diese verbä des könnens nicht unter denen auf-
geführt, welche den genetiv regieren.
Ueber die kenntnisse der frauen in der heilkunst vgl. Schultz a. a. o. I
p. 157 ff. ; Lichtenstein, Anz. f. d. a. VII p. 105 ; Kölbing, Germ. XX p. 234.
tables und ches sind gewöhnlich zwei verschiedene spiele; vgl. Ayenb. 1227
p. 52 (M.):
Me deb manye kueades ate ches ober ate tables,
Guy of Warw. v. 3039 ff. :
Go we now to chaumbur same
On some maner to make vs game,
To the chesses or to ihe tabels
Belege für die Unterscheidung von esches und tables bietet Mätzner,
Sprachpr. I p. 245, note zu v. 2096; ferner Schultz a. a. o. I p 4 1 3 3J . Hier
sind darunter wol das damenbrett und die Schachfiguren zu verstehen.
Ein durch den englischen dichter hier eingetragner schwur, der ihm ja 1228
nahe genug lag.
Swiche natürlich auf Tristrein zu beziehen. 1229
Zum sinne vgl Sir Isumbr. v. 491 ff.: 1244fr.
And of his paynnes sare gunne thame rewe,
llke a daye thay made salves newe
And laid thame tille his wondes.
Thay gafe hym metis and drynkis lythe
And helid the knyghte wondir swythe
And within a lyttille stownde.
Vgl. Bödd. W. L. V v. 37 IT. : 1258
Heo hap a mury mouht to mele,
Win lefly rede lippes lele,
Romaunz forte rede.
Iwayne v. 3087 ff. :
A lady sat with tham in fere,
The mayden red, as thai myght her,
A real romance in that place,
Bot i ne wote of wham it was.
Eger and Grine v. 627 ff.:
Into a window Sir Egar yeede,
Bookes of Romans for to reede,
That all the court might him heare.
Scott p. 406 theilt mit: When Robert the Bruce ferried his few faithful
followers over Loch-Lomond, in a boat, which held but three men at a time,
he amused them by reading the famous romance of Fierabras; Barbour,
Book III :
The king the quhiles meryly
Red to thaim, that war hym by,
Romanys of worthi Ferambrace.
Am genauesten zur vorliegenden stelle stimmt Hörn Childe XXIV, 10 ff. :
Harpe and romaunce he radde ari^t,
Of al gle he hadde insii;t,
rat in lond wäre.
Die zusammenfügung von harpe und romaunce mit dem verbum reden ist
allerdings auffällig.
Die drei letzten belegstellen sind besonders darum interessant, weil hier
ein mann romanzen vorliest ; sonst pfiVgten dies — in früherer zeit wenigstens
Kölbing, Sir Tristrem. jq
— 146 —
— blos die frauen zu thun, da sie in der regel allein des lesens mächtig wa-
ren. Belege aus altfrz. und mhd. dichtem bringt Schultz bei, a. a. o. I p. 124.
1261 Der ausdruck pointes scheint sich nach v. 1265 auf das Schachspiel und
die dabei anzuwendenden kniffe zu beziehen. Parallelstellen für diesen ge-
brauch des wortes wären erwünscht.
1266 Mätzner, Sprachpr. I p. 247, note zu v. 2188, weist darauf hin, dass die
bestimmung of pris in der regel nur zu gattungsnamen, selten, wie hier, direkt
zu eigennamen gefügt wird.
1267 Vgl. v. 1563 :
Ysonde bri^t of hewe
= 1651 und 1704.
Le bone Flor. v. 1263 :
He tolde Florence, bryght of hewe,
Merline v. 1354 :
And for shee is fayre and bright of hew,
Guy of Warw. v. 121:
Goode he was and bry^t of hewe.
Das. v. 4009 :
Sehe ys feyre and bryght of hewe.
Vgl. Melayne v. 783; Sir Ottuell v. 414.
1268 Ueber fow and griis vgl. u. a. Schultz a a. o. I p. 271; Seiler, Cultur-
historisches aus dem Ruodlieb p. 18, note 1 ; Mätzner Wtb. II p. 66.
1269 Scharlach wurde vielfach zur gewandung der damen verwendet; besonders
wol für den mantel. Dass der Stoff den namen führt ohne dass die färbe
massgebend ist, bemerkt Schultz a. a. o. I p. 269 f. Vgl. Eger and Grine
v. 369:
A scarlett mantle hath shee tane.
Das. v. 215 :
Shee was cladd in scarlett redd,
= v. 793-
1271 pat men knewe bezieht sich nicht auf non, sondern auf craft; in geschick-
lichkeiten, von denen die leute [überhaupt] wussten; vgl. Sir Perc. v. 251 f . :
With alle the crafte that I kanne
Reghte so schalle I pray.
1273 f. von dem alle Unterhaltungen entsprangen, auf dem gründe, d. h. der alle
geselligen fertigkeiten von grund aus verstand.
1281 f. Vgl. Sir Isumbr. v. 564 f. :
The riche qwene in haulle was sett,
Knyghttes hir serves to handes and fete,
Sir Amad. v. 626 f. :
He commandyd his men, y vnderstonde,
For to serve hym at fote and honde.
Vgl. auch Ass. v. 68. Etwas anders Guy of Warw. v. 4133 f.:
I schall geue the golde sehynande
And serue from fote to hande.
1290 f. Wer einen unbekannten pflegt, [der hat stets undank davon, denn] jener
strebt stets wieder danach, weg zu ziehen.
1297 Vgl. Li bone Flor. v. 1700 ff. :
And than he lefte hur thare
And betaght hur god and gode day,
And bad hur wende on hur way,
Ipom. v. 567 f. :
They toke leve and wente her way
And bytaught the lady gode day.
Guy of Warw. v. 2754 f. :
Gye his hande on hym layde
And betaght hym gode day.
god day steht hier etwa für günstiges Schicksal.
— 147 —
Vgl. Sir Isumbr. v. 352 f. : 1299
Thay drewe up sayle of ryche hewe,
The wynde thame sonne owte of havene blewe
V. 352 kehrt wieder in The Emp. Oct. v. 481. Vgl. ferner Chaucer's
Legende of g. w., Cleop. v. 75 :
Fleeth ek the queene with al hir purpre sayle.
Scott z. d. st. vergleicht Berner's Froissart, Vol. II, fol. LXI. The lords of
France, when about to invade England
»made baners, penons, standerdes of sylke, so goodlye, that it was
marvayle to beholde them : also they paynted the mastes of theyr
shippes fro the one end to te other, glytering with golde, and devyses
and armes : and specially it was shewed me, that the Lord Guy of
Tremoyle garnyshed his shippe rychely ; the paintyngs that were made
cost more than two thousande frankes.«
Freilich ist dort nicht direkt von bunten segeln die rede ; über diese sitte
specieil vgl. meine note zu I p. 27, 20 ff.; ferner Weinhold, Altn. leben
p. 129; Martin zu Kudr. 488, 3. Sonst erkennt man auch bes. vornehme
schiffe daran, dass die segel aus seide gefertigt sind ; vgl. La^. v. 4549.
Jetzt kann er wieder seinen eigentlichen natnen Tristrem annehmen, im 1303
gegensatz zu v. 11 87 f.
cuntre ist subject, schip object ; cuntre ist hier, v. 1407 und 2368 ge- 1305
braucht in dem sinne wie sonst countraiman , eine bedeutung , die ich bei
Mätzner, Wtb. I p. 474 nicht erwähnt finde; vgl. Sir Degr. v. 1066 f.:
All that contray so wyde
Come thedur that tyde,
That solas to sene.
Sir Egl. v. 337 ff. :
The contre come hym abowte,
To see the hedd, that was grete and stowte,
Soche a hedd sawe they never none.
Das. v. 964 f. :
The cuntre herde teile, y undurstonde,
That syr Egyllamowre was come to londe.
Sie ahnten räche, weil sie ihn allein hatten fahren lassen. 1308 f.
Dieser satz ist als frage aufzufassen; die auffallende Wortstellung in v. 1 319 f.
1320 könnte auf den reimzwang zurückgeführt werden; aber auch zur marki-
rung der erstaunten frage ist dieselbe sehr wol geeignet.
Deren er sich wenig versehen mochte, d. h. er hatte alles andere eher er- 1322
wartet als diese antwort.
beld of kennt Mätz. Wtb. I p. 167 b nur in dem sinne überzeugt von. 1323
Hier muss gemeint sein : Sie war tüchtig für ihn in bezug auf die heilung,
d. h. Sie hatte durch ihre geschicklichkeit seine heilung bewirkt.
AI newe gehört zu haß teld: er erzählte etwas ganz neues von Ys. etc. 1 3 29
Vgl. Hörn Childe XXXI, 8: 1330
l*e maiden was briijt and schene,
Diese verse bieten inhaltlich die grössten Schwierigkeiten; vgl. darüber 1332fr.
Heinzel a. a. o. p. 389 und 430; meine erörterungen I p. LIX f. Ich werde
im folgenden versuchen, das verständniss dieser verse wenigstens um ein paar
schritte zu fördern. Dass v. 1333 — 5 eine reminiscenz sei an die stelle des
frz. gedichtes, welche entsprach G. v. 8390 ff. :
Sin ceheim der gewsere
Der sprach : Neve Tristan,
Swic, ich enkume hie niemer an :
I'ne ger niht erben niuwan din.
habe ich a a. o. schon vermuthet; dass diese äusserung Marke's nicht in dem
Zusammenhang hier steht, in den sie hinein gehörte, liegt ja auf der hand ;
denn Markes forderung, Tristrem solle ihm das mädchen bringen, involvirt ja
gerade die möglichkeit , dass der könig durch Isonde einen direkten thron-
erben gewinnen kann, und gerade darauf läuft ja auch der rath der barone
:o'
— 148 —
hinaus. Aber auch die idee, dass Marke sich selbst für Isonde interessirt, weil ,
Trist, so viel gutes von ihr berichtet hat, findet sich, was ich früher übersehen
hatte, in G. v. 8509 ff. :
Des antwurt' in do Marke :
Tristan der hat mich starke
In gedanke durch si bräht :
Ich hän vil durch si gedäht,
Als er si lobete wider mich.
Von den gedanken bin ouch ich
Von den andern allen
So sere an si gevallen,
Sine müge mir danne werden,
Sone wirt üf dirre erden
Niemer deheiniu min wip,
Sem mir got und min selbes lip.
Wenn meine vermuthung richtig ist, dass der englische dichter bei ab-
fassung von v. 1336 — 42 an diese stelle des frz. gedichtes gedacht hat, so
muss freilich im gegensatz zu meiner früheren annähme his , v. 1338, auf
Marke bezogen werden : er schwärmt unaufhörlich von Ysonde und wiederholt
das von Tristrem ihr gespendete lob, z. th. in denselben worten, vgl.
v. 1331: v. 1342:
Of loue was non so trewe. Of loue was non so wise.
Zu v. 1342 vgl. Hörn Childe LXXXVIII, 9:
Of trewe love Hörn was wiis.
1347 Dass ride hier nicht = reiten sein kann, lehrt der Zusammenhang. Nun
findet sich eine ganz ähnliche stelle Sir Gaw. v. 362 ff. :
Ryche to-geder con roun,
And sypen pay redden alle same,
To ryd pe kyng wyth croun
And gif Gawan pe game.
ryd übersetzt Skeat durch release, und leitet es von ae. riddan ab : sie riethen,
den könig zu befreien sc. von der gegen den grünen ritler übernommenen Ver-
pflichtung. Aehnlich hier : sie riethen den könig zu befreien sc. von der Ver-
pflichtung, die er Tristrem gegenüber durch das versprechen der erbfolge über-
nommen hatte, indem sie eine gemahlin für ihn aussuchten. Dann muss frei-
lich wol rid oder ridde gelesen werden. Dass lange vokale mit kurzen reimen,
ist in diesem gedichte ja aber nicht ungewöhnlich.
54 ff- Dass die worte : A brid bri^t as blöd opon snoweing nur eine Umschreibung
für die schöne Ysonde sind, habe ich schon a. a. o. vermuihet und bleibe bei
dieser erklärung, Heinzel gegenüber, der hierin ein neues mo iv sieht, auch
jetzt noch stehen. Die barone schildern dem könig Ysondens reize, vgl.
v. 1356: A maiden of swiche reles. Dass im gedichte die direkte rede erst
mit diesem verse beginnt, ist natürlich kein gegenbeweis. Aber wie ist dann
die rede Tristrem's, v. 1358 — 64 zu verstehen? Dass von e.nem mädchen, so
strahlend wie blut auf schnee, Tristrem nicht sagen kann, es existire garnicht,
lehrt schon die a. a. o. citirte parallelstclle aus Sir Beves, welche zeigt, dass
dieser ausdruck bei der Schilderung weiblicher Schönheit nicht ungewöhnlich
ist. So bleiben meines erachtens zur erklärung dieses passus nur zwei wege
übrig. Vielleicht will der dichter sagen : Es beruht auf einer täuschung, wenn
man etwas verlangen will, was der entgegenstehenden hindernisse wegen un-
möglich geleistet werden kann ; Tristrem meint dann die ihm aufgetragene
Werbung um Ysonde, die er nicht ohne lebensgefahr ausführen kann, da er
ihren oheim erschlagen hat. — Freilich muss man sagen, dass dieser gedanke
höchst sonderbar ausgedrückt wäre. Es ist mir also wahrscheinlicher, dass der
dichter hier auf etwas anderes hindeutet, was er an dieser stelle in seiner vor-
läge gelesen , aber nur dunkel im gedächtniss behalten hat. G. v. 8605 ff.
erwähnt und bekämpft an dieser stelle die bekannte schwalbensage. Da nun
diese art polemik, wie ich 1 p. CXLIV gezeigt habe, ganz im sinne des frz.
dichters ausgeführt ist, so hat G dieselbe höchst wahrscheinlich bereits aus
— 149 —
seiner vorläge herüber genommen, und E. müsste sie dort auch vorgefunden
haben. Könnte demnach nicht etwa G. v. 8618 f.:
Weiz got, hie spellet sich der leich,
Hie lispet daz msere.
auf dieselbe quelle zurück gehen wie E. v. 1358 f.:
It is les,
And trowep it for lesing,
da der inhalt etwa der gleiche ist? E. v. 1360 — 2 könnte ferner darauf hin-
deuten, dass es schon undenkbar sei, dass eine schwalbe ihr bauzeug aus
fremden lande geholt habe, vgl. G. v. 8612 f. :
Geniste ie kein swalwe me
Mit solhem ungemache etc.
E. v. 1363 f. endlich könnte sich darauf beziehen, dass eine solche fahrt nach
wäne eine sonderbare idee sei, da man auf diese weise die gesuchte schwer-
lich finden werde; vgl. G. v. 8621 ff. Auf des englischen dichters bekannt-
schaft mit der schwalbensage deutet ja , wie andere vor mir gesehen haben,
auch v. 1366 mit ziemlicher Sicherheit hin. — Freilich beruht das meiste des
hier von mir vorgebrachten auf vermuthung, aber ich bezweifle, dass man bei
der erklärung dieser stelle jemals über vermuthungen hinaus kommen wird.
Ich rathe, streitet hierüber nicht erst, eine schwalbe hat es mir ins ohr ge- 1365 —
sungen, ihr sagt etc.
Weitere belege für diese adjectivverbindung gibt Zup. zu Guy v. 70. 1377
Zu diesem verse ist natürlich chosen pai aus v. 1376 zu ergänzen. Unter 1380
grene und gray werden wir hier nicht die färben der segel zu verstehen haben
(vgl. die anm. zu v. 1299 f.), sondern verschiedenfarbige zeuge und pelzwerk.
of pis wise erscheint auffällig; es muss heissen on pis wise oder in pis wise ; 1385
vgl. Stratm. s. v. wise.
Vgl. v. 1158 f. Als sie aus Carlioun herausfuhren. 1389
Unter Fe best haben wir wol nicht einige auserwählte unter diesen fünf- 1395
zehn rittern, die Tristrem begleitet haben, zu verstehen, sondern der ausdruck
sagt dasselbe, wie v. 1378 f.
Diese verse sind als eingeschobener satz anzusehen, als welchen ich sie 1404 —
auch in der ausgäbe gekennzeichnet habe; denn die worte : To schip etc.
(v. 1402) leiten den Vordersatz ein, zu dem v. 1407 f. als nachsatz gehört.
Aus furcht vor einem drachen, sagten sie. eilten sie nach dem schiffe, die, 141 3 —
welche nach dem hafen [zu gehen] bereit waren Nicht bekümmerten sie sich
darum, [dass] der mann im volke, der ihn zu erschlagen oder einzufangen ver-
möge , Ysonde zum lohne haben soll. In dem mit what (v. 1416) beginnenden
satze ist also das versprechen des königs für den drachentödter enthalten.
Persönliche bemerkung des dichters, der wieder einmal an die aufmerk- 1429 f.
samkeit der zuhörer appellirt.
Das beste, welches er [mit sich] gebracht hatte. 1432
Dass die drachen feuer speien, wird häufig erzählt; vgl. King Alis v. 547, 1440 f.
wo es von einem drachen ebenso heisst ;
The fuyr out at his mouth sprong.
Vgl. Sir Fer. v. 2280: 1444
And of be chambre out pay paste as hardy as any lyouns.
Merline v. 1836 f.:
There fought Vther and Pendragon,
As they were woode lyons.
Vgl. den stehenden ausdruck bei La^amon : leop, swulc hit a liun weore
(Regel, Anglia I p. 238 ff.).
Diese redensart kennt Mätzner Wtb. s. v. abide nur aus dieser stelle; vgl. 1445
Sir Bev. v. 3949 f.:
And ^if we bataile schel abide,
Gret slau^ter worth in either side.
Hörn Childe LXI1I, 1 1 :
Pis batayl dar y nou^t abide.
— 150 —
Amis and Amil. v. 935 f.:
Tharf the neuer haue of him drede,
Thi bataile to abide.
Vgl. das. v. 1287; Libeus Disc. (P) v. 11 88.
1446 f. Vgl. Libius Disc. (P) v. 358 ff.:
Sir Libyus there in that tyde
Smote sir William on his side
With a speare felon.
Die schlusszeile ist mit Sir. Tristr. v. 1446 gleichlautend.
1448 lieber ähnliche ausdrücke vgl. Mätz. Spr. I p. 198, zu v. 180; Zup. zu Guy v»
4459; Zielke a. a. o. p. 19; Skeat zu P. PI. C. Pass. XII v. 14; endl. Zingerle,
Bildliche Verstärkung der negation. Wiener sitzungsber. 39, 414 ff.
1451 f. Vgl. Sir Bev. v. 791 f.:
Pe bor stod stille a^en pe dent,
His hyde was harde as eni flent.
Sir Perc. 4. 2058 :
The clobe was harde as the flynt.
Zur sache vgl. Sir Egl. v. 490 f.:
To splatt the bore they wente ful tyte,
Ther was no knyfe, that wolde hym byte,
So harde of hyde was hee.
*455 Vgl. Merline v. 1614 f.:
Then will I teil you all bydeene
The fightinge of the dragons keene.
1464 fende dragoun ist wol als compositum anzusehen = teufelsdrache (vgl. deuil
dragouns v. 1451), oder ist fendly statt fende zu lesen?
1469 Vgl. King Alis. v. 3247 f.:
Tholomou smot Taran
And gaf him a strok of mayn.
Libius Disc. (P) v. 143 1 f.:
And smote a stroake of maine
Through Mangis horsse swire,
Das. v. 1490 f.:
And smote a stroke of much might
Through hawberke, plate and maile,
Vgl. auch Octov. v. 1094 und drink of mi^t v. 1645, drink of main 1562.
1471 Vgl. Ywaine v. 1989 f.:
His shelde bifor his face he fest
For the fyr, that the dragon kest.
Torrent. v. 15 11 ff.:
He smote fire, that lothely thing,
As it were a lightnyng,
Uppon that comly knyght.
1476 Unter ston ist der in die mitte des Schildes eingelegte edelstein zu ver-
stehen .
1482 To böte gehört zum folgenden und hat den sinn: überdies; vgl. Mätzner
Wtb. I p. 320b.
15c 2 Von ihm will sie nichts, d. h. sie will ihn gar nicht.
1508 Diese frage will der dichter wol der königinmutter in den mund legen.
1516 drouT, als präs. von dragen passt hier in keinem sinne des vieldeutigen
wortes. Statt drough dürfte etwa zu lesen sein: in swouj,; vgl. The Emp.
Octav. 906 : Clement lai in swoghe.
1520 Ueber treacle vgl. Mätz. Spr. I p. 150, note zu v. 84 und Skeat zu Piers
PI. C. Pass. II, 147; Schultz a. a. o. I p. 159.
1526 he, sc. der drache durch die zunge.
1530 f. Zu der hinzufügung des artikels zu ri^t und wou% vgl. King Alis. v. 3074:
Oure is the ryght, his is the wowhe.
Erl of Toi. v. 154:
Ye have the wronge and he pe ry^t,
— 151 —
Guy of Warw. v. 8640 :
Then men may see, who hath pe ryght.
Ywaine v. 3444:
Wele he wist, sho had the wrang.
Namentlich vgl. auch folgende der unsrigen nahe stehende stelle, Amis and
Amil. v. 907 f.:
For that the Steward was so strong
And hadde the right and he the wrong,
Of that he opon him vare.
Vgl. auch das. v. 940.
Es ist hier wol überall ein subst., wie part, zu ergänzen.
In ähnlicher weise ist side zuweilen ausgelassen ; vgl. Guy of Warw.
v. 3537 ff.:
Yf he falle on pe warse syde,
As god graunte, hyt so betyde,
He schall fro my londe ryde etc.
mit das. v. 2991 f.:
There were many slayne on bobe partes :
The warse had the Lumbardes.
Indessen ist die hinzufügung des artikels in solchen fällen nicht unbedingt
nöthig ; vgl. Sir Tristr. v. 3030 und La^. v. 5043 :
Pu hauest woh and [he] haued riht.
Ancren Riwle p. 54 l :
du hauest wouh.
Vor pf ist wahrscheinlich asked ausgefallen, da sonst das hauptverbum 1532
des satzes fehlen würde.
Mit ihm, der [nach seiner behatiptung] den drachen erschlagen habe. Es ist 1533
also nach him ein rel. pron. im nominativ zu ergänzen.
Es ist zweifelhaft, ob v. 1547 noch zur rede Tristrem's zu rechnen ist, 1547
oder zum folgenden satze. G. v. 9583 ff. entscheidet nichts; S p. 49, 13 ff.:
en ef hann vil berjast par um, jpä vil ek verja jungfrü Isond fyrir hänum, ok
aldri skal hann hennar fd sakir pess at hann krefr hennar med falsi , lygum
ok hegöma. spricht für die erstere annähme, aber es ist zu erwägen, dass auch
v. 1548 f. in erzählender form ein stück von Tristrems antwort enthält.
Zur sache vgl. Havel, v. 1650 ff.: 1550
Deus ! hwat Ubbe, qui ne were he knith?
I woth, bat he is swibe with !
Betere semede him to bere
Helm on heued, sheld and spere,
Joanne to beye and seile wäre.
Alias! bat he shal per-with fare.
Zum sinne und z. th. auch zum Wortlaute vgl. Ywaine v. 1864 ff.: 1 559 '
Than sho gert him washe and bathe
And gaf him mete and drink of main,
Til he had geten his might ogayn.
Dass nur in E und S der aufbewahrungsort des schwertstückes genannt ist, 1567
habe ich I p. LXII hervorgehoben ; in S ist es ein methbehälter, in E ein koffer.
Die letztere auffassung entspricht durchaus den englischen Verhältnissen ; es han-
delt sich hier natürlich nicht um einen Marriage Coffer, sondern um einen Je-
wel Coffer. Vgl. Our English Home p. 114 ff. Wahrscheinlich bot das frz.
original dasselbe wort ; der norwegische Übersetzer machte — charakteristisch
genug — daraus einen methkrug.
Zum sinne vgl. Sir Degree v. 863 ff.: 1567 \
O sir Degree, thou art right welcome,
For well I know, thou art my sonne.
By that sword I know thee heere ;
The poynt is in my poteuere.
Hee tooke the poynt and seit itt tooe,
And they acorded both tooe.
— 152 —
Unter pat trewe ist natürlich das schwert zu verstehen. Merkwürdig ist der
ausdruck allerdings.
Ueher dathet vgl. Mätzner, Sprachpr. I p. 180, note zu v. 1918.
Dass im ms. mi für pi verschrieben ist, hat schon W. Scott gesehen.
Ueb erzeuge dich davon, dass es so ist!
Sop ping gehört zum folgenden : Wahrhaftig, im bade hätten sie ihn er-
schlagen, wenn sie es nicht des königs wegen unterlassen hätten.
Der dichter gibt wiederholt Ysonde zwei nicht durch and verbundene epi-
theta, und zwar z. th. dieselben; vgl. v. 1660:
Swete Ysonde, be fre,
V. 2243 :
V. 2503 :
V. 2554:
Vgl. auch v. 3214
To swete Ysonde bri^t.
And hende Ysonde, ne swete.
And swete Ysonde, be schene.
Leue Brengwain, be bri^t,
Vgl. Sir Perc. v. 161 :
And now is Percyvelle the wighte
Slayne in bateile and in fyghte.
In v. 16 16 ist he fond aus v. 1614 zu ergänzen. In der erhebung Yson-
dens zu Marke's gemahlin liegen eben die amendes of al wrong.
Als subject dieses verses ist Marke zu denken, der durch seine Vermählung
mit ihr (vgl. v. 1706) sie zur königin von England erhebt.
Ueber den sinn dieser verse vgl. I p. LXXVIII.
Die redensart wrong per ^ede kann ich nur vergleichen mit unserem : es
ist nicht mit rechten dingen zugegangen, also hier : es sei ungerecht zugegangen.
37 ff. Zu bringen ins gefängniss den anderen ritter, bittet das mädchen den könig.
Mit dem anderen ritter kann niemand anderes gemeint sein, wie der truchsesse ;
freilich wird dieser zug in keiner anderen fassung der sage berichtet.
1640 Vgl. Le bone Flor. v. 841 ff.:
Who schall us now geve londes or lythe,
Hawkys or howndes 01* stedys stythe,
As he was wont to doo?
Weitere belege für diese Verbindung gibt Mätzner, Sprachpr. I p. 117, note zu
▼• 93-
Die umgekehrte reihenfolge der beiden allitterirenden worte ist aber die
gewöhnlichere. Vgl. Skeat zu P. PI. C. Pass. XII v. 69, das. Pass. XVI v. 306
und Martin zu Kudr. 562, 1.
>44 f. Ihre mutter bemühte sich froh darum, und nahm einen kräftigen trank;
and tok für to take.
Um es, sc. das nun folgende, zu bedenken, vgl. v. 1709.
Für er ist wol her zu lesen ; oder ist ater = at her zu verstehen ?
So ruderten die treuen ritter, so ruderte Tristrem; so oft sie neu kamen,
d. h. sich einander ablösten, [blieb er allein auf dem platze und leistete] allein
soviel wie drei von ihnen; eine grosse anstrengung [war es]. Zu v. 1658 vgl.
Ywaine v. 2599 f-:
In that time nothing tint he,
For his an strake was worth thaires thre.
Torrent. v. 1 260 :
(He) Was better than suche thre.
Vgl. ferner Libius Disc. (P) v. 466; bes. auch v. 1231 f.:
Then they gaue stroakes riue,
He one against them 5,
sowie Martin zur Kudr. 1382, 4.
1665 Was man hier unter pin zu verstehen hat, erklärt W. Scott in seiner note z. d.
st., die ich vollständig wiedergebe, in befriedigender weise. Er sagt p. 414:
»The practice of putting gold and silver pins into goblets and drinking vess-
— 153 —
eis , was intended to regulate the draught of each individual guest , so that
all might have an equal share of the beverage. It was of Anglo-Saxon origin,
and is, by the facetious Grose, supposed to have given rise to our vulgär ex-
pression, of drinking to a merry pin. William of Malmesbury gives the honour
of this invention to no less a personage than St. Dunstan : ,In tantum et in
frivolis pacis sequax , ut quia compatriotae in tabernis convenientes, jamque
temulenti, pro more bibendi contenderet, ipse clavos argenteos vel aureos vasis
affigi jusserit; ut, dum metam suam quisque cognosceret, non plus, subserviente
verecundia, vel ipse appeteret, vel alium appetere cogeret.' De Gestis Reg.
Ang. lib. 2. Giving Dunstan all credit for his pacific motives, this measuring
out bumpers to his drunken countrymen seems a singular occupation for a saint
and an archbishop.«
Bei A. Schultz I p. 319 ff. und in Our English Home p. 50 ff. ist darüber
nichts zu finden.
Zum ausdruck vgl. Guy of Warw. v. 7525 : 1682
In euyll tyme pou hyt thoght.
Vgl. King Alis v. 392: 1686 f.
And with the lady plaied a game.
An beiden stellen ist vom liebesspiel die rede.
Diese zwei verse zeigen, dass die von mir I p. LXXIV aufgestellte be- 1695 f
hauptung , in E sei von einer landung nicht die rede, auf einem irrthum be-
ruht; sie können doch nur auf ein verweilen am strande, nachdem der stürm
sich gelegt hat, bezogen werden. Daran schliesst sich als weiteres ereigniss
an, dass dann ein günstiger wind sie nach England führt.
pat he knewe = den er kannte, sc. der könig? Aber es kommt hier doch 1700 —
nicht darauf an, dass der könig den knappen kennt, der ihm die nachricht von
Tristrem's ankunft bringt, sondern darauf, dass der knappe Tristrem und seine
gefährten erkannt hat und in folge davon in der läge ist, Marke diese freudige
botschaft zu bringen ; es wird also wol für he, hem zu lesen sein : Einen knap-
pen, welcher sie [sc. Tr. und seine genossen] kannte, machte er [sc. der könig]
mit eigner hand zum ritter, für seine neuen nachrichten, die er brachte. V. 1703
haben wir auslassung des rel. pron. im acc. anzunehmen und ausserdem das
subject he zu suppliren. Man vgl. zum sinne The Song of Roland v. 909 f.:
Here is no knave but I will make hym knyght,
And he geue good strokis and preue hym wight.
spousen im sinne von heirathen , sich vermählen mit, wird meines wissens 1 704 f.
stets nur vom manne gebraucht; Ysonde ist also als acc. anzusehen; vgl.
v. 1706.
Es ist in neuerer zeit wiederholt hervorgehoben worden, dass die sitte, dass 1706
nur der bräutigam der braut einen ring ansteckt, älter ist als der ringwechsel ;
vgl. Grimm, Rechtsalt. p. 177; Friedberg: Das recht der eheschliessung. Leipzig
1865, p. 38; Hofmann : Ueber den verlobungs- und den trauring. Sitzungsberichte
der philosophisch-historischen klasse der kaiserl. akademie der wissensch. Bd. 65.
Wien 1870, p. 860; Weinhold: Die deutschen frauen im mittelalter. 2. aufl.
Bd. I p. 343 ; Seiler : Culturhistorisches aus dem Ruodlieb, p. 10, anm. 4.
Dagegen hat A. Schultz a. a. o. I p. 486 diesen unterschied nicht genügend
betont ; die das. note 5 beigebrachten stellen beziehen sich theils auf den er-
sten, theils auf den zweiten fall. Friedberg führt für die ältere sitte, was Eng-
land betrifft, einige stellen aus alten ritualen an, aber nur eine aus einem dich-
terwerke (p. 38, anm. 4), Chaucer, C. T. The Clerkes tale v. 190 f.:
This marquis hath hir spoused with a ryng,
Brought for the same cause,
Es stehen jedoch eine anzahl wesentlich älterer zu geböte ; zunächst na-
türlich der vorliegende vers; ferner The kyng of Tars v. 29 f.:
That maide he wolde clothe in palle
And spousen hire with his ryng.
Le Bone Flor. v. 889 :
And let hym wedde yow wyth a rynge.
— 154 —
Sicherlich gehört hieher auch King Hörn v. 1061 f.:
Heo sede hat heo nolde
Be spused wip golde.
Wissmann bemerkt dazu: »Per ausdruck ist dunkel. Ob er sich auf den
für die braut gegebenen kaufpreis (Grimm, Rechtsalt. p. 420 ff.) bezieht und
bedeutet, sie wollte nicht gegen gold vermählt werden? Oder ob der ausdruck
wip golde speciell von fürstlichen Vermählungen gebraucht wurde?« Meines er-
achtens liegt es doch, bes. bei vergleichung unserer stelle, viel näher, gold als
mit ring identisch aufzufassen, wie es in allen germanischen sprachen gebraucht
wird; so das altn. gull, das mhd. golt (vgl. Martin zu Kudr. 398, 3). Für das
Me. vgl. Sir Tr. v. 641 :
Pe huscher he ^af pe gold,
Vgl. endlich The Babees Boke p. 38 v. 39 f.:
That man bat schal pe wedde bifor god wip a ryng,
Loue him and honoure moost of espeli ping.
Daneben finden sich freilich auch einzelne belege für den ringwechsel, z. b.
Guy of Warw. v. 3961 f. Aber dort haben wir es mit einer genauen Über-
setzung aus dem frz. zu thun [ryngys = anels , vgl. Zupitza's note z. d. st.),
so dass diese stelle keine beweiskraft hat. Dass in England noch heute nur
der bräutigam der braut einen ring gibt, bezeugt Friedberg a. a. o. p. 38,
und eine nachfrage meinerseits bestätigte die richtigkeit dieser behauptung.
Endlich will ich noch hervorheben , dass die vorhin angeführte stehende eng-
lische formel für die eheschliessung eine direkte Übersetzung aus der entspre-
chenden lat. oder frz. fassung zu sein scheint : De isto annulo te sponso = N.
de cest anel te espouse (Friedberg a. a. o. p. 62). Vgl. Aye d'Avignon p. 62
(citirt bei Schultz a. a. o.) :
Trait a un anelet. dont il Tot espousee.
Da bei den Angelsachsen kein ring bei der eheschliessung erwähnt wird,
so liegt der schluss nahe, dass diese sitte erst durch die Normannen nach Eng-
land verpflanzt ist; doch mögen darüber berufenere urtheilen.
1709 that, wie sie sich es überlegt hatte, sc. in erinnerung an das von der kö-
nigin ihr eingeschärfte gebot; vgl. v. 1648: To pink.
1711 Ueber die bedeutung von boui^t vgl. I p. LXXVI.
171 5 f. Ein bekannter euphemismus für die geschlechtliche umarmung; vgl. v. 2189
und Emare v. 227 f.:
With her he thowghth to worche his wyll
And wedde her to hys wyfe.
King Alis v. 1339 f.:
That he dude in bedde stille
By the lady al his wille.
Sir Triam. (Hall.) v. 188 f.:
Y fownde them togedur verament,
Or they ther wylle had done.
1720 Unter sehe ist hier offenbar Brengwain zu verstehen, in den beiden näch-
sten versen dagegen Ysonde.
1722 — 4 Das hatte sie nicht nöthig, keinerlei ding, Tristrem gegenüber; d. h. Ihre
liebe zu Tr. bedurfte keinerlei neuer anreizungsmittel , sie war ohnehin schon
zu stark.
1726 Vgl. Guy of Warw. v. 653 f.:
No clerke can on boke rede,
To teile pe doghtynes of per dede.
Gregorius (ms. Vernon) v. 708 f.:
Pe miracles pat pere weore ispronge, po he fürst to Rome com,
No clerk may teile wip tonge.
728 — 36 Dass in diesen versen in etwas verworrener weise die schwankenden ge-
müthsstimmungen der liebenden geschildert werden sollen, und zwar wol nach
derselben vorläge, die G. für v. 13021 ff. benützt hat, habe ich bereits I
p. LXXII bemerkt. Während es aber in G heisst, v. 13024 ff.:
— 155 —
Si wären underwilen fro
Und underwilen ungemuot,
Als liebe under gelieben tuot :
Diu prüevet in ir herzen
Die senfte bi dem smerzen,
Bi fröude kumber unde not.
hat doch der englische dichter nur die düstere seite dieses Verhältnisses betont,
und zwar allerdings in z. th. recht räthselhafter weise. Nicht ganz leicht ver-
ständlich ist schon v. 1730 f. Ich übersetze: Ihr wähnen war ganz unrichtig,
welches ihnen beiden gegenüber misstrauisch war ; d. h. sie waren ohne grund
auf einander eifersüchtig. An eine verderbniss des textes ist nicht zu denken.
— V. 1732 f.: Jedes machte sich trauernd auf den weg, und sie beschlossen zu
gehen, offenbar die Schilderung eines abschiedes nach einem rendez-vous. Am
merkwürdigsten sind v. 1734 — 6; der darin ausgesprochene gedanke scheint
erfindung des englischen dichters zu sein : Ysonde lachte, we?m Tristrem in leid
war, absichtlich, d. h. Ys. stellt sich heiter, wenn sie sieht, dass Tr. betrübt
ist, damit niemand etwas von ihrem verhältniss ahnen möge.
Zu v. 1729 vgl. Amis and Amil. v. 861 :
Certain, it was nought so.
Der sinn dieser strophe ist der gedankengang Ysondens : Ich habe grund 1739 — 4
mich zu erzürnen, denn sie [gab unserer bitte nach und] lag zuerst beim könig,
[nicht aus anhänglichkeit an mich , sondern] weil ich ihr dafür gold und kost-
bare gewänder versprochen hatte; [wenn sie uns an den könig verräth,] so wer-
den wir beide für unser liebesverhältniss in schände gebracht; besser ist es also,
dass wir sie in aller stille ums leben bringen , dann haben wir nicht mehr zu
fürchten, dass die erfüllung unserer wünsche gehindert wird.
dernly gehört zu say. 1772 f.
Auf die tadellose reinheit des hemdes der braut musste um so mehr ge- 1776 ff,
wicht gelegt werden, als nach mittelalterlicher sitte dies das einzige kleidungs-
stück ist, in welchem sie zum brautbett geleitet wird; vgl. Schultz a. a. o. I
p. 494, bes. U. v. d. Türl. Wilh. d. H. p. 148 :
Do man si an daz bette trug,
Die kuningin wart gepriset gnug
In eyn hemde als ich vor sprach.
Freilich wird ihr auch dies blos angelegt, damit der bräutigam sie desselben
berauben kann, vgl. Schulz a. a. o. p. 496.
Sehr auffallend erscheint der plötzliche Übergang aus der rede der knechte 1 790
in die der Brengwain v. 1790 = 1779; doch aber würde ich bedenken tragen,
deshalb den vers zu ändern, vgl. Hend. v. 218 ff.:
Moni mon seip, were he ryche,
Ne shulde non be me ylyche,
To be god and fre.
Vielleicht ist sogar auch im vorhergehenden verse die ursprüngliche lesart y
(vgl. die kritische note z. d. st.) zu restituiren. — Vgl. auch Lüdtke zu The
Erl of Toi. v. 307 f.
Vgl. über diese redensart meine erörterung, Engl. st. IV p. 493 f. Wie 1797
Zup. in der note zu Guy v. 4147 :
Then seyde Gye : Traytowre, pou be drawe !
behaupten kann, drawe sei synonym mit be hanged, ist mir nicht ganz ein-
leuchtend.
Zur ausdrucksweise vgl. Guy of Warw. v. 3217 f.: 1806
Now be they kyssyd and cordyd well
And all forgeuyn every delle.
Wenn ten Brink, Gesch. der engl. litt. I p. 299 diese zeile wiedergiebt 18 16
durch Ysond. hatte er lange geliebt, so folgt er der lesart der älteren Scott'schen
ausgaben ; die neueste liest aber schon in are = in ehren.
W. Scott führt p. 419 eine stelle aus einem frz. fabliau an, wo es von einem 1818
minstrel heisst :
— 156 —
Entour son col porta soun tabour,
Depeint de or et riche atour.
Eine illustration für ein solches an einem riemen um den hals getragenes
instrument findet sich in The Babees Boke , Tab. IX (Reception of the Min-
strel). Ueber musikinstrumente vgl. auch Hall. 's note zu Sir Degr. v. 37.
Wackerbath's Account of Anglo-Saxon Music ist mir hier leider nicht zugänglich.
: 8 3 3 — 5 Wenn ten Brink übersetzt: Herr könig, von freien gaben gewann ich hier-
mit Ysond zur stunde, so glaube ich dagegen mit Mätzner, Wtb. II p. 207b,
dass of 7}iftes fre von Sir hing abhängig ist: Herr könig, freigebig mit gesc hen-
ken, etc. Vgl. die bei Mätz. gegebenen parallelstellen. Dass v. 1826 ijiftes
fre anders , nämlich als reichliche gaben zu verstehen ist , widerlegt diese auf-
fassung keinesweges. Bei ten Brink's Übersetzung ist mir auch die beziehung
von of nicht klar.
1839 Und fragte um rath in betreff der beiden, d. h. des irischen ritters und der
Ysonde.
Betreffs der construction vgl. Lonelich, Chapter XXVII v. 575 f.:
And axeden covvnceyl of this thyng,
What were best for here leveng.
1846 Dieselbe kurzzeile Sir Gaw. v. 686.
1853 f- Ueber diese stelle handelt vom Standpunkte der musikgeschichte aus
F. W. Wewertem , in einem aufsatze , betitelt: Zwei veraltete musikinstru-
mente (Fortsetzung); Monatsschrift für musik-geschichte. XIII. Jahrgang. 1881.
No. 8. Freilich sind die litterargeschichtlichen bemerkungen des verf., welche
im allg. über das englische gedieht orientiren sollen , längst antiquirt , die
philologische erklärung ganz laienhaft ; da er wip outen getrennt geschrie-
ben und bei Halliwell das wort outen durch stränge, foreign , erklärt findet
und ferner liest, dass raught als adj. cared for oder necked heissen kann,
so glaubt er (p. 173) hervorheben zu müssen, dass die angelsächsische
deutung die rotte als ein fremdländisches (oder fremdartiges) mit einem
halse versehenes instrument darstellen könnte. Ehe man dgl. unsinn in einer
wissenschaftlichen Zeitschrift zum besten gibt , sollte man doch einen fach-
mann zu rathe ziehen. Dann wird freilich auch die einzig richtige erklärung
der stelle vorgetragen : Tr. ergreift die rotte am ringe, aber die daraus gezo-
genen Schlüsse haben mich keineswegs überzeugt. Der verf. bemerkt, wir hät-
ten für diese ihm die natürlichere scheinende auslegung sowol in der Lex
Angliorum et Werinorum (um 800) einen nicht unwichtigen praecedenzfall, als
in Gerbert's abbildungen der St. Blasiushandschrift (De Cantu et Mus. Sacr.
T. II. Tab. XXVI, fig. 3) eine bestätigende abbildung, welche zusammen Tri-
stan's handlung in lebhaft erregter geste, zu veranschaulichen vermöchten. »Die
Lex Angliorum et Werinorum besagt nämlich, Tit. 5, Art. 20 : Qui harpatorem,
qui cum circulo harpare potest , in manum percusserit , componat illum quarta
parte majori compositione quam alteri ejusdem et conditionis homini. Und wel-
cher art dieser reissring gewesen, zeigt uns die abbildung der obigen St. Bla-
siushandschrift fol. I, fig. 3. Die vier kleinen ringe oder knöpfe an dem ringe,
welche vielleicht bei verschiedenem material der saiten eine Veränderung des
klanges hervorzubringen vermochten, deuten jedenfalls auf eine grosse und
stärke desselben hin, welche ebensowol gestattete, das instrument damit von
der wand herab, als von einem tische, rasch an sich zu ziehen. Er deutet aber
auch auf die art des tragens der rotte hin, wie sie Gottfried von Strassburg in
seinem Tristan erwähnt; wenn er v. 1 3122 f. sagt:
Über sinen rukke fürt' er
Eine roten, diu was kleine,
Es lässt sich wol vorstellen , wie Tristan rasch entschlossen die rotte am
ringe ergreift und sich über den rücken wirft, sie zugleich an einem knöpfe
seines kleides mit dem ringe anhängend , wie man ausgang des ma. noch die
sogenannten schultergeigen befestigte, die man wie ein kleines Violoncello vor
dem körper hängend trug und mittelst einer schlinge am kleide anhängen musste,
— 157 —
um die bände zum spielen frei zu haben .... Liessen sich jene beiden er-
sten verszeilen wirklich so wiedergeben, so wäre dies alsdann von durchschla-
gender bedeutung, weil damit festgestellt wäre, dass die rotte ein Zupfinstru-
ment gewesen und mithin vom crwth und psalterium (bogen- und Schlaginstru-
ment ein für allemal geschieden. « Soweit herr We wertem. Ich bemerke von
vornherein , dass ich der annähme, die rotte sei ein Zupfinstrument gewesen,
durchaus beistimme, bestreite aber ganz entschieden, dass sich das aus der
vorliegenden stelle des Sir Tristrem folgern lässt. In dem oben citirten passus
der Lex Angliorum ist mit keinem worte angedeutet, dass die rolte am reissring
aufgehoben und über den rücken geworfen werden könnte ; eine solche mani-
pulation dürfte für das instrument selbst höchst verhäng nissvoll werden. Was
aber die abbildung bei Gerbert betrifft , so ist der an einem faden hängende
,ring' höchst wahrscheinlich überhaupt kein reissring, sondern ein hülfsinstru-
ment zum drehen der saitenwirbel , analog den stimmhämmern und schlüsseln
zum stimmen der claviere, cithern u. dgl. Aber selbst abgesehen davon ist es
mir völlig unerfindlich, wie es möglich sein sollte, an einem solchen, an einem
faden hängenden gegenständ eine rotte in die höhe zu heben. Unter dem
, ringe' an unserer stelle des Sir Tristrem ist nach alledem jedenfalls kein reiss-
ring, sondern ein besonderer tragring zu verstehen. Sollte dagegen eingewen-
det werden . dass ein solcher sich auf keiner der auf uns gekommenen alten
abbildungen derartiger instrumente nachweisen lasse, so ist zu erwägen, dass
ein so unwichtiger theil auf bildern wol unabsichtlich weggelassen zu werden
pflegte , ferner aber, dass ein solcher tragring sich doch gewiss meist auf der
rückseite der instrumente befand, die auf den bildlichen darstellungen natürlich
selten oder nie zur geltung kam.
ten Brink übersetzt: Da folgte Tristrem der spur, wo sie so heiter sie zum 1855 — 7
schiffe bringen. Ich weiss nicht, was er da mit spur übersetzt hat; dagegen
lässt er pe ken unübersetzt ; dasselbe epitheton erhielt v. 1792 Ysonde.
Wissmann, Anglia IV p. 393 vergleicht diese stelle mit King Hörn 1860 ff.
v. 1501 ff . :
He made Rymenhilde lay,
And heo makede wailaway.
Rimnild feol yswo^e,
Ne was per non hat lo^e.
Man vgl. dort die weiteren bemerkungen Wissmann's.
W. Scott bemerkt p. 422 f. zu v. 1863 f.: »Perhaps this is the very pas-
sage parodied in the rhime of Sir Thopas [v. 61 f.] :
Sir Thopas fei in love-longinge,
Whan that he herde the briddes synge,
I have found no passage in the English romance Coming so near to the bur-
lesque of the ancient bard of Woodstock.« Indess liegt die ähnlichkeit zwi-
schen beiden stellen doch eigentlich blos in dem worte love-longing, welches
sonst allerdings nicht häufig vorkommt. In Sir Thopas selbst erscheint es noch
ein zweites mal, v. 13*-;. In den romanzen ist es mir nur noch einmal be-
gegnet, allerdings in genau demselben Zusammenhang wie im Sir Thopas,
Amis and Amil. v. 535 ff. :
She herd the foules gret and smale,
The swete note of the nightingale
Ful mirily sing on tre.
Ac hir hert was so hard ibrought,
On loue-longing was al hir thought,
No might hir gamen no gle.
Ausserdem kenne ich dies wort nur noch aus zwei stellen in lyrischen
liedern, die ich hier aushebe, weil an beiden, wie in Chaucer's parodie, ausser
dem vogelgesang auch der blumenduft erwähnt wird; vgl. Bödd. W.L.II, 1 ff. :
Bytuene Mersh and Aueril,
When spray biginnep to springe,
Pe Intel foul hap hire wyl
On hyre lud to synge.
— 158 —
Ich libbe in loue-longinge
For semlokest of alle hinge etc.
G. L. VII, i ff. :
When y se blosmes springe
Ant here foules song,
A suete louelongynge
Myn herte pourh out stong :
AI for a loue newe,
Pat is so suete and trewe,
Pat gladien al mi song etc.
Ob diese gedanken-übereinstimmung zufällig sein mag? Bennewitz : Chaucer's
Sir Thopas, Halle 1879, P- 3^ erwähnt nicht einmal die stelle aus Amis and
Amil., geschweige denn die zuletzt von mir citirten lyrischen Strophen; aber
es ist doch an sich nicht unwahrscheinlich , dass Chaucer, obwol er es natür-
lich in erster linie auf die romanzen abgesehen hatte, auch einmal eine remi-
niscenz aus den ihm gewiss nicht unbekannten lyrischen liedern ange-
bracht hat.
1872 hole und sounde finden sich öfters verbunden, so v. 1892 f. ; vgl. Guy of
Warw. v. 968 :
Alias, bat he was not hole and sownde !
Vgl. auch Wissmann zu King Hörn v. 1365.
1874 Der sinn dieses verses muss doch wol sein: Er singt eine melodie, die
ich oft von Tristrem gehört habe. Ich halte das noch jetzt für eine reminis-
cenz an den zug in G. v. 13335 ff., dass der ritter von seinen leuten vor
Tristrem's rückkehr gewarnt wird.
1876 Dieser vers ist wol unrettbar verdorben, keine bedeutung von stounden
passt ; ten Brink übersetzt : Venvünscht sei er auf ewig, wenn er von Tristrem
kommt, bemerkt aber dazu : »Dieser satz ist im original nicht klar.« Diese Ver-
wünschung passt eigentlich auch sehr schlecht zu dem anerbieten, dass der
spielmann mitreiten solle. Vielleicht ist Of Tristrem nur aus v. 1874 hrthüm-
lich wiederholt, und dafür drei andre sylben ausgefallen.
77 ff. An die stelle eines schönen gewandes als lohn für den sänger hat der
englische dichter hundert pfund gesetzt (vgl. I p. LXXXIV). Zu der darin
liegenden Übertreibung vgl. Ipom. v. 2269 f. :
Ipomydon gaff in that stound
To mynstrellys V. C. pound.
ferner The Erle of Toi. v. 271 und wegen der ähnlichkeit der scene überhaupt
Kudr. 387, 1 f . :
Er sprach : Libiu tohter, ze abendes stunt
Wolte er dir dienen, ich gaebe im tüsent phunt.
Das ist auch sonst eine als lohn für die ausführung eines dienstes beliebte
summe; vgl. La^. v. 17642 ff. :
Ich bihate pe todsei
An hundrad pund, for ic masi,
2^if pu me iquemest,
Pat pou hine aquelle.
Im frz. texte ist nach Madden's angäbe von £ 1000 die rede.
1884 play kann hier nur heissen sich zu ergötzen sc. am gesange des spiel-
manns.
1888 Das wort yvere gibt herrn Wewrerten a. a. o. p. 176 wieder zu allerhand
wunderbaren vermuthungen anlass ; bes. soll die Schreibung yuere mit u statt mit
v vielleicht auf yore hinweisen können, womit noch heute im Englischen etwas in
weiter ferne zurück liegendes bezeichnet werde, und durch von alters her, von ehe-
dem, im Deutschen wiederzugeben wäre, welches ebensowol auf den werth des
instrumentes, als auf das siegesbewusstsein einer schon oft erprobten zaubermacht
bezogen werden könnte. Später erfahren wir, warum ihm die einfache erklä-
rung : rotte von elfenbein nicht einleuchten will: »Musikalisch klangvoll von
hinreissendem zauber kann man sich einen tonkörper von elfenbein gerade
nicht vorstellen.« Herr Wewertem scheint nicht zu wissen, dass man gerade
— 159 —
aus elfenbeinspänen schon sehr schöne und klangvolle lautenkörper zusammen-
gesetzt hat.
Der sinn dieser verse ist: Die königin bat ihn, sie neben sich [auf das 1906 f.
ross] sitzen zu lassen und sie so auf das schiff zu geleiten. Wenn ten Brink
kirn biside wiedergibt durch an ihrer seite, , so ist das wol nur auf einen schreib-
oder druckfehler zurückzuführen.
ten Brink zieht in pat nede zum vorigen: Zum grafen sprach er in jener 19 10
noth. Dafür spricht freilich auch die versabtheilung ; andrerseits aber befindet
sich nicht sowol Tristrem, als vielmehr der ritter in einer nothlage, so dass
ich die worte lieber zu Tristrem's rede nehmen möchte.
Dass das paar in einer hütte übernachtet, wird in den anderen texten 191 7
nicht erzählt, doch finden sich ähnliche Situationen mehrfach in den romanzen;
vgl. Le Bone Flor. v. 1434 ff. :
Up he hur caste and forthe they rode,
Hastely wythowten abode,
Thys longe somers day.
They were nyghtyd in a wode thyck,
A löge made that traytur wick
Undurnethe a tree.
There he wolde have leyn hur by etc.
Libius Disc. v. 589 ff. :
Sir Lybius and that faire may
Rode forth on the way
Thither as they had hight ;
Till itt befell on the 3d day,
The feil together in game and pley,
Hee and that maiden bright.
They rode forthe on west
Into a wyde forrest
And might come to noe towne ;
The ne wist what way best,
For there they must needs rest,
And there they light adowne.
Amonge the greene eues
They made a lodge with bower and leaues,
With swords bright and browne.
Sir Lybius and that maiden bright
Dwelled there all night,
That was soe faire of fashyon.
Vgl. auch S. S. v. 2603 ff.
Vgl. G.E. v. 2483 : 1921
Ful seuene nigt he der abiden.
Dass Tristrem als nom. aufzufassen ist, ergibt sich aus den parallelstellen 1927
in den anderen Versionen ; vgl. I p. LXXXVI.
Mätzner bemerkt (Sprachpr. I, 1, p. 236 f.) zu v. 839, die abwandlung 1928
des Zeitwortes unnen sei bei unserem Verfasser auffallend, während sons!: das
Alteng. dem ags. ind. präs. s. an, unne, an, pl. unnon, conj. unne, prät. s.
uete, pl. ücton etc., inf. unnen, treu zu bleiben pflege. Hier erscheine nämlich
auch ein inf. an: Mühe gode ^e wold him an, I, 66 (= v. 719), und ein
prät an: Miche gode he him an, II, 74 (= v. 1928). In der zuerst genannten
stelle habe ich trotz der ähnlichkeit beider an überhaupt nicht von unnen ab-
geleitet und hier ist wol nur dem reime zuliebe statt der präteritalform das
präsens gesetzt. Sicher aus demselben gründe steht v. 2358 is statt was.
Zum inhalte dieses und der vorigen verse vgl. Eger and Grine v. 43 ff. : 1929
These knights Sir Egar and Sir Grine,
They were fellowes good and fine :
The were nothing sib of blood,
— 160 —
But they were were sworne bretheren good ;
They keeped a Chamber together att home,
Better loue loved there never none.
W. Scott bemerkt zu dieser stelle p. 424 : »The bed-chamber of the queen was
constructed of wooden boards or shingles, of which one could easily be remo-
ved.« Ueber eine derartige einrichtung der kemenate gibt Schultz , Höfisches
leben I p. 79 ff. keinen aufschluss; dagegen wird die richtigkeit von Scott's
erklärung bestätigt durch eine wichtige stelle im Havelok, welche der heraus-
geber des Sir Tristrem noch nicht kennen konnte. Ubbe sagt zu dem verwun-
deten Havelok und seiner gemahlin, v. 2072 ff.:
I shal lene be a bowr,
Pat is up in be heye tour,
Til pou mowe ful wel go,
And wel ben hol of al bi wo.
It ne shal no ping ben bitwene
ri bour and min, also y wene,
But a fayr firrene wowe;1)
Speke y loude or spek y lowe,
Pou shalt ful wel heren rae,
And pan pu wilt, pou shalt me se.
Später heisst es v. 2092 ff.:
Aboute be middel of be nith
Wok Ubbe and saw a mikel lith
In be bour bat Hauelok lay,
Also brith so it were day.
V. 2106 ff.:
He stod and totede in at a bord,
Her he spak anilepi word,
And saw hem slepen faste ilkon . . .
Madden und Skeat begnügen sich damit, in der note zu v. 2076 auf un-
sere stelle zu verweisen. Im Glossarial Index s. v. wawe wird gerade v. 2078
nicht erklärt. Ausführlicher verbreitet sich Wülcker, Ae. Lesebuch I. note zu
17, 2078 über den sinn von firrene wowe. Er sagt: »Wowe ist = altags. wag,
wah, mauer. Eine mauer, verschlag, aus fichtenholz gemacht. Dass hier keine
wirkliche thür gemeint ist, geht daraus hervor, dass Ubbe v. 2092 aufwacht
und, ohne dass er einen laden zurückschiebt oder eine thüre aufmacht, das
helle licht in Havelok 's zimmer sieht. Vgl. auch v. 2081. Wir finden über-
haupt in den bildern aus dem ma. häufig , dass die zimmer im inneren des
hauses nur thüröffnungen, nicht aber wirklich thüren hatten. Wir müssen also
entweder annehmen, dass wowe nur einen offenen verschlag aus einem (?) paar
dielen bedeutet, der nur dazu dient, Hav. zimmer von dem Ubbe's und seiner
leute abzugrenzen, oder es sind tische aus fichtenholz gemeint. Man pflegte
abends in den zimmern , die man als Schlafzimmer benutzte , die tische längs
der wände zu stellen, um räum für das lager zu gewinnen. Hier also konnte
man sie gerade in den ausgang von Ubbe's gemach bringen, um eine schranke
herzustellen.« Dem entsprechend lautet die note zu v. 2106: «bord entweder
bohle, diele des verschlages oder tisch, vgl. anm. zu v. 2078.« Wol nur durch
das wort bord hat Wülcker sich verleiten lassen , fayr firrene wowe auf tische
von fichtenholz zu deuten. Aber weder das ae. wah noch das entsprechende
me. wort hat jemals eine andere bedeutung als wand; denn auch Havel,
v. 1963 f.:
Hauelok and he bat bi be wowe
Leye, he stirten up sone onon,
1) Vgl. zum sinn und Wortlaute Gower, Ms. Bodl. 294 (citirt nach Hall,
p. 940) :
So neigh togidre, as it was seene,
That ther was nothing hem bitweene
But wow to wowe and wal to wal.
— 161 —
und das. v. 2470 f.:
He setten hem dun bi pe wawe,
Riche and pouere, heye and lowe,
brauchen wir das wort nicht mit Skeat (Glossarial Index p. 152) zu beziehen
auf ,the benches placed round the walls in the great hall, whereon men slept
at night, and sat in Council by day', sondern übersetzen by pe wawe einfach
durch : an der wand. Andrerseits würde Ubbe sich einer höchst sonderbaren
räthselsprache bedienen, wenn er von einer schönen fichtenen wand spräche,
während er auf einander gestellte tische von fichtenholz meinte. Diese von
Wülcker vorgeschlagene erklärung wird also als verfehlt bezeichnet wer-
den müssen ; schon ein blick auf die vorliegende stelle des Sir Tristrem , auf
welche Skeat doch hinweist, und in der bord keinesfalls tisch bedeuten kann,
hätte ihn vor derselben bewahren sollen. Aber auch zu seiner ersten vermu-
thung, dass von einem offenen verschlage, d. h. von einem verschlage mit einer
thüröffnung die rede sei, gibt der Wortlaut des textes nicht die mindeste ver-
anlassung; ja v. 2106: and tötete in at a bord, würde unter dieser Voraus-
setzung geradezu unverständlich sein. Es handelt sich vielmehr unzweifelhaft
um einen aus beviahlten oder sonst irgendwie verzierten (fayr) planken herge-
stellten verschlag; zwischen den einzelnen brettern sind ritze und spalten ge-
blieben ; durch diese dringen in der nacht lichtstrahlen aus dem zimmer Have-
lok's und erwecken Ubbe (v. 2092 ff.) ; er steht auf und guckt hinein bei einem
brette, d. h. durch eine ritze am ende eines brettes , und sieht nun erst die
beiden liegen.
Es erschien mir räthlich, auf die erklärung dieser stelle genauer einzu-
gehen, da dieselbe für die bauart eines solchen Schlafzimmers characteristisch
ist. Erfreulicher weise steht uns noch eine einschlägige stelle zu geböte, aus
der beiläufig auch hervorgeht, dass dgl. zimmer nicht blos thüröffnungen, son-
dern regelrechte thüren zu haben pflegten; Jos. of Aramathie v. 203 ff. :
£enne he sei^; a newe chaumbre-wouh, wrou^t al of bordes,
A dore honginge beron, haspet ful faste,
A child cominge porw etc.
Dass zu dem heimlichen herausdrücken und wiedereinsetzen einer planke
von Ysonde's Schlafzimmer besondere geschicklichkeit gehört, ist durch Sir Tr.
v. 1932 angedeutet. Dass dieser ganze zug in G fehlt, wurde I p. LXXXVI f.
bemerkt; dass etwas ähnliches in der frz. vorläge schon gestanden hat, be-
weist S. p. 64, 1 ff. Ich habe jedoch a. a. o. versäumt, darauf hinzuweisen,
dass der bericht von S von der erzählung in E etwas abweicht; denn dort
handelt es sich um ein brett im gehege des Obstgartens, hier um ein solches
in der wand der kemenate. Da uns nur zwei Versionen vorliegen, so muss es
unentschieden bleiben, ob E eine specifisch englische eigenthümlichkeit im bau
von Schlafzimmern zur geltung gebracht hat oder ob S diese fassung vorge-
funden, sie aber durch die Veränderung seinen landsleuten verständlicher zu
machen gesucht hat. Für die erstere annähme sprechen nicht nur die aus
Hav. und Jos. beigebrachten parallelstellen , sondern auch einiges was wir
sonst über die anläge von Schlafzimmern im 13. jahrh. wissen. Vgl. Our
English Home p. 96: »Even when bed-chambers were constructed, they were
of a most temporary character ; the magnificence displayed in the baronial hall
was not upheld in the more private apartments of home; the splendid page-
antry of the great Chamber was designed rather to impress the world with the
resources and power of the feudal lord, than for the gratification of personal
luxury. As the baron left the seat of cloth of gold, the storied walls, and
fretted porch, he passed to an apartment little superior to a cow-shed. In
the thirteenth Century the sleeping Chambers attached to the palaces of Henry III.
were mere rough erections of timber, and separated from the great hall by a
pent-house, or covered passage of the same material. On the marriage of
Elizabeth, doughter of Edward I, boards and iron was sent to Harwich to
erect Chambers for the household of the Duchess of Brabant and the Earl of
Holland.«
Kölbing, Sir Tristrem. II
— 162 —
194° Ich halte es für sicher, dass zu schreiben ist:
Wib diol, sorwe and site ;
Die Verbindung sorwe and site ist sehr häufig ; vgl. Str. 3 p. 502 f. ; Hall,
p. 746.
1954 I p. XC habe ich mich durch Heinzel 147 (p. 437) verleiten lassen, kertel
durch gürtet wiederzugeben; dann müsste aber gerdel da stehen. Ueber den
sinn von kertel vgl. Skeat's note zu P. PI. C. Pass.VII, v. 64 ; Dyce's Skelton II
p. 149; Mätzner, Sprachpr. I p. 190, note zu v. 2371.
1967 Diese worte beziehen sich nicht auf das sagen, sondern auf das ver-
sprechen : wenn du es vermögest, d. h. wenn sich dir keine hindernisse in den
weg stellen
1975 Vgl. Sevyn Sages v. 2 161 :
Dame, I sschal kepe me fram kare.
1991 Für loker gibt Scott p. 479 die bedeutung: guardian or protector an; frei-
lich weiss ich nicht, wie er dann den satz hat übersetzen wollen : operloker ist
als compar, zu oderliche aufzufassen (vgl. Str.3 p. 430 und Skeat zu P. PI. C.
Pass. VII v. 176 f.); Mark wird dich noch in ganz andrer weise heute nacht
fragen; vgl. G. v. 13747 ff.:
Gewähne er's iu iht mere,
So tuot, als ich iuch lere,
Sprechet sus unde so.
Dass dann nach E v. 2004 ff. in der folgenden nacht nicht Mark , sondern
Ysonde zuerst das wort ergreift , darf uns in dieser interpretation nicht irre
machen; G. v. 13877 ff. bietet Mark's rede, E und S scheinen dieselbe weg-
gelassen zu haben.
1992 f. Wisse wol seinen willen, d. h. Frage ihn nochmals um seine absichten,
und sage dann, du wollest ihn [sc. auf seiner reise] begleiten.
1994 f. Der sinn ist: Wenn er zärtlich gegen dich ist, so sage dich von Trisirem
los. So zeigt er sich nach dem berichte der saga ja wirklich in der nächsten
nacht, vgl. S. p. 66, 7 ff. Zum ausdruck in v. 1994 vgl. GE. v. 2015 f. :
One and stille Sogt hire gamen
Wict Joseph speken and piaigen samen.
2000 aboue, darüber, d. h. über das reich; vgl. Maund. p. 166 (M) : He hathe
lordschipe aboven alle bestis.
2002 Ueber diese stelle habe ich I p. LXXXVII gehandelt; die dort vorgeschla-
gene änderung von pin in his möchte ich auch jetzt noch aufrecht erhalten,
bes. auf grund von G. v. 13974 ff. :
Und weizgot wan ir eine,
Daz ich durch iuch noch mere
Dan durch min selbes ere
Friuntliche dar gebäre,
Son' gesaehe ich in zewäre
Mit friundes ougen niemer an.
2004 Ueber den ausruf pin ore vgl. Mätzner, Sprachpr. I p. 118, note zu
v. 142.
2007 ff. Wenn das überlieferte richtig wäre, so böte die Strophe mehrfache Schwierig-
keiten dar; erstens ist das alleinstehende gode, welches man doch höchstens
durch lt were god erklären könnte, anstössig, und ausserdem hätten wir vor
sie, v. 2009, zu ergänzen 1 wish, in rücksicht auf die folgende zeile. Ich
möchte mit leichter änderung ijfe für gif schreiben und übersetzen : Ein gutes
geschenk hättest du mir zugesagt, [wenn du mir erlaubt hättest,] mit dir ausser
landes zu ziehen, und den ritier Tristrem zu erschlagen, wenn mich davon nicht
die liebe zu dir abgehalten hätte — heute noch. Ganz hebt dieser erklärungs-
versuch die härte in der ausdrucksweise freilich auch nicht, aber wir sind ja
bei unserm dichter schon an sonderbare constructionen gewöhnt
2016 f. He ist Meriadok, him der könig, ebenso he in der folgenden zeile. Für
das erste he erwartet man natürlich him ; doch haben wir es hier mit einer
nicht seltenen form der attraction zu thun. Ueber maugre vgl. Mätzner,
Sprachpr. I p. 322, note zu v. 50.
— 163 —
Nach der meinung des dichters hat Mark sich Meriadok gegenüber un- 2018
■willig über die Verdächtigung Tristrem's ausgesprochen; daher der ausdruck:
answere T,ald.
Vgl. Emare v. 145 ff. : 2024
In the thrydde korner, with gret honour,
Was Florys and dam Blawncheflour,
As love was hem betwene.
Vgl. das. v. 936.
Aehnlich Amis and Amil. v. 703 f. :
And bi her sight he perceiued tho,
That gret loue was bitvix hem to,
Wegen der that d. h. wegen der vom könig ihnen auferlegten trennung. 2033
Die I p. XCII vorgeschlagene Umstellung zweier Strophen habe ich im 2036 ff.
texte nun wirklich vorgenommen , da sie auch der sorgfältigsten nachprüfung
stand zu halten schien.
In der überlieferten form gibt diese zeile keinen sinn ; ich würde etwa 2040
vorschlagen zu lesen :
Tristrem go wip hem bede
= Fordere Tristrem auf, mit ihnen zu gehen; pou könnte leicht aus der fol-
genden zeile hier eingedrungen sein.
Skeat bemerkt zu P. PI. C. Pass. II, 152: As light as linden was an old 2050
proverb, of which several examples may be found. It occurs, e. g. in the
Towneley Mysteries, p. 80; Joseph of Arimathie, ed. Skeat, 1. 585, and prob-
ably has reference to the lightness of the wood of the linden or lime-tree,
which caused it to be much used for making shields. « Der vorliegende vers
bietet dafür einen schönen beleg.
Sobald Tristrem bereit war, erfuhr auch Ysonde seine bitte, ihn zu er- 2053 ff.
warten.
Es entspricht ganz der art des dichters, dass hier plötzlich ganz unver- 2062
mittelt the duerwe, noch dazu also mit dem best, artikel, eingeführt wird, von
dem vorher noch mit keinem worte die rede war.
Mark ist dativ ; also : Mark von vornehmem geschlechte versprach er [sc. 2064 f.
der zwerg], ihn [es] mit äugen sehen zu lassen.
wip ille = mit üblen absieht en; vgl. v. 2174. 2071
Vor dieser zeile haben wir angeblich zu ergänzen, denn in Wirklichkeit 2072
kommt der zwerg ja garnicht von Ysonde.
Vor priue haben wir hir zu ergänzen ; vgl. Sir Fer. v. 2479 f. : 2074
Pe Amiral callep sir Bruyllant, {je kyng of Mountmyrreez,
And pe kyng of Comble, Sir Sortybraunt, and othre of his pryueez.
Sage der edlen dame, dass du es nicht unterlassen hast, sc. mir ihre bot- 2084 f-
schaft auszurichten.
Hir wordes, d. h. die botschaft , welche der zwerg gebracht hat; diese. 2086 f.
sagt Tr., habe ich theuer erkauft, denn sie hat mich bei Mark verläumdet mit
beziehung auf v. 21 14 und 2126. Dies ganz unpassende motiv hat nur E hier
eingeführt.
Auch, dass Tr. Ys. am nächsten tage in der kirche treffen will, weiss nur 2089 f.
E; vgl. zur sache Erle of Toi. v. 289 ff.:
To morne, when thou herst the massebelle,
Brynge hym in to my chapelle,
And thynk thou on 110 slouthe ;
There schall he see me at hys wylle,
Der sinn dieses verses muss sein : Wir hatten kein längres gespräch zu- 2095
sammen, oder: Wir vertrugen uns nicht gut zusammen; ich bin diesem aus-
druck in anderen romanzen nicht begegnet.
me bitvene, d. h. wenn ich als angebliche mittelsperson zwischen ihm und 2096
der königin komme. Bei Mätz. s. v. wird diese auffallende stelle nicht ange-
führt.
11*
— 164 —
2104 f. Die I p. XCIV vorgeschlagenen änderungen in diesen zeilen halte ich
auch jetzt noch für unumgehbar, wenn ich auch nicht gewagt habe, sie direkt
in den text zu setzen. Vetter, Romania VII p. 282 f. bemerkt freilich darüber :
»Dans le meme episode, v. 2104 — 2107, il propose de lire Ysonde oü il y a
Tristrem dans le ms. et Tristrem oü il y a Ysonde, tout en avouant, que le
changement est tres fort; on hesite d'autant plus ä l'accepter que, d'apres G
et le petit poeme francais de Tristran deguise en fou (v. 793 — 814) c'est aussi
Tristran, qui arrive le premier sous l'arbre et apergoit l'ombre du roi, ce qui
ne serait plus le cas dans E, si on adoptait le changement propose par M.
Koelbing.« Dieser einwand ist jedoch nicht stichhaltig; denn es ist meiner
conjectur zufolge in E nicht gesagt, dass Ys. den schatten des königs zuerst
sieht; v. 2104 entspricht jetzt genau S. p. 69, 37 : En pvi ncest sd hun
skugga konungsins und G. v. 14698 f. : Nu gesach si manne? schate dri \ Und
weste niuwan einen da. Ebenso stimmt nun E darin genau zu G, dass Ys.
zuerst spricht ; gäben wir der sachlich so wie so unmöglichen Heinzel'schen
erklärung dieser strophe den vorzug, so würde E dadurch von G abweichen,
dass Trist, zuerst spräche. Allerdings ist es richtig, dass nach S und G Tristrem
zuerst den schatten bemerkt, aber E hat diesen zug einfach übersprungen, wie
so manchen anderen, im Zusammenhang noch weniger entbehrlichen. Bis also
jemand anders etwas einleuchtenderes zur deutung dieser strophe beibringt,
halte ich den von mir gewählten ausweg für den rel. besten.
21 12 Wagte ich es um des königs willen, sc. leute zu dingen, die dich um-
brächten.
2132 Das verbum to wede kann nach dem astow were wode in der vorigen zeile
nur als ausfüllung des verses angesehen werden.
2138 Unter sake werden hier dochwol die schulden zu verstehen sein, obwol ich
für diesen sinn des wortes auch jetzt noch keine parallelstellen anzuführen
weiss. V. 2231 hat das wort jedenfalls eine andere bedeutung.
2139 Dieser vers stimmt inhaltlich genau zu v. 2122 f. Tristrem droht nur,
ausser landes zu gehen, wenn seine bitte nicht erfüllt werde, während er nach
den anderen Versionen auf jeden fall dazu entschlossen ist, vgl. I p. XCV.
Wenn ich früher annahm, dass diese äusserung Tristrem's in Widerspruch stehe
zu v. 2152 f., so könnte man mir vielleicht einhalten, diese Schwierigkeit lasse
sich einfach dadurch beseitigen, dass man v. 2152 f. auf Tristrem's augen-
blickliche entfernung aus dem garten beziehe, unter vergleichung von v. 2157:
Tristrem oway went so.
Indessen widerspricht dieser auffassung die äusserung Mark's v. 2156. Ich weiss
kein mittel, um diese auffällige incongruenz in E zu beseitigen.
2144 vngiltless ist ein unmögliches wort; es muss entweder ungilti oder giltles
heissen ; die erstere form ist des metrums wegen vorzuziehen.
2152 Was der englische dichter mit den Worten : Es kümmert mich nicht, was
ich lüge, meint, ist nicht klar ; denn inwiefern brauchte sie den könig zu be-
lügen, wenn sie ihn bitten wollte, Tr.'s schulden zu bezahlen?
2163 f. Diese zeilen haben denselben sinn wie oben v. 2016 f.
2165 Man könnte in zweifei darüber sein, ob diese zeile dem sinne nach zum
vorigen oder zum folgenden zu nehmen ist ; entscheidend für die letztere auf-
fassung ist v. 2559 :
Po was her ioie al newe,
2169 Nur in E wird Tr. zum constable gemacht; ebenso Sir Canados v. 3016;
und wir haben auch darin gewiss einen specifisch englischen zug zu sehen;
vgl. zu v. 454. Was wir unter dieser würde zu verstehen haben, lehrt u. a.
R. of Gl. p. 538 (M) :
The constable of Gloucetre, as mid the kinges poer,
Held ofte, in the kinges names, courtes ver and ner.
2172 W. Scott bemerkt zu diesem verse : Hexe feile is taken for feel, or per-
ceive , as in a passage of Chaucer, pointed out to me by Mr. Finlay of
Glasgow :
— 165 —
And if that he may feien out of drede,
That ye me touch in love of villanie.
Second Nonnes Tale.
Dieser ansieht werden wir heute freilich nicht mehr zustimmen, denn
feien = ae. felan, könnte nicht feile geschrieben werden ; feile ist vielmehr =
ae. fellan, zu nlchte machen, was ja sehr wol verständlich ist; vgl. auch spille
v. 2177.
Das widerholte ay ist auffällig; hinter pai ist es wahrscheinlich zu 21 81
streichen.
Ich fasse on als adverb : Achte nun darauf eines tages. 2183
bituene, d. h. zwischen den betten; v. 2220 heisst es: zwischen dem könig 2195
und ihm.
J>ing = wesen, wie sonst etwa in der Verbindung: pat swete ping. 2196
Ein Bischof legte sich ins mittel. 2228
Sehe pouty ist einigermassen auffällig, bes. im blick auf 2232 f. Man er- 2230
wartet, dass jemand anderes diese art des gottesgerichtes vorschlägt, und sie
dann erst einwilligt, dasselbe über sich ergehen zu lassen. So gibt G. v.
15528 ff. der könig dazu die veranlassung. Demnach könnte man geneigt sein,
für sehe, Mark oder pai einzusetzen ; doch erscheint bei der eigenthümlichen
darstellungsweise von E diese änderung nicht durchaus nöthig zu sein.
Unter pe merkes werden die Stangen gemeint sein, mit denen die strecke 2234
abgesteckt ist, auf welcher Ys. das heisse eisen tragen soll; desshalb gehört
v. 2236 eng zum vorigen; Ysonde müssen wir uns freilich dazu ergänzen.
Ueber die Verlegung des Schauplatzes nach Westeminster habe ich I v. CVI 2235
gehandelt. Diese eigenthümlichkeit von E gehört in dieselbe rubrik, wie die
zu v. 454 und 2169 erwähnten. Ueber Westeminster vgl. Skeat zu P. PI. C.
Pass. III v. 174.
Wegen des ritt er s Sir Tristrem, d. h. wegen des verdachtes, dass sie in 2237
unerlaubtem verhältniss zu ihm stünde.
Diese verse sind als eingeschobener satz anzusehen, da To swete etc. direkt 2240 — 2
zu com gehört.
Ueber den gebrauch von Temese und anderer flussnamen ohne hinzufügung 2245
des bestimmten artikels vgl. Skeat zu P. PI. C. Pass. XV v. 104. Koch II2
§ 186 sagt zwar, bei den Aussen habe sich der artikel befestigt ,nach langem
schwanken* ; doch vermisst man belege für das fehlen desselben im Me.
Zum ausdruck vgl. Avow. Arth. LXIII : 2250 f.
He nez,hit neuyr no naked syde
Of thi lady.
Vgl. auch den bildlichen ausdruck im Sprichwort, The Babees Boke p. 45 :
Ouyrdone pryde maketh nakyd syde.
d. h. Uebertriebene pr acht führt zur nackten armuth.
San schewe wol = sine monstratione , ohne dass man es ihm besonders 2253
zeigte; natürl. gehören diese worte dann zum vorigen.
Vgl. zum ausdruck Mar. v. 153 f . : 2256 f.
He wende forte ha ben anhon,
Oper to worse deb ydon
Ueber constori vgl. die anm. Skeat's zu P. PL C. Pass. I, 127. 2268
dede ist hier ganz ebenso aufzufassen, wie nach unserer erörterung in v. 63, 2286
die kurzzeile gehört also inhaltlich zum folgenden.
Nach is ist natürlich gone zu ergänzen ; vgl. o. zu v. 404. 2294
In schlachten ist er gewesen [schon ehe er nach Wales kam] und eilig er- 2295 ff.
kündete er solche gerade auch dort. Vgl. v. 2626.
Vgl. v. 3116. 2306
Zur ausdrucksweise bemerke ich folgendes. Bei La^. findet sich eine 2313
solche nebeneinanderstellung des positiven und negativen begriffes noch sehr
selten. In bd. III ist mir gar kein fall begegnet, in I nur v. 3043 f. :
Pa andswarede Cordoille
Lude and no wiht stille,
— 166 —
sowie v. 4333 :
Pat is woh and na wiht riht.
Dag. vgl. Sir Triam. (Hall.) v. 33:
To fyght and not to flee.
The Seven Sages (Hall.) v. 205 :
The post been grete and nou^t smal.
Das. v. 620 f. :
And of hold he lete hewe
Many bowes and nowght fewe.
Ipom. v. 2102 :
They were füll glad and nothynge lothe.
Pe land of Cokaygne v. 61 f. :
Man mai per of et ino^
AI wip ri^t and no2;t wip wo^.
Greg. (ed. Schulz) v. 585 ;
Pe waites wer stille and noping loude.
Das. v. 775 :
Sori sehe was and noping lou£.
Libius Disc. v. 2134 ff. :
A worme out gan pace
Wip a womans face,
Fat was younge and nothing old.
Sir Ottuell v. 485 f.:
Pis was a stythe stroke of a knyghte
And no thynge of a childe.
Guy of Warw. v. 9413:
Now ys he whyte and nopyng wanne.
Das. v. 10857 ff. :
The admerall answeryd Harrawde,
A gentyll knyght and no rybawde :
Das. v. 10873 f- '•
He forpe clepyp hys chaumberleyne,
That was a gode knyght and no sweyne.
Das. v. 10936 :
A stalworthe knyght and no cowarde.
Merline v. 94 :
And said with wright and not with wrong,
Das. v. 1160:
Itt was by night and not by day.
Auch Chaucer bedient sich zuweilen, wenigstens in seinen frühesten wer-
ken noch dieser stilistischen eigenthümlichkeit , vgl. u. a. The Boke of the
Duch. v. 470 f. :
Ful petuose pale and nothynge red
He sayed a lay, a maner songe,
obwol er im Sir Thopas dieselbe nur mehr spottend nachahmt ; vgl. Benne-
witz a. a. o. p. 33. Noch ist erwähnenswerth , dass die zwei einander gegen-
über gestellten begriffe hier stets durch and verbunden sind, während bei den
sonst ganz gleichartigen Wendungen bei Wolfram von Eschenbach, die Kinzel,
Ztschr. für d. phil. V p. 12 zusammengestellt hat, sie in der regel unvermittelt
neben einander stehen, nur 63, 18:
Der was dicke and niht ze dünne.
2316 Dieselbe zeile kehrt wieder v. 2576. V. 2575 f. entspricht in S. p. 81,
31 : Ok bar pä svä tili einn dag; bei G. v. 181 30:
Ez was an einem mitten dage
In den engl, romanzen werden gern ereignisse mit der notiz eingeführt : Es ge-
schah an einem sommertage u. s. w., ohne dass an sich dabei auf die Jahres-
zeit etwas ankäme; vgl. Guy of Warw. v. 2319 f.:
— 167 —
Hyt was on a somers day,
As y the sothe teile may :
When the emperowre had ete etc.
Besonders interessant ist dafür folgende stelle. Gregorius v. 212 lautet
in ms. Vernon :
A messager com on pe morwen and tolde pat hire
bropur was ded.
Ms. Auchinl. v. 149:
Pat oper day on pe morwe etc.
Daraus hat ms. Cleop. v. 278 gemacht:
Erliche in a someres morwe.
wenn er es gewinnen kann, d. h. wenn er es aus der gewalt des riesen 2318
zu befreien vermag.
Vgl. v. 2513 und Zup. zu Guy v. 3054. 2320
him ist Tristrem , he der riese Urgan. Dem Wortlaute nach würde man 2324
die umgekehrte beziehung erwarten.
Es ist einigermassen auffällig, dass der riese Urgan hier a douhti kni^t 2325
genannt wird, um so mehr als Tr. das epitheton douhti gleich darauf (v. 2328)
sich selbst gibt. Auch der ausweg, v. 2325 zur rede des riesen zu nehmen
und auf Tristrem zu beziehen , ist misslich , da der riese nicht geneigt sein
wird, diesem ein lob über seine tapferkeit zu ertheilen.
Wenn kepe y hier richtig hat, so muss es heissen ich finde gefallen daran, 2332
vgl. Mätzner, Wtb. I p. 41 ib. Allerdings ist es sehr verführerisch, mit der
ausgäbe von 1835 nach analogie von v. 2763 hope dafür einzusetzen.
Eine dem in dieser Strophe erzählten ganz ähnliche Situation rindet sich
in Sir Perc. v. 2033 ff. :
Now are thay bothe liowne,
Mett one a more browne,
A mile withowt any towne,
Boldly with scheide.
Thane saide the geant so wight,
Als sone als he sawe the knyght :
Mahowne, loved be thi myght !
And Percevelle byhelde.
Art thou hym that, Saide he thane,
That slew Gollerothirame ?
I had no brothir bot hym ane,
Whenne he was of elde.
Than said Percevelle, the fre :
Thurgh grace of god so salle I the,
And siehe geantez as z,e,
Sie thaym in the fehle.
Vgl. Guy of Warw. 2999 f.: 2335
Ther ys none so stronge in all pys lande,
That schulde stonde a stroke of hys hande.
Aehnlich Sir Degree v. 441 :
There was neuer man that I might hitt,
That might euer my stroake sitt.
Ein wunder, wenn Tristrem es vermag'. 2336
his bezieht sich auf den riesen. 233 8
of ist nicht als präposition anzusehen, sondern gehört zu smot. 2339
Vgl. Sir Fer. v. 2999: 2347
Pan Cornyfer to Roland werd a sturne strok gan slente.
Vgl. Zup. zu Guy v. 10477. 2351
Die phrase as he were wode ist in den romanzen sehr häufig; fast dieselbe 2357
zeile findet sich wieder Merline v. 1 76 :
But [sc. he] flyeth away as he were wood.
— 168 —
Das. v. 277 :
And fledd away as he were woode
Vgl. das. v. 2382; ferner Sir Egl. v. 383, 534, 828. Ein ähnl. ausdruck
ist as he wolde wede, u. a. Le Bone Flor. v. 660 u. sonst.
2364 Die unmittelbare Wiederholung von pat was his in derselben Strophe hat
wenig Wahrscheinlichkeit für sich. So starke härten pflegt unser dichter sich
in bezug auf den vers sonst doch nicht zu schulden kommen zu lassen. Ich
glaube hier um so mehr an eine unrichtige Wiederholung dieser worte aus v.
2360, als his h'onde unmittelbar vorhergeht; was dafür einzusetzen sei, ist aller-
dings schwieriger zu sagen, da z. b. ywis ebenfalls in dieser Strophe schon
vorkommt; doch wäre selbst dies wort noch bedeutend weniger anstössig, als
die überlieferte lesung.
2366 Ueber unride vgl. Mätzner, Sprachpr. I p. 68, note zu 505 ; Zup. zu Guy
v. 1647 ; Skeat, Glossarial Index zu Havel, p. 151.
2371 Da gode dem zusammenhange nach nom. sein muss, so ist wol das
schliessende e zu streichen.
2376 Und grimmig forderten sie sich da [einander] heraus. Vgl. La^. v. 2764 f. :
Bruttes heom after bu^en
And mid baluwe heom igrsetten.
Havel, v. 181 1 und 2625 und Lachm. zu Iwein v. 1002.
2403 Vgl. Ywayne v. 3105:
Of riche cloth soft als the sylk.
2417 wip outen ende = für alle zeiten ; vgl. Amis and Amil. v. 1508 ff. :
That riche douke tok him bi hond
And sesed him in alle his lond,
To held withouten ende.
Vgl. auch das. v. 306.
2428 ff. Das verbum frain macht Schwierigkeiten , denn selbst angenommen, Mark
habe noch nöthig, seinen aufenthalt zu erkunden, nachdem Ysonde ihm so
eben eine botschaft geschickt hat — das könnte ja heimlich geschehen sein —
so sagt der dichter kein wort davon, dass der Inhalt der botschaft war,
Tristrem zur rückkehr aufzufordern, und dass dieser wirklich dem folge leistete :
es wird uns v. 2430 f. blos der empfang geschildert. Für frain würde man
etwa feche erwartet haben, vgl. v. 2563.
2435 Nur in E wird die von Mark seinem neffen eingeräumte Stellung mit der
eines steward verglichen, was wieder ein specifisch englischer zug zu sein
scheint. Vgl. Sir Orfeo v. 202 ff. :
Lordinges, he said, bifor ^ou here
Ich ordainy min hei^e steward,
To wite mi kingdom afterward,
In mi stede ben he schal,
To kepe mi londes over al.
Erle of Toi. v. 12040".:
He made hym steward of hys londe
And sesyd agayne into hys honde
That he had rafte hym froo.
Launfal v. 31 ff. :
For hys largesse and hys bounte
The kynges stuward made was he,
Ten yer, y you plyght.
2436 f. Ueber derartige rhetorische fragen vgl. oben zu v. 265. Speciell mit
dieser stelle vgl. Chaucer, Leg. Didonis v. 134 f. :
Who hadde joy thanne, but his meynee,
That hadden founde hire lord, hire governour?
2450 Ueber eiz^e sene vgl. Mätzner, Sprachpr. I p. 55, note zu v. 72.
2456 f. Vgl. Erle of Toi. v. 457 ff.:
All the nyght in that foreste
The gentyll erle tok hys reste,
He had no nodur woon.
— 169 —
Vgl. Zielke zu Sir Orfeo v. 254. 2460
Vgl. La^. v. 1828 f.: 2463 f.
Wes al bat folc swa blicte,
Swa heo neoren nauer er on liue.
Das. v. 2243 f- :
For be ic am swa bli&e,
Swa nses i naeuer sei* on liue.
Ueber räche vgl. Hausknecht's note zu The Sowdone of Bab. v. 56. 2470
Mätzner, Wtb. II p. 62 bemerkt s. v. fade: »Jamieson führt fade, fede 2474
als schottisch und gleichbedeutend auf; so wäre das wort auch auf den wald
bezogen in unserer stelle.« Ich weiss für fede in der that auch keine bessere
erklärung beizubringen.
Wie hier in dem sinne von zurechtweisen, abrichten der thiere wird chastien 2475
auch sonst gebraucht; vgl. Trevisa II, 357:
£ey were be firste bat chastede hors and ladde hem wib brydels.
Mätzner Wtb. I p. 556 a führt zwar obige stelle, aber nicht diese bedeu-
tung des verbums an.
wip outen wom, hat hier nur den werth einer versfüllenden phrase; einen 2481
speciellen sinn für diese stelle kann ich dem ausdruck nicht zuerkennen.
Ueber den sinn dieser zeilen habe ich I p. CX f. ausführlich gehandelt ; 2485 f.
die dort nur vermuthungsweise vorgebrachte erklärung derselben halte ich jetzt
für die allein zulässige. Zunächst ist zu bemerken, dass der ausdruck : under
wode bou^ in unserem gedichte noch einmal vorkommt, v. 3277 f. :
Vnder wode bou^
After her fomen pai rade.
In einer laubhütte, wie Heinzel an unserer stelle übersetzt, können doch
die ritter unmöglich ihre feinde verfolgt haben, vielmehr tinter den baumzweigen,
d. h. im walde. Genau denselben sinn hat dieser ausdruck Sir Degr. v.
1015 f. :
And how hys chyvalre was slone
Undir the wod bowe.
Ipom. v. 1215 f. :
He fonde his master with flessche inoughe,
Hovynge vndir the grene wodde boughe.
King Hörn v. 1251 f. :
He is under wude bo^e
And wip him kni^tes inozje.
Vgl. St. Eustas v. 14 und 76. Nicht an einer einzigen von all diesen
stellen ist von einer laubhütte die rede ; wenn die dichter eine solche be-
zeichnen wollen, so sprechen sie von einer löge of bowes (Ywaine v. 2037).
An dieser stelle wird der ausdruck so aufzufassen sein wie in der a. a. o. von
mir citirten stelle aus Gamelyn.
Umgekehrt wird von einem gefangenen gesagt, Guy of Warw. v. 5645 f. :
Whyll bat he in prison laye,
He my^t not wytt, when hyt was daye.
Unter old ale ist natürlich nur besonders gutes bier zu verstehen. Dass 2492
das bier nicht zu jung sein darf, finden wir auch sonst betont, vgl. The Babees
Boke p. 128 f., v. 177 ff. :
Thy cuppes, py pottes, pou se be clene bope within and owt;
Thyne ale .V. dayes old, er now serue it abowt,
For ale pat is newe is wastable withowten dowt.
Das. p. 268 :
Also loke your composte be fayre and clene and your ale fyue dayes
olde, or men drynke it.
Vgl. auch Borde's bemerkungen über das bier und seine bereitung, The
Babees Boke p. 208, note zu v. 178.
Zu dem inhalte dieser verse vgl. Ywaine v. 2047 ff. :
— 170 —
Hirn failed thare bath salt and brede,
And so him did whyte wine and rede,
Bot of swilk thing as thai had,
He and his lyon made tham glad.
2499 Dieser vers ist einigermassen verdächtig ; der sinn muss doch wol sein :
Wie er ihn (sc. den hügel) vorher angetroffen hatte. Ein sonderbarer und matter
ausdruck ; doch weiss ich allerdings keinen besserungsvorschlag zu machen.
504 ff. Zum sinne dieser verse vgl. Guillaume de Pal. v. 3033 f. :
Bien viverons de nos amors,
D'erbes, de fuelles et de flors.
Will, of Pal. v. 1806 ff. :
Soburli seide Meliors : Sire, leues youre wordes,
We schul liue bi oure loue lelli atte best,
And pur^th be grace of god gete vs sumwat elles,
Bolaces and blake beries, bat on breres growen,
So bat for hunger i hope härm schul we neuer;
Hawes, hepus and hakernes and be hasel notes
And ober frut to be fülle, bat in forest growen ;
I seie 2;ou, sire, bi mi liif, bis liif so me likes.
Chronicle of Engl. v. 29 ff. :
In grete hulles hy woneden her
Ant livede by herbes ano wilde duer,
Mylk ant water, hy dronke nout elles,
Ase the boc hyt saithe ant telles.
2508 Dergleichen scheinbar ganz stricte Zeitbestimmungen , wo die genaue an-
gäbe nach wochen oder tagen für die erzählung selbst gleichgültig ist und
vom dichter blos eingeführt sein dürfte , um seinen bericht authentischer er-
scheinen zu lassen, finden sich in den engl, romanzen sehr häufig; vgl. Launf.
v. 817 ff.:
The certayn day, i yow plyght,
Was twelve moneth and fourtenyght,
That he schuld hys lemman brynge.
King of Tars v. 214 ff. :
And on the morwe for heore sake
Truwes thai gunne togidere take,
A moneth and day es thre.
Torrent v. 1354 f. :
And I wylle not ageyn the say,
But abyde hälfe yere and a day,
And broke her welle with blis.
Guy of Warw. v. 7601 f.:
A XII monyth be trewse was tane
And thretty day es, tyll he was gane.
Ebenso bei anderen Zahlenangaben ; vgl. Sir Isumbr. v. 750 ff. :
Thay slewe the haythene knyghttes swa,
And of the Sarazenes many alswa,
^a twentty thowsandez and thre.
Sir Degr. v. 1001 :
A thousaund hors and thre
Of the dukus meyne.
Floriz and BI. v. 217 f. :
Seue hundred tures and two
Beob in be bur^ wibute mo.
Martin zu Kudr. 172, 4 verweist für diesen gebrauch auf Rechtsalt. 220 f.
Von der alterthümlicheren sitte, die kleinere zahl zuerst zu nennen, kenne ich
keine engl, belege.
2531 lieber huntes vgl. Skeat zu P. PI. C. Pass. I v. 2.
2545 Der ausdruck welay ist mir anderswoher nicht bekannt, denn wele ay
v. 1804 lässt sich nicht vergleichen; da nun ohnehin wel über der zeile später
— 171 —
nachgetragen ist, so liegt die vermuthung nahe, dass weileway dafür zu lesen
ist. Der klageruf des königs würde sich dann darauf beziehen, dass er das
paar unschuldiger weise vom hofe verbannt hat.
of swiche play ; der unbestimmte ausdruck weist zurück auf v. 2546; also: 2549
Sie tragen nicht verlangen nach unerlaubtem liebesspiel.
Sie waren noch nie so lieb, sc. dem könig. 2569
Das wort bailif ist verschrieben für bailie\ da neben bailif die form bailie 2570
nicht selten vorkommt (vgl. Mätzner Wtb. I p. 164 b), so lag für einen ab-
schreiber die Verwechselung beider worte nahe genug.
V. 2573 f. sind dem sinne nach nicht ganz klar. Von dem gründe der 2573 f.
liebe kann doch nicht die rede sein. Obwol also sonst listen ausser mit to oder
tili auch mit dem acc. verbunden werden kann (vgl. O. u. N. v. 894) , so ist
hier doch wol to vor pe gr. einzuschieben : Wer etwas von liebe lernen will,
höre es jetzt bis auf den grund, d. h. bis zu ende. Eine ähnliche aufforderung,
zuzuhören, fand sich schon v. 401 f.
Trotz aller plane, die wir fassen können. 2590
V. 2598 ist als eingeschobener satz anzusehen, da der nächste vers sich 2598
syntactisch an Y fle anschliesst.
Vgl. zum ausdruck The Babees Boke p. 48, v. 20 ff.: 2599
Lifte vp bin herte to god, and pray
Deuoutly as pou can or may,
Fat pou in grace pi lijf may lede,
A Sarmun v. 87 f. (Mätzner, Sprachpr. I p. 117):
Whate mai ich bi be riche man teile,
Pat ledip al is lif in blisse?
Zu v. 2599 f. vergleiche inhaltlich Le Bone Flor. v. 1521 ff.:
There was a lorde, that hyght Tyrry,
Wonned a lytyll there by
In a foreste syde,
Ueber den sinn von tokening an dieser stelle habe ich I p. CXVI gehan- 2602
delt; dass damit keinesweges ein erkennungszeichen für einen boten gemeint
sein muss, zeigen auch folgende stellen; Sir Perc. v. 425 ff.:
His moder gaffe hym a ryng,
And bad, he solde agayne it bryng :
Sonne, this salle be oure takynnyng,
For here I salle the byde.
und Halliwell's anmerkung z. d. st.; das. v. 2156 f. Hörn Childe XL VIII
v. 1 ff.:
To Rimneld he com wipouten lesing,
And sehe bitau^t him a ring,
Pe vertu wele sehe knewe :
Loke pou forsake it for no ping,
It schal ben our tokening,
Pe ston, it is wel trewe.
Als ob nichts vorgefallen wäre. 2609
In I p. CXVIII hätte ich G. v. 19096 = S. p. 83, 31 ff. unter der rubrik : 2661 f.
jüebereinstimmung aller drei texte' aufführen sollen, da E. v. 2661 f. sich in-
haltlich dazu stellt. Aus S. p. 83, 29 ff.: ok allra heizt Kardin ok brmdr hans,
ersieht man auch, dass unter pai v. 2662 Ganhardin und seine brüder gemeint
sind, obwol von diesen vorher noch gar nicht die rede gewesen war.
Der auf den ersten blick etwas sonderbare inhalt dieser Strophen steht in 2663 ff.
engstem Zusammenhang mit v. 2685 ff. Der wil , von welchem Tristrem ein-
genommen ist, ist der wünsch, Ysonde Weisshand zu heirathen, und er sucht
nun diesen wünsch durch drei erwägungen vor sich selbst zu rechtfertigen.
1 v. 2665 f.: An der trennung zwischen Ysonde und mir ist Mark schuld,
nicht ich; er hat unrecht gethan, indem er uns trennte; 2) v. 2667 f.: Ysonde
hat mich in sorge und leid gestürzt , [indem sie ausser mir noch ihrem gatten
angehört hat]; 3) v. 2669 ff.: Endlich widerstreitet unsere liebe den vorschrif-
— 172 —
ten der Bibel. Darum glaubt er jetzt mit vollem rechte sein glück bei Yson-
dens namensschwester suchen zu dürfen. Auf dem wege zur brautkammer je-
doch überwältigen Tr. den vorigen gerade entgegengesetzte erwägungen , und
zwar stehen dieselben ganz genau den oben aufgeführten drei entschuldigungs-
gründen parallel, wenn auch die reihenfolge eine andere ist. i) v. 2687 — 90:
Ysonde ist mir nie untreu gewesen ; ihr verhältniss zu Mark straft diese be-
hauptung nicht lüge, denn er ist ihr herr und hat die macht , sich ihrer ver-
räterischer weise zu bemächtigen. Darin liegt eine Widerlegung von punkt
zwei. 2) v. 2691 — 3: Niemand kann mein herz aus irgend einem gründe ihr
entfremden ; [also ist meine liebe auch stärker als die Satzungen der Bibel] ;
Widerlegung von punkt drei. 3) v. 2694 f.: Ich habe die trennung zwischen
uns veranlasst ; das unrecht ist ganz auf meiner seite ; Widerlegung von punkt
eins. — Ich kann nach dieser darlegung das räsonnement Tristrem's nicht
»höchst unklar« finden, wofür es Heinzel p. 403 erklärt; dass man manches
zwischen den zeilen lesen muss, ist für uns bei diesem gedichte ja keine neue
beobachtung : auch muss man berücksichtigen, dass die form desselben, Stro-
phen in kurzzeilen, der darstellung derartiger erwägungen die grössten Schwie-
rigkeiten in den weg legt.
2679 Wenn die Überlieferung richtig ist, so ist aus v. 2677 das object Ysonde
zu ergänzen ; wahrscheinlicher als eine solche harte auslassung ist jedenfalls,
dass nach sßoused, her einzusetzen ist , eine auch durch metrische rücksichten
begünstigte Verlängerung der zeile.
2684 Unter chaumber ist hier das brautgemach zu verstehen. In ähnlicher weise
heisst es von einer braut, La^. v. 30483 f.:
To boure me [her] ladde
To pas kinges bedde.
Obwol, beiläufig bemerkt, hier Madden im texte nichts ergänzt hat, so ist
doch her sicherlich nicht zu entbehren.
2698 Der euphemismus pe dem dede für geschlechtlichen umgang findet sich
auch sonst wieder; vgl. Susanna v. 335 ff.:
Pou say nou, so mote pou pe,
Vnder what kynde of tre
Semeli Susan pou se
Do pat derne dede ! l)
G. L. I v. 5 ff.:
Icherde a blisse budel vs bad,
Pe dreri domesdai to drede,
Of sunful sauhting sone be sad,
Pat derne dop pis derne dede ;
Pah he ben derne done,
Pis wrakeful werkes vnder wede,
In soule sotelep sone.
Die erklärung des ausdrucks ist gegeben durch stellen wie Avow. Arth. LH :
He sayd : I am comun here, loe,
In derne for to play.
700 f. W. Scott erklärt für die vorliegende stelle forbede durch previously proffered,
doch wüsste ich nicht, wie das verbum zu dieser bedeutung kommen sollte.
Ich übersetze : Der Jungfrau verwehrte er es, wenn etwa ihr wille wäre, sc. to
do pe dem dede. Vielleicht ist aber auch der text verdorben.
2704 Vgl. Sir Gaw. v. 1367: Ful stille, ebenfalls zur ausfüllung einer ganz
kurzen zeile gebraucht ; ich nehme diese zeile zum folgenden, da^ damit gesagt
sein soll, dass Ys. nicht vor anderen über die enthaltsamkeit ihres gemahls
sprechen wird; vgl. S. p. 85, 7 ff .
D9 ff. Fern in dieser gegend, [d. h. an der grenze des landes, welches der herzog
seiner tochter als mitgift zugewiesen hatte,] waren nahe dabei grenzpfähle ge-
1) Die Cotton hs. (Herrig's Archiv, Bd. 62 p. 410) liest dafür weniger an-
sprechend: pys derf dede, was Avow. Arth. richtig von einem ritter gesagt
wird, der sich der gemahlin eines anderen in unerlaubter weise nähert.
— 173 —
setzt; zwischen dem herzöge und einem ungeheuren riesen , d. h. zwischen dem
gebiete des herzogs und dem eines u. riesen, hatten sie von alten zeiten her
gestanden. Ich gebe übrigens gern zu, dass v. 2709 auch zum vorigen gezo-
gen werden könnte. Dass hinter diesen pfeilern ausserdem noch ein fluss eine
natürliche grenze bildet, erfährt man erst aus v. 2721.
Unter he ist der riese zu verstehen; "htm und he v. 2716 f. dagegen be- 2714
ziehen sich auf man v. 2713.
Dass der herzog diese worte spricht, wird vom dichter nicht erwähnt ; wir 2718 ff.
lernen es aber aus S. p. 88, 5, wo sich die entsprecl^nde rede findet.
hayre war W. Scott (gloss. p. 279) und ist mir heute noch unverständlich. 2729
Stratmann und Halliwell nehmen auf diese stelle keine rücksicht. Ist für hayre
etwa kayre zu lesen? Allerdings kommt dies verbum sonst wol fast ausschliess-
lich in allitterirenden dichtungen vor. Der sinn des verses wäre dann : Wenn
deine hunde ivol auf den hasen losgehen. Dass dieselben dabei die grenze des
herzoglichen gebietes überschreiten, muss man sich dazu denken ; vgl. jedoch
v. 2742 f.
Zu warten, sc. auf den riesen. 2737
Diese verse sind als Selbstgespräch Tristrem's anzusehen. 2738 f.
Der inhalt dieser verse erregt bedenken wegen der erwähnung des herzogs. 2746 ff.
Wenn wir übersetzen : Da war der herzog muthig, rasch folgte er gerade da, so
widerspricht dem sinne der umstand , dass der herzog Tristrem diesmal nicht
begleitet hat , sondern dieser vielmehr ganz allein von hause weggeritten ist ;
vgl. S. p. 89, 12; aber selbst wenn wir dies aus der saga nicht erführen, so
würde es schon der Zusammenhang in E lehren. Die einführung des herzogs
wäre hier noch viel unmotivirter, als in der episode vom irischen ritter die ein-
führung der Brengwain (vgl. I p. LXXXVI) . Ich wüsste nur zwei wege , um
diese widersinnigkeit aus dem wege zu räumen ; entweder ist unter pe douke
hier Tristrem selbst zu verstehen, weil er der Schwiegersohn des herzogs ist —
doch ist das wenig glaublich ; oder wir müssen statt was fade, forbade lesen ;
dann ist der sinn: Wo der herzog es verboten hatte, folgte er ihnen (sc. den
hunden) rasch, gerade dahin; vgl. v. 2718.
Vgl. Sir Egl. v. 300 nebst der dazu gehörigen note Halliwell's. 2749 f«
Zum gedankenzusammenhang vgl. Guy of Warw. v. 3683 ff.: 2751 ff.
Pen seyde pe sowdan : What art pou,
That comes into my courte nowe? ....
Gye seyde : Y schall the saye
My name, or y wende awaye.
I wyll pe nor no nodur beswyke ;
Y am Gye of Warwyke.
Art thou, he seyde, bat ylke page,
That hast done me all pe owtrage?
Thou slewe my cosyn Coldrane :
Hys hedde thou smote of allone.
I schall neuyr ete bredde
To day, or pat pou be dedde!
als familie, d. h. als venvandten, so, wie es unter verwandten üblich ist ; 2759
Argl. G.E. v. 1651 f . :
And kidde he was hire mouies sune,
And kiste hire after kindes wune.
Es ist zu ergänzen: on Tristrem; vgl. Sir Perc. v. 1465: 2773 f.
A schafte salle I one hym sett,
Vgl. Sir Fer. v. 2731 f.: 2779
Duk Roland and erld Olyuer, pan pay bleynte a syde,
And so he dude, pe gode Ogeer, and Gy wolde no^t abide.
Wenn Heinzel a. a. o. p. 383 bemerkt, Thomas werde an drei stellen des 2787
gedichtes erwähnt, so hat er dabei die vorliegende übersehen.
yfold ist als part. pr. von fealden anzusehen; vgl. die von Hausknecht zu 2790
The Sowdone of Bab. v. 1427 zusammengestellten parallelen.
Diese zeile ist gleichlautend The Kyng of Tars v. 234. 2796
— 174 —
2797 f- Ich WM niemals mehr das recht beanspruchen, gegen dich zu fechten.
2801 Tristrem erkannte ihn als freien mann an.
2802 ff. Wenn wir in hi^t auffassen als: in eile, was dem Wortlaute nach ja mög-
lich wäre , so würde in v. 2804 f. das verbum vermisst werden ; eine andere
bedeutung weiss ich aus dem überlieferten nicht zu gewinnen; dagegen erhal-
ten wir sofort einen guten sinn, wenn wir für in, him lesen : Beliagog versprach
ihm sicher, ihm eine glänzende halle zu bauen etc.
2807 hald — hald ist ein sehr harter reim, um so mehr als beide male das wort
in demselben sinne gebraucht ist. Doch wage ich nicht, zu ändern.
2814 Sein werk zu ende zu führen.
2823 Zu diesem verse ist zu ergänzen: zu hause bei seiner gemahlin.
2831 A werk = On werk: hat sie zu einer arbeit angeleitet.
2834 ff. Als sie begannen, es aufzurichten, so war ein solches bauwerk noch nie [ge-
sehen worden] dem zwecke entsprechend.
2838 Die züge der hs. erlauben die lesungen gnede und guede, was W. Scott
p. 474 unrichtig mit lat. nequid zusammen brachte. Natürlich is* gnede zu le-
sen. Denselben fehler hat Ritson begangen, wenn er Hörn Childe p. 285 f.
(IX, 9) druckt : His yiftes were nought guede.
Vgl. Michel's bemerkung zu d. st.
2839 his des ist auffällig; man erwartet pe des oder her des.
2841 to calle, etwa = so zu sagen, dient nur zur ausfüllung der zeile. Mätzner
s. v. erwähnt diesen gebrauch des verbums nicht und ich habe auch nur eine
parallelstelle dazu finden können, The Babees Boke p. 171, v. 813 ff.:
Then appuls and peris with spices delicately,
Aftur pe terme of pe yere fülle deynteithly,
With bred and chese, to calle.
calle reimt mit alle — halle — smalle.
Ausgegangen mag dieser gebrauch sein von fällen wie Sir Ottuell v. 1009 ff.:
Otuell, bat was so wighte,
Duelles with Belesent pe brighte,
Was comely one to calle.
2844 fal of Jtoup hat hier nicht den gewöhnlichen sinn von pou7jful : ängst-
lich, betrübt (vgl. Dyce, Skelton II p. 101), sondern: voll von arglist.
2845 — 7 Diese verse sind als eingeschobner satz zu betrachten, da And, v. 2848,
sich eng an v. 2844 anschliesst.
2846 Dass unter ymages hier werke der plastik, nicht gemälde zu verstehen sind,
ergibt sich schon aus den ausführungen unseres dichters mit ziemlicher Wahr-
scheinlichkeit ; durch die genaue beschreibung in der saga wird diese behaup-
tung zweifellos sicher gestellt; vgl. I p. CXXVII.
2853 Vgl. Octov. v. 633:
The gret lordys of renoun
Sir Fer. v. 2078 :
Lucafer, pe kyng of Bandas, a strong kyng of renoun.
Le Bone Flor. v. 1030 f.:
Ther was lefte no man in that town,
To kepe the lady of renowne,
Aehnl. Sir Degr. v. 283 :
Lordus off honore
2854 Der name Bonifas kehrt in den romanzen öfters wieder. Bonefas heisst
z. b. der diener der königin Iosiane, Sir Beves v. 2151.
2859 vp and doun = überall; vgl. Mätz. Wtb. I p. 689.
2861 Nur hier heisst der herzog Florentin, vgl. I p. CXXVIII; in G. v. 18 71 5
Iovelin. Ich kenne aus der englischen romanzendichtung blos noch einen erl
Florentyne, dessen söhn Guy of Warwick tödtet; vgl. Guy of Warw. v. 6467 ff.
2865 W. Scott las pow statt polk ; Ik oder ik und w sehen in der Auchinleck-hs.
einander allerdings ähnlich, daher z. b. Turnbull, Sir Beves v. 229 prwede statt
prikede gedruckt hat.
2870 Die abstammung des wortes smare, welches natürlich als adverb aufzufas-
sen ist, ist noch nicht klar gestellt. Es wird überall in Verbindung mit hlehhen
— 175 —
gebraucht; vgl. Stratm.3 p. 5iob, der übrigens nur die form smere kennt, wäh-
rend hier smare durch den reim gesichert ist. So viel ist jedenfalls sicher (vgl.
Mätzner Sprachpr. I p. 132, note in v. 23), dass es zu demselben stamme ge-
hört, wie das ae. bismerian und smearcian, smirk, smile ; dadurch erklärt sich
das schwanken zwischen e und a. Ebenso gehört hieher das mhd. smieren,
welches ebenfalls zuweilen mit lachen verbunden wird, vgl. Frl. M. L. 26, 4:
ein smuzlich lachen smieren. Trist. 19246: smier ende unde lachende, bismer wird
im sinne von mockery gebraucht , und auch hier würde der sinn : die dame
lachte sehr spöttisch, der Situation ganz angemessen sein.
Weitere belege für die phrase wip outen op gibt Zup. zu Guy v. 10862. 2880
Der dichter lässt Ysonde ungenau berichten ; es kommt nicht darauf an, 2887 f.
dass das wasser auf den sattel, sondern darauf, dass es unter Ysondens kleider
spritzt (vgl. v. 2868). Dass er das eigentlich hat sagen wollen, bezeugen die
eng dazu gehörigen, nächsten zeilen : So nahe hat wahrhaftig noch nie ein mann
gegriffen.
Vgl. Libius Disc. v. 1157 f.:
How one of Arthurs knights
Shamely had him shent,
Diese zeilen bereiten einige Schwierigkeit Der sinn muss jedenfalls sein : 2896
Verächtlich behandelt er eine frau, die unserer familie angehört. Vor allem wird
da das object vermisst ; auch on ist auffällig. Vielleicht ist nach on, of ein-
zuschieben : In verächtlicher weise hat er zur frau, behandelt er als seine frau
eine von unserer familie.
Als er [ihr] seine treue verpfändete, so sah ich das sehr gern, mit beziehung 2898 ff.
auf v. 2661 f. Für alles gold von Indien soll dieselbe nicht so gebrochen sein,
dass es gesühnt werden könnte, d. h. für den an dir begangenen treubruch will
ich keinerlei sühne annehmen; diese auffassung stimmt ja auch zum inhalte der
folgenden verse.
Vgl. Kyng Alis. v. 903 ff.: 2900
For al the gold of Cartage
Nolde he take othir gage.
Sonst wird Indien auch erwähnt, um ein sehr entferntes land überhaupt zu
bezeichnen, vgl. Havel. 1085 f.:
Pou y southe heben into Ynde,
So fayr, so strong ne mithe y finde.
Einer von uns soll seinen schweiss verlieren, d. h. umsonst kämpfen , weil 2904
er unterliegen wird. Vgl. zur ausdrucksweise v. 10 19.
Vgl. zur constr. v. 2663. 2907
Warum war sie niemals die deine? d. h. Warum hast du niemals von ihr, 291 1
als deiner gattin, besitz ergriffen, deine ehelichen rechte ausgeübt?
Die erklärung dieses verses bereitet Schwierigkeiten. Scott erklärt im glos- 2937
sar steven mit hour, or time ; Madden , Gentlemen's Magazine 1833 II p. 311
durch voiee ; letzterer übersetzt demgemäss : Lest they by (your) talking discover
it. Dieser dem zusammenhange wol angemessne sinn lässt sich jedoch aus dem
überlieferten nicht gewinnen. Leider muss ich mich damit begnügen, dies zu
constatiren, da ich selbst eine befriedigende lösung des räthsels nicht zu geben
vermag.
To brink = zum ufer, gehört zum folgenden und steht parallel zu Belia- 2946
gog : Zum ufer willst du mich leiten, um mich zu erschlagen, zu Beliagog, ver-
muthe ich. Die häufung von to in diesem satze ist allerdings unschön, doch
liegt zu einer änderung kein grund vor; vgl. v. 2971 f.
Wel ist auffällig; ist wei dafür zu lesen? Freilich stehen mir parallelstellen 2950
für den einzelgebrauch dieses Wortes ohne le wei, nicht zu geböte.
Vor dieser zeile ist zu ergänzen : Er muss es sich gefallen lassen , wenn 2954
ich auch — .
Ein eigenthümlicher gebrauch des plur. maj. 2959
Worte Tristrem's. 2960 — 3
fond he sc. Ganhardin, denn Tristrem brauchte die halle ja nicht erst zu 2964
finden.
— 176 —
2966 — 7° Ganhardin wusste es nun zuvor, dort würden Tr. und er verweilen, um zu
lauschen und Ysonde zu sehen, in der strahlenden und glänzenden halle.
2976 Ueber blo vgl. Skeat zu P. PI. C. Pass. IV v. 125 u. Guy of Warw. v. 466 f.:
Sehe waxed bloo, as any ledde,
2980 f. Der sinn dieser zeilen ist entweder? Es war Ganhardin sehr unangenehm,
dass er sich Ys. so näherte, d. h. sich gleich mit einer solchen Ungeschicklich-
keit bei ihr einführte, oder: Es that ihm leid, dass er Ys. so nahe gekommen
war, näml. indem er vor dem riesen zurückprallte.
2983 Parallelstellen zu diesem ausdruck bringt bei Zup. zu Guy v. 5056.
2988 Ich nehme diese zeile zum vorigen: Er schwor bei gottes gnade, das edle
mädchen thäte ihm leid. Die beiden folgenden enthalten dann nur eine that-
sächliche bemerkung.
2991 f. Wir sind toll, gegen deinen willen zu reden, d. h. entweder: Ick war toll,
als ich deinem willen widerstrebte, in erinnerung daran, dass er Tr. in bezug auf
Ys. vorwürfe gemacht hat; oder: Wir würden, sc. jetzt, toll sein, wenn wir
deinem willen widerstreben wollten, womit er freilich auch wieder nur sich selbst
meinen würde. Für diese erklärung spricht noch der anfang der folgenden
strophe; ich übersetze v. 2993 ff.: Ez würde nichts anderes als das brechen des
herzens zur folge haben, das sehen wir sehr wol ein, und es ist eine thorheit von
uns, ein wort gegen dich zu sprechen. Ich nehme also hertbreke als subst., ge-
bildet wie herttene, Greg. ed. Schulz v. 388.
3001 frende erscheint hier auffällig; da die Übersetzung von v. 3001 f.: so dass,
0 freund , ich nicht froh werden kann etc. doch wol abzuweisen ist, so ist
nur die erklärung möglich, dass Brengwain als freundin der v. 2984 zuletzt
genannten Ysonde bezeichnet werden soll.
3006 bei gewinn und vertust, d. h. in guten und schlimmen lagen ; vgl. v. 3008 f.
301 1 Zu may ist der inf. bewirken zu ergänzen; vgl. o. zu v. 404.
3014 Vgl. W. L. V, 46 ff.:
Me were leuere kepe hire come,
Pen beon pope and ryde in Rome
Stype vpon stede.
Ferner Sir Tr. v. 3079 und Sir Perc. v. 147 1 f.:
Mene that bolde were to byde
And styff appone stede.
Die pferde selbst werden stip genannt; vgl. Sir Fer. v. 2613 f.:
Sone panne were pes barouns di^t in ful sykere wedes,
In aketouns, helmes and brynyes bri^t, and on stype stedes.
3017 ff. Weil Tristrem Ysonde [Weisshand] sich genommen hatte , so wähnte auch
er jetzt schlau genug zu sein, sie, d. h. die andere Ysonde, zu seiner geliebten
zu machen. Dass der englische dichter diesen gedanken ausdrücken will, ist
unzweifelhaft; aber die beziehung von hir ist in ihrer Unklarheit so irreführend,
wie nur irgend möglich.
3022 f. Ihr herz war immer so hochgesinnt , dass sie festhielt sc. an ihrem ersten
geliebten.
3026 made ist als plusquamperf. aufzufassen : Tristrem hatte [früher] ein lied
gedichtet.
3028 Ueber euer among vgl. Zup. zu Guy v. 650.
3041 f. In diesen versen gibt der dichter seinen lesern wieder einmal ein schwe-
res räthsel auf. Eine andere miene wirst du machen, wenn du selbst sie siehst.
Ich fasse diese worte im zusammenhange so auf: Drei gründe haben Tristrem
veranlasst, Ysonde Weisshand zur gemahlin zu nehmen; erstens, weil sie ebenso
heisst wie du; das ist in v. 3037 f. angedeutet (for pi sake), in v. 3043 f. aber
erst weiter ausgeführt ; zweitens, weil er dadurch die aussieht gewinnt, herzog
von Breteyne zu werden (v. 3040); endlich, weil sie sehr schön ist; das liegt
in v. 3041 f.: Eine andere miene würdest du machen, d. h. dich sehr wundern,
wenn du sie, d.h. ihre Schönheit, erblicktest; das ist eben nur eine Umschrei-
bung für die notiz, dass jene ihres äusseren wegen für ihn begehrenswerth ge-
wesen sei , denn ein zusammentreffen beider Ysonden kann doch noch gar nicht
in frage kommen ; alle diese gründe sind geeignet, dich zur räche anzustacheln
— 177 —
(v. 3039). Dass Canados daran die aufforderung knüpft, sie solle sich nun
auch einen anderen liebhaber suchen, und sich selbst dazu vorschlägt, vergisst
der dichter uns zu erzählen ; es wird aber in Vsondens antwort v. 3061 f. vor-
ausgesetzt. Man vgl. S. p. 87, 13 ff.: Nü hefir pü tapat Tristram, unnusta
pinttm; kann hefir fengit ser nü konu d ■odru landi , ok mdttu nü um leitast
at fd "per unnusta , pviat kann hefir svikit pik ok hafnat pinni äst ok fengit
fridari konu med mikilli scemd , dbttur hertugans yfir Bretlandi ! Diese stelle
deckt sich augenscheinlich mit unserer Strophe ; sie enthält die von uns in E
vermisste idee ; ebenso hebt sie Ysondens Schönheit und Tristrem's durch sie
gewonnene ehrenstellung hervor. Dass der hier fehlende gedanke , Tr. habe
die zweite Ys. genommen, weil sie so heisse, wie die erste, höchst unpassend
ist in dem munde eines nebenbuhlers , welcher so den anschein bekäme, Tri-
strems handlungsweise entschuldigen zu wollen, hat Heinzel a. a. o. p. 406
schon sehr richtig bemerkt. Der nach dem gedächtniss dichtende Engländer
hat ihn früheren stellen des frz. gedichtes entnommen.
Stratm.3 p. 294 b führt diese stelle s. v. häten, jubere, protnittere auf; je- 3050
doch weiss ich nicht, wie er dann den vers versteht ; auch wäre dies der ein-
zige fall in diesem gedichte , dass nach schottischer art ay für ae. ä stünde.
Dasselbe bedenken waltet ob , wenn wir mit W. Scott hayte = hatte , hassen
ansetzen. Offenbar soll der vers doch einen gegensatz bilden zum folgenden :
wo man ehre erweisen sollte. Der geforderte sinn ist also entweder verfolgen
oder verspotten, hayte kann aber keines von beiden heissen ; ist dafür etwa
baite zu lesen , was vom hetzen des wildes und vom verfolgen von menschen
gebraucht wird (vgl. Mätzner Wtb. I p. 165b)? febli hiesse dann in schänd-
licher weise , wie Langt, p. 156; vgl. Mätzner s. v. feblelike.
Ueber menske vgl. Skeat zu P. PI. C. Pass. IV v. 230. 3051
So dass dir immer leid zviderfahren möge dafür. Z°S5 f«
Vgl. The Squyr of 1. d. v. 257 f.: 3058
I pray to god and our lady,
Sende you the whele of vyctory,
Was du von mir erbeten hast, soll dir niemals zu theil werden, d. h. meine 3061 f.
liebe.
von allen, welche wein trinken , d. h. natürlich: von allen männern, oder wol 3064
besser : von allen menschen. W. Scott führt aus einem altfrz. epos folgende
parallelstelle an :
La meilleur gent, qui oncques beurent vin.
Entsprechende englische stellen aus den fassungen der Guy-sage bringt
Zupitza bei zu Guy v. 4708. Dem sinne nach gleichbedeutend ist es natürlich,
wenn ein Jüngling genannt wird, Torrent v. 2495 ff.:
One of the feyrest knyghtis,
That slepith on somer nyghtes,
Or walkyd in wede.
Ein interessantes gegenstück zu diesem ausdruck bietet Guy of Warw.
v. 4707 f.:
5^yt pou art the trewest knyght,
That euer slepyd in wynturs nyght.
Vgl. auch Seven Sages (Hall.) v. 646 f. :
For alle the men that beres brethe,
He sal to morwen thole dethe.
Ferner Melayne v. 173 f.:
The falseste traytoure was he one,
Pat euer with fode was fedde.
Vgl. Kyng of Tars v. 782 ff.: 3068 f.
Ye, sire, heo seide, be seint Katerin,
Yif haluendel the child were thyn,
Then miht ye gladnes se.
Edw. Schröder bemerkt mit recht (Anz. f. d. alt. VIII p. 119), dass dieser
schwur sonst in englischen romanzen nicht vorkomme ; daraus aber zu schlies-
Kölbing, Sir Tristrem. I2
— 178 -
sen, dass der verf. des Kyng of Tars eine gewisse ähnlichkeit seines Stoffes
mit der Katharinenlegende herausgefühlt habe, erscheint gewagt gegenüber der
vorliegenden stelle und der gleich noch zu citirenden , welche zeigen , dass
die anrufung dieser heiligen auch sonst nachweisbar ist, wo von einer ähnlich-
keit der Situation nicht die rede sein kann.
In Torrent v. 2153 ff. sagt eine darne von sich :
Seynt Katryn I shold have sought,
Wekyd weders nie heder hath brought
Into this forest grene.
Die naive idee, auf jemanden von gott und den heiligen Unheil herabzu-
flehen, kehrt auch sonst wieder; vgl. Sevyn Sages v. 657 f.:
For that child, that naked was,
Mani bade themperice evel gras.
In späteren Zeiten galt das freilich für ungebildet; deshalb sagt der Ver-
walter bei Chaucer in beziehung auf den müller (Cant. tales, Prol. of the reeve
v. 63 f.):
Right in his cherles termes wol I speke :
I praye to god, his nekke mot tobreke.
Zu v. 3069 vgl. noch King Alis. v. 943 :
Mony ther was that eovel spedde,
3084 he kann nicht = pai sein, da dies der mundart des gedichtes widerstrei-
ten würde ; es ist offenbar Ganhardin gemeint.
3092 ay ist hier ebenso ein bedeutungsloses füllwort, wie öfters in der alten
psalmenübersetzung ; vgl. Mätzner Wtb. I p. 2b.
3120 Vgl. Sevyn Sages v. 1224:
Hit schal the rewe, bi heuenekyng!
Das. v. 1993 f.:
, Nai, dame, he saide, bi heueneking,
That was no rightwis doing!
Vgl. das. v. 2425 ; Amis and Amil. v. 1495.
3123 Die ganze nacht wollen wir hiev verweilen.
3126 bi siijt = ihrem aussehen nach.
3128 Für die Verbindung von clerk und kni^t führt Mätzner, Wtb. I p. 444 a
eine stelle aus A. R. an. Vgl. noch Sevyn Sages v. 1922:
I nelle neither louie clerk ne kni^t.
Das. v. 2483 f.:
Themperour anon right
Drof out both clerk and knight.
Bödd. P. L. II v. 29 f.:
Men of religioun, nie halt hem ful hene,
Baroun and bonde, pe clerc and pe knyht.
129 f. Eine sehr schwierige stelle. Der sinn ist — v. 313s, dass Ysonde und
Brengwain Tristrem und Ganhardine in der nacht sehen und mit ihnen in ver-
kehr treten. Die dem Wortlaute nach am nächsten liegende Übersetzung :
Ysonde erblickte die flamme unter (oder zwischen) den leichten blättern durch, ist
in diesem zusammenhange abzuweisen ; denn von welcher flamme könnte da
die rede sein ? Scott's erklärung von lye^ p. 479 : Probably place of lying, or
pitching camp, ist nach form und inhalt abzulehnen. Ich übersetze : Ysonde
sah die an, welche unter leichten blättern lagen; dass sich Tr. und Ganh. in
einem walde befinden, erfahren wir auch aus S. p. 101, 11 ff.: Nu sem konungr
var genginn at sofa ok allr hans skari , var Tristram par i einum leyniskog
skamt frd kastalanum. Wenn der engl, dichter etwas ähnliches in seiner
vorläge fand, so konnte er leicht daran die idee anknüpfen, da es sich ja doch
um die nachtzeit handelt, sie hätten sich dort ein blätterlager zurecht gemacht.
Zu dieser auffassung stimmt auch das folgende ; Ysonde und Brengw. erkennen
Tristrem im freien; auch das berichtet S. p. 101, J16 ff. Vgl. die anm. zu
v. 3137.
— 179 —
Vgl. King Hörn v. 309 ff.: 3134 ^
Pn schalt pi trewne plijjte
On min hond her ri^te,
Me to spuse weide,
And ihc pe lord to'helde.
Diese stelle steht der unsrigen nach inhalt und form sehr nahe. Ueber
weide in diesem sinne vgl. Engl. st. III p. 102 f. und Wissm. zu d, st.; über
trewpe pli'ijte vgl. Zup. zu Guy v. 4330.
Vgl. Sir Degr. v. 1190: 3137
Thorw a fayr forest.
Ob nach unseres dichters auffassung die zwei paare in einem der pavilouns
oder im offnen walde campirt haben, ist aus dem Wortlaute nicht zu ersehen ;
doch zeugen v. 3139 ff. für das erstere.
Dass die zelte eingerissen werden, [es handelt sich doch jedenfalls um zer- 3139
legbare zelte, welche auf reisen mitgenommen werden können] erfahren wir in
keiner anderen fassung der sage ; doch kann ja über den sinn der zeile im allg.
kein zweifei sein; nur heisst das entweder: Er [sc. Canados] Hess ihre zelte zer-
stören, oder: Er [sc. der späher] zerstörte ihre zelte. Ich halte des folgenden
wegen die letztere auffassung für richtiger. Die nächsten zeilen kann ich mir
nämlich nur so zurechtlegen , dass es durch die Zerstörung der zelte an den
tag kommt , dass Tristrem und Ganh. bei den damen übernachtet haben , und
die leute aus der umgegend sich beeilen, dies Canados zu hinterbringen.
abide wird hier in dem nebensinn aufpassen gebraucht sein. 3*44
Ganh. hat hier eigentlich gar nichts zu thun ; am Schlüsse der Strophe wird 3148 f.
er dann noch einmal an richtiger stelle genannt. Dem Wortlaute nach müsste
sich pal v. 1349 auf Gouv. und Ganh. beziehen, während man nach S. p. 102,
7 ff. nur an Gouv. und etwa einen anderen diener Tristrem's denken kann.
Nach E. v. 3 151 ff. flieht dann Gouv. allein. Der engl, dichter ist sich viel-
leicht selbst über die Situation nicht recht klar gewesen.
Und Hessen das schwere zeit (löge = paviloun) ruhig liegen für diesmal ; 3154 f.
eingerissen war es ja schon; vgl. zu v. 3139.
Ueber deray vgl. Zup. zu Guy v. 11 10 und 4198. 3165
Einige parallelen zu der Zusammenstellung von coppe und claper bei er- 3173
wähnung eines aussätzigen bringt W. Scott p. 453 f. bei aus Henryson's Testament
of Creseide. Da mir das gedieht selbst nicht zugänglich ist, so muss ich mich
damit begnügen, die dort angeführten stellen zu wiederholen. Saturn spricht über
die untreue geliebte des Troilus folgendes urtheil:
Thus shalt thou go begging fro hous to hous,
With cuppe and clapper, like a lazarous.
Sie wird von ihrem vater in ein spital geschickt :
Whan in a mantel and a bevir hat,
With coppe and clappir, wonder privily,
He opened a secrete gate, and out thereat
Conveyed her, that no man should espie.
Die erstere stelle citirt auch Mätzner, Wtb. I p. 419. Man könnte in
zweifei darüber sein , ob unter claper wirklich eine wamungsldapper zu ver-
stehen ist , wie Scott und Mätzner meinen , oder ob durch dieselbe nicht blos
die aufmerksamkeit der passanten erregt werden sollte. Schultz a. a. o. I
p. 408 f. weiss wenigstens nichts von einer warnungsklapper, bemerkt aber
bezüglich der aussätzigen: »Sie klopfen an ihre näpfe, um die aufmerksamkeit
zu erregen, und bekommen von der burgherrin geld , brot , fleisch und wein.«
Für die letztere auffassung spricht die an Creseide gerichtete mahnung einer
anderen aussätzigen, welche sie lehren will, ihren lebensunterhalt zu gewinnen :
Go, lerne to clappe thy clappir to and fro,
And learn aftir the lawe of leper's lede.
wie sie es treiben im.volke, sc. Ysonde und Canados, wie aus dem anfang 3187 f.
der nächsten Strophe hervorgeht.
Sie weist ihn jetzt noch sehr bald ab, d. h. sobald er sich ihr in zudring- 3198 f.
licher weise nähert,
12*
— 180 —
Der sinn der ganzen Strophe ist, dass Ys. sich zwar jetzt noch weigere,
sich Canados hinzugeben, dass sie das aber schliesslich doch thun werde, nicht
sowol aus liebe zu, als aus furcht vor ihm.
3204 htm bezieht sich auf Sir Canados in v. 3192.
3217 Wo ist Tristrem hingekommen ?
3222 Brengwain sah das richtige ein, d. h. sah ein, dass Ys. recht hatte. Diese
bedeutung von bihalden führt Mätzner s. v. nicht an.
3226 Der Überlieferung zufolge wäre he = Tristrem subject des satzes, also:
Brengwain bat er zuzuhören. Statt dessen spricht aber dann offenbar Br. selbst.
Dieser anstoss Hesse sich nun sehr leicht dadurch beseitigen , dass man für he
him schriebe. Vielleicht aber ist des dichters meinung, dass Brengwain, anstatt
Tristrem gehör zu geben, ihm vorwürfe macht, so dass er erst v. 3230 zu worte
kommt. Dass zunächst Br. spricht, müssen wir dann freilich, wie so manches
andere, aus dem zusammenhange errathen.
3227 Ich verstehe: Wer da waffen ttttg, nämlich etc., d. h. Ihr, die ihr waffen
trugt, oder: Obgleich ihr waffen trugt.
3236 An der einzigen von Stratm.3 p. 432 b für parti angeführten stelle, C. M.
v. 7469 f.:
And her i bede mi-self redi,
For to fight for vr parti.
hat das wort die bedeutung : partei, heer, im gegensatz zu einem anderen ; hier
heisst parti offenbar direkt gegenpartei ; Canados nahm die gegenpartei , d. h.
erklärte sich für einen gegenpart Tristrem's. In dem sinne von gegenpart wird
party ja auch noch ne. gebraucht.
3 244 f. Die ausdrucksweise ist ungenau ; statt zu sagen : Sie wollten aus dem tur-
nier nicht fliehen, sondern ihre feinde niederwerfen, sagt der dichter; Sie
wollten aus dem turnier nicht fliehen, bis ihre feinde niedergeworfen wären.
3252 Entweder: Weil er verläumdungen erzählt hatte oder: Wegen der verläum-
dungen, die er erzählt hatte, so dass ausfall des rel. pron. vorliegt. Die letztere
auffassung ist vorzuziehen, da ]te erst dadurch eine bestimmte beziehung bekommt.
In beiden fällen ist der sinn : Für die verrätherei, die Mer. gegen Tr. geübt
hatte.
3261 he ist Tristrem, him Canados; ebenso in v. 3266.
3263 Dass gan mit dem inf. sehr häufig nur zur Umschreibung des einfachen
sing. prät. gebraucht wird, ist bekannt. In der regel geschieht das aber doch
blos, wenn das verbum eine handlung ausdrückt, nicht einen zustand, wie an
der vorliegenden stelle, an der trotzdem nichts zu ändern sein wird.
3270 ff. Die gegend Hess sich mit ihnen in ein handgemenge ein, d. h. Die leute
aus der umgegend fielen auch noch über die besiegten her. Der grund davon
wird in den folgenden versen angegeben : Tristrem hat ihnen mitgetheilt, was
ihm von Canados für schmach angethan worden ist.
3274 ff. Nach der anschauung des dichters scheinen die feinde sich auf einem
berge verschanzt zu haben, welcher von Tristrem's anhängern genommen wird.
V. 3275 f. enthalten so allgemeine ausdrücke, dass es schwer wird, sich von
den betr. militärischen Operationen ein klares bild zu machen. Ich verstehe:
Nachdem sie den hügel genommen haben , marschiren sie (passed) den berg
rasch (weh anou%) herunter, verfolgen die feinde im walde und legen ihnen
hinterhalte (bade). Dass and bade vorangestellt ist , ist bei diesem dichter
nicht auffällig. Zu v. 3277 vgl. das. zu v. 2485 bemerkte.
3281 f. Vgl. Las;, v. 27298 f.:
Ane twien heo beo3 ouer-cumen
And islasjen and inumen.
3294 bone ist hier nicht bitte, denn eine solche ist v. 3227 — 9 nicht ausge-
sprochen, sondern wünsch wie öfters ; vgl. v. 440.
3296 Hier beginnt wieder einmal mitten in der Strophe eine ganz andre episode
des gedichtes, ohne dass dies irgendwie angedeutet wäre. Vgl. o. zu v. 1809.
Dass mit einem ritter, der keine schuhe trägt, ein junger, noch unerprobter
ritter gemeint sein wird, bemerkte ich I p. CXLI. Von der gewandung junger
männer direct vor dem ritterschlag heisst es Guy of Warw. v. 393 f.:
— 18t
Hosys pey had vppon, but no schone,
Barefote thcy were euerychone.
Ich beziehe ]tat auf Mi kman: Die wol von liebe zu reden versteht; eine 3305 f.
solche ~uie Christus dir senden möge! Vgl. Havel, v. 194 f. :
And bat she coupe of. curteysye
Gon, and speken of luue-drurye ;
'pett tide nach pis tide v. 3315 ist auffällig. 3319
Vgl. The Emp. Oct. v. 1607 f • : 33*2
Thorow the grace of god almyght
P'ulle faste he fellyd ther pryde.
V. 1607 ist = Torrent v. 559.
Vgl. Sevyn Sages v. 2619 f. 3324
He com to the galewes, armed wel,
Bothe in iren and in stel.
Dieselbe zeile Siv Degr. v. 586. Sehr häufig kehrt dieselbe wieder in Guy of
Warw. ; vgl. Zup. zu v. 960; Sir Perc. v. 745 f. ; Le Bone Flor. v. 1336 f. Bödd.
P. L. VI v. in ; v. 122.
Vgl. The Anturs XL VI : 3341
That evyr these duzü with dyntus so dulfuly were dizte.
Dass der rest des gedientes verloren ist, wurde o. p. 90 bemerkt. Ich 3344
lasse hier die fünfzehn Strophen folgen, durch deren zudichtung W. Scott dieses
manco zu ergänzen versucht hat, ohne mich natürlich auf eine kritische beur-
theilung derselben einzulassen. Die Schreibung th und gh habe ich durch p
und z ersetzt.
I.
Pe companyons fiftene,
To deap did thai bringe,
And stervep bidene
Po Tristrem, the yinge;
Ac Tristrem hab tene,
His wounde gan him wring,
To hostel he hab gene,
On bedde gan him flinge
In ure ;
Feie salven nai bringe,
His paine to recure.
II.
But never nai no mi^t,
Win coste nor wib payn,
Bring Tristrem, pe wi^t,
To heildom ogayn :
His wounde brast, apli'^t,
And blake was he bane ;
Non help may pat kni^t,
Pe sobe for to sayne,
Bidene,
Save Ysonde be bri^t,
Of Cornwal was quene.
III.
Tristrem clepep aye
On Ganhardin, trewe fere :
" Holp nie, brober, bou may.
And bring me out of care ;
To Ysonde, he gaye,
Of Cornwail, do bou fare;
In tokening, I say,
Mi ring wip pe |)ou bare
In dem ;
Sir Tristrem.
Conclusion.
Bot help me sehe dare,
Sterven wol ich gern.
IV.
Mi schip do bou take,
WTih godes, f)at bebe new ;
Tuo seyles do bou make,
Be{) different in hew ;
Pat tone schall be blake,
Pat toper white so snewe ;
And bo f>ou comest bake,
Pat tokening schal schew
Pe end :
Gif Ysonde me forsake,
Pe blake schalt nou bende ! "
V.
Ysonde of Britanye
Wib be white honde,
In dem can sehe be
And wele understonde,
Pat Ysonde, be fre,
Was sent for from Inglonde :
"Ywroken wol Y be
Of mi fals husbonde,
Saunfayle,
Bringen he haggards to honde
And makeb me his stale?"
VI.
Ganhardin to Inglonde fares.
Als merchaunt, Y you saye ;
He bringe b riche wares
And garmentes, were gaye ;
Mark he giftes bares,
Als man, bat miche maye;
A cup he prepares,
— 182
Pe ring tharein can laye,
Bidene ;
Brengwain, be gaye,
Yrauzt it be quene.
VII.
Ysonde be ving knewe,
£at riche was of gold,
As tokening trewe,
Kit Tristrem her yold;
Ganhardin gan schewe
And priviliche hir told,
Pat Tristrem hurt was newe,
In his wounde, bat was old,
AI ri^t :
Holp him gif sehe nold,
Sterven most pat kni^t.
VIII.
Wo was Ysonde pan,
£e tale po sehe hard pare ;
Sehe schope hir as a man,
Wip Ganhardin to fare ;
O bord are pai gan,
A wind at wil pame bare ;
Ysonde was sad woman
And wepep bitter tare
Wib ebje :
]?e seyls, bat white wäre,
Ganhardin lete flei^e.
IX.
Ysonde of Britanye
Wib be white honde,
fe sehip sehe can se
Seyling to londe ;
£e white seyl po marked sehe :
"Yonder comep Ysonde,
For to reve fro me
Miin fals husbonde ;
Ich sware,
For il bo it schal be,
J*at sehe hir hider bare."
X.
To Tristrem sehe gan hye,
O bed bare he layne :
"Tristrem, so mot ich bye,
Ileled sehalt bou bene,
£i schippe I can espye,
Pe sope for to sain,
Ganhardin is comen nei^e,
To euren pi paine,
Apli;t."
" What seyl dob bare flain,
Dame, for god almi^t?"
XI.
Sehe weneb to ben awrake
Of Tristrem, j)e trewe ;
Sehe seyb: 4<t>ai ben blake,
As piche is pare hewe."
Tristrem prew hym bake,
Trewd Ysonde untrewe,
His kind hert, it brake,
And sindrid in tuo;
Above
Cristes marci him take !
He dyed for true love.
XII.
Murneb olde and yinge,
Murneb lowe and hei^e ;
For Tristrem, swete binge,
Was mani wate ei^e ;
Maidens bare hondes wringe,
Wives iammeren and crii;
j^e belles con bai ring
And masses con bai seye
For dole ;
Prestes praied aye
For Tristremes sole.
XIII.
Ysonde to land wan,
Wip seyl and wib ore ;
Sehe mete an old man,
Of berd bat was höre,
Fast be teres ran
And siked he sore :
" Gone is he pan,
Of Inglond pe flore,
In lede ;
We se him no more :
Schir Tristrem is dede!'
XIV.
When Ysonde herd bat,
P'ast sehe gan to gönne,
At be castel gate
Stop hir mi^t none;
Sehe passed in pereat,
I*e chaumbre sehe won ;
Tristrem in clob of stat
Lay stretched bare as ston
So cold.
Ysonde loked him on
And faste gan bihold.
XV.
Fairer ladye ere
Did Britannye never spye.
Swiche murning chere
Making on hei^e :
On Tristremes bere
Doun con sehe lye ;
Rise ogayn did sehe nere,
But bare con sehe dye
For woe.
Swiche lovers als bei
Never schal be moe.
Gl
ossär.
Vorbemerkung. Dass dies glossar auf absolute Vollständigkeit anspruch
erhebt, wurde schon o. p. VIII bemerkt. Es ist also jedes im gedichte vor-
kommende wort und jede belegstelle aufgeführt, sofern nicht ausdrücklich her-
vorgehoben wird, dass die anführung aller fundorte wegen der häufigkeit des
wortes überflüssig erscheine. Bei den verben findet man vor der angäbe der
bedeutungen sämmtliche formen nebst den betr. verszahlen zusammengestellt.
Dagegen ist der casus, in dem das sitbst. steht, nut ausnahmsweise ange-
geben, da das tonlose e ohne unterschied an alle casus gefügt wird.
Die durch den reim controllirbaren stellen sind noch bes. durch ein kreuzchen
bezeichnet und ausserdem mindestens bei einer die correspondirenden reim-
worte in klammern beigefügt; bei anderen Worten sind wenigstens die von der
fettgedruckten form des Wortes abweichenden Schreibungen am anfange des
betr. artikels erwähnt. Wenn — wie dies beim verbum stets der fall ist —
alle belegstellen bereits bei der aufzählung der formen angeführt sind, so sind
bei der angäbe der bedeutungen die kreuzchen nicht wiederholt. Das glossar
will also einerseits ein zuverlässiges repertorium aller worte und wortformen
sein, andrerseits durch sorgfältige beobachtung der bedeutungs-nüancirungen —
worin ich zuweilen vielleicht zu weit gegangen sein und hie und da den Wor-
ten gewalt angethan haben mag — ein weiteres mittel zum verständniss des
textes liefern. Ueber diese beiden zwecke hinausgehende ziele verfolgt es jedoch
nicht, vor allem nicht etymologische, daher das fehlen der ae., altfrz. und
altn. stamm worte, da diese aufgäbe wol von grossen Wörterbüchern zu berück-
sichtigen ist, aber mit einem specialglossar nichts zu thun hat. Bei der auf-
stellung der fett gedruckten formen ist nur der praktische zweck leichter auf-
findbarkeit massgebend gewesen ; so sind z. b. worte mit aus ä entstandenem
6 unter o aufgeführt, wenn die formen mit a sich nie oder nur einmal finden
u. s. w. Ebenso macht die anordnung der formen eines wortes nicht anspruch
auf historische folgerichtigkeit. Derartige vermeintliche oder wirkliche kleine
inconsequenzen werden vielleicht den einen oder anderen benutzer des glossars
stören, hoffentlich aber seine brauchbarkeit nicht wesentlich beeinträchtigen.
Sollten aber trotz aller auf das glossar verwendeten Sorgfalt einzelne worte
oder belegsteilen vermisst werden , so möge das in der fülle der einzelheiten
seine erklärung und entschuldigung finden.
— 184 —
A.
a unbest. art. s. an.
a präp. für an s. an.
abade subst. [r. m. rade — made —
strade — fade) *I45- — Verzöge-
rung: *I45.
abide st. v. inf. abide {reimend mit
tide — pride — ride — side) *20.
*774- *8$9- *ioig. *i349- *I445-
*i490. ^1542. *i679. *i756. *2045-
*2055- ^2372. *2598. ^2714.
^2823. *2847. *3H4- *33*7- i™P-
abide *204i. 2874. 3 spr. abade [r.
m. rade — made — brade) ^2634.
3161. Splpr. abade [r. m. rade —
made — brade) *3o8i ; obade {r. m.
rade) ^957. abad [aber r. m. rade —
made — brade) *i 921. — 1) bleiben:
774. 1019. 1679. 1921. 2041. 2598.
2634. 2823 ; mit dem nebenbegriffe
des liegen bleib ens : 1490. 2) ?u arten:
2045. 2372. 2874. 3080; mit der ne-
benbedeutung des vergeblichen War-
tens: 859. 1349. 3) warten auf:
957. 2054. 4) auflauern: 2714.
5) zu erw arten haben: 1756.
6) bestehen, stand halten ge-
gen: 1445. 1542. 3161. 3315. 7)
aufpassen: 3144. 8) to abide als
expletiver ausdruck zur her Stellung von
2. 10 einer strophe: 20. 2847.
aboue (r. m. loue) *2000. aboven 2254.
I) adv. — darüber: *2000. II) präp.
— 0 b erhalb : 2254.
about I) adv. — 1) be about, sich be-
mühen um: 1644. 2) rings her-
um: 2808. II) präp. — um: 1818.
ac conj. — aber: 220. 2126. 2148.
2285- 3343-
adoun adv. [r. m. boun — toun) ^870. —
1) herunter: 478. ^870. 1071.2790.
2) abwärts: *2049.
adrede st. v. inf. adrede (r. m. bede —
nede — lede — lede) ^2945. — mit
refl., sich fürchten : 2945.
alter I) adv. — 1) von der reihenfolge
in derzeit, darauf: 3106. 2) räuml.,
nach, after winne oder rinne, ver-
folgen: 2367. 2522. 2586. II) präp.
— 1) zeitl. nach: 164. 197. 11 11.
1334. 2) nach, bei verben der bewe-
gung: 1562. 3204 3) hinter —
her: 3278. 4) nach, bei einem ver-
bum des sehnens : 16 12.
ZZfi) v.prät.präs.ispr. au^t 723. 2 spr.
äugtest 2108. 3 spr. au^t 1511. 3114.
3plpr. ouj;t 853. — 1) besitzen:
1511. 3114. 2) schuldig, ver-
pflichtet sein: 723. 3) sollen,
dürfen: 853. 2108.
ay subst. [r. m. oway — day — ay —
deray) *3i67. — ei: 3167.
ay adv. [r. m. way — play — say) *397-
a* 1 775- — 1) immer: *397- *6i8.
*798. *ii38. *i2i5. *i338. 1775.
*2i79. 2439. 2617. ^2623. ^2711.
*3<X)7.*3 163.^3299. 2) immer hin-
fort: *I757. *i8o4. ^1875. 3) im~
mer, im sinne von zu wiederhol-
ten malen: ^2259. ^2551. ^2675.
*3096. *3i82. 4) ganz, durchaus :
*I927.*I997< 5) genau (bei wissen):
^2892. 6) gerade fort (auf einem
wege): ^3092, 7) aywhare, überall:
2012.2299.2866. 8) ay when, so oft
a Is : 2060. 9) vor einer den nebensatz
einleitenden conjunction^ oder einem
adv., unübersetzbar : 415. 1 1 17. 10)
oft blos als fülhuort für den reim ge-
braucht; sicher so: ^2155. über
*2i8i und *2545 vgl. d. anm.
air [r. m. cheire — bonair — fair) *3I3»
— hörst, ab kunft: 313. *
aiper /nw. indef. 1) substantivisch, je-
des v on b eiden: 433. 1030. 1732;
mit hinzugef. genitiv : 2057. 2) ad-
jectivisch, einer von beiden: 357.
al I) adj. pl, alle (r. m. calle — alle —
halle — bifalle) ^2434. — 1) in Ver-
bindung mit einem subst., all, A) di-
rekt vor dem subst. stehend, a) sing.
a) al: 1190. 1191. 1616. ß) alle: 2857.
b) plur. a) al: 437. 1273. 1976.
2837. 3009. 3202. ß) alle: 1261.
1284. 1382. B) durch einen genetiv
davon getrennt: 2941. C) durch ei-
nen artikel davon getrennt: 2240
(alle). 2900 (alle). D) nach dem subst.
stehend: *2434 (alle). 1882. E) in
prädicativer Stellung: 2695. 2) ganz
a) direkt vor einem subst. stehend:
591. 622. 3123. b) durch einen gene-
tiv davon getrennt: 991. c) durch
einen best, artikel davon getrennt:
489. 1664. 1938. 2395 (alle), d) durch
ein possessivpron. davon getrennt:
380. 679. 783. 928. 1080. 1116. 1260.
1540. 1609. 1693. 2413. 2504. e)
dtirch ein zahlwort davon getrennt:
1278. f) in prädicativer Stellung:
905 . 2) in Verbindung mit einem sub-
stantivirten pron. all. a) vorhergehend
a) sing. 2160. 3179 (alle), ß) plur.
203. 501 (alle). 1424. b) nachfolgend,
plur. 1106 (alle). 1677. 2051. ^2845
(alle). 3095. II) subst. — 1) sing,
alles : 902. 1430. 2) plur. alle: 18.
— 185 —
257- *562- *738- 879. 1378. 3064
lalle). 1677. III) adv. — mr Verstär-
kung a) von adjectiven und adv. 1)
ganz: 14. 211 (alle). 685. 908. 941.
977. 1062. 1329. 1433. 1461. 1730.
1779. 1790. 2936. 2165. 2217. 2501.
2559- 2656. 2704. *2949. 2976. 2)
sehr: 163. 527 (alle). 1689. 2161.
3200. b; vor advcrbicn, ganz: 295;
sehr: 1248. 1747. 1991. 2990. c)
vor pari, pr., ganz: 88. 152. 1575.
d) vor mit präpositionen verb. subst.,
die in dieser form einen adverbialbe-
griff bilden. 1) sehr: 760. 3337. 2)
ganz: 807. 2344. e) zu einem ver-
bum gehörig; ganz: 3179. sonstige
Verbindungen mit al, wie al bidene,
al oft, al bat, wib al, s. u. d. betr. w.
al so adv. — 1) alleinstehend,
gleichfalls, auch: 337-493- r5°5-
2731.3057.3063. 2) ebenso : *i6g^..
3) zur Verstärkung anderer adv., al
so sket : augenblicklich: 734.
über al so swibe, al so tite s. u.
swibe und tite.
als. als so 326. als 671. 952. 1120.
has 327. sonst überall as. I) adv.., mit
bou zusammengeschmolzen, astow 395.
2131. — 1) wie, sowie, als: 271.
326.959. 1066. 1082. 1355. 1444. 1467.
1534. 2325. 2381. 2624. 2745. 2782.
2785. 3032. 2) als, in der ei-
gens chaft als (häufig mit 1) zu-
sammenfallend): 60. 118. 405. 671.
1932. 2634. 1759. 3) besondere aus-
drücke: as bare, da, da 711 als:
11 30. 1307. 1780. 2462; über as
quik, als ban s. das. II) conj. —
1) so wie, in der art wie, als:
8. n. 59. 154. 239. 386.412.469.
484. 673. 815. 828. 839. 1709. 1908.
1944. 2185. 2244. 2749. 2787. 2)
relat. adv., zvic: 2215. 2499. 2635.
2788. 3143. 3J nach so oder swiche,
als: 700. 1482. 1665; mit weg-
lassung des so, so — als: 2584.
4) zeitlich, als: 346. 820. 15 14.
1848. 1889. 2207. 2684. 2977. 5)
soviel, soweit: 699. 6; so wahr
als: 230. 395. 2328. 2877. 6; als
ob: 376. 454. 2098. 2131. 2357.
2435. 2609. 2879. 3175.
ale subst. — hier: 545. 2492.
ali^te schzo. v. imp. ali'^t [r. m. fi/,1 —
li^t — bri^t — kni^t ^1058. — ab-
steigen: 1058.
alias interj . — ach! ach über: 209.
I551-
almi^t adj. [r. m. fi#] ^2352. — all-
mächtig: *2352. ^2781. *3322.
amende subst. pl. amendes 848. 853.
1616. — genugthuung , ersatz:
848. 853. 1616/
amis adv. [r. m. ywis — bis — kisse
— blis) *2iÖ4. — verkehrt , un-
recht: *2i64. *29i4«
among I) präp. — unter: 169. II) adv.
(r. in. wrong — strong — long) ^27.
— 1) bisweilen, 'öfters: *i6io.
2) zugleich: *2*j ; ebenso verbunden
mit ever : *3028.
an I) num., in der vollen form, an [r. m.
Morgan — man — stan — ban) ^272.
341. 599. 1878. 011 43. 205. 884.
1019. 1763. 2271. 2896 (?). 2904.
über mani on vgl. mani. in der ge-
kürzten form a: 793. 942. 1278.2789.
o: 1448. 1929. — ein: 43. 205.
34 *• 599- 793- 884. 942. 1019. 1278.
1763. 1878. 2271. 2789. 2896 (?;.
über in an: *272, vgl. d. anm.
z. d. st. II) adj. on. — allein:
1309. 1658. III) unbest. artikel. —
ein, stehend 1) direkt vor dem subst.
oder dem dazu gehörigen adj. a) in der
volleren form vor vokalen (on 2469.
2478): 354. 1239. 2246. 2469.
2478. 3167. 3343. vor h: 313. 551.
1166. 1222. 1430. 1673. 1810. 1811.
2498. 2520. 2729. 2741. 2804. 2807.
vor st; 339. mit dem folgenden worte
zusammengeschrieben , anober 640.
I399« n zum folgenden zuorte her-
übergezogen, a neten 950. b) in ge-
kürzter form vor cons. ausser h a) a :
21.46. 65. 83. 107. 116. 148. 149. 221.
298.309. 343. 354- 376. 382.401.
410. 463. 468. 524. 551. 593. 623.
642. 683. 684. 687. 693. 808. 869.
931-945 956- 968. 1007: ioii. 1039.
1052. 1066. 1082. 1086. 1090. 1105.
1134. 1144. 1147. 1162. 1163. 1167.
1171. 1173. 1198. 1209. 1232. 1240.
1255. 1301. 1348. 1354. 1356. 1361.
i363- J366- 1380. 1392. 1411. 1431.
1444. 1446. 1460. 1467. 1469. 151 1.
1515- 1534- 1555- I559- i5°2. 1567.
1581. 1645. 1653. 1661. 1698. 1700.
1751. 1761. 1832. 1871. 1873. !874.
1917. 1926. 1931. 1933. 1936. 1937.
1946. 1955. 2001. 2183. 2225.2228.
2300. 2302.231.''). 2325. 2347. 2372.
2381. 2383. 2399. 2454. 2477. 2489.
2500. 2509. 2511. 2512 2523. 2530.
2537. 2539. 2572. 2576. 2601. 2654.
2664. 2707. 2712. 2723. 2745. 2782.
2785. 2818. 2850. 2852. 2854. 2855.
186 —
2865. 2867. 2921. 2922. 294°- 2956.
3026. 3o59- 3°74- 3082. 3088. 3138.
3175- 3194- 3231- 3235- 3255- 3296.
3304. 3325. 3327. 2) zwischen dem
subst. und dem dazu gehörigen adj .
oder pron. ; es geht voraus a) swich :
294. 653. 1195. 1963. 2145. 2687.
2835. 3168. b) ich: 47. 182. 289.
950. c) mani : 40. 193. 519. 2261.
2373. 2734. d) ein adj. : 67. 1896.
e) so mit einem adj.: 2527. ß) in der
form o : 408. 423. 141 3. 2886. 3326.
an präp. (r. m. bigan — pan — man —
can) *7i9. 2473. 2514. 2729. 2753.
3204. a 28. 375. 385. 387. 488. 495.
888. 1060. 1139. 1171. 121 1. 1465.
1649. 1865. 1959. 1971. 1982. 2056.
2331. 2383. 2515. o 143. 373. 379.
916. 1126. 1199. 1371. 1623. 2471.
2680; an allen übrigen stellen on.
— 1) örtlich, auf die fr. wohin, bei
Personen, örtlichkeiten tmd beschäf-
tigungen, auf, in, an: 190.293.
357- 361. 373- 379- 39i. 5°°- 5°7-
870. 1031. 1064. 1128. 1883. 2250.
2540. 2682. 2740. 2753. 2951. 2) ört-
lich, auf die fr. wo, bei örtlichkeiten,
zuständen u. s. w., in. auf: 66.
143. 186. 365. 421. 500. 801. 933.
1242. 1274. 1557. 1699. 1716. 1889.
1971- 2355. 2372. 2498. 2956. 3014.
3°79- 3) zeitlich, auf die fr. wann,
an, bei: 427. 801. 808. 1126. 1134.
1649. 1751. 1959. 1982. 2056. 2183.
2225. 2471. 2509. 2680. 2707. 4) die
art und weise bezeichnend, in, an,
zu, n ach: 28. 217. 303. 476. 504.
779. 916. 1060. 1110. 1139. 1171.
I37i. 1385. 1623. 2473. 2514. 2515.
2983. 3°33- 3095. 3I27- 3204. 5) ^ie
beziehung einer handlung auf eine
person bezeichnend ; mi deute is on
alicui , ich habe meine freude
an: 250. love on alicui, die liebe
zujem.: 2653. biginne on, be-
ginnen bei: 974. be sene on, sich
zeigen an: 1205. lehhe on, auf
jem. hin lächeln, j em. anlä-
cheln: 1597. sinne on, sündigen
gegen: 2006. 2114. gabbe on,
spotten über: 2115. crie on ali-
quem, jem. anschreien: 3164.
wreke his tene on, das ihm an-
gethane unrecht rächen: 3253.
— über come on, bringe on, breste
on, vgl. come, bringe, breste, über
apliijt s. pli^t. über 719 und 2729
vgl. d. anm. z. d. st.
anan adv. anon [r. m. bigan — tan —
pan) *749. 1073. 2221. onan [r. m.
tan — Morgan — stan) ^117. — so-
gleich: 117. 749. 1073. 2221.
and copulativ. partikel. — und. bcleg-
stellen überflüssig.
anker subst. — anker: 366.677.
ani pron. 1) adj. — irgend ein: 296.
bes. bei vergleichungen 1452. 2) subst.
— irgend eines : 374.
anoiu; s. ynoir^.
anour s. honour.
answere subst. ans wer 1321. — ant-
wort: 1987. 2018.
answere schw. v. 3 spr. answerd 841.
850. 1499. 2702. — antworten:
841. 2702 ; in Verbindung mit o^ain :
850. 1499.
are subst. [r. m. bare — wäre — fare
— sare) *354> — r uder: *354- »366.
*°77-
are subst. (r. m. bare — mare — spare)
*i8i6. ore [r. m. sore — fare — wäre
— whare) ^2004. *276. ^2988. 1)
ehre: *i8l6. 2) gnade: *2004 (pi
nore). *2i35 (pi nare).*2988. 3) ob-
hut , fürs orge: *2j6.
are (r. m. schip fare — pare — - ^are —
sare) ^932. ar 329. 2189. ere 2453.
er 1230. 1438. 1547. 1628. 1870.
1935. 2056. 2291. superl. arst 2644.
erst 769. I) adv. — früher [ge-
wöhnt, in Verbindung mit never :
*458. *932. *I229. 2291. 2387. 2453.
^2464. 2) im voraus: *2g66. 3) ei-
^an, vordem: 1230. 4) arst, vor-
her: 2644. II) präp. — vor (von der
zeit): 2056. III) conj . — bevor, ehe:
329. 1438. 1547. 1628. 1870. 1935.
2189.
arere schw. v. inf. arere 2834. — a uf-
richten: 2834.
areSOline schw. v. $spr. aresound 552.
— zur rede s teilen, tadeln: 552.
arise st. v. inf. [r. m. lys — asise —
wise) *324. ^2772. 3 spr. aros 1949.
b e ginnen:
324-
sich erheben:
— anheben ,
2772. arise up
1949.
arm subst. pl. armes 1556. — 1) arm
(brachium) : 1556. 2) arm (eines ge-
wässers): 2246. 2721.
armes subst. — w äffen: 782. 1433.
1473. x478. 3228. to armes, zu den
waffen!: 832.
armi schw. v. inf. armi (r. m. sty —
crie — pi) ^3323. partpr. armed 3149.
— w offnen: 3149. 3323.
aruwe subst. — ff eil: 3343.
asailt subst. — angriff: 1442.
87
askeing (r. m. hing, ^1361. asking
595- — ") fragen-. 595. forde-
rung, verlange)!: * 1361 . ^1374.
aski schw. v. inf. aski 1360. 3101.
zsprs. nskest 1829. $sprs. askeb
2908. ^seprs. aske 1964. iplcpr.
aske 546. *#*/£. aske 1964. zipr.
asked 3061. 3^/r. asked 30. 310.
428. 951. 981. 1144. 1 15 7. 1214.
1286. 1541. 1640. 1661. 1719. 1785.
1792. 1839. 2752. 3074. Splpr. as-
ked 71. 397. 705. 1397. — 1) fra-
gen: 71. 310. 397. 428. 1214. 1541.
1 785. 1792. 1964. 2752. 2908. 3101.
2) fordern; 546. 705. 951. 1360.
1640. 1 719. 1839. 3074. mit doppel-
tem acc, etwas von j em. for-
dern: 1829. 3) bitten: 30.981.
1 157. 1286 (aliqiäd at alicui). 1397.
mit doppeltem acc., j em. um etwas
bitten: 1144. 1661. 1829. 3061.
asise subst. (r. m. lys — arise — wise)
*322. — sitzung'? 322. (vgl. d.
anm. z. d. st. und die nachtrage.)
at I) präp. atte = at be: 1369. — 1)
räumlich a) auf die fr. wo? in, an,
auf: 1. 1403. 1845. 2°9°- 2225.
2235. 2826. 2839. b) auf die fr.
wohin? zu: 629. 1369. c) auf die
fr. bei wem? bei, von; 123. 919.
1286. d) auf die fr. bei welcher ge-
legenheit? bei, in: 1649.2038.2042.
2192. 2327. 2) zeitlich, auf die fr.
wann? an, zu: 407. 638. 772. 1752.
2602. 3286. 3) zur bez. des mittels,
durch: 2539. 2789. 4) gemäss,
entsprechend: 394. 907. 2472.
2706. 2836. 5) mit: 460. II) vor-
dem inf. = to, zu: 17. 158. 543.
1207. 1401. 1953.
atire schw. v. imps. atire 469. — zu-
bereiten, p räp a ri re n (vom er-
legten wilde): 469.
at rinne st. v. $spr. at ran (r. m. wan
— ban — man) ^2520. — entrin-
nen, entfliehen: 2520.
atvinne adv. [r. m. biginne — inne —
winne — blinne) ^325. — 1) dele
atvinne, in zwei theile theilen:
*325- 2) live atvinne, getrennt
leben: *2548.
aventour subst. pl. auentours II. 59.
673. 750. — 1) abenteuer, ge-
fahrvolles ereigniss: 2739.
2) erlebnis s : II. 59. 673. 750.
auter subst. — altar: 1102.
awede schw. v. inf. awede [r. m. dede
— ijede — lede — fede) ^3181. —
toll werden: 3181.
awinne st. z. inf. awinne (r. m. inne
— ginne — kinne) *2o6o. — dazu
gelangen: 2060.
awreke st.v.^spr. awrake3337. partpr.
awreken 2446. — rächen: 2446.
3337-
B.
bak subst. — rücken: 1056.
bade subst. {r. m. made — rade —
brade — glade) *345- — zögern:
345-
bailie subst. — amt eines land-
vogtes: 2570 [vgl. d. anm. z. d. st.).
bayn adj. (r. m. drain — fayn — o^ain
— layn) *7o8. — eifrig, bereit-
willig: 708.
bale subst. — unheil, schmach: 87-
3307-
ban subst. {r. m. Morgan — man —
stan — an) *274. bon 1237. — 6 ein,
gebein: *274. *998. 1237.
ban subst. (r. m. Morgan — tan —
stan — nan) *90i. — mörder: 901.
banne schw. V. $scprs. ban (r. m. bigan
— an — ban) *843. — fluchen:
843.
bar subst. pl. bare {r. m. ^are — mare
schare — wäre) ^824. — eber: 824.
barbour subst. — barbier: 684.
bare subst. [r. m. are — wäre — fare
— sare) *356. — fluth: 356.
barn subst. pl. barnes 946. 951. 985.
— knabe , Jüngling : 946. 951.
985.
baroun subst. (r. m. Erceldoune —
roune — croun — toun) *7- pl- Da~
rouns 1344. — baron:*7. 882. 1344.
2854. 3234.
batayle subst. (r. m. saunfayl) *89l.
bataile 1423. 1445. 1500. 2295.2796.
batayl 34. 95. 1008. 1012. 1077.
1603. batail 1482. — 1) sc hl acht:
34- 95- 751- *89i- 2295. 3249. 2)
Zweikampf: 1008. 1012. ^1067.
1077. 1423. 1445. 1482. 1500. 1603.
2796.
bab subst. — bad: 683. 1240. 1559.
1594-
be inf. be (r. m. he — se — fle) ^224.
238. *239. 257. *634. *844. *9i7.
'■965. *io95. 1108. *H92. * 1335 -
*I424. 1586. *i654. *i739. 1771.
*I900. 1984. *20i9. 2079. 2108.
2188. **59i. *2Ö24. *2Ö35. ^2879.
*29oi. '3002. ^3018. 3040. 3062.
■3086. ,3205.*3238. 1^11*2446. 156.
723. 1757. 1797. 1872. 2939.2940.
3007. 3062. isprs. am 790. 2328.
mit ich zusammengezogen icham
188 —
io62. 1543- 2°74- 2667; mit ne zu-
sammengezogen nam 722. 2sprs. art
395. 916. 21 13. 2761. 2934. 3036.
3049. 3215. \>o\x ist enclitisch ange-
fügt, artou 857. 2756. $sprs. is [r.
m. bis — mis — his — ywis) *983«
belegsteilen überflüssig, his 2150. mit
ne zusammengeschmolzen nis 997.
2993. 3167. 3218. bes (r. m. fles —
les — ses) *293i. \plprs. ar 2895.
2959. 2991. er 831. 1245. 2589. beb
1744. zplprs. er 662. 2144. be 505.
3plprs. ben 18. 88. 3200. beb 323.
er 1245. 3295. are (r. ;;/. fare —
mare — are — spare) *33i6. mit ne
zusammengeschmolzen nar 2453.2464.
2scprs. be (r. m. be — me — fle)
*3o63- 777. 1020. 2153. 2731.
$scprs. be (r. m. se — tre — he —
se) *296i. *82. ^670. 830. *i58g.
*273Ö. iplcprs. be 2793. zplcprs.
be [r. m. fre — he — tre — se) *2o67.
1 spr. was 1. 2spr. wes (r. m. les)
*759- were 529- 656. 3 spr. wes [r.
m. dies — res — pes — les) *24.
*59- *59^. *i36o. *22i7. ^2425.
*2Ö45. wzV ne verschmolzen nes (f.
w. les — wes — pes — ches) *22i5.
was [r. m. cas — Bonifas — solas)
*2852. belegsteilen überflüssig, mit ne
zusammengeschmolzen nas 145. 161.
166. 177. 181. 187. 194. 245. 345.
699- 7<>3- 794- 1028. 1264. 1313.
1404. 1513. 1570. 1664. 1729. 2027.
2159. 2291. 2387. 2403. 2592. 2832.
2835. 2838. 291 1. splpr. were (r.
m. dere — here — chere — were)
*582. 15. 45. 62. *2<>3. 351. 371. 377.
421. 652. 708. 732. 741. 795. 804.
880. 1254. *i26i. *i284. 1377. 1412.
1415- H34- 1473- l556- l67$- 1889.
2173. 2282. 2564. 2565. 2569. 2710.
2742. 281 1. 3289. weren 283. 378.
527. 562. 1224. 1379. 1433. 2845.
3288. wer 153. 2466. wäre [r. m.
fare — care — bare — mare) *i 791 .
*8.*492. mit ne zusammengeschmolze?i
nar 2453. 2464. wore (r. m. ore —
lore — bore) *282. 2scpr. were 2 131.
mit ne ztts ammengeschmolzen ner
I55I- ZscPr- ware [r. m. bare — bare
— mare) *7i8. *i2i. 275. ^358.
*376. *454. *544- *mo. *ni9.
*ii99. ^1231. ^1388. *i5Ö4. *2oio.
*2I37. *2273. *270I. *2820. *29l6.
^3175. war 952. were [r. m. bere —
are — bare — hare) ^673. 421. 937.
1081. 1198. 1232. 1350. 1580. 1595.
2118. 2197. 2357. 2717. 2758. 3146.
wer 1223. ^plcpr. wäre V. m. bare
— mare — schare — bare *822.*428.
were 652. 1284. 3245. wer 895. weren
2546. partpr. be r. m. me — be —
bre — se) *29i7. *3i2i. ben [r. m.
mene — bitvene — ben — ysene —
wene) *U39. *484. 971. 1138. 1215.
1775. 1988. *2295. 271 1. yben [r.
m. bidene — bitvene — schene —
kene) *752. bene (r. m. quen —
sene — bidene) *32i7« *I9. *I324.
*I403. *2435. *2558. *32i7. ybene
[r. m. quene — sene — wene —
kene) *I203. *2Ö09. *2Ö57. — sein,
werden', belege überflüssig.
bed subst. cas. obl. bedde (r. m. radde
— wedde — fedde) * 159. 221 1.
*2682. 2696. — bett: ^159. 1713.
1716. 1 718. 1971. 2188. ^2211. 2216.
*2Ö82. 2696.
bede st. v. in/, bede [r. m. ^ede — nede
— lede — rede) *I720. isprs. bede
[r. m. ijede — lede — sede) *ioo8.
imps. bede [r. m. rede — nede —
dede) ^2040. 2>spr. bede [r. m. nede
— lede — adrede — lede) *2939«
432. 1798. *i9o8. *26oi. 2647.
3plpr. bede [r. m. nede) *2ÖÖ2. bed
50. boden 2636. — 1) darbieten,
überreichen: 1008. 1720. 2601.
2) sich reichen: 50. 3) an bie-
ten: 432. 1798. 2636. 2647. 2662.
4) bitten: 1908. 5) gebieten:
2040. 6) sich erbieten: 2939.
bei^e stibst. (r. m. hei^e — nei^e —
slei^e) *2Ö5. — ring: *2Ö5- *38i.
*2I7I. *3020. *3IÖ2.
belamye subst. [r. m. Ermonie — si-
kerly — venery) ^530. — guter
freund (in der anrede}: 530.
beide schw. v. inf. beide [r. m. lede
^ede — nede!) *28lo. — bauen:
2810.
benisoun subst. [r. m. Carlioun — doun
— boun — toun) *H57- — segen:
1157.
bere st. v. inf. bere [r. m. bere — were
— here) *223Ö. 1038.2248. ^scprs.
bere 316. 1 spr. bar 1525- 3spr. bare
(r. m. bare — care — sare) *2io.
*4. *420. *490. *Ö90. *720. *io42.
*II02. *IIÖ2. *I227- *I392. *i8i8.
*227i. *3i73- *3227- *3343- bar >'•
m. bar — far — schar — bar) *I487.
1042. 181 5. 2249. bore [r. m. sore
— £ore — ore) *2986. $plpr. bare
(f. m. mare — bare — 3 are — fare)
*II52. *4$2. *I39Ö. beie [r.m. were
— are — i;are — hare) *675- partpr.
189
born [r, m. morn) *2i8. 243. ^529.
2) yborn *2284. — 1) tragen: 210.
420. 690. 1102. 1152. 1162. 1815.
1818. 2236. 224S. 2249. 2271. 2284.
3227. 2) tragen, in den händen
halten: 2986. 3173. 3] mit sich
führen: 1227. 4) bringen: 1396.
5) bringen, schleppen: 675. 6)
treiben, befördern: 1392. 7) ge-
tragen bringen: 452. 8) gebä-
ren: 4. 218. 243. 529 720. 9)
seh läge n, hatte n, stechen:
1038. 1042. über bere oway vgl.
u. oway.
best sitbst. pl. bestes 442. 452. 483.
2472. — thier [vom jagbaren wilde) :
442. 452. 459. 468. 483. 514. 2472.
2477. 2511.
bete schw. v. in/, bete (r. m. swete)
*2902. bet (r. in. fet — swete — let)
*33°7« — l) sühnen: 2902. 2) lin-
dem, beseitigen: 3307.
bete st. v. 3plpr. bete 701. • — bete
fram, mit schlagen ver treiben
von: 701.
better comp. I) adj. — besser: 92.
659. 1745. II) adv. — besser: 403.
554. 21 19. superl. best I) adj. [r. m.
restj *I395- 1432. — bester, vor-
züglichster: 73. 535. *I395.
1432. *3I43. II] adv. — am eifrig-
sten: 346.
bi I) praep. {r. m. cri — Ermonie —
redy — y) *9io. by * 788. 2097.
— 1) räumlich a) auf d. fr. wo?
bei, neben, an, in, auf: 282.
309. *788. *9io. 991. 1 176. 1485.
1740. 1778. 1789. 1854. 1884. 1885.
2013. 2049. 2128. 2147. 2458. 2512.
*25i6. 2909. 2326. b) aufd.fr.zvo-
hin? an: 715. 780. 2600. 2) zeitlich,
auf die fr. wann? in: 2480. bi pan,
da, zu der zeit: 2369. bi bat,
wenn: 2053. 4^ zur bez. des mittels
a) durch: 311g. z.'gl. u. si^t. b) an,
bei den verben des erkennens : 2093.
2097. 2241. 2535. 5) gemäss,
nach: 821. 1362. 2023. 3126. 6) in
bezug auf: 829. 7) bi sjere, jähr
für jähr: 9 (vgl. d. anm. z. d. st.).
8 bei (bei betheuerungen) : 251. 437.
663. 1228. 1796. 2120. 2127. 2988.
3120. II) adv. by [r.m. bi — Ermonie
— y — ly; ^809. — fast by, nahe
dabei, in der nähe: 809.
biCOme st.v.^spr. bicom 2310.2928.
bicome 2642. — werden: 2310.
2642. 2928.
bidde st. v. Inf. bidde 2266. imps. bid
2037. 2>spr. bade [r. m. cladde) *i54.
badde 3226. bad 170. 224. 257. 632.
637. 910. 1669. 1750. 1773. 1787-
1906. 2810. 3plpr. beden 1424. —
I) bitten: 637. 1424. 1773. 1787.
1906. 2266. 2) an ff 'ordern: 170.
632. 910. 1669. 2810. 3226. bidde
aliquem alicui biside , j e m. kom-
men lasse n zu: 1 750. 3 ) b efe h -
len: 154. 224. 257. 2037.
bide st. v. inf. bide [r. m. ride — side
— pride — tide) *i 78. *2737. $spr.
bade 220. $plpr. [r. m. rade; *32 76.
— 1) warten: 178. 2737. in einem
/unterhalte lauern? 3276 (vgl.
d.anm.z.d.st.). 2) erleben: 220.
bidene adv. [r. m. wene — tene —
ysene) *io4Ö. — 1) alsbald: *482.
*io46. *i457. *i6i5. *i835- *i949-
^2092. *2232. ^2350. *24l8. *2532.
^2605. ^3107. 2) zusammen auf
einmal: *I976. ^2199; stets so in
Verbindung mit al : *750. *I32Ö.
^1976. *2433. ^2463. *32i9. ^3249 ;
mit alle: * 1407. *i8o6. an den
meisten dieser stellen ist das wort
wahrscheinlich bloss aus reimnoth an-
gewendet; sicher an folgenden : ^2242.
^2575. *2655.
bie schw. v. 2sprs. bist 2329. — büs-
sen: 2329.
bif alle st. v. inf. bifalle [r. m. calle
— alle — halle) *2438. 3 spr. bifel
2575. 2850. partpr. bifalle [r. m.
y falle — win alle — halle) * 1943.
— 1) ge schelten, passiren, sich
ereignen, s t a ttfinden: 1943.
2575. 2850. 2) ablaufen: 2438.
bifor präp. — 1) örtlich, vor: 233.
253. 528. 560. 602. 761. 1009. 2400.
2860. 2) lieber als: 3025.
bifore adv. — vorher: 3079.
biforn adv. [r. m. born — forlorn —
hörn) *53i. — 1) j em. gegenüb er-
stehend, ins gesteht: *53i (vgl.
d. anm. z. d. st.). *654. 2) an-
wesend: *2282. 3) früher: 2499.
bigge schw. v. ispr. bou>jt (r. m. poir^t
— nou;t] * 2086. partpr. bou^t (r.
m. wrou7,t — pou^t — novr^t) *455-
^663. *I24Ö. *I49Ö. * 1 7 1 1 . — 1)
kaufen: 455. 2) erkauf en: 663.
1246. 1496. 2086. 3) erwerben,
ans ch äffe n: 1 7 1 1 .
biginne st. v. inf. bigin [r. m. pin —
in — win — tvin) *l6Ö9. 3 sprs. bi-
ginnep 324. ^plprs. biginne [r. vi.
inne — atvinne — win ne — blinne)
'321. ^ spr. bigan [r. vi. Morgan —
— 190
lan — man) *34- 388. ^694. »717.
*75l. 810. 826. «837. ^974. *i522.
*i832. 1858. 1859. ^2741. iplpr. bi-
gan (r. m. pan — kinsman — wan)
*II05. *2268. ^2834. — 1) begin-
nen: 34. 321. 694. 717. 751. 974.
1522. 1669. 1832. 1858. 1859. 2268.
2834. 2) aufsetzen: 1105. 3) zur
Umschreibung des einfachen verbums
gebraucht, unübersetzbar : 324. 388.
810. 826. 837. 2741.
bi^Ond präp. — jenseits: 2721.
bihate st. v. ispr. bihi^t 1741. — ver-
sprechen: 1741.
bihelde st. v. inf. biheld [r. m. feld —
^eld — teld) *325C imps. bihald —
(r. m. glad(!) — overtald — ^ald)
*2020. bihold (r. m. wolde — cold
— j^ald) *392. 138. $sprs. bihalt [r.
m. cold — told — old — wold) *249Ö
[vgl. Einl. p. LXVII). 3 spr. biheld
(r. m. scheid — feld — ^eld — queld)
*io77. 731. 2373. 2685. 3129. 3222.
3plpr. biheld [r. m. feld) *45i. *473-
— 1) anschauen: 451. 473. 731.
1077. 2020. 2496. 2685. 3129. 2) zu
sehen: 2373. 3)mitto, hinblicken
auf: 3250 f. 4) auf jem. sehen,
jem. beschützen: 392. 5) zu-
sehen (in geistigem sinne): 138. 6)
einsehen: 3222.
bihinde präp. — hinter: 1764..
bileue schw. v. 3 spr. bileued 1086. bi-
laft 387. bileft 591. — 1) bleiben:
3^7- 591- 2) stecken bleiben:
1086.
bili^e st. v. 3 spr. bilei^e 2087. — mit
to, verläumden bei: 2087.
binde st. v. inf. binde (r. m. finde —
kinde — Ynde) ^2898. 3 spr. band
[r. m. land — hand — fand — stand)
*79i. *8Ö2. 1015. *2Ö76. bond 1947.
Splpr. band (r. m hand — land —
fand — stand) *n74. *i627. bond
[r. m. stond — hond — Inglond —
fond) *4Ö. — 1) binden: 1947. 2)
binden, knebeln: 11 74. 3) an-
binden: 1015. 4) knüpfen,
seh Hessen (einen vertrag etc.) : 46.
1627. 2676. 2898. 5) einnehmen:
791. 6) sich verbinden mit: 862.
bischop subst. — bischof: 2228.
biseke schw. v. %sprs. bisekep 1639.
imps. biseche 1996. — ■ bitten:
t l639- 1996.
bisege schw. v. 3 spr. biseged 2305. —
belagern: 2305.
bisette schw. v. 3sprs. biset 439. —
anwenden: 439.
be drängen
3 spr.
1333-
[r. m.
biside I) adv. {r. m. pride — ri^t f !) —
hide — tide) *477- bisiden 1 173. —
i) bei seite^ weg: *477. 2) zur
seite, seitwärts: *2Tjg. 3) da-
neben, d. h. an s einer sei tc :
*3 1 5 7- — daneben, d.h. a m ufe r :
*ioi5. *I544- — daneben, d. h.
an der grenze , an: 1173.^2710.
4) nahe dabei: *IÖ73 ; in Verbin-
dung ?nit ner : *443 ; mit fast : ^3313.
II) präp. (r. m. tide) *l7i6. — ne-
ben, bei: *i7i6. 1721. ^1907.
^2057. über her biside, *I750, vgl.
u. bidde.
biStande st. v. 3plpr. bistode [r. m.
flod — fode — wode) ^367. bistayd(l
(r. m. seyd — pleyd — layd) *6']6 ;
diese durch den reim gesicherte form
ist mir unerklärlich
367. 676.
bitake st. v. 1 sprs. bitake 1333
bitoke 2448. — übergeben
2448.
biteche sc/nu. v. 3 spr. bitauijt
wroujjt — nou^t — pou^t) * 1668.
1297. — üb ergeben: 1297. 1668.
bitide schw. v. 3scprs. bitide [f. m.
bide) ^2739. — sich ereignen:
m 2739.
bitvene I) präp. [r. m. mene — ben —
ysene — wene) *i 137. bitven (r. m.
quen — sen — clene — ken) *i786.
41. 1727. 1941. 2529 2771. — 1)
zwischen (von zwei per sonen): 36.
*H37. 1727. *2024. ^2244. *2444.
*25 19. 2529. ^2536. 271 1. 2771. 3257;
dahin gehört auch hem bitvene, von
ihnen beiden zusammen: *754.
hem bitvene, gegenseitig: ^2378.
Loke now ous bitvene, überlege
nun mit mir: ^1974. ^ou bitven,
als sie mit euch zusammen
war: *I786. bitven hem seluen, d. h.
im kämpfe gegen einander:
41. hem bitvene, tinter sich: *2556.
2) zwischen (von zwei örtlich-
keiten): 1941. 2777. 3) zwischen
(von ziuei Zeitpunkten) : 890. II) adv.
hier las st sich meist nur durch freiere
Übersetzung der betr. stellen der sinn
andeuten. 1) von zwei per sonen ; da-
zwischen , d. h. zwis chen ihm
zi nd dem könig.
2220. gon
bi-
tvene, die mittels p er s on ma-
chen:*222&. He doutep me bitvene,
e rfü r cht et mic h, 7v e n n i c h m i t
i h m verke h re, oder : als mitte Is-
person zwis chen ihm und Ys.:
"^2096. come bitvene. störend da-
— 191 —
zwischen kommen: *i8io. playe
bitvene, da s liebes spiel mit ein-
ander treiben: *2439. *2Öi7. Tr.
gan biheld to M. bitvene, Tr. blick tc
a n/M. ü /> e r de n z ?c> is chen ihne n
►3251.
liegenden
raunt 7ueir:
Hye werne J) him bitvene, sie wei-
gert sich, wenn sie mit ihm
zusammen ist: *3 1 98. 2) von din-
gen: dazwischen, d. h. zwischen
den betten: ^2195. *22i2. bitvene
atvo, in der mitte entzwei:
*2384 f.
bibenche sckw, v. 3spr. bi{)ou^t (r. m.
brou^t — nou^t — bou^t) *2o8o.
Iflpr. bipou^t r. m. moir^t — sou^t
— nou^t) *I344- partpr. bijjou^t {r.
m. \vrou25t — noujjt — bitau^t) *i666.
— 1) mit refl. pron. , darüber
nach de n k e n : * 1 344. 2080. 2) wrong
bipou^t, unüberlegt: 1666.
blac adj. — dunkel: 2744.
blame schw. v. ^seprs. blame 805. —
tadeln: 805.
blede schw. v. in/, blede (r. m. stede
— vvede — drede — nede) *io53-
*2343. 3 spr. bled [r. m. bedde) *2209-
— bluten: 1053. 2209. 2343.
blenche schw. v, zsPr- bleynt 2779. —
entweichen: 2779.
blepely adv. — gern: 1831.
blewe adj . (r. m. trewe — schewe —
glewe — Peticrewe) ^2404. — b la u :
2404.
blihand subst. blehand : 450. — bliant:
410 (vgl. d. anm. z. d. st.). 450. 600.
blinne st. v. in/, blinne [r. m. beginne
— inne — atvinne — ■ winne) ^329.
^seprs. blinne (r. m. kinne — ginne
— inne) ^87. — 1) au/ hören: 329.
2) mit of und dem acc. d. pers. , a u/-
h ören machen, erleich tern: 87.
blis subst. (r. in. yvvis — j)is — kisse
— amis) *2i66. — wonne: 1919.
*2i66. 3087.
bllSSe schw. v. 2scprs
segnen: 843.
blijie adj. [r. m. sipe — lipe — sipe;
^958. comp, bliper 2452. — - hei-
ter, /roh: *IÖ3. *254. ^277. 527.
562. *792. *836. ^958. 1316. 1420.
'1644. 1689. 2014. 2436. 2452. 2463.
3002. ^3224. blihe of, /roh über:
610. Of him weren ful blibe, (sie
waren sehr /roh ü b c r i h n , d. h.
/reuten sich sehr über ihn:
*283. 2) freudig bereit: ^2959.
3) hübsch: ^163. '1857. "2970. 4
glänzen d : 925.
*i653« *iÖ98.
m. knewe —
blo adj. (r. m. go — to — po — wo)
^2976. — dunkel, schwarz: 2976.
blod subst. [r. in. gode — fode — j;ode
— stode) *I9I. — blut: *\<)i. 274.
. 499. *87i. 1300. 1355. *I768. ^2359.
2380. *2983. 3264.
blod bende subst. — blut bin de, ver-
band: 2208.
blodi adj. — blutig: 2 188. 22 17.
blodlete st. v. imppl. blodlat 2184.
partpr. blodleten 2190. — zur ad er
lassen: 2184. 2190.
blod leteing subst. (r. m. king — bring
— ping) *2I92. — aderlas s : 2192.
blowe st. v. in/, blowe (r. m. rowe;
*5o6. 3 spr. blewe (r. m. drewe -
trewe — knewe) *i30i,
2749- Zplp1'- blewe (r.
nevve — glewe) *5i8. blewen 509.
— i) blasen (auf hörnern) : 506.
509. 518. 2749. 2) blasen, trei-
ben (vom winde) : 1301. 1653. 1698.
blowe r subst. — blower ofhorn, horn-
bläser: 535.
bok subst. boke 2670. — i) schri/t-
werk, handschri/t (in coli, sin-
ne) : 280. 2) Bibel: 2670.
bode subst. — botscha/t: 2082.
bodi subst. body 1008. 2391. — 1)
leib: 206. 390. 1053. 2391. 2) leib
für das Individuum selbst, also mi
body, mich selbst: 1008. .
bold adj. (r. m. old — told — wold)
*4Ö3. bald [r. m. hald — wiphald
— wald) * 997. *28u. beld [r. m.
^eld — held — telcl) *I323. — 1)
kühn: *997- IO44. 2) tüchtig,
muthig: 7. *I96. *284. *4Ö3. *69i.
*727. ^1983. ^2784. *28ii; mit of,
tüchtig in bezug au/: ^1323. 3)
mächtig: *I74- 4) keck, /rech:
*845. 5) gewaltig, /est (von
bürgen) : 26.
boldliche adv. — sicher, entschlos-
sen: 480.
blis 843. — bonaire adj. (r. m. hayre — faire
repaire) *273i. bonair [r. m. cheire
— air — fair ) * 3 1 1 . — gütig,
/retin dl ich: 31 1. 2731.
bond subst. [r. m. Yrlond — ystond —
hond) *97i. — l) un/reier, hö-
riger: 3153. 2) dienstmann:
*97L
bone subst. (r. 7)i. sone) *44C —
1 ) bitte: ^2054. 2) w uns eh:
*440. ^3294.
bord subst. — 1) brett, planke:
*933- !952- 2) tisch, fa/el: 521.
706. 3, schi//sbord: 1 5 1 .
— 192
bortf subst. [r. m. berfore) ^2539. —
loch, ö/fnung: 2539.
borwe subst. pl. borwes 26. — bürg,
i>este: 26.
borwe subst. pl. borwes 1614. — bür-
ge: 1614.
bot subst. pl. botes 1169. — boot:
354. 11 69 (vgl. d. anm. z. d. st.).
böte subst. [r. m. rote) *I483. bot 1323.
— 1) h eilung: 1323. 2) to böte,
überdies : 1483.
bot I) conj. — 1) ohne enttvickelten ne-
bensatz a) n u r cc) mit einer negation :
2017. 1488. nichts anderes als:
2993. ß) ohne negation : 2607.3317.
b) aus s er a) mit einer negation :
2002. 2134. 2277. 2457. 2706. ß)ohne
negation: 1122. c) wenn nicht,
nach who : 266. 2437. 2) mit ent-
wickeltem nebens atze, wenn nicht,
ohne dass : a) allein: 87. 555. 2930.
3193. b) bot ^if: 82. 1372. 2197.
II) partikel. — 1) aber: 205.2271.
2350. 2) sondern: 261. 414. 541.
704. 1247. 15 71. 1784. 2934. 3)
sondern mir: 1641.
botoiin subst. (r. m. dragoun — lioun
— feloun) *I448. — knöpf: 1448.
bOUn adj. [r. m. goinfainoun — toun
— doun) *I44. — 1) bereit , fer-
tig , schlagfer tig, im begriff:
103. *i44. ^257. 908. *94i. *I044.
*IIÖ3 (vgl. d. anm. z. d. st.).
*I387. *i47o. ^2053. 2961. 2) öfters
müssen wir das ganz allgemein ge-
haltene boun durch einen specielleren
aus druck wiedergeben ; a) zugerich-
tet: ^514. b) bloss (von einem
Schwerte): *872. c) gekleidet:
*4o8. d) ein inf. mit to ist zu er-
gänzen: *I4I5.
bour subst. [r. m. oure — castel tour
— Blauncheflour) *i6o. boure 1251.
1688. 2048. 2158. 2681. — i)gemach
{einer dame) : *i6o. 1688. *I934.
1941. 2048. 2158. 3223. 3224. 2)
schlafgemach (der männer):
1251. ^2307. 3) braut gemach:
2681.
bowe schw. v. $spr. bowed 902. —
sich beugen: 902.
bobe num. babe (r. m. wrob — clob
— rabe) *I743- bohen (?) 1632. gen.
bober 2380. — I) adj. beide. 1)
in Verbindung mit einem subst.: 3256.
2) ein pers. pron. geht voraus; bai
bobe: 2173. 2483. 2587. bobe her
wedde : 320. her bober blöd : 2380.
hem bobe: 316. 2323. 2449. 3323-
3) mit to, bobe to, alle beide:
2974. II) subst. 1) beide: 1632.
2942. zur Zusammenfassung von zwei
vorher genannten personen verwendet:
2534. 3084. III) bobe — and oder
and — bobe partikelartig, sowol —
als auch, a) bobe steht voran: 739.
1643. 2625. b) habe steht nach:
*I743-
brade adj. (r.m. rade — made — glade)
*I77. — I) breit: ^2744. *349. 2)
geräumig, ausgedehnt: ^1024.
*2Ö36. 3) gross (von gemüthsaffec-
ten): *I9I9.*3o87. 4) brade of, voll
von: *i 77.
brain subst. (r. m. vnfayn — yslayn —
mayn) *io85. — gehirn: *io85.
*I479-
brand subst. (r.m. hand — fand — wand
— sand) *2353. brond (r. m. smotf.)
— hond — vnderstond) * 1074. —
schwert: 1074. 2353.
breke st. v. Sspr. brak 25. 113. 1056.
1084. 1480. 2227. 2978. 3plpr. brac
452. partpr. broken 634. 1566. 2219.
ybroken 2901. — 1) zerbrechen
(von gliedern): 634. 1480. 2) zer-
legen: 452. 3) verletzen: 2978. 4)
brechen (von bürgen): 25. 5) bre-
chen (einen vertrag etc.) : 113. 2219.
2227. 2901. 6) intr. zerbrechen:
1084. 1566; breke on to, entzwei
brechen: 1056.
breche subst. — hinter backen,
schinken: 478.
bred subst. brede 382. 820. — brot:
382. 542. 820.
brede subst. (r. m. fede — dede — lede
— ^ede) *I557- — breite: ^1557.
über *485 vgl. d. anm. z. d. st.
brenne schw. v. sspr. brend (r. m.
schent) *I472. 1476. partpr. brent
1478. nach dem den. pron. brende
1510. — v erbrennen: 1472. 1476.
1478. 1510.
brest subst. (r. m. est — brest — nest)
*474. — brüst: *474- 870.
breste st. v. $spr. brast 191. 274. 366.
677. 1237. 1456. 1863. 2208. — 1)
reissen, zerbrechen: 366. 677.
1456 (on = in). 2) brechen: 1237.
l^3' 3) brechen, stürzen
durch\ 191.274. über breste oway
s. u. oway.
brid subst. — mädchen, braut:
1354.
brigge subst. bregge 2393. — brücke:
2372. 2393.
brii;t adj. (r. m. wi^t — kni^t — hi^t —
193
fi^t) *98. superl. brietest 160. —
g l a n z e n d. strahlend i ) von Waf-
fen, gemachem etc.* 202. *886. *i03i.
"1064. * 1086. *H73. ^2379. ^2530.
'2537. ^2804. 2970. 2) von da inen
a) brijjt, he bri^t, bat bri^t, bat is
brisjt, zum namen gefügt: ^98. 160.
*74i. *i33C *i373- *i597- *i636.
*iÖ4i. ^1647. *iÖ9i. *2243. ^2648.
*3000. *32i4. b) bri'^t of hewe, von
strahlendem teint: 1267. 1563.
1651. 1704. c) vergleichend, bri^t so
oder bri^t as : 1354. 2171. 2971.
3162.
brim subst.pl. brimes 349. — ufer:
349-
brink subst. [r. m. hink) ^2946. —
ufer: 2946.
bringe schw. v. inf. bring (r. m. king
- Schilling — hing) *435. 159. ^646.
♦929. *ioo3. *i3i4- *i353- *i357-
*i62o. *i637. *i703. *i8ii. *i856.
^1965. *2i94. 2307. *26gi. *32o8.
1 sprs. bring [r. m. sing — king —
hing — askeing)*i372. iplcprs. bring
[r. m. king — wedding — playing —
hing) *I74Ö. imps. bring 1147. 1336.
imppl. bringe b 1369. I spr. broiv^t
604. 2 spr. brou^t (r. m. bihou^t —
nou^t — bouj;t) *2o82. 2, spr. broir^t
{r. in. hou^t) *Ö47. [r. m. wrou'/jt
— soft — oft) *2399. *667. *825.
1206. "1494. *i8i7. 2412. 2514.
^2842. ^2885. 3plpr. brou^t [r. m.
noir^t) ^1 153. 683. 1239. *I398.
partpr. brou^t (r. m. wrou^t — mou^t
— hou^t — soujjt) *409. *5i5- *548.
587. *H32. *I7I3. *2i45. *2365.
*2668. ybrouijt (r. m. sou^t — wroir^t
— nou^t — sou^t) *283i. 688. —
1) bringen (von Sachen, botschaften
etc.): 515. 688. 825. 1003. 1369. 1398.
1703. 1965. 2082. 2194. 2514. 2842.
bringe he word to , folgende
worte richten an: 667. 2) bei
sich f ühren , mitnehmen, tra-
gen, mitbringen: 409. 1432.
1494. 1817. 2365. 3) bringen,
tragen, befördern, geleiten
(vonpers.): 159. 435. 548. 604. 646.
647. 683. 929. 1239. 1314. 1336.
1353- 1357- 1372. 1620. 1637. 1713.
1856. 2307. 2399. 4) in verb. mit
präp.; bringe fro , abbringen,
reissen von: 2691. bringe in, in
etwas bringen, in einen zu-
stand versetzen: 2145. 2668.
bringe of oder out of, a) von etw.
befreien: 1206. 2412. b) einer s.
K. ö 1 b i n g , Sir Tristrem.
berauben: $87. 1746. bringe til,
bringen zu, auf: 1147. bringe
to, vorlegen, bringen vor: 667.
bringe for to, zu etwas bringen,
. zwingen: 3208. bringe up, auf-
spritzen machen: 2885. bringe
a (= 011): anleiten zu: 2831.
vgl. forh.
brini subst. pl. brinies 191. 2379. —
brünne, panzer: 191. 2379. 3264.
brOChe subst. — Spange: 265. 381.
3020.
broun adj. [r. m. boun — toun — doun)
*4io. — braun: 410.
broher subst. pl. breber 2725. brehem
3310. — 1) (leibl.) bruder: 225.
1184. 1584. 2326. 2725. 2883. 2892.
3310. 2) bruder, blutsfreund :
2939.
bllSke schw. v. 3 sprs. boskes 923. 3 spr.
busked 816. 1642. $plpr. 144. 2942.
— 1) sich ans chic ken: 923. 2)
sich fertig machen: 144. 816.
3) sich a ufm achen, gehen: 2942.
4) bereit machen: 1642.
bosking subst. (r. m. king — bring —
tiding) *925. — auf zu g: 925.
C. K.
calle schw. v. inf. calle [r. m. alle —
halle — palle) *566. * 742. 2107.
*2432. *284i. *2955. 3 sprs. callefa
269. iplprs. calleh 3046. 3 spr. cald
79. 2873. partpr. cald 561. — 1)
rufen, herbeirufen : 79. 269.
561. 566. 742. 2432. 2873. 2955. 2)
bezeichnen als: 2107. 3) nen-
nen: 3046. to calle, so zu sagen:
2841.
Care subst. kare (r. m. wäre) *H9. —
i; sorge, kummer: *ii9« *i 197.
*I975. *2Ö97. ^2703. 2) angst:
*368. 3) wih care, a) zu seinem
{od. ihr ein) schmerze: * 2 14.
*702. *io87. ^3265. b) in ihrem
schmerze: *I572. c) al wih care,
ganz zu seinem eignen Un-
heil: *3337.
Carebed subst. — sorgenbett: 1123.
Cas subst. (r. m. was — Bonifas —
solas) ^2850. — sache, ereigniss:
*285o. 1943.
Caste schw.v. inf. cast 1210. 3 spr. cast
1471. 1475. — 1) ausspeien: 1471.
1475. cast oway, beseitigen : 1210.
Castel subst. pl. castels 25. 895. 2434.
— cas teil, bürg: 25. 149. 799.
895. 2358. 2434. 2765. 2826. 2964.
13
194
castel tour subst. [r. m. oure — bour
— Blauncheflour) ^158. — schloss-
thurm: 158.
kene adv. (r. m. biclene — yben —
bitvcne — schene) *J$%. ken [r. m.
ten — quen — wen) ^1855. vgl.
*I792. — 1) tapfer: ^3247. *25Ö2.
^3247. 2) grimmig, grausam:
*758. *I455- 3) schmerzhaft:
*3255- 4) kräftig, wirksam:
*I209. 5) gewaltig: 3327. 6)
klug: ^1328. *i792. *i855. *i957.
^2346. *3io3.
kepe schw. v. inf. kepe 1150. 1975.
1 sprs. kepe 1 146. 2332. 2640. 2920.
imps. kepe 231. — 1) nehmen,
verlangen: 2640. 2) aufbe-
wahren: 231. 3) erhalten, am
leben erhalten: 1150. 4) kepe
fram, schützen vor: 1975. 5) ge-
fallen finden an etw. a) mit
to u. d. inf.: 2332 (?). b; mit of :
1146. 2920.
kertel subst. — rock: 1954.
ceries interj. — sicherlich!: 851.
1509. 1517. 1729. 2445.
Cerve st. v. $spr. carf 481. — mit of,
abschneiden: 481.
cide schw. v. 2>spr. cidde 2415. — zei-
gen, beweisen: 2415.
kin subst. kinne [r. m. minne —
winne — skinne — inne) ^567. kenne
[r. m. vnwinne — skinne — inne)
*I233. *2759. — 1) geschlecht,
abkunft: **}%. ^567. *689. *I233.
*20Ö4. 2) verwandter: ^2759
(vgl. d. anm. z. d. st.).
kinde subst. [r. m. finde) *I43- kende
[r. m. hende — ende) ^241 3. — 1)
natur, beschaff en hei t : *I3Ö2.
2) weise, ton: ^509. 3) familie:
*I43. *24i3« ^2896.
king subst. [r. m. Schilling — bring —
ping) *43I. gen.s. kinges 560. 2310.
— könig: 5. 54. 56. *I23. 175.227.
263. *43i. 511. 516. *528. 529. 536.
540. 560. *6o3. *642. 712. 721. *724.
731. 761. 782. 838. *927. 937. 969.
972. 986. *ioo9. 1108. *H44- 1255.
*i3io. *I3I3. 1315. 1347. *i35i.
^1368. 1396. 1398. 1499. * 1595-
*i622. 1631. *i639. 1699. *i7o5.
*i7i2. *i74c ^1809. 1833. *i8$o.
*i923. *i959- 1970. *2ii2. 2136.
2180. *2i9o. *2277. *230o. 2310.
2397- 2399- 2410. 2581, 2586. *2689.
2717. 3185. 3191.
kinges SOn subst.pl. kinges sones 822.
— könig s söhn : 822 (vgl. d. anm.
z. d. st.).
kingriche subst. pl. kingriche 579. —
königreich: 579.
kinsman subst. (r. m. pan — bigan —
wan) *no3. kinsseman [r. m. pan)
* 1980. — verwandter: *858.
*no3. *i98o.
kisse schw. v. inf. kis [r. m. is — ywis
— bis — mis) *2758. kisse [r. m. is
— ywis — bis) *2203.*2i62. *2298.
^scprs. kisse fr. vi. is — ywis — bis)
*I547. 3spr. kist (r. m. wist)
*2397- 736. 960. 2431. 2566. kisst
660. Zplpr. kisten 738. — küs-
sen • 660. 736. 738. 960. 1547. 2162.
2203. 2298. 2397. 2431. 2566. 2758.
Cite subst. pl. cites 897. 2434. — ort,
Stadt: 897. 2434.
kipe schw. v. inf kipe [r. m. blipe —
swijbe — lipe) *2Öo. *285. *I249.
^425. *IÖ4Ö. %spr. kidde 2415. —
1) zeigen: 285. 1249. 2415. 2) of-
fenbar machen, zu tage för-
dern: 1646. kipe o^ain, sich er-
klären gegen: 260. 3) mit refl.
sich zeigen, sich der gefahr
aussetzen: 1425.
Claper subst. — klapp er: 3173.
Clap subst.. clop [r. m. wrop — babe —
rabe) *I74I. — 1) tischtuch: 706.
(clop). 2) kl eider (coli.): *I74I.
Clabe schw. v. partpr. cledde (r. m.
ysprad — lad — ledde — yfedde)
*45o. yclad 2843. P?- cladde (r. m.
bade)* 152. — 1) kleiden: 450.2843.
2) mit der rüslung anthun: 152.
Clene adj. [r. m. wene — quen — bi-
tvene — bidene) *2230. clen [r. m,
quen — ben — sen — wen) *i 779. —
1) rein (von kleidern, fussboden):
**779- *i790. *2i93. 2) (mor.) rein,
frei (von schuld): *223<D. 2279.
*2289. *3200.
Clepe schw. v. $spr. cleped 332. 142 1.
2447. 3plpr. cleped 109. 252. partpr.
cleped 1251. ycleped 1674. — 1) ru-
fen: 332. 1251. 2) herbeirufen :
1421. 2447. 3) nennen: 109.252.
1674.
Clerk subst. — gelehrter: 1726. 3128.
Cleve st. v. zspr. clef 2384. — spal-
ten: 2384.
Climbe st. v. ispr. clambe 681. 3spr.
clombe 422. — erklimmen : 422.
681.
Clobbe subst. — kcule: 2338.
ClOU£ subst. [r. m. drou^ — anou^ —
195 —
wou^) *I 761. — thalschlucht:
1761.
knaue subst. — knappe: 1700.
knaue child subst. — männliches
kind: 107.
knawe st. v. inf. knawe (r. m. drawe
— rawe — schawe — plawe) ^3099.
'7S1. imps. knowe 725. I spr. knewe
664. 3 spr. knewe (r. m. hewe —
trewe — rewe) ^225. 539. ^597.
648. 734. ^1305. ^1437. *i7oo. 2052.
2241. 2535. 2801. 31 10. zpipr-
knewe (r. m. blewe — newe —
glewe) *520. *i27i. *2255. ^2557.
knewen 2486. — 1) kennen: 225.
520. 539. 597. 781. 1700. 2) wissen:
1271. 2054. 3) erkennen: 648.
664. 725. 734. 1305. 2241. 2535.
2557. 3099. 3110. ^unterschei-
den, sehen: 2255.2486. $)kennt-
niss nehmen von, bemerken:
2052. 6) kennen lernen, unter-
suchen: 1437- knawe fre, für
frei anerkennen: 2801.
kne subst. (r. m. he — se — be) ^560.
*2254. — knie: 560. 2254.
knele schiv. v. 3 spr. kneled 659. —
knien: 659.
kni^t subst. (r. m. wi^t — hi^t — fi^t
— bri^t) *92. //. kni^tes 45. 55. 57.
62. 66. 153. 170. 776. 803. 827. 1376.
1420. 1655. 1865. 1902. 2240. 2255.
2272. 2282. 2551. 2562. 2610. 3014.
3149. 3247. 3316. 3339. kni^t coli.
r. m. hi^t — ri^t — si^t) *8l7. ^1375.
151 (?) (vgl. d. anm. z. d. st.). — 1)
ritt er: 21. 45. 55. 57. 62. 66. ^92.
104. 153. 170. *200. ^585. *739. 776.
785. *797. 803. 817. 827. 832. *882.
"948. *io33. ^1037. *io76. *ii30.
*I2Ö4. 1375. 1376. 1420. ^1467.
*i534. *i55i. *i573- *i6oi. *i6n.
*i638. *i643. *i655. ^1689. *i7oi.
1865. 1902. *i954. *i968. *20og.
*2237.2240. 2255.2272. 2282.*23IO.
"2533. 2551. 2562. 2610. *27i7.
'2728. *28oo. #2940. '3014. ^3107.
•3128. 3149. 3189. *32i8. »3234.
3339. 2) Speer it terlic her dienst-
mann eines fürsten: *2% 10.
*2583. *2Ö42. '3148. 3) as kniijt,
vergleichend, 70 ie als) ein ritter :
*67i. *99c *io66. *io82. * 1467.
•1534. -2325. *238i.
knitte schw. v. 3plpr. kni^t 151. —
knüpfen, anbinden : 151 [oder
= kni^tes? vgl. d. anm. %. d. st.).
COfer subst. — kästen, truhe: 1567.
COld adj. (r. m. told — old — wold —
bihalt) *2488. — kühl: *2488.
COld schw. v. {r. m. wolde — 30M —
bihold) *388. — erstarren: 388.
COlour subst. — färbe: 2401.
COme st. v. inf. com 171. 1119. 2203.
2sprs. comest 3102. comestow 863.
$sprs. comeb 1825. 2101. 3plprs.
comeb 11 15. comen 2730. 2732.
$scprs. com 1986. 3 spr. cam 188.
761. com 165. 214. 298. 695. 905.
1213. 1492. 1581. 1810. 1821. 1847.
1862. 1951. 2071. 2239. 2276. 2362.
2745.2751.2956. 2981. 3113. 3140.
3241. 3plpr. comen 1394. com 148.
819. 1657. 1922. 2562. 3246. partpr.
comen 567. 857. 876. 2564. com 947.
— 1) kommen: 171. 298. 695. 819.
857. 863.876.947. 1115. i"9- 1213.
1394. 1492. 1581. 1922. 1951. 2071.
2101. 2239. 2276. 2562. 2564. 2730.
2751. 2956. 2981. 3102. 3140. 3241.
3246. 2) v or schreiten, vordrin-
gen: 2745. 3) dazu gelange?z:
2203. 4) zurückkommen: 1847.
2362. 5) out come, heraus, zum
Vorschein kommen: 1825. 6)
come newe, sich ablösen: 1657. 7)
überkommen: 1862. 8) mit pr'dp.
come after, folgen auf: 165. come
bifor, vor je m. treten: 761. be co-
men of, abstammen von: 567.
come on, anrücken, anstürmen
gegen: 188. come til, kommen
zu, erreichen: 148. come to, a)
in je ms. besitz gelangen: 905.
3113. b) gelangen zu, dringen
zu: 214. über come bitven, o^ain
s. u. bitven und o^ain.
COmforte schw. v. $spr. comfort 106.
— trösten, beruhigen: 106.
Coming stibst. — I) kommen: 806.
2) Coming o>;ain, zurückkehren:
2620.
COnseil subst. conseyl 1838. — bera-
thung: 269. 980. 1838.
COnstable subst. — marsch all: 2169.
3016.
COnstori subst. — Versammlung
eines qeistl. gerich tshofes:
2268.
COppe subst. — becher: 3173.
Costom subst. — sitte, brauch: 520.
COUpe subst.pl. coupes 547. — becher:
547. 1662. 1675. 1720. 2986.
COUrt subst. — hof: 252. 435. 443.
608. 819. 1403. 1922. 1985. 2564.
3205.
Crake schiv. v. inf. crake (r. vi. take
13
— 196
— sake — schake) *&&"]. — zer-
brechen: 887.
Craft snbst.pl. craftes 285. — kraft:
285. — ge schicklichkeit, kunst :
1271.
Crie schw. v. inf. crie [r. m. lye —
maistrie — Ermonie) *68. (r. vi. pi
— heye — by) *7&2. {r. m. lye —
— spie — pi) ^3140. (r. m. hei^e —
slei^e — bei^e) *3iÖ4. (r. vi. sikerly
— hastily — titly) *3235« cri (r. m.
Ermonie — redy — bi — y) ^904.
2sprs. criestow 3033. imps. criep
3230. 2>sPr- ci'ide (r. m. wide) ^2792.
crid 1765. 2004. 3302. ^plpr. criden
3284. — 1) rufen: 2004. 2792; as
armes, zu den w äffen: 782. —
laut erzählen: 3140. 2) aus-
rufen: 68.904.3230.3235. 3) mit
on, je m. anschreien: 3164. 4)
h etilen: 3033. 5) mit merci, so-
cour, flehen um: 1765. 3284. 3302.
Crie subst. (r. m. armi — sty — pi) *3327.
— lärm, ge schrei: 3327.
Croice subst. — kreuz: 1965.
Croise schw. v. 2>sPr- croised 494. —
kreuzweise zerhauen: ä^\(vgl.
d. anm. z. d. st.).
Croude subst. — ein musik-instru-
ment: 1226.
Croun [r. m. toun — roun — somoun —
goinfaynoun) *I75. pl. crounes 887.
— 1) kröne: *5« *i 75. *2Ö3. *$l6.
*937- 2) schädel: 887.
Cruwel adj. — grausam: 267.
(cunne) v. prät. präs. isprs. can 461.
isprs. canst 3050. canestow 3054.
can (r. m. pan — bigan — wan —
man) ^1828. 1823. $sprs. can {r. m.
bigan — pan — man) ^696. 403. 554.
*978. *I288. *I528. ^1932 (kan).
*2749. ^2830. *302i. 3305. iplprs.
can (r. m. ran — pan — man) *2590.
2,plprs. can (r. m. bigan — an — pan
— man) ^725. iplprs. can [r. m. man
— ran — pan) ^525. ^spr. coupe29Ö.
297. 1204. 2017. 3208. 3212. —
1) können , v er stehen: 296.297.
403. 461. 525. 554. 978. 1204. 1288.
1528. 1932. 2590. 2749. 2^30. 3021.
3050.3054.3212.3305. 2) sich ver-
stehen a uf: 696. 3) k önnen , i m
stände sein: 725. 4) vermögen:
3208. 5) wissen (maugre) : 2017.
cuntek subst. — streit: 2772.
Clintre subst. (r. m. he — fre — priue
— se) *2078. cnntray (r. m. day —
ay — play) ^2709. — 1) gegend:
1437. *2078. ^2709. 2738. 2) bc-
w oh ner schaff einer gegend:
1305. 1407. 2368. 2395. 3141. 3270.
Ch.
Chacie schw. v. inf. chaci 2741. —
jagen: 2741.
Chastie schw. v. inf chast {r. m. hast)
*2475. — abrichten: 2475 \vgl-
d. anm. z. d. st.).
Chaumber subst. — kämm er: 571.
1929. 2684. 3071.
Chaumpioun subst. — kämpf er: 1552.
Chavel subst. — kiefer: 1468.
Cheker subst. — sc hac höret: 309.
Cheire suöst. [r. m. bonair — air —
fair) ^309. — stuhl: 309.
Chere suöst. [r. m. dere — here — pere
— were) *578. — miene: 578.
Cherl suöst. — kerl: 620. 633.
Ches suöst. — Schachfiguren: 1227.
Chese st. v. imps. chese 357. ^spr. ches
(r. m. wes — res — pes — les)*2Ö.*6o4.
*222i. *2427. *2Ö4i. zplpr. ches [r.
m. pres — wes — pes — les) *65.
*I354. chosen 1376. partpr. chosen
76. ycorn [r. m. sworn — biforn —
ybornj*228o. — 1) wählen: 76.2427.
2) aussuchen: 1354. 1376. 3) in
aussieht nehmen, festsetzen,
öe stimmen: 65. 2280. 4) aufs
körn nehmen: 26. 5) sich wen-
den , begeben: 2221. 2641. 6) sich
entscheiden: 357. 7) wünschen:
604.
Chide schw. v. T,spr. chidde 1850. —
streiten, zanken mit: 1850.
Child subst. childe (r. m. milde) ^385.
pl. children 249. — 1) kind: 244.
249. 278. 312. 360. *385. 565. 655.
2) kind, in freundl. anrede: 655.
3) Jüngling: 74.
Child bed subst. — kindbette: 217.
247.
chinne subst. (r. m. inne — skinne —
kinne) *685. — kinn : 685.
Chine subst. — rückgrat: 495.
chirche subst. — kircKe: 2090.
D.
day subst. {r. m. way — play — may —
lay) ^219. pl. dayn (r. vi. Hodain —
layn — sain) *248o. 1) tag: ^219
*334- *340- *622. *8oo. *8o8. 957
^1125. ^1134. *n89. *I2H. *I297
*i552. 1613. *i688. *i75i. ^1791
1815. ^1846. ^1871. ^2032. ^2183
^2210. ^2225. ^2261. ^2285. ^2340
— 197
*247I- ^2480. '2486. ^509. *252I.
^2625. ^2679. ^2707. *3i6i. 3312. 2)
tag, tageslicht: ^2971. 3) lebens-
zeit, tod: *llll. *I334- 4) never
a day oder never day : zu keiner
zeit: * 1 5 1 1 . *200i. *2ia6. 5) bis
day , h c u 1 1 n 0 c h : x20i I .
dame subst. 1) in der anrede, fraul:
1972. 2874. 3030. 31 18. 2) vor eitiem
eigennamen ausserhalb der anrede,
fr a u : 2420.
dart subst. pl. dartes 2773. — Wurf-
speer: 2773. 2778.
daj>et subst. — w ehe als interj.: 1875.
33i8-
ded adj. — todt: 211. 237. 756.
dede subst. [r. m. z,ede — rede — lede)
*982. //. dedes 1988. 3248. — 1) that
(mit dem nebenbegriffe des schlechten) :
^1760. 1988. ^2033. ^2698. ^2915.
*3°73- *3i68. ^3183. *32oi. 3248.
2) that, heldenthat: *i5o8.*i555.
*IÖ29. 3) handlun gsw eis e, thun:
*2466. ^2176. 4) ereigniss : "*2893.
5) akte, Urkunde?: 982.
dedely adv. — tödtlich: 2163.
defende sc/nu. v. inf. defende 990. —
abwehren : 990.
dele schw. v. $sprs. delep 325. Iplpr.
delten 2378. — 1) t heilen : 325«. 2)
austheilen: 2378.
dolite subst. (r. m. white — wite — tite)
*250. delit (r. m. wite — smite —
tite) *6i7. — freu de: 250. 617.
departe schw. v. 2 seprs. depart 3193.
$spr. departed 2025. — trennen:
2025. 3193.
der subst. pl. (?) dere 1845. — wild:
1845-
deray subst. (r. m. oway — day — ay
— an ay) *3IÖ5. — lärm, tumult:
3165.
dere I) adj. (r. m. fere — lere — here)
^402. *4o6. — 1) lieb: *io8. ^402.
*4o6.*i255. 2)beliebt:*$'j4. *2$6g.
II) adv. (r. m. ^ere — fere — were —
here) *I282. — 1) mit liebe: *I282.
2) zu höh e m preis e , t heuer: 198.
1246. *i49Ö. 2086.
dem I) adj. — geheim: 2489. 2512.
2698. II) adv. — i m geheimen:
1282.
dernly adv. (r. m. leuedy — y — ly)
♦1772. — im geheimen: 1772.
des subst. — sitz, ehrensitz: 2839.
deserve scJnu.v. isprs. deservest 3206.
— verdienen: 3206.
desiri inf. desiri 2705. — wünschen:
2705.
deste schw. v. $spr. deste (r. m. miste
— preste — wist — kist) ^2393. —
stürzen: 2393.
develdragoun subst. gen. -s 145 1. —
t eufels drache: 1451 (vgl.d.anm.
z. d. st.).
den subst. (r. m. lede — bede — drede)
*2597- — tod: 192. 198. 208. 2329.
2595- *2597-
dye schw. v. inf. dye (r. m. wrye —
hei^e — li^e) ^2148. ^3125. 3spr.
dyd 884. — sterben: 884. 2148.
3125.
di^te schw. v. yprs. diätes {r. m. ri^tes —
li^tes — softes) ^500. ^spr. di^t [r. m.
kni^t — bri^t — fi^t — pi^t) *2o8.
486. 2513. partpr. di^t (r. m. si;t)
^2079. 3076. 1) v orbereiten : 2079.
3076. 2) bringen zu: 208. 3)prä-
pariren , vom erlegten wilde : 486.
2513- 4) sich aufstellen las-
sen^): 500.
dint subst. dent [r. m. flint) *I450. //.
dintes 3341. — hieb, stoss: 1450.
3341- *
diol subst. — schmerz: 1127. 1940.
diolflll adj. — schmerzvoll: 3341.
dolour (r. m. Triamour — honour —
Blauncheflour) ^2412. — schmerz,
plage: 2412.
dorne subst. — urtheil: 2233.
don verb. inf. do (r. m. fo — so — slo)
*2ii9- 814. 2699. *2958. 3021.
*305i. 3168. *3I97- don 789. 1555.
2065. isprs. dostow 622. 1018. $sprs.
dos 16. zplprs. do 3044. iplcprs.
do 1760. imp. 1995. 2019. 2185.
2876. 1 spr. dede 1782. $spr. dede
68. 271. 326. 786. 815. 1283. 1508.
1694. 1709. 1908. 2026. 2194. 2207.
2281. 2688. 2714. 3043. 3132. 3340..
ded 247. 3plpr. dede [r. m. falshede)
*2286. 63. 154. partpr. done {r. m.
sone) *88. *4i8. *2i§9. ydone [r. m.
sone) *2Ö4. ^3201. don [r. vi. ston
— ichon — bon — ton) *I482. (r. m.
sone — bone — schon) *3290. ähnl.
»2048. 391. 1132. 1545. 1767. 2914.
3073. — 1) thun, handeln, aus-
führen: 16. 154. 271. 326. 622.
814. 815. 1018. 1132. 1508. 1545.
1555 . 1709. 1760. 1767. 1782. 1908.
2019. 2119. 2185. 2189. 2207.2688.
2699. 2914. 3021. 3051. 3073.3168.
3197. 3201. 2) lassen (faire): 68.
247. 418. 786. 789. 2065. 2194.
2714. 3043. 3205. 3340. don under-
stand, begreiflich machen, leh-
ren: zu richeliche don vgl. 1283.
— 198
das. 3) bringen : 391. 2026. 2048.
4) don, parlpr., vorüber : 88. 1482.
3290. 5) zur Umschreibung des ein-
fachen verbums gebraucht: 418. 1694.
2876. 3044. 6) verstärkend vor einem
anderen verbum stehend : 63 (vgl. d.
anm. z. d. st.). 2286. vgl. oway.
dote subst. (r. m. rote) *I9I2. — thor:
1912.
douk subst. douke 49. 266. 728. 839.
850. 873.883.893. 2711. 2746. 2861.
3004. gen. s. doukes 2642. 2645.
douke 883. — herzog: 36. 43. 49.
113. 254. 266. 728. 839.850. 873.
893. 2642. 2645. 271 1. 2746. 2861.
3040.
douhter subst. — tochter: 1255. 2302.
2648.
douhti adj. • — 1) tüchtig (von pers.):
1467. 2325. 2328. 3218. 2) wacker
(von sacken) : 1 5 5 5 •
doun adv. (r. m. boun — goinfainoun
— toun) *I50. — 1) nieder: ^414.
^1038. 1676. 3150. 2) lete doun,
einziehen: ^150. 3) doun lain, ab-
legen: 1 187. 4) ben doun, todt
seinx *255 (vgl. d. anm. z. d. st.).
smite doun, abhatten : *I4Ö8. 5)vp
and doun, a) auf und ab: *ll6i.
b) überall: *2859# 6) doun ris;t,
völlig: *884. ^3245. s. ri^t.
dOllt subst. for doute 1413. — furcht:
758. 1413. 2595. 2597.
doute schw. v. %sprs. douteb. iplprs.
doute 1748. — fürchten: 1748.
2096.
dra^e st. v. imp. drawe (r. m. rawe —
schawe — knawe — plawe) ^3093.
3spr. drou^ (r. m. wou'4 — slou^ —
anou^ ■ — lou^) *I539- 1568. ^1732.
*I763.*i5i6(?).25i8.*3273. dre\ve(r.
m. newe — hewe — rewe)*i92.*294.
3plpr. drou^ (r. m. slou^ — ynou^ —
wou^ — bou^) *2483. 1096. 11 70.
drewe (r. m. blewe — knewe) ^1299.
^1431. *IÖ96. *2555. partpr. drain
{r. m. bayn — fayn — o^ain — layn)
*7o6. *I575- ^1588. *I797- drawen
2530. — 1) ziehen, nehmen:
1170. 1431. 1568. 1575. 1588. 1763.
2518. 2530.2555. 3093. 2) tragen:
1096. 3) schleif en: 1797. 4) auf-
spreiten: 706 (vgl. d. anm. z. d.
st.). 5) aufhissen : 1299. 1696.
6) stellen (als bürgschaft)
x539- 7) zustreben: 294. 8) zu-
treiben auf: 192. 9) sich auf
den weg machen, sich wohin be-
geben: 1732. 2483. 10) dra^e to
schäme, zur schände ausschla-
gen: 3273. Lieber v. 15 16 vgl. d.
anm. z. d. st.
dragoun subst. [r.m. raundoun — doun
— lyoun — boun)* 1042. dragon 1542.
1470. — 1) drache: *I4I3- 1438.
1441. *I442. 1455. 1457. ^1464.
1470. 1503. 1507. 1518. 1524. 1533.
1542. 2) drache als schildzeichen:
*I042.T
drau^t subst. [r. vi. fauijt — tau^t —
maujjt — sau^t) *2789. — streich,
hieb: 2789.
drede subst. (r. m. stede — wede —
blede — nede) *io5i. — furcht:
430. *io5i. ^1057. *i842. ^2603.
drede schw. v. inf. drede (r. m. forbede
— nede — vnrede) ^2724. isprs.
dredest 1998. %sprs. dredeb 3195.
— ( sich) fürchten: 1998. 2724.
3195.
dreiz;e adv. [r. m. steige — nei^e — sei^e
■ — heye) ^3035. — heftig, sehr:
3035-
drink subst. [r. m. penke — swink —
stink) *IU4. pl. drinkes 1245. — 1)
trank: 707. *IU4. 1245. ^1562.
1581.1645. 1665. 1667. i683.*226o.
2842. 2) trunk: *i66i. I7I9(?).
drinke st. v. inf. drink {r. m. bink, inf.)
*IÖ50. 3plprs. drink 3064. — trin-
ken: 1650. 3064.
driue st. v. inf. driue (r. m. stiue — aliue
— riue) *UÖ7. — treiben: 1167.
droune schw. v. inf. droun [r. m. toun
— dragoun — boun) ^1411. — sich
tauchen: 141 1.
du^e v. prät. pr'ds. 2,spr. dou^t 1125.
— frommen: 1125.
duelle inf. duelle [r. m. teile — feile —
spelle) ^2766. 61. 2156. duellen 793.
iplprs. duelle 3123. iplprs. duelle
[r.m. spelle) *3o89. $spr. 1278.2967.
3171. 3plpr. duelled 3128. — 1) ver-
weilen, bleiben, sich aufhal-
ten, stehen bleiben: 61. 1278.
2156. 2766. 2967. 3089. 3123. 3128.
3171. 2) zögern: 793.
duelling subst. — bleiben: 137.
duerwe subst. — zwerg: 2062. 2091.
2579-
(dürre) v. prät.präs. isprs. dare [r. m.
care — wäre — mare) ^2699. dar
2598. 2sprs. darst 3168. ^sprs. dar
3220. ispr. durst 260. 21 12. $spr.
durst 996. 1265. 1425. 1507. 1532.
1542. — wagen: 260. 996. 1265.
1425. 1507. 1532. 1542. 21 12. 2598.
2699. 3168. 3220.
199 —
E.
eke conj. ek 1680. — auch: 508.
1381. 1680.
eft adv. — wieder: 1454. 2388.
ei^e sene subst. (r. m. bitvene — ben —
quene — wene) ^2450. — an blick,
äuge: *2222. *2450.
eiders subst. gen. eldren 2809. — vor-
fahren: 8. 19. 465. 2809.
elles adv. — wo anders hin : 2139.
em subst; das u des poss.pron. ist häu-
fig vorn angefügt: mi nem 921. 1367.
1576. 1588. 2116. 2665. bi nem 2150.
bi nemes 2002, aber bine em 2129.
— oheim: 921. 1100. 1145. 1321.
1576. 1588. 2002. 21 16. 2129. 215O.
ende subst. {r. m. went — frende —
hende) ^58. das n des artikels an
das wort angefügt, at be nende*3287.
der artikel be damit zusammen-
gezogen, bende *58. — 1) ende,
schluss: *58. ^407. ^3287. wibou-
ten ende = ohne ende, d. h. für
alle zeit : ^2417. 2) grenze: *9i.
endingday subst. [r. m. say) ^1670. —
to des tag: 1670.
endre schw. v. part. pr. endred 323. —
ben endred, einge treten s ein in,
begonnen haben: 323.
erand subst. — anliegen: 847. 2149.
erber subst. be erber di^te, ein wild
ausweiden: 486.
erl subst., öfters mit dem best. art. ver-
schmolzen in berl 1864. 1875. 1885.
1895. 1902. 1910. — graf, Jarl:
882. 1864. 1875. 1885. 1895. I9°2-
1910. 3234.
erly adv. [r.m. sty — hei'>;e — bi — titly)
*25io. — früh: 2510.
erbe hous subst. dat. erbe house 2478.
erdhaus, erdhöhle: 2469. 2478.
CSt subst. — im accus, adverbiell ge-
brauch t, im osten, von osten :
3I4I-
est subst. (r. m. brest — brest — nest)
*476. — lust : 476.
ete st. v. inf ete (r. m. mete — gete —
grete — sete) ^543. ZsPr- ete 4!5-
Splpr. at [r. m. hate — gat — wat)
*2493- ete (r. m. mett — grete —
swete — ^ete) *2505. — essen: 415.
543. 2493. 2505.
eten subsl.pl. etenes 2480. — riese:
950. 2480.
euen adj.? — richtig? : 488. 1590.
euer adv. — 1) imm er : 271. 281. 595.
1291. 3022. 3028. 3049. 2) jemals:
1405 . 1 609. 3) fü r i m m m e r : 305 5 ;
ebenso mit mare : 1820. 4) im vier
noch: 1596. 5) verallgemeinernd,
euer as, so oft auch: 1657. hou
so euer, wie immer: 2736. .
euerich pron. — jeder: 291.
F.
face subst. — antlitz: 2540.
fade adj . [r. m. abade — rade —
made — strade) *I53- — tüchtig,
tapfer: *I53- *274Ö (?) (vgl. d.
anm. z. d. st.).
fader subst. gen. fader 901. — vater:
226.533. 661. 668. 748. 848. 851.
861. 901. 2659. 2707.
faye subst. (r. m. play — lay — say —
oway) *3i8. — treue, eid: 318.
fayl subst. [r. m. batayle) *io65. fail
(r. m. Gouernail) *I29Ö. — nur in der
Verbindung saun fayl, ohne zwei-
fel: *889. *io65.*i296.
faile schw. v. ^spr. failed 1436. — feh-
len, im stich lassen: 1436.
fain adj . (r. m. o^ain, sain, vnflain —
lain) *47o. fayn *7io. — 1) gern
(fast stets durch ful verstärkt): *470.
*7io. *I497. *i$79. ^1592. *i6o6.
*i8oi. *i90i. 2899. ""3190. 2) er-
freut, vergnügt: *66o. *I3I3-
*I48i.*I984. *2430. 3) froh: *i678.
4) fain spede, sich in fröhlicher
s timmung b e finden : 2178.
fair I) adj. feir 517, faire [r. m. hayre
— bonaire — repaire) ^2733. comp.
fairer 161. 2923. 3086. superl. pl.
faires t (nach de??i artikel) 308. 333.
787. — i) schön: 161. 244. 308.
333. 441. 630. 1201. 2527. 2733.
2923. 2985. 3086. 3137. 3215. 3303.
2) stattlich, grossartig: 926.
2852. 3) tüchtig: 142. 787. 4)
zweckmässig t angemessen:
517. 1500. II) adv. fair (r. m. cheire
— bonair — air) *3I5- superl. fairest
1346. — 1) schön: 301. 940. 2)
stattlich: 690. 3) s chön = völ-
lig: *3I5. 4) gewandt: 694. 5)
freundlich: 131 7. 1325. 6) superl.
am besten: 1346.
fayte schw. v. inf. fayt (r. m. waite —
hayte — layt) ^3054. — mit falsly :
uuw ahr es vorbringen : 3054.
falde schw. v. partpr. pl. yfold (r. m.
hold — wold — told — s^old) *30i.
(r. m. vnhold — gold — mold) ^940.
*2790. — 1) falten: 301. 2) prä-
gen: 940. "$)niederw erfen: 2790.
falle st. v. inf. falle (r. m. alle — halle
200 —
calle) *744- $scprs. falle (''.»».alle —
pralle — calle) *2q5i. 3^r. fei 898.
1070. 2250. 2263. 2338. 2683. 2790.
3301. partpr. y falle (r. m. alle — halle
- bifalle) *I937- fallen 1936. — 1)
fallen: 898. 1070. 1936. 1937. 2250.
2790. 3301. falle oway, herunter
fallen: 2338.2683. -^hinfallen:
2263. 3) geschehen: 744. 4) falle
on, üb er j em. kommen: 2951.
fals adj. — w ortbrüchig: 1836.
falshede subst. [r. m. dede) *2288. —
falschheit : 2288.
fals adj. — wortbrüchig ': 1836.
falsly adv. — a uf unwa h\re weise:
3054 s. u. fayte.
falsnesse subst. — falschheit, trug :
2069.
fandie schw. v. inf. fand (r. m. band —
land — vnderstand — hand) *86o. —
imp. fond 3307. — 1) versuchen,
sich bemühen: 3307. 2) auf die
probe stellen: 860. —
fare subst. [r. m. bare) ^ 1 133. — er-
gehen: 1133.
fare st. v. inf. fare (r. m. are — bare —
wäre — sare) ^360. 140. *37o. ^384.
*577- 764.*! 100. *i 154.^1 158. ^1309.
*i973. *20o8. *2i39. *2824. ^2862.
*2922. ^2962. *3i69. *3229. far (r. m.
bar — bar — schar — bar) ^1491.
isprs. farestow 1867. 3 sprs. fareh
1304. 2623. ^plprs. fare *33i2. faren
3187 (oder conj.?). 2>sPr- f°re 2459-
?>plpr. foren 52. — i)fa h ren [von einer
seereise): 370. 384. 1304. 2) ziehen,
reisen: 52. 140. 577. 764. 1154.
1309. 1973. 2008. 2139. 2862. 2922.
3 1 69- 3) gehen (von einem kurzen
wege): 1100. 1491. 2824. 2962. 4)
herumziehen : 2623. 2459 (?). 5)
w egziehen: 3312. 6) sich geber-
den, benehmen: 1867. 3187. 7)
oway fare s. u. oway. out fare s. u.
out.
fast I) adj. — fest: 2989. II) adv. —
\)fest: 46. 1627. 2676. 2) mit
macht [oder zu 3): 2354. 2783.3268.
3) rasch: 184. 1410. 2296. 2584.
2606. 2747. 2908. 4) fast by, fast bi-
side, in der nähe: 809. 3313.
fat adj. fett : 448.
fauchoun subst. (r. m. dragoun — doun
— boun) *I466. — schwer t : 1466.
febly adv. — in schändlich erwei-
se: 3050.
feche schw. v. inf. fechen 1799. feche
2563. — 1) holen: 2563. 2) fechen
ogain, wiederbringen : 1799.
fedc adj. [r. m. dede — ^ede — lede —
nede) ^2474. — = fade, gewal-
l*ö> gross?: 2474 (vgl. d. anm. z.
d. st.).
f ede schw. v. inf. fede (r. m. lede — bede
— ^ede) ^287. *I553. 3189. ^sprs. fet
1290. partpr. fedde [r. m. radde —
wedde — bedde) *i6i. y fedde [r. m.
ysprad — lad — ledde — cledde) '448.
— 1) nähren, pflegen: 1290.
1553. 2) erziehen , aufziehen:
161. 287. 3) unterhalt geben:
3189. 4) yfed, wohlgenährt? 448.
felawe subst.pl. felawes 1218. — ge-
führte: 1218.
feld subst. (r. m. scheid — ^eld —
queld — biheld) *io7l. — i) haide,
feld: *449- *47i. *3I33- 2) ebene,
feld: 177. *io7i. 2323. 3)
Schlachtfeld: 210. ^3246. ^1045
(durch conjectur hergestellt).
feie adj. (r. m. hele — mele — lele)
^172. — viele: *i*]2. 960. 1251.
feile adv. (r. m. teile) *97- — grau-
sam: 97.
feile schw. v. inf. feile (r. m. teile —
duelle — spelle) *27Ö4. (r. m. wille
— stille — ille — spille) ^2172. 204.
3150. fei 1345. $spr. feld 184. Splpr.
feld {r. 7)i. meld — teld — held) ^3268.
partpr. feld 635. 3330. pl. 3245. —
1) fällen (vo)i bäumen): 2764. 2)
niederwerfen, -schlagen: 204.
635. 3245. 3268 (im gegensatz zu
tödten); 7nit doun: 3150. 3) zu
schänden 7)iachen, vernichtefi,
brechen: 184. 1345. 2172. 3330.
feloun adj. (r. m. dragoun — lioun —
botoun) *I44Ö. — grausa7n : 1446.
fende subst. — teufel: 2785. 1464
(doch vgl. die anm. z. d. st.).
fer adv. comp, ferber 149 1. 3053. —
\)fern: 1652. 2368. 2709. 2) co)up.
iveiter: 1491. 3053.
fer subst. fere 1471. — fetter: 147 1.
I475-.
fere adj. (r. m. ^ere — dere — were
— here) * 1280. — gesund, wohl:
1280.
fere subst. [r. m. lere — dere — here)
^398. — genösse, geführte ,
freund: *no. *398. *i886. *25Ö7.
fere schw. v. partpr. ferd 141 2. — er-
schrecken: 1412.
fere schw. v. 2>plpr. ferden 1385. —
fahren: 1385.
ferly I) adj. — 1) furchtbar: 213.
945. 2) tvunderbar, seltsam:
649. 2867. II) adv. ferli 2274. — 1)
— 201
i n h o h c m g ra d e, a u s s e r o r d ent-
li t h : 2274. 2430. 3258. 2) fcrly nei'^e,
fast: 2776.
ferly subst. — wunder: 2336.
fern adj. — vierte: 945.
fest subst. — l)fest: 2852.2862.2927.
2; fes tlichkeit, festgeßränge:
1707.
fette schw. v. zplpr. fetten 1800. —
herbeiholen: 1800.
fiftend man. ord. — fünfzehnte: 817.
1375 (doch vgl. d. note zu v. 817).
fiftene I) nutn. card. — fünfzehn:
287. 3316. 3339. II) fiften im sinne
der Ordinalzahl ', pe fiftenday, der
fünfzehnte tag: *3I74-
figer tre subst. (r. m. he — be — fre)
*3o82. — feigenbaum: 3082.
fi^t subst. (r. vi. wi^t — kni^t — hi^t
— bri^t) *g6. ßl. fijrtes 2626. —
k a tnßf, g efe cht: *<)6. ^204. *950.
'1078. * 1084. *i 186. *i4Ö5. *i6o3.
2299. ^2308. 2626. *2Ö44. *272Ö.
'2796. *3i5o. 3258. *3338.
fi^te st. v. inf. fi^t [r. m. li^t — wi^t —
bri^t — knb;t) * 1025. 766. *iooi.
*io6o. *i532. ^1634. *2323. *2354.
*27i5- *2783. *3220. $ßlßrs. fi^tep
331 1. 3 sßr. fau^t (r. vi. tau^t — drau^t
— mau^t — sau7,t) *2785. (r. vi. wrou^t
— brou'^t — bou'^t — nou^t) ^2848.
1034. 1048. 1067. 1080. 1466. 2345.
2381. — fechten, kämpfen: 766.
1001. 1025. 1034. 1048. 1060. 1067.
1080. 1466. 1532. 1634. 2323. 2345.
2354. 2381. 2715. 2783. 2785. 2848.
3220. 3311.
fille subst. (r. vi. tille — wille — hille)
^2460. — fülle, reiches viass.
2460.
fille schw. v. inf. fille (r. vi. ilie — tille
— wille) *20Ö9. ^2497. — 1) das
vias s einer sacke vollmachen:
2069. 2) sich sättigen: 2497.
finde st. v. inf. finde [r. vi. tinde —
kinde — linde) * 51 1. M41. *374-
580. *I3Ö4. isßrs. finde [r. m. kinde
— binde — Ynde) ^2894. ißlßrs. finde
1944. 2994. ivip. finde 1374. \ sßr.
fand (r. vi. hand) *682. $spr. fand
(r. vi. land — hand — vnderstand —
band) * 787. * 1279. * 1887. *2337.
*2347. *2Ö74. fond 309. 424. 1566.
1614. 1803. 1946. 1952. 1955. 2360.
2500. 2807. 2813. 2964. 3300. Splßr.
fand (r. vi. land — hand — stand)
* 353- "594- '1172. " 1 1 8 1 . ^1699.
fond [r. vi. bond — stond — hond
— Inglond) ^54. founden 1917. 2523.
2607. founde 1515. 3247. Zplcpr-
fand (r. vi. stand — hand — Ingland)
*IÖ23. ßartßr. founden 2664. — 1)
finden: 309. 424. 51 1. 580. II 72.
. 1181. 1279. 1515. 1566. 1917. 1944.
1946. 1952. 1955. 2360. 2500. 2607.
2) antreffen: 594. 682. 1623. 1699.
3247. 3300. 3) k ovimen zu, a uf-
sucken: 54. 141. 2807. 2964. 4)
auffinden: 374. 787. 1364. 5)
führen (einen schlag): 2347. 6) ge-
winnen: 2337. 7) entdecken:
2523. 2894. 8) erkennen, ein-
sehen: 2664. 2674. 2994. 9) e rfi 11 -
de n (treu etc.) : 1 803. 10) er sin n e n,
hervorbringen: 1887. 1 1) her-
beischaffen, liefern: 353. 1614.
2813. 12) gexvähren: 1374.
fine adj. (r. m. Ganhardine) ^3078. —
schön, vortrefflich: 3078.
fine schw. v. inf. fine (r. m. line) *28i4.
— zu ende führen: 2814.
flnger subst. — finger: 3093. 3097.
first I) adj. — erster: 485. II) adv.
— zuerst: 594. 627. 1740. 3105.
fiue num. card. (r. vi. liue — striue —
riue) *9I4- — fünf: 914.
fle st. v. inf. fle (r. m. he — se — be)
*632. 1408. *2i22. *288i. * 2903.
^315 1. ^3209. ^3244. isprs. fle (r.
vi. yse — we — be — he) *2595.
2597. $sßrs. fles (r. m. les — bes —
ses) *2927. imß. fle (r. vi. be — me
be) *3o65. i,sßr. flei^e 2357. 2603.
3283. daneben ein schwaches ßrät.:
2,ßlßr. fled 2454. ßartßr. fled 2223.
— I) fliehen: 1408. 1454. 2223.
2357- 2595. 2597. 2603. 3151. 3283.
mit dem acc, fliehe 71 aus: 2122.
2) sich rasch entfernen : 632.
3065. 3209. 3244. 3) mit dem acc,
einer sacke absage n: 2881. 2903.
4) mit dem acc. , an etwas nicht
tkeilnehmen: 2927.
fle^e st. v. 3 sßr. flei^e (r. vi. sei^e)
*i44i. *28Ö9. 2887. *2979. — 1)
fliegen: 2869. 2887. 2979. 2)
sß ruhen: 1441.
fleme schw. v. 3 sßr. flemed 2445. ßartßr.
flemed 2466. — wegjagen: 2445.
2466.
flete schw. v. inf. flete (r. vi. wepe,
doch vgl. die note zu v. 352) *350.
Sßlßr. flet3Ö5. — fahren, segeln:
350- 365-
fleSChe subst. — fleisch: 998.2505.
flint subst. [r. vi. dent) *I452. — kie-
se Ist ein: 1452.
flod subst. (r. vi. bistode — fode —
202 —
— wode — y.ede) *3Ö5. (r. m. gode)
*3Öi. [r. m. blöd — sjode — gode —
stode) *I3<>4. — fluth, meer: 361.
365- *3°4-
flore subst. — fussboden: 2193.
floure subst. — feines mehl: 2194.
2204.
fo subst. (r. m. so — slo — do) *2ii3.
//. fon 3245. 3268. — feind: 1997.
2005. *2io7. *2ii3. *2330. *3049.
*322i. 3245. 3268.
fode subst. (r. m. gode — blöd — ^ode
— stode) *I93- — I) nahrung :
*2504. 2) geschöpft w es en, d.h.
der mensch jedes alters und geschlechtes
a) mann : *I93- b) Jüngling: *3Ö9.
c) mädchen: *2987.
folk subst. — 1) volk: 142. 898. 1092.
1410. 2) be folk so fre, die vor-
nehmen gaste: 2860. 3) kriegs-
volk: 177. 188.213.783.3283. 4)
dien er s chaar: 2.^2..
fold subst. (r. m. mold — gold — hold)
*Ö43. — erde, aber in fold exple-
tivphrase: 643.
fflile adj. — thö rieht: 1361.
fole subst. pl. foles 860. — narr: 860.
2288.
foly subst. pl. folies 2181. — 1) thor-
heit: 2995. 2) pl. unerlaubter
liebesverkehr: 2181.
folily adv. — auf thö richte weise:
462.
folowe schw.v.^spr. folwed 1855.2747.
3153 (oder pl."?). — 1) nachgehen:
1855. 2) {einen weg) verfolgen:
2747- 3) (feindl.) verfolgen: 3153.
foman subst. pl. fomen 3278. — feind:
3278.
for I) pr'dp. — 1) causal, a) w e gen,
aus, für: 430. 730. 758. 935. 105 1.
1118. 1126. 1127. 1 177. 1413. 1744.
1748. 1759. 2002. 2021. 2030. 2033.
2035. 2237. 2262. 2466. 2469. 2552.
2595. 2597. 2660. 2692. 2719. 2720.
2879. 2893. 3037. 3252. 2308. pray
for, bitten für: 2136. 2283. 2612.
fi^te for, fechten für : 1034. um
— willen: 747. 1766. 2112. aus
rücksicht für: 1595. for nede s.
nede, forsake s. sake. for bou^t s.
bou^t. for bi 0.) des s halb, darum:
76. 521. 784. 855. 1250. 1578. 1634.
1895. 2610. 2767. 2769. 3056. 3142.
3181. ß) dabei: 3329. -f] darü-
ber: 805. über for sobe s. sob. ^iue
for s. ^iue , über rewe for s. rewe.
h) für, als lohn für : 307. 589.
1295. 1702. 1877. 2900. 2) trotz:
259°- 3°21- 3 bei den verben des
ansehens, erkennens, für: 737. 1359.
1836. 2288. 2557. 4) anstatt, als:
496. 1103. 1712. 5; vor, lieber
als: 1976. II) conjuncl. — l)
denn: 1276. 1364. 2012. 2015. 2074.
2) zv eil: 539. 1059. 1107. 1309.
1741. 1881. 2082. 2298. 2412. 2673.
3017. 3044. 3) damit: 1368. III,
for to, vor dem inf, um zu: 336.
400. 616. 774. 924. 1882. 2069.
21 19. 2202. 2428. 2571. 2604. 2626.
2963. 2969. 3197. 3206. 3209.
forbede st. v. 1 sprs. forbede \r. m. nede
— vnrede — drede) ^2718. 3spr.
forbede (r. tu. ^ede — dede ■ — lede)
*2700. — 1) verbieten: 2718. 2)
v erw ehren: 2700 (vgl. d. anm. z.
d. st.).
ford subst. — fürt: 2818.
forest subst. (r. m. tokest — ■ west —
best — prest) *3I37- gen. s. forestes
2600. 3326. plur. forestes 2039. —
wald: 376. 417. 441. 2050. 2454.
2474. 2565. 2600. 2733. 2764. *3I37-
3326.
fordete st. v. 2>plpr- forsjat 1400. —
vergessen: 1400.
formelle st. v. ^spr. for^af 2613. for-
^aue 2285. partpr. for^eue 1806.
for^euen 2568. — vergeben, ver-
zeihen: 1806. 2285. 2585. 2613.
forhele st. v. partpr. forhole 2591. 2917.
— v erheimlichen: 2591. 2917.
forleine sckw. v. partpr. forlain (r. m.
drain — ogain — fain — slain)
*I586. — leugnen: 1586.
forlese st. v. partpr. forlorn (r. m. born
— biforn — hörn) ^533. — verlie-
ren: 533.
forlye st. v. partpr. forlain (r. m. sayn
— sleyn — swayn) *828. — schän-
den: 828.
formest adv. — zuerst: 643.
forsake st. v. $spr. forsoke 1121. 1130.
1629. — 1) verlassen: 1121. 1130.
2) verläugnen: 1629.
forster subst. — forsten 496.
forward subst. — 1) vertrag, ab ma-
chung: 46. 1105. 1627. 2244. 2)
bündnis s (von der ehe): 2676.
forb adv. comp, forber 15 14. 2826.
ferber 3053. 1) forb nur in Verbin-
dung mit verben: forb bringe, zum
Vorschein bringen: 1811. forb
fle, wegfliehen: 2603. forp
schawe, vorweisen, zeigen:
3097. forp seke, durchsuchen:
417. forp sende, wegsenden
— 203
forp wende,
2130. 3094.
^ eh 01: 15 14
2) forper mare, für der hin
'. ispr. fosterd 6. — auf'
einen boten : 512.
fortgehen: 2070.
formier gan, weitergehen: 15 14.
5053-
2826.
fostre schw.
z i e h e n : 6.
fot subst. pl. fet [r. m. lete — swete
— sket — lete) ^635. ^898. ^1242.
2199. *330i. fete (r. m. skei) *I947.
2206. 2212. 2333. — 1) fnss {als
glied): 635. 1242. 1947.2789. hicher
auch a fot, zu fusse: 1060. 1465,
und serven to fot and hond , als
leibpage dienen: 1281. 2) falle
to his fet, 1 h m zufüss e n fa llen:
898. 3301. 3) f 11 ss (als längenmass):
2199. 2206. 2212. 2333.
foule adj. — garstig: 1007.
founde inf. — founde (r. m. sounde —
soun — stounde — pounde) *i88o.
*924. ^1287. ^1899. $sprs. foundep
1291. — 1) gehen: 1899. 2) sich
aufmachen, reisen: 924. 1880.
3) mit oway, wegziehen: 1287.
1291.
fourched adj. — gabelförmig: 503.
fourten mim. card. — vierzehn, four-
tenni^t, vierzehn tage: 2038.
low subst. fowe 1220. — buntes Pelz-
werk: 1220. 1268.
frain inf frain [r. m. osjayn — vnfain
— slain — lain) *i 178. *6i6. *I3I7-
*I990. ^2428. *2Ö26. ^2924. -$sprs.
fraines 2296. $spr. frained 654. frei-
ned 743. — 1) fragen: 654. 743.
II 78. 13 17. 1990. 2) erkunden,
erfrage n: 2296. 2428. 2626. 2924.
3) mit of, erkundigungen ein-
ziehen über: 616.
fram präp. — 1) von — weg: 349.
656. 701.3205. 2) von: 409. 858.
1441. 2072. 3) aus: 1070. 1809.
2 2 1 1 . 4) (bewahren ) vor: 1975. vgl.
fro.
Ire I) adj. (r. m. me — se — ipe) *I42.
— 1) frei: *i42. ^963. *no7.
*2I38.* 2637. *28oi. 2) frei, un-
gehindert: *2730. 3) edel, vor-
nehm, gewöhnliches epitheton hoch-
geborner mannet und frauen: *222.
'233.
^842. *9ii. *923. *946.
♦1099.
'1194. *i34i. *i66o. *i8g8.
'2059.
♦2072. *2o85- ^2429. ^2627.
♦2693.
'2825. *286o. ^3046. *3o88.
*3ioo.
*3in. *32ii. "3240. *33o8.
4) seh.
ön: ^1341. *3°0°- $) güt*g:
"395-
6) muthig, tüchtig: *JI.
flfre
igebig: ^1833. 8) reich-
lieh: *i82Ö. II) subst. fre, freier,
im gegensatz zum hörigen: *3I53-
frely adj. — edel, vortrefflich:
193. 369. 2987.
frende subst. (r. m. hende — ende —
wende) ^93. pl. frende (r. m. went
— pende — hende) *6o. frendes
781. 804. — 1) freund *6o. *93-
781. 804. ^2928. 2) freundin? :
*300i (vgl. d. anm. z. d. st.).
frendSChip subst. frendeschip 2903.
freundschaft: 2881. 2903.
fro präp. 1) weg von: 521. *i84i.
*2Ö92. 3244. 2) (kommen) von;
3102. 3) aus — heraus: 1588.
flll 1) adj. mit of, voll von': 1918.
2204. 2644. 2697. 2844. 2) adv.,
zur Verstärkung von adj. oder adv.,
sehr, ganz: 97. 184. 277. 283.
362. 416. 424. 425. 438. 439. 470.
559- 570- 574. 615. 626. 660. 662.
688. 690. 710. 736. 771. 877. 930.
1024. 11 13. 1306. 1343. 1497. i56°-
1568. 1579. 1592. 1606. 1801. 1901.
1919. 1945. 1984. 2187. 2500. 2537.
2686. 2769. 2870. 2957. 2980. 3016.
3018. 3076. 3078. 3087. 3190. 3199.
3231. 3239. 3298. über ful ri^t,
ful neis;e, ful wele s. d. betr. worte.
G.
gabbe schw. v. 2sprs. gabbest 21 15. —
spotten: 2115.
gadering subst. — Versammlung :
965-
gadre schw. v. partpr. ygadred 2369.
— versammeln: 2369.
gayn subst. (r. m. frain) *6i4. ^878. —
1) b elohnung: 614. 2) Ver-
stärkung: 878.
gayn adj.\{r. m. main) *i56o. — be-
quem, nützlich: 1560.
gamen subst. pl. gamnes 1249. games
I273- — 1) freude, lust: 1918.
2406. 2632. 2) unterhaltungs-
kunst: 1249. I273-
gare subst. [r. m. fare — pare — whare
— smare) *2863. — gewand , kleid :
2868.
gargiloun [r. m. roun — toun — boun
— croun) *5°8- — über den sinn des
wortes vgl. d. anm. z. d. st.
gate subst. (r. m. lat — wate — gat —
hate) *Ö97. gat [r. m. hate — wat —
at) ^2489. 3081. — 1) das fort-
gehen: 345. 2) weg: 423. 697.
'2091. ^2489. 3081. vgl.take.
— 204
yate subst. (r. m. lat — wate — gat
— hate) ^697. gat *70i. — thür,
pforle: 629. *70I.
gcaunt snbst. pl. geauntes. 2339. 2629.
- riese: 2343. 2355. 2362. 2366.
2629. 2712. 2723. 2768. 2806. 2810.
2817. 2953.
gent adj. — sanft: 13 14.
jjere schw. v. 2>spr. gert 2343. —
machen: 2343.
gete st. v. inf. gete (r. m. metc —
ete — gretc — sete) *545 . [auf-
fällig r, m. breke — speke — ysteke)
*2997. isprs. gete 3314. $spr. gat
4. pat 330. Zplpr. gat 107. partpr.
geten 243. 754. — 1) erhalten,
erreichen, erlangen: 545. 2997.
2) gewinnen: 330. 3314. 3) er-
zeugen: 4. 107. 243. 754.
gile subst. [r. m. while) *207. — list:
207.
giltles adj. — schuldlos: 2270.
gin subst. [r. m. Florentin — Ganhar-
din — in) ^2867. ginne (r. m. kinne
— inne — blinne) *82. *2o62. — •
1) Zauberkunst: *82. 2) listi-
ges, heimliches beginnen:
*20Ö2. 3) streich, scherz: ^2867.
ginne st. v. ispr. gan 2146. ^spr. gan
(r. m. wan — ran — ban — man)
*2774. 95. 102. 168. 285. 287. 327.
333- 479- 557- 566- 577- 619- 728.
730. 735- 742. 802. 861. 953. 962.
993- io53- 1100. 1135. 1158. 1167.
1178. 1183. 1187. 1236. 1249. 1259.
1289. 1317. 1332. 1449. 1458. 1523.
1559- i565- l6l2. 1667. 1703. 1720.
1811. 1860. 1864. 1909. 1924. 2104.
2161. 2311. 2354. 2372. 2419. 2432.
2475. 2544. 2570. 2580. 2659. 2772.
*2774. 2783. 2806. 2821. 2824. 2862.
2898. 2945. 2955- 3I51- 3l64- 3l69-
3186. 3238. 3250. 3263. splpr. gun
180. 190. 350. 563. 881. 885. 887.
929. 1025. 1169. 1314. 1553. 1679.
1899. 2972. 3229. 3323. 3328. gan
178. 2610. — i) beginnen: 285.
730. 735. 1025. 1053. 1236. 1259.
IÖI2. 1860. 2354. 2783. 2945. 2)
zur umumschreibung des einfachen
verbums, gebraucht, an allen übrigen
stellen.
glad adj. [r. m. tald — ijald — bihald !)
*20i4. glade [r. m. bvade — rade —
made) *i83. *3>$l. *I026. — 1) hei-
ter, froh: 67. *i83. *35i. 804.
958. *I02Ö. 1896.* 2OI4. 32II.
glo subst. (r. m. be — fre — se — he)
^1190. glewe (r.m. trewe — newe —
drewe) ^290. "524. "2406. "2858. pl.
glcs 1224. — 1) (gesellschaftliche)
Unterhaltung: ^290. "1190.
*24o6. ^2858. 2) vergnügen:* $24..
3) gesang, musik: 1257. ^1824.
*l88l. 1882. ^1894. 4; glcs, musik-
l eis tun gen: 1224.
gleweman subst. pl. glewemen 1851. —
mins trel , harfuer: 1851.
glide st. v. inf. (r. m. tide — abide —
side — hide) *H49. — glide oway,
abgleiten: 1449.
gloue subst. — hands chuh: 2542.
2555-
gnede adj. [r. m. nedej ^2838. — sp är-
lichy eng: 2838 (vgl. d. anm. z. d.
st.}.
gO st. v. inf. go [r. m. so — wo — tvo)
^103. (r. m. fo — do — so — wo —
also; *3053. *247. ^434. *$S6. ^953.
*ioi6. *i733. *i843. ^1869. ^2109.
*2i6i. 2196. *2972. ^3223. ga [r.m. ta
— ma — so) *33i. gon 1243. ^seprs.
go (r. in. tvo — go — so — bro) * 1022.
imps. go 620. 2960. Sspr. ^ede r.
m. fede — lede — bede) ^293. *487.
541. 553. 818. *98o. *ioo2. 1488.
*i56i. *i633. *i7i8. *i838. 2228.
*2468. ^2696. *28o8. *307i. ^3185.
sjode (r. m. gode — blöd — fode —
stode) *I95- *I574- *23Öi. *2502.
3Plp*'. >{ede [r. m. drede — stede —
rede) *ioÖ3. *I5I4» ^ode [r. m. blöd
— flod — gode — vnderstode) *I302.
*i7Ö2. 2>scpr. ^ede (r. m. flod — bi-
stode — fode — wode) *373- — 1)
gehen, vorschreiten: 103. 195.
247- 293. 373. 434. 487. 541. 586.
818. 953. 980. 1002. 1063. 1243. 1302.
1488. 1514. 1561. 1574. 1718. 1838.
1843. 1869. 2468. 2502. 2696. 2808.
2972. 3071. 3185. 2; gehen, kom-
men: 3223. 3) gehen, auftreten:
2196. 4) weggehen: 331. 1733.
2161. 5) schwimmen: 1016. 6j
zugehen: 1633. 7) to liue go, am
leben bleiben: 1022. 8) über go
oway und go bitvene s. das.
god subst. gode 2007. 2371. gen. godes
747. 1796. 2127. 2351. 2988. —
goti: 239. 655. 663. 747. 838. 1033.
IOÖI. 1297. I462. 1631. 1796. 2007.
2I20. 2127. 2266. 2351. 2780. 2788.
2988. 3058. 3322.
god adj. gode 1) in der substantiierten
form [r. m. blöd — fode — ^ode —
stode) *i89. I928.*i576. 719. *2i25.
2) im plur. 18. 3) bei prädicativem
gebrauch (f. m. blöd — ^ode — flod
— 205 —
— stode) *i3o6. 89. ^363. 415. 550.
*I435- 4) nach his und no : 1074.
2493. 5 ' hinter dem subst. stehend ir. tu.
i;ode — stode — rode — blöde) * 1 770.
"877. *i 798. *25oo. ^2985. 6) zuwei-
len sonst 612. 1279. 1297. 2635. I)
adj. — gut , tüchtig (vom men-
schen): 18. 89. *i89. *i576. 1770.
2985. 2) gut von dingen : *3Ö3«
415. 550. 612. 877. 1074. 1279. 1297.
*i3o6. 1798. 2493. 2500. 2635.
II) subst. gode gutes: 719. 1928.
2125.
goinfainoun subst. (r. m. boun — toun
— doun) *I4Ö. goinfaynoun (r. vi.
toun — roun — somoun — croun)
*I73. *i39i. — 1) banner: *i73.
2) flagge: *I4Ö. *I39Ö.
gold subst. fr. vi. mold — fold — hold)
*64i. — 1) gold: *938. 1293.
1663. 1742. 2265. 2267. 2900. 2)
gold, goldring: *Ö4i.
grace subst. — gnade: 3322.
gray I) adj. [r. vi. day — say — oway)
*I4. grey (r. m. Norway — say —
lay) *300. [r. vi. layd — seyd —
pleyd!) *348. — grau: ^14. *300.
^348. II) siebst, [r. m. pai — may
— say) *i38o. — graues Pelz-
werk: *i38o.
graibe schw. v. 3 spr. graibed 483.
partpr. graibed 670. grayped 1095.
— 1) priipariren (vom erlegten
wilde ) *483 . 2 ) zurichten (im
üblen sinne) ^1055. 3) kleiden,
ausstaffiren : 670.
gras subst. (r. m. las) *2$o6. — gras,
kraut: 2506.
graunie schw. v. isprs. graunt 1602.
3plpr. graunted 995. partpr. graun-
ted 2289. — 1) seine einwilli-
gung geben zu: 995. 2) zu-
geben, gestehen: 1602. graunte
clene, für rein erklären: 2289.
grene I) adj. (r. m. sen — wene —
bene — mene) *I5. (r. m. schene —
quene — wene — bidene) *2457. —
adj. grü u: *i$. *i955. 2404. ^457.
II) subst. — grüner st off: 1 380.
gret adj. grete [r. m. mett — swete —
ete — jjete) ^2501. ^547. — gross:
212. "547. 776. 1036. 1659' 2304.
2309. 2414. '2501. 2603. 3165.
grete schw. v. imps. gret 3095. imppl.
gretep 1774. 3105. $plpr. gret [r.
vi. mett) '2376. — 1) grü s sen:
I774- 3°95- 3i°5- 2) sich begrüs-
sen u. zw. grimli : ^2376.
grete schw. v. Inf. grete (r. m. mete —
wete — sket) *73<x *I23Ö. $plprs.
grete [r. vi. vnswete) *966. — w ei-
nen: *730. *9Ö6. *i23Ö.
greue subst. pl. greues 14. — hain,
7oald: 14.
greue schw. v. 3 spr. greued 2214. —
schmerzen: 2214.
griis subst. [r. vi. priis — is — Tram-
tris — ywis) *I220. [r. vi. wise —
priis — griis — marchandis — wise)
*I38i. — grauwerk: *I220. *I2Ö8.
*i38i.
grimli adv. — 1) auf grim?nige
70 eise: 2376. 2) heftig: 1236.
grisly adj. — schrecklich: 1761.
grounde subst. [r. vi. stounde) — 1)
boden, erde: *63Ö. 2349. 3262. 2)
grund: ^2574. 3) on grounde,
von grund aus, gründlich:
*I274« 3) to grounde, zu gründe:
195-
growe st. v. 3plpr. grewe (r. vi. hewe
— newe — knewe — trewe) ^1273.
— growe of, herrühren von, in
jem. seinen Ursprung haben:
1273.
?.
5a adv. [r. m. ta — sa — ma — pra)
^609. — ja: 609.
£are (r. vi. bare — bare — wäre) *6.
^ore 2182. I) adj. — 1) bereit,
fertig, zur Verfügung: *54^.
*8i6. *i 156. 2) bereit, d.h. zum
durchreiten geeignet: *28i8.
II) adv. — 1) bereit , willig: *6.
*38o. *679. 2) genau: 2182. ^2918.
3) rasch: *486. ^1150; verstärkt
durch ful: *424. *688. *930. *i568.
*3°76- *323I-
2fi profi. pers. d. 2. pers. nom. (r. m. he
— quirre — se — tre) *505. — ihr.
1) als wirkt, plural: 199. 462. *5o5.
506. 607. 608. *833. 1093. 1095.
1365- 1367. 1371. 1754. I756- 1759-
1760. 1768. 1795. *2i44. 2258.
2) als anredeform: *662. 668. 718.
719. 725. 1600. 1789. 2067. *2o8i.
*3044. dat. acc. 7}o\\ : 1786. 2184.
2402. 2918. 31 19; als nom. ge-
braucht?: 1150. 1598.
^elde st. v. inf. [r. m. held — vnselde
— teld) ^2317. 936. 1841. 2>spr. jald
[r. vi. wolde — cold — bihold) *390.
r. vi. glad ! — ouertald — bihald,
*20i8. '^alt 261. 30kl [r. vi. hold —
yfold — wold — told 1*307. '733. '^olde
206 -
V. w.told — bold — hold) *!<)%*]. ^eld
(r. m. scheid — feld — queld — bi-
held) *io73. [r. m. beld — held —
teld) *I32I. 2398. 3plpr. golden 678.
1292. 1636. 30kl 896. 7feld (r. m. feld
— biheld — teld) ^3248. — 1) Hier-
lassen, geben: 678. 1636. 2317.
answere ^elde 1321. 1987. 2018.
2) übergeben: 261.390. 733. 896.
3) vergelten, zurückzahlen:
1073. 3248. 4) zahlen: 307. 936.
auszahlen: 1292. 5) mit priip.i^X&Q
fro, ?ve ggeben: 1841. ^elde tille,
überlas seit: 2398.
^eme /'»/• ?eme I9^4- — hüten, be-
schützen: 1964.
ferner subst. pl. ijemers 831. — be-
schützer: 831.
^ere subst. [r. m. fere — dere — were
— here) ^1278. (bi %ere — wäre) *g.
also sg. u. pl. 3er sing. 939. plur.
48. 1123. — j ahr: *<). 48. 287. 903.
939. 945. 1123. *I278. 2170.
£ern adv. — rasch: 3065.
£ete adv. [r. m. mett — grete — swete
— ete — ?ete) *25o7« — 1) noch,
d. h. auch in Zukunft: 2156. 2)
noch, d. h.j etzt noch, bis Jetzt:
3200. 3) ^ete mare, noch ausser-
dem: 283. 4) neuer ^ete, noch nie-
mals: *25o7. 2832.
£if conj. ^iue 82. 725. — w e 7111: 275.
374. 434. 725. 830. 11 10. 1199. 1231.
1498. 1605. 1623. 1823. 1876. 1880.
1967. 1994. 1999. 2010. 2137. 2177.
2257. 2318. 2336. 2546. 2585. 2701.
2729. 2916. 2931. 2937. 2952. 2997.
3011. 3042. 3315. 2) ob: 1532.
3) bot ^if (^iue) a) wenn nicht,
es sei denn dass: 82. b) ohne
dass: 2197.
£ift subst. pl. softes [r. m. ri^tes —
li^tes — diätes) * 502. 1798. 1826.
1833. — 1) geschenk: 627. 631.
1798. 2) his ^iftes : das ihm zu-
kommende deputat: 502. 3) ^iue
a jjift, eine Versicherung geben:
2921. 3059.
?ing adj. (r. m. king — wering — ping)
*2302. ^ong 3329. 3334. — Jung :
2302. 3329. 3334.
%is interj. — Ja!: 436.
£ilie st. v. inf. ^iue 606. 1830. 2151.
isprs. ^eue 2921. ^iue 558. 2083.
3059. 2sprs. ^ifstow 185 1. ^scprs.
2;if (?) 2007. imps. ^if 1650. 1925.
i?nppl. ^eueb 2265. $spr. ^af [r. m.
in raf) *330. 226. 265. 327. 491.
497- 538. 568. 611. 641. 909. 1052.
1898. 2383. 241 1. 2416. 2708. 3255.
^aue 502. 605. 627. Splpr. 7}oven
2267. — 1) geben: 327. 330.491.
502. 627. 1650. 2} geben, schen-
ken: 226. 265. 497. 568. 605. 606.
611. 641. 1650. 1830. 1851. 1898.
1925. 2007. 2151. 2265. 2267. 2411.
2416. 3) übergeben: 909. 2708.
4) gew ähren, einräumen: 558.
5) (eine wunde) beibringen: 1052.
3255. 6) (einen hieb) versetze n:
23^3- 7) 3eue f°r> sich beküm-
mern um, gewicht legen auf:
538. 8) Über ^iue a sjift s. u. ^ift.
£0nd adv. — dort: 355. 468.
^ongling subst. — Jüngling: 859.
50 ur pron. poss. d. 2. pers. plur. —
euer: 720. 1093. 1368. 1788. 1988.
2640.
H.
hayre schw. v. %plprs. hayre (r. m.
bonaire — faire — repane) *2729«
— ? 2729. (vgl. d. anm. z. d. st.)
hayte sc/na. v. inf. hayte (r. m. waite
— layt — fayt) *305o. — hassen?
3050. (vgl. d. anm. z. d. st.)
hald subst. (r. m. wip hald — wald —
bald) *99i. hold (r. m. yfold — wold
— told — 30kl) ^299. *645. 2821. —
1) bürg, haus: *28o7. *28o9. 2821.
2) c aste 11: *299. 3) s tadt, haupt-
stadt: *99i. 4) unübersetzbar in
dem ausdruck trewe in hold, wo es
==■ in lede ist: *Ö45.
half subst. — h'dlfte: 1070.
halle subst. [r. m. alle — calle — pallei
^564. — halle: *5Ö4. 697. *740.
*I94I. ^2436. 2804. ^2839. 2970.
2972. ^3288.
hals subst. — hals: 181 8.
hand subst. [r. m. fand — land — stand)
*355- hond [r. m. bond — stond —
Inglond — fond) *50. *975- *I070.
2356. 2360. 2989. acc. honde 2364.
cas. obl. hende (r. vi. frende —
wende — lende) *293Ö. — 1) hand:
*5o. ^625. *68o. *768. ^785. *868.
*975- *i032. ^1070. *i28i. *i7oi.
*i885. *2339. *2345. 2356. 2360.
2364. *265i. 2661. *2Ö78. 2989.
^3047. 2) seite, rieh tun g : *357-
3) hand, macht: *902. 4) come
to alcjs. hand, in Je ms. besitz
kommen: *905» 5) take under
hand, s. u. under: *IÖ2I. 6) on
hand a) zu günstiger zeit:
^427. b) in der nähe: *933- über
207 —
*293^ vgl. d. anm. z. d. st. über nei^e
hand vgl. u. neijje.
hard adj. — hart: 1452.
hardi adj. — muthig, tapfer: 1430.
harc subst. [r. m. bare — ^are — bare)
•6S5. — haar: 685.
hare subst. — hase: 2729.
hare adj. (r. m. wäre — ^are — mare —
fare; *378. — grau: *378.*422.*68i.
harp subst. — harfe: 1148. 1226. 181 1.
1817. 1822. 1913.
harpie schw. v. inf harpi 1828. %sprs.
harpeb 572. $spr. harped 3028. —
harfen, harfe spielen: 572.
1828. 3028.
harpour subst. — harfner: 521. 553.
557- 1S10.
hast subst. [r. m. chast) *2473. — eile:
2473.
hastilye adv. (r. m. crie — sikerly —
titly) *3239. — eilig: 3239.
hate adj. [r. m. gat — wat — at) *2487.
— w arm: 2487.
hate st. v. isprs. hat 2754. isprs. mit
encl. angehängtem pron. hattou 530.
$sprs. hat 1303. 1393. 1 spr. hi^t
r. m. bri^t — kni^t — fi^t — mi2;t)
^1599. *i6o7. 5 spr. hete 646. 3297.
hh;t [r. m. wi^t — kni^t — fij;t —
bri^t) *94. *8i5. *ii24. 1159. 1165.
1 179. *n88. ^1256. *i536. *i63o.
2065. 2301. *265o.*2673.*28o2. 2854.
3°44- *3336- partpr. hot 1771. 2303.
hi;t (f. m. ni^t — kni^t) *20O5. ^2007.
yhi^t (r. m. si^t — nijjt — mi^t — knfyt)
^1966. — 1) befehlen: 1771. 2)
v er sprechen, gelob en: 646. 815.
1536. 1966. 2007. 2065. 2802. 3)
anvertrauen: 2005. 4) heissen,
genannt werden: 94.530. 1124.
1159. 1165. 1 179. 1188. 1256. 1303.
!393- x599- 1607. 1630. 2301. 2303.
2650. 2673. 2754. 2854. 3044. 3297.
3336.
hate schw. v. inf. hate (r. m. lat — gate
— wate) *7c>3. $sprs. hated 2163.
partpr. y hated 3063. — hassen:
703. 2163. 3063.
qauberk subst. — hämisch: 2777.
hauke subst. pl. haukes 300. 330. hauke
3°7- 333- (od*»' sing. ?) — Habicht:
300. 307. 313. 330. 333.
haue hulfsv.inf.ha.ue 1419. 1598. 1728.
1837. 1878. 2815. 2917. 3102. 3192.
han 693. 786. 979. 1334. 1498. 1749.
isprs. haue 1138. 1139. 1215. 1767.
2694. mit ich zusammengesetzt:
ichaue 971. 2sprs. hast 467. 665.
840. 852. 1059. 1577. 1911. 1966.
2005. 2109. 2909. 3030; mit cncli-
tisch angehängtem bou, hastow 1852.
2795. 3189. 3sprs. haf) 85. 276. 322.
440. 533. 663. 776. 892. 973. 1000.
' 1023. 1244. 1325. 1327. 1474. 1484.
1545. 1771- 1775. 1874. 2168. 2278.
2295. 2394. 2460. 2534. 2579. 2628.
2665. 2666. 2668. 2787. 2831. 2914.
2918. 2999. 3038. 3073. 3109. 3217.
3272. 3294. 3304. 3310. has 484.
2664. 1 plprs. haue 466. 3121. iplprs.
han 1795. ?>plprs- haue 3201. han
1988. 3281. 3321. $scprs. haue
2189. 3010. 2plcprs. haue 2081.
2639. iplcprs. haue 546. imp. haue
2703.2794.2949.3057. $spr. had
149. 1203. 1255. 1324. 1709. 1717.
2422. 2423. 2426. 2558. 261 1. 2829.
hadde 212. 222. 249. 409. 418. 423.
593. 1126. 1184. 1432. 1496. 1530.
1531. 1722. 1776. 2134. 2211. 2216.
2219. 2261. 2284. 2302. 2365. 2499.
2560. 2859. 3138. 3332. zplpr. had
386. 455. 1311. 2280. 2481. 271 1.
hadde in. 384. 523. 543. 956. 1132.
1403. 1405. 1812. 2406. 2456. 2479.
2491. 2507. 3286. hadden 752. 2489.
2494. 2 scpr. hadde 2007. 3 scpr. had
693. 2098. hadde 1605. 2437. 2609.
2657. splcpr. had 455. 650. hadde
2837. hadden 1594. partpr. had
1665. — 1) haben, besitzen:
249- 523- 776- 1023. 1255. 1605.
1776. 1852. 1874 (?;. 2134. 2168.
2302. 2406. 2456. 2460. 2479. 2489.
2494. 2507. 2794. 3138. 3192. 3294.
3310; hieher gehören die ausdrücke
haue care , malisoun , nede , sinne,
wrong, bank: 1126. 1722. 2081. 2639.
2665. 2703. 2949. 3030. 3057. haue
a sisjt of s. u. si^t. 2) haben, be-
kommen: 384. 386. 440. 543. 1244.
2261. 3232. 3) haben, halten:
276. 4) haue to, haben zu, müs-
sen: 3189. 5) dürfen: 2109. 6)
als hülfsvcrbiwi gebraucht a) mit
dem part. ben, be : 484. 752. 971.
1138. 1139. 1203. 1215. 1324. 1403.
1775. 1988. 2558. 2711. 2831. 2917.
3121. 3217. 7) mit andern partpr.:
in allen übrigen fällen.
hauen subst. — hafeni 147.347. 1158.
1160. 1415.
haunche subst. — hüftc: 1088.
he pron. pers. 3. pers. masc. (r. m. se
— fre) *67. er; belegsteilen sind
überßüssig. gen. sing, bis 2290.
nom. sing. fem. hye, sie: 101. 103.
220. 753. 1504. 1566. 1709. 1719.
— 208
1778. 1786. 1787. i9°8- 1982. 2087.
2422. 2659. 2668. 291 1. 2999. 3024.
3044. 3112. 3131. 3195. 3198. nom.
acc. sing. neut. it; belegst eilen sind
überflüssig, dat. acc. sing. masc. him,
i h in, i h n ; belegsteilen sind überflüssig.
dat. dat. acc. sing. fem. 1) ihr, sie.
here [r. m. ^ere — fere — dere — were)
*I286. her 1340. 1750. 1862. 1906.
1964. 2612. 2866. hir 105. 159. 216.
219. 862. 1259. 1337. 1496. 1624.
1650. 1690. 1706. 1720. 1738. 1741.
1746. 1764. 1779. 1781. 1783. 1790.
1799. 1800. 1804. 1856. 1861. 1864.
1885. 1909. 1913. 1914. 1931. 1981.
2076. 2089. 2098. 2101. 2203. 2249.
2280. 2283. 2307. 2516. 2618. 2657.
2690. 2692. 2915. 2920. 3019. 3042.
3043. 3077. 3163. 3213. 3306. 3314.
3315. 2) refl. sich: 2230. 2279.
nom. plur, hye, sie: 355. 2524. gen.
pl. her, ihrer: 2057. 2380. 2497.
dat. acc. plur. hem a) ihnen, sie: 60.
179. 250. 286. 316. 366. 367. 389.
428. 432. 453. 462. 488. 501. 525.
544. 550. 676. 677. 754. 805. 879.
1137. 1 1 78. 1225. 1297. 1301. 1306.
1326. 1392. 1474. 1536. 1554. 1653.
1658. 1698. 1727. 1731. 1752. 1773.
1785. 1798. 2024. 2025. 2040. 2043.
2051. 2052. 2175. 2177. 2244. 2259.
2444. 2449. 2468. 2470. 2471. 2519.
2529. 2535. 2536. 2560. 2568. 2579.
2585. 2633. 2637. 2708. 2771. 2831.
2864. 3095. 3104. 3150. 3183. 3193.
3269. 3270. 3271. 3272. 3318. 3325.
3340. b) refl. sich: 41. 144. 1344.
1402. 2378. 2470. 2556. 3323.
hede subst. — acht: 3191.
hede schw. v. ^plprs. hede : 2549. —
hede of, sich k ü m mern u m, fra -
gen nach: 2549.
hei^e 1) adj. [r. m. bei^e — nei^e —
siebte) *2Ö7. (r. in. wrie — dye —
liije) *2i5o. heye 1222. 1) hoch:
* 3 7 7 ♦ 3274. 2) hoch, vornehm:
78. 1222. 1233. 3) hoch, bedeu-
tend: 1212. 1266. 1379. 4) mäch-
tig , hoch: *2i5o. *2iÖ9. 5) stoli
hochgesinnt .
müthig: *2Ö7_
3022. 6) hoch-
3158. *32io. 7)
onheye, in die hohe , laut: *3033.
2) adv. hoch: 2868. 2887. superl.
heilest, am höchsten: 1379.
hei^e subst. [r. m. Ermorde — y — hy)
* 760. heye (r. m. dye — lye — sy^e)
*3i27. *786. hy [r. m. Ermonie —
hei^e — y) *766. — eile: ^760.
*766. *7S6. ^2514. ^3127.
hei'^e schw. v. in/, hei^e 51. — erhö-
hen: 51.
hei /eing verbalsubst. [r.m. hing — hing
— bring; "3204. — eile: 3204.
held subst. [r. m. feld — meld — teld]
*3274. —hü gel: 3274.
helde st. v. Inf. held [r. m. vnselde —
teld — ^eld) ^2311. 114. 913. 915.
helden 2797. hold {r.m. told — bold
— ^old) ^1985. [r. m. wold) ^3023.
holden 51. 1 sprs held 319. 97$.
TySprs. holdeb 2897. halt 918. inip.
hold 2934. 3spr. held 272. Splpr.
held 2287. partpr. yhold 949. — 1)
halten, beob acht en: 114. 2) fest-
halten, bewahren: 51. 3) be-
ll au p ten, in besitz halten: 231 1.
4) in s einer o bhut hab en: 1985.
5) halten, behandeln: 2897. 6)
standhaftfest halten, behar-
re n : 3023. 7) fü r sich behalte n :
2934. 8j halten für: 949. 9]
nützen: 918. 1 o) mit präpositionen ;
helde for, halten für: 2288.
helde in an, in gleicher stim-
munghalten: 272. helde of, von
j em. zum besitz erhalten: 913.
915. helde ojjaines, kämpfen ge-
gen: 2797. helde til, etwas auf-
recht erhalten , a uf etwas ein-
gehen: 319. helde his hond to,
ztim zeichen eines schwures die
hand erheben : 975.
hele subst. — gesundheit: 1231.
hele sc/i7ü. v. inf hele 2364. %plpr. held
1247. partpr. held [r. m. ^eld —
beld — teld) * 1325. heled 1276.
1320. — heilen: 1247. 1276. 1320.
1325. 2364.
hele schzu. v. inf. hele (r. m. mele —
lele — feie) *i66. imp. hele (r. m.
stele) *2935> — verbergen, ver-
schweigen: 166. 2935.
helle fere subst. — höllenfeuer: 1440.
helme subst.pl. helmes 190. 1031. 1064.
— heim: 190. 103 1. 1064. 2348.
help subst. — hülfe: 877. in alcjshelp
be, auf je m and es seile stehen:
3238.
helpe st. v. inf. help 638. 784. $scjprs.
help 1033. — helfen: 120. 638.
I033-
heminges subst. — zur v erfertig ting
von schuhen ausg eschnittene
hautstücke: 476 (vgl. d. anm. z. d.
St.).
hende adj. [r. m. wend — bende —
frende) *Ö2. — 1) höfisch: *$$. *Ö2.
^89. *24ii. ^2415. ^2594. *2934. 2)
— 209
höflich, anständig: *405-- 3)
a n m u t h ig, schön: 2503. ^3003.
hennes adv. — von hinnen: 3065.
here schw. v. inf. here [r. m, pere —
were) *I99. *576.*i257. *i882. 1 sprs.
here 1873. \ spr. herd 3. 1366. $spr.
herd 99. 101. 302. 931. 932. 1630.
2160.2425. 2768. 3090. — hören:
3. 99. 101. 199. 302. 576. 931. 932.
1257. 1366. 1630. 1873. 1882. 2160.
2425. 2768. 3090.
here adv. r. m. fere — lere — dere)
*404. her 1587. 2766. hir 137. —
hier: 137. 356. *404. 622. 1019.
1544. 1587. 2041. 2045. 2108. 2109.
*2240. 2766. her wip , hiermit:
1834.
herie schw. v. ^spr. heried 2351. —
preisen: 2351.
hert subst. — herz: 84. 272. 388. 498.
1435. 1863. 2141. 2674. 2686. 2691.
2697. 2999. 3022.
hert subst. pl. hertes 448. — hir seh:
448. 2520. 2741.
hert blöde subst. [r. m. ^ode — gode —
wode) *I578. — herzblut: 1578.
hert breke subst. {r.m. speke — gete —
ysteke) *2993. — herzbrechendes
leid: 2993.
heued subst. pl. heuedes 824. — 1)
hatipt: 634. 686. 2978. 2983. 2)
köpf: 824. 1493.
heuen king subst. (r. m. ring — ping —
lesing) *3I20. — himmelskönig:
3120.
hewe subst. (r. m. trewe — knewe —
rewe) *22i. — 1) färbe: *22i.*599.
2) gesichtsfarb e , aussehen;
*i2Ö7. ^1563. *i65i. *i704.
hewe st. v. inf. hewe (r. m. newe — drewe
— rewe)* 190. ^plpr. hewe 1031. he-
wen 1064. — hauen, schlagen:
190. 103 1. 1064.
hebeliche adv. — verächtlich: 2897.
hide subst. (r. m. pride — biside — ri^t
— tide) *48i. hyde 500. — haut:
^481. 500. *i45i. *I486.
hide schw. v. inf hide [r. m. abide —
pride — tide) *86i. *I754- *I909.
^2821. *26o4. %spr. hidde 1820. —
1) verbergen , verstecken: 1909.
2604. 1820. 2) verbergen, heim-
lich entführen: 861. 3) ver-
stecken, heimlich bei seile
schaffen: 1754. 4) mit refl., sich
heimlich aufhalten : 2821.
hider adv. — hie her: 1094.
hi^t subst. (r. m. vnli^t — siijt — ri^tj
Kölbing, Sir Tristrem.
*42i. — 011 hi^t, in der höhe, von
b edeutender höhe: *42i.
hille subst. {r. m. tille — wille — rille)
^2458. //. hilles 377. 421. — hügel:
377. 421. *2458. 2498.
hing schw. v. inf. hing (r. m. ping —
hei^eing — bring) *32o6. — hängen:
3206.
hird subst. herd (r. m. ylerd) ^3034. —
gefolge, volk: 166. in herd, öf-
fentlich?: 3034.
hire subst. — lohn: 1292.
hirritage subst. — erbe: 849.
his pron. der 3. pers. sing. masc. 1) ad-
jeetivisch, sein; belegstellen sind über-
flüssig. 2) substantivisch (r. m. wise —
riis — priis)*47- das s einig e:*gSy.
1015. 1016. — sein ei genthum:
*47. i5i3.*236o.*2364.*2445. $pers.
sing. fem. i)adjectivisch, ihr: a) hir:
79. 102. 224. 11 84. 1504. 1863. 2086.
2107. 221 1. 2254. 2658. 2659. 2669.
2701. 2868. 2916. 3022. 3077. b) her :
1644. 1753. 1934. 2168. 2188. 2216.
2251. 2460. 2540. 2689. 2707. 2865.
2989. 3294. at er = ater aus at
her? 1249. 2) substantivisch; hir,
das ihrige: 1777. 3 pers. pl. ad-
jeetivisch; ihr, ihre, ihr: a) her :
15. 50. 112. 150. 184. 320. 368. 1014.
1116. 1316. 1552. 1671. 1672. 1693.
1730. 191 9. 2020. 2042. 2046. 2062.
2172. 2176. 2181. 2192. 2379. 2466.
2504. 2559. 2568. 2578. 3087. 3096.
3139. 3183. 3245. 3248. 3268. 3278.
3321. b) hir: 971 (1. his?).
hoble schw. v. 3 spr. hobled 1161. —
s chwanken: 1161.
hole adj. — heil: 1280. 1872. 1892.
1893.
holt subst.pl. holtes 378. 422. 681. 2458.
— im pl. gehölz , bergwald: 378.
422. 681. 2458.
hom subst. — acc. in adv. gebrauche,
nach hause: 211. 1275. 2514.
honge st. v. partpr. hong 1797. —
aufhängen: 1797.
honour subst. [r.m. Triamour — Blaun-
cheflour — tour — bour) ^2309. anour
(r. m. oure — tour — bour — Blaun-
cheflour)*i64. — 1) ehrerbietung:
696. *24i4. 2) ehre: *IÖ4. ^2309.
hope subst. — hoffnung: 275.
hope schw. v. 1 sprs. hope 2763. —
hoffen: 2763.
horedom subst. — hurcrei: 862.
hörn subst. (r. m. born — biforn — for-
lorn) *535- plur. hornes 547. — 1)
— 210 —
'535- 2) trink hörn
ross: 172.
//. houndes 446. 500.
2743- 3o85- 3°96- —
500. 1673. 2729. 2743.
jagdhom
547-
hors subst.pl. hors 172.
210. 2865. 2885.
hose subst. — hose: i486. 1529.
hot adj. — heiss: 2229. 2236. 228 1.
hou adv. (r. m. now — trowe — Petiru
— ynou^) *3ii2. — 1) in direkter
frage, wie, auf welche weise:
656. 744. 745. 748. 863. 31 12. 2) in
objects ätzen, nach v erben des sagens,
sehens, hörens u. ähnl. , wie , a uf
welche weise : 674. 675. 676. 732.
751. 753- 3) *n indirekter frage, häu-
fig von 2 schwer zu trennen, wie:
514. 963. 1524. 1828. 2425. vor
einem inf. mit to : 3 70. 4) mit so
verbunden in verallgemeinernden re-
lativ s ätzen, wie auch im 771 er:
2438; 7nit hinzuf. von euer: 2736.
adverbiell, vor adj. oder adv., wie,
was für: 522. 1246. 1325. 1330.
1341 1346.
hounde subst.
2729. 2732.
hund: 446.
3085. 3096. 3108.
hundred nu77i. card. I) adj. — hundert:
341. 938. 941. 943. 946. 1878. 1897.
II) subst. pl. hundred. hundert , wo-
bei stets von krieg ern die rede ist: 201.
795-
hunte subst.pl. huntes 2531. — jag er:
2531-
hunte schw. v. i77ip. hunte 2720. — j a-
gen: 2720.
hunter subst. nur i7?i pl. hunters. — Jä-
ger: 445-451- 473- 5°5- 523- 682.
2037. 2522.
hunting subst. on huntinge 2740. —
jagd: 293. 1699. 2740. 2753.
husbond man subst.pl. husbondmen455.
— far7ner: 455.
huscher subst. — thürhüter: 632.
641.
I. ¥.
y pron. pers. d. 1 . pers. [r. 7n. hei^e —
Ermon.ie — hy) ^764. (r. m. bi — Er-
monie — by — ly) *8n. ich a) vor
vokalen und h. 319.723. 866.970.975.
1072. 1138. 1139. 1141. 1215. 1337.
1366. 1372. 1873. 2680. 2694. 2754.
3207. mit dem folgenden worte zu-
sam77iengesch77tolzen,icha.m 1062. 1543.
2074.2667. ichaue 971. ichim = ich
him 1602. b) vor sn 888. 1367. 1579.
2148. mit de77i folgende7i worte zu-
sa7ti77iengesch77iolze7i, ichil 1546. 2139.
2402. c) zwb3002. d) vor 7} 3059. —
ich: I. 2. 3. 16. 21. 92. 140. 319.
458. 461. 555. 556. 558. 604. 606.
621. 626. 664. 670. 678. 681. 682.
722. 745. 759. ^764. 765. *8n. 829.
835.836.839. 842. '851. 855. 866.
888. *9i2. 919. 920. 967. 984. 990.
1008. 1139. 1141. 1145. 1146. 1215.
1293- 1333- x365- J366- i367- i368.
1382. 1525. 1599. 1602. 1607. 1608.
1610. 1707. 1739. 1741. 1743. 1767.
^1776. 1779. 1781. 1782. 1790. 1830.
1834. 1836. 1837. 1840. 1868. 1872.
1973. 1979. 2047. 2083. 2086. 2089.
2093. 2100. 2112. 2122. 2125. 2126.
2127. 2133. 2146. 2149. 2152. 2182.
2185. 2265. 2281. 2328. 2332. 2371.
2595. 2596. 2597. 2598. 2640. 2669.
2699. 2705. 2718. 2738. 2753. 2762.
2763. 2764. 2765. 2767. 2798. 2881.
2882. 2884. 2894. 2899. 2903. 2920.
2921. 2922. 2952. 2954. 2962. 2997.
2998. 3002. 3003. 3068. 3106. 3314.
3315. dat. acc. sing, nie (r. m. fre —
be — se — be) *22Ö. — mir, 77iich:
^85. 87. *I3Ö. 216. *226. ^235. 392.
*393- 396- 533- 6o5- 6o8- 665. *666.
678. 726. 747. *7Ö3.*767. 769. ^829.
*84o. ^846. *9i3- ^9 1 5 . 968. 1061.
II47. II48. II50. I220. *I22I.
^1336. 1369. 1371. 1374. ^1426.
1463. 1526. 1598. 1600. 1606. 1827.
^1829. 1841. *i879. 2005. 2006.
2007. 2OI3. *202I. 2073. *2082.
^2087. 2096. *2ii4. 2115. 2116.
2117. 2128. *2i3Ö. 2138. 2140. 2147.
^2248. 2262. 2266. 2271. 2371. 2668.
2687. "^2695. *27i9. *2795. 2876.
^2877. 2887. 2912. ^2919. 2947. 2948.
2951. *3o6i. *3io2. 3112. ^3119-
"*3304- 3311-
\C\\pron. I) adj. — i)jeder. a) \chsteht
direkt vor ei7ie77i subst. : 290. 407. 698.
939. 1121. 1129. 1253. 1685. 2034.
2482. b) zwischen ich und de77i subst.
steht a: 47. 182. 289. 950. 2) der-
selbe: 954. 3) zur verstärkwtg von
bis oder bat dienend: 209. 954. 15 10.
3312. II) subst. — jedes: 2496.
ichon subst. [r. 771. ston — nekbon —
don — ton) ^1478. — jeder: 825.
1478.
idel adj. — 7nüssig : 813.
yland subst. — insel: 1024.
ilk pi'07i. adjectivisch , bat ilke, der-
selbe: 2521.
ille I) adj. (r. m. tille) *I37- — 1)
schli77i77i: ^3286. 2) uitang e-
7i eh 771: *I37- II) subst. (r. 77t. wille —
— 211 —
stille — feile — spüle) *2 1 74. — b ose
absieht , hint erlis t: *207I.*2I74.
III) adv. [r. m. spüle — tüle — wille)
*i 15 1. — übel: *i 151.
ymage subst. pl. ymages 2846. — bild,
figur: 2846.
in subst. acc. inne (r. m, kenne — vn-
winne — skinne)*i239. — herb er ge:
1239.
in I) praß. [r. vi. Ganhardin — lin —
pine) ^2907. — 1) räuml., in, an,
auf, auf die fr. wo? : IO. 64. 75. 112.
I58. IÖO. l66. 167. 211. 252.280.393.
412. 449. 471. 472. 532. 564. 592.
627. 643. 645. 651. 657. 714. 74O.
770. 774. 788. 9OO. 986. IOO4. IO25.
I085. II23. Il66. II72. II89. II92.
I200. 1219. I264. I270. 1277. I343.
I384. I387. I417. i486. 1594. 1603.
1652. I664. 1677. 1684. l688. 1695.
I7II. 1724. 1758. I9OO. I909. I929.
I944. 2044. 2047. 2058. 2063. 2078.
2I02. 2142. 23OO. 2305. 2323. 234I.
2436. 2469. 2474. 2478. 2565. 2604.
2649. 2664. 2674. 2695. 2702. 2709.
2821. 2839. 2851. 2886. 2888. 289I.
2913. 2932. 2943. 2970. 2989. 30I2.
3034. 3045. 3067. 3075. 3133. 3137.
3187. 3224. 3285. 3288. 3325. 3344.
2) räuml. in, auf die fr. wohin:
625. 680. 1040. 1043. 1045. 1069.
1071. 1088. 1169. 1411. 1447. 1520.
2048. 2130. 2256. 2359. *2865. 3094.
3) iu, anf die fr. worin? 547- 61 7-
1285. i486. 2256. 2989. 4) zeitl.,
auf die fr. wann: 13. 15. 447. 1682.
2487. 2488. 5) zustände bezeichnend,
in, bei: a) auf die fr. wo? 3. 42. 57.
96. 119. 122. 204. 401. 596. 950.
994. 1050. 1055. 1057. 1067. 1084.
1138. 1186. 1231. 1453. 1462. 1680.
1732. 1735. 1844. 1849. 1910- 2120.
2288. 2295. 2344. 2382. 2546. 2599.
2603. 2667. 2726. 2796. 2812. ^2907.
2941. 3006. 3008. 3009. 3121. 3150.
3180. 3183. 3238C?). 3338. b) auf
die fr. wohin? 862 [oder zw 6?). 2145.
2596. 2643. 6) die art und weise
bez., in: 61. 272. 276. 328. 408.
450. 453. 760. 766. 862. 1262. 1816.
2238. 2843. 3091. 3101. 3324. 7) in
bezug auf: 1285. 3202. II) adv.
in [r. m. pin — win — begin — tvin)
* 1665. — zu verb. gehörig: a) hin-
ein: 629. 644. *2865« b) drinnen:
*i665. c) be in, erfüllet sein
von: ^2907.
inne adv. (r. vi. minne — winne —
kinne — skinnej ^57 1. — l) die an
das ende der zeile gestellte präp.. in:
*57i.*683.*2663.*276i. 2) ausser der
präp. in noch an das ende der z. ge-
setzt: *2058. 3) in verb, mit per und
wip s. das.
ynOU£ adv. [r. vi. lousj — wou;; — sloui;)
*i598. anou^ (r. vi. wouz; — slouj;
— lou^ — drou^) *i535- 1023. *i 728.
*I765- 2151. *3275. — 1) genug:
543. 1023. 1149. *i728. 2i5i.*2479.
*327i. 2) zur genüge: ^1535. 3)
mit bequemlichkeit: ^1598. 4)
wele ynou^ (anou^) , a) ganz zur
genüge: ^3110. b) geschickt ge-
nug ,
'3275- 5) oft: ^1765,
into präp. — 1) in, nach, auf, auf
die fr. wo?: 762. 807. 1013. 1697.
1761. 1916. 2123. 2294. 2641. 3170.
3246. 3293. 2) innerhalb : 91.
intil präp. — bis zu, zu: 1386.
ioie subst. — freude: 1099. 1680.
1728. 2166. 2460. 2479. 2507. 2559.
2632. 3008.
ioie schzü. v. inf. ioien 47. — genies-
sen: 47.
ioieflll adj. — freudenv oll: 1920.
yren subst. iren 3324. — 1) eisen: 2229.
2236. 2281. 2284. 2) von der rüstung :
3324-
ysame adv. — mit sitten : sich gut
zus ammen v ertrag en: 2095.
iuel yuel 831. I) adj. — 1) schlimm,
ungünstig: 1682. 2) schlecht:
83 1 . II) adv. — 1 ) a uf üble weise:
2258. 2) iuel spede, schlecht fah-
ren: 3069.
yuere subst. (r. m. here — riuere —
fere) *i888. — elfenbein: 1888.
ywis adv. (r. vi. pis — is — mis — his)
^989. — sicherlich! wahrhaf-
tig! vielfach blos als flickwort: 17.
^989. *io2i. *i2i8. *i543. *2i58.
*22C>5. *2292. *235Ö. *2407. *2449-
*255o. *2754. *29o8.
L.
lay subst. (r. vi. oway — may — say)
*55i. — i) Hed: *$$i. *U9i. 1832.
* 1877. 2) allgevieiner für viusik:
^1285.
lay subst. (r. 771. oway — day — say)
^2227. — gesetz: 2227.
lay schw. v. inf. lay (r. 771. play —
say — oway — faye) *3I2. ^304.
^338. lain (r. m. frain — ogayn —
vnfain — slain) *i 187. i77ip. 2936.
1 spr. layd [r. 771. seyd — pleyd —
14*
— 212 —
bistayd) *6j8. ^spr. layd 477. 2516.
laid 2519. partpr. layd [r. m. seyd
— plcyd — gray (!) ) *342. — 1)
legen: 477. 2519. 2936 (vgl. d.
anm. z. d. st.). 2) setzen, beim
glücksspiel: 304 (?). 312. 338. 342.
678. 3) refl.sich legen: 2516. s.
auch u. doun.
lain st. v. inf. lain [r. m. vnfain —
slain — ogainj *23Ö. layn *7X4-
^1583. *3285 ; nur diese form kommt
vor und nur in der Verbindung:
nou^t to lain oder nou^t lain, nicht
zu bestreiten, meist nur aus rein-
bedürfniss: ^236. *472. *658. *7i4.
^746. *I3I9. *i5oi. ^1583. *i6o4.
*i7Ö9. ^2803. *2926. *3i22. *3i88.
. *3285- *33°9-
layte schw. v. inf. layt (r. m. waite —
hayte — fayt) ^3052. — suchen:
3052-
land subst. (r. m. fand — hand — stand)
*355- pl- landes 2636. lond 143 u.
s. w. gen. s. londes 91. 952.//. londes
577. 963. 2640. 2708. 2794. — 1)
land, im gegensatz zum meer: *355»
373 (lond). 375 (lond). 379 (lond).
385. 387 (lond). 675 (lond). 954 (lond).
1146 (lond). *H70. 1394 (lond). 1869
(lond). *i883. 2) land, reich: 91.
143 (lond). 577. ^783. *864. *900.
^903. 913 (lond). 915 (lond). 952.
1008. 1107 (lond). *n85. 1 192 (lond).
1333 (lond). 1640 (lond). 1983 (lond).
2008 (lond). 2122 (lond). 2139 (lond).
2643 (lond). 3167. 3) stück lan-
des, gebiet: 2767 (lond). 4) pl.
ländereien: 963. 2636.2640.2708.
2794. 5) in land, unübersetzbare flick-
phrase: *592. ^627. *2Ö49. ^3045.
langour subst. — s chwermuth: 1732.
large adj. — zveit, gross : 1557. 2838.
lasse comp. I) adj. neutr. — klei-
ner: 1570. II) adv. las (r. m. gras)
*25o8. — 1) pre woukes las, we-
niger dreiwochen: ^2508. 2) pe
lasse — for, um so zu en ig er —
da: 538.
laste schw. v. %spr. lasted 29. last 891.
3260. — dauern: 29. 891. 3260.
lat adv. {r. m. gate — wate — gat
— hate) *695« — spät: 695.
lat subst. (r. m. gate — wate — sat)
^2097. — benehme n,miene: 2097.
latoun subst. (r. m. croun — toun —
boun) *943. — messing: 943.
lau nee subst. — lanze: 1039.
lawe subst. pl. lawes 292. 904. 1) ge-
s etz: 292. 904. 2) gewohnhei t(?):
294.
leche subst. pl. leches 1114. — arzt:
II 14.
lede schw. v. inf. lede (r. m. fede —
dede — brede — ijede) *I559- *i9o6.
^2599. *28o6. *2947. Zplprs. lede
[r. m. dedej ^2035. iplprs. lede [r.
m. dede — ^ede — nede — fede;
*2470; *3077. 3spr. ladde 1885.
3159. led 697. T)plpr. \a.d und [edde
(r. m. ysprad yfedde — cledde)
*444 und ^446. (r. m. bedde) *2684.
— 1) führen , geleiten: 444. 446.
°97- 1559- 1885. 1906. 2684. 2806.
2947. 3159. 2) (ein leben) führen
(leben): 2035. 3) hinbringen:
2599. 4) mit with, mit sich füh-
ren: 2470. 3077.
lede subst. (r. m. wede — rede — spede)
*65i. *657. lide [r. m. biside — tide
— abide) *i677< — nur in dem reim-
füllenden ausdruck in lede, im
volke. 1) allein, bes. in z. 10 der
strophe: *64. *65i.*657.*986.*ioo4.
*i384. *i4i7. *i677. *i724. *i758.
*234i. *2702. *289i. *29i3. *2943.
*30i2.*3o67. *3075. *3i87. 2) in der
phrase: in lede is n. t. 1.: 472. 714.
3285.
lede subst. (r. m. fede — pede — ■ ^ede)
*289. — lied: 289.
lef I) adj. schw. f. leue 3214. comp.
leuer 358. 544. — lieb: 358. 544.
1253. 1257. 3214. II) subst. — lieb-
elten: 1881.
lef subst. pl. leues 3130. — blatt:
3I30-
left adj. — link: 497. 2345.
leite schw. v. Typlpr. lefeed 146. —
aufhissen: 146.
lehne st. v. ispr. lou^ 2893. 2spr. I0113
2878. 2,spr. lou£ (r. m. wou^ — slousj
— anous; — drou^j *i537. *I582.
*i596. *I734- *287o. 3plpr. lou^
363. — 1) lachen: 363. 2870. 2878.
2893. 2) lächeln (als geste der
freundlichen gesinnung) : 1582. 1596.
3) lächeln (als geste des erfreut-
seins): 1537. 1734.
lele adj. (r. m. hele — mele — feie)
*I70. — treu: 170.
leman subst. [r. m. pan — wan — can)
*30i9. — geliebte: ^2>ol9- 33°3-
lende schw. v. inf. lende {r. m. hende)
*53. iplprs. lende [r. m. frende —
wende — hende) *2932. — 1) an-
k 0111711 en: 2932. 2) sich aufhal-
ten, v er w eilen: 53.
213
lende sckw. v. ispr. lent 1779. 1790.
— leihen: 1779. 1 790.
lepe st. v. 3 spr. ^ePe io47- I9°5- 2200.
2205. 2211. 2213. 2392. — 1) sprin-
gen: 1047. 1905. 2200. 2205. 221 1.
2213. 2) wegspringen: 2392.
lere schw. -•. in f. lere [r. vi. fere —
dere — here) ^400. * 1259. *2573.
1 spr. lerd <hs. lerld). *i6o8. partpr.
ylerd \r. m. herd) *3C>36. — 1) leh-
ren: 1259. 1608. To wrong pou
art ylerd, unrechtes hat man
dich gelehrt: 3036. 2) lernen,
kennen lernen: 4(30. 2573.
lerne j<:/jw. z\ 3^/^. lernd 279. —
lernen: 279.
les subst. — koppel (von hunden) :
446.
les sahst, (r. m. vves — ches — res —
pes) *32. — falsch, lüge: *I358.
2) in den füllphrasen wipouten les,
ohne trug, sicherlich: *32. *Ö3.
• *6oo. *22I3. *242i. *2Ö47 und
naus;t les, ohne trug: *757-
lese st. v. in/, lesen 121. 1840. 2716.
T>scpr. les [r. m. fles — bes — ses)
*2929. 3 spr. les 1489. Splpr. lorn
II 16. partpr. lorn [r. m. sworn —
torn — biforn) *656. — 1) verlie-
ren: 121. I489. 184O. 2716. 2929.
ben lorn, v erloren gehen: 656.
2) verlieren, umsons t anwen-
den: 11 16.
lesing subst. [r. m. bring — noping —
king — ring) ^1007. pl. lesinges 3052.
— i) lüge: * 1007. 3052. 2) tau-
st hung : * 1 3 5 9. 3) akV füllphrase
wipouten lesing, ohne lüge: *l7o8.
*i8o7. *i96i. *3ii8.
lete st. v. inf. lete (r. m. lete (3. spr.)
— swete — sket — fet) *637. (r. m.
swete — skete — fet) ^894. let (r. m.
fet — swete — bet) *3305. imp. sing.
lat 778. 1424. 1463. 1827. lete 396.
bnppl. lat 608. las 1422. 1759.
i,scprs. lat 554. iplcpr. lat 573. 2spr.
lete 2084. 3spr. lete (r. m. swete
— sket — fet — lete) *62g. 501.
644. 782. 1016. 1027. 1155. *I234.
1721. 1843. 2799. 3223. 3plpr. leten
150. 1309. lete 3154. 3235. — 1)
1) lassen, zulassen, erlauben:
396. 501. 554. 608. 637. 644. 1016.
1309. 1422. 1463. 1721. 1827. 1843.
2799.3223. 2) las s en, befehlen:
778. 782. 1234. 3235. 3) ablassen,
aufhören: 894. ^unterlassen
mit it; ; 2084. (gefolgt von einem
nebensatz mit bat,).- 1759. mit be 1424.
5) zurücklassen, liegen las-
sen: 573. 3154. 6) verlassen :
1155. 7) mit of: reden von, ur-
th eilen über: 1027. 3305. 8) in
late, einlassen: 629. 9) late doun,
h er ablassen, einziehen: 150.
letter subst. — brief: 116.
leue subst. — i) abschied: 123. 331.
765. 919. 1286. 2618. 564 (? vgl. d.
anm.z.d. st.). 2) erlaubniss: 1397.
leue schw. v. 3 spr. left 335. 927. leued
583. Zplpr. left 385. — ^zurück-
lassen: 335. 385.927. 2) aufge-
ben, ablassen: 5^3-
leuedi subst. leuedy [r. m. pi) *I2I2.
*i774. 2073. 2085. *3058. : — 1) da-
me: 222.233.236. 242. 739. 1201.
1212. 1233. 1770. 1883. 2085. 2114.
2533. 2855. 2870. 2922. 2926. 2963.
2998. 2) our leuedy, unsere frau,
d. h. Maria: ^3058. 3) herrin:
*I774. 2073.
licke schw. v. ?>spr. licked 1675. —
auslecken: 1675.
like schw. v. Zspr. liked 1151. — ge-
fallen, behagen: 1 151.
like adj. (r. m. sellike — rike — Pa-
trike) *I222. — ähnlich, gleich:
1222.
likeing subst. — freundliche Ver-
pflegung: 1279.
lye st. v. inf. lye (r. m. crie — mai-
strie — Ermonie) *70. ly (r. m. Er-
monie — y — pi — titly) *853.
*I778. ^1789. lyn (r. m. pin — tine)
*32Ö3. 2>sprs. lys [r. m. asise —
arise — wise) ^320. lip 468.571.1477.
1544. iplprs. ly (r. m. pi — Ermo-
nie — by — y) *8i3. iplprs. lye
(r. m. spie — crie — pi) *3 129.^3 136.
ispr. lay (r. m. say — day — way)
*2I28; ähnl. ^2147 (oder conj.?).
3 spr. lay (r. m. wayleway — say —
may) *ic>4; *2i7< *H23. * 1 195 .
*I2I3« * 15 15. *i684. 1740. 1962.
*20i3. ^2030. *2204. *25i5. ^2529.
2536. *26i4. *2888. *3i76. *3i8o.
*329i. 2>plpr. lay (r. m. oway —
welaway — play — ay) ^1929. *24Ö9.
layn [r. m. Hodain — dayn — sain)
*2478. iplcpr. lay [r. m. oway —
ay — pbay) ^2547. partpr. lin (r.
m. Ganhardin — in — pine) *2909.
(r. m. Ganhardin — tin — pin) *30io.
— 1) liegen: 104. 217. 468. 571.
1123. 1195. 1213- 1477. I5I5- I544-
1684. 1962. 2013. 2204. 2515.
2529. 2536. 2547. 3129. 2) lie-
gen, d. h. schlafen: 1929. 2469.
214
2478. 3!7^- 3) daliegen: 3180.
3263.3291. 4) darnieder liegen ,
2030. 5) haften bleiben: 2888.
6) sich legen: 70. 7) daliegen:
von dem beim spiel gesetzten : 320.
8) geleistet werden (busse, er-
satz): 853. 9) ly idel, müssig ge-
hen, un thätig sein: 813. 10) lye
bi, beiliegen, sich begatten:
1740. 1778. 1789. 2128. 2147. 2909;
ebenso mit wib : 1962. 2614. 3010.
li^e st. v. (r. m. hei^e) *32I2. lsprs.
li^e [r. m. wrie — dye — hei^e)
^2152. 2sprs. lext 866. lexst 1007.
iplprs. leiten 3219. — lügen: 866.
1007. 2152. 3212. 3219.
\\z,\ I) adj. {r. m. si^t — kni^t — ni^t
— pli^t) *3I30. — 1) leicht (vom
geiuichte) : 2050. ^3130. 2) unbe-
deutend: 1112. — 3) flink, be-
reit: *ioÖ2. II) adv. (r. m. fi^t —
wi^t — bri^t — kni^t) *I027. — in
unüberlegterweise: 1027.
li^te schw. v. inf. (r. m. knijjt — hijjt
— fi^t)*3340. — herabsteigen, her-
unterfallen: 3340.
li^tes subst. pl. (r. m. ri^tes — diätes
— ^iftes) *498. — hinge: 498.
lüf subst. cas. obl. liue [r. m. fiue —
striue — riue) *9i6. 1022. 1139.
* 1 1 7 1 . 1199. *i37i. 1623. 1746. —
leben: 33. *9i6. 1022. 1139. 1171.
1199. 1371. 1623. 1746. 2035. 2599-
2775. 2786. 2929. 2954.
lüf day subst. pl. lüf days 88. — le-
benstag: 88.
liifliche adj. — lebendig^ lebens-
getreu: 2845.
lin dat. line [r. m. Deuelin — line —
medicine — pine) *I202. — lein-
zvand, hemd, g ew and: *I202.
*28i6.
linde subst. [r. m. tinde — kinde —
finde) *5I3- — linde: 513.
linden spon subst. (r. m. don — sone —
bone — none) ^2039. — span von
lin den holz: 2050.
linne st. v. 3plpr. lan (r. m. bigan —
Morgan — man) *38. — ablas-
sen: 38.
lioun subst. iyoun (r. m. raundoun —
doun — dragoun — boun) *I040. —
1) löwe: *I444. 2) löwe als wap-
penbild im Schilde: *I040.
listene schw. v. imppl. listneb *402.
T,scprs. listen 1429. 2574. — hö-
ren, zuhören: 402. 1429. 2574.
lite adj. (r. m. white — site — scrite —
tite)*i942. — klein, schmal: 1942.
Titel I) adj. — wenig: 2125. II) adv.
wenig, am allerwenigs ten:
1322.
liue schw. v. iplprs. liue 2548. — le-
ben: 2548.
liuer subst. — leb er: 498.
lib pl. libe (r. m. swibe — blibe —
kibe) ^1640. — leute, volk: 1640.
libe adj. (r. m. swibe — rise (?)) *Joy.
— mild: *Jo'j. *I24I. *I245.
Übe schw. v. inf. libe [r. m. blibe —
swibe — kibe) *2$8. *9Ö2. *I253.
^1429. *i859. ^2968. *3i77. *3226.
imp. übe (r. m. vnblibe — swibe —
sif)e) *2874. sspr. libed 721. — 1)
lauschen, zuhören: 1253. 1859.
2874. 2968. 3177. 3226. 2) mit acc.
d. s. oder of, vernehmen: 962.
1429. 3) mit dat. d. p.} je?n. zu-
hören: 721- 4) mü to, hören
auf, gehorchen: 258.
lo interj. — sieh! 2548.
loke schw. v. inf. loke (r. m. toke) *735*
*ioio. imp. loke 1589. 1974. 2183.
2961. splprs. loke [r. m. toke) *I527.
2,scprs. loke 838. — 1) sehen:
1010. 2) ansehen: 735. 3) sich
durch sehen davon überzeu-
gen, dass: 1589. 4) nachsehen,
prüfen: 1527. 5) zusehen, er-
wägen: 1974. 6) achten auf:
2183. 7) darauf sehen, dafür
sorgen: 2961. 8) auf j em. se-
hen, ihn beschützen: 838.
lod subst. — i) weg: 419. 2) reise:
35i-
lof subst. — 1) laib: 382. 2) laib
brod: 869.
löge subst. loghe 191 7. — laube,
zeit, hütte: 1917. 3154.
long I) adj. (r. m. wrong — strong —
among) ^29. — 1) (räumlich) lang:
1556. 2) (zeitlich) lang: yi2..
*2Ö58. II) adv. long (n m. strong —
wrong — brong — wrong) *326o.
comp, lenger 344. leng 145. 2598. —
(zeitlich) lange: * 29. 145. 813. 918.
971. 973. 2441. 2598. 2823. *326o.
no lenger, nicht länger, nicht
mehr: 344.
longe schw. v. inf. long (r. m. song —
among — strong — wrong) *i6i2.
$sprs. longeb 763. 1275. 2925. —
1) (pers.) sich sehnen: 161 2.
2) (unpers.) es verlangt: 763.
3) pers. oder unpers.? : 1275. 2925.
longing subst. — Sehnsucht : 3121.
lord subst. pl. lordes : 2853. — 1) herr,
gebieter: 24. 234. 395. 437. 842.
215 —
912.2634- 2] hcrr, gentlemann.
2S53- 3) chchcrr: 2277. 2689.
4 hcrr, als anrede a) rt;/ menschen:
1961. 2958. b) o» £9//: 392.
lording//. Lordinges. — herr, in der
anrede: 402.
lore subst. [r. m. ore — bore — wore^
*278. //. lores 258. — defehl: *2$S.
sette to lore s. u. sette.
loude adv. — laut: 2105.
loue subst. (r. m. aboue) *2002. —
liebe: 1331. 1342. 1646. 1671. 1727.
*2002. 2010. 2021. 2024. 2035. 2172.
2441. 2444. 2496. 2552. 2573. 2652.
2669. 2719. 3043. 3160. 3305. 3308.
2) liebchen: 1881.
loue sekuf. v. isprs. loue 839. 1979.
2 sprs. louest 1881. 2877. 3035.
3 sprs. louep 1994. 2094. \spr.
2133. ispr. louedest 2001. $spr.
230. 1804. 1816. Splpr. loued 1677.
1693. partpr. loued 1104. 3075. —
\)lieben: 230.83.9. 1104. 1677. 1693.
1804. 1816. 1881. 1979. 2001. 2094.
2133. 2877. 3035. 3075. 2) zärt-
lich sein gegen: 1994.
loue drink subst. [r. m. ring — lesing —
kingj ^1710. — liebestrank: 1710.
louelaike subst. — liebesspiel: 2020.
loue longing subst. (r. m. sing — spring
— ping) *i8Ö2. — lieb es Sehn-
sucht: 1862.
louesom adj. luffsum 2816. — lieb-
lich: 1202. 2816.
louwe adv. — niedrig: 3340.
lOpely adj. — feindlich, grim-
mig: 1444.
M.
ma I) adj. (r. m. ga — ta — also) *335-
*6i3. mo ir. m. slo — go — bo)
*432. *590. 778. 895. * 1865. —
mehr: 335. 432. ^590. *6i3. 778.
895. 1865. II) subst. mo 1094. —
m ehre: 1094. vgl. auch u. mare.
make schw. v. inf. ma (r. m. sla — ta
— wa — tva) ^2765. make 792. 1624.
2230. 3019. maken {vor him) : 2804.
isprs. make 912. 2scprs. make (r. m.
sake — wrake — take) *304i. %scprs.
make 2138. 3spr. made (r. m. rade)
*8o3. 551. 785. 816. 904. 1248. 1701.
2654. 3026. 3165. 3261. ^plpr. ma-
de r. m. rade — abade — brade)
*2Ö32. 1240. maked i44.partpr.ma.de
r. vi. abade — rade — strade — fade)
*i49. *i8i. *343. * 1028. i8o5.*i9i7.
2423. *2742. ^3085. ymade 998.
maked 2965. — 1) schaffen,
bauen: 149. 1917. 2765. 2804.
2965. 2) dichten: 2654. 3026.
3) zubereiten: 1240. 4) schaf-
fen: 998. 3085. 5) anbringen:
2742. 6) machen (lärm etc.) : 3165.
7) bewirken: 2423. 8) hören
lassen, vortragen: 551. 1248.
9) zeigen: 2632. 3041. 10) mit
adjeetiven ; make blipe, erheitern:
792. make boun, bereit machen:
144. make clene, reinigen: 2230.
make fre, befreien: 2138. make
^are, bereit machen: 816. 11) mit
doppeltem acc, zu etwas machen:
785. 803. 912. 1624. 1701. 3019.
12) lassen (faire): 904. 13) ver-
anlassen, dass (mit inf.): 3261.
14) be made, geschehen, statt-
finden: 181. 343. 1028.
may v. prät. präs. 1 sprs. may (r. m. lay
— oway — say) *555. 745. 829. 1337.
1739. 3002. mai 814. 2 sprs. may
(r. m. day — play — say — oway)
*2584. 138. *I9Ö7. isprs. may (r. m.
lay — day — say) * 1127. 227. 238.
404. 744. 965. *I357. 1364. 1418.
1491. *i52i. *i554. 1586. *i686.
1975. *i999. *2034. *2i5i. 2203.
2266. 2298. *23i8. 2335. *2336. 2591.
2690. 2691. 2879. *3oi 1. 3072. iplprs.
may 1749. 1984. iplprs. may 1093.
mow 199. ^plprs. may (r. m. pai —
gray — say) * 1378. ^2257. ispr.
mi^t 2997. 2spr. mi^t (r. m. kni^t)
*2585. 1587. ypr. mi^t [r. m. hi^t —
ni^t — si^t — kni^t) *H32. 204.
389. 565- 576.693. 792. 959. 1118.
1176. 1192. 1243. 1349. 1654. 1671.
1690. 1726. *I9Ö4. 2162. 2172. 2177.
2196. 2252. 2497. 2819. 2917. 3086.
mou^t (r. m. pouTjt — nou^t —
\vr0u5t — sou^t) *I20. *4I3. *I352.
* 1498. 2plpr. mi$t 1598. 3plpr.
mi^t 69. 2060. mou^t (r. m. bipou^t
— sou^t — nou^t — mou^t) *I34Ö.
— 1) können, im stände sein:
69. 120. 138. 199. 204. 238. 389.
555- 565- 576. 744. 745- 792. 814.
829. 959. 1093. 1118. 1127. 1132.
1176. 1192. 1243. 1337- 1346. 1364-
1418. 1491. 1498. 1521. 1554. 1586.
1587- 1598. 1654. 1671. 1686. 1690.
1726. 1749. 1964. 1967. 1975. 1984.
2034. 2060. 2151. 2162. 2172. 2177.
2196. 2203. 2252. 2257. 2298. 2318.
2335- 2336- 2497- 2584. 2585. 2591.
2690. 2691. 2819. 2917. 2997. 3002.
3072. 3086. Mit auslassung des inf. :
— 216
1378. IQ99- 3011- 2) berechtigt
sein zu etwas: 1739. 3) mögen,
sollen : 404. 1349. 1352. 1357- 2266 ;
mit auslas sung des in/.: 413. 4)
mögen (bei zweifelnder frage) : 965.
2879. 5) von der möglichkeit in der
zukunft, oder im Bedingungssatz,
wol werden: 227. 693.
may subst. (r. m. wayleway — say —
lay) *io6. — i) mädchcn, Jung-
frau: *io6. *I336. *i 755. *i793-
*2Ö77. 2) von Bl. und Ys. nach ihrer
Vermählung gebraucht: *2I5- *I920.
*2o88. *2279. *24Ö5. *2527. *3i78.
mayde subst. maide 2702. — m dä-
chen: 1404. 2702.
maiden subst. plur. maidens 69. 741. —
1) mädchen , j ungfrau: 69.77.
78. 156. 162. 741. 1256. 1267. 1356.
1639. 1641. 1762. 2650. 2656. 2672.
2700. 2) zofe: 1795.
maidenhede subst. (r. m. wede) *2i34.
— j ungfrauschaft: 2134.
main subst. (r. m. vnfayn — yslayn —
brain)*io83. — 1) macht, gewalt:
*io83. *2388. 2) drink of main,
stärkender trank : *I5Ö2. *i58i.
maister subst. pl. maisters 79. — 1)
hofmeister: 79. 344.353.802. 2)
herr (als anr.): 2081.
maistresse subst. — h ofmeis terin:
102.
maistrie subst. (r. m. crie — lye —
Ermonie) *72. maistri 558. —
1) oberhand: *72. 2) Vorrang:
558- 3) gewalt: 1999.
malisoun subst. — fluch: 3057.
man subst. [r. m. bigan — Morgan —
lan) *40. plur. men 27. 109. 169.
178. 252. 308. 588. 650. 778. 1174.
1271. 2111. 2128. 2147. 2227. 2234.
2684. 2837. 3046. 3172. — I) man.
1) mann, mensch: 67. 83. *268.
*5 19. 639. 6Ö3.*7oo. 934. 1171. 1195.
II98. 1222. *I232, *I290. * I416.
I422.*i430. 1515. I5i8.*i520.*i836.
j.896^1926. 1932. 2133. 2248. *2276.
*2328. *2526. *2592. 2624. 2791.
*2832. 2889. 3024. 3051. 3072. 2)
no man, niemand : 769. 792. 805.
1118. 1127. 1176. 1364. 1671. 2172.
2335. 249°- 2691. 2713. 3) ich (a)
man, jedermann: 47. 407. 698.
1121. 1129. 1253. 2034. 4) mani
(a) man, manche (viele) leute:
2012. 2252. *2373. 5) mann, krie-
ger: *40. 6) mann = tapferer
mann: *2745. ^2782. 7) dienst-
mann, vasall: 118. *723. *H22.
3147. 8) vasall: ^970. 9) man
(frz. on) : 3051. IT) men. 1) leute:
308. 588. 1 174. 2837. 3172. 2) leute,
d. h. krieger: 27. 178. 778. 3) un-
ter thanen: 169. 4) man (frz. on) :
109. 252. 650. 1271. 2111. 2128.
2147. 2227. 2234. 2684. 3046.
maner subst. — 1) art: 290. 524.
1190. 1191. 1723. 2857. 2) ge-
wohnheit: 1338.
manhed subst. [r. m. ^ede — drede —
nede) * 1840. — manneszoerth:
1840.
mani I) adj. pl. mani 55. 888. 1865.
— mancher, a) mani steht direkt
vor dem subst.: 934. 2012. 2252;
hieher gehört auch mani on, manch
einer, mancher : 884. 3291.
b) zwischen mani und das subst. tritt
a: 40-^93- Sl9- 2261. 2373. 2734.
c) mani steht hinter dem subst., stets
im plur., viele: 55. 888. 1865. II)
subst. — a) sing, mancher : 28.
484. b) plur., viele: 3269. 3281.
3282.
marke subst. plur. markes 2710. mer-
kes 563. 2234. 2742. — 1) grenz-
pfahl: 2710. 2742. 2) stangen
zum ab stecken einer strecke:
12.^. 3) eigen thümlichkeit, Vor-
zug: 563? (vgl. d. anm. z. d. st.)
marchandis subst. [r. m. wise — priis
— griis — wise) * 1383. — han-
delsw aar e : 1383.
marchaund subst. marchaunt 1543. —
kauf mann: 12 15. 1543*
mare comp. (r. m. are — care — fare)
*3Ö4. more (r. m. schare — wäre
— ^are) *540. 235. 296. 21 18. 2672.
^3072. *3333- — I) adj. neutr. mehr,
grösser: 296. *3Ö4. *54C *579.
*8i8. *ni7. *i57o. *i782. ^2705.
*3339- K) adv- 1) mehr: 235.
*ni7. *n6o. *i979. 2672. *33i4.
2) ferner: *494. 3) fürderhin:
*3072. 4) öfter: *275o. 5) na
mare, nicht mehr: *TZ2.. *ii4Ö.
*2920. *32Ö7# *3333- 6) jjete mare,
noch ausserdem: *382. 7) mare
zur bildung des comp, verwendet:
21 18. über forper mare s. u. forp.
vgl. euer mare. superl. 1) adj. most. —
grösster: 1055. 2) adv. mest. — am
meisten, sehr viel: 1204. 1378.
mariner subst. plur. mariners 365. —
schiffer: 311. 318. 337. 365.
martir subst. plur. martirs 454. — am
Mar tins tage zum wintervor-
rath getödtetes vi eh: 454.
217 —
masoun subst. plur. masouns 281 1.
2829. — maurer: 281 1. 2829.
mate sckw. v. $sprs. mates 315. —
matt setzen: 315.
maugre I) siebst, [r. m. he — be — me
— se) *20I7. 2951. — 1) undank:
*20i7. 2) unglück: 295 1. II) ad-
verbiell mit gen., trotz: 2290.
mau^t subst. [r. m. fau^t — tau^t —
drau^t — sau;t) *279i. — kraft,
macht: 2791.
mawe subst. — magen: 507.
mekeliche adv. — freundlich: 168.
mede subst. (r. m. brede — zede —
rede) *49i.
*i635.
lohn: *49i. *I4I9.
medicine subst. [r. m. Deuelin — line —
pine) *I204. — heilkunst: 1204.
mele schw. v. inf. mele (r. m. hele —
lele — feie) *i68. — reden: 168.
melle schw. v. ?,spr. meld [r. m. feld —
teld — held) *327o. — sich in ein
handg einenge einlassen: 3270.
mendi schw. v. inf. mendi 555. 2760. —
1) verbessern, besser machen
als: 555. 2) büssen: 2760.
mene schw. v. inf. mene (r. m. bitvene
— ben — sene — wene) *H35.
^2659. moun /. mone (r. m. sone)
*229. isprs. mene (r. m. sen — grene
— wene — bene) *2i. ^plprs. mene
(r. m. bidene — bene — quene —
bitvene) *244i. — 1) berichten ,
erzählen : 21. 2) sich äussern:
2659. mit refl. 1 135. 3) mit of,
sinnen auf: 2441. 4) klagen:
229.
menske subst. — ehre: 2118. 3051.
merke s. marke.
merci subst. — gnade: 1765. 3302.
mes subst. [r. m. pes — wes — les —
ches) *6o2. — essen: 602.
mesel subst. — aussätziger: 3175.
messanger subst. pl. messangers 2427.
— böte: 2427.
mete subst. [r. m. ete — gete — grete
— sete) *54i. — 1) speise: 589.
707.2260. 2493. 2) mahlzeit: *54i.
2327.
mete schw. v. inf. mete [r. m. grete —
wete — skete) *728. Sspr. mett 426.
2322. 3plpr. mett [r. m. gret) ^2374.
2058. metten 2103. 3325. partpr.
mett !r. in. grete — swete — ete —
7,ete/ ^2499. — 1) treffen (freund-
lich): 426. 2103. 2) (sich) treffen
a) feindlich: 728. 2322. 2374. 3325.
bi freundlich: 2058. 3; antref-
fen: 2499.
meting subst. meteing (r. m. king —
tiding — bring) *i3i6. — 1) be-
gegnung: *i3i6. 2) zusammen»
stoss: 181. 1028.
michel I) adj. miche 719. 1928. 2856.
— i) gross: 164. 2377. 2409. 2622«
2791. 2) viel: 719. 1928. 2856.
II) subst. miche 1932. — viel: 606.
978. 1288. 1528. 1932. 2830. III)
adv. — sehr: 2094.
mi^t subst. [r. m. kniz,t — ri^t — niz,t —
si?t) *587. — 1) kraft: *^.
*io8o. *IÖ93. 2) macht: * 747.
*I549. ^1605. 3) gewalt: *io35.
4) mit of für adjeetiva ; of mi^t a)
gewaltig: *I4Ö9 ; of michel mi^t,
sehr gewaltig: ^2377. b) kräf-
tig: *IÖ45. 5) wijb al his mi^t u.
ähnl. nur als phrase zur ausfüllung
einer zeile, um so mehr, als mi^t auch
sonst stets im reim steht: * 1260.
*i6o9. *iÖ93. ^1948. ^484. ^3232.
milde adj. (r. m. childe) *383. —
sanft: 383.
min, mi pron. poss. d. 1. pers. I) ad-
jeetivisch 1) vor vokalen und h
a) min «) sing, min askeing 1374.
min hert 84. min hond 975. ß) plur.
min londes 2794. b) n zum folgen-
den worte herübergezogen: mi nem
921. 1367. 1576. 1588. 2116. 2665.
c) mine sing., nur vor h : mine hir-
ritage 849. mine harp 1 148. minehors
2815. mine hert 2691. 2999. 2) als
pluralform mit folgendem consonanten
mine: mine liif days 88. mine fe-
lawes 1218. mine fiftend som 1375.
3) hinter dem subst. im sing, ste-
hend mine : si^t mine [r. m. tine —
pine — wine — Katerine) *3o66.
Sonst stets mi. — mein: 84. 88.
137. 139. 225. 226. 234. 392. 533.
668. 679. 748. 759. 765. 814. 842.
848. 849. 864. 919: 921. 975. 1008.
1059. 1148. 1216- 1218. 1333. 1334.
1367. 1374. 1375. 1544. 1576. 1588.
1609. 1768. 1774. 1795. 1840. 1866.
1904. 2005. 2073. 2083. 21 13. 21 16.
2134. 2277. 2326. 2330. 2599. 2665.
2691. 2761. 2794. 2885. 2888. 2953.
2997. 2999. 3049. 3066. 3093. 3303.
3307. II) substantivisch a) mine [r.
m. inne — ■ sinne — pine) *2ÖÖ9. b)
min 1779. 1790. — ■ der, die, das
m einige : 1779. 1790. 2669.
minne schw. verb. inf. minne [r. in. winne
— kinne — skinne — inne) ^563. —
563 (? vgl. d. note z. d. st.).
minstrel subst. menstrel 1873. plur.
218
minstrels 1925. minestrals 2859. —
spielmann: 1873. 1877. 1925.
* 2859.
miri I) adj. mirie 1887. — 1) lustig,
munter (von personen) : 1755. 2279.
v (von melodien ) : 1832. 1887. 2)
unterhaltlich: 1198. 1232. an-
genehm, izett: 2766. II) adv. mirie
3085. — 1) lustig: 1686. 2) rei-
zend: 3085.
mirour subst. — Spiegel: 1093.
mirbe subst. pl. mirbes 1254. —
lustige melodie : 1254.
mis subst. (r. m. is — ywis — bis —
kis) ^2760. — frevel: 2760.
misse schw. v. ^scprs. mis [r. m. bis
— is — his — ywis) *985« "$spr.
miste (r. m. hreste — deste — wist
— kist) *2389. — 1) einbüss en,
nicht erhalten: 985. 2) mit of,
mit etwas das ziel v er fehlen:
2389.
mister subst. — be mister, no thw en-
dig sein: 1388.
mod subst. cas. obl. mode [r. m. rode —
gode — stode) *i794. *2I33. — 1)
1) zorn: 1794. 2) leidenschaft:
2133-
moder subst. — mutter: 753. 861.
1504. 1583. 1644.
mold subst. [r. m. gcld — ■ fold — hold)
*Ö39. — 1) erde: *639 (vgl. d. anm.
z. d. st.). 2) form, prägung :
*942.
mone subst. (r.m.fye — se — he) *6i2.
— geld: *6i2. 942.
mone schw. v. 2spr. monestow 657. —
sich erinnern: 657.
morne schtv. v. ?,spr. morned 2031. —
tr auern,b ekümmert s ein: 203 1 .
(morwen) subst. morn [r. m. born) *220.
a morwe 121 1. 1959. 1982. 2056. to
morwe 2089. — 1) morgen: *220.
121 1. 1959. 1982. 2056. 2) to morwe,
morgen (cras): 2089.
mot subst.pl. mot 2750. — mal: 2750.
mot v. prät. präs. isprs. mot 1840.
1973. 2sprs. most 2760. mot 3060.
3069. i,sprs. mot 844. 2plprs. moten
1754. $spr. most 1490. 1869. 2713.
— 1) können, dürfen: 2713.
2) sollen, von energischem wünsche
und befehl: 844. 1754. 3060. 3069.
3) müssen: 1490. 1840. 1869. 1973.
2760.
mouj) subst. moube 15 19 — mund:
15*9*
na adv. fast stets 110; na 722. 818.
1146. 2705. 2920. 3267. — nicht.
1) alleinstehend : 275. 413. 525.
576. 586. 793. 1133. 1246. 1416.
1448. 1491. 1595. 1640. 1654. 1760.
2010. 2117. 2152. 2203. 2591. 2699.
2703. 2901. 3002, besonders vor com-
parativen: 235. 344. 818. 1146.
2598. 2920. 3053. no — bot, nur:
1488. 2) durch andere negationen
verstärkt und zwar a) durch ne : 145.
722. 2705. 2) durch no : 263. 540. 805.
105 1. 1118. 1127. 1726. 1759. 2456.
2491. 2493. 2713. 3267. 3333. 3)
durch no bing: 664. 1005. 2196.
über no zur Verstärkung von never
und nou^t vgl. dort. vgl. auch
long.
naked adj. — nackt: 2251. 2255.
nay pari. (r. m. ay — oway — day —
say) *Ö24. — i) nein! : *Ö24. ^1509.
1583. 2) wib outen nay, ohne Wi-
derspruch (flickphrase ) : *2320.
*25i3.
name subst. nam 12 16. — name: 22.
601. 1216. 2408.
nan, na A) nan, kein, keiner. I)
subst. [r. m. Morgan — tan — stan —
ban) ^899. ausserhalb des reimes stets
non geschrieben. 1) alleinstehend :
204. 260. *899. 1270. 1331. 1342.
1425. 1852. 2497. 3086 (oder zu II?).
2) durch andre negationen verstärkt,
und zwar a) durch ne : 93. 7°3- 997
(oder zu II?). b) durch 110: 2241.
c) durch ne never: 161. II) adj.
1) alleinstehend : 1723. n zum fol-
genden worte gezogen no nober
bing: 1852. 2) durch andre nega-
tionen verstärkt, und zwar a) durch
ne : 92. 699. 2403. b) durch no :
*99Ö. c) durch ne never: 1028.
3) durch no, noch: 2527. B) na,
\nur in der Schreibung no erschei-
nend; nie im reim. adj. 1) allein-
stehend: 23. 268. 769. 792. 11 76.
1351. 1364. 1671. 1722. 1748. 2172.
2335. 2490. 2691. 3201. 3296. lieber
no bing vgl. s. v. bing. 2) durch
andre negationen verstärkt und zwar
a) durch ne : 345. 1264. 2215. 3218.
b) durch no: 263. 805. 1005. 105 1.
1118. 1127. 1312. 1696. 1726. 1759.
2196. 2456. 2491. 2493. 2713. 2720.
c) durch no , noch : 999. d) durch
ein zweites negirendes adj.: 2692.
nam adj. — eng: 1942.
— 219
nekbon subst. r. m. ston — ichon —
don — ton) *i48o. — hals beim
1480.
ne adv. — nicht , sehr häufig mit dem
folgenden h ü Ifsi 'erb um zusam menge-
Nv«; nan, nis, nas etc. 1) allein-
stehend: 155 1 . 1749. 2298. ne —
bot, nur: 2017. 2) verstärkend zu
nan, na, never, nou>;t gefügt, s. das.
über die zusammenschmelzung mit
verben s. dort.
nede 1) subst. [r. ?n. stede — wede —
drede — blede) * 1055. pl. nedes
846. — 1) dringliche ange-
legenheit : *8i4. 2)noth, noth-
lage, b edrängnis s : *ic>55.*i844.
*i9io. ^2038. *2Ö6o. *294i. 3) man-
gel(sc. an nahrung): *22Ö4. 4) be-
dürfniss: *I"J22. ^2472. 5) drin-
gender grund , wünsch: ^846.
*2720. for nede, mit gutem
gründe: 14.26. 6) zweck, in bat
nede, für diesen zweck: *2Ö6o.
*28i2. at nede, zweckentspre-
chend: *283Ö. nedes adverbiell,
no th gedrungen : 1490.
nei^e I) adj. (r. m. slei^e — bei'^e —
hei^e - - sei^e) *30i6. • nahe
*30i6
dabei: *3<di6. ^3029. II) adv.
!«■
m. bei^e — hei^e — slei2;e) *2Ö9. —
\) nahe: *2oß>\. 2) nahe heran:
*2Ö9. *375. 2274. 2276. 2890. 3) ful
nei^e, von nächster nähe aus:
*«2I75. 4) fast, beinahe: 1075.
1863. 2786; verstärkt durch ferly :
2776. III) präp. nei^e hand, in
nächs ter nähe : 1164. 1168. comp.
ner, im sinne des positiv I) adv. —
nahe: 443. 308 1. II) präp. —
nahe bei: 873. superl. next 475.
nexst 2003. nest ^480. I) adj. —
nächster: 2003. II) adv. — ber
nest, demn ä chs t : *\%o. III.1 präp.
— zunächst , unmittelbar an :
475. i486. 2251.
nei^e schw. v. ^plpr. neiijed 375. —
verbunden mit nei'^e , sich nähern:
375-
neuer adv. 1) alleinstehend 396. 657.
932. 1229. 1371. 2001. 2098. 2126.
2133. 2140. 2276. 2526. 2688. 3024.
3314. 2) durch andere negationen
verstärkt und ztvar a) durch ne 181.
245. 458. 1404. 2027. 2159. 2291.
2387. 2453. 2464. 2592. 2832. 291 1.
b) durch no : 38. 651. 836. 894. 987.
1020. 1125. 1360. 1481. 1513. 1782.
1812. 2569. 2798. 2889. 3062. c)
durch no : 13 12. d) durch ne und
non : 161. 1028. — 1) niemals (auf
Vergangenheit und gegemvart bez.):
38. 987. 1125. 1360. 1782. 2688.
3024. 2) noch nie: 161. 181. 245.
' 1028. 1312. 1404. 1481. 1812. 2027.
2098. 2133. 2159. 2276. 2526. 2569.
2592. 2889. 291 1. verstärkt durch
j;et 2507. 2832 ; durch are, ere, er
458. 932. 1229. 2291. 2387. 2453.
2464. neuer a day oder neuer day,
zu keiner zeit : 15 1 1. 2001. 2126.
3) auf die Zukunft bez. a) nie
mehr: 836. 1371. 2140. 2798.; ver-
stärkt durch mare : 3314. b) ja
nicht: 396. c) niemals : 3062.
4) als verstärkte negation, durch-
aus nicht, gar nicht: 651. 657.
894. 5) in concessiven sätzen, no —
neuer so, auch noch so: 1020.
nevOU subst. — neffe: 737.
newe I) adj. [r. m. trewe — glewe —
drewe) ^292. — neu: *292. *522.
*595- 93 1. * 1 269.* 1433. *l 567.* 1702.
*2i65« *2559. II) adv. — aufs
netie: *i88. al newe, ganz aufs
neue: * 1329. come newe, sich
ablösen: ^1657.
neber adj. — der untere: 1468.
ni^en num. card. — neun: 364.
11 60.
niz;t subst. (r. m. kni^t — mi^t — ri^t
— siljt) * 591. pl- ni^t 1921. 2049.
3136. — jzacht: *59i. *793- *89C
*954. *ii26. *i6i3. *i649. *i685.
1688. * 1815. 1921. 1931. *2003.
2032. 2049.*2200. *2239. 2482.*2486.
2615. 2625. 2680. ^2942. 3i23.*3i32.
3136. *3i56. *3320. to ni^t, heute
nacht, heute abend; *I9Ö2.
*i99i. *2ioi. *2329.
nO adv. — noch , im zweiten satzgliede
negirend a) mit entsprechender nega-
tion im ersten gliede : 15 12. 1640.
2028. 2492. 2527. 2838. 3234. b)
ohne entsprechende negation im ersten
gliede: 998. 1570. 2260. 2838.
noble adj. — edel: 313. 585. 689.
948. 1601. 1968. 2728. 2800.
noble lieh adv. — in edler, feiner
weise: 1536.
noiber pron. — keiner von zweien:
3233-
none subst. none (r. m. don — spon
— sone — bone) *2056. 890.
drei uhr
^2056.
nOSe subst. — nase: 871.
note subst.pl. notes 572. 1887. — ton,
meto die: 572. 1887.
nachmittags: 890.
220
nou/.t I) pron. indef. (r. m. wrousjt —
bou^t — f)ou^t — ywroujjt) ^461.
nau'^l 757. — nichts: *4Öi. ^1502.
*I707 [oder zu II?). 3021. II) nega-
tive partikel (r. m. f^ousjt — wrou^t
. — sou^t — mou^t) *H4. nau^t 757.
2926. 3122. — nicht. 1) allein-
stehend: 13. 520. 624. 976. *I400.
1586. 2609. * 2640. ^2670. 2822.
*284Ö. 3220 ; bes. in den füllphr äsen :
noir^t to lain, nou^t lain, nouijt at
wene, noir^t les : 17. 236. 472. 658.
714. 746. 757. 1207. 1319. 1401.
1501. 1583. 1604. 1769. 1953. 2022.
2224. 2803. 2926. 3122. 3188. 3285.
3309. 2) durch andre negationen
verstärkt , und zrvar a) dtirch ne :
166. 187. 794. 1634. *i664. 1729.
1783. 21 16. 2823. *2835. b) durch
no : *ii4- 220. 389. 522. *539.
*583. 584. *66i. *ii55.*i35o. 1365.
*I43Ö. *i4Ö3. *i82i. ^1825. *2o84.
2095. 2108. 2109. 2547. 2549. *2883.
2933. 31 61. c) durch no = noch:
2261.
noumbles subst. — numbeln: 491.
now I) adv. (r. m. trowe — Peticru —
ynou'4 — hou) ^3104. nou 2966. 1)
j ctzt a) von der zeit des vortragen-
den minstrels : 573. 1429. 2402. 2574.
b) von der zeit der handhing: 763.
830. 1369. 1426. 1974. 1984. 2183.
2582. 2874. 2876. 2966. *3ic>4. 3146.
2) n u n (zur anknüpf ung eines neuen
Momentes der erzählung): 276. 320.
923. 1000. 1303. 1477. 1737. 2168.
2201. II) conjunction, da jetzt:
2761.
0.
0 interj. — o, ach!: 2755-
0f I) adv. s. u. cerve; growe ; reche;
scere ; smite ; take. II) pr'dp. o 210.
587. 1646. — 1) den ausgangspunkt,
die herkunft bzeichncnd , von: 74.
78. 219. 298. 313. 429. 567. 689.
783. 1068. 1092. 1233. 1353. 1719.
1876 (?). 2064. 2855. 2900. 2) den
stoff bezeichnend, aus dem etwas ge-
macht ist, von: 221. 410. 568. 569.
639- 897. 998. 1663. 1888. 1936.
29^5- 3) die veranlassende person
oder sache bezeichnend: 913. 915.
1874. 1879. 2406. 2857. 3058. 3064.
4) den genit. qualit. bildend: 599.
1212. 1266. 1356. 1469. 1562. 1581.
1645. 2377. 2791. 2853. 5) den gen.
partit. bildend: 203. 2240. 2915.
3233. 3269. 6, den gen. quantit.
bildend: 290. 296. 382. 612. 776.
817. 938. 940. 942. 943. 1023.
1190. 1191. 1375. 1502. 1823.
1824. 1897. 2460. 2915. 7) den
gen. subject. bildend: 345. 406.
446. 524. 535. 536. 614. 824.
1 177. 1722. 1871. 1894. 1936.
1954. 2246. 2460. 2721. 2859. 2868.
3322. 8) den genit. object. bildend:
200. 213. 423. 593. 758. 956. 981.
1413. 1616. 1839. 2010. 2021. 2409.
2595- 2597. 2703. 2719. 2853. 3308.
9) den genit. der näheren bestimmung
bildend: 669. 1185. 1025. 3040. 10)
bei verben : a) bei sprechen, dichten,
fragen, hören, über, von: 21. 398.
401. 576. 616. 618. 794. 1027. 1328.
1339- l43°- i6io- x7o;- 2654. 2657.
3305; hieher auch wite of, vor-
würfe machen in bezug auf:
1601. b) bei sich kümmern um, sich
wundern über, sinnen a uf, etwas
verstehen von: 1078. 1133. 1146.
1204. *2i76. 2441. 2549. 2573. 2920;
hieher auch understande of, etwas
ahnen: 1308. c) bei mitleid hegen
über, sich fürchten vor, lachen
über: 194. 1537. 2724. 3195. d)
bei bitten um: 118 (vgl. d. anm. z.
d. st.). e) bei sich sättigen a n :
2497. f) bei trennen, befreien, weg-
bringen, wegjagen, rauben, abziehen,
aufhören, abschied nehtfien, herabrin-
nen, verfehlen: 87. 210. 329. 587.
675- 765- 87i- 955- I2°6- I431- J746.
1934. 1983. 2008. 2138. 2139. 2221.
2314. 2389. 2618. 3093; hie-
her auch winne of, jem. etwas
ab gewinnen, bekommen: 341.
1295. 11) bei adjeetiven a) bei voll
von, frei von, ledig von, freige-
big in: 177. 1833. 1842. 1918.
2204. 2231. 2644. 2976. 2844. 2919.
b) bei froh, heiter über: 183. 351.
283. 381. 610. 806. 1312. 1678. c)
zu? angäbe der beziehung, in welcher
die eigenschaft vorhanden ist, von:
686. 1267. 1271. 1323. 1331. 1342.
1379- J563- IÖ51- I7°4- 3l6°- out
of, präp. 1) aus — heraus: 147.
347. 864. 1409. 1529. 1567. 2) aus
— weg: 1389. 2222. 2450. 2630.
3066. 3) aus, aus den mittein
von: 939. über bring out of s.
u. bring.
Offre schw. v. 2>spr. offred 1103. —
opfern: 1103.
221 —
ofsende schw. v. zsPr- ofsent 3240.
— holen lassen: 3240.
oft adv. [r. m. soft — bou^t — al oft)
*i25o. — oft: 293. *i25o. 2313.
^2405. al oft, sehr oft: *I248.
Oftake st. v. imp. oftake 2585. — ein-
holen: 2585.
Öftere st. v. partpr. oftore (r. ;//. per-
fore) *I956. — abreissen: 1956.
oftvicche schw. v. partpr. of tvi^t (r. m.
mi^t — ri^t — knijjt) *I952. — ab-
reissen: 1952.
O^ain I) adv. (r. m. vnfain — slain —
lain) *238. ogain 238. *85o. '*I499-
*I590. ^1799. *33ii. ogayn*n8o.
*I3I5. ^2390. ^2424. — die bedeu-
tuns; wird durch das verbum bestimmt.
ansvvere o^ain, entgegnen: *85o.
^1499. be ogain, sich dagegen
auf lehnen: *23_8. caste o^ain, da-
gegen ausspeien, schleudern:
*I475. kipe o^ain, sich erklären
gegen: 260. come o^ain, zurück-
kommen: *I986. *2Ö20. 2730. fare
o^ain, zurückkehren : 2824. feche
o^ain, wiederbringen : ^i'jgg. lay
o^ain , setzen gegen (beim spiel) :
313. rise o^ain , aufstehen vor:
7i2.*i3i5. se o^ain, wiedersehen :
770. say o^ain, erwidern: 1006.
*li8o. sende word o^ain, rückbot-
s chaft senden: *2424'. setteo^ain,
wieder eins etzen : *I590. smite
o^ain, einen g egens c hl ag geben:
^2390. speke or>;ain, entgegnen:
*4Ö4. turne o^ain, sich rückwärts
wenden: *3279. wende o^ain, zu-
rückkehren: 1784. 2828. winne
oi;ain, zurückerobern: 2646.
II) präp. — 1) gegen im feind-
lichen sinne: 180. 1001. 1455. J4-64.
1653. 1781. 2346. 2687. 2992.
*33ll. ride o^ain, ans türmen
gegen: 1037. stände o^ain, gegen-
überstehen , widerstand lei-
sten.Syg. 2) vor: * 1315. 3)
gegenüber (abmessend): 1658.
4) im verhältniss zu, gegen-
über: 1724. 5) gegen (zeitlich):
2210.
O^aines präp. a^aines 899. — gegen
(im feindlichen sinne): 268. 286. 899.
1548. 2797. 2996.
Old I] adj. r. m. bold — told — vvold)
♦465. eld 3344. — alt: 292. *4Ö5.
2480. *2492. 3248. 3344. II) subst.
— pat old, der alte: *73i.
opene schw. v. 3plpr. opened 15 19. —
öffnen: 15 19.
opon präp. — 1) örtlich, auf. a) auf die
fr. wohin? 1047. 2348. 2538. b) auf
die fr. wo? (auf einer Oberfläche): 348.
1355. 1888. 2) zeitlich, an: 2316.
' 2521. 2576.
0r pari, ober 461. 621. 767. 2750.
— 1) oder: 121. 136. 359. 545.
547. 767. 843. 1418. 1837. 1841.
2717. 2750. 2) oder, sonst: 621.
634. 2122. 3) oper — or, entwe-
der — oder: 461 f..
orchard subst. — baumgarten: 2058.
OUer I) präp. — 1) räumlich a) über:
151. 1304. 2245. b) über — hin^
durch: 577- ci über etwas weg :
70. d) über etwas hinunter:
2393- 2) übt* (von der herrs chaft) :
437. 928. II) adv. — herüber: 2743.
Ouercome st. v. partpr. ouercomen 2795.
3282. — überwinden : 2795.3282.
Oliertake st. v. $sprs. ouertakep 3104.
— einholen: 3104.
OU^t pron. indef. (r. m. brou^t —
wrou^t — nou^t) *i823. — etwas:
1823.
Ollle subst. — eule: 3032.
OUT pron. poss. 1) adjeet. — unser:
19. 465. 1744. 1749. 2896. 3058.
3216. our on, einer von uns:
1019. 2904. 2) subst. oure (r. m.
tour — bour — Blauncheflour —
anour) *i56. — die unsrige: 156.
Ueber wheper our s. wheper.
OUS dat. acc. pl. d. pron. d. 1. pers.
uns: 360. 467. 1787. 1880. 1974.
2666. 2694. 2758. 2787. 2995. 3233.
Out adv. — 1) interjeet. heraus! 864.
2) dr aussen: 1652. 3) mit v erben;
out come, herauskommen, sicht-
bar werden : 1821. 1825. out dra^e,
herausziehen: 1763. out fare,
hinaus f ahren aus: 1158. Ueber
purch out s. purch; über per out s.
per; über out of s. of.
outen s. u. wip.
oway adv. [r. m. day — gray — say)
* 18. away (r. m. pai) *2453. —
1) interj. weg! : 633. 2) in Verbin-
dung mit v erben ; be oway, weg}
fo rt sein, sich en tfe rnt haben:
*i8. *i848. *2i53. *2582. bere
oway a) weg tragen, weglegen:
*49C b) mit sich forttragen:
1487. *I525. c) davontragen :
*3i6.3343. bresteoway, abreissen:
*22o8. caste oway, beseitigen:
* 1210. clepe oway, wegrufen:
*332. don oway a; sich los-
222 —
s agen v on j em. : *I995- b) ver-
bannen: *202Ö. dra^e oway, weg-
ziehen: 2555. falle oway, her-
unte rfa 11 e n : * 2338. * 2683. fare
oway, a) wegziehen: *t>110- °j
sich davon machen : 3229. fle
oway, entfliehen: * 2223. fleme
away, tu eg jagen: *245i. founde
oway ,
^1287.
gehe n
*26ig.
1449.
*3i59.
*i628.
*i9i6.
abreisen
wegziehen ,
*I29I. gan oway, weg-
. *^ßt *Ö20. *23ÖI. *2Öo8.
glide oway, abgleiten:
lede oway, wegführen :
parte oway, abreisen:
ride oway , wegreite 71:
*3I56. rinne oway, weg-
laufen: 3152- schere oway, ab-
schneiden: 1493. sterte oway, zu-
rückprallen: *2977- take oway,
wegnehmen: *I933- wende oway,
a) abreisen, wegziehen: *jg6.
*i87o. *3293. b) weggehen : 2157.
2608. *26i9. *3i84. were oway,
ab w ehren, abhalten: *2$43.
Owe v. prät. präs. isprs. owest 2724.
iplprs. owe 1005. $sprs. au^t 151 1.
^plpr. ou^t 853. — 1) besitzen:
15 1 1. 2) schuldig sein: 1005.
3) sollen: 853. 2724.
OWhen owen 2706. I) adj. — eigen:
248. 720. 2706. II) subst. — 1) das
eigene, d. h. was einer weis s: \o\.
2) eigenthum : 917. 1335. 3) pine
owhen , dein eigen, auf dich
selbst zurückfallend : 844.
•Op subst. [r. m. sob) *288o. — wib
outen ob, ohne eid ( flickphrase) :
*288o.
Ober pron. anober 640. 1399. — I) ac(/-
— anderer: 590. 640. 1370. 1399.
1638. 1852. 1925. 2016. 2078* 2833.
3041. II) subst. — 1) der ander e
von zweien: 44. 315. 1030. 1399.
1764. 2057. 2496. 2497. 2) von
mehreren: 996. 1976. 3) anderes
oder adv. anders? 467.
Oberliche adv. comp, oberloker: 199 1.
— auf andere art: 1991.
P.
pay subst. (r. m. day — say — may —
ny) *I759. — lohn: 1759.
pay schw. v. inf. pay (r. m. say — oway
— ay — day) *8o2. — belohnen:
802.
pain subst. [r. m. Hodain — Bring-
wain — fain — sain) *i68o. ^2622.
paine {aber r. m. siain) ^185. — 1)
körperl, schmerz: 1117. 2) leid:
*i68o. *2Ö22. 3) mühe: ^185.
palfray subst. — sa ttelpferd: 2074.
palle subst. (r. m. alle — halle — calle)
*568. — weisser seidenst off :
*568. *2843.
palmer subst. pl. palmers 426. 444.
593. 609. — pilger: 426. 444. 593.
597. 609.
pan subst. (r. m. tan — nan — ban —
ytan) *994- pane 569. pl. panes 301.
— pelzbesetztes gewand: 301.
569. *994.
parte schw. v. 3plpr. parted 1628. pard
542. — 1) theilen: 542. 2) mit oway,
abreisen: 1628.
parti subst. — gegen p art ei: 3236
(vgl. d. anm. z. d. st.).
parti ng subst. — t rennung, schei-
den: 165.
passe schw. v. iplprs. passen 3313.
3 plpr. passed 3275. — 1) vorbei-
kommen: 3313. 2) herunter mar-
schiren: 3275.
pap subst. — pfad: 425. 2523.
pauiloun j«^/.//.pauilouns 3077.3127.
3139. — zeit: 3077. 3127. 3139.
pece subst. pl. peces 1456 — stück:
1086. 1456. 1568. 1587. 1955.
pelte schw. v. 3plpr. pelt 1520. — mit
in, einflössen: 1520.
pende schw. v. iplprs. pende 1383.
3 spr. pended : 1090. — 1) mit to,
gehören zu: 1383. 2) gehören
zu , zeug en v on: 1090.
peny subst. pl. penis 420. 1897. pens
432. pans 336. 338. — Pfennig,
pl. geld: 336. 338.420.432. 1897.
pes subst. (r. m. wesches — res — les)
*30. — i) friede: ^30. *6i. *22i9.
*2Ö43. 2) ruhe: ^596. $ friede,
d. h. Straflosigkeit: *2423.
p'lCChe schw. v. 3 spr. pi^t (r. m. knijjt
— bri^t — fi^t — di^t) *2o6. — ste-
chen: 206.
pin subst. (r. m. in — win — bigin —
tvin) *i663. — stifl , zeig er: 1663.
pine subst. (r. m. inne — sinne — mine)
*2ÖÖ7. (r. m. Deuelin — line — nie-
dicine) *i2o6. pin (r. m. Ganhardin
— tin — lin) ^3008. — 1) schmerz ,
quäl: *i2o6. *2Ö67. ^3008. *3259.
2) bedrängnis s : *3i.
place subst. — turnierplatz: 788
[vgl. d. anm. z. d. st.).
play subst. (r. m. way — may — lay —
day) ^213. of playe 329. in plawe (r.
m. drawe — rawe — schawe — knawe)
*3ioi. //. playes 1284. — 1) spiel
— 223 —
(st. schock): 321 (oderinf.f) 324. 329.
2) spiel (sc. vmsik I : * 1 248. * 1 295 .
zweifelhaft, ob zu 1) gehörig: 1608.
hieher playes, unterhalte n de m u-
sikstücke: 1 284. 3 ) k a mpfsp iel:
*2i3. *40i. 4) liebesspiel: *2549.
'2578. 5) freude, tust; * 1918.
6) in plawe : in freundlicher
weise: ^3101.
playe schw. v. inf. play [r. m. lay —
say — oway — faye) *3io. *33Ö. 1148.
*I2Ö5. 1686. * 1690. 1884. *i93i.
*2202. *2334. *27i3. ispr. pleycl [r.
m. seyd — bistayd — layd) ^674. 2170.
3225. playd2o6i. played 1808. 3plpr.
pleyd (r. m. layd — seyd — gray (!) )
*34Ö. playden 2439. plaiden 2617. —
ij spielen (z. b. schach): 310. 336.
346. 674. 1265. 2) das liebesspiel
treiben, sich vergnügen: 1686.
1690. 1808. 1931. 2061. 2170. 2202.
2439. 2617. 3225. 3) play wip, beim
kämpfe gebrauchen: 2334. 4)
sich ergötzen: 1884. 2713; ebenso
refl.: 1148.
playing subst. [r. m. king — wedding
— bring — ping) *I744- — 1) spiel,
vergnügen (?) : 303. 2) liebes-
spiel: *I744. über 291 s. d. anm.
z. d. st.
plaster subst. — pflaster: 1209.
pliz,t subst. [r. m. kni^t — ri^t — bri^t
— ni^t) *888. — apli^t- nie in er
treu!: *888. *233i.
pli^te schw. v. 3 spr. pÜ2;t [r. m. kni^t
— ni^t — si?t) ^2938. *3i34- Iplpr.
pli^ten 3005. — s. u. treupe.
polk subst. — sumpf: 2865. 2886.
point subst. pl. pointes 1261. — kunsi-
griff: 1261.
porter subst. — pförtner: 619. 624.
pouer I) adj. — 1) arm: 639. 700. 2)
arms elig: 2238. II) subst. — be
pouer, die armen: 39.
polierte subst. — armuth: 2262.
pound subst. nurpl. pounde [r.m. stoun-
de) *34l. [r.m. sounde — soun (!) —
stounde — founde) ^1878. [r. m. soun-
de— stounde — founde) * 1897. 938.
941. 943. — I) pfund (als gewicht) :
938. 941. 943. 2) pfund (als bez.
einer geldsumme): 341. 1878. 1897.
pray subst. r. m. say — day — may —
nay) *23i4. — il beute: ^iZ^^t- 2)
Jagdbeute: *25n.
praye schw.v. isprs. pray (r.m. may —
ay — day — say) ^2265. ^842. *i868.
3068. imp. preye 2136. praiep 2075.
2t spr. preyd 60. 3plp>'. praiden 2283.
prayd 2612. — i) bitten: 60. 842.
2075. 2136. 2265. 2283. 2612. 2) be-
ten: 3068. 3) am schluss einer frage ,
y pray, ich bitte?: 1868.
praise schw. v. imp. praise 3096. 3 seprs.
preise 407. — 1) loben: 3096. 2)
bei fall spenden: 407.
pres subst. (r. m. wes — pes — les —
ches) *57. — getümmel: 57.
presant subst. present 1396. 1398. —
geschenk: 825. 1396. 1398.
prest adv. (r. m. forest — tokest —
west — best) ^3145. — eilig: 3145.
pride subst. (r. m. biside — ri^t (!) —
hide — tide) *475- — milz: 475.
pride subst. (r. m. bide — ride — side
— tide) *i84. — \)übermuth: ^184.
*863. *i345- *i546. *i9ii. ^2716.
*2755.*332i. 2) stolz: *ic>90.*3330.
3) glänzende ausrüstung: *i540.
4) rei cht hum , gross e zahl: *y]6.
priis subst. priis [r. m. wise — his —
riis) *5J- in prise (r. m. rise) ^42. —
1) vorzüglichkeit: *I2I2. *I2Ö6.
^1379. 2) rühm: *5i. 3) lob: ^2409.
4) ruhmvoller kämpf: ^42. 5)
tusch: 2749.
prince subst. — fürst: 401. 693. 994.
prise schw. v. inf. prise (r. m. wise)
*I340. — preisen, rühmen: 1340.
priSOlin subst. — g efängniss: *88i.
*i638.
priue [r. m. he — fre — se — contre)
*2074. I) subst. adj. — v ertraut er:
*2074. II) adv. — heimlich: 2079.
proude adj. prout 854. — 1) herr-
lich, glänzend: 994. 2) gewal-
tig: 57- 401- 3) übermüthig: 854.
proue schw. v. inf. proue 745. 1009.
1535- prouen 1546. 1 sprs. proue 1836.
— 1) erproben als : 745. ^prü-
fen: 1546. 3) beweisen: 1009.
1535- 3) proue for, erweisen als:
1836.
putte schw. v. ^spr. put 2542. — le-
gen: 2542.
Q.
quarter subst. pl. quarters 453. —
viertel: 453.
queynt subst. — schäm: 2254.
quelle schw. v. ^spr. queld (r.m. scheid
— feld — jrelt — biheld) ^1075. —
tödten: 1075.
quen subst. quene (r. m. ybene — sene
— wene — kene) *I20I. (r. m. ben
— sen — clen — wen) ^1773 u. ö. —
königin: 1185. 1 193. *i20i. *I399.
224
(quene). 1281. 1288. 1348. * 1399
(quenej.1528.1541. 1558. I58o.*i6i7.
1625. 1750. *i773. ^1784. *i8o8.
*i837.*i85i. 1906.* 195 1.1969.*! 970.
*2094 (quene). ^2191 (quene). *222Ö.
2250. 2259 (quene). *229i. *2420
(quene).*2437 (quene). *2448 (quene).
*2459 (quene). ^2517. ^2538. ^2577.
^2607 (quene). *2Öi3 (quene). ^2653
(quene). 3016. 3070. 3098. *3io5.
3109. 3125. 3159. *3i92. *32I3.Q
que|>e st.v. $spr. quap 607. 1061. 1358.
1509. 2036. 2894. 2931. 3230, stets
dem subjecte vorangestellt. — spre-
chen: an allen stellen.
quik adv. — as quik, alsbald: 1591.
quirre subst. (r. m. he — se > — tre —
^e) *499. — hautfressen: 499.
quite schw. v. 2 plprs. quite 2258. —
v ergelten: 2258.
quite adj. — quitt: 2919.
R.
räche subst.pl. räch es 2470. — Jagd-
hund: 2470.
rade subst. (r. m. made) *8oi. — 1)
weg *8oi. 2) rhede: ^955.
raf subst. (r. m. s;af) ^328. — beutet:
328. (vgl. d. anm. z. d. st.)
ranSOlin subst. raunsoun 983. — tri-
but: 935. 983.
rape sclnu. v. 3 spr. raped 28. — rauben:
28. (vgl. d. anm. z. d. st.)
rauen subst. — rabe: 502.
raiindoun subst. [r. m. doun — lyoun —
dragoun — boun) *I03Ö. — heftig-
keit: 1036.
rawe subst. (r. m. drawe — schawe —
knawe — plawe) *3095. rowe (r. m.
blowe) *504. *779. — reihe: 504.
779. *3095.
rape adv. (r. m. wroh — clop — bähe)
*I745. — rasch: 440. ^1745.
recche schw. v. ^spr. rau^t (r. m. tau^t)
*3o8. 623. 1479. 1854. — 1) hinrei-
chen, . g eben: 308. 623. 2) er-
greifen: 1854. 3) erreichen, tref-
fen: 1479.
reche schw. v. 1 sprs. reche 2152. Splpr.
rou^t 1133. 1246. 1416. — sich be-
kümmern um: 1133. 1246. 1416.
2152. reche of, sich darum beküm-
mern, danach fragen: 1416.
red adj. rede 2404. — roth: 1300.
2404.
rede subst. — 1) entschluss: 139.
773- 1733- 2) rath: 1839. 981.
rede subst. [r.m. brede — jjede — mede)
^489. — eingeweide? : 489.
rede schw. v. inf rede (r. m. i;ede —
bede — nede — lede) *I72Ö. 3. 1258.
1 sprs. rede (r. m. ^ede — dede —
lede) ^984. 1365. ^2036. T>scprs. rede
[r. m. lede — wede — spede) ^65 5.
*io6i. 3 spr. radde [r.m. wedde —
bedde — fedde) *I55- 3Plpr. radde
510. rad 1347. — rathen, einen
rath geben, vorschlagen: 155.
984. 1347. 1365. 2036. 2) berathen,
schützen: 655. 1061. 3) lesen:
1258. 4) vortragen , (auch mit
musikalischen instrumenten): 510 (vgl.
d. anm. z. d. st.). 5) erzählen: 3.
1726.
redi adj. (r. m. cri — Ermonie — bi • —
y) *9o8. redy 798. — bereit: 259.
684. 798. *9o8.
redily adv. redyli 1523. — bereit-
willig: 611. 1523. 3186.
reles subst. (r. m. ches — les — wes)
*I35^- — ar t und weise : 1356.
renoun subst. (r. m. toun — Lyoun —
soun — doun) ^2853. — guter na-
me, vornehmer s tand: *2853.
repaire schw. v. inf. repaire (r. m. hay-
re (?) — bonaire — faire) ^2735. —
zurückkehren: 2735.
repe schw. v. 3 spr. reped 28. — ? : 28
(vgl. d. anm. z. d. st.).
rere schw. v. 2>plpr. rered 1391. partpr.
rered 173. 1) erheben: 173. 2)
aufhissen: 139 1.
res subst. (r. m. wes — ches — pes —
les) *28. — angriff: 28.
reSOlin subst. — grund; bi resoun,
gründlich: 2023.
reste schw. v.inf. rest (r. m. best) *I397-
ausruhen , sich wo verweilen:
1397-
reue schw. v. 3plpr. raft 1220. partpr.
reued 3304. — rauben: 1220.3304.
rewe schw. v. inf. rewe (r. m. newe —
hewe — drewe) * 194. ^227. 3 sprs.
rewep 216. 3 spr. rewed 575. 2541.
rewe 2987. — 1) unpersönl. mit accu-
sativobject der person , leid thun:
2987; mit for, um j em.: 216; mit
of, umjem.: 194. 2) zweifelhaft, ob
unpersönl. oder persönl. gebraucht :
leid thun, schmerzen: 227. 575.
2541.
reweful adj. — traurig , schmerz-
voll: 578.
rewpe subst. — trauerbo tschaft:
199.
225 —
rike adj. (r. m. like — sellike — Pa-
trike) *I22Ö. sonst riche. superl. ri-
chest: 411. — 1) reich: 1757. 2)
kostbar: 381. 411. 569. 687. *I22Ö.
3020. 3) prächtig: 221. 1299.
1390. 1512. 4) fruchtbar: 2813.
5) stark, mächtig: 797. 161 1.
1622. 2861. 6) vornehm: 567. 1742.
2064.
licheliche adv. richelich 1819. richeli
1662. — i) kostbar: 1434. 1662.
1819. 2) reichlich: 1553. 3) don
richeliche, sich freigebig be-
weisen: 264.
ride st. v. inf. ride (r. m. bide — side
— pride — tide) *i8o. *445. ^778.
*io94. ^1548. *I905. *2037. ^2245.
*28i9. *3I4Ö. ^3328. riden788. isprs.
ride (r. m. tide — pride — vnride)
*2753- *mP' s- ride. 3092. pl. 833.
3 plprs. ride [r. m. abide — side —
tide — hide) *2Öo6. 3 spr. rade (r. m.
brade — made — glade) *I79- *I030.
*I9I5. *2Ö30. ^2740. ^3083. rode
175. 1036. 2864. 3103. 3156. zplpr.
rade (r. m. abade — made — strade
fade)
147. *347. ^3278.
1) reiten: 175. 445. 833. 1905.
1915. 2606. 2740. 2753. 3083. 3156.
2) im feindl. sinne a) mit o^ain, ge-
gen j em. anstürmen: 180. 1036.
1548. b) to , ebenso: 179. 1030.
c) mit togider , zusammen rennen:
3328. d);/«7after, v erfolgen: 3278.
3) w eg(fort-)reiten: 2037.3092.
3103. 3146. 4) reisen , ziehen: 778.
1094. 2630. 2864. 5) durchr eiten,
übersetzen: 2245. 2819. 6) se-
geln: 147. 347.
ride schw. v. inf. ride (r. m. wide —
pride — abide) *I347« befreien? :
1347 (vgl. d. anm. z. d. st.).
rigge subst. — rücken: 494.
ri^t I) adj. (r. m. kni'^t — bri'^t — si^t
mi^t) *745- — 1) recht: *io88.
2) richtig: 399. 509. 510. *745.
* 1571. bat ri^t, das richtige:
*3222. II) adv. — 1) richtig: 155.
*425.*I950. 1) gerade: ^589. 2042.
3) direkt: *253l. 4) genau [oder
subst.?! *2o68. 5, ful riijt a) gerade :
*799« *8i9. *2327. b) in gesetz-
mä ss ig er weise: *2235. c) als
blosse füllphrase :* 140%.* itfi.*2$63.
^3152. 6) ri^t pan a) so eben: 856.
b) j etzt (von der zukunft) : 23 1 9. c)
als füllphrase : ^1428. 7) ri'^t bare,
gerade dort: 2297.2748.3331. 8)
Kölbing, Sir Tristrem.
ri^t po, gerade da: 1054. 1847.
lieber doun ri^t s. doun.
ri^t subst. (r. 7)i. kni^t — fi^t — ni^t —
si^t) *952. pl. ri^tes (r. m. lisjtes —
. diätes — ^iftes) *49Ö. — 1) recht:
*496. *952. ^988. *i530.*iÖ32. 21 11.
*2Ö4Ö. ^2671. ^2798. ari'^t, richtig:
*I258.
ri^te schw. v. inf. ri^t (r. m. pride —
biside — hide — - tide) *479- 3 spr.
rilt 489. — zurichten: 479. 489.
ring subst. [r. m. king — pi'ing — bring
— ping) *Ö40. — ring: 221. 228.
623. Ö3o.*640.*726. 733. *ioii.26oi.
2683.^2685. 3093. 3099.3109. 31 13.
*3H4. 2) ehering: ^1624.. *i7o6.
. 3) tragring: ^1854.
rinne st. v. 3 spr. ran [r. m. pan — wan
— man — tan) *i4io. 871. *2375.
*2586.*2778.2983. 3152. $plpr. ran
[r.m. man — ran — pan — can) ^521.
*2743. — 1 ) la ufe n , mit of, aus :
871. out of, aus: 1410. mit fro,
weglaufen von: 521; mit ouer,
h er üb erlauf en: 2743. mit oway,
weglaufen: 3152. mit after, nach-
laufen: 2586. 2) mit to, gegen
j em. anren nen; 2375. 3] mit purch
out, ganz durchdringen: 2778.
4) triefen: 2983.
rise st.v. inf rise [r. m. wise) *275.*7n.
2, spr. ros7i2. 13 15. 3267. 3333. splpr.
risen 550. — 1) sich erheb en, auf-
stehen: 550. 711. 712. 1315. 3267.
3333. 2) emporkommen, aus Un-
glück etc.: 275.
ritte schw. v. ^spr. ritt 479. — ritzen^
aufschneiden: 479.
riue subst. (r. m. driue — stiue — aliue)
*i 173. — ufer: * 1173. *I3Ö9.
riue schw. v. ^plpr. riuen 886. partpr.
riuen 582. — 1) zerr eis s en: 582.
2) zerspalten: 886.
riue schw. v. inf. riue [r. m. fiue — oliue
striue) ^920. — reisen: 920.
riuere subst. (r. m. here — fere — yuere)
*i884. —fluss: 1884.
robber subst. pl. robbers 1217. — rau-
her: 1217.
robe subst. pl. robes 582. 589. 652. —
I) gewand, rock: 408. 568. 599.
690. 2083. 2093. 2) kleid: 582. 589.
652.
rode subst. (r. m. z;ode — stode — blö-
de— gode) *i766. — kreuz: *I766.
*I79Ö. *2I27.
romaunce subst. — lied, romanze :
1258.
15
— 22G —
rote subst. [r.m. böte) *I485. — wür-
ze/: 1485.
rote subst. [r. m. dote) *I9I4. — rotte:
1853. 1888. *I9I4.
roum .y«^. a roume 2355. — a roume,
in einiger entfernung : 2355.
roun subst. [r.m. croun — toun — boun
— latoun) *945- in roune (r. m. Er-
celdoune — croun — baroun — toun)
*3> — 1) runens chrift: ^2051.
2) geheimes gespräch: *3. 3) ge-
heime abmachung : *'945- 4) ^0?z
fz/<?w Vortrag eines Musikstückes) : *5 10
roune j<r/ra>. z\ ?'«/". roun (f. m. toun —
somoun — goinfaynoun — croun)
^169. — im geheimen reden:
* 1 69 (oder subst. ?) .
rowe adj. — rauh: 685.
rowe st.v. 2>spr. rewe 1656. Splpr. rewe
1655. — rudern: 1655. 1656.
s.
Sake subst. [r. m. take — schake — crake)
^883. — i) sittliche schuld: *223i.
2) s chulden : 2138. 3) for — sake,
ww — willen: *883. *3037.
sadel .mfo^. ■ — satte l: 2888.
Sail subst. seyl 1696. //. sailes 150. —
segel: 150. 1299. 1654. 1696.
Saile j^w. #. ~$spr. sailed 800. 3plpr.
seylden 1013. — segeln: 800. 1013.
Say schw. v. inf. say (r. m. wayleway
— lay — may) *io2. *302. ^314.
*4°3- *557- *794- *8o6. *8io. ^829.
*no9. *ii29. *ii36. *i2o8. *i2i7.
*i2Ö3. *i289. *i332. *i5i3- *i523.
^1558. *i626. *i67o. ^1753. 1773.
1787. *i8o2. *i873. ^1924. *i935-
*I9Ö9. *2028. *2090. *2I24. *2I49.
*220Ö. *2229. "2263. *23I2. *2342.
*24Ö7. ^2525. ^2580. *26io. *2884.
^2890. ^2975. ^3009. *3098. *3i72.
*3i86. ^3297. sain (r. m. Hodain
Bringwain — fain — pain) *i682.
*2482. *2Ö2i. sayn [r. m. forlain —
sleyn — swayn) ^826. I sprs. say [r.
m. day — gray — oway) *i6. *Ö2Ö.
*I293. *i382. *2i85. *228i. 2669.
2 sprs. seyst 2146. uou ist enclitisch
angefügt, seistow 2950. ^sprs. seyt
1545. 2012. 2670. 2plprs sigge 1367.
3plprs. seis 2147. imps. say 1966.
*i993.2o85. 2933. 3i°2- 31 I2- lsPr-
seyd 759. 2182. ^spr. seyd [r. m.
pleyd — bistayd — layd) ^672. 100.
249. *344- 457- 461. 517. 529- 54©.
597. 620. 624. 698. 827.964.976. 982.
984. 986. 989. 1004. 1017. 1058.
1140. 1145. 1 173. 1188. 1427. 1462.
1496. 1550. 1633. 1756. 1766. 1786.
1794. 1827. 1831. 1866. 1875. I9io.
1977. 2067. 2164. 2180. 2259. 2324.
2331. 2545. 2588. 2639. 2698. 2822.
2929. 3030. 3091. 31 12. 31 16. 3124.
3145. 3213. 3319. said 2232. sayd
3120. sede (r. m. ^ede — lede —
bede) * 1006. *3i66. ZplPr- sey(l
73. 429. 609. 1180. 1193. 1352. 1414.
1517. 1619. said 2128. seyden 355.
2551. 2556. sain 3220. partpr. sayd
(r. m. slain — ogain — swayn !) * 852.
— i) sagen: 73. 100. 102. 249. 344.
355. 429. 457. 461. 517. 529. 540.
557- 597- 609. 620. 624. 698. 759.
794. 810. 826. 827. 829. 852. 964. 976.
982. 984. 986. 989. 1004. 1017. 1058.
1129. 1136. 1140. 1145. ri73- 1188.
1193. I2*7- 1289. 1332. 1352. 1414.
1427. 1462. 1496. 1513. 1517. 1523.
^S0- r558- i6l9- 1633- 1753- ^S6-
1766. 1773. 1786. 1787. 1794. 1827.
1831. 1866. 1875. 1910. 1924. 1966.
1969. 1977. 1993. 2028. 2067. 2085.
2090. 2124. 2149. 2164. 2180. 2182.
2185. 2206. 2232. 2259. 2263. 2312.
2324. 2331. 2342. 2467. 2482. 2525.
2545. 2551. 2556.2580.2588.2621.
2639. 2670. 2698. 2822. 2884. 2890.
2929. 2933. 2950. 2975. 3030. 3091.
3098. 3102. 3112. 3116. 3120. 3124.
3145. 3166. 3172. 3186. 3213. 3220.
3297. 3319. 2) sagen, erzählen:
302.403.672. 3) behaup ten: 1367.
1545. 2012. 2128. 2146. 2147. 2227.
2610; bes. in der flickphrase y say:
16. 626. 1293. 1382. 2281. 2669. 4)
to say, so zu sagen, nämlich,
meist nur als flickphrase gebraucht :
314. 806. 1109. 1208. 1263. 1670.
1682. 1802. 1873. 1935. 2229. 3009.
say o^ain s. u. o^ain.
Sallie subst. pl. salues 1244. 2365. —
salbe: 1114. 1244. 2365.
Sand subst. [r. m. land — hand — fand
■ — Strand) *i89i. sond 256. — 1)
b 0 tschaft: 256. *i89i. 2) barm-
herzigkeit *235i.
Sare I) adj. [r. m. are — wäre — fare)
*2I4I. — 1) schlimm: *334i. 2)
schmerzbewegt: *2i4i. II) adv.
[r. m. bare — bare — care) *2i6. sore
(r. m. ore — fare — wäre — whare)
*20o6. 352. 772. 2945. ^2982. ^3070.
— I) bitterlich: 352. ^362. *934.
2) sehr: *2i6. ^5 75. 772. *20o6.
2214. 2945. ^2982. *307o. 3)
schwer: *io89. *ni3. ^1223.
— 227 —
sau^t adj. [r. vi. fau^t — tau^t — drau^t
— mair^t) *2793. — versöhnt : 2793.
sau^tening subst. [r. vi. le^ing — king
bring)* 1 805 . — versah, n u ng: *i8o5.
Saun präp. san 2253. — 1) ohne: 2253.
2) saunfayl zus. geschr., unzweifel-
haft: ^889. *io65. *i296.
SCape schw.v.^spr. scaped 186. — da-
v onkoni m en: 1 86.
SCarlet subst. — scharlachmantel:
687. 1269.
Sket adv. [r. m. set) *559- (r. m. swete)
*57°- skete (r. vi. swete — lete — fet)
*89Ö. *73Ö (vgl. j ed. d. anm.). — 1)
rasch, alsbald a) allein: ^896.
*I240. b) ful sket *Ö33. ^734. 2) ful
sket als füllphrase: *559- *570.
^736 (?). *i945.
SChake st. v. inf. schake (r. vi. take —
sake — crake) ^885. — schütteln:
885.
SChadowe subst. — schatten: 2104.
SChaft subst. plur. Schaftes 885. —
lanze: 885.
SChame subst. — schände : 3190. 3194.
3273-
SChame sckw.v.$spr. schamed 2982. —
kränk en ; 2982.
schamliche adv. scbamely 2895.sch.am-
ly 3289. — seh m ä hlich: 1474. 2895.
3289.
SChe pron. pers. %pers. fem. — sie:
79. 99. 100. 102. 105. 217. 223. 224.
*237. 726. 1200. 1206. 1209. 1234.
i323- I33°- i34i- i5°2- i561- i565-
1568. 1580. 1581. 1667. 1669. 1710.
1720. 1721. 1722. 1739. 1740. 1752.
1756. 1765. 1776. 1796. 1798. 1800.
1803. 1804. 1870. 1893. 1977. 2227.
2230. 2233. 2245. 2270. 2284. 2423.
2424. 2673. 2918. 2919. 3071. 3074.
3076. 3101. 3120. 3126. 3164. 3179.
3185.
SCheld subst. [r.m. feld — ^elt — queld
— biheld) ^1069. pl. scheldes 886. —
schild: 886.* 1043.* 1069. 1476.2384.
Sehende schw. v. partpr. scheut (r. vi.
brend) * 1474. 1744- 2589. 2895. //.
sehende (r. m. nende) *328g. 1 in
schände bringen: 1744. 2589.
2895- ^3289. 2) ents teilen: 1474.
SChene adj . [r. vi. bidene — yben —
bitvene — kene) *756. — schön:
*756- *I33°- ^2348. ^2455. ^2540.
^2554. *2Ö6l.
schere st. v. ^sprs. scheres 602. 3 spr.
■schar [r.m. bar — bar — far) *I493-
477. schare r. vi. jare — bare —
wäre — mare; ^488. 474. *820. 3plpr.
schare (r. m. more — wäre — ^are)
*542. partp). schorn 1485. ■ — 1)
sc /meiden, tranchiren: 602. 2j
zers chneiden: 542. 3) abschnei-
den: 474. 477. 820. 4) schere ato,
entzweischnei ' den:*4&$. 5) schere
of, abschneiden: 1495. schere
oway s. oway.
SChewe subst. [r. m. knewe) *2253- —
zeigen: 2253 (vgl. d. anm. z. d. st.).
SChewe schw. v. inf. schewe [r. m. hewe
— newe — trewe) *I5Ö5. 671. 1234.
*I5Ö5. *2402. imp. schawe [r. m. dra-
we — rawe — knawe — plawe) ^3097.
— 1) zeigen: 1234; mit forb, her-
zeigen: 3097. 2) präs entiren:
671. 3) zeigen, berichten: 2402.
4) sich ansehen: 1565.
SChille adv. [r.m. stille — wille — ille)
^3284. — laut: 3284.
Schilling subst. (r. m. king — ■ bring
— thing) *433- //. schillinges 314.
schilinges 613. — Schilling : 314.
613. sing, in coli, sinne: 304. ^433.
*6o5.
SChine st.v.^spr. schon 2538. — schei-
nen: 2538.
SChip subst. cas.obl. schippe 956. 1540.
pl. schippes 1014. — schiff: 298.
409. 956. 1014. 1144. 1147. 1152.
1156. 1172. 1189. 1287. 1305. 1311.
1370. 1380. 1387. 1402. 1414. 1431.
1540. 1544. 1684. 1856. 1899. 1907.
2271.
SChip fare subst. (r. m. bare — ^ar^ —
are — sare) *92Ö. — schiff saus-
stattung: *gz6. ^1390.
SChipman subst. pl. schipmen 674. 929.
— 1) schiffer: 929. 1168. 1181.
2) die leute auf dem schiff: 674.
SChip side subst. (r. m. ride — tide —
side) *2247. — schiff: 2447.
SChO subst. pl. schon (r. m. don — sone
— bone — schon) *329Ö. — schuh :
3296.
scholder subst. schulder 497. //. schol-
ders 1557. — Schulter: 497. 1557.
SChortliche adv. — kurz: 1004. 1136.
SChour subst. (r. m. bour) *i936. —
(sc hnee-)s chauer: ^1936. 1937.
(SChille) verb.prät.präs. isprs. schal 621.
855. 1830. 1837. 1872. 2089. 2122.
2149. 2881. 2sprs. schalt 859. 1060.
1771. 1963. 2023; bou ist enclitisch
angehängt, schaltow 356. ^sprs.
schal 156. 239. 360. 634. 769. 917.
979. 1019. 1335. 1419. 1878. 1985.
1990. 2068. 2079. 2140. 2156. 2188.
2248. 2901. 2904. 3040. 3062. 2plprs.
15*
— 228
schal 1756. schul 1095. $scprs. schul
47. ispr. schuld 1141. %spr. schuld
936. 944. 1778. 2245. 2716. 2plpr.
schuld 1789. \scpr. schuld 1368.
ycpr. schuld 1108. 161 7. 161 9. 1620.
2106. 2438. 3051. 2plcpr. schuld
506. ^plcpr. schuld 257. 21 II. —
1) sollen, müssen: 356. 360. 859.
936. 944. 1019. 1060. 1771. 1837.
1963. 2248. 2716. 2901. 2) sollen,
verpflichtet sein zu: 506. 3051.
3) zur bezeichnung der Zukunft,
werden: 239. 621. 1830. 1872.
1990. 2023. 2043. 2188. 2904. 4)
zur bildung des imp. fut., sollen:
1141. 1632. 1778. 1789. 1797.2245.
5) von dem wahrscheinlichen eintreten
einer handlung in der zukunft,
sollen, mögen: 47. 156. 257.
634. 769. 855. 915. 917. 979. 1095.
1108. 1335. 1368. 1419. 1617. 1619.
1620. 1756. 1878. 1985. 2045. 2046.
2068. 2079. 2106. 2140. 2156. 2186.
2438. 3040. 3062. 6) zur bezeichnung
des energischen wollens : 2089. 2122.
2149. 2881.
skil subst. — grund , Ursache: 2635.
Skinne subst. (r. m. minne — winne —
kinne — inne) ^569. — 1) Pelz-
werk: ^569. ^687. 2) haut: ^1237.
SCrite subst. (r. m. white — site —
lite — tite) *I944. — handschrift,
quelle: 1944.
SClaunder subst. — üble nachrede:
2145.
Se subst. [r. m. he — se — be — fre)
*io97. — see, meer: 348. * 1097.
*I2I9. *i652. ^2246. *272I.
seke schw. v. inf seken 2606. 3 spr. sou^t
(r. m. foouijt — nou^t — wrou^t —
mou^t)*n8. *4i7.*58i.*i438.*i5(>4.
2299.*23Ö3.*2672.*2889.3299. 3plpr.
sou^t (r. m. bibou^t — mou^t — nou^t
— mou^t) ^1348. partpr. sou^t (r. m.
nou^t — bou^t — brou^t) *66$. *2829.
— 1) suchen: 581. 665. 1348. 1504.
2363.3299. 2) aufzucken, nach-
gehen: 1438. 2299. 2606. 2672. 3)
zusammensuchen: 2829. 4) he-
rumtasten: 2.%%^. 5) bitten um:
118. 6) seke forb; durchsuchen:
417.
Seyle schw. v. 3plpr. seylden 1013. —
segeln: 1013.
Seyn adj. — heilig: 1228. 2851. 3068.
Seif pron. nom. miself 814. bi seif 2041.
2068. him seif 18 14. 2160. 31 14. hir
seif 1561. 1969. miseluen 3207. bi-
seluen 3042. acc. bi seif 1990. her
seif 2029. him seluen 1425. —
selbst: 814. 1425. 1561. 1814. 1969.
1990. 2029. 2041. 2068. 2160. 3042.
31 14. 3207.
Seile schw. v. 3 spr. sold (r. m. bold —
wold — yfold) *2786.*i98. — \)sich
bezahlen lassen: 198. 2) hin-
opfern : 2786.
Seil ike adj. (r. m. like — ' rike — Pa-
trike)*l224. selly 83. 2734. selli 1363.
— 1) sonderbar: 83. 1363. 2) ei-
genartig: *I224- 3) merkwür-
dig, selten: 2734.
semblaunt subst. — 1) 'verhalten:
2046. 2,1 miene: 3041.
Seme schw.v. %sprs. semes 2131. semeb
2097. 2260. 3 spr. semed 584. 642.
2846. — 1) scheinen: 584. 2097.
2260. 2) aussehen wie: 2131.2846.
3) seme to, passen für: 642.
semly I) adj. — 1) freundlich: 12.
2) willkommen: 1891. II) adv.
— zierlich: 414.
Sen st. v. inf. sen (r. m. quen — ben —
clen — wen) *i 777. 1128. I579-*I788.
sene (r. m. quen — bene — bidene)
^3215. ysene (r. m. mene — bitvene
— ben — wene) *H4i. se (r. m. fre
— me — sehe — be) ^241. ^69. ^138.
*389- 470. *5oi. *554- *6o8. *63o.
*668. *7Ö9. *92i. *959- ^1093. *i 196.
1262. *i422. *i587. ^1827. ^2023.
2034. 2039. *204Ö. ^2065. 2068.
*207Ö. ^2089. *2I04. *2IOÖ. *2Il6.
*2i40. *2i86. *2Ö3i. *2738. *2799.
*2827. ^2899. *2925. ^2963. *29Ö9.
*2998. ^3242. yse [r.m. be — be — he
— fre) ^1337. ^2252. isprs. se (r. m.
he — be — fle — fre) ^3207. ^835 (oder
conj.f). 3003 (oderconj.?). 2sprs. ses
[r. m. fies — les — besj *2933. 3 sprs.
yses {r.m. ywis — is — bis — amis !)
^2906. 2plprs. se 137 1. ^plprs. yse
[r. m. we — be — he — fle) *2587.
se (r. m. he — fle — fre) *3 149. 2 seprs.
se [r. m. he — be — ^e — fre) ^3042.
3 seprs. se (r. m. fre — be — me —
f)ej *228. 1996. 1 spr. sei^e 458. ispr.
sei^e (r. m. nei^e — slei^e — bei^e —
hei^e) ^3024. 445. ^1439. i960. 2442.
2443^287 1 . 2944. 2984. *303 1. ^3084.
sey^e [r.m. dye — heye — lye)*3i3l.
ysei^e 2062. Splpr. sei^e 1168. 1229.
1408. 2272. 2526. 2973. 3083. seilen
492. 1530. 2405. 2524. partpr. sene
(r. m. quene — ybene — wene —
kene) *I2o5. ^1405. ^2098. ^2197.
^2380. *2534. *2579- ^3109. ysene
229
[r.m. bidene — wene — tene) *io52.
*3IQ4. sen (r. m. l)idene — quen —
j)en — wen) *i8i2. (r. m. grene —
w ne — bene — mene) ^13. *22i6.
*256o. *26n. sain [r.m. o/,ain — vn-
flain — fain — lain) ^466. *I3H.
^1988. *2422. seyn *Ö92. — 1) se-
hen, erblicken: 13. 69. 228. 389.
445. 458. 466. 554. 692. 769. 835.
959. 1093. 1196. 1229. 1311. 1337.
1371. 1408. 1439. 1579. 1587. 1812.
2057. 2062. 2106. 21 16. 2140. 2186.
2252. 2272. 2380. 2405. 2422. 2524.
2527. 2534. 2579. 2587. 2611. 2871.
2925- 2933- 2944- 2973- 2984. 2998.
3024. 3042. 3083. 3084. 3109. 3 131.
3 149. 2) vom geistigen sehe n : 2023.
2034. 2068.2442.2443.2906. 3) an-
sehen: 630. 1196. 1777. 1788. 2216.
3031. 3215. 4) mitans ehen: 241.
492. 1141. 2899. 5) zusehen: 470.
501. 6) einsehen, b e greif en:
138. 1530. 3207. 7) sehen, besu-
chen: 921. 2050. 2631. 2738. 2827.
2963.2969.3005. 8) treffen : 2089.
9) mit on , ersehen an, erpro-
ben: 1 205 . ansehen: 11 28; vgl.
12). 10) »///tili, rück sieht neh-
men auf: 1996. 11) late se a) zei-
gen: 554. 608. 2799. b) sehen
lassen: 1422. 1827. 12) verstärkt
durch wip si^t, a) mit äugen sehen:
668 f. 1405/. i960. 1988 f. 2065 f.
2076. 2098 f. 2197 f. 3242 f. b)
besuchen 2076. auch se in si^t
heisst mit äugen s ehen : 1262. 14)
ysene sichtbar: 1052. 3194.
Sende schw. v. inf. sende [r. m. hende
— kende — hende — ende) ^2419.
imp. send 1150. $spr. sent 117. 256.
1209. 2049. 2073. 2424. 31 15.
31 19. 3204. Zplpr- senten 512.
TfScspr. sende 3306. — 1) sen-
den: 117. 256. 1150. 1209. 2049.
2073. 2419. 2424. 31 15. 31 19. 3204.
3306. 2) sende forp , einebot-
schaft vorausschicken^.): 512.
seriaunt subst.pl. seriaunce 708. 740. —
i) knappe, dien er: 708. 740. 2)
spec. von einem der jäger: 463.
Serue schw. v. inf. serue 709. $spr. ser-
ued 1282. partpr. serued 840. — 1)
dienen: 709. 1282. 2) serue to, es
um jmd. v er dienen : 840.
Se Strand subst. [r. m. fand — vnder-
stand — land^ * 1 1 79. — meeres-
strand: 1179.
Sete subst. [r. m. swete ^1252. (r. m.
sket '561. — sitz: 561. 1252.
Sette schw. v. inf. set 2774. imps. setl
1590. $spr. sett 414. 715. 903. 1569.
1676. set 278.2643. 3///r. 379.2234.
3127. partpr. sett 1883. sett 2710.
ysett 322. — 1) setzen lassen : 715.
2) ordnen: 903. 3) constituiren:
322. 4) befestigen, einrammen:
2234. 2710. 5) aufstellen: 3127.
6) mit 02jain, wieder anfügen:
I59°- 7) mit doun, niedersetzen:
1676. 8) mit to a) ansetzen an:
1569. b) sette tolore, unterrichten
lassen: 278. 91 sette in pes, den
frieden wie derg eben: 2643.
10) sette on land, ans land setzen:
379. 1883. 21) refl. mit doun, sich
nieder setzen: 414. 1676. s chleu-
dern (von Speeren): 2774.
Seilen num. card. — 1) sieben: 48.
579. 1921. 3310. 2) der siebente:
800 (vgl. d. anm. z. d. st.).
Seppen 1) adv. — 1) dann: 671. 1327.
1561. 1734. 1922. 2210. 2757. 2) seit-
dem: 484. 3) später: 109. II) conj.
— 1) da: 852. 2) seit: 1139.
Sex num. card. — sechs: 330.
Sibbe subst. — v erwandter: 722.
sike adj. — krank: 3126.
Sike schw.v.TySprs. sikep2Ö2i. — seuf-
zen: 2621.
Siker adj. — sicher: 2067.
Sikerly adv. (r. m. belamye — Hermo-
nie — venery — pi) *534- — sicher-
lich [ füllwort desverses): *534-*3237.
Side subst. (r. m. bide — ride — pride
— tide) *i82. pl. side [r. »/. tide) ^3256.
— 1) seite [von einer partei): *i82.
2) seite (als k'örpertheil) : * 1447.
*225i. *2777. *3256. 3) bi his side,
an s eine seite, neben sich: *7 15.
4) bi pi side, an deine seite, zu
deiner hülfe: ^780. 5 ) zur Umschrei-
bung des einfachen ortsbegriffes ver-
wendet: *I092. *2Öoo. *332Ö. 6) vgl.
biside.
Si^t subst. (r. m. vnli^t — hi^t — ri^tj
^423. — 1) das ans ehen, bes. in
stereotypen phrasen; freine wip si^t,
fragen mit ans ehen, d.h. inde?n
man j em. ansieht : * 743 (vgl. d.
note z.d.st.). knowe bi si^t, von an-
sehen kennen: ^2241. *2535« sike
be si^t , krank dem aus sehen
nach: *3i2Ö. wite bi si^t , aus
erfahrung wissen, augen-
scheinlich wissen?*$2i6. 2) an-
blick: *2944. haue (a) si^t of, et-
was erblicken: ^423. ^593. ^956.
bi si^t , ihrem äusseren nach:
— 230 —
*82i. 3) Sehvermögen; se wib (in)
si^t, mit äugen sehen: *66g.*ii2&.
*I2Ö2. *i4.o6. *i8i3. *i<)6o. ^1989.
*2o66. *2077. "*2099. ^2198. *252§.
*256i. ^3243. 4) gesichtskreis :
*3o66.
Si^te schw. v. 'S spr. si^t 772. — seuf-
zen: 772-
Silke subst. — s ei de : 2403.
Siluer subst. — silb er : 307. 940. 1293.
Sinke st. v. inf. sink (r. m. swink —
drink — f>ing) *I72I. 359. ^2256. —
i)unter sinken , ertrinken: 359.
2) sinken, niederfallen: 1721.
3) ertränken: 2256.
Singe st. v. inf. sing (r. m. king — hing
bring — askeing)*i366.*i858.*i86o.
2>spr. song 2655.3027. — I] singen:
1858. 1860. 2655. 3027. 2) zwit-
schern: 1366.
Sinne subst. (r. m. inne — winne — a-
tvinne) ^2546. [r. m. inne — sinne —
pine — mine) *2665« — sünde:
^2546. ^2665.
Sinne schw. v. isprs. sinnest 21 14. Sin-
nes 2006. — sündigen , unrecht
handeln: 2006. 2114.
Sir subst. — herr, titulatur eines für-
sten oder helden, 1) in direkter anrede:
532. 724. 744. 763. 838. 1833. 1923.
2067. 2581. 3191. 3048. 3131. 2) in
der erzählung: 288. 299. 305. 534.
710. im. 1259 1272. 1277. 2102.
2237. 2361. 2367. 3015. 3029. 3158.
3192. 3263.
Site subst. (r. m. white — lite — scrite
— tite) "*I940. — kummer: 1940.
Sitte st. v. inf. sitt 910. ^spr. sat 475.
503. 2063. 2102. 2142. iplpr. sat (r.
m. gate - wate — lat) ^2095. Splpr.
sete (r. m. mete — ete — gete —
grete) *549- sat 346. — 1) sitzen:
346. 503. 549. 2063. 2102. 2142. 2)
sich setzen: 910. 3) liegen? 475
(vgl. d. note z. d. st.). 4) ysame sitte,
sich gut zus ammen vertra-
gen: 2095.
Siue subst. — korns chwinge: 1946.
Sibe subst. (r. m. blibe — sibe (pl.) —
übe) *9Ö4. pl. sif)e (r. m. blibe —
lif)e — sif)e (sing.)). *g6o. *i25i. —
1) mal: 960. ^3228. 2) bat sibe,
füllphrase a) da: *9Ö4. ^1427. ^2878.
b) damals: ^3228.
Sie st. v. inf. sie (r. m. he — bre — tre)
*i458. 767. 1418. 1573. *i59i.2009.
2947. slo (r. m. fo — so - do) *2ii7.
*43°- *775- *i5<>7- *i737- *i783-
*l845. *2029. *2IIk. *2II7. *2332.
*2952. sla (r. m. ma — ta — wa —
tva) *27Ö3. slen 1754. ispr. slou^ (r.
m. lous; — ynoir^ — wou^) *'i 602. 851.
2762. ispr. slou^ 2326. 2725. 2755.
3 spr. slou5; (r. m. wout; — anou'4
— lou^ — drou^) *I533- 27. 201.
901. *i5i8. ^1584. *2477. 2629.
Typlpr. slou^ (r. m. ynou^ — drou^
— anou? — bou^) ^3269. 1218.
partpr. slain (r. m. vnfain — lain
— osjain) *234- *i87. *848. *n84.
*i5c>3. *i577. *i594. 1598. ^1771.
^1795. *2394- *2426. ^2624. 3291.
slayn (r. m. lain) * 748. *88o.
1059. sleyn (r. m. sayn — fo riain —
swayn) ^830. yslain (r. m. 02jain —
brain — fain) *I477- *328i. yslayn
[r. m. vnfayn — main — brain) * 1 08 1 .
slawe 755. yslawe 893. 3335. — 1)
erschlagen , tödten: 27. 187. 201
234. 430- 748. 755- 767- 775- 83o
848.851.880.893.901. 1059. 1081
1184. 1218. 1418. 1458. 1477. 1503
1507. 1518. 1533. 1573. 1577. 1584
1591. 1594. 1598. 1602. 1737. 1754
1771. 1783. 1795. 2009. 2029. 21 11
21 17. 2326. 2332. 2394. 2426. 2624
2629. 2725. 2755. 2762. 2763. 2947
2952. 3269. 3281. 3291. 3335. 3338
2) erlegen (von thieren): 1845. 2477
Slei^e adj . (r. m. bei^e — hei^e — nei^e)
*2*ji.superl. siegest 1203. — i)klug,
schlau: *27i. *379. 1203. ^2173.
*30l8. ^3027. 2) mit of: klug , er-
fahren in: *3i6o.
Slep subst. cas. obl. slepe 2515. —
schlaf: 2515.
Smare adv. (r.m. fare — bare — whare
— gare) ^2870. — spöttisch: 2870.
Smite st. v. inf. smite (r. m. delit —
wite — tite) *Ö2i. 3 spr. smot (r. m.
wot) ^869. 495. 1040. 1045. *io68.
1083. 1447. 1457. 1468. 2340. 2388.
2390. 2788. — 1) schlagen: 621.
869. 1083. 2388. smite a tvo, ent-
zwei schlagen: 495. 2)stossen,
stechen: 1040. 1068. 1447. 3) wer-
fen: 1045. 4) (gift) ausw erfen:
1457. 5) in Verbindung mit adver-
bien, smite of, abhauen: 2339 f.
vgl. doun ; o^ain.
Smock subst.pl. smockes 1776. — hemd:
1776. 1788.
SnOW subst. cas. obl. snowe 1936. —
schnee: 1936.
Snoweing subst. (r. m. bring — lesing
— askeing — hing) *I555- — schnee:
1555.
SO adv. (r. m. fo — slo — do) *2H5.
231
sa [r.m. la — ?,a — ma — pra) *6n.
— i) so, auf dies e weise a) mit
beziig auf etwas vorhergehendes: *ioi.
*243. 418. 459. *584. *6n. *ioi8.
1589. 1613. ^1729. *i867. 2129.
*2i57. 2332. *2442. 2547. *2688.
2771. ^2950. 3208. b) mit bezug
auf etwas folgendes : *35. 106. ^109.
*252. 852. *949. 1655. 1656. *i787.
*203I. *2II5. 2575. 285O. 2932. SO
bat, wenn nur: 2153. 2) so, so
sehr , in so hohem grade a) allein
stehend: 587. 791. ^3195. 3212. b)
vor adjectiven: 371. 813. 1224. 1236.
1241. 1254. 1279. 1412. 1803. 2173.
2204. 2592. 2658. 2845. 2981. 3126.
3178. 3260. c) vor adv.: 29. 264.
1020. 1536. 2441. 2868. 2887. 3)
so, ebenso, in gleich hohem
grade , a) allein stehend-' 16. 1606.
2332. 2763. 3018. 3132. b) vor ad-
jectiven: 245. 264. 606. 997. 1270.
1313. 1331. 1342. 1481. 2027. 2159.
2276. 2292. 2387. 2403. 2463. 2527.
2569. 2890. 3033. 4) bei vergleichun-
gen, so — wie: 115. 270. 1049.
1300. 1452. 2171. 2971. 3162. als,
im ränge von: 175. ein solcher,
wie oder ein ebensolcher:
3306. 5) unübersetzbar vor adjectiven,
um dieselben hervorzuheben, bes. in
v. 10 der Strophe: 86. 108. 262. 348.
395. 790. 842. 1857. 2348. 2457. 2540.
2860. 3160. 6) so wahr als: 655.
855. 106 1. 163 1. 7) als relative Par-
tikel zu einem pronomen gefügt: hou
so 2438. 2736. who so 403. 1290.
what so 2273. 2739. wheper so 315.
über al so und als s. al.
SOCOUr subst. — hülfe: 118. 3284.
SOft adj. (r. m. bou^t — aloft — oft)
*I244. — 1) lindernd: ^1244. 2)
weich: *2403.
SOlaS subst. [r. m. cas — was — Boni-
fas)*2856. — Unterhaltung, Zeit-
vertreib: 2856.
SOlwy adj. — schmutzig: 1777. 1788.
SOm pron. indef. — unübersetzbar : 817-
1375 [vgl. die note zu v. 817).
SOmer subst. — s omm er : 2488.
SOmerS day subst. [r. m. gray — say —
oway *I2. — s omm er tag : *I2.
*23i6. *2576.
SOmoun subst. fr. m. toun — roun —
goinfaynoun — croun) *\*}\. — auf-
f orderung : *\*j\. ^259.
SOne subst. (r. m. moun) ^231. pl. sones
332. 803. 914. 2631. — söhn: 197.
224.*23l. 332. 759. 803. 914. 2631.
2863.
SOne adv. [r. m. donen *86. — bald,
häufig als fiickphrase verwandt, a)
• allein: 192. 3099. *3292. 3330. b)
verstärkt durch so, gar bald: *86.
*2Ö2; durch wel, gar bald: *2052;
durch ful, sehr bald, sogleich:
*4i6. *438. *2i87. über 3199 vgl.
d. note z. d. st.
SOng subst. (r. m. among — long —
strong — wrong) *i6o8. — 1) ge-
sang (ars canendi): *i6o8. 2) lied:
*i86o. *2Ö54« *302Ö.
sonne subst. — sonne: 2543.
sonne Dem subst. — Sonnenstrahl:
2537-
SOri adj. — betrübt: 2161. 2592.
SOrwe subst. pl. sorwen 368. — 1)
sorge, kummer: 57&- 665. 73°«
791. 1096. 1138. 1238. 1940. 2030.
2596.2622.2667.3180. 2) sorge:
368. 3) j ammer: 241. 1196. 4)
(körperl.) schmerz: 1126. 5) leid,
verlust: 182.
SOSter subst. — Schwester: 720. 1194.
1324. 2873.
SOUn subst. (r. m. toun — renoun —
Lyoun — doun) ^285 7« ir' m> sounde
— stounde — pounde — founde)
*i874. — 1) melodie: 1874. 2)
gesang: 2857.
SOUnde adj. (r. m. stounde — pounde
— founde) *i893. — gesund:
*i872. *i892. *i893.
SOp I) adj. — sop bing, wahrhaftig!:
1593. sope ping 2275. II) subst. sop
acc. (r. m. op) *2882. 2206. 2467.
2482; sonst überall sope. — 1) die
Wahrheit: *2882. 2884. 2) das
richtige, d. h. der richtige zug :
1262. 3) sonst fast nur in füllphra-
sen: a) for sope, wahrhaftig! :
32. 237. 319. 3031. 3038. 3335. b)
for sope to say, die w ahrheit zu
sagen: 1129. 1217. 1558. 2090.
2124. 2263. 2312. 2342. 2621. 2890.
2975. 3098. c) sope to say, die
w ahrheit zu sagen: 1136. 1513.
2028. 2206. 2467. 2482. 2525. 3297.
Spande subst. — spanne: 485 (vgl.
d. anm. z. d. st.).
Spare schw. v. inf. spare (r. m. are —
bare — mare) *i822. *3233. ^scprs.
spare (r. m. fare — mare — are — )
*33i8. Sspr. spard 1051. — scho-
nen: 105 1. 1822. 3233. 3318.
speke st. v. inf. speke (r. m. hert-
232
breke — gete (!) — steke) *2995- 811.
837. 1521. spcken 2992. \sprs.
speke 1707. 2,sprs. spekep 235. 618.
1339. \spr. spak 2. 1610. 3 spr. spac
311. 456. 464. 531. 865. 1091. 2105.
spak 1534. — i) sprechen: 2. 235.
311. 456. 531. 618. 811. 837. 865.
1091. 1339. 1521. 1534. 1610. 1707.
2105. 2992. 2995. 2) speke o>;ain,
entgegnen : 464.
speche subst. — spräche, sprech-
v er mögen: 1489.
spede subst. (r. m. lede — wede — rede)
*^59- — hoff nun g: 659.
Spede schw. v. inf. spede [r. m. nede)
*8i2. *2i78. *2266. *30Ö9. $scprs.
spede (r. m. dede — ^ede — mede)
*IÖ3I. — 1) eilen: 812. 2) glück
v er leihen: 1631. 2266. Mit fain
und iuel s. das.
spelle subst. (r. m. teile — feile
— duelle) *2768. — rede: *2768.
*309i.
spere subst. — speer: 1446. 1454.
spie subst. (r. m. lye — crie — pi) *3i38.
— späh er, Spion : *3 1 38.
Spille schw. v. inf. spille (r. m. wille
— stille — tille) *I998. *39Ö. *I4Ö3.
*i738. 1768. *2iyj. isprs. spille [r.
m. tille — wille — ille) *i 145. 2plprs.
spille [r. m. wille) *4Ö2. splpr. spil-
den 40. — 1) verderben : 462. 2)
vernichten , umbringen: 40.
1738. 1998. 2177. 3) v ergiessen
(sc. blut) : 1768. 4) zu gründe
gehen: 396. 1145. 1463.
SpOlirge schw. v. inf. spourge 2226. —
reinigen : 2226.
Spouse schw. v. 3 spr. spoused 1705.
1706. 2679. 2855. — sich ver-
mählen mit: 1705. 1706. 2679.
2855.-
spouseing subst. — Vermählung:
1649.
Sprede schw. v. partpr. ysprad [r. m.
lad — ledde — fedde — cledde) *442.
— reich b evölkem: 442.
Spring st. v. inf. spring (r. m. sing —
loue-longing — ping) *i8Ö4. 3 spr.
sprong 22. — 1) springen, eilen:
1864. 2) springe wel wide , sehr
weit herum bekanntwerden:
22.
Squier subst. — knappe: 1643.
Stahle schw. v. partpr. stabled 112. —
feststellen: 112.
Stalke schw. v. 3plpr. stalked 2578. —
leise schleichen: 2578.
Stalworp adj. — stark, muthig: 90.
Stan subst. (r. m. tan — Morgan —
onan) *i 15. ston (r. m. ichon — nek
bon — don — ton) *I476. 2965. —
i) stein (als baumaterial) : *897.
2965. 2]fels: *H5. *270. 3) edel-
stein (im Schilde): *I47Ö.
Stande st. v. inf. stand (r. m. fand —
land — hand) *359- *907. * 1176.
*i6i9. *2335. stond [r. m. bond —
hond — Inglond — fond) ^48. 3 spr.
stode [r. m. gode — blöd — fode —
^ode) *I97- 232. 268. 463. *873.
*899. *i704. *i8oo. *2355. *2498.
*2989. Zplpr. stode (r. m. blöd —
stode — gode) *879. partpr. ystond
(r.m. Yrlond — bond — hond) *973-
— i) stehen: 232. 873. 1764. 2355.
2498. 2) stehen, sich aufhalten :
1176. 1800. 3) exis tiren, leben:
197. 4) bestehen, geltung ha-
ben: 48. 973. 1619. 5) stehen,
stand halten: 268. 6) aus-
halten: 2335. 7) mit adverbien;
fast stände, befestigt sein, fest
kleben : 2989. stille'stande, ruhig
stehen, sich ruhig verhalten:
359. vp stände, aufstehen: 463.
8) mit präp. a) stände at alcjs wille,
sich jmds. willen fügen: 907.
b) stände o^ain (-es), j e m. wider-
standleisten: 879. 899.
Steke st. v. partpr. ysteke (r. m. hert-
breke — speke — gete) ^2999. —
durchbohren, verwunden: 2999.
Stede subst. (r. m. wede — drede —
blede — nede) *ic>47. — ross : *66.
*ic>47. 1056. *io59. 1431. 1458.
1477. *i5io. *i904. *30i4. ^3079.
Stede subst. — ort: 1163.
Stef adj. — steif, gerade: 3079.
Stele st. v. zplcprs. stele [r. m. hele)
*2937- — heimlich entreissen? :
2937.
Stepe st. v. 3 spr. stap 2865. — tre-
ten: 2865.
Stere schw. v. inf. stere (r. m. were —
fere — dere — lere) *257i. — füh-
ren, versehen: 2571.
Stern adj. — stark: 2347. 2723.
Steilen ? 2937 (vgl. d. anm. z. d. st.).
Steward subst. — hofmeis ter, truch-
sess: 1492. 1497. 1508. 1531. 1629.
i633- 2435-
Sty subst. (r. m. erly — hei^e — bi —
titly) *25I2. //. styes 400. — steig,
weg: 400. *25I2. *3325.
Stiel subst. — stahl: 3324.
233
stifles subst. pl. stifles 487. — knie'
scheibc: 487.
Stille adv. [r. m. wille — schule — ille)
*328o. — 1) ruhig: 359. *2I5Ö.
*299<d. *328o. 2) in der stille:
*i747. * 1994. *2i7o. *2704. 3)
sachte, heimlich: *977- *I4ÖI.
Stilt subst. — s telzfuss : 2956.
Stink subst. [r. m. penke — drink —
swink) *iu8. — gestank: *iu8.
1210.
stinking subst. — gestank: 11 77.
Stire schw.v. $spr. stird 1082. — mit
reß., sich tummeln : 1082.
Stirop subst.pl. stirops 3261. — Steig-
bügel: 3261.
Stirte schw. v. sspr. stirt 1046. 1057.
1460. 2350. stert 2977. — 1) sprin-
gen: 1460. 2) vp stirte, aufsprin-
gen, sich aufraffen: 1046.
1057. 2350. 3) stirte oway, weg-
springen,zurückpr allen .-2977.
Stiue schw. v. inf. stiue (r. m. driue —
a liue — riue) *n69. — stopfen,
unterbringen: *nÖ9 (vgl. d.anm.
z. d. st.).
Stipe adj. [r. m. blipe — swipe — kipe)
*28i. — 1) dauerhaft: 897. 2)
aus dauernd, muthig, tapfer:
66. *28i. *i42i. 3014. 3280.
Stodie schw. v. 3spr. s. stodiep 281.
— studieren: 281.
Storm subst.pl. stormes 367; 676. 3032.
— stürm: 367. 676. 3032.
Stouer subst. — vorrath von le-
b ensmitteln : 1149.
Stounde subst. [r. m. sounde — pounde
— founde) *i895. — 1) a (an)
stounde eine (kurze) zeit: *339.
1871. ^2572. 2) pat stounde a)
jetzt: *922. b) dann, da, da-
mals: *i3i8. *i890. ^1895. 3) at
pat stounde, b ei dies er gelegen -
heit: *638. hieher *i876? (vgl. d.
anm. z. d. st.).
Stoutely adv. — kühnlich: 953.
Strand subst. r. m. Inglond — fand —
hand; * 1695. — Strand: * 1695.
•1889.
strewe schw. v. Sspr. strewed 2195. —
streuen: 2195.
Stride subst. pl. stride [r. m. hide —
abide — tide) *I488. — schritt:
1488.
Stride st. v. 3plpr. strade (r. m. abade
— rade — made — fade) * 15 1 .
— schreiten: 151.
Striue schw. v. inf. striue r. m. fiue
— oliue — riue, *9i8. zplcprs. striue
[r. m. wiue — riue — oliue) *I3^5.
— streiten: 918. 1365.
Stroke subst. strok 1073. 2335. pl. stro-
, kes 2377. — hieb, streich: 1073.
1469. 2335. 2347. 2377. 2383. 2389.
Stroke schw. v. Zspr. stroked : 3108.
— streicheln: 3108.
strong adj. [r. m. wrong — among —
long) *25. — 1) stark: *25. 2)
mächtig: *i6i4. 3) gewaltig :
*3032. 4) heftig: ^265 2. *3258.
SWayn subst. (r. m. sayn — fo riain —
sleyn) ^832. — 1) knappe: ^832.
2) jüngling: ^854.
SWalu subst. — sc hwalbe : 1.366.
Swelte schw. v. 3spr. swelted 242. —
sterben: 242.
swepe st. v. partpr. swopen 2193. —
fegen: 2193.
Swei'd subst. — schwert: 202. 872.
1084. 1101. 1565. 1575. 1763. 2518.
2530- 2536.
Swere st. v. isprs. swere 2127. $spr.
svvare (r. in. pare — bare — wäre)
*22Ö9. swore 318. 337. 1613. 1618.
1631. 1796. 2988. 3plpr. sware [r.
m. bare — pare — wäre) *no6. swo-
ren 436. swore 1228. partpr. sworn
(r. m. torn — biforn — lorn) *65o.
^2278. — 1) schwören: 318.337.
436. 1106. 1228. 1613. 1631. 1796.
2127. 2988. 2) beeidigen: 650.
161 8. 2269. 3) swere him clene,
seine rein heit beschwören:
2278 /.
swete subst. (r. m. bete) *29<D4. —
schw eis s : 2904.
Swete adj. (r. m. lete — sket — fet —
lete) *63i. — 1) lieblich, anmu-
thig [von einem weibl. wesen): 1597.
1660. 1668. 2243. 2269. 2278. 2306.
^2503. 2554. 2653. 2840.3ii6.*3303.
2) herrlich (von einem manne):
*892. 3) lieb (in der anrede) : 1866.
2135. 4) süss (vom klänge): *572.
^1254. 5) an genehm: *Ö3i.
SWiche I) adj. pron. — solch, a) al-
lein vor dem subst. stehend: 181.
526. 1028. 1142. 1356. 1404. 1475.
1665. 1860. 1862. 1943. 2507. 2526.
2549. 2923. 2964. 3189. b) zwischen
swiche und das subst. ist a einge-
fügt : 294. 653. II95. 1963. 2145.
2687. 2835. 3168. II) subst. pron.,
ein solcher: 699. 1229. 1812.
SWiftly adv. — 1) rasch: 833. 2)
sofort: 2571.
SWink subst. (r. m. henke — drink —
stink) *ui6. — 1) mühe: *in6.
— 234 —
2) arbeit, ans trengung : *IÖ59.
*2258. über *i'ji'j vgl. s. v. tine.
SWinke schw. v. inf. swinke (oder
subst.?) 588. — arbeiten: 588.
Swi}>e adv. (r. m. blipe — lipe — kipe)
*2$6. — 1) rasch: *i6$. *242.
*256. ^279. 476. *7o5. ^709. *834.
*2876. *2957. *3230. also swipe, so
rasch: *I247. 2) bald: *I243.
^1423; so swipe, alsbald: *790.
al so swipe, alsbald, sehr rasch:
*279. *IÖ42. 3) ,j£Är (vor ad j. und
adv.): 186 1. 2994.
swoune jr^w. z/. 3^r. swouned 105.
— ohnmächtig werden: 105.
T.
iables subst. — Schachbrett: 1227.
take st. v. inf. take (r. m. sake — schake
— crake) *88i. 2043. ^2233. 2472.
^3043. 3183. ta (r. m. ga — ma —
also) *333- ^607. to (r. m. so — slo
■ — po — do) *588.*947.*257o.*2Ö9o.
*2954. tan (r. m. ran — pan — wan —
man) *i4i8. lsprs. ta [r. m. sla —
ma — wa — tva) ^2767. take 765.
919. 2371. ^scprs. take 1423. imps.
ta (r. w. wo — slo — f)ro) *773- take
780. 3 191. ZsPr- tok [r. m. wok)
*2Öi8. 123. 628. 640. 1454. 1465.
1645. 1647. 1710. 1904. 2314. 2510.
25 11. 3236. toke [r. m. loke) *737-
223. 331. 419 425. *ioi2. 1443.
1495. *I529- 1933- 2091. 2433. tau?t
726. zplßr. token 447. 564. 1621.
1733. 3274. toke 3013. partpr. tan
(r. m. Morgan — stan — onan) *iii.
*753« *^95« *992. ytan [r. m. tan —
pan — nan — ban) *iooo. ton [r.m.
ston — ichon — bon — don) *I484.
taken 139. ytaken 983. — 1) neh-
men, er greif en: 780.983. 1454.
1484. 1529. 1645. 1710. 1904. 2)
mitnehmen: 333. 628. 2510. 3)
holen: 947. 4) sich aneignen:
2690. 2767. 5) rauben: 992. 2954.
take to pray, erbeuten: 25 11. take
pray of," jem. berauben: 2314.
6) nehmen , heirathen: 3043.
7) annehmen: 607. 8) auf sich
nehmen: 1000. 1012. 1423. 2233.
257°- 9) einnehmen: 895. 3274.
10) gewinnen: 753. 11) weg-
nehmen, ausbrechen: 1933.
12) zwingen: 588. 13) führen,
bringen : 881. 14) ergreif en (die
gegenpartei) : 3236. 15) ert app e n :
2043.3183. 16) einfangen: 1418.
17) j agen: 2472. take of, erja-
gen: 447. 18., wieder aufneh-
men (einen kämpf): 1465. 19) an-
treten (einen weg): 419. 20) ein-
schlagen (einen pfad): ^425. 21)
übergeben: 223. 726. 1495. x^47'
2433. 23) besondere ausdrücke ; take
asaut to, einen angriff unter-
nehmen gegen: 1442. take for,
anerkennen als: 737. take for p,
herausziehen: 640. take pe gate,
sich entfernen: 2091. take hede,
acht geb en: 3191. take leue, sich
verabschieden: 123. 331. 564 (?).
765.919. 1484. 2618. take rede, sich
entschlies s en zu: 139. 773. 1733.
take trewes, einen waffenstille-
stand seh Hessen: III. take un-
der hand, s. u. under. take pe way,
ziehen, reisen: 3013. vgl. oway.
tale subst. <pl. tales 3252. — 1) er-
zählung: 694. 717. 2) bericht:
729. 1522. 3) nachricht: 99. 4)
gespräch: 1137. 5) befehl: 3088.
6) v erläumdung: 3252.
teche irAze/. z>. /«/". teche 525. ^spr.
tau^t (r. m. rau^t) *3o6. 289. 2471.
2817. partpr. tau^t (r. #z. fau^t —
drau^t — mau^t — sau^t) *2787. —
1) lehren: 289.2471. 2) belehren:
525« 3) anw eisung en geben:
306. 4) zeigen: 2817. 5) erzäh-
len: 2787.
teile j^Aw. z/. **«/". teile [r. m. feile) *99.
2876. 1 sprs. teile (f. m. feile —
duelle — spelle) *27Ö2. 967. 3 sprs.
telles 10. 167. teile p 412. imps. tel
747. 846. 2912. $spr. told [r. m.
hold — yfold — wold — ^old) *3o5.
*729- 749- l326- 1752. 1970. *i98i.
1982. 2092. 2218. 3088. tolde^Sg.
teld (r. m. held — vnselde — ^eld)
^2315. *3252. tald [r. m. glad —
^ald — bihald) *20i6. $plpr. told
(r. m. cold — old — wold) *2490.
tolden 1310. teld 58. 513. 821.
2532. *3252. partpr. told (r. m. bold
— old — wold) *4Ö7. *Ö93. ytold
2918. teld [r. m. feld — meld —
held) ^3272. *I327. — 1) sagen:
821. 1310. 1752. 1959. 1970. 1981.
2016. 2092. 2218. 2315. 2532.
2912. 2) erzählen: 10. 58. 99.
412. 513. 747. 749- 846. 967- 1326.
1327. 1982. 2315. 2876. 2918. 3272.
3) v er sichern: 2762. 4) ver-
künden: 167. 5) nennen: 693.
6) zeigen: 305. 467. 2490. 7) teile
a tale, a) einen bericht geben:
— 235 —
729. b) eine nachricht erzählen'.
99. c) einen b efe hl gebe n : 3088.
8) tales teile, verläumdungen
erzählen: 3252.
teme schw. v. 2>spr. temeel 431. —
mit to, sich berufen auf: 431.
ten num. card. — zehn: 433. 605.
613. 795. 822. 1488.
fene subst. [r, m. bidene — wene —
ysene) * 1050. ten [r. m. quen —
wen — ken) * 1849. — 1) zorn:
*H53- *i849. *2344. *2382. z)ver-
druss: *3253. 3) schmerz: *I22.
4) bedrängnis s : 1050.
tere st. v. fartpr. torn [r. m. sworn —
biforn — lern) *652. — zerr eis s en:
m 652.
tide subst. (r. m. bide — ride — side —
pride) * 186. — 1) bat tide, sehr
häufig als flickphrase für den reim
gebraucht, da: *i86. *483. *7I3
*86$. *ioi7. *iog6. *I443. *I492
*i538. *i55o. *i675. *i7i4. *i9i3
*2043. *2249. *237o. *275i. *2775
*28i7. *3i55. *3254. *330Q- *33i9
*3324 ; ebenso in bat tide : *447- at
bat tide. *772. *I752. *2Ö02. 2) bis
tide, unter diesen umständen: *2I2I.
3) bis tide, dieses mal: *33i$.
tide schiu. v. partpr. tidde 2875. —
geschehen, passiren: 2875.
tiding subst. (r. m. bosking — king —
bring) *93i. pl. tidinges 962. 1702.
— i) botsch aft , nachricht: 214.
*93I- *I3I2. 2) neuigkeit: 962;
ebenso tidinges newe , neuigkei-
ten: 1702.
ti^te schw. v. $spr. ti^t 507. — be-
festigen: 507.
tili, tille [r. m. fille — ille — wille)
*2073. *3i9. 499. *2398. *2454. —
I) präp. — 1) örtlich a) nach, zu:
52. 148. 920.*2073.*2454. b) gegen-
über : 1 135. c) auf: *II47- 2) für:
(zu einem zwecke): 499. 3) gegen
(im verhältniss zu): 1731. 4) bis
(zeitlich): 1672. 3174. 5) dativzei-
chen : *2398. 6) mit ber s. das. ; mit
^elde s. das. \1) conjunetion. —
i) bis : 30. 148. 366. 677. 682. 835.
895. 1554. 1951. 1986. 2162. 2807.
2882. 3003. 3010. 3245. 2) bis, zur
anknüpfung eines neuen momentes in
der erzählung : 808. 1134. 3) so
lange als : 415.
time subst. — zeit: 15. 1682. 3146.
tin subst. {r. m. Ganhardin — pin —
1 1 11 '3006. — vertust: '3006.
tinde subst. [r. m. kinde — finde —
linde) *5C>7. — zwisele, furke:
S°7-
tine schw. v. inf. tine [r. m. pine —
wine — mine — Katerine) *3o6o. (r.
m. Ganhardin — pin — lyn) *32Öi.
*33. 2904. isprs. tine 3315. ispr.
tint 1914. ZsPr- ünt 2356. partpr.
tint 1717. ytent 191 1. ytint 3321. —
1) verlieren: 33. 1911. 1914. 2356.
3060. 3261. 3315. 3321. 2) un-
nö thig v er sc hw enden: 2904. 3)
tine his swink , seine lust büs-
sen: 1717-
tite adv. [r. m. white — wite — delite
*248. — 1) bald: *I94Ö. 2) rasch:
*^23. 3) al so tite, alsbald: ^248.
titly adv. [r. m. Ermonie — y — ly —
pi) *857. — rasch: ^857. *25i8.
*324i.
to I) adv. — zu (= nimis). 971. 793-
2838. II) präp., gebraucht, um auf
das räumliche ziel einer thätigkeit
hinzuweisen, und zwar 1) auf Per-
sonen a) bei den verben des gehens,
bringens , sendens etc. , zu, zu —
hin, an: 56. 104. 117. 215. 645.
1100. 1357. 1574. 1712. 1784. 1809.
1864. 1930. 1951. 2071. 2101. 2243.
2375. 2420. 2730. 2732. 2922. 2943.
2948. 2971. 3113. 3115. 3140. 3185.
b)bei den verben des sagens, zu: 102.
672. 717. 827. 1193. 1289. 1310. 1332.
1611. 1910. 2180. 2259. 2315. 2324.
2580. 2625. 3068. 3124. 3213. c) als
ersatz der dativflexion gebraucht:
390. 733- 84°. 96i- 1399- 21 18.
2416. 2873. 2633. d) bei den verben
des auswählens, be7vahrens, machens,
für: 77. 231. 1348. 2280. 2805.
vgl. ber. e) gegen (im feindl. sinne):
179. 1030. 1442. 2) auf Sachen,
'örtlichkeiten u. s. w., d) bei den ver-
ben des gehens, bringens, rufens, zu,
in, auf, an: 95. 159. 171. 192.
195. 208. 247. 269. 278. 294. 299.
356- 435- 487. 512. 541. 636. 697.
782. 799. 819. 832. 876. 881. 898.
902. 905. 924. 930. 954. 980. 1097.
1102. 1152. 1163. 1170. 1239. 1251.
1252. 1302. 1314. 1394. 1402. 1414.
Hi5- 1559- I569- i638. 1667. 1713.
1718. 1838. 1856. 1869. 1899. 1907.
1922. 1965. 1973. 2158. 2247. 2271.
2307. 2349. 2564. 2578. 2681. 2684.
2696. 2862. 2946. 2972. 3013. 3071.
3223.3301. b) bis zu: 58. c) für :
1008. 3) bei den verben des gebens,
bringens, nehmens etc., zu, als : 93.
491. 825. 1419. 1539. 1635. 251 1.
236 —
26o2. 2662. 2896. 3*35- 4) redi to>
fertig für: 259. ransoun to,
tributfür: 935. to wille, nach
ivunsch: 1149. 1162. 1301. 1392.
1698. 2456. vgl. unter bihelde, bi-
li^e , böte, draije , fot, gon, lere,
line, morwen, ni^t, pende , seme,
serve, teme, torn. III) vor dem inf
an stelle des nördl. at getreten ; be-
lege sind überflüssig, vgl. u. for.
token subst. — erkennungszei-
chen: 31 15.
tokening subst. — 1) erinnerungs-
z eichen, pfand: 2602. 2) kenn-
zeichen: 2186. 3) fanfare : 506.
518.
tokeste schw. v. ^spr. tokest [r. m.
forest — west — best — prest) *3I39-
— zerstören: 3139.
togider adv. — 1) zusammen: 1679.
2) aufeinander los, zusam-
men: 1063. 3328.
tong subst. — zunge: 475. 1484. 1487.
I525-
torne schw. v. inf. torn 3039. 3spr.
turned 3279. — 1) mit to, veran-
lassen zu: 3039. 2) turne o^ain
s. u. o^ain.
toun subst. (r. m. Erceldoun — roune
— croun — baroun) *io. pl. tounes
896. — stadt: *io. *I48. *i67.
*26i. *4i2. *5i2. *876. 896. *939.
*i 165. 1314. *I393- ^1409. 2019.
*2047. ^2851.
tour subst. (r. m. Triamour — Blaun-
cheflour — bour) *2305. — thurm:
*75. 261. ^2305.
towripe st. v. inf. towripe [r. m. lipe)
*3J79- — sich zerr eis s en: 3179.
traitour subst. — v erräther : 864.
1577.
trauail subst. — arbeit, wandern:
596.
tre subst. (r. m. he — se — me — fre)
*39i. — 1) bäum: ^503. * 1460.
*2044. *20Ö3. *2I02. *2I42. *2734-
2) kreuzesbaum: *39i. 3) holz:
^2965.
treacle subst. — treakel: 1520.
trede st. v. %spr. trad 2359. — tre-
ten: 2359.
treSOlin subst. — verrath: 205. 343.
2690.
tresour subst. — schätz: 2799.
treupe subst. — treupe binde, sein
wort verpfänden : 2898. treupe
pli^te, sein wort geben: 2938.
3°05- 3J34.
trewe adj. (r. m. hewe — knewe —
rewe) ^223. comp, trewer 93. — 1)
treu: 93. 110. 115. *223. 270. *288.
398. *6oi. 645. 1124. *i275. ^1303.
*i33i. *i435. * 1655. 1775. 1793-
1803. 1886. *2i67. ^2400. 2552.
*2553. 2567. 294O. 3OO7. 3336. 2;
pat trewe, das treue, sc. schwort:
*i569-
trewely adv. — treulich, gewis-
senhaft: 2675.
trewes subst. — waffenstille-
stand: III.
trinite subst. (r. m. he — pre — sie —
tre) * 1462. — dreieinigkeit :
*I4Ö2. *2I20.
trowe schw. v. inf. trowe 3072. 1 sprs.
trowe (r. m. now — Peticru — ynou^
— hou) *3io6. imppl. trowep 1359.
3spr. trowed 651. 1927. 2015. —
1) vertrauen : 1927. 3072. 2)
glaub en : 651. 2015. 3106. 3) trowe
for, ansehen für : 1359.
truage subst. truwage 992. — tribut:
947- 992.
iurnament subst. — tumier: 65. 68.
3231. 3235. 3242. 3244. 3290.
tva num. card. (r. m. sla — ma — ta wa)
*277i. tvo [r.m. so — go — wo) ^107.
*495- 903. *ioi4. 2385. *2440. 2385.
3085. 3136. to (r. m. to — so — do)
*3i93. *4i. *249. 426. ^1056. *i863.
*i727. *i73i. 1751. *i785. *i839.
1897. *2025. *2io3. 2563. *25Ö4.
^2694. *2974. 3317. — zwei, beide ;
a) adjeetivisch : 249. 426. 903. 10 14.
1751. 1897. 3085. 3133. 3193. b)
substantivisch: 41. 107. 1727. 1731.
1785. 1839. 2025. 2103. 2440. 2563.
2564. 2694. 2771. 2974. 3317. on
(a) tvo (to), entzwei: 495. 1056.
1863. 2385.
tvai num. card. — zwei: 1695.
tvelue num. card. — zwölf: 2333.
tvelmonep subst. — zeit von zivölf
monaten: 2508.
tventi num. card. — zwanzig : 304.
314-
tvÜS adv. — zw ei mal : 828.
tvinne schw. v. inf. tvin (r. m. pin —
in — win — bigin) *iÖ7i. partpr.
tvinned 2694. — trennen: 1671.
2694.
u.
vnblipe adv. (r. m. lipe — swipe —
sipe) *2872. — 1) in unerfreu-
— 237
lieh er weise: * 240. 2) in un-
freundlicher weise: ^2872.
vnkinde adj. — unnatürlich: 2758.
vncoup adj. vncoupe 1290. — un-
bekannt: 1290.
vnder präp. — 1) auf die frage wo-
hin? a) unter: 635. 1460. 1947.
2868. 2936 (?). b) in; take under
hand, in die hand nehmen, aus-
machen: 1621. 2) auf die frage
wo? a) unter: 513. 1202. 1237.
2816. 3082. 3130. 3176. 3277. b)
zwischen — durch: 2485 (vgl.
d. anm. z. d. st.).
vnderstande st. v. inf. vnderstand (r.
m. land — hand — fand — band) ^789.
vnselde adv. (r. m. held — teld — ^eld)
*23I3. — nicht selten: 2313.
vnsete adj. (r. m. lete — grete — sket
— fet) *I238. — unerträglich :
' 1238.
vnsou/,t adj. (r. m. brou^t) *823. —
unersucht, unaufgefordert :
823 (vgl. d. anm. z. d. st.).
vnsounde adv. (r. m. wounde) *i 175.
— schmerzlich, elend: *i 175.
*3342.
vnswete adj. (r. m. grete) ^968. —
unlieb: 968.
vntroweand adj. — von mis s trauen
erfüllt: 1731.
vnwinne adj. (r. m. kenne — siinne —
inne) *I235» — unbesiegbar: 1235.
*n83. *I283. isprs. vnderstand fr. ynwise adv. (r. m. arise) *277o. —
m. fand — band — hand) *2Ö8o. *866.
understond [r. m. smot(!) — hond —
brond) *io72. Zspr. vnderstode [r.
m. gode — rode — wode — mode)
*3I29- 3Pfyr- vnderstode (r. m. blöd
— ^ode — flod — gode) ^1308. —
l) wissen. 1072. 1183. 2680. 2)
überzeugt sein von etw.: *866.
' 2129. 3) ahnen: 1308. 4) do
understand a) berathen: 789. b)
lehren: 1283.
vnfain adj. (r. m. slain — lain — ogain)
*232. vnfayn *I079. — 1) unfroh:
*i(>79. *n82. ^2392. ^3283. 2)
betrübt: *2^2.
vnflain adj. (r. m. o^ain — sain — fain
— lain) *4Ö8. — un abgezogen :
468.
vnfre adj. [r. m. me — se — he — bre)
^2727. — unfrei, unedel: 2727.
vngilti adv. — unschuldig : 2144
(vgl. d. anm. z. d. st.).
vnhold snbst. (r. m. gold — yfold —
mold) *93Ö. — unhold, wider-
willig: 936.
vnli^t adj. [r. m. hi^t — si^t — ris;t)
'419.
1 ) schwer (vom gewich te) :
*4i9. *io39. *3i54. 2) wuchtig,
^2383.
unne v. prät. präs. isprs. an [r. m.
bigan — pan — banj *839. 3 sprs.
an (r. m. man — wan — kan) ^1928.
*237i. — 1) lieben, gern haben :
839. 2) vergönnen: 1928. 2371.
vnride adj. (r. m. wide — tide — abide)
^2366. vnrede (r. m. forbede —
nede — drede) *2722. — 1) unge-
schlacht, gewaltig: *2$66.
^2712. ^2722. *2757. 2) unförm-
lich gross: "2773. ^2849.
thöric hter weise: 2770.
vp adv. — auf, 1) in Verbindung mit
verben: vp arise, sich erheben:
1949. vp bringe, auf sprützen
lassen: 2885. vp stände, auf-
stehen: 463. vp stirte, auf-
springen: 1046. 1057. 2350. 2)
allein : vp and doun vgl. u. doun.
USe schw. v. splprs. vsen 2 181. —
treiben: 2181.
V.
vaile schw. v. $spr. vailed 1448. —
nützen: 1448.
vair subst. — wieselpelz: 138 1.
vantage subst. — v ortheil: 2337.
Vene subst. (r. m. bitvene — sen —
Brengwain(!)*22i4. — vene, ader:
2214.
venery subst. [r. in. belamye — Er-
monie — sikerly — pi) *53Ö. veneri
^296. — Jagd: 296. 536.
venime schw. v. $spr. venimed 1526.
— vergiften: 1526.
vertu subst. — macht: 1894.
w.
wake st. v. ~$spr. wok (r. m. tok) *2Öi6.
— wachen: 2616.
wake schw. v. $spr. waked 2553. —
erwachen: 2553.
wage schw. v. Sspr. waged ioii. —
zum p fände geben: 1011.
way subst. [r. m. play — may — lay
— day) *2ii. — weg: *2ii. *399.
1938. 1942. 1950. *2i3o. *2886.
*3oi3. ^3094.
way le way interj. (r. m. say — lay —
may/ *ioo. — 0 weh!: *ioo. *U40.
— 238 —
waite st. v. imps. waite (r. m. hayte
— layt — fayt) *3048. %spr. waited
2175. — 1) hüten: 3048. 2) waite
of, b e lauern in Bezug auf:
2i75-
wal subst. pl. walles 70. 3176. —
mau er: 70. 3176.
Wald subst. (r. m. hald — bald — wald)
*28i3. — w aldgrund: 2813.
wand subst. (r. m. land — hand —
stand) ^909. — i) stock : *2T)2>Z' 2)
scepter: *go().
war adj. — vorsichtig: 1377.
waraunt subst. — Bürgschaft:
1539.
warld subst. world 393. — weit: 393.
1270. 1664.
wasche st. v. ^plprs. whasche 711.
2,spr. wesche 541. — sich wa-
schen: 541. 711.
water subst. — 1) was s er: 705. 2049.
2256. 2744. 2808. 2866. 2885. 2)
gewässer: 141 1.
wawe subst. — woge: 371.
we pers. pr. d. 1. pers. pl. (r. m. yse
— be — he — fle) *2589. — wir:
465. 466. 470. 573. 813. *83i. 1005.
1745. 1748. 1749. 1944. 1984. 2095.
*2589. 2590. 2793. *2895. 2932. 2959.
2991. *2994. 3121. *3i23.
wedde subst. — pfand, das beim
spiele ges etzte : 320.
wedde schw. v. inf. wedde (r. m. radde
— bedde — fedde)*i57. — sich ver-
mählen mit: 157.
wedding subst. (r. m. king — playing
— bring — ping) *I742. — heirath :
1742.
Wede subst. [r. m. lede — rede — spede)
* 653. — gewand: *653. * 1512.
2238.
wede schw. v. inf. wede (r. m. stede
— drede — blede — nede) *io49.
*2I32. — wüthen: 1049. 2132 [vgl.
d. anm. z. d. st.).
weder subst. — weiter: 384.
wel adv. wele 35. 225. 598. 1183. 1437
1602. 1774. 1781. 1804. 1979. 1992
2272. 2446. 2535. 2729. 2819. 2994
3075. 31 10. 3207. 3275. 3295. 3305
1) bei verben, a) wol, genau: 35
225- 439- 598- 1183. 1437. 1781
1992. 2272. 2535. 2994. 31 10. 3207
3305. b) gern: 1602. c) freund-
lich: 1774. d) sehr: 3075. e) ful
wele, ganz gehörig, vollauf:
2446. 3295. e) tüchtig: 2729 (?).
2) zur Verstärkung eines adj. oder
adv., sehr: 22. 351. 612. 631. 633.
1410. 1804. 2052. 2510. 2530. 2733.
2773-334°- wel Zore> ganzgenau:
2182. wel be mare , noch mehr:
1979. über wele ynou^ s. ynou'4.
über be wele wip , 2292, s. wip.
über wele ay, 2545 und wel 2950
d. anm. z. d. st.
welcom adj. — willkommen: 662.
704. 961. 2167. 2633.
weide schw. v. inf. weld (r. m. feld)
*3X35- l5%- — 1) gebieten: 158.
2) to wiue weld, zu seiner ge-
mahlin machen: 3135.
wele subst. — quelle: 2500.
welp subst. — junger hund: 2399.
2422.
wende schw. v. inf. wende [r. m. hende
— ende — frendej *95« 136. 1993.
isprs. wende (r. m. hende) *2596.
imps. wende 2130. 2584. 3094. %spr.
went 1298. 1870. 1935. 1950. 2070.
2157. 2828. 3292. Splpr. wenten
796. 2531. 2681. went {r. m. pende
— frende — hende) *$6. 1784. 3184.
$scpr. wende [r. m. frende — lende
— hende) *293c partpr. went 2608.
2619. — 1) gehen: 1935. I95°-
2531. 2584. 2) wende to a) sich
begeben in: 95. 2681. b) sich
begeben zu: 56. 3) wende wip,
ziehen mit, b e gleit cn: 136. 1298.
1993. 2930. 3) wende in, sich be-
geben in, gerat hen in: 2596.
über wende o^ain, wende oway und
wende forp, s. u. o^ain, oway und
forp.
wene subst. [r. m. bidene — tene —
ysene) *I048. wen [r. m. bidene —
quen — bitven — sen) *i8i4. *i853.
— in der phrase wip outen wene,
ohne wahn, sicherlich: ^1048.
*H43. *I459- *i8i4. *i853. *i972.
*2IOO. *2293. *2386. *2452. *24ÖI.
*258i. *26i5.
wene schw. v. inf. wene [r. m. sen —
grene — bene — mene) *ij. *i2ö'j.
^1322. *i4oi. *i953- *2224. *3i96.
1 sprs. wene 888. wen [r. m. quen
— ben — sen — den) *i 781. T>sprs.
wenep 3018. mips, wene (r. m. bit-
vene)*2022. 2 spr. wendest 860. ^spr.
wende 33. 2656. whende 1580. ^plpr.
wende 1728. 3125. 3 sepr. wende
2148. — 1) vermuthen, sich
versehen: 17.860.888. 1207. 1322.
1401. 1781. 1953. 2224. 2) glau-
ben: 1580. 2656. 3125. 3196. 3J
für wahn hal ten : 2022. ^)hof-
— 239 —
fen: 1728. 3018. $) fürchten: 33.
2148.
wening subst. — wähnen, hoffen:
1730. 2658.
wepe st. v. $spr. wepe (r. m. flete?
Vgl. d. anm. z. d. st.) *352. 362.
pl. wepen 934. — weinen: 352.
362- 934-
wepen subst. pl. wepen 1029. wepenes
172. — waffe: 172. 1029.
werk subst. — tuerk, arbeit: 2831.
2835.
werkeman pl. werkemen 1751. werk-
men 590. 2827. — arbeitsmann:
590. 1751. 2827.
were subst. wer 29. pl. werres 752. —
kämpf: 29. 752. 232 1.
were schw. v. inf. were (r. m. bere
here — here) *2238. 3 spr. wered 653.
1268. werd 3296. — tragen (von
kleidern): 653. 1268. 2238. 3296.
were schw. v. inf. were 2543. — were
oway s. u. oway.
wering subst. — widers tan ds kraft :
*23°4-
werne schw. v. isprs. wem 1367. %sprs.
wernep 3198. — v erxvehren, ab-
halten: 1367. 2) verweigern:
3198.
wers adv. — schlimmer: 2257.
west subst. (r. m. forest — tokest —
best — prest) *3i4i. — im accus,
adverbiell gebrauch t , im w es t en,
vom westen: 3141.
wete adj. [r. m. mete — grete — sket)
*732. — nass, feucht: 732.
wete schw, v. ^spr. wat 2866. — be-
feuchten, bespritzen: 2866.
wexe st. v. 2>spr. wex 3327. Zplpr.
wexen 14. — 1) werden: 14. 2)
entstehen: 3327.
whare adv. [r. m. ore — sore — fare —
wäre — whare) *20i2. wher 529.
where 3083. — 1) wo (in frages.):
505. 529. 1793. 32I7- 2) wo {in re-
lativs.J: 15 15. 3083. 3) wide whare,
überall von weit her: * 1 1 15.
über ay whare s. ay.
when conj. 1) zeitl. als: 101. 195. 418.
518. 550. 711. 727. 729. 1211. 1402.
1521. 1 71 7. 2834. 2, wenn, so oft
als: 286.1735.2732.2820. verstärkt
durch ay, so oft als: 2060. 3)
cond. wenn: 3168.
whennes adv. — (im frages.) woher:
428.
wheper l) interrog. pron. aj welcher
von uns beiden: 315; ebenso whe-
per our : 1022. b) welches von
beiden: 544« 2) fragepartikel in
der doppelfrage, ob, sei es, dass:
358- 843.
whi adv. — warum?: 1018. 1768.
1822. 1867. 2878. 2911. 2950.
whider adv. — wohin: 586.
while I) subst. (r. m. gile) * 209. —
zeit: *209« per while, während
der zeit, so lange als : 549. 916.
II) conj. — s 0 lange als : 280.
2910.
white adj. (r. m. wite — tite — delite)
*244. — 1) weiss: *244. 300. 686.
1300. *I938. 2651. 2678. 3047. 2)
klar, hell: 2501.
who interr. pron., masc. oder fem. I)
in direkten frages ätzen, wer?: 238.
265. 266. 565. 1154. 1975. 2436.
3072. 2) in indirekten fragesätzen,
wer: 4. 5. 6. 7. 71. 310. 1506. 1964.
3) in verallge?n. r elativs ätzen , wer,
a) allein: 554. 1429. 2573. 3031.
3052. 3227. 3318. b) who so: 403.
1290. c) who bat: 692. dat. whom,
in indirekter frage, wem?: 246.
neutr. what. wat 965. \r. m. hate —
gat — at) *249i. 2752. I) adjecti-
visch 1) in direkten fragesätzen, was
für ein?: 2879. 2) in indir. frage-
sätzen, was für ein: 1422. 2035.
2401. 2444. 2907. 3) what —
bat , in bestim?nenden relativsätzen,
der — welcher: 141 6. II) sub-
stantivisch 1) in direkten fragesätzen
a) was?: 312. 622. 918. 965. 1 767.
1786. 2875 2914. 2915. b) wie?
(bei den verben des heissens): 530.
2) in indir. fragesätzen a) was:
413. 598. 847. 1541. 2833. 3172.
b) wer: 718. 1214. 2752. c) wie:
1179. d) wie, wie beschaffen:
1261. 1284. 3) in verallgemeinern-
den relativsätzen a) alleinstehend,
was: 120. 1132. 1294. 1829. 2152.
2933- b) what so, was immen
2273. what — so, was für ein —
auch: 2739. 4) in bestimmenden re-
lativsätzen, das was : 1753. 5) mit
einem genet.: etwas von, irgend wel-
cher?: *249i.
wick adv. — bös, schwierig: 775.
wike subst. pl. wikes 1695. — woche :
.1695.
Wide I) adj. (r. m. biside — ride —
tide) *44i. — ausgedehnt, gross :
*44i. *2039. *27o8. ^2794. *3232.
II) adv. (r.m. abide) *22. — 1) weit:
*22. ful wide, sehr weit umher:
*!343- *3298. 2) weit weg: ^2123.
240
3) von weit her: *32Ö8. über wide
whare s. u. whare.
Wide subst. [r. m. biside — tide — abide)
*ioi3. — weite: 1013.
wi^t adj. (r. m. kni'^t — hi^t — flijt —
bri^t) *90. — tapfer, muthig:
*90. * 795- * 1041. 2) wuchtig:
*I029.
wi^t subst. [r. m. niijt — knisjt — bri^t
— mi^t) *i687. — wesen: 1687.
wi^tly adv. — rasch: 880. 3229.
WÜf subst. dat. wiue 2662. 2896. 3135.
chefrau, gern ahlin: 248. 2582.
2662. 2896. 3135.
wild adj. wilde 442. 459. 2477. 2505.
— wild: 442. 459. 824. 2477. 2505.
wille subst. (r. m. stille) *979. wil 907.
1162. 2663. gen. willes 2201. 1)
wille: *394. 907. *979- * 1736.
*I749. *2i68. *27o6. 2916. 2958.
*2992. 2) absieht: *4Öo. 1753.
*I992. 2273. 3) wünsch: *H49.
1162. 1301. 1392. 1698. 2i37.*2456.
2663. *27oi. 2820. 2910. 2997.
3216. 4) wip wille a) nach
wünsch: *2^g6. ^2495. *3282. b)
freiwillig : *2i54. c) bereit-
willig: *3I7« d) aus drücklich:
*2075« 5) &es' redensarten ; his wille
wirche, don, seinen wünsch voll-
bringen: 1 715 (vgl. d. anm. z. d.
st.). 2189. 3197. willes be, willens
sein: 2201.
(wille) v. prät.präs. 1 sprs. wil 670. 764.
811. 920. 2738. 2764. 2765. 2798.
2884. 2903. 2922. 2954. mit ne zu-
sammengeschmolzen , nil 2705. mit
dem pers. pron. ich in ein wort ver-
einigt, ichil 1546. 2139. 2402. will
606. wille 140. 2. sprs. wilt 136.2947.
das pers. pron. ist enclitisch ange-
gefügt'; wiltow 312. 1822. 3 sprs. wil
239. 781. 1429. 1502. 1880. 1969.
1983. 1998. 2573. 3039. 3052. 3099.
3101. 3192. mit ne zusammenge-
schmolzen, nil: 21 16. 3233. iplprs.
wil 470. iplprs. wil 668. will 607.
wille 1768. iplprs. wil 1094. 2962.
2scprs. wost 2076. 1 spr. wald 2899.
wold 1579. 2125. 2998. 2 spr. wold
[r. m. bold — old — told) *46g. *847.
3 spr. ind. und conj. wald [r. w.hald —
wiphald — bald) *995- 23. 114. 329.
703. 1049. 1322. 1445. 1497. 1548.
1646. 2029. 2178. 2226. 2233. 2317.
2334. 2624. 2635. *28i5. 2827. 3125.
3179. 3 181. 3190. wold [r. m. hold
— yfold — told — ^old) *3C>3. *i76.
*286. 310. 338.646. 793. 894. 1154.
1294. 1535. 1606. »2788. *3025.
Mit ne zusa??imengesch?nolzen, nold,
1634. 2823. iplpr. wold 719. 3plpr.
wald 430. 434. 711. 1591. 1900.
2256. 3172. wold {r. m. cold — told
— old — bihaltj *2494. 373. 549.
588. 894. wolde (f. m. cold — sjald
— bihold) *386. 1 sepr. wold 2952.
mit ne zusammengeschmolzen, nold
1783. 3244. wolde [r. m. cold — ijald
— bihold) ^386. — 1) von der Zu-
kunft a) werden: 719. 781. 1969.
1998. 2178. 3039. 3099. 3101. 3125.
3233. b) mögen: 2076. 3172. 2)
mögen, wünschen , begehren,
tust haben: 176. 286. 373. 386.
703. 1579. 1900. 2125. 2998. 3179.
3190. 3) zur Umschreibung des prät.
gebraucht, zu übersetzen durch wol :
1322. 2635. 4) pflegen: 1049.
1646. 2827. 5) wollen; an allen
übrigen stellen.
Win subst. wine (r. m. tine — pine
— mine — Katerine) * 3064. gen.
wines 2491. — wein: 545. 2491.
^3064.
winde subst. {r. m. finde) *372. — 1)
wind: 386. 1162. 1167. 1301. 1392.
1698. 2) stürm: *372. 1653.
winde st. v. 3 spr. wand (r. m. hand
— fand — sand — brand) *2349. —
taumeln : 2349.
wining subst. — 1) gewinn: 3006.
2) gewinnst : 380. 679. 3) das
gewonnene land: 928.
winne st. v. inf. winne (r. m. inne —
kinne — skinne) ^565. ^327. 2306.
2318. * 2544. win (r. m. pin — in
— bigin — tvin) * 1667. 72. 176.
I spr. wan (r. m. can — pan — bi-
gan — man) *i834. 2 spr. wonne
1913. 3 spr. wan (r. m. man — an —
kan) *i93o. 334. 340. 342. 963.*972.
1107. *i294. *I324. *i524. *2274.
*232i. *23Ö7. 2637. 2646. *2776.
*3OI7- ZPfyr- wan ir' m' ran — Pan
— man) *2522. *I4H. — 1) ge-
winnen (beim spiel etc.): 72. 327.
334- 340. 342- l834- 1913- 2) für
sich gewinnen, sich nehmen,
bekommen: 565. 1294. 2306. 3017.
3) erobern: 176. 2318. 2321. 4)
üb erwinden: I524- 5) über-
kommen: 2544. 6) erzwingen:
972. 7) sich wagen, kommen:
2274. 8) eilen: 1414. 9) bes. aus-
drücke ; winne after, nachlaufen,
nacheilen , v erfolgen: 2367.
2522. winne fre, frei machen,
— 241
befreien: 963. 1107. 2637. alcjs
lif winne , jem. das leben neh-
men: 2776. winne to, a) sich wa-
gen zu, schleichen zu: 1930.
b) greifen nach: 1667. über
winne o^ain s. u. o^ain.
winier subst. — w int er: 13. 2487.
wirche schw. v. inf. wirche 39. Sspr.
wrou^t r. m. nou^t — bou^t — brou^t)
* 1715. *n6. ^1506. ^2833. 3plpr.
wrou^t — [r. m. bou^t — bou^t —
ywrou^t — nou^t) ^453.3271. partpr.
wrou^t (r. m. brou^t — mou^t — bou^t
— sou^t' *4ii. ^1404. *I434. *i6Ö2.
*i8i9. *240i. 2481. *2666. *2840.
ywrou^t [r. m. wrou^t — bou^t —
bou^t — nou^t) *459. *i683. — 1)
vollbringen: 1506. 1715. 2) fer-
tigen, aus arbeit en: 411. 1434.
1662. 1819. 2481. 2840. (a letter)
s chreib en: 116. 3) schaffen:
1404. *240i. 4) (etwas übles) an-
thun: 39. 2666. 3271. 5) thun,
arbeiten: 2833. 6) zurichten
(von erlegten thieren): 459. (von einem
tränke) 1 683. in quarters wirche, vier-
theilen: 453.
wis I adj. wiis [r. m. priis — griis —
Tramtris) *I2 7C wise (r. m. his —
riis — priis) ^45. 90. 626. *I342.
*I377- — weise, kl zig: ^45. 90.
626. *i27o. *I342. *I377. II) subst.
bat wise, be wise (r. m. lys — asise
— arise) *32Ö. — der weis e : ^273.
*32Ö.
wise subst. (r. m. wise — priis — griis
— marchandis) * 1385. — weise:
I335-
wisse schw. v. imps. wisse 393. —
den weg zeigen: 393.
wite v. prät. präs. inf. wite 399. 606.
1207. 1235. 1401. 1953. 2224. 3172.
I sprs. wate [r. m. gate — sat — lat)
*2093. wot (r. m. smot) ^867. 2100.
mit ne zusammengeschmolzen, not
92. 2 sprs. wost 3216. ^plprs. wate
(r. m. lat — gate — gat — hate)
^699. 1 scprs. wite 2882. i?nps. wite
1992. 2892. imppl. witep 35. ?>spr.
wist [r. m. miste — breste — deste
— kist) *2395. 413. 586. 1691. 2054.
2833. 2966. mit ne ztisammenge-
schmolzen, nist 246. 3plpr. wist 511.
522. 2558. mit ne zusammenge-
schmolzen, nisten 370. 2>scpr. wiste
598. 2plcpr. wist 718. iplcpr. wist
374. wiste 598. — 1) wissen: 35.
92. 246. 370. 374. 413. 511. 522. 586.
598. 666. 699. 718. 867. 1207. 1401.
Kölbing, Sir Tristrem.
169I. 1953. 2054. 2093. 2IOO. 2224.
2558. 2833. 2966. 3216. 2) erfah-
ren: 399. 2395. 2882. 2892. 3172.
3) zu erfahren suchen: 1992.
. 4) kenntnis s nehmen v 0 n : 1 235 .
wite schzv. v. inf. wite [r. m. white —
tite — delite) *24Ö. *6i9. isprs.
wite 556. 2 sprs. wites 2915. 2plprs.
witeb 1600. 3plpr. witt 369. — 1)
schuld beimessen, schieben
auf: 246. 369. 2915. 2) vorwürfe
machen in bezug auf: 1600. 3)
tadeln: 556. 4) schelten: 619.
wiue schw. v. inf. wiue (r. m. striue
— rlue — liue) *I3Ö7. parlpr.wiued
3038. — sich vermählen (vom
manne) : 1367. 3038.
wib pr'dp. — 1) zur bezeichming der
nächsten nähe, bei: 61. 335. 420.
590. 1685. 1962. 2614. 3010. 2) zur
bezeichnung der begleitung von per-
sonen, mit: 55. 57. 136. 140. 360.
434. 778. 796. 818. 1154. 1298.
1865. 1880. 1903. 1915. 2008. 2468.
2470. 2476. 2864. 2930. 3077. 3) bei
verben und adjectiven, das verhältniss
einer person zu einer anderen zu be-
zeichnen; binde a forward wib, ein
bündniss schliess en mit : 2677.
chese a turnament wib, ein turnier
in aus sieht nehmen gegen: 66.
chide wib, z anken mit : 1850. fi^t
wib, fechten mit: 766. 1533. 2849.
lede wib, mit refl., mit sich füh-
ren: 3077 (für hir wol hem zu lesen).
3221. mellewib, sich in ein hand-
gemenge einlassen mit: 3270.
play wib, (schach) spielen mit:
674. 1265. das liebes spiel trei-
ben mit: 1687. 1690. 1808. 1931.
2171. 2202. 3225. play wib, beim
k a mpfe gebrauchen: 2334. speke
wib, sprechen mit: 2. 235. 811.
dere wib, beliebt bei: 574. wele
wib, in gutem einvers tändnis s
mit: 2292. 4) zur bezeichnung von
umständen oder adverbiellen aus-
drücken, meist durch mit zu über-
setzen: 182. 185. 205. 207. 214. 317.
578. 665. 702. 743. 863. 972. 988.
1036. 1083. 1087. 1096. 1099. 1549.
1572. 1600. 1693. 1736. 1794. 1940.
1948. 2071. 2075. am. 2133. 2154.
2174. 2309. 2312. 2388. 2396. 2414.
2484. 2495. 2622. 2646. 2671. 2690.
2697. 2755. 2798. 3232. 3265. 3282.
3337. 5) zur bezeichnung des mittels,
a) mit: 202. 668. 768. 785. 868.
869. 1014. 1029. 1032. 1039. 1074.
16
— 242
H28. 1406. 1446. 1466. 1701. 1813.
i960. 1989. 2051. 2066. 2077. 2099.
2198. 2345. 2353. 2528. 2561. 3243.
her wib, damit: 1834. b) durch:
372. 982. 1469. 1624. 1706. 1913.
1914. 2229. 2308. 2321. 3249. 3341.
c) mit hülfe von: 281 1. 3020.
d) mit auf bietung von: 1035.
1080. 1260. 1609. 2304. 6) von der
aus stattung, versehen mit, mit:
5. 172. 175. 263. 300. 377. 380.
381. 442. 498. 516. 679. 687. 707.
877- 937- "H. 1380. 1381. 1382.
1575. 1581. 2651. 2661. 2678. 2734.
3047. 3085. 7) zur Bezeichnung der
gleichzeitigkeit, wib bat, üb er dem :
876. 2562. wib bis 2362. ■ — so-
fort: 2447. 8) wib mit anderen
Worten zu adverbien oder Präposi-
tionen verbunden, a) wib alle, da-
bei, übrigens : 1939. b) wif)
inne : a) adv. inwendig: *84. ß)
präp. innerhalb, nach verlauf
von: 1871. c) wib outen präp. a)
ohne: 1826. 2620. ß) ausser:
1272. y) häufig mit einem subst. zu
einer fiickphrase vertuendet : vgl. ende ;
les ; lesing ; nay ; ob ; wene ; wou^.
wibhalde st. v. inf. wibhald (r. m.
hald — wald — bald) *993- — zu-
rückhalten, vorenthalten:^^.
WO subst. (r. m. fo — do — go — also)
*3°55- wa ir' m- s^a — ma — ta —
tva) ^2769. — 1) leid, schaden:
*39-*3055«327I« 2)leid, kummer :
*i735. ^2568. 2596. 2599. 3)
schmerz: 1235. 4) das böse
thtin? *2568. 5) verwendet wie
ein adj. a) in unpersönlicher con-
struction, übel zu muthe: *io5«
666. 1426. *i86i. *27Ö9. 3163. b)
in Verbindung mit eigennamen oder
einem anderen subst.: *245. *77i.
1939. *2027. ^2159. *2387. *2686.
*298o. 3178.
WOde subst. — wald: 1845. 1909.
1916. 2457. 2604.
WOde b0U£ subst. (r. m. slou^ — ynou^
— wouz; — drou^) *2485. — ge-
zw eig des waldes : *2485. *2>2T1'
WOde adj. (r. m. flod — bistode — fode
— jjede) *37i. — 1) toll, ver-
rückt: *i58o. *2i3i. *2357« *299i.
2) wild, auf geregt : *37i.
WOlf subst. — wolf: 1049.
woman subst. (r. m. bigan — ban —
wan — man) *227o. — weih: 828.
xueide: *227o.
wombe subst. — wamme, einge-
weide: 490.
WOn subst. — wohnung, haus : 2456.
wonder subst. — 1) wunder: 212.
2215. 3196. 2; etwas wunder-
bares: 457. 1225. 3) wunder-
that: 1506.
WOndre schw. v. %spr. wondred 519.
1958. wonderd 1078. — sich wun-
dern: 519. 1078. 1958.
wonge subst.pl. wonges 732. — wange :
732.
Word subst. worde 2996. pl. wordes
2086. — 1) wort: 2996. 2) wort,
rede: 667. 1090. 3) bescheid:
1003. 4) bo tschaft: 2086. 2424.
WOrld subst. — weit: 16. 393.
worbe st. v. isprs. worb 836. ^scprs.
worb 3055. 3194. — werden: 836.
3055. 3194.
worb adj. — werth: 3167.
W0rf)li adj. — 1) tüchtig: 1029. 2)
hübsch: 1687.
WOllke subst. pl. woukes 364. 1160.
2508. — wo che: 364. 1160. 2508.
WOU5 adj. (r. m. anou^ — drou^ — lou^)
*i730. — unrichtig, falsch:
1730.
WOI15 subst. (r. m. slou^ — anou^ —
I0113 — drou^) *i53i. — 1) unrecht:
*i53i. *i6oo. *I7Ö7# 2) wibouten
wou^ , ohne f als ch , d. h. ohne
zw ei fei (fiickphrase): *248i.
wounde subst. [r. m. vnsounde) *i 177.
//. woundes 1234. 3286. 3332. —
wunde: 1052. *i 177. 1234. *I27Ö.
*I320. 3255. 3286. 3332. *3344-
WOlinde schw. v. splpr. wounded 1174.
1221. partpr. wounded 96. 1089.
1113. 1171. 1223. ywounded 85.
1195. — v erwunden : 85. 96.
1089. 1113. 1171. 1174. 1195. 1221.
1223.
wrake subst. [r. m. Sake — make —
take) *3039. — räche: 1308. ^3039.
wraie schw. v. inf. wrie (r. m. dye —
hei^e — li^e) *2I4Ö. ^sprs. wrayeb
2179. ispr. wraied 2126. — ver-
läumden: 2126. 2146. 2179.
wraier subst. — verläumder : 3288.
wrabe schw. v. imps. wrabe 2883.
wretbe 661. partpr. wratf)ed 3070.
— 1) mit hinzugcf. pron. pers., sich
erzürnen : 661. 2883. 2) part. pr.
zornig: 3070.
wreke st. v. $spr. wrake 3253. 3266.
partpr. wreken 3295. — rächen :
3253. 3266. 3295.
wrebe subst. — zorn: 2544.
— 243 —
wringe st. v. %spr. wrong [r. m. strong
— long — brong — wrong) ^3262.
— drücken, werfen: 3262.
write st. v. 3.7V. wrot 2051. — be-
seht e i b e n : 205 1 .
wrong I) adj. — ungerecht: 982.
II) adv. (r. m. strong — song — long)
^2656. — 1) unrichtig : 1633.
1666; vgl. u. bihenche. 261 1. ^2656.
2) m i t u n r echt : 556.
wrong subst. (r. m. strong — among —
long) *23. — unrecht: 23. 972.
974. *i6i6. 2312. 2666. 2695. 2949.
*303°- 3036. *32Ö6.
wrob adj. (r. m. clob — babe — raie)
*J739« — zornig: *I739- 2905.
307I-
P.
bai 1) pron. pers. [r. in. say — day)
*8o4. bay *H93. ^2453. *30C>5.
*3295. a) sie: 11. 38. 40. 46. 50.
54. 56. 65. 71. 73. 107. in. 144.
146. 147. 148. 150. 151. 180. 190.
321. 346. 347. 351. 353. 363. 369.
37o. 373- 374- 375- 379- 284. 385.
386. 428. 429. 430. 434. 436. 446.
447. 452. 453. 509. 511. 518. 520.
521. 522 u. s. w. b) ein vorher-
gehendes subst. wieder aufnehmend,
meist unübersetzbar : 62. 154. *8o4.
^1556. 2743. 3289. c) ein nachfol-
gendes subst. vorausnehmend: 1394.
1899. 1900. 2058. 2439. 2454. 3013.
3127.
2 sie im sinne von vi an
821. 683. 896. 995. 1096. 1152.
2937- 3°77- 3089- 3I25- 3) dem.
pron. mit nachfolg, bat, diejeni-
gen, welche: 527. 1310. 1402.
3219.
bair adj. pron. poss. — ihr: 8.
ban I, adv. (r. m. man — ran — can)
^523. ben2545. — 1) zur anknüpf ung
eines neuen momentes in der erzäh-
lung a) dann: 99. 113. 353- *755-
*Iloi. 1899. b) da: 222.344.466.
^523. *527. 556. '698. *72i. 827.
^841. *976. ^1292. 1339. *I4I2.
I5I7- *i526. *2272. #2324. ^2524.
2545. *2588. 2612. ^2747. ^2780.
*2828. * 3015. 3213. 2) (zeitl.) dann:
1748. ^1830. 1899. 3) als 'flach com-
par. und so) : 162. 297. 2593. 2923.
4)- bis jetzt? 466. 5) in Verbindung
mit adverbien oder präp. ; als ban,
unter solchen umständen:
*II20. er ban, vordem: ^1230.
for ban, dess halb : ^1978. ri^t ban,
s. u. n/}t bi ban s. u. bi. II) con-
junet. — a) als: 3290. b) wenn:
228. 1339. 3072 in 851 zu streichen
(vgl. d. anm. z. d. st.).
.bank subst. — dank: 2081. 2639.
jianke schw. v. 3spr. banked 3203. |)on-
ked 2780. — danken: 2780. 3203.
bare adv. [r. m. bare — ^are — wäre)
*2. bore (r. m. ore — lore — wore)
*28o. ^2984. *333i. bar (r. m. bar
— far — schar) ^1489. *I495- f)ere
[r.m. here — were) *20i.*205.*58o.
957- I5°3- *2234. 2376. 2815. 2819.
3051. ^3074. ber 3. 104. 116. 121.
139. 143. 145. 165. 178. 183. 192.
203. 217. 298. 319. 342. 343. 345.
480. 492. 519. 604. 853. 899. 997.
1071. 1119. 1163. 1213. 1219. 1592.
1633. 1654. 1665. 1673. 1705. 1856.
1937. 2061. 2063. 2103. 2142. 2166.
2358. 2373. 2479. 2529. 2558. 2634.
2713. 2742. 2746. 2753. 2818. 2832.
2836. 2856. 2875. 2889. 2967. 3131.
3136. 3140. 3194. 3227. 3247. 3263.
3279. 3291. 3327. 3338. — 1) räum-
lich a) dort: *2. 3. 121. 192. *20i.
203.*205. *2i2.*28o. 342.*426. 492.
*573- *5^o. *692. ^704. *7i6. 899.
*928. 996. io7i.*iio4.*iio8.*I225.
*i394. 1592. 1633. 1654. 1665. 1673.
1921. 2061. *2234. 2373. 2376. 2479.
2558. 2634. 2713. 2815. *2822. 2856.
*29Ö4. 29Ö7.*2984.3i3i. 3i36.*3i7i.
^3225. 3227. 3247. 3263. 329i.*3335.
3338. b) hier: 2753. c) dorthin:
*H48. *2234. *28Ö4. ^2960. d) wo:
104. 143. 178. 217. 1163. 1503. 1856.
2063. 2142. 2742. 2746 (?}. 2818.
2819. 3051. e) da wo: 1800. f)
wohin: 604. g) dahin wo: 11 19.
12 13. mit hinzugefügtem bat: 2358.
2) zur anknüpf ung eines neuen mo-
mentes in der erzählung, da: 116.
145. 165. 298. 343. 345. *456. *684.
*ii2i. ^1489. *H95. * 1566. 1705.
**937- *i977- 2I°3- 2166. ^2267.
2875. *3074. 3140. 3194. 3279. 3)
zeitl. als : 2598. 4) bei nachgestelltem
subjeet am anfang des satzes : 519.
997. 2529. 2832. 2889. 3327. ähnl.
853.2875. 4) in Verbindung mit präp.
und adverbien: ber inne, darein:
323. hinein: ^2542. ber — in,
da drin: 1665. ber nest , dem-
nächst: 480. ber of, darüber :
183. 610. 794. 1026. 1537. 1678.
2703. davon: 1823. danach: 1722.
ber on, darauf: 1905. ber out,
dr aussen : 3143. ber tille (til), da-
16*
— 244 —
hin: 139. 2483. daran: 319. da-
rauf: 1996. ber to , dazu: 50.
1062. 1106. 2959 (bar to). dafür:
975. dahin: 2502.2668. darauf:
3 191. ri'^t bare, j. w. ri^t. as bare,
j. w. as. vgl. u. berfore.
bat I) subst. pron. dem. der, das,
dies: 492. 552 (oder zu III). 1205.
1476. 1586. 1674. 1691. 2068 {oder
zu II a ?). 2246. 2395. 2504. 2587.
2655. 2674. 2906. 2994. 301 1. 3027.
3090. 31 17. al bat, alles das : 2015.
über wib bat s. wib. II) verstärkter
artikel. dat. s. ber 549. 916. a) zur
substantivirung von adj. und num. :
43-44- 73- 174. 196. 273. 281. 284.
379- 383- 69i- 73i. 9"- 1373-
1569. 1763. 1764. 2429. 2594. 2627.
2693. 2825. 3003. 3046. 3100. 31 11.
3210. 3222. b) vor subst.: 96. 106.
164. 213. 215. 219. 220. 222. 233.
236. 242. 334. 340. 369. 385. 481.
585. 638. 690. 903. 1050. 1067. 1070.
1076. 1078. 1107. 1130. 1189. 1256.
I3l8- *336- H4i- 1442. 1454- H55-
1464. 1482. 1506. 1507. 1520. 1552.
1618. 1638. 1641. 1667. 1687. 1710.
1755- r76o. 1762. 1791. 1793. 1844.
1846. 1877. 1890. 1891. 1895. 1910.
1920. 2085. 2088. 2200. 2233. 2239.
2279. 2285. 2306. 2323. 2340. 2389.
2465. 2474. 2615. 2650. 2677. 2679.
2685. 2709. 2738. 2760. 2768. 2791.
2812. 2862. 2882. 2893. 2926. 2942.
2944. 2987. 2998. 3001. 3116. 3132.
3i37- 3!56#- 3l6j- 3J78- 3242. 3290.
über bat sibe, bat stounde, bat tide
ber while, s. u. sibe, stounde, tide,
while. bat verstärkt durchichod. ilke :
209. 954. 2521. III) rel. pron. 1)
w eich er , welche, welches (für
alle gen. und mim.) a) im nom. oder
acc: 15. 19. 37. 45. in. 153. 160.
203. 282.. 334. 377. 378. 391. 406.
409. 411. 424. 455. 528. 594. 663.
696. 701. 703. 708. 716.741. 787.
795- 879- 932. 968 (ba). 978. 1025.
1041. 1049. 1090. 1094. 1181.
1185. 1192. 1245. 1268. 1269. 1271.
1273. 1288. 1311. 1322. 1324. 1328.
I377- 1383- J403- J4i5- H23- 1432.
1434. 1445. 1473. !528. 1588. 1646.
1700. 1711. 1775. J932- 2301 (oder
zu I?). 2334. 2360. 2364 (vgl. d.
anm. z. d. st.) 2405. 2490. 2492.
2565. 2590. 2624. 2637. 2644. 2648.
281 1. 2830. 2833. 2854. 3021. 3025.
3064. 3215. 3220. 3288. 3296. 3305.
3311- 3336- he bat, der wel-
cher: 525. 627. 1185. 1360. 1542.
1817. 2016. 2134. 2164. 3075. 31 14.
b) im dativ : 1257 (?). 1927. 2) der
welcher, die welche, das was:
167. 342. 440. 492. 678. 995. 2371.
3061. 3129. etwas, was: 3273.
al bat, alle die, welche, alles
das, was: 121. 176. 879. 1378.
i960. 1981. 1388. 2494. 2645. 3)
ber bat, dahin wo: 2358. bo
f)at, damals als: 1599. 4) who
bat, wer: 692. IV) conjunction
1) im objectsatz a) dass: 21. 38. 47
103. 140. 338. 517. 576. 652. 653
985. 1108. 1141. 1352. 1507. 1551
1554- I589. 1617. 1620. 1632. 1745
1749. 1760. 2013. 2024. 2084. 2094
2415. 2423. 2426. 261 1. 2893. 2895
2932. 3024. 3260. b) darüber,
dass: 2560. 2981. 3212. 2) in be-
fehl ss ätzen , dass: 1381. 2076.
3) in consecutiv sätzen a) dass, [mit
vorhergehendem so oder swiche) :
1196. 1225. 1242. 1280. 1804. 1861.
2349. 2442. 2888. 3179. 3196. so-
weit: 405. so bat, wenn nur:
2153. bat — no, ohne dass : 2714.
b) so dass: 187. 1044. 1053. 1070.
1125. 1491. 1612. 1654. 1938. 2252.
2379. 2613. 2852. 3267. 3333.
4) in ab sichts sätzen, damit: 69.
1081. 1337. 1349. 1350. 2106. 2196.
5) in ausrufen, dass doch: 3055.
plur. bo I) sttbst. dem. pron. a) s i e,
die leute, man: 397. b) dieje-
nigen: 203. 282. II) verstärkter
artikel: 422. 1839. 2440. 2470.
2563. 2564. 3014. über 253 vgl. d.
anm. z. d. st
be artikel für alle genera und numeri
— der, die, das: 18. 29. 34. 36.
39. 45 u. s. w. zuweilen mit dem fol-
genden worte zusammengezogen, wenn
dieses mit e anlautet, bende 58. berl
1864. 1875. 1885. 1895. 1902. 1910.
enc litis ch an die präp. at gefügt:
atte riue, am ufer: 1369. ben,
mit anfügung von n an das folgende
wort, at be nende 3287.
be instr. adv. — um so (vor comp.}:
538. 1117. 1979.
be st. v. inf. be 855. — gedeihen,
glück haben: 855.
bede subst. (r. m. fede — lede — ^ede)
*29i. i) Yrlond bede, das volk
von Irland, des reimes wegen statt
Irland: *I386. 2) in bede, im volke
(füllphrase): *29i (conj).
bef subst. — schuft: 1584. 1585.
— 245
bei conj. i) obwol: 24. 695. 937.
1112. 1 15 1. 1223. 2837. 2) wenn
auch: 650. 777. 2148. 2954.
berfore adv. — [r. m. oftore) *I957-
1) desshalb: 854. 2) darüber:
*I958. ^2541. 3) trotzdem: 583.
bider adv. dahin: 444. 764. 1167.
bi in der Verbindung for f)i, j-. u. for.
j)in, bi /r^«. /(?j\?. ^/. 2. /^.r. I) ad-
jectivisch 1) w^ vokalen und h a) bin.
n zum folgenden worte herübergezogen
bi nemes 2002 (doch vgl. d. anm. z.
d. st.). bi nore 2004. bi nave 2135.
pi nem 2150. b) pine et) sing. pine
heued 634. pine owhen : 844.917.
1335. pine erand 847.2149. pinehert-
blode 1578. pine harp 1822. 1913.
pine em 2129. bine owen wille 2706.
ß) plur. bine hunters 682. 2037. pine
houndes 2729. 2) als pluralform mit
folgendem consonanten bine ; bine
frendes 781. bine sones 914. bine
forestes 2039 ; sonst stets pi. —
dein: 142. 143. 634. 682. 773. 780.
781. 844. 846. 847. 851. 858. 861.
!320- 1335- J578. 1584 (*>«;.;. 1822.
1837. 185 1. 1911. 1913. 1980. 1997.
2002 (conj.). 2039. 2130. 2135. 2137.
2149. 2150. 2582. 2583. 2706. 2729.
2881. 2910. 2958. 2992. 3037. 3043.
3060. 3094. 3097. 3190. 3192. II)
substantivisch bine [r. m. Ganhardin
— in — lin) ^29 11. [r. m. tine —
wine — mine — Katerine) *3<d62. 1)
die deinige: *29ii. 2) dein:
*3o62. über bi seif s. u. seif.
hinke schw. v. inf. pink (r. m. swink)
*i648. 2>sprs. penkep 1737. 2,spr.
pou^t [r.m. nou^t) *2Ö38. 1038. 1572.
1739. *2I43. 2155- 2230. 2370.
2675. 2735. Zplpr- pou^t (r. w.brou^t
— nou^t — wrou^t) ^1402. ^d^.partpr.
bou^t (r. w.nou^t — boiv^t — brou7,t
— wrou^t) ^1709. *2837. — 1) den-
ken an etwas : 1648. 2675. 2) den-
ken: 1564. 2155. 2370. 2837. 3)
nachdenken, überlegen: 1739.
2143. 2638. 4) gedenken, beab-
sichtigen, wollen: 1038. 1572.
1709. 1737. 2230. 2735. 5) halten
für: 363.
binke schw. v., unpers. $sprs. bink (r.
m. brinkj ^2948. 1554. benk [r. m.
sink — swink — drink; *22Ö2. $scprs.
benke [r. m. drink — swink — stink)
*ni2. 2>spr. bou^t (r. m. brou^t —
wrou^t — mou^t — sou^t) *4I5- *457-
*5I7- *55°- ^649. 1225. 1306. *I440.
*i5oo. 1564. '2887. 3259. partpr.
bou^t 212. — scheinen, er-
scheinen: 212. 415. 457. 517. 550.
649. n 12. 1225. 1306. 1440. 1500.
1554. 1564. 2262. 2887. 2948. 3259.
ping subst. (r. m. king — Schilling —
bring) *439- pl. ping (dieselben reim-
worte): *437. *I3Ö3. *i37o. ^925.
3009. — 1) ding, sachc: *437.
968. *i3Ö3. *I370. ^1382. *i6i8.
^1723. *I925. 2) (geld) mittel :
*439- 3) sache, leistung: 406.
4) wesen, kind: * 1866. *2i9Ö.
*23o6. *3ii6. 5) einzelne aus-
drücke: no ping, nichts: *I(X>5.
^1748. no bing, gar nicht: ^648.
664. *2iio. for no bing, um kei-
nen preis: 2692. no noper bing,
nichts anderes: *l852. swiche
(a) bing, so etwas: *52Ö. *ii42.
*2Ö87. swiche a ping, folgendes:
*I9Ö3. sop ping, zaahrhaftig!
*x593- *2275# for what ping, aus
w elchem gründe? : 2879. in al
ping, in j eder b eziehung : 3009.
*3202.
pis I) adj. dem. pron. (unveränderlich
im gen. sing, und im pl.) — ' die-
ser, diese, dieses: sing. 12. 16.
91. 156. 726. 913. 915. 965. 1137.
1385. 1423. 1508. 1510. 1512. 1518.
1522. 1584. 1585. 1983. 2011. 2038.
2082. 2093. 2121. 2122. 2248. 2445.
2600. 2764. 2767. 3073. 31 13. 31 14.
3167. 3312. 3315. 3320. plur. 11. 14.
II) subst. dem. pron. (r. m. is — mis
— his — ywis) ^981. a) masc. der:
*2756. b) neutr. dies, das: 744.
*io23. 1338. *i545- 1876. *2i6o.
*2207. *2296. *29i2. 3039. of pis,
hierüber: *98 1 . über wip pis s.
u. wip.
pO I) adv. [r.m. slo — mo ■ — go) *436.
— da: *436. 456. 628. 643. 738.
771. 821. * 951. 986. *ic>54. 1063.
1091. 1130. 1182. 1193. 1260. 1376.
1470. 1572. 1792. 1794. 1801. *i847.
1849. 1855. 2078. *2io5. 2155.
*2i63. 2218. 2283. 2300. 2397. 2398.
2523- 2553- 2559- *2566. 2686. 2824.
2873. 2955. *2956. 2973. *2978. 3103.
3116. 3153. 3163. as po, zu j ener
zeit: *IÖ92. ^1725. II) conj. —
als: 179 [oder zu I?). 255. 389. 959.
1607. 1630. 1676. 1778. 1789. 1971.
2422. 2523. 2553. 3328. po bat s.
bat.
bole schw. v. inf. pole 23. — dul-
den, leiden: 23.
[)0U pers. pron. der 2. pers. nom. dzt.
— 246
i) als selbständiges ivort erscheinend
a) bou : 136. 231. 393. 396. 467. 469.
529. 635- 656. 665. 759. 773. 777.
840. 843. 845- 846. 847. 852. 859.
860. 866. 914. 916. 1007. 1020. 1059.
1060. 1147. 1150 (so für ipw zu
lesen). 1336. 1463. 1551. 1577. 1587.
1598. 1771. 1823. 1828. 1829. 1881.
1911. 1912. 1913. 1914. 1963. 1966.
1967. 1992. 1993. 1995. 1998. 2001.
2005. 2006. 2007. 2019. 2020. 2023.
2037. 2040. 2041. 2043. 2045. 2046.
2076. 2082. 2084. 2108. 2109. 21 13.
2114. 2115. 2128. 2136. 2146. 2147.
2153. 2186. 2326. 2329. 2584. 2585.
2703. 2720. 2724. 2725. 2731. 2755.
2760. 2761. 2878. 2892. 2909. 2915.
2933- 2947. 2949. 3030. 3035. 3036.
3041. 3042. 3049. 3050. 3057. 3060.
3061. 3063. 3065. 3069. 3092. 3093.
3094. 3096. 3097. 3102. 3168. 3193.
3206. 3216. 3228. 3307. b) tow; and
tow 138. dos tow 1018. 2) enclitisch
an die vorhergehende verbalform oder
conjunction angefügt: artow 857.
2756. astow 395. 2131. 2877. 2934.
canestow 3054. comestow 863. cri-
estow 3033. farestow 1867. ^ifstow
1851. hastow 1852. 2795. 3189.
hattou 530. dostow 622. mone-
stow 657. seistow 2950. wiltow
1822. dat. acc. 1) be (r. m. me —
se — fre) ^140. *230. 358. 555.
*556- *558- *6o6. 621. 655. 661.
*664. * 765. 778. *838. 839. *9Ö7.
1005. *i333- 1357. 1608. 1610. 1612.
1830. 1836. 1975. 1994. 1998. 2008.
2010. 2073. 2075. *2o83. 2111.
*2ii8. 2125. 2126. 2146. *2I5I.
*2i82. 2185. 2332. 2718. 2730. *2732.
2762. *2797. *2875. 2883. 2884.
*292i. 2952. *2996. 3039. 3048. 3055.
3039. *3059. ^3113. *3U5- *33°6-
2) te, nach at: *9I9.
bou^t subst. (r. m. nou^t — wrou^t —
sou^t — mou^t) *H2. — 1) Über-
legung, gedanke: 2907. 2) sinn:
112. *2ÖÖ4. 3) idee, einfalle
plan: 2590. 4) absieht, wünsch:
2444. 5) arglist: ^2844. 6] for
bou^t, so lange man denken
kann: * 537 (vgl. d. anm. z. d. st.).
*i68i.
bra adj. [r. m. ta — 3a — sa — ma)
*6i5. bro (r. m. so — wo — to) *37.
* 777. *I020. — 1) begierig,
eifrig: 615. 2.) aus dauernd,
tapfer: 37. 777. 1020.
bralle subst. (r.m.aWe — falle — calle)
*2953- — knecht: 2953.
bre num. card. [r. m. he — me) * 79.
drei: *jg. 201. 938. 941. 943. 946.
1123. * 1456. *i658. * 1902. 2170.
*2i84. 2508. *2Ö29. ^2725. 2750.
"*2923.
breste schw. v. ZsPr- f>rest (r. m. brest
— est — nest)*478. breste [r.m. miste
— deste — wist — kist) *239i. —
1) stossen: 2391. 2) breste adoun,
herunterdrücken: 478.
bretene schw.w.^sprs. brebeneb 21 17.
$spr. bretned 3182. drohen: 2117.
3182.
brift subst. — glück: 3060.
bringe st. v. inf. bring [r. m. ring —
king — bring — f)ing) * 644. 3 spr.
brong (r. m. strong — long — wrong)
^3264. — 1) dringen: 3264. 2) in
bring, eindringen: 644.
britti mim. card. — dreissig: 2199.
2206. 2212.
burch präp. — 1) (local) durch: 84.
191. 206. 274. 1042. 2379. 2391.
3264. 2) (instrum.) durch: 82.
1891. 1894. 3322. 3) (causal) aus,
wegen: 31. 4) burch out, ganz
durch: 2778. 3256.
burchsen st.v.partpr. burchsayn [r. m.
o^ain — pain — slain — frain) *2Ö28.
— durchsuchen: 2628.
burfe v. prät. präs. $sprs. barf: 3053.
— n ö thig haben : 3053.
bus adv. (r. m. Manerious) ^295. — so,
auf diese weise: 34. 466. 892.
1095. 1221. 1526. 2180. 3091. 3334.
al bus, ganz so, gerade (füll-
phrase): *295.
Beilage.
Deutsche Übersetzung des englischen textes.'
Sir Tristrem.
I. Ich war in Erceldoun, mit Tomas sprach ich da; da hörte ich im ge-
heimen gespräche erzählen, wer Tristrem erzeugte und gebar, wer ein gekrönter
könig war und wer ihn willig aufzog , und wer ein tüchtiger baron war,
wie ihre vorfahren es waren. Jahr für jähr erzählt Tomas in der Stadt diese
erlebnisse, wie sie waren.
II. Dieser freundliche sommertag — im winter sieht man nichts davon ;
diese wälder wurden ganz grau, die zu ihrer zeit grün waren. So steht es
mit dieser weit, sage ich, sicher und ohne zweifei. Die guten sind alle weg,
die unsere vorfahren gewesen sind. Von einem ritter ist es, dass ich berichte;
sein name, er wurde sehr weit herum bekannt.
III. Rouland wollte kein unrecht dulden, obgleich Morgan herr war; er
brach seine starken Schlösser, seine mächtigen städte nahm er aufs körn, seine
leute erschlug er zugleich und raubte ihm manche beim angriff; der krieg währte
so lang, bis Morgan um frieden bat, aus bedrängniss. Wahrhaftig, ohne trug,
sein leben fürchtete er zu verlieren.
IV. So begann die schlacht — wisset wol , es war so ! — zwischen dem
herzog Morgan und Rouland , der tapfer war, dass sie nimmer abliessen , den
armen schaden zu thun ; sie brachten manchen mann um im kämpfe gegen ein-
*) Dem mir erst vor wenigen wochen ausgesprochenen dringenden wünsche
mehrerer namhafter fachgenossen, ich möchte dem Sir Tristrem in derselben
weise wie der Tristrams saga eine wortgetreue Übersetzung beigeben, um den
forschem, welche weniger philologische als rein literarhistorische zwecke ver-
folgen, die orientirung zu erleichtern, bin ich nur widerstrebend nachgekommen,
weil ich anmerkungen und glossar zur vermittelung des Verständnisses für aus-
reichend hielt. Da die Übersetzung jedoch nicht allzu viel räum beansprucht,
so glaubte ich, mich nicht weigern zu sollen, habe aber dieselbe desshalb aus-
drücklich nur als »Beilage« bezeichnet. Wenn übrigens ein mitarbeiter an dem
Jahresberichte über die erscheinungen auf dem gebiete der germanischen philo-
logie, im dritten Jahrgang unter no. 646 bei besprechung meiner ausgäbe der
Elis saga von der ihr beigegebenen unvermeidlichen Übersetzung spricht,
so ist wol der wünsch nicht ganz unberechtigt, dieser herr möge recht bald
durch eine tüchtige selbständige arbeit den beweis liefern, dass e r in der that im
Stande ist, altnordische texte ohne hinzunahme einer Übersetzung zu verstehen.
— 248 —
ander im ruhmvollen streite; der eine war der herzog Morgan, der andere der
reisige (?) Rouland.
V. Die ritter, die weise waren, schlössen fest einen vertrag, dass jeder
sein gut gemessen solle, und dass er sieben jähre dauern solle, der herzog und der
reisige Rouland. Dazu boten sie ihre hand, ihren rühm zu erhöhen und zu
bewahren, und zogen nach England, um dort zu verweilen; den könig Markes
suchten sie auf mit vielen und höfischen rittern.
VI. Zu Marke , dem könig , kamen sie mit rittern gewaltig in schlacht-
getümmel, und erzählten ihm bis zum schluss seine erlebnisse, wie es sich da-
mit verhielt. Jener bat sie als seine freunde , in frieden bei ihm zu weilen.
Die ritter, sie waren höfisch und thaten sicherlich so : ein turnier nahmen
sie in aussieht mit rittern , ausdauernd zu rosse.
VII. Ein froher mann war er, er Hess das turnier ausrufen, damit jenen
die Jungfrauen sähen und sich über die wälle hinaus legten. Die (einen) fragten,
wer der tüchtige sei, der die überhand gewinnen möchte : die (andern) erwiderten,
der beste wäre er, der Jüngling von Ermonie, im thurme. Desshalb wählte ihn
Jungfrau Blauncheflour für sich.
VIII. Die Jungfrau hoher abkunft, sie rief ihre drei hofmeister : » Wenn
es nicht durch Zauberkunst geschieht, so ist das ein sonderbarer mann : mitten
durch mein herz hat er mich verwundet, so rasch : wenn er mir nicht dies übel
erleichtert, so sind meine lebenstage ganz vorüber ! «
IX. Er war tüchtig und höfisch, muthig, weise und tapfer; innerhalb der
gränze dieses landes weiss ich keinen bessern ritter, keinen treueren als freund,
und der reisige Rouland hiess er. In eine schlacht begab er sich, und wurde
verwundet in diesem gefecht sehr grausam. Blauncheflour, die strahlende, hörte
dann diese nachricht erzählen.
X. Sie sagte: »O weh!« als sie hörte, es stünde so. Ihrer hofmeisterin
sagte sie, sie sei im begriff, zu dem ritter zu gehen, wo er läge. Sie sank in
ohnmacht und ihr war übel zu muthe ; so beruhigte er das mädchen , einen
knaben erzeugten die beiden, einen gar lieben ; und später nannte man ihn so :
Tristrem, den treuen genossen.
XI. Den Waffenstillstand, welchen sie geschlossen und in ihrem sinne fest-
gestellt hatten, brach dann der herzog Morgan, er wollte ihn nicht halten.
Der felsentreue Rohand , er schrieb da einen brief und sandte ihn sofort zu
Rouland ; als vasall bat er um hülfe in seiner sorge : ihm zu helfen , so weit
er es vermöchte, oder er verlöre alles was dort wäre.
XII. Der reisige Rouland nahm mit schmerz abschied von könig Markes
XIII oder ob du mit mir ziehen willst.« »Zu bleiben ist für mich
unangenehm. Sieh zu und du kannst es begreifen ; ich habe mich dazu ent-
schlossen , dass ich mit dir ziehen will und kommen zu deinem stattlichen
freien volke, in dem lande, wo deine familie lebt.«
XIV. Sie machten sich fertig und bereit; da gab es nicht länger ein zögern;
sie hissten die flagge auf und segelten aus dem hafen, bis sie zu einer Stadt
kamen, einem kastell, welches Rohand erbaut hatte; sie zogen ihre segel ein
und banden sie an (?) ; über bord schritten sie in voller rüstung. Die ritter, die
tapfer waren, sie thaten, wie Rohand befahl.
— 249 —
XV. Rohand gab einen richtigen rath: »Dies mädchen soll die unsere
werden, so dass sie sich dem reisigem Roland vermähle und im schlossthurme ge-
biete, und dass er sie in sein bett geleite, die die strahlendste im gemache ist.
Nie wurde eine schönere auferzogen, als Jungfrau Blauncheflour, die gar hübsche.«
Auf diese grosse ehre folgte rasch das scheiden.
XVI. Im volke ging es nicht zu verbergen, was Morgan in der stadt ver-
kündet : freundlich sprach er in vertrauter rede unter seinen unterthanen ; er
bat seine treuen ritter, auf seine aufforderung hin zu kommen mit rossen und
vielen waffen und mit erhobenem banner ; der mächtige , er ritt als gekrönter
könig, um alles zu erobern, was er begehrte.
XVII. Das feld war weit bedeckt mit kriegsvolk , wo Morgans leute war-
teten ; da ritt Rouland auf sie los , sie ritten gegen ihn an ; ein solcher zu-
sammenstoss hat noch nimmer stattgefunden, mit leid auf jeder seite. Darüber
war Rouland froh, gar rasch machte er ihren stolz zu schänden. Mit mühe
entrann Morgan da, dass er nicht erschlagen wurde.
XVIII. Morgan's kriegsvolk stürmte aufs neue an gegen den reisigen Rouland,
den tüchtigen ; sie schlugen auf die helme, durch die brünnen brach das blut.
Bald trieb da dem tode zu manches edle wesen. Um Rouland musste es einem
leid thun, wenn er zu gründe ging, der muthige : sein söhn lebte nach ihm
und theuer Hess er sich seinen tod bezahlen.
XIX. Eine trauerbotschaft mögt ihr hören über den reisigen Rouland, den
ritter : drei hundert erschlug er dort mit seinem glänzenden Schwerte. Von
allen denen , welche dort waren , vermochte keiner ihn im kämpfe niederzu-
werfen ; aber einer stach ihn verrätherischer weise durch den leib. Mit list
brachte er ihn zum tode. Wehe über diese zeit !
XX. Sein ross brachte ihn vom schlachtfelde ganz todt heim auf seinem
wege. Ein grosses wunder war er da dem volke erschienen, bezüglich des
schrecklichen kampfes. Die botschaft kam, zu ihrem schmerze, zu frau Blaunche-
flour. Um sie thut es mir sehr leid : auf dem kindbett , wo sie lag, ward ge-
boren von ihr Tristrem, an jenem tage, aber sie erlebte nicht den morgen.
XXI. Einen ring von prächtiger färbe hatte da die edle dame. Sie
übergab ihn dem treuen Rohand, und befahl, er sollte ihrem söhne gehören:
»Mein bruder kannte ihn wohl , mein vater gab ihn mir. König Markes wird
es leid thun, wenn er den ring sieht, und er mag klagen: So wahr Rouland
dich liebte, bewahre du ihn für seinen söhn auf!«
XXII. Das volk stand betrübt vor der edlen dame : »Rouland, mein herr,
ist erschlagen, er spricht nicht mehr mit mir! Die dame, das ist nicht zu
bestreiten, sie ist wahrhaftig todt! Wer mag sich dagegen auflehnen? Wie
gott will, wird es geschehen, wenn auch in unerfreulicher weise.« Kummer
war es zu sehen, die dame starb rasch.
XXIII. Erzeugt und geboren wurde so das kind, es war schön und weiss.
Noch niemals war Rohand so weh, er wusste nicht, wem er die schuld beimessen
sollte. In das kindbett liess er sein eignes weib alsbald gehen und sagte , er
hätte zwei kinder, an ihnen habe er seine freude, bei Christus ! Am hofe nannte
man ihn so: das »tram« vor dem »trist«.
XXIV. Herzog Morgan war froh, als der reisige Rouland todt war, er sandte
rasch seine botschaft und forderte , dass alle bereit sein und auf seine befehle
— 250 —
hören sollten, fertig für seine aufforderung. Niemand wagte es, sich gegen ihn
zu erklären, sondern man übergab ihm thurm und Stadt gar bald. Es existirte
noch kein gekrönter könig, der sich so freigebig gezeigt hätte.
XXV. Wer gab spange und ring, wer, ausser herzog Morgan? Er war
grausam und hochmüthig, gegen ihn hielt kein mensch stand. Zur berathung rief
er nahe zu sich Rohand , den felsentreuen , und dieser handelte immer als ein
schlauer und hielt sein herz in gleicher Stimmung , der kluge : es wäre durch
blut und gebein gebrochen , wenn nicht hoffnung vorhanden gewesen wäre,
wieder empor zu kommen.
XXVI. Nun hält Rohand Tristrem in obhut, und ist sehr froh; er Hess
das kind unterrichten , und dies lernte sehr rasch ; im buche , so lange er da
war, studierte er immer, der ausdauernde; diejenigen, welche bei ihm waren,
freuten sich sehr über ihn , den tüchtigen ; seine kräfte begann er zu zeigen
gegen sie, wenn er lust hatte.
XXVII. Fünfzehn jähre zog er ihn auf, herr Rohand, der treue; er lehrte
ihm jedes lied von jeder art von Unterhaltung und jedes spiel, alte gesetze und
neue. Oft ging er auf die jagd; zu einer solchen gewohnheit zog es ihn gerade :
mehr verstand er von der jagd, als Manerious verstanden hatte.
XXVIII. Da kam ein schiff von Norwegen zu herrn Rohand's castell, mit
weissen und grauen habichten und schön gefalteten gewändern. Tristrem hörte
davon reden ; bei seinem spiel wollte er zwanzig Schilling setzen ; Sir Rohand
zeigte es ihm und gab ihm anweisungen; für habichte zahlte er silber, für die
schönsten , welche die leute ihm hinreichten.
XXIX. Ein Schachspiel fand er bei einem stuhle ; er fragte , wer spielen
wolle; der seemann sprach freundlich: »Kind, was willst du setzen?« »Gegen
einen habicht von edler abkunft zwanzig Schilling , so zu sagen ; wer von uns
den anderen völlig matt setzt, möge beides davontragen.« Bereitwillig schwor
der schiffer bei seiner treue: »Wahrhaftig, ich thue dabei mit!«
XXX. Nun liegt ihrer beider pfand da und sie beginnen das spiel.
Constituirt hat er die lange Sitzung und sie haben sie begonnen. Das spiel
hebt an, Tristrem theilt in zwei theile ; er that wie der weise : er gab so viel,
wie er als beute (?) gewonnen hatte ; ehe er mit spielen aufhören wollte, ge-
wann er sechs habichte und gab (geld dafür hin).
XXXI. Rohand nahm abschied , um zu gehen ; seine söhne rief er weg ;
die schönsten habichte nahm er mit , welche Tristrem an dem tage gewonnen
hatte ; bei ihm Hess er noch mehr geld zum spielen ; der seemann schwor
gleichfalls , er wolle geld setzen eine zeit lang ; Tristrem gewann an dem tage
von ihm hundert pfund.
XXXII. Tristrem gewann das, was gesetzt war ; ein verrath fand da statt.
Nicht mehr sagte da der hofmeister, das fortgehen dürfte nicht aufgeschoben
werden ; als sie am besten sassen und spielten , segelten sie aus dem hafen ;
auf das gar graue meer von den breiten ufern segelten sie. lieber ihre reise
waren sie sehr froh und Tristrem weinte bitterlich.
XXXIII. Seinem hofmeister schafften sie dann ein boot und ein rüder herbei ;
sie sprachen : »Dort ist das land, und hier sollst du in die fluth ; entscheide dich
nach einer richtung hin, was dir lieber wäre, unterzusinken oder dich ruhig zu
— 25t —
verhalten; das kind soll mit uns fahren auf die fluth!« Tristrem weinte sehr
bitterlich, sie lachten und es schien ihnen gut.
XXXIV. Neun wochen und mehr fuhren die schiffer auf der fluth, bis
anker und rüder ihnen zerbrach und stürme sie bedrängten. Ihre sorgen und
ihre angst schoben sie auf den edlen Jüngling. Sie wussten nicht, wie sie
fahren sollten, die wogen waren so wild in folge des Sturmes. Sie wünschten,
er möchte ans land gehen, wenn sie eines zu finden wüssten.
XXXV. Sie näherten sich einem lande , als ob es ein wald wäre , mit
hügeln, die hoch waren, und einem gehölz, welches grau war. Ans land setzten
sie den schlauen willig , mit seinem ganzen gewinn , mit der spange und dem
kostbaren ring , einem laib brodes noch ausserdem , den sanften : sie hatten
( gutes ^ wetter, um zu fahren; am lande Hessen sie den Jüngling.
XXXVI. Sie hatten wind, wie sie wünschten; am lande blieb er; sein
herz begann zu erstarren, als er sie nicht mehr sehen konnte. Christus übergab
er seinen leib , der an das kreuz gebracht war : » Herr, mein leben , sieh auf
mich, zeige du mir den weg in der weit nach (deinem) willen! So wahr du
ein gar gütiger herr bist, lass mich nicht zu gründe gehen ! «
XXXVII. Man fragte Tomas stets über Tristrem, den treuen genossen,
um den rechten weg zu erfahren, um die steige kennen zu lernen. Ueber einen
forsten, stolz im kampfspiele, hört zu, liebe herren ! Wer es besser zu erzählen
versteht, mag sein eignes (wissen) hier (vorbringen), als höflicher (mann). Am
Schlüsse einer leistung, die ihm lieb ist, möge jeder mann beifall spenden!
XXXVIII. In ein gewand war Tristrem gekleidet, das er vom schiffe mit-
gebracht hatte, es war von braunem bliant, das kostbarste, welches je gefertigt
worden , wie Tomas in der Stadt erzählt. Er wusste nicht , was er (anfangen)
sollte, sondern setzte sich zierlich nieder und ass so lange als es ihm beliebte.
Sehr bald durchsuchte er den wald weiter, als er so gethan hatte.
XXXIX. Er trat seinen schweren weg an, seine pfennige trug er bei sich;
die hügel waren von (bedeutender) höhe, er klomm das graue gehölz hinan.
Da erblickte er eine Strasse, die er sehr rasch fand ; den pfad schlug er ganz
richtig ein. Zwei pilger traf er da günstiger weise. Er fragte sie, woher sie
wären : sie sagten : »Von England.«
XL. Aus furcht , sie möchten ihn erschlagen wollen , berief er sich auf
den könig ; er bot ihnen ferner geld, jeden von ihnen zehn Schilling, wenn
sie mit ihm gehen wollten und ihn an den hof bringen. Da schworen sie :
»Ja ! « bei dem herrn über alle dinge , sogleich. Sehr wol wendet der seine
mittel an, der rasch seinen wünsch erlangt.
XLI. Der wald war schön und ausgedehnt, mit wilden thieren reich be-
völkert ; der hof war nahe dabei , die pilger geleiteten ihn dorthin. Tristrem
sah jäger reiten, sie führten eine koppel hunde ; sie hatten da gerade fette,
wolgenährte hirsche erjagt im felde ; in bliant war er gekleidet, die jäger
schauten ihn an.
XLII. Thiere zerlegten sie und brachten sie getragen ; in viertel zertheilten
sie sie , als ob es Martinsvieh wäre , welches farmer gekauft hätten. Tristrem
sprach da und sagte, es scheine ihm wunderbar: »Noch nie bisher sah ich
wild absichtlich so zugerichtet! Entweder,« sprach er, »verstehe ich nichts, oder
ihr verderbt sie auf thörichte weise.«
— 252 —
XLIII. Auf stand ein kühner knappe, und entgegnete Tristrem : »Wir und
unsere alten vorfahren haben es bis jetzt so gesehen ; anders hast du uns be-
richtet; dort liegt ein unabgezogenes thier; richte es zu, wie du wolltest, und
wir wollen sehr gern auf dem felde zusehen !« Es ist nicht zu leugnen : die
jäger schauten ihn an.
XLIV. Tristrem schnitt die brüst ab ; die zunge blieb neben der milz
liegen (?); die hautstreifen schnitt er sehr mit lust weg und legte sie bei
seite ; die schinken drückte er herunter, er schnitt auf und richtete zu ; sicher
demnächst schnitt er die haut weg alsbald ; die thiere präparirte er da so,
wie es mit manchem später geschehen ist.
XLV. Eine spanne lang (?) war der erste braten , er weidete (das thier)
rasch aus ; er schritt vor zu den knieschneiben und schnitt auch sie richtig
entzwei ; er richtete das ganze eingeweide zu , die wamme le^te er weg. Die
numbeln gab er zum lohne ; das sahen auch die, welche dort waren, mit an ;
den rücken zerhieb er ferner kreuzweise, das rückgrat hieb er entzwei.
XL VI. Dem förster als sein recht gab er die linke schulter mit herz,
leber und lunge , und blut zu seinem quirre. Die hunde lässt er sich auf die
haut aufstellen (?) ; sie alle Hess er zusehen. Dem raben gab er sein deputat,
der auf dem gabelförmigen bäume sass, (allen) der reihe nach. »Jäger, wo seid
ihr? Die fanfare solltet ihr blasen!«
XLVII. Er band den magen an die furke und auch den gargiloun. Sie
bliesen die rechte weise und trugen den richtigen ton vor. Sie wussten den
könig zu finden und schickten voraus nach der Stadt, und erzählten ihm, wie das
wild unter der linde zugerichtet worden war, und wie es gebracht würde.
Marke, der gekrönte könig, sagte, es dünke ihm schön.
XLVIII. Als sie die fanfare bliesen, da wunderte sich mancher mann.
Diese sitte kannten sie nicht, desshalb liefen sie von tische ; sie wussten nicht,
was für neue jäger sie hätten. Es ist eine art vergnügen, diejenigen zu be-
lehren , welche so etwas nicht können. Sehr heiter waren sie dann , welche
vor den könig gingen.
XLIX. Der könig sagte : »Wo wurdest du geboren? Wie heissest du, lieber
freund ?« Tristrem sprach vor ihm : »Herr, in Hermonie ; mein vater hat mich
verloren, herr Rohand, sicherlich, den besten hornbläser und könig der jagd,
seit menschengedenken (?).« Um so weniger gab Marke darauf, da er Rohand
nicht kannte.
L. Der könig sagte nichts mehr, sondern wusch sich und ging zur mahl-
zeit ; brod theilten und zerschnitten sie ; genug hatten sie zu essen ; was ihnen
lieber war, wein oder bier zu erhalten , das mögen sie verlangen und es zur
Verfügung haben ; in bechern oder grossen hörnern wurde es gebracht ; so lange
sie wollten, blieben sie sitzen, und erhoben sich, als es ihnen gut dünkte.
LI. Ein harfner trug ein lied vor, den stellte Tristrem (darüber) zur rede ;
der harfner ging weg: »Wer besser kann, lasse es sehen!« »Wenn ich ich es
nicht besser machen kann, als du, da tadle ich dich mit unrecht !« Der harfner
sagte: »Ich lasse dir den Vorrang augenblicklich!« Vor des königs knie wird
Tristrem aufgefordert sich zu setzen.
LH. Heiter waren sie alle und achteten auf seine Vorzüge (?), verabschie-
deten sich in der halle: »Wer möchte das kind (für sich) gewinnen?« Marke
— 253 —
rief Tristrem, der aus vornehmem geschlechte entstammt war, er gab ihm ein
kleid von seide , und ein gewand von kostbarem pelze, alsobald ; er ist in seinem
zimmer gebettet und harft süsse töne.
LIII. Jetzt wollen wir Tristrem dort lassen, bei Marke ist er sehr beliebt;
Rohand schmerzt es sehr, dass er nichts von ihm hören konnte; länder be-
gann er zu durchreisen, mit sorge und trauriger miene, sieben königreiche und
mehr, um Tristrem dort zu finden, und suchte (ihn) ; seine kleider waren zer-
rissen, trotzdem gab er es nicht auf.
LIV. Nicht schien es so Rohand, dem edlen ritter; er wusste nicht,
wohin er gehen sollte , so war er seiner kraft beraubt ; zur arbeit wollten ihn
die leute gerade zwingen für essen und kleider ; mit anderen arbeitern mehr
blieb er die ganze nacht; da erblickte er die pilger, welche Tristrem zuerst
angetroffen hatten.
LV. Sein fragen erneut sich immer im wandern und in der ruhe ; der
pilger sagte, er kennte ihn und wüsste wol, wer er wäre: »Sein kleid ist ein-
farbig, bliant, ohne zweifei ; sein name ist Tristrem der treue, er schneidet ihm
die speise vor, dem könige. Ich brachte ihn dahin , wohin er wünschte , er
gab mir zehn Schilling.«
LVL »So viel will ich dir geben,« sprach Rohand, »wollt ihr es nehmen;
lasst mich den hof sehen!« Die pilger sagten »Ja!« Darüber war er erfreut
und gab ihm bereitwillig so von ganz gutem gelde zehn Schillinge und mehr zur
belohnung : Rohand war sehr begierig, über Tristrem erkundigungen einzuziehen.
LVII. In Tristrem liegt seine freude und von ihm spricht er stets. Der
pförtner schalt ihn und sprach: »Kerl, geh weg, oder ich werde dich schlagen !
Was thust du hier den ganzen tag ?« Einen ring gab er ihm rasch — der pförtner
sagte nicht nein — in die band. Der war sehr weise, behaupte ich, der zu-
erst ein geschenk gab.
LVIII. Da nahm er Rohand und geleitete ihn zur thüre hinein. Der ring
war schön anzusehen , die gäbe war wol angenehm. Der thürhüter gebot ihm
sich rasch zu entfernen; »Kerl, sehr rasch fort, oder dein köpf soll zerschlagen
und du unter (unsere) füsse zu boden geworfen werden!« Rohand bat ihn,
das zu lassen, und ihm bei dieser gelegenheit zu helfen.
LIX. Der arme irdische mann zog einen anderen ring hervor; dem thürhüter
gab er das gold , es hätte für einen könig gepasst ; zuerst Hess er ihn ein-
dringen ; zu Tristrem, dem treuen, so versprach er, wollte er ihn bringen, und
brachte ihn (dahin) ; Tristrem kannte ihn nicht , und sonderbar däuchte das
Rohand.
LX. Wenn man es Tristrem auch geschworen hätte, er glaubte es nimmer,
dass Rohands kleider zerrissen wären , dass er solch ein gewand trüge. Er
fragte ihn da ins gesicht : »Kind, so gott dich schütze, wie verlorst du dich
von Rohand? Erinnerst du dich niemals daran?« Ohne zweifei, er kniete in
besserer hoffnung und küsste Rohand sehr erfreut.
LXI. »Vater, erzürne dich nicht , sehr willkommen seid ihr ! Bei gott,
der den menschen erkauft hat, durchaus nicht erkannte ich dich. Mit kummer
hast du mich gesucht, das zu wissen, thut mir leid!« Vor Marke brachte er
die rede: »Wollt ihr meinen vater mit äugen sehen? Ich will, dass er aus-
staffirt werde, und ihn dann als ritter zeigen.«
— 254 —
LXII. Tristrem erzählte es Marke, seine erlebnisse, wie es damit stand,
wie er mit den leuten auf dem schiffe gespielt hatte , wie sie ihn vom lande
wegschleppten; wie stürme sie bedrängt hatten, bis ihnen anker und rüder brach.
Sie gaben mir, was ich gesetzt hatte mit all meinem gewinn willig in die
hand; ich klomm das graue gehölz hinan, bis ich deine Jäger fand.«
LXIII. In ein bad brachte man Rohand, ein barbier war da bereit ; ganz
rauh war sein kinn , sein haupt war weiss von haar; ein scharlachkleid mit
reichem pelzwerk wurde ihm rehr rasch herbei gebracht. Rohand von edler
abkunft trug das kleid sehr stattlich , der tüchtige ; wer ihn da gesehen hätte,
würde ihn einen fürsten genannt haben.
LXIV. Schön begann Rohand seine erzählung, wenn er auch spät ge-
kommen war; Tristrem, der sich auf ehre versteht, führte ihn den weg zur
halle. Jedermann sagte da, es gäbe keinen solchen, soviel sie wüssten , als
der arme mann wäre, den sie von der Strasse mit schlagen vertrieben hatten,
zu seinem schmerze. Keiner war, der ihn hassen möchte, sondern willkommen
war er da.
LXV. Wasser verlangten sie rasch , tischtuch und esstisch wurden herge-
richtet, mit essen und lindem getränk, und dienern, die bereitwillig waren,
Tristrem rasch zu bedienen und herr Rohand sehr gern ; sie wuschen sich, als
sie sich erheben wollten ; der könig erhob sich da vor ihm , es ist nicht zu
leugnen : er setzte ihn an seine seite.
LXVI. Rohand, der dort war, begann so zu Marke zu reden : »Wüsstet
ihr, wer Tristrem ist, viel gutes würdet ihr ihm dann anthun ; eure eigne
Schwester hat ihn geboren, (der könig horchte da auf ihn) ; ich bin nicht mehr
mit ihm verwandt, ich hätte sein dienstmann zu sein. Herr könig ! Erkennet
ihn, wenn ihr könnt : sie übergab mir diesen ring !«
LXVII. »Als der reisige Rouland, der tapfere, auf herzog Morgan traf« —
Als Rohand diesen bericht gab, begann er vor schmerz zu weinen. Der könig
sah den alten an, wie seine wangen feucht waren ; er übergab Marke den ring,
dieser erkannte ihn augenblicklich , begann ihn zu betrachten. Er küsste
Tristrem rasch und erkannte ihn als seinen neffen an.
LXVIII. Da küssten sie ihn alle, so dame wie ritter, und die diener in
der halle und die strahlenden Jungfrauen. Tristrem rief Rohand und fragte
ihn, indem er ihn anblickte: »Herr, wie mag dies geschehen, wie vermag ich
es als richtig zu erproben, ohne zweifei? Sage mir bei gottes macht, wie
wurde mein vater erschlagen?«
LXIX. Rohand erzählte sogleich seine erlebnisse alle zusammen, wie die
schlacht begonnen hatte , die kriege verlaufen waren ; wie seine mutter ge-
wonnen wurde und er von ihnen erzeugt ward : »Erschlagen wurde Rouland
dann und todt war Blaunche die schöne. Ohne zweifei, aus furcht vor dem
grimmigen Morgan sagte ich, du wärest mein söhn!«
LXX. Tristrem trat in aller eile vor den könig: »Nach Ermonie , herr,
verlangt es mich jetzt; dorthin will ich ziehen, ich nehme abschied von dir,
um schleunigst mit Morgan zu fechten, ihn zu erschlagen oder er mich eigen-
händig ; früher soll niemand mich in England wiedersehen ! «
LXXI. Da wurde Marke sehr weh, er seufzte da schwer: »Tristrem,
entschliesse dich dazu, in England zu bleiben ; Morgan ist bös zu erschlagen ;
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er hat eine grosse schaar edler ritter. Tristrem , wenn du auch tapfer bist,
lass mehr leute mit dir reiten , der reihe nach ; nimm Rohand dir zur seite,
er wird deine freunde kennen ! «
LXXII. Zu den warfen Hess der könig rufen das volk seines ganzen landes ;
um Tristrem zu helfen , schlug er (ihn) eigenhändig zum ritter ; er Hess ihn
alsbald erlangen die tüchtigsten , die er fand , auf dem schlachtfelde ihm zur
seite zu reiten, und ihn zu berathen, alsbald; kummer nahm Tristrems gemüth
so ein, es vermochte ihn niemand zu erheitern.
LXXIII. Er wollte nicht eine nacht zögern, dagegen durfte kein einwand
erhoben werden ; zehn hundert, die tapfer waren, zogen mit ihm weg; Rohand,
der mächtige ritter, war immer in bereitschaft ; zu seinem castell segelte er
gerade am siebenten tage auf dem wege. Seinen hofmeister belohnte er, seine
söhne machte er zu rittern.
LXXIV. Seine freunde , froh waren sie — darüber möge sie niemand
tadeln! — über sein kommen, nämlich nach Ermonie, bis es eines tages ge-
schah, dass Morgan ganz in der nähe war, da sagte Tristrem: »Mit Morgan
will ich sprechen und eilen : so lange gehen wir müssig, ich selbst kann meine
dringliche angelegenheit vertreten ! «
LXXV. Tristrem that, wie er gelobt hatte ; er machte sich fertig und bereit,
er und fünfzehn ritter, mit ihm gingen nicht mehr. Am hofe kamen sie gerade
an , als Morgan sich sein brot abschnitt ; man sagte da , ihrem äusseren nach
wären sie zehn königssöhne ; aus eigenem antriebe brachte jeder köpfe von
wilden ebern zum geschenke.
LXXVI. Rohand sprach, zu seinen rittern sagte er da: »Als eine frau,
zweimal geschändet, kann ich mich bezeichnen ; wenn Tristrem jetzt erschlagen
wird , da sind wir schlechte beschützer ; zu den waffen , ritter und knappe,
und rasch reitet und schnell ! Ehe ich Tristrem sehe, werde ich nimmer froh !«
LXXVII. Tristrem sprach : »Herr könig , gott beschütze dich , so wie ich
dich liebe und gern habe und du dich um mich verdient gemacht hast ! « Der
herzog antwortete darauf: »Ich bitte meinen edlen herrn, magst du segnen
oder fluchen, dir allein mag es zugehören, du kecker ! Sage mir deine dringen-
den wünsche, dein anliegen, was du wolltest!«
LXXVIII. »Genugthuung ! Mein vater ist erschlagen, Hermonie mein
erbtheil!« Der herzog erwiederte : »Sicherlich, deinen vater erschlug ich; da
du dich so ausgesprochen hast, dafür müsse ersatz gegeben werden: bist du
etwa darum so eben, stolzer jüngling, meiner treu, eilig von Marke, deinem
verwandten, gekommen?«
LXXIX. »Jüngling , darauf kannst du lange warten ! Narren wähntest du
auf die probe zu stellen ! Dein vater hat deine mutter heimlich entführt , in
hurerei verband er sich mit ihr: wie kommst du (hierher) mit übermuth? Ver-
räther, fort aus meinem lande!« Tristrem sprach da: »Du lügst, davon bin
ich überzeugt und weiss es ! « Morgan warf eigenhändig Tristrem mit einem
brode.
LXXX. Auf seine brüst hernieder lief von seiner nase das blut; Tristrem's
schwert war bloss, und nahe beim herzog stand er Ueberdem
war zur Stadt gekommen Rohand , mit sehr nützlicher hülfe und Verstärkung ;
alle, welche ihnen gegenüber standen , wurden muthig erschlagen.
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LXXXI. Zum gefängniss führten sie jarl, baron und ritter ; herzog Morgan's
wegen starb mancher völlig; sie schüttelten Speere und zerspalteten strahlende
schilde ; sie zerbrachen gar manche hirnschale , ich vermuthe , wahrhaftig.
Ohne zweifei : zwischen nachmittags drei uhr und der nacht währte die
schlacht.
LXXXII. So hat Tristrem, der herrliche, erschlagen den herzog Morgan ; er
wollte nimmer ablassen, bis noch mehr kastelle eingenommen waren ; sie über-
lieferten ihm sogleich die städte und die steinummauerten orte. Das volk fiel
ihm zu füssen ; es leistete ihm niemand widerstand im lande. Er erschlug seines
vaters mörder, alles beugte sich seiner hand.
LXXXIII. Zwei jähre hindurch brachte er das land in Ordnung, seine ge-
setze Hess er ausrufen. Ganz kam in seine hand Almain und Ermonie , sich
seinem willen zu fügen, bereit und ganz entschlossen. Rohand gab er das
scepter, und forderte ihn auf, sich neben ihn zu setzen, den edlen: »Ro-
hand mache ich zum herrn, um dies land von mir zum besitz zu erhalten ! «
LXXXIV. »Du und deine fünf söhne sollen dies land von mir zum besitz
erhalten ; so lange du am leben bist, soll es dein eigen sein ! Was nützt es,
(darüber) lange zu streiten? Abschied nehme ich von dir. Nach England
will ich reisen, Marke, meinen oheim, jetzt zu besuchen.« Nun rüstet sich der
edle Tristrem, nach England sich zu begeben.
LXXXV. Glänzend war sein aufzug und schön seine schiffsausstattung ;
Rohand Hess er als könig über alles von ihm gewonnene land dort zurück.
Schiffer brachten ihn sehr rasch nach England. Er hörte eine neue botschaft,
die er früher nie vernommen hatte ; in seiner nähe weinten viele leute sehr,
wegen des tributes an Irland.
LXXXVI. Der widerwillige Marke sollte , obwol er gekrönter könig war,
300 pfund goldes jedes jähr aus der Stadt zahlen ; von schön geprägtem silber
300 pfund bereitwillig ; von geld von einer prägung, 300 pfund messing sollte
er zahlen; das vierte jähr, eine furchtbare abmachung, 300 edle Jünglinge.
LXXXVII. Den tribut zu holen, war Moraunt, der edle ritter, gekommen,
er wurde gehalten für einen riesen in jedem gefechte. Die Jünglinge verlangte
er da, wie es das recht des landes wäre ; Tristrem ging kühnlich ans land diese
selbe nacht von der rhede ; das schiff erblickten sie da , den tag warteten sie
dort ab.
LXXXVIII. Marke war heiter und froh, als er Tristrem erblicken konnte ;
er küsste ihn oftmals ; willkommen war er ihm ; Marke hörte den neuigkeiten
zu, wie er die länder freigemacht hatte. Tristrem sprach da: »Was mag das
für eine Versammlung sein? Sie weinen!« »Tristrem, ich sage es dir, eine
sache, die mir unlieb ist.«
LXXXIX. »Der könig von Irland, Tristrem, ich bin sein dienstmann: zu
lange schon bin ich ihr höriger, mit unrecht erzwang das der könig. Zu lange
hat es bestanden ; bei ihm begann das unrecht ! « » Dafür erhebe ich meine
hand,« sprach dann Tristrem ganz im geheimen, »Moraunt, der viel vermag,
soll nicht seinen willen haben ! «
XC. Marke ging zur berathung und forderte einen rath darüber ; er sprach:
»Durch ungerechte akte ist der tribut erhoben worden.« Tristrem sprach: »Ich
schlage vor, dass er die kinder einbüsse ! « Da sprach der könig: »Es ge-
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hörte ihm nimmer mit recht zu ! « Tristrem sagte : » Gewiss ! ich will das als
ritter abwehren ! «
XCI. In der ganzen hauptstadt Marke's wurde der tribut erhoben. Tristrem
hielt ihn zurück als fürst, glänzend im gewande ; sie gaben ihre einwilligung
zu dem, was Tristrem wollte, sonst wagte es niemand. Keiner ist da so kühn,
von fleisch und bein geschaffen, kein ritter. Nun hat es Tristrem übernommen,
gegen Moraunt zu fechten.
XCII. Tristrem ging selbst, Moraunt bescheid zu bringen, und sagte kurz :
»Wir sind dir nichts schuldig!« Moraunt versetzte: »Du sprichst eine gar-
stige lüge aus ! Meinen leib biete ich zum kämpfe dar, um es vor dem könig
zu beweisen, dass man es sieht ! « Er gab ihm einen ring zum pfände, Tristrem
nahm den kämpf auf sich.
XCIII. Sie segelten in die weite mit ihren zwei schiffen ; Moraunt band
seines am ufer an , und Tristrem Hess seines schwimmen. Moraunt sagte da :
»Tristrem, warum thust du so?« »Einer von uns soll hier bleiben, du magst
noch so tapfer sein, sicherlich! Wer von uns am leben bleibt, hat genug
damit ! «
XCIV. Das eiland war sehr geräumig, wo sie ihr gefecht begannen ; dar-
über war Moraunt froh ; über Tristrem urtheilte er in unüberlegter weise. Solch
ein zusammenstoss fand noch nie statt, mit tüchtigen, wuchtigen waffen. Der
eine stürmte auf den anderen los, und sie hieben auf strahlende helme mit ihrer
hand. Gott helfe dem ritter Tristrem ! Er focht für England.
XCV. Moraunt mit seiner gewalt stürmte mit grosser heftigkeit gegen den
ritter Tristrem an und gedachte ihn niederzuschlagen ; mit einer schweren lanze
traf er ihn in den löwen ; und Tristrem, der tapfer war, stach ihm durch den
drachen in dem schilde, so dass er den kühnen und schlagfertigen Moraunt
in das feld warf.
XCVI. Er raffte sich alsbald auf und sprang auf sein ross ; er focht ohne
zweifei wie ein wolf, der zu wüthen pflegte. Tristrem in dieser bedrängniss
schonte ihn keiner furcht wegen ; er brachte ihm eine sichtbare wunde bei, so
dass sein körper zu bluten begann. Gerade da, in Moraunt's grösster noth,
brach der rücken seines rosses entzwei.
XCVII. Auf sprang er in furcht und sprach: »Tristrem, steige ab! Da
du mein ross erschlagen hast , sollst du zu fusse fechten ! « Tristrem sprach :
»So gott mich schütze, dazu bin ich ganz bereit!« Sie gingen da aufeinander
los und hieben auf glänzende helme. Ohne zweifei , Tristrem focht wie ein
ritter in diesem kämpfe.
XCVIII. Moraunt von Irland stach Tristrem in den schild, so dass er zur
hälfte aus seiner hand hinunter auf das feld fiel. Tristrem, wie ich weiss, ver-
galt ihm den schlag sogleich; mit seinem guten Schwerte tödtete er Moraunt
beinahe , den ritter. Marke schaute dem kämpfe zu und wunderte sich über
das gefecht.
XCIX. Moraunt war unfroh und focht mit seiner ganzen kraft. Um Tris-
trem zu erschlagen, tummelte er sich wie ein ritter ; Tristrem hieb mit gewalt,
sein schwert brach im gefecht , und in Moraunt's gehirn blieb ein glänzendes
stück stecken zu seinem schmerze; und in die rechte hüfte wurde Tristrem
schwer verwundet.
Kölbing, Sir Tristrem. \j
— 258 —
C. Ein wort, das von stolz zeugte, sprach Tristrem da : »Volk von Irland,
euren spiegel möget ihr sehen ! Wer noch mehr hieher reiten will , da sollt
ihr so zugerichtet werden ! « Mit kummer trugen sie da Moraunt an die see, und
schmerz. Mit freude ging der edle Tristrem zu Marke, seinem oheim.
CI. Sein schwert opferte er dann und trug es zu dem altar. Als Marke's
verwandter wurde Tristrem da geliebt. Einen vertrag setzten sie da auf und
schworen alle dazu, dass, weil er das land befreit habe, er da könig sein solle,
nämlich, wenn er am leben wäre nach herrn Marke's tod.
CIL Obgleich es Tristrem unbedeutend erscheint, so ist er doch sehr schwer
verwundet ; ärzte mit salbe und trank kamen überall von weit her zu ihm ; sie
wendeten alle ihre mühe umsonst an, sein schmerz war stets desto grösser.
Niemand mochte vor gestank dorthin kommen, wo Tristrem war, unter solchen
umständen; jedermann verliess ihn da, ausser Gouernayl, sein dienstmann.
CHI. Drei jähre lag im sorgenbette Tristrem, der treue hiess er, so dass ihm
nie ein tag etwas frommte wegen der sorge, die er bei nacht hatte. Vor schmerz
vermag niemand ihn anzusehen ; jedermann, die Wahrheit zu sagen, verliess da
den ritter, damals ; sie hatten gethan , was sie konnten , sie bekümmerten sich
nicht (mehr) um sein ergehen.
CIV. Bis es eines tages geschah, dass er Marke gegenüber sich äusserte;
kurz, die Wahrheit zu sagen , diese worte wurden zwischen ihnen gewechselt :
»In sorge bin ich immer gewesen, seit ich am leben war!« Marke sprach:
»Oh weh ! Dass ich so etwas mit ansehen sollte ! « Tristrem, ohne zweifei, bat
den könig um ein schiff.
CV. »Oheim,« sprach er, »ich gehe zu gründe, am lande finde ich keinen
gefallen mehr ; bringe mich auf ein schiff, (ebenso) meine harfe, um mich zu
ergötzen , dorthin , proviant genug nach meinem wünsche , um mich zu er-
halten , sendet rasch ! « Obgleich es Marke übel gefiel , trugen und brach-
ten sie Tristrem zu schiffe. Wer wollte mit ihm fahren? Gouernayl verliess
ihn nicht.
CVI. Tristrem's schiff war bereit und er bat um seinen segen ; er fuhr aus
dem hafen ; er hiess Carlioun. Neun wochen und mehr schwankte er auf und
ab ; ein wind trug ihn nach wünsch zu einem orte , wo es für ihn zubereitet
war, in nächster nähe : Develin hiess die Stadt, ein hafen in Irland.
CVII. Ein wind trieb ihn dorthin, schiffer sahen ihn in nächster nähe; in
booten brachten sie ihn unter und zogen ihn an das land ; einen mann , ver-
wundet, (aber noch) am leben, fanden sie im schiffe. Er sprach, an einem
ufer habe man ihn verwundet und elend gebunden. Niemand vermochte bei
ihm zu bleiben wegen des gestankes seiner wunde.
CVIII. Governail fragte sie, wie dieser meeresstrand hiesse : »Develin!« ent-
gegneten sie ihm, die schiffer, welche ihn gefunden hatten. Da war Tristrem
unfroh und wusste wohl , er habe deren bruder erschlagen , die königin des
landes war, im gefechte. Tristrem legte er ab und sagte, er hiesse Tramtris.
CIX. In seinem schiffe war an dem tage alle art von Unterhaltung und
alle art von liedern, die in einem lande sein könnten ; zu der königin, Moraunt 's
edler Schwester, sagten sie da, verwundet läge ein solcher mann dort, dass es
ein jammer sei , es anzusehen, und sorge : »Ein unterhaltlicher mann wäre er,
wenn er am leben bliebe.«
— 259 —
CX. Sie war in Develin , die schöne dame, die königin , lieblich unter
dem gewande ; sie war auch sehr klug und verstand sehr viel von der heil-
kunst ; das wurde an Tristrem ersehen. Sie befreite ihn von seiner quäl,
wolgemerkt und unzweifelhaft, nämlich : sie schickte ihm ein kräftiges pflaster,
um den gestank zu beseitigen.
CXI. Am morgen, als es tag war, kam die dame von hoher vorzüglich-
keit dahin, wo Tristrem lag, und fragte, wer es sei. »Kaufmann bin ich stets
gewesen ; mein name ist Tramtris ; räuber, die Wahrheit zu sagen , erschlugen
meine genossen, sicherlich, auf der see ; sie raubten mir buntwerk und grau-
werk, und verwundeten mich so!«
CXII. Er hatte das aussehen eines vornehmen mannes, obgleich er schwer
verwundet war; seine musikleistungen waren so eigenartig, dass es ihnen dort
wunderbar dünkte. Seine harfe, seine croude war kostbar; sein bretspiel und
die Schachfiguren führte er mit sich ; sie schworen , bei sankt Patrik , einen
solchen sahen sie niemals vordem : »Wenn er gesund wäre , so wäre er ein
unterhaltlicher mann ! «
CXIII. Die dame von hoher abkunft, seine wunden Hess sie sich zeigen,
um von seinen unbesiegbaren schmerze kenntniss zu nehmen ; so heftig begann
er zu weinen, dass sein gebein brach unter der haut, seine quäl war unerträg-
lich ; sie brachten ihn zu einer herberge ; ein bad bereiteten sie ihm bald,
ein so lindes, dass Tristrem bald wieder auf seinen füssen gehen konnte.
CXIV. Lindernde salben hat er und tränke, die mild sind; die beküm-
merten sich nicht darum , wie theuer sie es erkauften , sondern heilten ihn so
rasch. Er liess sein spiel sehr oft hören (und) zeigte seine unterhaltungskünste,
desshalb wurde Tristrem oft in das zimmer gerufen , vielmals , um sich zu
setzen ; jedermann war es lieb zu hören, seine lustigen melodien waren so süss.
CXV. Der könig hatte eine liebe tochter, das mädchen hiess Ysonde, der
es lieb war, musik zu hören und richtig romanzen zu lesen. Herr Tramtris lehrte
sie da mit all seiner kraft, wie alle kunstgriffe waren, und den richtigen (zug)
mit äugen zu sehen , so zu sagen. In Irland gab es keinen ritter, der mit
Ysonde zu spielen wagte.
CXVI. Ysonde , die hochpreisliche , das mädchen strahlenden aussehens,
die buntwerk und grauwerk trug, und Scharlach, der neu war : in der weit war
niemand so weise in der kunst, so weit man wusste, ausser herr Tramtris, von
dem alle unterhaltungskünste herrührten, von grund aus. Heim verlangt es
Tristrem, den treuen, denn geheilt war seine wunde.
CXVII. Herr Tramtris hielt sich ein ganzes jähr in Irland auf. So gute
und freundliche Verpflegung fand er, dass er gesund und wohl wurde. Der
königin diente er zu fuss und hand im geheimen und mit liebe ; Ysonde lehrte
er, wie alle unterhaltenden stücke in der musik wären; er bat sie um Urlaub,
zu schiffe abzureisen.
CXVIII. Die königin, welche viel versteht, sprach zu Tramtris : »Wer einen
unbekannten mann pflegt, ein solcher zieht immer wieder fort!« Seinen lohn
zahlten sie ihm dann aus, gold und silber, sage ich, was er wollte, bekam er
von Ysonde für sein spiel, ohne zweifei; er empfahl sie gott und dem guten
tage ; mit ihm ging Gouernail.
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CXIX. Prächtige segel zogen sie auf, weiss und roth wie blut ; ein wind
blies ihnen nach wünsch, nach Carlioun segelten sie. Nun heisst er Tristrem,
der treue, und fährt über die fluth. Die gegend kannte das schiff, es erschien
ihnen sehr gut so. Da ahnten jene räche, weil sie ihn allein hatten ziehen
lassen.
CXX. Sie sagten es dem könig , die das schiff gesehen hatten ; niemals
über irgend eine nachricht war der könig Mark so froh. Zur Stadt brachten
sie ihn, der könig stand vor ihm auf. Heiter war ihre begegnung, und freund-
lich fragte er ihn da: »Tristrem, offen gestanden — ist deine wunde geheilt?«
CXXI. Seinem oheim gab er eine antwort, deren jener sich wenig ver-
sehen mochte : tüchtig hatte sie sich ihm erwiesen in bezug auf die heilung, die
Moraunt's Schwester gewesen war; wie freundlich sie ihn geheilt hat, alles zu-
sammen erzählte er ihnen ; und dann hat Tristrem gesprochen von Ysonde, die
klug war, ganz neue künde ; wie sie strahlend und schön wäre, in der liebe wäre
keine so treu.
CXXII. Marke sprach zu Tristrem : »Mein land übergebe ich dir, um es
nach meinem tode zu besitzen, dein eigen soll es sein ; bringe du mir die Jung-
frau , dass ich sie sehen mag ! « Das war immer seine gewohnheit , wenn er
von Ysonde spricht, sie zu rühmen , wie sie sanft und edel wäre, in der liebe
gäbe es keine so weise.
CXXIII. In England sehr weit umher dachten die barone darüber nach,
Tristrem's übermufh zu brechen, wie sie es am besten könnten. Den könig
riethen sie frei zu machen , eine königin suchten sie ihm , damit Tristrem
warten könnte , dass er es nicht würde — kein könig. Sie sagten , Tristrem
möchte Ysonde von Irland bringen.
CXXIV. Eine strahlende braut suchten sie aus, wie blut auf schnee : »Ein
mädchen solcher art soll Tristrem zu dir bringen.« Tristrem sprach: »Es ist
eine lüge, und seht es für eine täuschung an ; zu fordern, was es nie gab, ist
eine thörichte forderung, ihrer beschaffenheit nach ; es ist ein seltsames ding,
denn niemand kann es auffinden !
CXXV. Ich rathe, streitet nicht erst darüber: eine schwalbe hörte ich
zwitschern : ihr sagt, ich halte meinen oheim ab, sich zu verheirathen, damit ich
euer könig sein sollte ! Nun bringet mir zum ufer ein schiff und andere dinge :
Ihr seht mich nimmer lebend wieder, es sei denn, dass ich Ysonde bringe, die
strahlende. Gewährt mir meine forderung, meine fünfzehn ritter!«
CXXVI. Ritter suchten sie da aus, die vorsichtig und weise waren, alle die,
welche am meisten vermögen und an vorzüglichkeit am höchsten stünden. Ein
schiff mit grün und grau , mit wieselpelz und auch mit grauwerk , mit allen
dingen, sage ich, die zu handelswaare gehören: in dieser weise fuhren sie
ab zu dem volke von Irland.
CXXVII. Sein schiff war versehen mit allem , was nothwendig war ; von
Carlioun weg war die ausstattung seines schiffes prächtig ; sie hissten die
flagge auf; ein wind trieb sie nach wünsch. Develin heisst die Stadt, ans land
kamen sie da , die besten : dem könig brachten sie ein geschenk , und baten
um erlaubniss, (dort) zu verweilen.
CXXVIII. Dem könig brachten sie ein geschenk, ein anderes der königin ;
Ysonde vergassen sie nicht, gewiss und ohne zweifei. Als sie zum schiffe
— 261 —
wollten , die an dem hofe gewesen waren — ein solches mädchen war (noch)
nimmer geschaffen, soweit sie jemals mit äugen gesehen hatten — sahen sie
die ganze gegend gerade fliehen.
CXXIX. Aus der Stadt Develin lief "das volk sehr schnell, sich in ein
wasser zu tauchen , so erschreckt waren sie da. Aus furcht vor einem drachen,
sagten sie, eilten sie nach dem schiffe, die, welche nach dem hafen (zu gehen)
bereit waren; sie bekümmerten sich nicht darum, (dass) der mann im volke*
der ihn zu erschlagen oder einzufangen vermöge, Ysonde zum lohne haben soll.
CXXX. Tristrem, froh war er, er rief seine muthigen ritter herbei : »Was
für ein mann er ist, lasst sehn, der bald diesen kämpf auf sich nehmen mag!«
Alle baten, es sein zu lassen, keiner wagte es, sich zu zeigen. »Mit gutem
gründe ist mir jetzt weh!« sprach Tristrem da. Höret nun, wer es vernehmen
will, von einen sehr muthigen mann !
CXXXI. Ein ross zogen sie vom schiffe , das beste , welches er (mit sich)
gebracht hatte; seine waffen waren ganz neu, die kostbar gearbeitet waren;
sein herz war gut und treu, es Hess ihn nicht im Stiche. Die gegend lernte
er wol kennen , ehe er den drachen aufsuchte und ihn erblickte : höllenfeuer,
so schien ihm, sprühte von dem drachen.
CXXXII. Einen angriff gegen den drachen unternahm Tristrem da , wie
ein grimmiger löwe, der einen kämpf bestehen wollte. Mit einem grausamen
Speere stiess er ihn in die seite ; es nutzte nicht um einen knöpf, ab glitt er,
sein stoss; des teuflischen drachen haut war hart wie ein kieselstein.
CXXXIII. Tristrem, ganz in zorn, den speer ergriff er wieder ; gegenüber
dem grimmigen drachen zerbrach er in drei stücke; der drache warf alsbald (gift)
aus , das ross tödtete er ; Tristrem , ohne zweifei , sprang unter einen bäum,
ganz sachte, und sprach: »Gott in der dreieinigkeit, lass du mich nicht zu gründe
gehen ! «
CXXXIV. Gegen den teuflischen drachen nahm er zu fuss den kämpf
wieder auf; er focht mit seinem seh wert als ein tüchtiger ritter; seine unter-
kinnlade hieb er ab mit einem mächtigen streiche; da war der drache bereit
und spie feuer aus und verbrannte seine warfen, die strahlend waren, schmäh-
lich hat er sie entstellt.
CXXXV. Solches feuer spie er da dagegen aus , das verbrannte schild
und stein. Nun liegt sein ross getödtet , seine waffen sind alle verbrannt.
Tristrem traf sein hirn und serbrach sein halsbein. Er war nie so froh , als
da, wie diese schlacht vorüber war. Ueberdies hat er seine zunge genommen
und an der wurzel abgeschnitten.
CXXXVI. In seiner hose ganz nahe bei der haut trug er die zunge mit
sich fort. Er ging nur zehn schritte, seine spräche verlor er da ; nothgedrungen
musste er da (liegen) bleiben, so dass er nicht weiter gehen kann. Der truch-
sess kam da, das haupt schnitt er weg und nahm es mit und übergab es Ysonde
da, und sagte, theuer habe er sie erkauft.
CXXXVII. Der truchsess wollte sehr gern Ysonde haben, wenn er könnte ;
der könig entgegnete ihm, die schlacht erscheine ihm dem angemessen ; Ysonde,
unbestreitbarer weise, will nichts von ihm (wissen); wo der drache erschlagen
war, suchte sie und ihre mutter ebenfalls, wer die wunderthat vollbracht habe,
dass er gewagt habe, den drachen zu erschlagen.
— 262 —
CXXXVIIL »Führte der truchsess diese that aus?« »Sicherlich,« sprach
Ysonde, »nein! Dies selbe verbrannte pferd hat er zu keiner zeit besessen, noch
war dies prächtige gewand jemals sein, um die Wahrheit zu sagen!« Als sie
weitergingen, fanden sie einen mann, wo er in ohnmacht lag (?) : »Sicherlich«,
sprachen sie da, »dieser mann erschlug den drachen ! «
CXXXIX. Seinen mund öffneten sie und flössten dem manne treacel ein.
Als Tristrem sprechen kann, begann er diese rede, und sagte bereitwillig, wie
er den drachen überwunden hatte : » Die zunge trug ich mit mir fort, so vergiftete
er mich da.« Sie sehen nach ; die königin, welche viel versteht, nahm sie aus
seiner hose.
CXL. Sie sahen ein, er hatte recht, der truchsess hatte unrecht, und (fragten
ihn), ob er zu fechten wagte mit dem, welcher den drachen erschlagen habe.
Tristrem sprach als ein ritter, er wollte es zur genüge beweisen. In so feiner
weise versprach er es ihnen, darüber lächelte Ysonde da: als bürgschaft stellte
er sein schiff und seine ganze glänzende ausrüstung.
CXLI. Die königin fragte , was er sei , der wagte , den drachen zu be-
stehen ? » Kaufmann bin ich sicherlich , mein schiff liegt hier nahe bei ! Er
sagt, er habe dies gethan , prüfen will ich seinen übermuth, ehe er Ysonde
küsst ! « Gegen ihn wollte er anstürmen mit macht. Ysonde sagte da : » Ach,
dass du nicht ritter geworden bist ! «
CXLII. Ihren kämpfer pflegten sie reichlich an jenem tage, bis es ihnen
dünkt, dass er eine tüchtige that thun kann. Seine arme, lang waren sie, seine
schuldern gross in der breite. Die königin, um die Wahrheit zu sagen, leitete
ihn zu einem sehr nützlichen bade, und dann ging sie selbst nach einem stär-
kenden tränke.
CXLIII. Ysonde strahlenden aussehens kam es so vor, als sei es Tramtris.
Sein schwert, sie sah es sich an, und zerbrochen fand sie es da ; aus einer neuen
truhe nahm sie sehr rasch das stück und setzte es an das treue : es war nicht
kleiner noch grösser, sondern gerade richtig : da gedachte Ysonde in ihrem
schmerze, Tristrem, den helden, zu erschlagen.
CXLIV. Ysonde ging zu Tristrem mit seinem ganz gezogenen Schwerte:
» Moraunt , meinen oheim , den guten , verräther ! hast du erschlagen : darum
möchte ich sehr gern dein herzblut sehen ! « Die königin wähnte , sie wäre
toll, sie kam mit einem stärkenden tränke und lächelte : » Nein , mutter, ohne
zweifei, dieser schuft erschlug deinen bruder !«
CXLV. »Tristrem, er ist dieser schuft, das mag so sein, unbestreitbarer
massen ; das stück magst du hier sehen, das aus meinem oheim gezogen wurde ;
überzeuge dich davon, dass es so steht, setze es richtig wieder hinein ! « Als-
bald wollten sie da Tristrem sehr gern erschlagen ; wahrhaftig : im bade hätten
sie ihn erschlagen, wäre es nicht um des königs willen.
CXL VI. Urft immer noch lächelte Tristrem die liebliche Ysonde, die strah-
lende, an: »Du hättest mich mit bequemlichkeit erschlagen können damals, als
ich Tramtris hiess ; ihr machet mir mit unrecht vorwürfe bezüglich Moraunt's, des
edlen ritters. Ich gestehe gern zu , ich erschlug ihn in kämpf und gefecht,
ohne zweifei ; wenn er die macht dazu gehabt hätte , würde er es sehr gern
mit mir so gemacht haben.«
— 263 —
CXLVII. »Als ich Tramtris hiess , lehrte ich dir spiel und gesang, und
stets mit all meiner macht sprach ich von dir bisweilen zu Marke, dem mäch-
tigen ritter, dass er sich nach dir zu sehnen begann.« So schwor er, tag und
nacht , und fand mächtige bürgen alsbald , ersatz für alles unrecht , indem
Vsonde königin werden sollte.
CXLVIII. Tristrem beschwor die sache ; sie sagten , es sollte geltung
haben , dass er Ysonde bringen solle — sie machten es aus — zu Mark, dem
mächtigen könig, wenn sie ihn am leben fänden, und (jener) sie durch seinen
ring zur königin von England machen , so zu sagen ; diesen vertrag schlössen
sie fest, ehe sie abreisten.
CXLIX. Der truchsess verläugnete seine that , als er hörte , jener hiesse
Tristrem ; der könig schwor, so gott ihm glück verleihen möge, beide sollten
ihr recht haben. Der truchsess sprach , unrichtig ginge es dabei zu , darum
wollte er nicht fechten. Tristrem übergaben sie zu seinem lohne die strah-
lende Ysonde ; ins gefängniss zu bringen den anderen ritter, bittet das mädchen
den könig.
CL. Er verlangte nicht land noch leute, sondern die strahlende Jungfrau ;
er machte sich alsbald fertig, auch knappe und ritter. Ihre mutter bemühte sich
froh darum und nahm einen kräftigen trank , der liebe zu tage zu fördern
pflegte , und übergab ihn Brengwain , der strahlenden , um es zu bedenken :
»Bei ihrer Vermählung zu nacht gib Mark und ihr zu trinken!«
CLL Ysonde strahlenden aussehens ist fern draussen in der see ; ein wind
blies gegen sie, dass kein segel sich mehr halten konnte. So ruderten die
treuen ritter, so ruderte auch Tristrem : so oft sie sich ablösten, er allein — drei
von ihnen gegenüber — eine grosse anstrengung : die liebliche Ysonde, die edle,
bat Brengwain um einen trunk.
CLII. Der becher war kostbar gearbeitet, von gold war der zeiger ; in
der ganzen weit gab es keinen solchen trank mehr, als da drin war. Breng-
wain war unüberlegt, nach diesem tränke griff sie und übergab ihn der lieb-
lichen Ysonde ; sie forderte Tristrem auf, zu beginnen, so zu sagen. Ihre liebe
vermochte kein mensch zu trennen bis an ihren todestag.
CLIII. Ein hund war da nahe dabei, der war Hodain genannt ; den becher
leckte er da aus , als Brengwain ihn niedersetzte. Sie liebten alle und dar-
über waren sie froh ; zusammen blieben sie in freude und auch in schmerz,
so lang man denken kann : zu übler zeit , wahrhaftig , wurde der trank zuge-
richtet !
CLIV. Tristrem lag im schiffe bei Ysonde jede nacht; lustig konnte er
das liebesspiel treiben mit dem hübschen wesen. In (ihrem) zimmer nacht und
tag sehr fröhlich war der ritter ; er konnte mit ihr sich vergnügen ; das wusste
die strahlende Brengwain da : sie liebten mit all ihrer kraft und Hodain that
ebenso.
CLV. Zwei wochen am strande hissten sie kein segel auf; nach England
zu trieb sie ein wind ihrem wünsche gemäss. Den könig trafen sie auf der
jagd; einen knaben , welchen er(?) kannte, machte er zum ritter mit eigner
hand für seine neue botschaft , die er brachte. Mit Ysonde strahlenden aus-
sehens vermählte sich da der könig Mark.
— 264 —
CLVI. Er vermählte sich mit ihr durch seinen ring; von dem feste sage
ich nichts. Brengwain, ohne zweifei, that, wie sie beabsichtigt hatte : sie nahm
den liebestrank, der in Irland erworben war ; an Ysonde's stelle wurde Breng-
wain zum könig in das bett gebracht, dazumal : Marke vollbrachte seinen wünsch
im bette bei Brengwain.
CLVII. Als Mark seine lust gebüsst hatte, ging Ysonde zu bett ; sie ver-
langte den trank von Irland ; den becher bot sie ihr dar ; neben sie Hess sie
ihn hinsinken, das hatte sie nicht nöthig , keinerlei ding Tristrem gegenüber,
damals : kein gelehrter könnte das erzählen, die liebe zwischen ihnen beiden.
CLVIII. Sie hofften freude genug zu haben : sicherlich , es war nicht so :
Ihr wähnen war ganz unrichtig , welches ihnen beiden gegenüber misstrauisch
war. Jedes von ihnen machte sich schwermüthig auf den weg und sie ent-
schlossen sich, zu gehen. Und dann lachte Ysonde, wenn Tristrem in leid war,
mit willen. Nun gedenkt Ysonde Brengwain zu tödten und sie umzubringen.
CLIX. Sie dachte: »Ich bin berechtigt, zornig zu sein, sie lag zuerst bei
dem könig, weil ich ihr kleider, gold und eine vornehme heirath versprach; Tristrem
und ich, wir beide, gerathen in schände für unser liebesspiel ; besser ist es, dass
wir lieber sie aus den leben schaffen ganz stille: dann fürchten wir uns vor
nichts, dass wir nicht unseren willen haben können.«
CLX. Die königin Hess eines tages zwei arbeiter zu sich kommen : sie
sprach zu ihnen da, was ihre absieht war zu sagen: »Ihr sollt erschlagen und
verbergen Brengwain, das lustige mädchen ! « Sie sagte: »Ihr habt zu er-
warten, immer reich zu sein: unterlasset es um keinen lohn, dass ihr die that
nicht thut ! «
CLXI. In eine schreckliche thalschlucht gingen sie und das mädchen :
der eine zog sein schwert heraus , der andere stand hinter ihr ; sie schrie oft
um barmherzigkeit und sprach: »Um Christi kreuz willen! Was habe ich für
unrecht gethan, warum wollt ihr mein blut vergiessen ? « »Ohne zweifei, Ysonde,
die gute dame, hat befohlen, du sollst erschlagen werden!«
CLXII. Brengwain bat sie heimlich der königin zu sagen : » Grüsset freund-
lich meine herrin, die stets treu gewesen ist. Hemden hatte sie und ich , und
ihres war schmutzig anzusehen , als sie bei Marke liegen sollte ; ich lieh ihr
mein ganz reines, damals: gegen sie, glaube ich wol, that ich niemals mehr ! «
CLXIII. Sie wollten sie nicht erschlagen, sondern kehrten zu der königin
zurück ; Ysonde fragte die zwei : »Was sagte sie, als sie mit euch zusammen war?«
»Sie bat uns , euch das zu sagen : Euer hemde war schmutzig anzusehen , als
ihr bei Marke liegen solltet, ich lieh ihr mein ganz reines an jenem tage!«
Da fragte die kluge Ysonde : »Wo ist das treue mädchen ? «
CLXIV. Da sprach Ysonde mit zorn: »Meine zofe habt ihr erschlagen!«
Sie schwor bei gottes kreuz , sie sollten gehängt und geschleift werden. Sie
bot ihnen gute geschenke , wenn sie sie zurückholten. Sie holten sie herbei^
wo sie sich aufhielt : da war Ysonde sehr froh, so zu sagen : so treu fand sie
Brengwain, dass sie sie immer hinfort sehr liebte.
CLXV. Geschlossen wurde die Versöhnung und alles zusammen vergeben.
Tristrem, ohne zweifei, vergnügte sich mit der königin. Von Irland zum könig kam
dann ein harfner dazwischen ; eine harfe brachte er zum Vorschein, eine solche
hatten sie noch nie mit äugen gesehen. Er selbst, sicherlich, trug sie tag und nacht.
— 265 —
CLXVI. Ysonde liebte er in ehren, er der die harfe mitbrachte; um seinen
hals trug er sie, kostbar war sie gearbeitet; er verbarg sie für immer; zum
Vorschein kam sie nicht: «Warum willst du deine harfe schonen, wenn du da-
von etwas verstehst, von musik?« »Sie kommt nicht zum Vorschein ohne
reichliche geschenke ! «
CLXVII. Marke sprach: »Lass mich sehen, wie du harfen kannst, und
was du von mir bittest, werde ich dir dann geben!« »Gern!« sprach er; ein
lustiges lied begann er. »Herr könig, freigebig an geschenken, hiermit gewann
ich alsbald Ysonde; ich erweise dich als falschen mann, oder ich muss deine
königin haben ! «
CLXVIII. Marke ging zur berathung und verlangte rath über die beiden:
»Ich muss meinen manneswerth einbüssen oder Ysonde weggeben!« Mark war
von furcht erfüllt, Ysonde Hess er gehen. Tristrem war in dieser nothlage im
walde, wild zu schiessen an jenem tage : Tristrem kam gerade da an, als Ysonde
weg war.
CLXIX. Da war Tristrem in zorn und zankte mit dem könig : » Giebst du
Spielleuten deine königin ? Hast du nicht anderes ? « Seine rotte, sicherlich, er-
griff er beim ringe ; da folgte Tristrem , der kluge , wo sie sie zum schiffe
brachten so froh : Tristrem begann zu singen und Ysonde begann zuzuhören.
CLXX. Ein solches lied begann er zu singen, dass ihr sehr weh wurde ;
eine solche liebessehnsucht kam sie an, ihr herz sprang fast entzwei. Der graf
eilte zu ihr mit vielen anderen rittern und sprach : » Mein liebes kind, warum ge-
berdest du dich so, ich bitte?« Ysonde musste ans land gehen, ehe sie abreiste.
CLXXI. »Innerhalb einer tagesstunde werde ich heil und gesund sein. Ich
höre einen minstrel, wahrhaftig, er hat eine melodie (?) von Tristrem. Der graf
sprach : »Verflucht sei er immer hinfort, wenn [folgt eine unverständliche Zeile) .
Dieser minstrel soll für sein lied hundert pfund von mir erhalten, wenn er mit
uns reisen will, liebchen, da du seinen gesang liebst ! «
CLXXII. Seinen gesang vollständig zu hören, wurde die dame ans land
gesetzt, am ufer sich zu ergötzen; der graf leitete sie bei der hand. Tristrem,
der treue genösse , muntere töne brachte er hervor auf seiner rotte von elfen-
bein, als sie am strande waren ; da wurde durch diese willkommene botschaft
Ysonde heil und gesund.
CLXXIII. Heil wurde sie und gesund durch die macht seiner musik ; des-
halb war der graf da ein froher mann ; an geld zwei hundert pfund gab er Tris-
trem, den edlen; zu schiff begaben sie sich dann, in Irland wünschten sie sehr
zu sein, der graf und drei ritter nebst Ysonde und Brengwain.
CLXXIV. Tristrem nahm sein pferd und sprang darauf zum ritte ; die
königin bat ihn, sie neben ihm zum schiffe zu geleiten. Tristrem that, wie
sie bat; im wald verbarg er sie; zu dem grafen sagte er : »In dieser bedräng-
niss hast du deinen übermuth verloren, du narr ! Durch deine harfe gewannst du
sie da, du verlorst sie durch meine rotte!«
CLXXV. Tristrem ritt mit Ysonde in den wald weg; eine laube fanden
sie gemacht, die voll von lust und freude war ; ihre wonne war sehr gross und
hocherfreut war das mädchen ; sieben nachte brachten sie da zu und dann
kamen sie an den hof: »Herr könig!« sprach Tristrem, »Gieb minstrels andre
dinge ! «
— 266 —
CLXXVI. Meriadok war ein mann, dem Tristrem immer vertraute ; viel gutes
gönnt er ihm , in einem zimmer lagen sie ; Tristrem schlich sich eines nachts
zu Ysonde, um sich mit ihr zu vergnügen; als ein mann, der viel versteht,
nahm er ein brett weg von ihrem gemache ; ehe er ging, wahrhaftig, war ein
schneeschauer gefallen.
CLXXVII. Ein schauer war gefallen, dass der ganze weg weiss war;
Tristrem war weh dabei, vor schmerz, sorge und kummer. Zwischen dem
gemach und der halle war der weg eng und schmal; eine solche sache pas-
sirte ihm, wie wir in der handschrift finden : alsbald fand er eine kornschwinge
und band sie sich unter die füsse.
CLXXVIII. Meriadok erhob sich mit macht alsbald ; den weg ging er
richtig, bis er zu der königin kam ; das brett fand er abgerissen, sicherlich und
nicht zu bezweifeln ; von Tristrem's rock fand der ritter ein grünes stück ab-
gerissen : der kluge Meriadok wunderte sich darüber.
CLXXIX. Am morgen sagte er dem könig alles was er mit äugen ge-
sehen: »Herr, ohne zweifei, bei Ysonde lag Tristrem heut nacht; du sollst
folgendes thun : frage , wer sie beschützen sollte ! Das kreuz nach Jerusalem
zu tragen, sage, hättest du gelobt, wenn du es vermögest!« »»Tristrem, der
edle ritter!«« wird die königin selbst sagen.«
CLXXX. Der könig sprach zu der königin, als sie im bette lagen: »Dame,
ohne zweifei , nach Jerusalem muss ich ziehen : prüfe nun mit mir : wer mag
dich vor kummer beschützen?« »Vor allen anderen zusammen Tristrem!« sprach
sie da, »desshalb liebe ich ihn wohl um so mehr: er ist dein naher verwandter!«
CLXXXI. Alles was Marke zu ihr gesagt hatte , sagte sie am morgen
Brengwain : » Aus dem lande weg will dieser muthige , nun können wir sehr
vergnügt sein ! Tristrem soll den hof in seiner obhut haben , bis er wieder-
kommt!« Brengwain versetzte : »Eure thaten sind mit äugen gesehen worden:
Marke selbst wird dich noch auf ganz andere art heute nacht fragen !
CLXXXII. Suche wohl seine absieht zu erfahren , sage , du wollest mit
ihm gehen ; und wenn er da in der stille zärtlich gegen dich ist , so sage dich
von Tristrem los ! Bitte ihn, er möge darauf rücksicht nehmen, dein feind sei
Tristrem durchaus ; du fürchtest , er wird dich umbringen , wenn er die gewalt
hat darüber : du liebtest ihn zu keiner zeit, ausser aus liebe zu seinem oheim.«
CLXXXIII. Ysonde rief die nächste nacht : » Marke, deine gnade ! Meinem
feinde hast du mich anvertraut , an mir versündigst du dich schwer : Gott
gebe, du hättest mir versprochen, mit dir ausser landes zu ziehen und Tristrem,
den ritter, zu erschlagen, wenn die liebe zu dir nicht wäre, heute noch;
denn manche leute sagen überall , Tristrem habe bei mir gelegen ! «
CLXXXIV. Marke ist heiter und fioh, denn alles das glaubte er ; er, der
ihm anderes berichtet hatte, ihm wusste er nur undank. Meriadok entgegnete
ihm: »Lasse ihn in der stadt wohnen ; sieh ihr liebesspiel mit an um der liebe
zu mir willen; halte es nicht für wahn : du wirst gründlich sehen, dass liebe
zwischen ihnen besteht ! «
CLXXXV. Marke trennte sie beide und verbannte Tristrem ; noch nie
war Ysonde so weh , noch Tristrem , die Wahrheit zu sagen. Ysonde wollte
sich selbst tödten ; vor kummer lag Tristrem darnieder ; Ysonde trauerte so und
— 267 —
Tristrem nacht und tag wegen dieser that. Jedermann kann es sehen, was für
ein leben wegen der liebe sie führen.
CLXXXVI. Meriadok sprach: »Ich rathe, lass deine Jäger wegreiten auf
vierzehn tage in dieser nothlage, um deine' weiten wälder zu besuchen: Tristrem
fordere auf, mit ihnen zu gehen (?) , du selbst bleibe hier ; und gerade bei ihrer
that wirst du sie da ertappen, auf dem bäume : hier sollst du bleiben ; ihr ver-
halten wirst du sehen.«
CLXXXVH. Tristrem war in der Stadt, in ihr gemach wurde Ysonde ge-
bracht; auf dem wasser sandte er abwärts leichte lindenspäne. Er beschrieb
sie ganz mit runen ; Ysonde erkannte sie gar bald ; wenn Tristrem fertig war,
wusste Ysonde seine bitte, auf ihn zu warten ; vor drei uhr des morgens waren
sie beide beisammen.
CLXXXVIII. Im baumgarten trafen sie sich, Tristrem und die edle Ysonde;
so oft sie dazu gelangen konnten, vergnügten sich da Ysonde und er ; der zwerg
sah ihr heimliches beginnen, wo er auf dem bäume sass. Mark, von vor-
nehmem geschlechte, versprach er, es ihn mit eignen äugen sehen zu lassen,
und sprach : » Herr, ihr mögt sicher sein , du selbst wirst das genau sehen ! «
CLXXXIX. Das mass seiner falschheit voll zu machen, ging er da fort ; zu
Tristrem kam er in böser absieht von der edlen Ysonde: »Meine herrin sandte
mich zu dir, denn ich bin (ihr) vertrauter, und bittet dich ausdrücklich , du
mögest sie besuchen ; Marke ist in einer anderen gegend, heimlich soll es vor-
bereitet werden.«
CXC. Tristrem überlegte es sich: »Herr, habt dank! Dafür dass du mir
diese botschaft gebracht , gebe ich dir mein gewand ; dass du es nicht unter-
lassen hast , sage der edlen dame ! Ihre botschaft habe ich theuer erkauft,
gegen Marke verläumdete sie mich , die dame ; morgen werde ich sie in der
kirche treffen, ganz gewiss!«
CXCI. Der zwerg entfernte sich und zu Marke sagte er sofort: »An
diesem gewande weiss ich es , dass er die königin sehr liebt ; wir vertrugen
uns nicht gut zusammen , er fürchtet mich als mittelsperson ; es scheint nach
seinem benehmen so, als habe er sie nie mit äugen gesehen: ich weiss, ohne
zweifei, er kommt heut nacht zu ihr.«
CXCII. Herr Mark sass auf dem bäum ; da trafen sich die beiden ; den
schatten sah Tristrem und laut sprach er da, damit Ysonde Mark sehen und
Tristrem ihren feind nennen möchte: »Du dürftest nicht hier sein, du hast
nicht hier zu gehen, gar nicht ; mit recht sollte man dich tödten , wagte ich
es vor dem könige !
CXCIII. Ysonde, du bist mein feind, du sündigst, dame, gegen mich;
du spottest so über mich, mein oheim will mich nicht sehen ; er droht, mich
zu erschlagen. Ehrenvoller wäre es von dir, besser zu handeln, bei gott in der
dreieinigkeit , unter diesen umständen ; oder ich werde aus diesem lande ent-
fliehen, weit weg nach Wales!«
CXCIV. »Tristrem, die Wahrheit zu sagen, ich wünschte dir wenig gutes;
aber ich verläumdete dich niemals, ich schwöre es bei gottes kreuz. Die leute
sagten, du lägest bei mir, dein oheim ist überzeugt davon. Gehe deines weges,
es scheint, als ob du toll wärest in deiner wuth ; ich liebte niemals einen mann
leidenschaftlich, ausser dem, welcher meine jungfrauschaft besass ! «
— 268 —
CXCV. »Liebe Ysonde, deine gnade, bitte den könig für mich, wenn es
dein wille wäre, er möge mich von schulden (?) frei machen ; ausser landes will
ich wo anders hin ziehen , er soll mich nimmer sehen ! « Marke's herz war
schmerzbewegt, wo er auf dem bäume sass, und er gedachte : »Unschuldig seid
ihr in eine solche üble nachrede gebracht ! «
CXCVI. »Du sagst, ich hätte dich verläumdet, die leute sagen, du lägest
bei mir ; aber wenn ich auch zu sterben fürchtete , so will ich doch dein an-
liegen vortragen. Marke , dein oheim , ist mächtig , genug vermag er dir zu
geben. Ich frage nicht danach, was ich lüge, wenn du dich nur freiwillig
entfernt hast!« Marke dachte da: »Doch soll er ruhig bleiben!«
CXC VII. Tristrem ging so weg , Ysonde in ihr gemach gewiss ; niemals
war Marke so weh , er hörte selbst alles das ; ganz betrübt ging Marke weg,
bis er Tristrem küssen konnte, und tödtlich hasste er doch den, welcher ihn
verkehrt berichtet hatte. Ganz aufs neue war da freude und wonne, und will-
kommen der treue Tristrem.
CXCVIII. Nun hat Ysonde ihren willen , Tristrem ist hoher marschall ;
drei jähre vergnügte er sich in der stille mit Ysonde , strahlend wie ein ring ;
ihre liebe konnte niemand vernichten, so schlau waren sie beide; Meriadok,
in böser absieht , belauerte sie von nächster nähe aus sehr in bezug auf ihr
thun; wenn er sie verderben könnte, so würde er sich in fröhlicher Stimmung
befinden.
CXCIX. Meriadok verläumdet stets, zum könig sagte er so: »Ihre thor-
heiten treiben sie stets, ganz genau sagte ich es dir. Achte nun darauf eines
tages, und zur ader lasst euch drei; thue wie ich dir sage, und ein kennzeichen
sollst du sehr bald sehen : ihr bett wird blutig sein, ehe er seinen wünsch voll-
bracht hat.«
CC. Zur ader gelassen wurde dem könig, Tristrem und der königin ; bei
ihrem aderlasse wurde der fussboden rein gefegt; Meriadok brachte feines mehl
und streute es dazwischen, damit kein wesen gehen könnte, ohne dass es mit
äugen gesehen würde ; dreissig fuss zusammen sprang Tristrem diese nacht.
CCI. Nun ist Tristrem willens , sich mit Ysonde zu vergnügen ; er kann
nicht dazu kommen, sie zu küssen, so voll lag es von mehl. Tristrem sprang
gewiss dreissig fuss, die Wahrheit zu sagen. Als Tristrem dies that, sprang
seine blutbinde entzwei und blutete ; und dann gegen tag sprang er von ihrem
bette weg.
CCII. Dreissig fuss dazwischen sprang er, ohne zweifei ; sehr schmerzte
ihn seine ader, wie nicht zu verwundern war. Mark hatte ihr bett gesehen
und es war ganz blutig. Er sagte da zu Brengwain, Tristrem hätte seinen
frieden gebrochen zwischen (ihm und dem könig). Sofort begab er sich
ausser landes aus Marke's äugen.
CCIII. Tristrem war entflohen, gewiss und ohne zweifei. In London eines
tages wollte Marke die königin reinigen. Die leute sagten, sie habe das gesetz
gebrochen; ein bischof machte die mittelsperson ; mit heissem eissen, in der
that, gedachte sie sich rein zu machen von schuld. Ysonde sagte sogleich,
das urtheil wollte sie auf sich nehmen.
CCIV. Man befestigte dort die absteckstangen bei Westminster in ganz
gesetzmässiger weise, damit (sie) heisses eisen tragen sollte um herrn Tristrems,
— 269 —
des ritters, willen. In armseligem gewande kam Tristrem diese nacht — von allen
rittern hier konnte ihn keiner von ansehen — zur lieblichen Ysonde, der strah-
lenden, wie zwischen ihnen abgemacht war.
CCV. Ueber die Temse sollte sie setzen, das ist ein arm der see: »Zu
dem schiffe hin soll dieser mann mich tragen ! « Tristrem trug sie da und fiel
auf die königin, unmittelbar an ihre nackte seite, so dass mancher mann sie
sehen konnte , ohne dass man es ihm zeigte ; ihre schäm oberhalb ihres knies
erblickten nackt die ritter.
CCVI. Im wasser wollten sie ihn ertränken, und schlimmer noch (behan-
deln), wenn sie es können; »Ihr vergeltet ihm übel seine anstrengung,« sagte
die königin zu wiederholten malen zu ihnen. »Es scheint, weder speise noch
trank hatte er manchen tag. Vor armuth, dünkt mich, fiel er, die Wahrheit
zu sagen, und vor mangel ; gebt ihm gold, bitte, er mag gott anflehen, mir
glück zu verleihen ! «
CCVII. Gold gaben sie ihm da ; die Versammlung des gerichtshofes be-
gannen sie ; die liebliche Ysonde beeidigte es , sie wäre eine schuldlose frau :
»Nur trug mich einer zum schiff, die ritter sahen es wohl da; was immer seine
absieht gewesen ist, sehr nahe wagte er sich in Wahrheit; so nahe kam (mir)
nie ein mann, ausser mein herr, der könig!«
CCYIII. Die liebliche Ysonde hat ihre reinheit beschworen , die muntere
frau ; für sie hatten sie das heisse eisen bestimmt in der that. Die ritter waren
anwesend ; für sie baten sie da. Das eisen hatte sie getragen, aber Marke ver-
gab ihr an dem tage , und that so : Meriadok hielten sie für einen narren in
seiner falschheit.
CCIX. Ysonde ist für rein erklärt trotz Meriadok's ; nie vorher war die
königin in so gutem einverständniss mit Marke , gewiss ; Tristrem ist sicher-
lich nach Wales (gegangen) ; in kämpfen ist er gewesen, und eilig erkundet er
solche gerade auch dort : weil er Ysonde nicht küssen kann, suchte er überall
kämpf.
CCX. In Wales war da ein könig, der hiess Triamour; er hatte eine junge
tochter, die war Blancheflour geheissen ; Urgan mit grosser Widerstandskraft
belagerte ihn in seinem thurm, um für sich das liebliche wesen zu gewinnen
und sie in sein schlafgemach zu bringen durch kämpf. Tristrem wurde mit
grosser ehre des königs ritter.
CCXI. Urgan behauptete Wales mit unrecht, die Wahrheit zu sagen; oft
und nicht selten beraubte er Triamour; Triamour sagte zu Tristrem an einem
sommertage, Wales wollte er ihm überlassen, wenn er es jetzt gewinnen könne.
Tristrem, ohne Widerspruch, gewann Wales durch kämpf.
CCXII. Tristrem traf Urgan auf dem felde zum gefechte; zu ihm sagte
er da als ein tüchtiger ritter: »Du erschlugst meinen bruder Morgan gerade
beim essen ; so wahr ich ein tüchtiger mann bin , seinen tod büssest du heut
abend, als mein feind ! « Tristrem sprach: »Wahrhaftig, so finde ich gefallen
daran, dich zu erschlagen ! «
CCXIII. Zwölf fuss (lang) war der stock , welchen Urgan beim kämpfe
gebrauchen wollte ; seinem hiebe vermag niemand stand zu halten : Ein wunder,
wenn Tristrem es vermag ! Tristrem gewann einen vortheil , seine keule fiel
— 270 —
herunter, und ab hieb des riesen hand Tristrem , an jenem tage; Tristrem,
die Wahrheit zu sagen, machte den riesen bluten.
CCXIV. Urgan ganz in zorn focht mit seiner linken hand gegen den
klugen Tristrem ; einen starken hieb führte er auf seinen so schönen heim, dass
er auf die erde taumelte ; aber er sprang sogleich wieder auf und pries gottes
barmherzigkeit , des allmächtigen ; Tristrem mit seinen seh wert begann kräftig
zu fechten.
CCXV. Der riese stand in entfernung , seine hand verlor er gewisslich ;
er floh, als ob er toll wäre, dorthin wo seine bürg liegt ; Tristrem trat in das
blut und fand die hand, die jenem gehörte; weg ging herr Tristrem; der
riese kam überdem und suchte ; um seine hand zu heilen, hatte er salben mit-
gebracht.
CCXVI. Urgan, der ungeschlachte riese, eilte herrn Tristrem nach; die
gegend von nah und fern war da versammelt ; Tristrem dachte da : »Ich nehme,
was mir gott gönnt ! « Auf einer brücke wartete er ; es sah da mancher mann
zu ; sie trafen sich ; Urgan lief auf Tristrem zu und grimmig forderten sie
sich da heraus.
CCXVII. Streiche von grosser gewalt theilten sie gegenseitig aus, so dass
durch ihre strahlenden brünnen ihrer beider blut sichtbar wurde ; Tristrem focht
als ein ritter, und Urgan ganz in zorn, gab ihm einen wuchtigen schlag, seinen
schild spaltete er in der mitte entzwei. Tristrem, ohne zweifei, war es nie
vorher so weh (zu muthe).
CCXVIII. Wieder schlug Urgan mit gewalt, und mit diesem hiebe ver-
fehlte er das ziel; Tristrem gab einen gegenschlag und stiess (das schwert)
durch seinen leib; Urgan sprang unfroh weg, er stürzte über die brücke.
Tristrem hat Urgan erschlagen, so dass es die ganze gegend wusste, nach
wünsch ; der könig küsste da Tristrem und überliess ihm Wales.
CCXIX. Der könig brachte einen hund vor Tristrem , den treuen ; mit
welcher färbe er geschaffen war, will ich euch jetzt zeigen. Seide war nicht
so weich, er war roth, grün und blau; die welche ihn oft sahen, hatten von
ihm gewiss lust und freude ; sein name war Peticrewe, von ihm erscholl viel lob.
CCXX. Der könig Triamour gab ihn Tristrem, dem höfischen, weil er
ihn und sein ganzes geschlecht von der plage befreit hatte. Tristrem zeigte
mit grosser ehrerbietung , dass er höfische sitte kannte ; er gab an Blaunche-
flour Wales für alle zeiten, sofort, und Peticrowe sandte er an dame Ysonde,
die königin.
CCXXI. Ysonde, ohne zweifei, als sie den hund gesehen hatte, sandte
sie ihm eine rückbotschaft , sie habe für ihm den frieden hergestellt ; Mark
hörte, wie es stand, dass er Urgan erschlagen hätte; boten wählte er, Tristrem
zu erkunden (?), den edlen; Marke war sehr froh und küsste Tristrem.
CCXXII. Marke rief Tristrem und übergab ihm alles zusammen , Städte
und alle kastelle , als ob er truchsess gewesen wäre. Wer war heiter in der
halle, wenn nicht die königin Ysonde? Wie es auch ablaufen möchte, sie ver-
gnügten sich stets zusammen , die zwei ; so lange sinnen sie auf liebe , dass
Marke sah, es stünde so.
CCXXIII. Marke sah, wie es steht, was für liebe zwischen ihnen bestand ;
sicherlich war dies sein wünsch, vollauf gerächt zu werden ; er rief Tristrem
— 271 —
sofort und übergab ihn die königin, und trieb sie beide gewiss weg aus seinen
äugen; froher waren sie ohne zweifei vorher nie.
CCXXIV. Nach einem walde flohen sie hin , Tristrem und die schöne
Ysonde ; sie hatten keine wohnung nach wünsch, ausser den gar grünen wald ;
neben gehölz und hügel hin zogen Tristrem und die königin ; Ysonde hat an
freude ihr reiches mass und Tristrem, ohne zweifei, dort; so heiter waren sie
zusammen nie vorher.
CCXXV. Tristrem und die dame wurden weggejagt für ihre that; Hodain,
die Wahrheit zu sagen , und Peticrowe gingen mit ihnen. In einem erdhause
lagen sie, die Jagdhunde führten sie mit sich; Tristrem lehrte sie bei tage,
thiere zu jagen nach bedürfniss, in eile ; in dem grossen walde richtete Tristrem
Hodain ab.
CCXXVI. Tristrem mit Hodain tödtete ein wildes thier; in einem erd-
hause lagen sie , da hatten sie freude genug. Riesen , in alten tagen , hatten
es ohne zweifei gefertigt; jede nacht, die Wahrheit zu sagen, zogen sie dahin
beide mit macht; zwischen dem gezweige des waldes durch unterschieden sie
tag und nacht.
CCXXVII. Im winter war es warm, im sommer war es kühl; sie hatten
einen geheimen weg, welchen sie niemandem sagten ; sie hatten keinen wein
noch altes bier, noch assen sie gute speise: sie hatten alles, was sie wollten
nach wünsch; aus liebe schaute eines das andere an, keines von ihnen konnte
sich am anderen sättigen.
CCXXVIII. Tristrem stand auf einem hügel, wie er ihn vorher angetroffen
hatte (?) ; er fand eine sehr gute quelle, ganz weiss war sie, die grosse ; dorthin
ging Tristrem und die schöne Ysonde, die liebliche; das war ihre ganze nah-
rung , und wildfleisch assen sie und kraut; solche freude hatten sie noch nie-
mals, zwölf monate weniger drei wochen lang.
CCXXIX. Tristrem nahm eines tages Hodain sehr früh mit; ein thier er-
beutete er bei einem geheimen Stege ; er richtete es zu , ohne zweifei , und
brachte es eilig nach hause ; Ysonde lag im schlafe , Tristrem legte sich zu
ihr, der königin; sein schwert zog er rasch und legte es zwischen sie.
CCXXX. Ein hirsch entrann Marke an demselben tage; seine Jäger ver-
folgten es, einen pfad fanden sie da. Tristrem sahen sie da und Ysonde, die
Wahrheit zu sagen. Nie sahen sie einen solchen mann noch eine so schöne
frau mit äugen ; zwischen ihnen lag da ein sehr strahlendes, gezogenes schwert.
CCXXXI. Die Jäger gingen direkt und erzählten es alsbald Marke; die
dame und den ritter, beide hat Marke gesehen ; er kannte sie wohl von an-
sehen, das schwert lag zwischen ihnen. Ein sehr glänzender Sonnenstrahl
schien auf die königin durch eine Öffnung, auf ihr so schönes antlitz , und
Marke that das leid.
CCXXXII. Seinen handschuh legte er darauf, um die sonne abzuwehren ;
der zorn überkam Marke, dann sprach er : »O weh (?)! Wenn sie in sünde wären,
würden sie nicht so da liegen ! Sie, wie sie getrennt leben, sie kümmern sich
gewiss nicht um solches liebesspiel ! « Die ritter sagten zu wiederholten malen :
«Aus treuer liebe geschieht das!«
CCXXXIII. Da erwachte Tristrem, der treue, und die liebliche Ysonde,
die schöne ; den handschuh zogen sie weg und sagten unter sich , für den
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Marke's erkennten sie ihn ; sie wüssten , er wäre da gewesen. Da war ihre
freude ganz neu darüber, dass er sie mit äugen gesehen hätte ; darüber kamen
tapfere ritter, um sie beide gerade zu holen.
CCXXXIV. An den hof waren die beiden gekommen, welche in dem
walde gewesen waren ; Mark küsste Ysonde da und Tristrem , den treuen ge-
nossen; vergeben war ihnen ihr leid; noch nie waren sie so beliebt. Tristrem
übernahm das amt eines landvogtes rasch, es zu versehen, eine kurze zeit lang.
Wer etwas von liebe lernen will, höre es jetzt bis auf den grund(?)!
CCXXXV. So geschah es an einem sommertage, Tristrem und die königin
schlichen sich leise zu ihrem liebesspiele ; der zwerg hat sie gesehen, zu Mark
sprach er : »Herr könig, ohne zweifei, dein weib ist jetzt weg und dein ritter;
eile so rasch du kannst, und ergreife sie, wenn du es vermagst ! «
CCXXXVI. Der könig Marke lief nach ; das sehen sie beide. Tristrem
sagte da: »Ysonde, wir sind in schände gebracht; trotz aller plane, die wir
fassen können, kann es nicht verheimlicht bleiben.« Noch nie gab es einen
so betrübten mann, als Tristrem war, der höfische: »Aus todesfurcht fliehe ich,
in kummer und weh begebe ich mich !
CCXXXVII. Ich fliehe aus todesfurcht, — ich wage nicht länger zu ver-
weilen — in leid mein leben hinzubringen in diesem walde ! « Einen ring bot
Ysonde ihm da zum erinner ungszeichen. Er floh in grosser furcht davon , im
walde sich zu verbergen , sofort ; ihn zu suchen ritten sie schnell , sie fanden
nur die königin.
CCXXXVIII. Tristrem ist fortgegangen, als ob es nicht geschehen wäre;
desshalb sagten die ritter, Marke habe unrichtig gesehen ; für sie baten sie da,
so dass Marke der königin vergab. Tristrem lag bei Ysonde diese nacht, ohne
zweifei, und wachte, und sie vergnügten sich stets zusammen, er nahm ab-
schied von ihr.
CCXXXIX. Tristrem ist weggegangen, ohne wiederzukommen, und seufzt,
die Wahrheit zu sagen, mit sorge und grossem leide. Tristrem zieht stets herum
als ein mann, welcher getödtet zu werden wünschte, sowol nacht wie tag, um
sich kämpfe zu erfragen, der edle ; Spanien hat er durchsucht, drei riesen er-
schlug er.
CCXL. Aus Spanien zog er weg, um Rohand's söhne zu besuchen; lust
und freude zeigten die, willkommen war er ihnen. Als herr verweilte er dort,
wozu guter grund vorhanden war ; sie boten ihm weite ländereien an , die er
für sie frei gemacht hatte; er bedachte sich; er sprach: »Habet dank, eure
ländereien nehme ich nicht ! «
CCXLI. Nach Bretein wandte er sich, wurde des herzogs ritter; er gab
seinem lande den frieden wieder, das vorher voll von kämpf war. Alles was
dem herzog gehörte, eroberte er mit recht zurück ; er bot ihm , ohne zweifei,
seine tochter, die strahlend war ; das mädchen hiess Ysonde mit der weissen
hand.
CCXLII. Tristrems liebe war heftig zu der lieblichen Ysonde, der königin.
Auf Ysonde dichtete er ein lied, das sang Ysonde. Die Jungfrau wähnte
ganz unrichtig, von ihr habe es gehandelt. Ihr wähnen dauerte so lange,
zu ihrem vater äusserte sie sich darüber aus noth ; Ysonde mit der schönen
hand boten sie Tristrem zum weibe an.
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CCXLIII. In Tristrem lebt ein wünsch, den er in seinem sinne erkannte :
» Mark , mein oheim , ist in sünde , unrecht hat er uns angethan ; ich bin in
sorge und quäl, dazu hat sie mich gebracht; ihre liebe, behaupte' ich, gehört
mir, das buch sagt, es geschieht nicht mit recht ! « Dem mädchen ging er um
so mehr nach, weil sie Ysonde hiess.
CCXLIV. Das erkannte er in seinem herzen und treulich dachte er immer
daran; dass bündniss schloss er fest mit Ysonde, der Jungfrau mit der weissen
hand, er vermählte sich (mit ihr) an dem tage. Bei nacht, das weiss ich,
gingen sie in das brautgemach zu bette. Tristrem's ring fiel herunter, als man
ihn zum brautgemach leitete.
CCXLV. Tristrem schaute den ring an, da war sein herz gar weh : »Gegen
mich beging niemals Ysonde so etwas; Mark, ihr herr, der könig, mag sie
mit verrath nehmen, mein herz vermag niemand, um keinen preis, von ihr loszu-
reissen, der edlen; ich habe uns beide getrennt, das unrecht liegt ganz bei mir!«
CCXLVI. Tristrem ging zu bette mit sorgenvollem herzen ; er sprach :
»Die geheime that wage ich nicht zu thun!« Der Jungfrau verwehrte er es,
wenn es etwa ihr wille wäre (?). Die Jungfrau antwortete: »Darüber habe du
keine sorge ! Ganz in der stille will ich nichts mehr wünschen, als nach
deinem eigenen willen ! «
CCXLVIL Ihr vater gab ihuen eines tages weite ländereien ; fern in dieser
gegend waren nahe dabei grenzpfähle gesetzt. Zwischen dem herzog und einem
ungeschlachten riesen hatten sie immer gestanden. Dort durfte niemand sich
vergnügen, ohne dass er ihm aufgelauert und mit ihm gekämpft hätte ; verlieren
sollte er seinen übermuth, wäre er könig oder ritter.
CCXLVIII. »Tristrem, ich verbiete es dir um der liebe zu mir willen,
jage du aus keinem gründe jenseits des armes der see; Beliagog ist ungeschlacht,
ein starker riese ist er ; vor ihm sollst du dich fürchten , du erschlugst seine
drei brüder im kämpfe : Urgan, und den unedlen Morgan, und Moraunt, den
edlen ritter !
CCXLIX. Wenn deine hunde wol auf den hasen losgehen^) und kommen
frei zu dir zurück, so sei du auch freundlich, wenn seine hunde zu dir kommen ! «
Der wald war sehr schön, mit manchem seltenen bäume; Tristrem gedachte
zurückzukehren, wie es auch stehe, um (auf ihn) zu warten: »Diese gegend
will ich sehen, was für ein abenteuer sich auch ereignen möge ! «
CCL. Tristrem ritt auf die jagd , einen hirsch jagte er ; wo die grenz-
pfähle angebracht waren, liefen seine hunde herüber. Das wasser war dunkel
und breit , Tristrem kam als (muthiger) mann ; wo der herzog es verboten
hatte (?), folgte er (ihnen) rasch, gerade dort; er blies tusch, so laut er kann,
drei mal oder mehr.
CCLI. Beliagog kam da, und fragte, wer er sei. »Auf die jagd reite ich
hier, Tristrem heisse ich sicherlich ! « » O du erschlugest Moraunt im übermuth ;
Tristrem, bist du der? Und dann den ungeschlachten Urgan, unnatürlich wäre
es , wollten wir uns küssen als verwandte. Bussen musst du den frevel , jetzt
da du in meinem lande bist ! «
CCLII. »Ich erschlug Urgan, das sage ich dir, ebenso hoffe ich dich zu
erschlagen ; deinen wald will ich fällen und eine bürg will ich bauen. Hier
ist es lustig, zu verweilen, desshalb eigne ich mir dies gebiet an!« Der
Kölbing, Sir Tristrem. jg
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riese hörte diese rede, desshalb war ihm sehr weh, thörichter weise. So zwischen
ihnen zwei hob der streit anr
CCLIII. Ungeheure Wurfspeere schleuderte Beliagog ; Tristrem hätte er da
fast das leben genommen ; zwischen panzer und seite drang der speer durch ;
Tristrem wich seitwärts aus, gott dankte er da, dem allmächtigen. Tristrem
begann da mit macht zu fechten als ein (tapferer) mann.
CCLIV. Beliagog der muthige, focht wie ein teufel; Tristrem's leben hätte
er beinahe hingeopfert, wie Tomas uns erzählt hat; Tristrem hieb, wie gott
wollte, seinen fuss ab, auf einen streich ; nieder fiel er in das feld, der mann
von grosser kraft, und rief: »Tristrem, seien wir versöhnt, und nimm meine
weiten ländereien!
CCLV. Ueberwunden hast du mich in schlacht und kämpf; gegen dich
zu kämpfen will ich niemals mehr das recht beanspruchen.« Seinen schätz
Hess er Tristrem, den edlen ritter, sehen ; Tristrem erkannte ihn als freien mann
an; Beliagog versprach ihm, unbestreitbarer massen, ihm eine strahlende halle
zu bauen für Ysonde und Brengwain.
CCLVI. Der riese geleitete ihn , bis er eine bürg fand ; das wasser ging
rings herum , es war seiner vorfahren bürg. Der riese forderte Tristrem auf,
mit maurern zu bauen, welche tüchtig wären. Beliagog lieferte ihm für diesen
zweck fruchtbaren waldgrund, um (sein werk) zu ende zu führen ; Ysonde wollte
er dort haben, lieblich unter dem gewande.
CCLVII. Der riese zeigte ihm da eine fürt, die geeignet war, wo er wol
durchreiten konnte, wenn es sein wünsch wäre. In der bürg hielt er sich
heimlich auf, er sagte nicht, dass er dort wäre ; er wollte nicht lange bleiben,
er kehrte da zurück, der edle. Bei dem schlösse pflegte er fürderhin seine
arbeiter zu besuchen.
CCLVIII. Zurück kehrte Tristrem dann, Beliagog hatte maurer zusammen-
gesucht ; Tristrem, der viel versteht, hat sie zur arbeit angeleitet ; da war noch,
niemals ein mann, welcher wusste, was der andere arbeitete : als sie es aufzu-
richten begannen , da war ein solches werk noch nie (gesehen worden) , (so
seinem) zwecke entsprechend ; obwol alle leute es gedacht hätten, es war weder
zu gross noch zu eng.
CCLIX. Auf seinem sitz in der halle war die liebliche Ysonde gefertigt,
Hodain und Peticru, so zu sagen, wie Brengwain den trunk brachte; Mark in
seide gekleidet, und Meriadok voll von arglist; so lebensgetreu waren sie alle,
wie figuren sahen sie nicht aus; und Tristrem, wie er kämpfte mit dem un-
geschlachten Beliagog.
CCLX. So fand ein ereigniss statt in der Stadt des heiligen Matheus, dass
ein schönes fest bei vornehmen herren war; ein baron, der Bonifas hiess,
vermählte sich mit einer dame aus Lyoun ; da war viel Unterhaltung von aller
art gesang und musik, von minstrels überall vor den vornehmen leuten.
CCLXI. Der mächtige herzog Florentin reiste zu diesem feste, und sein
söhn Ganh ardin, mit ihnen ritt Ysonde dorthin. Ihr pferd trat in einen sumpf,
das wasser bespritzte sie überall; es war ein seltsamer streich, so hoch unter
ihr kleid flog es. Die dame lachte sehr spöttisch, und Ganhardin sah es.
CCLXII. Ganhardin rief da unfroh seine Schwester herbei : »Warte nun,
dame, und höre: was ist dir passirt? Sage mir nun rasch, so wahr als du mich
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liebst: warum lachtest du da, weshalb mag das sein? Ohne eid, deiner freund-
schaft werde ich absagen, bis ich die Wahrheit weiss!«
CCLXIII. »Bruder, erzürne dich nicht: ich will dir die Wahrheit sagen.
Mein pferd machte das wasser eines sumpfes auf dem wege aufspritzen ; so
hoch flog es, däuchte mich, dass es an meinem sattel haften blieb. So nahe
hat noch nie ein mann getastet, die Wahrheit zu sagen. Bruder, wisse du
genau, dass ich wegen dieses ereignisses lachte !«
CCLXIV. Ganhardin sprach : »Ich finde, dass wir schmählich in schände
gebracht sind ; eine von (?) unserer familie behandelt er verächtlich als sein weib !
Als er (ihr) seine treue verpfändete , so sah ich das gern. Für alles gold von
Indien soll dieselbe nicht so gebrochen sein , dass es gesühnt werden könnte.
Seiner freundschaft will ich absagen , einer von uns soll seinen schweiss ver-
lieren ! «
CCLXV. Zornig ist Ganhardin, und das sieht Tristrem ; von was für einem
gedanken er erfüllt ist, fragt er gewiss rasch: »Du hast bei Ysonde gelegen,
so lange als dein wille ist : warum war sie nie die deinige ? Tristrem , sage
mir dies : Was hat sie unrechtes gethan? Was für eine that wirfst du ihr vor?«
CCLXVI. »Wenn es ihr wille gewesen wäre, verschwiegen hätte es bleiben
können : sie hat es euch genau erzählt, meiner ist sie quitt ! An ihr finde ich
keinen gefallen mehr, die Versicherung gebe ich dir! Zu einer dame will ich
ziehen , welche schöner ist als solcher drei , wenn man es erkundet ! « Gan-
hardin sehnt sich danach, die dame zu sehen, ohne zweifei.
CCLXVII. Ganhardin nimmt nicht theil an dem feste, er wurde Tristrem's
freund. Er sagte, er verlöre sein leben, wenn er nicht Tristrem begleite.
Tristrem sprach: »Wenn es so geschieht, dass wir in England ankommen, sprich
nicht von dem, was du siehst, sondern behalte es für dich, so wahr du ein
höfischer mann bist, und verschweige es-: lege deine hand darauf, wenn man
es dir durch worte ablocken will!« (?).
CCLXVIII. Ganhardin gab sein wort, er erbot sich, sein bruder zu sein,
ein treuer ritter zu sein in jeder nothlage Tristrem's. Beide machten sich diese
nacht auf, zu Beliagog (zu gehen). Ganhardin sah den anblick und fürchtete
sich sehr: »Zum ufer willst du mich führen, um mich zu erschlagen, zu Beliagog,
vermuthe ich ! «
CCLXIX. »Ganhardin, ganz unrecht sollst du haben: ach, warum sagst
du so? Unglück möge über mich kommen, wenn ich dich erschlagen wollte!«
Da rief ihn Tristrem: auf einem stelzfuss kam er da sehr rasch: »Herr, deinen
willen zu thun, dazu sind wir freudig bereit!«
CCLXX. »Beliagog, geh dorthin, und sorge dafür, dass alles bereit sei:
Ganhardin und ich will gehen, die dame zu sehen ! « Eine solche bürg fand
er da, die von stein und holz gemacht war. Ganhardin wusste es nun zuvor,
dort würden Tristrem und er verweilen, um zu lauschen, Ysonde zu sehen, in
der strahlenden und hübschen halle.
CCLXXI. Zu Ysonde, strahlend wie der tag, gingen sie zur halle ; Ysonde
sahen sie da und Brengwain, die zwei beide, Tristrem, die Wahrheit zu sagen,
und Beliagog , den ganz schwarzen ; als Ganhardin zurückprallte , als ob er
flöge, verletzte er sich den köpf. Ganhardin that es sehr leid, dass er Ysonde
so nahe kam.
18*
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CCLXXII. Ganhardin schämte sich sehr, sein haupt triefte von blut.
Ysonde sah er da und die schöne und gute Brengwain ; Brengwain trug den
becher, ihm that das edle wesen leid , so schwor er bei gottes gnade. In ihrer
hand klebte er ganz ruhig fest: »Tristrem, wir sind toll, gegen deinen willen
zu reden.«
CCLXXIII. »Es würde nichts anderes als herzbrechendes leid sein, das
sehen wir sehr wol ein , und eine thorheit für uns , ein wort gegen dich zu
sprechen : wenn ich meinen wünsch erreichen könnte, so möchte ich die dame
sehen; mein herz hat sie durchbohrt, die strahlende und schöne Brengwain,
die freundin (?) ; ich vermag nicht heiter zu werden, bis ich die anmuthige sehe ! «
CCLXXIV. Tristrem und Ganhardin, ihr wort gaben sie darauf, bei ge-
winn und verlust immer treu zu sein, in freude und in schmerz, in jeder be-
ziehung, so zu sagen, bis er bei Brengwain gelegen habe, wenn das Tristrem
(bewirken) kann. Nach England nahmen sie ihren weg, die ritter tapfer zu rosse.
CCLXXV. Herr Canados war da marschall, viel in der nähe der königin;
weil Tristrem sich Ysonde genommen hatte, so glaubt er schlau genug zu sein,
um sie mit einer Spange und einem kostbaren ringe zu seiner geliebten zu
machen. Trotz allem, was er zu thun vermag, war ihr herz immer hochge-
sinnt, dass sie daran festhielt, dass sie nie einem mann gesehen habe, den sie
Tristrem vorziehen wollte.
CCLXXVI. Tristrem hatte ein lied gedichtet, das sang Ysonde, die kluge,
und harfte immer zugleich ; herr Canados war dabei; er sprach : »Dame, du hast
unrecht, in Wahrheit, wer es gesehen hat ! Wie eine eule und gewaltige stürme,
so schreist du laut öffentlich (?). Du liebst Tristrem heftig, unrechtes hat man
dich gelehrt !
CCLXXVII. Tristrem, um deinetwillen, in Wahrheit, hat er sich beweibt;
das wird dich zur räche veranlassen, von Breteyne soll er herzog werden; eine
andere miene möchtest du machen, wenn du sie selbst sähest ; die liebe zu dir
Hess ihn sie nehmen , weil sie hiess so wie ihr ; Ysonde nennt man die edle,
mit der weissen hand.«
CCLXXVIII. »Herr Canados, hüte dich, immer bist du mein feind; du
verstehst nur in schändlicher weise zu verfolgen (?), wo man ehre erweisen
sollte; wer lügen suchen will, braucht nicht weiter zu gehen. Unwahres ver-
stehst du vorzubringen, so dass dir immer leid widerfahren möge dafür ! Fluch
werde dir auch zu theil von gott und unserer (lieben) frau ! «
CCLXXIX. »Ich gebe dir eine Versicherung: dein glück sollst du ver-
lieren ! Was du von mir erbeten hast, soll dir niemals zu theil werden ; gehasst
mögest du auch sein von allen , welche wein trinken ! Fliehe du rasch von
hinnen aus meinen äugen ! Ich bete zur heiligen Katharine , dass du schlecht
fahren mögest ! «
CCLXXX. Die königin war sehr erzürnt ; zornig ging sie ins zimmer :
»Wer mag einem manne fürderhin vertrauen, wenn er diese that gethan hat?«
Ein sattelpferd forderte sie da, die wol im volke beliebt war; sie war sehr
rasch mit ihren Vorbereitungen fertig, ihre zelte führten sie mit sich, die sehr
vortrefflichen. Früher schon waren da gerade auf dem rosse Tristrem und
Ganhardin.
CCLXXXI. Ganz nahe an der Strasse warteten sie unter einem feigen-
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bäume; sie sahen, wo Ysonde ritt, und Brengwain, beide sah er, mit zwei
reizenden hunden, schönere konnte es nicht geben. Ihre freude war sehr gross,
einen befehl gab die edle Ysonde, sie bleiben stehen. Tristrem hörte das und
sprach so in seiner rede :
CCLXXXII. »Ganhardin, reite du gerade fort, meinen ring ziehe vom
finger ; gehe fort auf deinem wege , und grüsse sie alle der reihe nach ; ihre
hunde lobe du wiederholt, zeige deinen finger her! Die königin, die Wahr-
heit zu sagen, wird den ring bald erkennen, die edle ; fragen wird sie in freund-
licher weise, und sage, du kommest von mir ! «
CCLXXXIII. Da ritt der kluge Ganhardin fort und überholte sie nun;
zuerst grüsst er die königin und dann Brengwain, glaube ich. Der ritter selbst
streichelte alsbald den hund Peticru. Die königin hat den ring gesehen, und
erkannte ihn ganz zur genüge, die edle. Sie sprach: »Sage mir, wie kam dieser
ring zu dir?«
CCLXXXIY. »Er, welcher diesen ring hatte, sandte ihn dir als erkennungs-
zeichen!« Da sprach das liebliche wesen: »Tristrem, das ist er ! « »Dame, ohne
lüge, er sandte es euch durch mich!« Sie sprach: »Beim himmelskönig,
voll Sehnsucht sind wir gewesen, ohne zweifei : die ganze nacht verweilen wir
(hier) ! « sprach Ysonde zu Bringwain.
CCLXXXV. Sie wähnten, die königin würde sterben, so krank war sie
ihrem aussehen nach ; sie schlugen in eile zelte auf und blieben da , gelehrte
und ritter; Ysonde sah die an, welche unter leichten blättern liegen (?). Tristrem
erblickte sie da, und ebenso Brengwain in jener nacht, auf der haide. Gan-
hardin gab sein wort, Brengwain zu seiner gemahlin zu machen.
CCLXXXVI. Zwei nachte liegen sie da in dem schönen walde ; Canados
hatte einen spion, ihre zelte zerstörte er; da kam zu Canados, um laut zu er-
zählen , die gegend von ost und west ; Governayl war deshalb da draussen,
wie es das beste war, um aufzupassen ; er sprach zu Tristrem eilig : >> Nun
wäre es zeit, fortzureiten ! «
CCLXXXVII. Gouernayl, sein dienstmann war er, und Ganhardin sein
ritter ; bewaffnete ritter sehen sie, um sie im gefechte niederzuwerfen ; Gouer-
nayl floh , er lief weg ; da folgte höriger und freier, und (sie) Hessen da das
schwere zeit (liegen). Weg ritt Tristrem diese nacht, und Ganhardin an sei-
ner seite.
CCLXXXVIII. Herr Canados, der hochmüthige, führte die königin weg;
Tristrem, gar klug in seiner liebe, hielt ihm an jenem tage nicht stand ; Breng-
wain strahlend wie ein ring, weh war ihr da stets ; Canados schrie sie da an
und machte grossen tumult und sprach : » Dies land ist nicht ein ei werth,
wenn du es wagst , eine solche that zu thun ! «
CCLXXXIX. Ganhardin zog nach Bretaine weg, und Tristrem blieb da,
um zu erfahren, was die leute sagen möchten ; becher und klapper trug er bis
zum fünfzehnten tage , als ob er ein aussätziger wäre ; unter den mauern lag
er, um zu lauschen ; so weh war frau Ysonde , dass sie sich ganz zerreissen
möchte.
CCXC. Tristrem lag im kummer da, desshalb wollte Ysonde toll werden,
und Brengwain drohte wiederholt, sie auf der that zu ertappen ; Brengwain ging
weg, zu dem könig Marke begab sie sich, und bereitwillig sagte sie, wie sie es
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treiben : »Ohne zweifei, einen solchen ritter hast du unterhalt zu geben, deine
schände möchte er sehr gern!
CCXCI. Herr könig, trage sorge dafür, herr Canados will deine königin
haben ! Wenn du die zwei nicht trennst, da wird eine schände offenbar. Sie
fürchtet sich so vor ihm , dass es wunderbar zu glauben ist ; seinen willen zu
thun, weigert sie sich jetzt noch im gegenüber sehr bald. Noch sind sie ganz
rein, sie haben keine that gethan ! «
CCXCII. Marke dankte Brengwain in jeder beziehung. Nach ihm sandte
er in eile, er entfernte ihn vom hofe : »Du verdienst zu hängen; das sehe ich
selbst wol ! « So vermochte Brengwain Canados dazu bringen , sich rasch zu
entfernen, den hochmüthigen. Froh war die edle Ysonde , dass Brengwain so
zu lügen verstand.
CCXCIII. Dann sprach die königin zu ihr: »Liebe Brengwain, du strah-
lende, die du schön anzuschauen bist, du weisst augenscheinlich (?) unseren
wünsch; wo ist Tristrem hingekommen? Ist er kein tüchtiger ritter? Die logen
alle zusammen, welche sagen, er wage nicht zu kämpfen mit seinem feinde ! «
Brengwain sah das richtige ein, sie Hess Tristrem in das gemach gehen.
CCXCIV. Tristrem ist froh im gemache, mit Ysonde vergnügte er sich da;
Brengwain bat er (ihn?) zuzuhören: »Wer dort waffen trug, Ganhardin und du,
habt euch damals rasch davon gemacht!« Tristrem sprach: »Rufet sehr
rasch ein turnier aus; keiner von uns will jarl, baron oder ritter schonen!«
CCXCV. Ein turnier Hessen sie ausrufen ; Canados trat als gegenpart auf,
und Meriadok , sicherlich , stand auf seiner seite. Tristrem sandte sehr eilig
nach Ganhardin, dem edlen ; Ganhardin kam rasch , das turnier mit äugen zu
sehen. Aus dem turnier wollten sie nicht fliehen , bis ihre feinde völlig zu
boden geworfen wären.
CCXCVI. Sie kamen auf das Schlachtfeld und fanden da tapfere ritter ;
ihre alten thaten vergalten sie mit kämpf allen zusammen. Tristrem blickte
auf Meriadok hin : für die verläumdungen , die er erzählt hatte , rächte er an
ihm da seinen verdruss ; er gab ihm eine schmerzhafte wunde durch beide Seiten.
CCXCVII. Zwischen Canados und Ganhardin war der kämpf sehr heftig;
Tristrem dünkte es eine quäl , dass er so lange dauerte ; er machte ihn seine
Steigbügel verlieren , zu boden warf er ihn ; Sir Canados lag dort , das blut
drang durch die brünne zu seinem schmerze : an ihm rächte er das ihm an-
gethane unrecht, so dass er nicht wieder aufstand.
CCXCVIII. Ihre feinde warfen sie rasch nieder, und erschlugen manchen
von ihnen ; die gegend Hess sich mit ihnen in ein handgemenge ein, sie thaten
ihnen übles genug; Tristrem hat ihnen erzählt, was jenem zur schände an-
schlug ; sie nahmen den hohen hügel ein , und schritten ihn geschickt genug
hinunter und legten sich in einen hinterhalt(?). Unter dem gezweig des waldes
verfolgten sie ihre feinde.
CCXCIX. Da wendete Tristrem sich rückwärts und Ganhardin, ausdauernd
und ruhig; manchen haben sie erschlagen, und manchen nach wünsch über-
wunden ; das volk floh unfroh und sie riefen laut um hülfe ; im volke ist es nicht
zu verhehlen, sie hatten schlimme wunden zum Schlüsse. Die verläumder, die
in der halle waren, schmachvoll waren sie in schände gebracht.
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CCC. Als das turnier vorüber war, lag da mancher erschlagen : Ganhardin
zog bald nach Bretaine zurück. Brengwain hat ihren wünsch erfüllt: ganz ge-
hörig gerächt sind sie. Ein ritter, der (noch) keine schuhe trug, hiess Tristrem,
die Wahrheit zu sagen ; sehr weit umher suchte er Tristrem stets , und er
fand ihn da.
CCCI. Er fiel Tristrem zu füssen und rief ihn um barmherzigkeit an :
» Mein schönes und anmuthiges liebchen hat ein ritter mir geraubt, sie, die von
liebe wol zu reden versteht, eine solche möge Christus dir senden ! Versuche
meine schmach zu lindern um der liebe zu der edlen Ysonde willen ; ohne
zweifei, sieben brüder hat er, der gegen mich kämpfen ! «
CCCII. Noch an diesem tage ziehen sie weg und kommen hier ganz nahe
vorbei; ich erlange sie nie mehr wieder, wenn ich sie diesmal verliere; fünf-
zehn ritter sind es, und wir nur zwei, um sie zu bestehen ! « »Wehe dem, der
sie schont,« sprach Tristrem da, »heut nacht haben sie ihren übermuth verloren
durch die gnade des allmächtigen gottes ! «
CCCm. Sie waffneten sich da beide in eisen und stahl; sie trafen sie an
einem steige bei einem walde; da entstand ein gewaltiges geschrei, als sie zu-
sammenrannten. Der junge Tristrem, dabei wurde gerade da bald sein stolz zu
schänden gemacht ; er hatte grosse wunden, so dass er nicht wieder aufstand.
CCCIV. So wurde der junge ritter wahrhaftig dort erschlagen : Tristrem,
der der treue hiess , rächte ihn ganz zu seinem eigenen unheil ; er erschlug
dort im kämpfe fünfzehn ritter und mehr; sehr tief Hess er elend sie herunter-
fallen mit schmerzlichen schlimmen wunden ; aber einen pfeil trug er davon
in seiner alten wunde.
Personenregister.
Beliagog 2722. 2751. 2774. 2784. 2802.
2812. 2829, 2849. 2943« 294-8. 2960.
2976.
Blauncheflour [die Schwester Marke's]
(r. m. tour) *77. 98. *i62. 215. 756.
(Blaunche).
Blauncheflour [die tochter Triamour's]
(r. m. Triamour — tour — bour —
honour) *2303. *24i6.
Bonifas (r. m. cas — was — solas)
*2854.
Brengwain (r. m. slain — drain — ogain
— fain) *i8o3. 1647. 1661 (Bring-
wain).* 1666. *i 676 (Bringwain). 1691.
1708. 1713. 1716. 1738. 1755
(Bringwain). 1772. ^1903 (Bringwain).
*I982. (Bringwain). 1987. *22i8.
*28o5 (Bringwain). 2842. 2974 (Bring-
wain) 2985. 2986. 3000. 3010. 3084
(Bringwain) . 3 106. *3 1 24 (Bringwain).
3!32- 3135. 3162. 3182. 3184. 3203.
3208. 3212 (Bringwain). 3214. 3222.
3226. 3294.
Canados 3015.. 3029. 3048. 3138. 3140.
3158. 3264. 3192. 3209. 3236. 3257.
3263.
Katerine (seyn) (r. m. tine — hine —
wine — mine) *3o68.
Crist (r. m. trist) *25i. 390. 3306. gen.
Cristes 1766.
Florentin (r. m. Ganhardin — in —
gin) *286i.
Ganhardin (r. m. Florentin — in —
gin) *2863. 2871. 2872. 2894. *2905.
2925. 2927. 2938. 2944. 2949. 2962.
2966.2977. 2980. 2982.*3004. *3o8o
(Ganhardine r. m. fine). 3092. 3103.
3134 (Ganhardine). 3148 (Ganhar-
dine). 3157 (Ganhardine). 3169 (Gan-
hardine). 3228. 3240. 3241. *3257.
3280. 3292.
Gouernail (r. m. fail) *I298. 1122
(Gouernayl). 11 55 (Gouernayle).ii78.
3142 (Gouernayl). 3147 (Gouernayl).
3 151 (Gouernaile).
Ysonde 1256. 1265. 1266. 1283. 1295.
1328. 1339. 1353. 1372. 1400. 1419.
1495. 1498. 1501. 1509. 1537. 1547.
155°. J563- !572. 1574. 1597. 1617.
1620. 1636. 1651. 1660. 1668. 1685.
1704. 1712. 1718. 1734. 1737. 1770.
1785. 1792. 1794. 1801. 1816. 1834.
1841. 1843. 1848. 1859. 1869. 1892.
1903. 1915. 1930. 1962. 2003. 2027.
2029. 2031. 2048. 2052. 2054. 2059.
2061.2072. 2106. 2113. 2135. 2158.
2168. 2171. 2202. 2232. 2243. 2269.
2278. 2289. 2298. 2420. 2421. 2437.
2455. 2460. 2503. 2515. 2525. 2554.
2566. 2589. 2601. 2614. 2653. 2654.
281 —
2655- 2688. 2805. 2815. 2840. 2969.
297L 2973- 2981. 2984. 3027. 3°83-
3088. 3124. 3129. 3178. 3181. 3211.
3225. 3308.
Ysonde wib be white band 2650 f.
2661 (Ys. wib hand schene). 2673.
(Ysonde). 2677 f. 2864 (Ysonde).
2909 (Ysonde). 3017 (Ysonde).
3046 f.
Manerious (r. m. bus) ^297.
Mark 54 (Markes). 56 (Marke). 123
(Markes). 227 (Markes). 516 (Marke).
538. 566. 574 (Marke). 667. 672.
717. 733 (Marke). 771. 858 (Marke).
921. 936 (Marke). 958. 962 (Marke).
980 (Marke). 1077 (Marke). 1100.
1135. 1140 (Marke). 1151 (Marke).
1313.1332. 161 1 (Marke). 1622. 1650.
1705. 1715. 1717. 1778. 1789. 1827.
1838. 1842. 1981. 1990. 2004. 2014.
2025. 2064. 2078. 2087 (Marke).
2092. 2102. 2106. 2150 (Marke).
2155 (Marke). 2159. 2161. 2216.
2226. 2285. 2292. 2425. 2430. 2432.
2442. 2443. 2520. 2532. 2534. 2541.
2544. 2566. 2580. 2586. 261 1 (Markes).
2613.2665.2689. 2843. 3185 (Marke).
3202 (Mark^). gen. Markes 991.
1103. im. 2141. 2222. 2557.
Matheus (seyn) 2851.
Meriadok 1926. 1948. 1957. 2018. 2036.
2174. 2179. 2194. 2287. 2290. 2844.
3237. 3251.
Moraunt 948. 978. 1001. 1003. 1006.
1015. 1017. 1026. 1035. 1044. 1068.
1075. io79- io97' x576. 1601. 2728.
2755. Sen- Morauntes 1055. 1085.
1194. Moraunt 1324.
Morgan (r. m. bigan — lan — man)
^36. 24. 30. *43. *i 1 3. 167. 186. 254.
*266. 728. 758. 766. 775. 809. 811.
820. 868. ^893. *2326. 2727. gen.
Morganes 188. Morgan 178. 883.
Patrike 'seyn) (r. m. like — sellike)
'1228.
Rohand 115. 149 (RohantJ. 154. 155.
223. 245. 270. 276. 288. 305. 331.
534- 539- 575- 585- 607. 615. 628.
637. 649. 656. 660. 683. 689. 695.
710. 716. 729. 742. 749. 780. 797.
. 826. 877. 909. 912. 927. gen. Ro-
handes 299. 2631. Rohand 652.
Rouland riis (r. m. wise — his —
priisj *49. 23 (Rouland). 37 (Rou-
land) *44 (Rouland rise, r. m. prise).
94. 117 (Rouland). 122. 157. 179
(Rouland]. 183 (Rouland). 189. 194
(Rouland). 200. 230 (Rouland). 234
255. (Rouland). 727. 755 (Rouland).
Tomas 2. 10. 397. 412. 2787..
Tramtris (r. m. priis — is — ywis —
grns)
1216. iil
I259. *I272.
1275. 1277. 1289. J564. IS99- 1607.
Vgl. auch v. 253 : be »tram« bifor be
»trist«.
Triamour (r. m. Blauncheflour — tour
— bour — honour) *23oi. 2314.
2315. *24IO.
Tristrem 4. 110. 219. 277. 302. 325.
334- 340. 342. 352. 362. 398. 408.
445. 456. 464. 474. 531. 552. 561.
566. 573- S8°- 594- 601. 616. 617.
645. 648. 650. 672. 696. 709. 718.
736. 742. 760. 773. 777. 784. 791.
810. 815. 830. 835. 837. 865. 869.
892. 923. 953. 959. 964/967. 970.
• 976. 984. 989. 993. 995. 1000.
1002. 1012. 1016. 1018. 1027.
1033. I037' 1041. 1050. 1058. 1061.
1066. 1069. 1072. 1081. 1083. 1089.
1091. 1099. 1104. 1112. 1119. 1124.
1143. 1152. 1182. 1187. 1205. 1213.
1242. 1250. 1303. 1319. 1327. 1332.
1349. 1352. 1357. 1358. 1420. 1427.
1443- H53- 1459- H79- J52i. 1534-
1573- 1574. 1585- 1592. 1596. 1618.
1630. 1635. 1656. 1669. 1684. 1724.
1735. 1743- 1807. 1844. 1847. 1849.
1855. 1858. 1874. 1876. 1886. 1898.
1904. 1908. 1915. 1924. 1927. 1930.
1939. 1962. 1968. 1977. 1985. 1995.
1997. 2009. 2013. 2026. 2028. 2030.
2032. 2040. 2047. 2053. 2059. 2071.
2080. 2104. 2107. 2124. 2157. 2162.
__ 282 —
2l67. 2169. 2191. 2200. 2201. 2205- 293©« 293I. 2955. 2967. 2975. 2991.
2207. 2219. 2223. 2237. 2239. 2249. 3OO4. 30II. 3OI7. 3025. 3026. 3035.
2293. 2309. 2315. 2320. 2322. 2331. 3037. 3080. 3090. 3H7. 3131. 3145.
2336. 2337- 2340. 2342. 2346. 2353. 3156. 3160. 3171. 3180. 3217. 3223.
2359. 2361. 2367. 2370. 2375. 2381. 3224. 3230. 3239. 3250. 3259. 3272.
2386.2390.2394. 2397. 2400.2411. 3279. 3299. 3319. 3336. gen. Tri-
2414. 2428. 2431. 2432. 2447.2455. stremes 1156. 1345. 2652. 2775.
2459. 2461. 2465. 2471. 2475. 2476. 2928. 2941. 3301. Tristrem 872.
2498. 2502. 2509. 2516. 2524. 2553. 1954. 2683. 2786.
2567. 2570. 2577. 2588. 2593. 2608. Tristrem (pe ^ong) 3297. 3329.
2614. 2619. 2623. 2662. 2685. 2696. Vrgan (r. m. pan — Morgan — man)
27i8.2735.274O.2745.2754.2756. *2322. 2304. 23II. 2334. 2344.
2779. 2782. 2788. 2793. 2800. 28oi. 2366. 2375. 2382. 2388. 2392. 2394.
28lO. 2828. 2830. 2848. 2906. 29I2. 2426. 2727. 2757. 2762.
Ortsregister.
Almain 906.
Bretein 2641. 3040 (Breteyne). 3170
(Bretaine). 3293 (Bretaine).
Carlioun (r. m. benisoun — doun —
boun — toun) *H59. 1302. ^1389.
Deuelin (r. m. line — medicine —
pine) *i200. 1165. 1180. 1393. 1409.
Erceldoun (r. m. roune — croun —
baroun
toun)
1.
Ermonie (r. m. crie — lye — maistrie)
*74- *532 (Hermonie). *7Ö2. *8o7.
*849 (Hermonie). *9o6.
Ynde (r. m. finde — kinde — binde)
*2900.
Inglond (r. m. bond — stond — hond
— fond) *52. *429 (Yngland). *770
(Ingland r. m. hand). 774. 920. 924.
930. *io34 (Ingland). 1343. *i625
(Ingeland). *i697. 2932. 3013.
Yrlond (r. m. bond — ystond — hond)
♦969. *935 (Yrland r. m. hand).
1068 (Yrland). 1092 (Yrland). *n66
(Irland). 1264. ^1277 (Mond). 1353.
1386. 1711. 1719. 1803 (Irlond).
1900.
Jerusalem 1965. 1973.
Londen 2225.
Lyoun (r. m. toun — renoun — soun
— doun) *28 55.
Norway (r. m. grey — say — lay) *298.
Spaine 2628. 2630.
Temes 2245.
Wales 2123. 2294. 2300. 2311. 2317.
2321. 2398. 2417.
Westeminster 2235.
283
Namen von thieren.
Hodain (r. m. Bringwain — fain —
pain — sain) *i674. 1694. 2467.
2475. *2476. 2510. 2841.
Petricrewe (r. m. trewe — schewe -
blewe — glewe) *24<o8. 2419. 2468
(Peticrowe). 2841 (Peticru). *3io8
(Peticru) .
NB. Die in den anmerkungen gebrauchten abkürzungen sind im wesent-
lichen dieselben, wie bei Stratmann und Mätzner, so dass eine besondere er-
klärung derselben nicht erforderlich sein dürfte.
Nachträge und besserungen.
Zur einleitung.
Von weiterer, seit herausgäbe der Tristrams saga über den Stoff und seine
bearbeitungen erschienenen litteratur ist mir noch folgendes bekannt geworden.
Carl Lüth : Der ausdruck dichterischer Individualität in Gottfried's Tristan.
Programm des gymnasiums zu Parchim. 1881. Progr, no. 561. 33 ss. 40.
Da der Verfasser dieser fliessend und gewandt geschriebenen abhandlung
weder von der saga noch von dem englischen gedichte notiz genommen hat,
so entbehren seine ausführungen jeder festen grundlage. Bei berücksichtigung
der saga würde er z. b. gewusst haben, dass gerade die erzählung von der
erwachenden neigung zwischen Riwalin und Blancheflur, die Lüth p. 10 als
beleg anführt für Gottfried's kunst, zustände der seele zu zeichnen, von ihm
fast wortgetreu aus seiner franz. vorläge herübergenommen ist (vgl. meine ab-
handlung I p. XVII ff.) Am annehmbarsten ist noch, was p. 18 ff. über den
redeschmuck in Gottfried's werk zusammengestellt ist.
Die erste nummer der neuen Zeitschrift : Strassburger Studien, herausg. von
Martin und Wiegand , enthält einen lesenswerthen aufsatz von Preuss : Stili-
stische Untersuchungen über Gottfr. von Strassburg. Vgl. Deutsche litteraturz.
1882, p. 640 f.
Endlich führt der »Jahresbericht über die erscheinungen auf dem gebiete
der germanischen philologie von 1881« als no. 1069 auf:
E. P. Leith, On the Legend of Tristan. London, Trübner 1 sh. 6 d.
Da dort nicht mehr als der titel der schrift erwähnt wird, so scheint der
betr. referent dieselbe selbst nicht gesehen zu haben. Bartsch erwähnt sie in
seiner Bibliographie unter no. 550. Da dieselbe weder auf der hiesigen noch
auf der Berliner bibliothek vorhanden ist, suchte ich sie auf buchhändlerischem
wege zu erlangen, bekam aber statt dessen folgendes heftchen zugesandt : On
The Legend of Tristan : its origin in myth and its development in romance,
by Edward Tyrrell Leith. Read before the Bombay Branch of the Royal
Asiatic Society, April 9th 1868. Bombay 1868, welches in bezug auf die er-
klärung der Tristan-sage als mythus verdienstlich sein mag, die litterargeschicht-
liche forschung jedoch nicht wesentlich fördert. Ich muss es somit dahin ge-
— 2S5 —
stellt sein lassen, ob die 1 88 1 erschienene Schrift blos ein Wiederabdruck jenes
Vortrages oder eine ganz andere arbeit ist.
Zu p. LXVIIL Eine durch den reim ganz sicher gestellte flexionslose form
der 2. pers. sing. ind. prät. eines schwachen verbums ist v. 2082 brouzJ, r. m.
bipouzJk — Houxt — boi/zf. Hieher gehören ferner die entsprechenden formen
der verba prät. präs., z. b. v. 2585 mizJ, r. m. knizt ; v. 469 wold, r. m. bold
— cid — told. Wir gewinnen durch diese formen ein weiteres wichtiges zeug-
niss für den norde. Ursprung des Sir Tristrem.
Zum texte.
Ich bitte , in meine ausgäbe folgende kleine besserungen einzutragen.
v. 60 soll das komma nicht nach frende, sondern nach hem stehen, v. 107
two] 1. tvo. v. 253 bi for] 1. bifor. v. 300 gray] 1. grey. v. 346 playd] 1.
pleyd. v. 388 te] 1. to. XXXIII] 1. XXXVIII. v. 606 wil] 1. will. v. 660
kist] 1. kisst. v. 682 fand.] 1. fand.« v. 707 Wit] 1. Wip. v. 775 wikk] 1.
wick. v. 789 understand] 1. vnderstand. v. 821. Das comma soll nicht nach
si^t, sondern nach po stehen, v. 850 o^ain] 1. ogain. v. 866 pow] 1. pou.
v. 892 Tristrem pe swete] 1. Tristrem, pe swete, v. 928 al] 1. all. v. 1015
bond] 1. band. v. 1258 romance] 1. romaunce. v. 142 1 clepep] 1. cleped.
v. 1472 brend:] 1. brend p. 45 XLIX] 1. CXLIX. v. 1586. Nach be ein
comma zu setzen, v. 2150 Marke pi nem his] 1. Marke, pi nem, his. v. 2188
bene] So ms. v. 1901 fain;] 1. fain, 1. be. v. 2288 falshede] 1. falshede. v. 2232
Dazu ist die note zu fügen: »kepe] kepie ms. v. 2357 were] 1. wer. v. 2592
sory] 1. sori. v. 2621 sain] So ms. Es ist say zu lesen, v. 2972 So] 1. To.
v. 3050 pon] 1. pou. v. 3067 lede :] 1. lede ! v. 3212 Brengwain] 1. Bring-
wain. v. 3232] Das komma zustreichen.
Zu den anmerkungen.
Zu v. 73 ff. vgl. Amis and Amil. v. 1522 ff. :
Ouer al pat lond, est and west,
Than was sir Amis helden pe best
And chosen for priis in tour.
Diese stelle sieht wie eine nachahmung der obigen verse des Sir Tristrem
aus; vgl. o. p. XXXI. In diesem falle würde man geneigt sein, im gegen-
satz zu meiner auffassung v. 75 nicht zum vorigen, sondern zum folgenden zu
nehmen.
v. 322. In der Archaeologia, Vol. XXIV p. 286, wird über pe long asise
folgende erklärung gegeben1) :
It would appear from this (sc. str. XXVIII ff.) not to have been an unusual
practice at that time to play for money ; a custom which in modern times
has almost universally at this game been abolished. The particular game
played by the Norwegian and Sir Tristrem, here called the long assise, appears
1) Da mir das werk hier nicht zugänglich war, so hat mein freund J. II.
Hesseis in Cambridge die gute gehabt, die betr. stelle für mich zu copiren, wo-
für ich ihm hiermit bestens danke.
— 286 —
in the old Anglo-Norman treatises on the game, under the title of Covenant
lei veint, and is played with the condition annexed, that mate is to be given
in a certain number of moves, provided the red king is not moved unless
forced by check, and none of the red pieces, unless they are in danger of
being taken.
»De le long asise ceste guy est,
Sy pust estre jue de quel part ke wus plest. «
(Ms. Reg. 13 A. XVIII. f. 190 b. Ms. Cott. Cleop. B. IX. f. 5.)
It is one of those numerous fictitious positions, which in the I3th Century
were so much in vogue, but which, at present, afford but little interest to the
chess-player.
Ich überlasse unseren culturhistorikern die entscheidung darüber, ob diese
erklärung für die vorliegende stelle des Sir Tristrem zu acceptiren ist.
v. 474. Der in der note zu diesem verse mitgetheilte abschnitt aus dem
buche von St. Albans ist nach meiner copie eines exemplars im Brit. Museum
gegeben. Ich trage hier noch nach, dass 1880 eine facsimilirte ausgäbe dieses
druckes erschienen ist (vgl. Bartsch's Bibliographie von 1880, no. 1252). Doch
ist diese ausgäbe sicherlich nicht verbreitet genug, um meinen auszug über-
flüssig zu machen.
v. 824. In der note zu diesem verse habe ich in folge eines sehr ärger-
lichen lapsus calami von bärenköpfen, anstatt von eb er köpfen gesprochen.
Glossar und Übersetzung bieten das richtige.
v. 934. Statt man ist wol men zu lesen.
Für hir ist wol his zu lesen.
Der sinn dieses verses findet sich Beöw. v. 676 so wiederge-
V.
971.
V.
1090.
geben :
V.
1150.
V.
1866.
Gespräc pä se goda gylp-worda sum.
Für foou ist wol pou zu lesen.
Vgl. Amis and Amil. v. 11 68:
Sir, sehe seyd, whi farstow so?
v. 1908. Der dichter drückt sich hier nicht genau aus, denn Tristrem thut
nicht, um was sie ihn gebeten hat, er geleitet sie nicht zum schiffe, sondern in
den wald. Allerdings war das der geheime sinn ihrer bitte, und so dürfte
sich der dichter das verhältniss auch zurechtgelegt haben.
v. 1928. Ist vielleicht nach analogie von v. 719 auch hier nach he, wold
einzuschieben? Dann würde an natürlich nicht zu unne gehören.
v. 1954 f. Woher der englische dichter den zug hat, dass Meriadok ein
abgerissenes stück von Tristrem' s grünem rocke findet, vermag ich nicht zu
sagen. Von einem ritter in grünem kleide wird bekanntlich erzählt in Sir
Gawayne and The Green Knight, v. 151 ff.:
Ande al grayped in grene bis gome and his wedes,
A strayteote ful strebt, bat stek on his sides,
A mere mantile abof, mensked with-inne.
v. 2007 ff. Die anmerkung zu dieser stelle muss ich zurücknehmen. Man
vgl. vielmehr Ywaine and Gaw. v. 1907 f. :
Madame, god gif, his wil wer,
To wed yow and be loverd here.
— 287 —
= Frau, gott gebe, dass es sein wille wäre, sich mit euch zu vermählen und
hier herr zu werden. Ebenso ist Sir Tr. v. 2007 nach zz/"ein komma zu machen
und zu übersetzen : Gott gebe, du hättest mir versprochen etc. An god ist auch
v. 2371 das befremdliche e angehängt.
v, 2289. clene] 1. clene.
v. 2477. Der unbestimmte artikel in A wilde best ist auffällig und nur so
zu erklären, dass der dichter uns Tristrem's beschäftigung im walde an der
handlung eines tages hat exemplificiren wollen. Freilich wäre er mit dem aus-
druck Ich nizt, v. 2482, von diesem plane wieder abgegangen.
v. 2851. Welcher ort ist unter sein Matheus toun zu verstehen? Wenn
ich I p. CXXVIII vermutungsweise Salerno nannte, so stützte sich dieser ein-
fall darauf, dass dort sich eine kathedrale San Matteo befindet (von Robert
Guiscard 1076 begonnen, 1084 eingeweiht). Aber es kann sich doch schwer-
lich um eine ausserhalb Grossbritanniens liegende Stadt handeln, trotz der er-
wähnung von Lyoun (v. 2855). Vielleicht weiss jemand unter den fachgenossen
bessere auskunft zu geben.
v. 2970. Die adjectiva brizt und blipe könnten ebenso gut auf Ysonde
wie auf die halle bezogen werden.
v. 2979. In der Übersetzung habe ich, um den sinn klarer zu stellen,
diesen vers grammatisch zu v. 2977 genommen; die Überlieferung berechtigt
dazu an sich nicht.
v. 3077. Für hir ist gewiss hem zu lesen.
Glossar s. v. forleine. v. 1586. forlain ist nicht partpr., sondern in/. —
s.v.care 3) fehlt der beleg: *io98.
Endlich bemerke ich noch, dass, wenn hie und da kleine differenzen in
der fixirung der Wortbedeutungen zwischen dem glossar und der Übersetzung
zu tage treten sollten, dies durch die erst nachträgliche hinzufügung der letz-
teren verschuldet ist. Doch wird es sich nirgends um wichtigere, sachliche
abweichungen handeln.
Inhalt.
Seite
Vorwort VII
Einleitung.
I. Die handschrift und die ausgaben XIII
II. Litteraturgeschichtliches.
A) Zur Überlieferung der sage ..... XVIII
B) Zum englischen gedichte XXVI
III. Die dichterische form des Sir Tristrem.
A) Die strophe und der reim XXXII
B) Die alliteration XXXVII
C) Der vers LH
IV. Die sprachliche form des Sir Tristrem.
A) Der dialekt LX
B) Stilistische eigenthümlichkeiten .... LXXIX
C) Die einrichtung der ausgäbe XC
Sir Tristrem i
v. i — 22. Einleitung. Der dichter hat in Erceldoun von dem
Jongleur Thomas die geschichte Tristrem's erzählen hören. Da
die gegenwart solche helden nicht mehr hervorbringt, will er
dessen Schicksale mittheilen. v. 23 — 49. Rouland, fürst von
Ermonie, bekriegt Morgan und zwingt diesen schliesslich zum
frieden, der auf sieben jähre geschlossen wird. v. 50 — 110. Rou-
land zieht mit seinen rittern zu könig Marke von England, der
ihnen zu ehren ein turnier arrangirt, in dem sich Rouland be-
sonders auszeichnet ; Blauncheflour entbrennt in liebe zu ihm. Er
wird in einer schlacht verwundet, Bl. besucht ihn und in ihrer
Umarmung wird Tristrem erzeugt, v. in — 242. Morgan bricht
den frieden; Rouland, durch Rohand davon benachrichtigt, kehrt
nach Ermonie zurück, nimmt Bl. auf ihre bitte mit sich und ver-
mählt sich mit ihr. Es folgt eine schlacht zwischen Morgan und
— 289 —
Seite
Rouland , in welcher letzterer durch verrath fällt. Bl. bringt
Tristrem zur weit, übergibt Rohand einen ring für ihn und stirbt,
v. 243 — 297. Rohand gibt Tristrem für sein eigenes kind aus.
Morgan bemächtigt sich des landes. Tristrem eignet sich alle
gelehrten und ritterlichen künste an , besonders erfahren ist er
auch in allen Jagdgebräuchen. v. 298 — 396. Tristrem spielt,
15 jähr alt, mit dem kapitän eines norwegischen schiffes schach,
gewinnt ihm habichte und geld ab, wird aber von den Schiffern ent-
führt. Es überfällt sie ein stürm und sie setzen Tristrem an einer
küste aus. v. 397 — 517. Der dichter fordert seine zuhörer auf, sei-
nem vortrage weiter zu lauschen. Tristrem findet einen geebneten
weg, trifft zuerst zwei pilger, die er bittet, ihm den weg nach
dem hofe zu weisen, und dann die Jäger des königs Marke, denen
er zeigt , wie ein hirsch kunstgerecht zerlegt werden müsse.
v. 518 — 572. Der könig Marke freut sich über diese kunstfertig-
keit des Jünglings, und ernennt ihn, nachdem dieser noch einen
harfner im spiel übertroffen hat, zu seinem leibpagen. v. 573 —
704. Rohand sucht seinen pflegesohn in vielen ländern , wird
endlich durch die vorhin erwähnten pilger auf die richtige spur
gebracht, und kommt an Markes hof, wird aber wegen seiner
zerlumpten kleidung von Tristrem zuerst nicht erkannt , dann
jedoch standesgemäss gekleidet und vor den könig geführt, v. 705
— 803. Nach der mahlzeit übergibt Rohand Marke den ring und
dieser begrüsst Tristrem als seinen neffen. Rohand erzählt letz-
terem von dem Schicksal seiner eitern, und dieser beschliesst so-
fort, trotz Markes abmahnung, seinen vater an Morgan zu rächen.
Der könig schlägt ihn und sein gefolge zu rittern, sie gehen in
see und langen in Hermonie an. v. 804—903. Tristrem begibt
sich mit seinen 15 rittern an Morgans hof und macht hier seine
ansprüche auf Ermonie geltend, wird aber von ihm höhnisch ab-
gewiesen und mit einem laib brod geworfen. Tristrem tödtet
Morgan, besiegt mit Rohand's hülfe sein heer, und macht sich
zum herrn des landes. v. 904 — 1012. Nach zwei jähren setzt
er Rohand zum herrn des landes ein, verabschiedet sich von ihm
und reist nach England, wo eben Moraunt angelangt ist, um den
Irenzins zu fordern. Marke setzt Tristrem die Verhältnisse aus-
einander und dieser räth, die Zahlung des tributes zu verweigern,
und übernimmt selbst den Zweikampf gegen Moraunt. v. 1013 —
im. Nach längerem heftigen kämpfe, erst zu ross, dann zu
fuss, wird Moraunt getödtet, jedoch Tristrem's schwert zerbricht
und ein stück bleibt in Moraunt's gehirn stecken, Tristrem aber
erhält eine schwere Verwundung in die rechte hüfte. Die Iren
segeln mit der leiche ab, Tristrem begibt sich zu Marke, der ihn
zu seinem nachfolger ernennt, v. 1112 — 1188. Tristrem's wunde
erweist sich als unheilbar, und nach drei jähren verlässt er dess-
halb, nur von Governail begleitet, das land. Nach neun wochen
Kölbing, Sir Tristrem. ig
— 290 —
Seite
durch den wind nach Develin verschlagen, verwandelt er seinen
namen in Tramtris. v. 1189 — 1275. Die königin Ysonde heilt
seine wunde und er unterrichtet dann die prinzessin Ysonde im
harfenspiel. v. 1276 — 1397. Nach Jahresfrist völlig hergestellt,
verlässt er Irland und kehrt zu Marke zurück, dem er soviel von
dem liebreiz Ysonde's erzählt, dass jener darauf begierig wird,
sie zu sehen. Die englischen barone verlangen von Tristrem, er
solle Marke Ysonde als braut zuführen, v. 1398 — 1491. In der
nähe von Develin haust ein drache ; wer ihn tödtet, soll die hand
der prinzessin Ysonde erhalten. Tristrem gelingt es nach vieler
mühe, ihn zu erlegen ; als zeichen seines sieges schneidet er ihm
die zunge aus, deren gift ihm eine ohnmacht zuzieht, v. 1492 —
1558. Der truchsesse nimmt das haupt des drachen und gibt
sich für den sieger aus. Die königin und Ysonde finden Tristrem
und heilen ihn ; zum dank verspricht er, Ysonde vor dem truch-
sessen zu schützen, v. 1559 — 1628. Ysonde erkennt, dass sie
es mit dem mörder ihres oheims zu thun hat und will ihn er-
schlagen. Er besänftigt sie dadurch, dass er verspricht, ihre Ver-
mählung mit Marke zu vermitteln, v. 1629 — 1694. Der truch-
sesse weigert sich, mit Tristrem, zu kämpfen, und wird ins
gefängniss geworfen; die königin übergibt Brengwain den minne-
trank und sie segeln nach England ab. Unterwegens gemessen
Tristrem , Ysonde und der hund Hodain davon. Ysonde wird
Tristrem's geliebte, v. 1695 — 1736. Nach ihrer ankunft in Eng-
land vermählt sich Marke mit Ysonde; in der brautnacht tritt
Brengwain an ihre stelle. Ysonde lehnt es ab, von dem minne-
trank zu geniessen. Das glück der liebenden ist nicht ungetrübt.
v» 1 737 — 1808. Ysonde verspricht zwei arbeitern reichen lohn,
wenn sie Brengwain tödten, da sie von jener verrathen zu wer-
den fürchtet. Diese schonen sie, da sie behauptet, unschuldig
zu sein, zur grossen freude Ysonde's, die an ihrer letzten bot-
schaft an sie ihre treue erkannt hat. v. 1809 — 1925. Ein iri-
scher harfner fordert Ysonde als lohn für sein spiel und Marke
liefert sie ihm aus. Tristrem veranlasst sie durch sein harfenspiel,
länger am strande zu verweilen, bringt sie dann, statt auf das
schiff, in den wald und führt sie nach einer woche Marke wieder
zu. v. 1926 — 1969. Meriadok entdeckt, dass Tristrem eine nacht
bei Ysonde zugebracht hat, und verräth es dem könig. v. 1970
— 2013. Marke prüft Ysonde betreffs ihrer neigung zu Tristrem,
sie verräth sich, wird aber durch einen guten rath Brengwain's
in den stand gesetzt, ihre Unvorsichtigkeit wieder gut zu machen.
v. 2014 — 2101. Auf Meriadok's rath trennt der könig die lieben-
den, die sich nun durch ihre trauer verrathen. Während der
könig angeblich auf der jagd abwesend ist, geben sie sich täg-
lich rendez-vous im Obstgarten. Der zwerg verspricht dem könig,
er werde ihn dazu verhelfen, sie zu belauschen. Vergeblich sucht
— 291 —
Seite
der zwerg als vermeintlicher böte Ysonde's Tristrem's vertrauen
zu gewinnen, v. 2102 — 2167. Die belauschung des liebespaares
durch Marke vom bäume aus missglückt, da sie seine anwesen-
heit bemerkt haben und danach ihr gespräch einrichten, v. 2168
— 2222. Wieder auf Meriadok's rath befiehlt der könig, ihm,
Tristrem und der königin zur ader zu lassen. Das blut in Ysonde's
bette verräth Tristrem und er geht ausser landes. v. 2223 — 2289.
Bei Westminster in London muss Ysonde zu ihrer rechtfertigung
das heisse eisen tragen. Tristrem, als pilger verkleidet, fällt hin,
als er sie vom schiffe trägt, und so ist ihr schwur, dass niemand
ihrem leibe mit ausnähme ihres gemahls noch so nahe gekommen
sei wie dieser pilger, gerechtfertigt, v. 2289 — 2420. Tristrem
hält sich in Wales bei dem könig Triamour auf. Ein riese, na-
mens Urgan, will mit gewalt in den besitz von dessen tochter
Blauncheflour kommen. Tristrem nimmt es auf sich, mit ihm zu
kämpfen, haut ihm zuerst eine hand ab und besiegt und tödtet ihn
schliesslich. Der könig besitzt einen prachtvollen hund, namens
Peticru, den er Tristrem zum lohne für seine that schenkt, ebenso
wie die herrschaft über Wales ; diese tritt er an Blauncheflour
ab, den hund schickt er Ysonde. v. 2421 — 2508. Marke ruft
Tristrem zurück, da er aber das liebesverhältniss zwischen Tristrem
und Ys. aufs neue entdeckt, jagt er beide vom hofe weg ; sie
fliehen mit Hodain und Peticru in einen wald, wo sie fast ein
jähr lang ein sehr glückliches leben führen, v. 2509 — 2574. Der
könig findet sie auf einer jagd schlafend ; da ein schwert zwischen
ihnen liegt, so hält er sie für schuldlos und ruft sie wieder an
seinen hof. v. 2575 — 2619. Durch den zwerg aufmerksam ge-
macht, überrascht der könig das paar in einer zärtlichen Umar-
mung. Tristrem flieht und Ysonde wird verziehen, v. 2620 —
2706. Tristrem geht zuerst nach Spanien, besucht dann die söhne
Rohand*s und tritt endlich in die dienste des herzogs Florentin
von Bretein; nach langen erwägungen vermählt er sich mit der
tochter des herzogs, Ysonde Weisshand, kann sich aber, in er-
innerung an die andere Ysonde, nicht entschliessen, die ehe mit
ihr zu vollziehen. v. 2707 — 2805. Tristrem erfährt von dem
riesen Beliagog, betritt sein gebiet, kämpft mit ihm und haut ihm
einen fuss ab, begnadigt ihn aber dann auf das versprechen hin,
ihm eine prächtige halle zu bauen, v. 2806 — 2849. Mit hülfe
des riesen wird die halle gebaut, und figuren darin aufgestellt,
welche Ysonde, Brengwain, Marke, Meriadok, Tristrem, Beliagog
und die hunde Hodain und Peticru darstellen, v. 2850 — 2937.
Ysonde wird auf einer reise von ihrem bruder Ganhardin ge-
zwungen, zu gestehen, dass sie noch Jungfrau ist. Dieser ist
darüber sehr erzürnt und stellt Tristrem zur rede, der ihn dadurch
besänftigt, dass er ihm verspricht, ihm eine viel schönere dame
zu zeigen, v. 2938 — 3014. Tristrem zeigt Ganhardin die halle,
19*
— 292 —
Seite
der erst allmälich erkennt, dass er es nicht mit lebenden wesen
zu thun hat. Er verliebt sich in Brengwain und Tristrem reist
mit ihm nach England, v. 3015 — 3073. Canados, der Ysonde
gern für sich gewinnen möchte, theilt ihr mit, dass Tristrem sich
vermählt hat. Diese weist ihn mit harten Worten ab, ist aber
im geheimen sehr erzürnt über Tristrem's untreue, v. 3074 —
3168. Sie unternimmt mit ihrem gefolge eine reise zu pferde.
Ganhardin zeigt ihr unterwegs Tristrem's ring. In der folgenden
nacht kommen beide in den besitz ihrer geliebten. Canados stört
das Zusammensein und die ritter fliehen; Brengwain ist sehr er-
zürnt über ihre feigheit. v. 3169 — 3224. Tristrem hält sich, als
aussätziger verkleidet, am hofe auf. Brengwain erlangt durch eine
listige verläumdung, dass Canados vom hofe verbannt wird, und
versöhnt sich mit Tristrem, da er ihr verspricht, ein turnier gegen
seine feinde zu veranstalten, v. 3235 — 3295. Bei diesem turnier
tödtet Tristrem Meriadok und hilft dann Ganhardin bei der tödtung
des Canados; die übrigen feinde verfolgen sie weithin.1 v. 3296 —
3344. Der junge Tristrem bittet Tristrem um hülfe gegen einen
ritter, der mit hülfe seiner sieben brüder ihm seine geliebte ge-
raubt hat. Tristrem verspricht) ihm zu helfen. Bei dem kämpfe
wird der junge Tristrem getödtet, während Tristrem alle gegner
erschlägt, selbst aber durch einen pfeil in seine alte wunde ge-
getroffen wird.
Anmerkungen . 91
Glossar 183
Beilage. Uebersetzung des englischen textes 247
Personenregister 280
Ortsregister 282
Namen von thieren 283
Nachträge und besserungen 284
Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig.
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O CO cf
Tristrams saga
Sir Tristram
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